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Vergiftet

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22.09.21 14:12
18 Ab 18 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

Sasuke kämpfte gegen seinen eigenen Bruder und das schon seit Stunden. Es wollte einfach kein Sieger hervorgehen und keines seiner Jutsus zeigte eine Wirkung bei Itachi. Ein letztes Mal versuchte er ihn anzugreifen, wandte sein Chidori Nagashi an, welches sofort Itachi angriff. Aufgeben wollte er nicht, hatte sich geschworen ihn zu töten, koste es, was es wolle und wenn sein gesamtes Chakra drauf gehen würde. Er war immer noch ein Uchiha, einer der letzten noch lebenden und die gaben nicht einfach kampflos auf. Sasuke schickte außerdem noch sein Gōkakyū no Jutsu hinterher, schoss riesige Feuerkugeln aus seinem Mund und jagte hinter seinem ihm so verhassten Bruder hinterher.

Beißender Schmerz zog sich durch Itachis linke Hand als ihn die Kunst seines Bruders traf. Einen Moment war er davon so abgelenkt, dass er dadurch Sasuke die Chance auf einen weiteren Angriff ließ und nur mit Mühe den überraschend entgegenkommenden Feuerbällen ausweichen konnte. Mit einem großen, eleganten Sprung verschaffte er sich erst mal etwas Abstand zwischen sich und Sasuke, noch so ein Angriff könnte weniger glimpflich ausfallen. Seine Augen trafen auf die Hasserfüllten seines Gegenübers. Er war stark geworden und es schien fast so, als ob Itachi ihm unterlegen wäre. Dennoch hatte der Andere schon viel mehr Chakra als er selbst verbraucht und vielleicht könnte man mit einem gezielten Schlag den Jüngeren erst einmal außer Gefecht setzen. Zu allem Übel fing es jetzt auch noch an zu regnen.

Das Itachi ausweichen würde, damit hatte Sasuke schon gerechnet. Er wandte nun als letzten Trumpf im Ärmel sein Shuriken no Jutsu an, warf seine beiden Kunais, wobei er eines im Schatten des Anderen versteckte. Der aufkommende Regen störte ihn dabei nicht. Sasuke setzte alles daran seinen Bruder fertigzumachen, spürte aber das sein Chakra nicht mehr viel hergeben würde und das wiederum ließ ihn leise knurren und fluchen."Na los Itachi, nimm es wie ein Mann und kämpfe mal ausnahmsweise ohne deine Waffen!" Ein Versuch war es wert, immerhin war sein großer Bruder im Nahkampf nicht besonders gut und vielleicht würde er sich darauf einlassen.

Einen Moment lang zögerte der Ältere und sah seinen Bruder misstrauisch an. Da stimmte etwas ganz und gar nicht. Wenn er sich jetzt auf einen Nahkampf einlassen würde, dann wäre er im Nachteil. Dazu kam noch, dass seine linke Hand zu brennen schien. Er musste seinen Bruder so schnell es ging, außer Gefecht setzten. Aber wenn der Kleine es darauf anlegen wollte, dann würde er ihn halt ohne Waffen besiegen. Nun ja, ein Kunai würde er behalten, für den Fall der Fälle. Ein emotionsloses Lächeln glitt zaghaft über seine Lippen und er machte einen Schritt nach vorne. „Dann komm doch her ..."

Sasukes Mundwinkel fingen bei Itachis Worten leicht an zu zucken, er versuchte tatsächlich ein mildes Lächeln zu unterdrücken und steckte stattdessen seine Kunais in beide Hosentaschen. Langsam aber doch zielstrebig, schritt er auf seinen großen Bruder zu und blieb etwa zwei Meter vor diesem stehen. Er wunderte sich schon das Itachi zu einem Nahkampf bereit war, doch es war ihm nur recht. Er würde schon sehen was er davon hatte und ohne mit der Wimper zu zucken, ohne noch einen Gedanken zu verschwenden, griff Sasuke an.

Itachi hatte diesen Angriff kommen sehen und wich schnell zur Seite. Sein Lächeln blieb bestehen. "So besiegst du mich nicht...", sprach er fast schon sanft, dennoch mit einer gewaltigen Portion Spott. Er holte schnell mit seiner rechten Hand aus und schlug Sasuke mitten ins Gesicht.

Sasuke bekam den Schlag voll ins Gesicht ab, taumelte leicht nach hinten und raffte sich wieder auf. So leicht gab er nicht auf, wagte einen erneuten Angriff und rauschte auf Itachi zu. Kurz vor ihm sprang er in die Lüfte, direkt auf dessen Rücken zu und umklammerte seinen Hals mit den Füßen. Nun hing er kopfüber an seinem Bruder, hangelt sich hoch und zog aus seiner Seitentasche das Kunai.

Itachi verengte die Augen zu Schlitzen und seine Gedanken rasten für einen kurzen Moment, dann packte er seine linke Hand auf Sasukes linkes Bein und zog mit seiner Rechten blitzschnell sein Kunai hervor. Metall prallte zusammen und somit wurde Itachis Leben wohl gerade nochmal so verschont. Unverzüglich sammelte er Chakra in seine linke Hand und schmiss seinen Bruder von sich runter, bemerkte jedoch schnell, dass dies nicht besonders klug gewesen war. Ein unerträglicher Schmerz zog sich von den Fingerspitzen bis hin zum Ellbogen. Sein Gesicht gab aber nichts preis. Der Regen verschlimmerte sich, weichte den Boden unter ihnen auf.

Sasuke schlug erneut hart auf dem Boden auf, rappelte sich wieder auf und sah Itachi verachtend an. Er aktivierte sein Chidori Nagashi, griff damit seinen Bruder an und zog erneut eines seiner Kunais. Dass sein Bruder Schmerzen in der Hand hatte, davon ahnte der junge Uchiha nichts und auch der niederprasselnde Regen schien ihm nichts anhaben zu können. Außerdem wand er nun wieder sein Shunshin no Jutsu an und griff damit doppelt so schnell seinen verhassten Bruder an."Gibst du auf?", fragte er spöttisch, grinste ihn leicht mürrisch an.

Itachi ließ seinen Bruder noch ein bisschen näher kommen, bevor er kalt auflachte und seine gefährlichste Waffe einsetzte. Er würde Sasuke das Tsukuyomi spüren lassen. Eigentlich hatte Itachi nicht vorgehabt so weit zu gehen, aber der Jüngere ließ ihm keine Wahl. Er war gerade dabei es anzuwenden, da grollte es einmal laut und als ob irgendwas es verhindern wollte, schlug ein greller Blitz zwischen ihm und Sasuke ein. Sein Körper reagierte wie von selbst, sprang zur Seite und rettete sich, dennoch konnte ein heftiger Aufprall an einem dicken Baumstamm nicht verhindert werden. Zudem kam noch, dass er sich mit seiner verletzten Hand noch abfangen wollte.

Sasuke sah die Fingerzeichen, welche sein Bruder mit einer rekordverdächtigen Geschwindigkeit machte, versuchte mit einem Sprung nach hinten auszuweichen und sah aber, wie ein Blitz genau zwischen ihnen einschlug. Rasch rollte er sich auf die Seite, ließ aber Itachi dabei keine Sekunde aus den Augen und rappelte sich erneut, nachdem die Gefahr vorüber war, wieder auf. "Das war wohl nichts, scheinbar haben sich sogar die Geister gegen dich verschworen", lachte Sasuke seinen älteren Bruder aus, zog eines seiner Messer und warf es blitzartig in dessen Richtung.

Das war doch nicht zu fassen. Dieses Unwetter ging ihm wirklich auf die Nerven und zu guter Letzt war seine Hand nicht mehr zu gebrauchen. Ohne sie konnte Itachi wohl kaum noch eine Technik anwenden, die seinen Bruder nicht umbrachte, aber außer Gefecht setzte. Er antwortete ihm nicht, sondern wich dem Wurfgeschoss aus. Sein Bruder dürfte wohl kaum noch genug Kraft für ein weiteres Chidori haben, außer er wollte sich selbst umbringen. Das musste er auch auf jeden Fall verhindern. Da kam ihm eine Idee. "Wie war das ... ohne Waffen?"

Sasuke grummelte innerlich, als das Messer nur haarscharf an seinem Bruder vorbei traf und im Baum stecken blieb. Klasse, wunderbar und ganz toll gemacht, lobte er sich innerlich im sarkastischen Ton, schritt dann aber schon wieder leichtfüßig auf Itachi zu und sah ihn herausfordernd an."Du willst ohne Waffen, in einem Nahkampf gegen MICH kämpfen? Mach dich doch nicht lächerlich, du weißt genauso gut wie ich, dass du das nicht packen kannst", provozierte er seinen Bruder bis aufs Blut und kam noch einen Schritt näher.

Jetzt einen Schritt zurückweichen mochte aussehen, hatte aber was mit dem Plan zu tun. Also tat er es, wollte Sasuke das Gefühl geben die Kontrolle zu haben und der Stärkere zu sein. Vielleicht war er das auch. Immerhin hatte Itachi die Verantwortung für dies alles hier. Er ließ ihn noch einen Schritt näher kommen und spannte sich an.

Sasuke brodelte innerlich vor Wut, nur das durfte Itachi nun wirklich nicht mitbekommen. Sicherlich würde er den ersten Schritt nicht zum Kampf machen, doch irgendwann musste diese Tragödie doch mal enden dachte sich Sasuke und knurrte in seinen imaginären Bart. Leicht legte er seinen Kopf schief und fing an zu grinsen."Warum denn so angespannt, hm? Hast du keine Lust zu kämpfen, hast du Angst?" Mit jedem gesagten Wort kam Sasuke noch näher an seinen Bruder ran, ballte im Gehen die Hände zu Fäusten und blieb etwa zwei Meter vor ihm stehen. Noch einmal atmete er tief durch, sah genau in Itachis Gesicht und holte dabei schon zum schlag aus.

Auf diesen Moment hatte er gewartet, Itachi duckte sich und ließ den Schlag ins Leere laufen. In seiner Rechten Hand hatte er genug Chakra angesammelt und versetzte damit seinem Bruder einen harten Treffer in den Magen, schleuderte ihn ein paar Meter weit von sich. Hinter ihm grollte es wieder und er hoffte, dass es jetzt vorbei war.

Verdammt noch mal, fluchte Sasuke in Gedanken schlug nach Itachis Treffern hart am Boden auf, spürte den feucht klebrigen Schlamm unter sich und an seiner Kleidung und rappelte sich erneut aber schon schwankend wieder auf. Warum zum Teufel war Itachi nur so gut und wieso plötzlich in einem Nahkampf?"Nicht schlecht ... aber nicht perfekt", spottete Sasuke erneut, schritt auf Itachi zu und blieb aber stehen, als es erneut anfing zu blitzen und zu grollen. Das Unwetter wurde immer schlimmer, man konnte das Brechen einiger Bäume hören und das war alles andere als gut. Sich schon heimlich umsehend, schritt Sasuke noch mal auf den Älteren zu, sah diesen ernst und abweisend an."Kannst du rennen?", fragte er knapp, rannte dann schon selber los und hörte hinter sich die alles verschlingende Schlammlawine.

Ohne groß weiter darüber nachzudenken, folgte der Ältere Sasuke und überholte ihn nach ein paar Metern. Er wollte nicht unter einem Haufen Erde begraben werden. Das wäre fast so banal wie sich selbst in die Luft sprengen, nur weil man es nicht ertragen kann, dass seine Kunst einer Anderen unterliegt. In diesem Moment musste er an Deidara denken, wenn auch nur kurz. Fast wäre er an einem Ast ausgerutscht, fing sich aber mit der verletzten Hand erneut ab und zischte auf, rannte weiter.

Sasuke rannte und rannte durch den Wald, sah weder hinter noch neben sich. Alles, was jetzt zählte, war dieser Lawine zu entkommen und da diese sich rasend schnell fortbewegte, alles unter sich begrub, musste er schnell sein. Auf einer Lichtung bemerkte er eine kleine Hütte, rannte geradewegs auf diese zu und öffnete hastig die Tür. Glück gehabt, nicht abgeschlossen. Sasuke trat außer Puste in die Hütte rein, lehnte sich gegen die nächste Wand an und schnaufte erstmal durch.

Überrascht blickte Itachi von seiner hockenden Position auf, als er Sasuke schwer atmend an der gegenüberliegenden Wand erblickte. Da schienen die Beiden wohl den gleichen Gedanken gehabt zu haben. Ob das jetzt so günstig für ihn war? Sasuke mochte aus der Puste sein und erschöpft, aber der Wille ihn zu töten war da wohl stärker. Er ließ die Augen nicht von den Anderen ab und wartete einen Augenblick bis er sich wie immer in seine anmutige, gerade Haltung brachte. Sein Arm meldete sich. Dieser brannte fürchterlich und zitterte. Itachi konnte es nicht unterdrücken, das Chidori und die vielen Aufpralle hatten ihm den Rest gegeben. Er hoffte nur, dass Sasuke es nicht bemerken würde.

Dass Itachi in der Ecke hockte und zu ihm sah, beunruhigte Sasuke doch etwas. Wie zum Teufel war er hierhergekommen? Er war doch hinter ihm, das konnte doch nicht möglich sein ... wobei bei Itachi war alles möglich, man musste mit allem rechnen. Innerlich war Sasuke etwas aufgewühlt, ließ sich aber von außen hin nichts anmerken. Langsam richtete sich der junge Uchiha auf, kam wieder zu Atem und sah Itachi mit hasserfüllten Augen an. Insgeheim hoffte er, dass der Regen bald aufhören würde, dass er hier wegkonnte und dann Itachi endlich fertig machen konnte. Hier in der Hütte und solange es draußen regnete, hatte er keine Lust zu kämpfen – zumal es hier drin auch ziemlich eng war.

Anscheinend hatte der Jüngere eingesehen, dass sie den Kampf in der Hütte nicht fortsetzten sollten und so konnte sich Itachi erst einmal etwas erholen. Dennoch war höchste Vorsicht geboten, da man bei dem Anderen nicht wusste, ob er einem gleich unerwartet an die Gurgel springen würde. Eine Weile standen sie sich schweigend gegenüber, bis er sich dann kommentarlos hinsetzte.

"Glaub ja nicht, dass es vorbei ist. Sobald der Regen aufgehört hat, töte ich dich", knurrte Sasuke leise seinem Bruder zu, setzte sich dann aber selbst auf den kalten Boden und starrte ihn weiterhin an. Wie lange hatte er auf diesen Tag gewartet, bestimmt Jahre und er würde Itachi ganz sicher nicht laufen lassen. Dafür hatte dieser ihm zu viel angetan, hatte seine gesamte Familie ausgelöscht und das fast vor seinen Augen. Das konnte und wollte er ihm nicht verzeihen.

Itachi blickte seinen Bruder nur emotionslos an. So eine Aussage hatte er schon erwartet und er musste sich zurückhalten nicht leicht zu schmunzeln. „Wenn du es schaffst...", sagte er nur gleichgültig und grinste ihn kalt an. Draußen stürmte es weiter, noch heftiger als zuvor. Was war bloß mit dem Wetter los? Und dann meldete sich seine Hand wieder. Einen Moment schloss er die Augen und konzentrierte sich, versuchte den Schmerz einfach auszublenden. Gebrochen war sie vielleicht noch nicht, aber viel würde nicht mehr fehlen.

 Gebrochen war sie vielleicht noch nicht, aber viel würde nicht mehr fehlen

 

"Wenn du es schaffst ...", sagte er nur gleichgültig und grinste ihn kalt an. Draußen stürmte es weiter, noch heftiger als zuvor. Was war bloß mit dem Wetter los? Und dann meldete sich seine Hand wieder. Einen Moment schloss er die Augen und konzentrierte sich, versuchte den Schmerz einfach auszublenden. Gebrochen war sie vielleicht noch nicht, aber viel würde nicht mehr fehlen.

Die Blicke gingen nicht ganz spurlos an Sasuke vorbei, ließen ihn leise aber verachtend schnaufen. "Und ob ich das schaffe, wart nur ab", brummte er leise mahnend seinem Bruder zu, ehe er sah, wie dieser seine Augen schloss. Der wollte doch nicht allen Ernstes jetzt und hier schlafen? Wie naiv war der denn? Hatte er denn gar keine Angst das er doch angegriffen werden konnte. Immerhin spielte Sasuke mit dem Gedanken, griff sogar schon nach seinem Kunai, steckte es aber dann doch wieder weg und seufzte leise auf.

"Eine weise Entscheidung", sagte Itachi ruhig und öffnete seine Augen wieder. Anders als sonst blickte er Sasuke nicht mit dem Sharingan an, sondern mit seinen ganz normalen schwarzen Augen. Es kostete momentan zu viel Kraft und er musste sich etwas ausruhen. Trotzdem behielt er seinen kleinen Bruder genau im Auge, nicht mal die Blitze ließen ihn blinzeln. Sasuke war gefährlich und ein unachtsamer Moment war tödlich.

Sasuke schlucke hart und ließ Itachis karge Worte kurz auf sich wirken. "Huh und diese Worte aus deinem Mund ...", zischte er weiter, er wollte so kalt und selbstsicher wie möglich rüberkommen, doch klappte das nicht so ganz wie der sich das vorgestellt hatte. Selbst Sasuke merkte, wie fest er nun das Kunai umklammerte, es tat schon fast weh. Doch den Schmerz unterdrückte er, denn nun musste er sich auf was Wichtigeres konzentrieren. Seine Augen formten sich langsam zu Schlitzen, er wollte bedrohlich wirken.

Itachi blickte bei Sasukes Worten kurz weg und sah aus dem Fenster. Er sollte besser den Mund halten und nichts mehr sagen, sein Bruder würde sonst noch platzen. Dennoch ... irgendwie war es gar nicht so schlecht mit ihm mal wieder allein zu sein. Auch, wenn die Umstände nicht die Angenehmsten waren.

Es war wie in einem schlechten Alptraum, wie versteinert saß Sasuke da, blickte Itachi tief, ja fast flehend in die Augen. So tief und unergründlich diese auch waren, verstand er die Welt nicht mehr. Nur einen Zentimeter weiter und er hätte es geschafft. Das hätte er sich nun anders vorgestellt, ein harter und verletzender Kampf, aber nie im Leben so etwas... nicht mit Itachi. Wo waren denn nun die ganzen Kampfansagen hin? Alle in Luft aufgelöst? Das ganze Training konnte doch nicht umsonst gewesen sein!

Der Ältere schwieg weiterhin. Die Stille war mehr als erdrückend und dennoch traute sich Itachi nicht diese zu brechen. Was sollte er auch sagen? Gut, das du so stark geworden bist, damit du mich endlich umbringen kannst.' kam ein wenig ... nun ja. Er sollte besser weiterhin schweigen. Der Blick seines Bruders macht ihn schon genug fertig. Es war schwer ihm in die Augen zu sehen, nicht, dass er es bereute den Clan ausgelöscht zu haben, aber jetzt wo er Sasuke sah ... was aus ihm geworden war. Die beiden waren sich gar nicht mehr so unähnlich und das war eine erschreckende Tatsache.

Nun bemerkte auch Sasuke das Itachi in seine Richtung sah, er war völlig in Gedanken verloren gewesen und um da herauszukommen schüttelte er schnell den Kopf und blickte nun mit ernster Miene seinen großen Bruder an. Doch der schien Sasuke so gut es ging zu ignorieren. Das ließ er sich nun nicht gefallen. "Huh ... machen wir nun einen auf Ignorieren?", fragte Sasuke leicht genervt und blickte seinen Bruder auf eine Art Antwort leicht hoffnungsvoll an. Sasuke hatte nicht wirklich Lust jetzt noch zu kämpfen oder überhaupt heute jemanden zu verletzen, viel mehr saß er einfach nur da und starrte seinen Bruder an.

Itachi zuckte nicht einmal mit der Wimper und schwieg weiterhin. Bedurfte das einer Antwort? Es wäre unklug etwas zu sagen, auf der anderen Seite wäre es auch unklug seinen Bruder mit Schweigen zu reizen. Also müsste er darauf antworten. "Nein ..."

Sasuke sah Itachi an, hörte dessen Nein und kochte weiter innerlich vor sich hin. Knapper ging es auch nicht, was? Wenn sie hier schon zusammen sitzen mussten, dann konnte er wenigstens etwas mehr sagen, aber nein ... Itachi musste ja auch karge Worte zurückgreifen. Schmollend saß Sasuke in seine Ecke, legte den Kopf auf seine Knie und sah ihn weiterhin einfach nur an.

Anscheinend hatte sich sein kleiner Bruder ein wenig mehr erwartet, worauf er seufzend den Blick senkte. "Ich ignoriere dich nicht ... was willst du hören?" Seine Stimme war kalt, trotzdem war der Klang diesmal leicht gestresst. Seine Hand tat höllisch weh und jetzt musste ihm auch noch Sasuke den letzten Nerv rauben.

"Was ich von dir hören will?", wiederholte Sasuke schnaufend, schlug dabei mit der Faust auf den Boden und warf ihm einen mürrischen Blick zu. "Wie wäre es damit ... warum zum Teufel hast du sie alle umgebracht?", fragte er leise, aber dennoch ernst, erwartete aber darauf keine Antwort und knubbelte stattdessen an seinen Fingernägeln herum.

Diese Frage hatte Itachi schon erwartet. Natürlich wollte der Jüngere seine damaligen Beweggründe erfahren, das ‚Warum' quälte ihn also nach wie vor. Doch er gab keine Antwort auf diese Frage. Er konnte und wollte nicht. Jetzt war wieder diese erdrückende Stille eingekehrt, welche nur von dem Grollen und Donnern des Unwetters ab und an ausgefüllt wurde. Es war kalt ... sein gleichmäßiger Atem war zu sehen. Merkwürdig, dabei war heute Morgen so schönes Wetter. Der Mantel spendete ihm geringfügig Wärme gegen die Kälte, hatte er doch ein viel größeres Problem. Diese blöden Schmerzen im Arm waren unerträglich. Wenn er die wohl nicht gehabt hätte, dann hätte Itachi schon lange bemerkt, wie kalt es war.

Es war klar, dass er nicht antworten würde und das machte Sasuke rasend vor Wut. Er stand langsam auf, schritt auf seinen Bruder zu und fing an nach diesem zu treten. "Du bist echt das Letzte. Nicht mal eine einfache Frage kannst du beantworten. Hockst stattdessen einfach da und hältst deine blöde Klappe", schimpfte er lautstark, teilte den nächsten Tritt nach seinem Bruder aus und geriet langsam aber sich immer mehr in Rage.

Normalerweise ließ sich Itachi ja nichts gefallen, aber diesmal wehrte er nicht einmal ab. Warum auch? Sasuke war sauer und verzweifelt. Und er konnte es eh nicht ändern. Den Tritt in sein Gesicht wehrte er aber ab und hielt Sasukes Fuß mit der rechten Hand fest umklammert. "Hör auf oder ich breche ihn dir ...", sprach er gereizt und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, verstärkte er den Druck um das schlanke Gelenk.

Nun darüber wütend, das Itachi ihm am Fuß festhielt und damit drohte ihn zu brechen, knurrte Sasuke leise auf und legte es buchstäblich darauf an. "Mach doch, es hindert dich keiner daran ... wenn du dich sonst nicht zu wehren weißt", spottete der junge Uchiha und sah Itachi mit kalten Blicken an. Mittlerweile hatte er gelernt nicht mehr vor allem zu kneifen und ein gebrochener Fuß war immer noch besser, als ein gebrochenes Genick.

Itachi sah seinen Bruder einen Moment schweigend an, bis er anfing zu grinsen. Warum sollte er dem Kleinen den Fuß brechen? Das wäre nicht sehr schlau, wie sollten sie dann ihren Kampf weiter ausführen? Also beließ er es dabei, Sasuke nur den Boden unter den Füßen wegzuziehen, so, dass dieser ungeschickt auf dem Boden vor ihm lag, seinen Fuß immer noch in der Hand festhaltend. "Beruhige dich ... wolltest du mich nicht nachher noch töten? Wie willst du das anstellen mit gebrochenem Fuß?"

Sasuke verlor nach einem kräftigen Ruck seitens seines Bruders den Boden unter den Füßen, schlug hart auf den Holzboden auf und spürte, dass Itachi ihn immer noch an diesem festhielt. "Um dich zu töten brauch ich keinen Fuß, da reicht eine bloße Hand", murrte er leise auf, zog aber schon an seinem Fuß und versuchte ihn aus Itachis Griff zu befreien.

"Es wäre schade um deinen Fuß ...", meinte Itachi leicht abwesend und hielt diesen eisern fest. Anscheinend konnte es Sasuke wirklich kaum erwarten ihn zu töten, was Itachi leicht entnervt aufseufzen ließ. "Dann töte mich ... jetzt."

Verdammter Mist, der lässt sich aber auch gar nicht aus der Ruhe bringen, fluchte Sasuke in Gedanken, zog weiterhin an seinem Fuß, hielt dann aber inne und sah Itachi skeptisch an. Er sollte ihn töten und das jetzt und vor allem hier? Nervös kaute er sich auf der Unterlippe, fasste aber schon nach seinem Kunai in der Seitentasche seiner Hose. "Lass mich los und ich bringe es hier und jetzt zu Ende", wiederholte er die Worte seines Bruders, sah ihn wild entschlossen dabei an.

Itachi zog eine Augenbraue in die Höhe und zog Sasuke an seinem Fuß näher zu sich ran. "Wieso sollte ich ...", meinte er ruhig. "Du könntest auch einfach näher ran rutschen." Er beugte sich leicht zu seinem Bruder hinab und aktivierte sein Bluterbe. Wenn Sasuke jetzt eine falsche Bewegung machen würde, dann würde er das Tsukuyomi anwenden. Auch wenn sein Augenlicht wieder drunter leiden würde, aber es wäre immer noch besser, als wenn er Sasuke töten müsste.

"Ich wusste doch, dass du dich nicht traust, dass du Angst hast", lachte Sasuke spöttisch, jedoch verging ihm das wieder rasch, als Itachi sein Sharingan aktivierte und ihn aus rot leuchtenden Augen ansah. "Was anderes hast du auch nicht drauf, was?", machte er weiter, versuchte sich aber im selben Moment hoch zu hangeln und griff nach seinem Messer. Dass dies ein Fehler war, würde er gleich noch merken, aber er war so versessen drauf Itachi jetzt zu töten, dass er an dessen Tsukuyomi gar nicht mehr dachte.

Wenn es einen anderen Ausweg gegeben hätte, dann hätte Itachi ihn gewählt. Dennoch verspürte er kaum Mitleid, als er seine Technik bei dem Kleineren anwandte und Sasuke ein weiteres Mal diese eine Nacht zeigte, in der er alles verloren hatte. Lange hielt er das aber selbst nicht auf, fingen seine Augen doch heftig an zu schmerzen. Er entließ ihn von seinem Alptraum und ließ Sasukes Fuß los, welcher kraftlos zu Boden fiel.

Kraftlos sank Sasuke zu Boden, spürte nicht mal mehr, dass Itachi seinen Fuß losgelassen hatte und lag wie eine zusammengerollte Katze mitten auf den hölzernen Boden. Zum wiederholten Male hatte er den Tod seiner Eltern, des gesamten Clans gesehen und das nur, weil er so naiv war und Itachi aufs Äußerste gereizt hatte. Schwach und hilflos wie er jetzt war, blieb er einfach liegen, kümmerte sich nicht mal mehr, dass sein Bruder immer noch dicht hinter ihm war.

Itachi dagegen blickte hinaus ins Unwetter. Sein Bruder war fürs Erste außer Gefecht gesetzt und er seufzte auf. Plötzlicher und recht widerlicher Kopfschmerz machte sich in ihm breit. Verdammt, die Nebenwirkungen waren mehr als ätzend. Er konnte von Glück sagen, dass seine Augen nicht wieder begonnen hatten zu bluten. Nun musste Itachi sich erst mal um seine Hand kümmern. Wie wusste er leider auch noch nicht. Und womit war auch noch nicht geklärt. Er würde ihn einfach erst mal in Ruhe lassen und ihn so wenig wie möglich belasten.

So vieles ging Sasuke nun durch den Kopf, doch was ihn am meisten beschäftigte war immer noch das eine Thema, sein Bruder. Wieso wollte Itachi unbedingt, dass er gegen ihn kämpfte? Die ganze Zeit stellte er sich die Frage, war die Frage auch richtig? Sasuke schloss diese Nacht nicht ein Auge, sondern war seelisch und geistig immer noch mitten im Kampf und auf der Wiese bei seinem Bruder.

War es mitten in der Nacht oder einfach nur sehr früh am morgen? Itachi hatte das Zeitgefühl verloren und seufzte. Sein Bruder hatte sich nicht vom Platz wegbewegt, lag immer noch unruhig auf der gleichen Stelle und zitterte kaum merklich. Müde war er nicht, aber irgendwie fühlte sich der Ältere schwach. Der Anblick von Sasuke stimmte ihn leicht depressiv. Seine Gedanken rasten.

Sasuke war immer noch fassungslos, dicke Tränen kullerten seine Wangen herunter und er wollte einfach nur noch schreien. Doch seine Stimme versagte, er rollte sich auf die Seite und weinte einfach still in sich hinein. Sein Herz verkrampfte und er wollte nur noch sterben. Doch so sehr er sich dies auch wünschte, es ging einfach nicht. Er lag einfach nur da, lauschte und ließ die Gedanken schweifen, der Schmerz brannte sich tief in ihn, seine Seele schrie, tausend messerscharfe Klingen in der Brust, jeder Atemzug sang ein Klagelied. Sasuke fühlte sich wie leergefegt, zerrissen und zerfetzt, sein Herz blutete und sein Verstand wollte nicht mehr.

Der Ältere hatte nie Probleme damit gehabt, wenn vor ihm andere starben, doch leiden konnte er nie jemanden sehen. Einer der Gründe, warum er lieber tötete, als zu foltern. Er war anders als sein Meister ... und dennoch war auch er ihm ähnlich. Seufzend strich sich Itachi durch die zottelige Mähne. Was sollte er jetzt machen, er vermisste irgendwie die Anwesenheit seines geschwätzigen Partners, der ihm einfach immer so sehr auf die Nerven ging, dass er kaum Zeit hatte in depressive Gedanken abzudriften.

Sasuke lag immer noch am Boden, rührte sich aber nun langsam wieder und richtete sich auf. Leicht schwankend lief er zu der Wand rüber, an welcher er zuvor gesessen hatte und lehnte den Kopf dagegen. Irgendwie vermisste er gerade Naruto und sogar die nervige Sakura mit ihrer fiebrigen Stimme und der kreischenden Art. Sein Blick glitt kurz rüber zu Itachi, ließ ihn leise schnaufen und doch sagte er nichts. Er schwieg einfach und starrte wenig später die Decke an.

Anscheinend hatte Sasuke das Schlimmste überstanden, wenn er schon wieder, auch wenn sehr wackelig, gehen konnte, dann würde diese Ruhe bald ein Ende haben. Früher hätte diese Attacke ihn für mehrere Tage bewegungslos gemacht. Sein Brüderchen war wirklich stark geworden. Was nun ...

Leise seufzte der junge Uchiha auf, ließ immer mal wieder seinen Blick zu seinem Bruder schweifen, dann wieder zum Fenster raus. Der Regen schien nicht aufhören zu wollen, hatte sich scheinbar gegen sie verschworen. "Verflucht noch mal ...", zischte er leise auf, versuchte aufzustehen und schwankte in Richtung Tür. Als er diese kurze Zeit später öffnete, sah er das ganze Ausmaß der Lawine. Ganze Bäume waren verschwunden, der Boden sah aus, als wäre er frisch geackert worden.

Itachi blickte ebenfalls aus der Tür, stand aber nicht auf. Draußen tobte der Sturm und die Erde musste so weich und schlammig sein, dass man nicht auf ihr gehen konnte. Also waren sie hier fürs Erste gefangen. "Mach die Tür zu, es ist schon kalt genug ..."

Sasuke drehte sich zu Itachi um, schmiss im selben Moment die Tür so zu, dass die halbe Hütte bedrohlich wackelte. "Dass die noch steht, wundert mich", nuschelte er leise in seinen imaginären Bart und setzte sich zurück an seinen Platz.

Für einen Moment war Itachi etwas erschrocken gewesen und war sogar gewillt aufzuspringen, aber anscheinend hielten die Wände doch noch ein wenig. "..." Eigentlich wollte er was sagen, dass Sasuke vorsichtiger sein sollte, aber das würde ihn wohl noch mehr anstacheln. Darum schwieg er.

Über Itachis kurzzeitiges Erschrecken musste Sasuke leicht schmunzeln, setzte sich aber nichts erwähnend an seinen Platz zurück und fuchtelte stattdessen mit seinem Kunai in der Hand herum. Er hoffte, dass der Regen bald nachlassen würde, dass er hier endlich wegkonnte, immerhin war er immer noch nass und seine Kleidung dreckig.

Wollte ihn sein Bruder unruhig stimmen, wie er dort so saß und mit den Waffen herumhantierte. Wahrscheinlich. Was nun ... schon wieder fragte er sich die gleiche Frage. Mist. Ein Gespräch mit Sasuke anfangen? Das würde ihn sicher nur reizen und worüber sollten die Beiden schon reden? Er hörte sicher nur, was für ein Monster Itachi war und dass er ihn hasste.

Das Kunai flog mittlerweile an die Decke, Sasuke stand auf und zog es wieder raus. Das Spiel begann von vorne, zog sich minutenlang hin, bis er keine Lust mehr hatte. Wieder starrte er seinen Bruder an, sah dessen emotionsloses Gesicht an und fragte sich selber, wie man so nur gucken konnte. Wie man keinerlei Miene verziehen konnte und kein Gefühl preisgab.

Gedanklich hatte Itachi geschmunzelt. Das war ja fast niedlich. Dennoch ... vielleicht versuchte Sasuke ihn auch nur auszutricksen und ihm wieder an die Kehle zu springen. Ein zweites Mal sollte er diese gefährliche Kunst nicht anwenden. Das würde für ihn und seinen Bruder gefährlich werden.

Es half alles nichts, die Langweile fraß Sasuke fast schon auf. Irgendwas musste er doch machen, aber vielleicht sollte er auch erst mal sein stinkiges Oberteil loswerden. Kaum war der Gedanke da, flog das gesagte Kleidungsstück in die Ecke und Sasuke fühlte sich nun etwas wohler. Dass sein Bruder ihm genau gegenüber saß und alles sehen konnte, war ihm reichlich egal. Immerhin hatte er der das Gleiche wie er auch.

Itachi spannte sich an, als es für ihn so aussah, als ob sein Bruder irgendwas plante. Dass dieser sich nur auszog, beruhigte ihn dann doch etwas. Eigentlich hätte er nun mit irgendetwas ... wieso zur Hölle zog er sich denn jetzt aus? Einen Moment sah er den Jüngeren verwirrt an, besann sich aber schnell wieder und sah weg.

"Keine Sorge, die Hosen bleiben an", kam es kurz aber leise von Sasukes Seite her, ehe er seine Augen schloss und versuchte zu schlafen. Er wusste nicht mal, wie spät es eigentlich ist, dennoch holte ihn langsam die Müdigkeit ein. Feste schlafen würde er aber ganz sicher nicht, immerhin vertraute er Itachi kein Stück.

"Hn ..." Und wenn nicht, das wäre Itachi doch egal gewesen. Er hatte schon öfters andere Männer nackt gesehen, auch wenn immer unfreiwillig. Was konnte er dafür, wenn es niemand in der Akatsuki, Deidara ausgenommen, für nötig hielt, die Tür abzuschließen. Am schlimmsten war eh Hidan, der lief auch so fast nackt herum.

Das leise "Hn" bekam Sasuke noch mit, schlief aber dann doch tief und fest ein, kippte seitlich etwas weg und lag nun halb auf dem Boden. Leise schmatzend rollte er sich noch was ein, zog die Beine eng an seinen Körper und seufzte leise auf.

Das sein Bruder in so einen Moment schlafen konnte. Draußen tobte ein Sturm und die Beiden waren in einer kleinen Hütte eingesperrt. Und sein Bruder schlief seelenruhig. Seufzend griff er sich an den Kopf. Er würde sich auch ausruhen ...

Genau darauf wartete Sasuke nur, schlief also nicht wirklich und spitzte stattdessen angestrengt die Ohren. Ob Itachi sich wirklich traute hier bei ihm zu schlafen? Wohl eher nicht, so dumm war selbst Itachi nicht.

Itachi hatte die Augen geschlossen, um diese etwas zu entlasten. Nicht nur sein Arm brannte, dummerweise auch seine Augen. Er erlaubte sich sogar sich an die Wand anzulehnen, um etwas zu entspannen.

Wie ein Löwe auf der Lauer lag Sasuke am Boden, nahm jedes ach so kleine Geräusch in sich auf und wachsamer als jeder Hund. Es war ungewöhnlich still, so still, dass er den Regen draußen plätschern hörte, das Rauschen der Bäume und das Knacken von Holz.

Itachi bewegte sich nicht mehr und genoss die Stille. Selten war es so schön ruhig. Er mochte die Ruhe, denn sie war so besonders selten. Ob Sasuke bald einschlafen würde? Solange sein kleiner Bruder wach war, würde er nicht schlafen können.

Sasuke dachte gar nicht daran zu schlafen, tat nur so und lauschte weiterhin den Geräuschen. Scheinbar schlief Itachi aber nicht, denn ab und zu hörte er atmen und diese Atmung passte nicht zu einem schlafenden. Innerlich grummelnd lag er weiterhin still auf dem Boden, driftete aber immer mehr ab und schlief schließlich wirklich ein.

Anscheinend hatte die Müdigkeit bei beiden Brüdern gesiegt, denn auch Itachi ist gegen seinen Willen eingeschlafen und rutschte zu Boden, blieb dort regungslos liegen. Eingerollt und friedlich schlafend.

Lange schlief Sasuke, wachte erst auf, als es draußen bereits dunkel war, es aber immer noch regnete. Langsam und leise richtete er sich auf, sah auf seinen schlafenden Bruder und schritt langsam näher auf diesen zu. In der Hand hielt er schon das Kunai, schlich sich weiter auf leisen Sohlen an und blieb genau über ihm stehen.

Itachi blieb weiterhin liegen und war ruhig. Seine sonst so feinen Sinne waren getrübt und somit bemerkte er nicht einmal seinen Bruder vor sich. Er war in einen Traum verwickelt, wo er vor einem großen Sakura-Baum stand und mit seiner Mutter sprach. Sie war schwanger und lächelte ihn warm an, sagte ihm, dass er bald großer Bruder wäre und somit nicht mehr alleine wäre. Itachi fühlte, wie sich die Wärme um ihn schloss, als seine Mutter ihn umarmte.

Langsam und mit wild klopfenden Herzen beugte sich Sasuke langsam zu Itachi runter, umklammerte das Messer fester mit seiner Hand. Gleich- gleich würde es vorbei sein, gleich würde er Itachi in die Hölle schicken. Behutsam strich er ihm die Haare, welche sanft seinen Hals umschmeichelten, zur Seite, blickte ihn ein letztes Mal in das Gesicht und setzte die Klinge an. Seine Hand fing an zu zittern, hielt den Atem an und übte leichten Druck auf die Klinge aus.

Irgendwas sagte Itachi, dass er lieber aufwachen sollte, aber er konnte sich nicht aus der Umarmung seiner Mutter lösen und darum blieb es wie es ist. Sein Körper regte sich nicht, aber es war schön warm. Wie lange hatte er diese Wärme vermisst?

Immer noch schlug sein Herz hart gegen seine Brust, die Hand zitterte noch stärker und machte es unweigerlich schwer sein Vorhaben letztendlich zu vollenden. Das Kunai fiel mit einem lauten Klirren zu Boden, Sasuke fiel auf die Knie, rührte sich nicht mehr und wirkte wie erstarrt.

Jeder andere Ninja wäre nun aus seinen Träumen gerissen, doch blieb Itachi schlafend liegen. Es war so, als ob er nicht aufwachen konnte. Sein Geist nahm im Traum wahr, wie etwas vor sich ging, aber seine Mutter ließ ihn nicht los. Er war beunruhigt, da war doch was. War er nicht eben noch mit seinem Bruder in dieser Hütte gewesen? "Itachi-chan ...", flüsterte seine Mutter liebevoll und umarme ihn fester, so fest, dass es weh tat. Er hatte Schmerzen im linken Arm und versuchte sich von seinem Traum loszureißen. Der Körper Itachis zuckte zusammen und leiser keuchender Atem rang schwer über dessen Lippen. Es wurde plötzlich eiskalt.

Sasuke bemerkte, dass Itachi scheinbar komisch bis seltsam träumte, das er eiskalt war und zusammenzuckte. Was war denn nur los mit ihm? Sasuke verstand die Welt nicht mehr, beugte sich leicht über seinen Bruder drüber und fasste vorsichtig mit seiner noch zitternden Hand an dessen Stirn. Kalt-eiskalt und dazu noch mit Schweiß bedeckt. Wurde er krank? "Itachi ...", leise aber dennoch vorsichtig sprach er den Älteren an.

Es half nichts, er konnte sich nicht von seiner Mutter losreißen. "Lass los ...", wimmerte er leise, sowohl im Traum als auch im Schlaf. Das Gesicht seiner Mutter war plötzlich nicht mehr da, als er hochblickte, starrte er auf ein Gesicht ohne Mund, Nase oder Augen. Es war blank. Er war so erschrocken, dass er sein Bluterbe aktivierte und die Augen aufriss. Schwer atmend blickte er in das Gesicht von Sasuke, war total orientierungslos und zitterte leicht.

Das Itachi im Schlaf leise wimmerte, erstaunte Sasuke, ließ ihn sogar leise schmunzeln und lachen. Da lag sein Bruder und wimmerte, wenn das nicht ein netter Anblick war. Das Lachen verging ihm jedoch schnell, spätestens als dieser die Augen aufriss und sein Bluterbe aktiviert hatte und ihn anstarrte. Sasuke robbte rückwärts von seinem Bruder weg, drückte sich an die nächstbeste Wand.

Schnell richtete der Ältere seinen Oberkörper auf und blickte Sasuke etwas erschrocken an. Verdammt, er war eingeschlafen. Nicht mal seinen Bruder hatte er bemerkt. Sein Herz fing an zu rasen und Schwindel überfiel seinen ausgekühlten Leib. Obwohl er sich dagegen sträubte, fiel er wieder zurück ins Liegen und drehte sich auf die Seite. Verdammt, er konnte nur hoffen, dass sein Bruder jetzt auf keine blöden Gedanken kam.

Sasuke merkte rasch das Itachi scheinbar gar nicht angreifen wollte, sah darin seine Chance und suchte nach seinem Kunai, welches sich aber noch in Itachis Nähe befand. Langsam stand er auf, ging zu diesem hin und hob langsam den gesagten Gegenstand auf. Sofort stürzte er sich danach auf seinen Bruder, setzte sich auf dessen Brustkorb und sah ihn hasserfüllt an. "Jetzt bekommst du das, was du verdient hast, ... stirb!" Mit den Worten zückte er das Messer, ließ es ohne mit der Wimper zu zucken auf seinen Bruder zu schnellen und stach zu.

 

 

Sasuke merkte rasch das Itachi scheinbar gar nicht angreifen wollte, sah darin seine Chance und suchte nach seinem Kunai, welches sich aber noch in Itachis Nähe befand. Langsam stand er auf, ging zu diesem hin und hob langsam den gesagten Gegenstand auf. Sofort stürzte er sich danach auf seinen Bruder, setzte sich auf dessen Brustkorb und sah ihn hasserfüllt an. "Jetzt bekommst du das, was du verdient hast, ... stirb!" Mit den Worten zückte er das Messer, ließ es ohne mit der Wimper zu zucken auf seinen Bruder zu schnellen und stach zu.

Das hatte sich Itachi schon gedacht und wehrte mit der rechten Hand ab, in dem er Sasukes Arm festhielt. Viel Kraft hatte er nicht mehr, darum versuchte er schon fast verzweifelt das Kunai von sich fernzuhalten. Noch einmal konnte er Sasuke nicht in einen Alptraum einsperren, dafür hatte er nicht mehr genügend Chakra und es würde ihn womöglich umbringen. Seine Kraft verließ ihn und sein Körper fühlte sich so taub an. Er wollte noch nicht aufgeben, aber jetzt war es wohl vorbei.

Sasuke versuchte sich aus Itachis Griff zu befreien, versuchte weiterhin auf diesen einzustechen und nahm seine noch freien Hand als Hilfe dazu. Diese legte sich an die Kehle des Älteren, drückte feste zu. Dabei blickte er seinem Bruder erneut verhasst in die Augen-sah ihm beim Sterben zu.

Seine Sicht verschwamm und er bekam kaum noch Luft. Er konnte seine linke Hand nicht zur Hilfe nehmen und röchelte nur verzweifelt. Am schlimmsten war es, dass sein kleiner Bruder sich aus seinem Griff befreien konnte und seine Rechte somit zu Boden schlug. Er blickte ihn gequält an und hatte nicht mehr die Kraft sich gegen ihn zu wehren.

Der Griff seitens Sasuke wurde noch einmal fester, doch dann ließ er von Itachi ab, stand von diesen auf und nuschelte ein "Ich kann das nicht." Wieder mal hatte er versagt, hatte es nicht geschafft seinen Bruder zu töten. Haare raufend setzte sich Sasuke deshalb in die Ecke, zog die Beine nahe an seinen Körper und vergrub sein Gesicht zwischen die Knie. "Ich schaffe nicht mal meinen eigenen Bruder zu töten ... ich bin so schwach", machte er sich leise selbst fertig.

Itachi drehte sich zur Seite und rang keuchend nach Luft. Gott, seine Lunge brannte wie Feuer und ihm war immer noch schwarz vor Augen. Kraftlos lag er da und japste verzweifelt, um nicht zu ersticken. Kalter Schweiß rann ihm von der Stirn und sein Magen drehte sich, er fühlte sich mehr als nur miserabel. Langsam beruhigte sich sein Körper und das Zittern wurde besser, verschwand aber nicht ganz.

Sasuke hatte ihn verschont, aber wieso? War das nicht sein innigster Wunsch gewesen? Seinen kaltherzigen und arroganten Bruder zu töten? Was hatte Sasuke bitte daran gehindert, das war doch die einmalige Chance gewesen. Wenn er es nicht zu Ende bringen wollte oder konnte, dann würde Itachi ihn erst mal außer Gefecht setzten. So eine Attacke würde er nicht nochmal überstehen. Verzweifelt versuchte er sich zu erheben, was nach mehreren Anläufen auch funktionierte. Er zog die Beine näher zu sich ran und stemmte sich mit der rechten Hand hoch.

Wie erbärmlich, nicht einmal das wollte leicht von der Hand gehen. Jedenfalls stand er, recht wackelig, aber er stand. Schwer atmend ging Itachi ein paar Schritte auf den Kleineren zu, stützte sich dabei an der Wand ab um besseren Halt zu finden. Er aktivierte ein weiteres Mal die Sharingan, um den Jüngeren für eine Weile zum Schweigen zu bringen, wurde dadurch aber von einer Schmerzwelle überrollt und kippte bewusstlos vorne über, direkt vor Sasuke zu Boden.

Innerlich mit sich beschäftigt saß Sasuke an der Wand, sah wie Itachi sich langsam versuchte aufzurichten und auf ihn zu schwankte. Nicht mal richtig gehen konnte dieser noch, es wäre scheinbar eine Frage der Zeit, bis dieser sich endlich ergab. Dass sein Bruder aber erneut noch mal sein Sharingan aktivierte, dabei vorne wegkippte und bewusstlos auf den Boden schlug, ließ Sasuke zusammenzucken. Was war denn nun wieder los, was war das für ne Nummer? Spielte Itachi nur oder war das Ernst? Langsam kroch er auf seinen Bruder zu, befühlte dessen kalte Stirn. Feuer, er musste unbedingt ein Feuer machen und somit Wärme spenden. Im Leben würde er Itachi so nicht streben lassen.

Itachi spürte wie ihn irgendwas berührte und er zitterte leicht auf. Er war Berührungen nicht gewöhnt. Sein Körper quälte sich mit dieser Schwäche, die von ihm Besitz ergriffen hatte und sein Atem ging weiterhin schwer.

Sasuke nahm seine Hand wieder weg, sah sich stattdessen in der Hütte nach etwas brennbaren um. Er fand einen kleinen Ofen in der Ecke, fand sogar etwas trockenes Feuerholz und versuchte den Ofen anzuheizen. Wie lange er dafür brauchte, wusste er nicht, nur das es schließlich brannte. Rasch versuchte er Itachi in die Nähe des nun warmen Ofens zu ziehen, sammelte dafür seine letzten Kräfte.

Das nächste Mal, als Itachi wieder zu sich kam, war ihm nicht mehr so furchtbar kalt wie vor seiner Ohnmacht. Besser ging es ihm trotzdem nicht wirklich. Er wollte sich aufrichten, stützte sich dabei versehentlich an dem verletzten Arm ab und zischte auf. Der Schmerz lähmte ihn, er konnte sich nicht mehr bewegen. Langsam fing wieder die Welt an sich zu drehen.

"Verdammt bleib liegen", zischte Sasuke verärgert auf, als er merkte das sich Itachi versuchte aufzurichten. Er knüllte sein Shirt zusammen und legte es seinem Bruder unter den Kopf, befühlte sich dessen Stirn und stellte fest, das diese nicht mehr ganz so kalt war. "Du musst hier weg, anderenfalls stirbst du ... und das kann ich dir SO nicht durchgehen lassen", sprach er im ernsten Ton weiter.

Itachi schwieg einen Moment und schloss die Augen erschöpft. Also ging es seinem Bruder wirklich ums Prinzip. Dabei ging es ihm doch wegen Sasuke so schlecht, konnte er das nicht auch als Rache gelten lassen? Er hatte ein dumpfes Pochen im Kopf und keuchte leise. War das erniedrigend sich so vor dem Jüngeren zeigen zu müssen. Das Schlimmste war ja noch mit, dass dieser sich fast um ihn kümmerte.

"Ich hole jetzt Kakashi-Sensei, der weiß was zu tun ist. Andernfalls stirbst du wirklich und ich will dich im Kampf besiegen und nicht bei einem Unwetter in einer Hütte." Mit den Worten erhob sich Sasuke, schritt mit immer noch nacktem Oberkörper in Richtung Tür und drehte sich noch mal um. "Ich werde bald zurück sein und wehe, du kratzt ab!"

Itachi höre nur ganz leise die Stimme seines Bruders, war er doch wieder halb weggedriftet und versuchte wieder Kräfte zu sammeln. In diesem Moment hoffte Itachi, dass sein Partner kommen würde und ihn finden würde.

Als Sasuke später in Konoha ankam, hatte er wieder seine gewöhnliche Haltung eingenommen, Naruto und Sakura warteten bereits auf ihn an der Nudelbar. Natürlich erzählte er nicht von dem Aufeinandertreffen, deshalb log er an paar Stellen. Jedoch suchte er später nach Kakashi, fand diesen am See vor und bat ihn um Hilfe. Sein Sensei sah ihn ruhig aber ernst an, erklärte sich bereit zu helfen und folgte dem jungen Uchiha in den Wald.

Währenddessen lag Itachi über in der kleinen Hütte, wieder ohne Bewusstsein und schwer atmend. Mittlerweile hatte sich sein Körper von kalt zu unnatürlich heiß gewechselt.

Kaum später trafen Sasuke und Kakashi in der Hütte ein, traten augenblicklich an den älteren Uchiha heran und ohne zu fragen, packte sich der Grauhaarige dessen bewusstlosen Körper und trug ihn raus. "Er muss sofort ins Krankenhaus, anderenfalls gebe ich ihm nur noch ein paar Stunden." Und damit schritt er so schnell es ihm möglich war voran.

Als Itachi das nächste Mal wieder aufwachte, kam es ihm vor als, ob er Tage geschlafen hätte. Seine Sicht war verschwommen, aber es roch irgendwie merkwürdig. War er denn gar nicht mehr in der kleinen Hütte im Wald? Er konnte Stimmen hören und etwas piepte penetrant.

Still saß Sasuke an Itachis Bett, sah, dass dieser seine Augen öffnete und doch traute er sich nichts zu sagen. Stattdessen kam Sakura rein, trat an das Bett heran und beugte sich über den Älteren, um ihn zu untersuchen. "Er ist über den Berg, aber er braucht noch Ruhe. Verschone ihn also mit deinen Hassparolen", mahnte sie Sasuke zuckersüß und lächelte ihn an. "Hmpf", kam es nur von diesem, ehe er beide Arme vor seiner Brust verschränkte.

Langsam verstand Itachi wo er sich befand. Er musste zurück in Konoha sein, wie es sein Bruder fertiggebracht hatte, wusste er nicht, aber das war auch erstmal nebensächlich. Die Frage war "Wieso?" Warum hatte ihn der Jüngere hier hergebracht?

Sakura sah Sasuke eine Weile lang an, dann seufzte sie leise auf. "Du willst ihn immer noch töten, du hast ihn nur hergebracht, damit er sich erholt!" Stumm nickte er der Rosahaarigen zu, drehte den Kopf in Richtung Fenster und stand auf.

Itachi hörte den Beiden gespannt zu und resignierte innerlich schon etwas. War sein kleiner Bruder anscheinend ein Sadist und versuchte ihn zu quälen. Dabei war es doch Sasuke, der am meisten drunter litt. War er vielleicht ein Masochist? Er hörte Schritte und dann eine Tür die zuging. Das Mädchen musste wohl gegangen sein. Demnach waren er und der Jüngere wohl nun alleine. Itachi blinzelte und versuchte mehr zu erkennen.

Sasuke stand lange am Fenster, drehte sich dann aber entschlossen um und ging erneut auf Itachis Bett zu, setzte sich sogar darauf und sah ihn schweigend an. Wieso brachte er ihn nicht einfach um? Vielleicht, weil sie im Krankenhaus waren und sich das nicht schickte.

Der Ältere lag ruhig da und starrte an die Decke. Sein Sharingan hatte er deaktiviert, spürte er eh ein Siegen auf sich. Fliehen konnte er erst mal vergessen. "Sasuke ..."

Dieser sah auf, als er seinen Namen ausrechnet, aus Itachis Mund hörte und schluckte leicht runter. Sollte er nun antworten oder ihn zum Teufel jagen? Er wusste es nicht wirklich und so langsam bekam seine schützende Mauer einen Riss, einen tiefen Riss und der Putz begann zu bröckeln.

Betrübt blickte Itachi zur Seite und seufzte leise. Dass er keine Antwort bekommen würde, war irgendwie klar gewesen, vielleicht war es auch besser so. Erneut schloss er die Augen und atmete einmal geräuschvoll aus.

Sasuke seufzte leise auf, sah aber weiterhin seinen Bruder an und erkannte, dass dieser erneut die Augen schloss. Was sollte er nur machen? Ihn töten, ihn hassen, ihm vergeben? Aber warum sollte er letzteres tun, immerhin hatte Itachi seine Eltern umgebracht, hatte ihn danach alleine gelassen und das konnte er nicht verzeihen, wollte es nicht. Er war wie ein sturer Esel, ein trotziges Kind.

Gegen seinen Willen schlief Itachi erneut ein und verfiel diesmal zum Glück in einen traumlosen Schlaf. Sein Körper brauchte Ruhe, war geschwächt und überanstrengt. Er wachte erst wieder auf, als er Hände auf sich spürte.

Es handelten sich dabei erneut um Sakuras Hände, welche Itachi noch einmal untersuchten. "Es geht ihm besser, er wird sogar schon essen können. Übernimmst du das Sasuke?", wandte sie sich an ihren Teamkameraden und lächelte. "Meinetwegen", murrte dieser nur und setzte sich an Itachis Bett.

Dieser öffnete die Augen erneut und blickte sich nach seinem Bruder um. Ihn lächelte ein junges Mädchen an und irgendwoher kannte er sie. War auch egal, sie war wohl diejenige, die sich um ihn kümmerte. Vergebende Mühe ... seiner Meinung nach. Er würde doch eh sterben, wozu dieser Aufwand?

Sasuke nahm den Teller mit der warmen Suppe, griff sich den Löffel und sah Itachi ernst an. "Mund auf", knurrte er leise, sah ihn dabei eindringlich an. Wenn er jedoch nicht wollte, dann würde er ihn zwingen zu essen – würde ihm notfalls die Suppe eintrichtern.

Itachi sah seinen Bruder einen Moment lang schweigend an, bevor er nickte und den Mund öffnete. Es würde ihm nichts bringen, sich gegen das zu stäuben, was eigentlich unvermeidbar war. Sasuke würde zufrieden sein und das wäre ebenfalls nur zu seinem Vorteil. Vielleicht würde es sich sogar ergeben, dass sie normal miteinander reden könnten.

Dass Itachi sich füttern ließ erstaunte Sasuke, doch sagte er dazu nichts. Er fütterte ihn stattdessen weiter und kassierte dafür ein Lächeln von Sakura, welche an der Wand lehnte und die beiden beobachtete. Löffel für Löffel fütterte er seinen Bruder weiter, bis der Teller leer war und auf den Nachttisch gestellt wurde. Mit einem Tuch wischte er seinem Bruder kurz den Mund sauber, legte es schließlich wieder weg und sah ihn schweigend an.

So viel Fürsorge hätte der Ältere gar nicht von dem Anderen erwartet. Ob dieses Mädchen seine Freundin war? Hübsch war sie ... aber irgendwie bezweifelte er stark, dass sie der Typ für Sasuke war. "Danke ...", murmelte er leise und lächelte leicht.

Das Lächeln erstaunte ihn erneut, konnte kaum glauben, was er da sah und runzelte die Stirn. "Bitte ...", kam es daher nur leise über seine Lippen, ehe er zu Sakura sah und sie herwinkte. "Wie lange muss er noch hier bleiben?" "Er wird übermorgen gehen können, dann kann er zurück zu seinen Leuten." Stumm nickte Sasuke, sah wieder zu Itachi und seufzte leise auf.

Das erstaunte Itachi dann doch ein wenig, wie hatte es sein Bruder geschafft, dass er gehen konnte? Nun ja, einem geschenkten Gaul schaute man nicht ins Maul. Außerdem wäre seine Freiheit eh nur von sehr kurzer Dauer, am besten er würde mit Sasuke zusammen in den Wald gehen und die Sache dort beenden. Wäre für die beide wohl das Beste. Warum sah er ihn so betrübt an? Fragend zog er eine Augenbraue hoch.

"Sakura ..." "Ja, Sasuke?", fragte sie und drehte sich noch mal zu ihm um. "Danke ... also dafür, dass du Itachi geholfen hast. Du hättest das nicht tun müssen", nuschelte er leise und sah sie schüchtern an. "Nicht der Rede wert, er ist immer noch dein Bruder ... somit der letzte deiner Familie."

Itachi schloss die Augen und seufzte leise auf. Gut, die beiden waren kein Pärchen, dann wäre das schon mal geklärt. Sein Bruder schien sie zu mögen, denn er bedankte sich normalerweise doch nicht, oder doch? Ehrlich gesagt kannte er ihn gar nicht und durfte sich kein Urteil über ihn erlauben. Er war ihm so fremd. Itachi öffnete die Augen wieder und sah zu Sasuke. "... Sasuke ..."

Sasuke blickte auf, sah seinen Bruder wieder an, als dieser nach ihm rief. "Was ist, hast du Schmerzen?", fragte er zögerlich und besah sich Itachi ganz genau. Spielte dieser nur, was hatte er vor? Sasuke war sich nicht sicher, rutschte aber dennoch zu ihm hin und sah ihn fragend an.

Itachi blickte zu ihm hoch und machte den Mund auf um etwas zu sagen, stoppte aber und blickte zu Sakura. Er vertraute ihr nicht, eigentlich vertraute er niemandem. Sie schien seinen Blick bemerkt zu haben und sah fragend zu ihrem Teamkameraden. "Ich lasse euch eben alleine!", sagte sie und ging aus dem Raum, blickte sich aber noch einmal um und lächelte. Als sie weg war, schien eine gewisse Spannung von Itachi zu fallen und er sah seinen Bruder an. "Warum?"

Sasuke wartete, bis Sakura das Zimmer verlassen hatte, wandte sich dann wieder seinem Bruder zu und hörte dessen leises gefragtes Wort und runzelte leicht die Stirn. "Ich weiß es selber nicht. Ich habe versucht dich zu töten, kann es aber nicht. Ich habe versagt – bin einfach zu schwach", murmelte er leise und sah kurz darauf auf.

Der Ältere war doch ein wenig erstaunt. War es nicht der größte Wunsch seines Bruders ihn zu töten? Vielleicht war er auch die Rache leid und wollte doch lieber leben. Itachi hob den rechten Arm, war der Linke doch noch immer nicht zu gebrauchen und tat trotz der Schmerzmittel weh. Langsam führte er die Hand zu Sasukes Schulter und umfasste diese sanft. "Du bist ... nicht schwach ...", sprach er leise und versuchte sich zu einem Lächeln zu zwingen. Ihm war da gerade gar nicht nach. "Ist sie deine Freundin?"

 

 

War ... nicht der größte Wunsch seines Bruders ihn zu töten? Vielleicht war er auch die Rache leid und wollte doch lieber leben. Itachi hob den rechten Arm, war der Linke doch noch immer ... nicht zu gebrauchen und tat trotz der Schmerzmittel weh. Langsam führte er die Hand zu Sasukes Schulter und umfasste diese sanft. "Du bist ... nicht schwach ...", sprach er leise und versuchte sich zu einem Lächeln zu zwingen. Ihm war da gerade ... nicht nach. "Ist sie deine Freundin?"

Deutlich spürte Sasuke nun die Hand auf seiner Schulter, die Hand seines so verhassten Bruders. Aber warum konnte er ihn jetzt weder hassen noch töten? Die leisen Worte seitens Itachi ließen ihn erneut aufsehen, sah das aufgesetzte Lächeln in dessen Gesicht und schnaubte leicht. "Doch das bin ich, sonst hätte ich meine Rache dich zu töten nicht nachgegeben." Die nächste Frage ließ ihn geschockt dasitzen, seine Augen weiteten sich leicht und er schüttelte hastig den Kopf. "Sie ist nicht MEINE Freundin, sie ist nur eine gute Freundin. Nicht mehr aber auch nicht weniger", versuchte er klarzustellen und grummelte leicht.

"Ach so ..." Er nahm die Hand von seiner Schulter und seufzte. Jetzt wollte ihm auch nichts mehr einfallen, schweigen konnte Itachi eh am besten.

Die kargen Worte seines Bruders, damit hatte er schon gerechnet, aber über was sollten sie auch reden. Seine Frage würde er sicherlich immer noch nicht beantworteten, also fand er sich damit ab, weiterhin im Dunkeln zu tappen.

Eine Weile herrschte die Stille im Raum und Itachi blickte stur an die Decke. Vielleicht sollten sie den Kampf jetzt weiterführen? Dann könnte er wenigstens nicht wie ein Feigling abhauen und stellte sich seinem Schicksal. Sasuke sagte aber, dass er ihn nicht umbringen konnte, warum nicht? "Warum solche Hemmungen?"

Sasuke zuckte unter den Worten leicht zusammen, sah auf und direkt auf seinen Bruder, welcher ruhig im Bett lag. "Das hab ich dir doch gesagt, ich kann es einfach nicht. Ich weiß doch selbst nicht warum!", knötterte er leise.

Itachis Lippen kräuselten sich leicht zu einem bitteren Lächeln. Also konnte Sasuke es nicht. Also hasste er ihn nicht genug oder was war der Grund? Ihre Beziehung zueinander war so weder etwas Ganzes noch etwas Halbes. Wie gewollt aber nicht gekonnt. "Sasuke ...", fing er leise an und seufzte. "Vermisst du Mutter und Vater?!"

Bei den Worten Vater und Mutter zuckte er erneut zusammen, sah Itachi ernst dabei an und nickte leicht. "Du nicht, sonst hättest du sie nicht umgebracht. Ich weiß nicht, was dich dazu bewegt hat, ich will es auch gar nicht mehr wissen. Ich würde es vermutlich auch gar nicht verstehen", erklärte Sasuke leise und schluckte erneut.

Was sollte Itachi darauf erwidern? Er sagte einfach einen Moment lang nicht ... "Auch gut, dann verrate ich es dir nicht ...", wisperte er erschöpft und schloss die Augen.

"Wie bitte? Das kannst du nicht machen!", murrte Sasuke leise, setzte sich auf den Rand des Bettes und schaute auf mürrisch seinen Bruder.

Itachi bemerkte die leichte Gewichtsverlagerung auf seiner Matratze und öffnete die Augen erneut. "Auf einmal willst du es wissen?"

Sasuke nickte auf diese Frage hin, sah Itachi bittend an und griff nach dessen Hand. "Sag es mir einfach, ich möchte es gern verstehen", kam es leise und zögerlich über seine Lippen.

Etwas verwirrt sah Itachi auf seine Hand, schluckte hörbar. Sasukes Hände fühlten sich ungewöhnlich warm an. Einen Moment herrschte noch Schweigen, suchte der Ältere nach einem geeigneten Anfang. "Ich ..." Er stoppte, schien nach der richtigen Formulierung zu suchen. Ihm wollte nichts einfallen. Seufzend griff er sich ins Haar und knurrte. "Ich ... hatte Angst vor diesem Moment ...", gestand er leise wispernd und blickte zur Seite.

Angst ... Itachi hatte Angst? Das konnte und wollte Sasuke nicht glauben, lachte deswegen spöttisch auf. "Du und Angst haben, sicher doch. Logisch, ganz klar ... Itachi du bist ein Clanmörder und ich kauf dir diese Angst einfach nicht ab. Dafür bist du zu gerissen."

Auch wenn man es ihm nicht ansah, Sasukes Worte taten weh. Itachi verzog keine Miene und blickte zu seinem Bruder. "Dann wirst du meine Erklärung für eine hinterhältige Ausrede halten", wisperte er tonlos und seufzte leise. Er griff das Handgelenk des Jüngeren und blickte ihm in die Augen. "Ich wollte ... frei sein ..."

Sasuke hielt den Atem an, als Itachi sein Handgelenk umfasste, hörte ihm aber dennoch zu. Frei sein, er wollte frei sein? Warum, er hatte doch alles gehabt! Wunderbare Eltern, ein Zuhause und ihn als kleinen Bruder. Warum also wollte er frei sein? "Warum wolltest du frei sein, was stimmte denn nicht in der anschaulichen und heilen Welt?", verlangte der Jüngere zu wissen.

"Anschauliche und heile Welt!", sagte Itachi spottend und er sah seinen Bruder aus funkelnden Augen an. Ein recht verzweifeltes Grinsen legte sich auf seine Lippen. "Hast du ne Ahnung ...", wisperte er erschöpft und schloss die Augen.

Das Funkeln in Itachis Augen, das verzweifelte Grinsen in seinem Gesicht, alles Anzeichen, dass etwas nicht stimmen konnte! "Dann erklär es mir endlich!", bat er ihn deshalb erneut, umfasste dabei seine Hand und hielt diese fest in der Seinigen.

Itachi schüttelte nur schwach den Kopf und drehte sich etwas. Die ganze Zeit auf den Rücken liegen tat schon weh. "Nicht heute ..." Er war müde und ausgelaugt. Dieses Thema zerrte zusätzlich an seinen Nerven. "Ich wollte frei sein ..."

Sich ergebend, nickte Sasuke leicht mit dem Kopf, ließ Itachi dann in Ruhe und hörte seinen wiederholten Worten zu. "Schön, dann lass ich dich jetzt in Ruhe und geh nach Hause", sprach er leise, stand von seinem Stuhl auf und wendete sich zum Gehen ab.

"Du lebst da immer noch?!", kam es erstaunt von Itachi, als er den Rücken seines Bruders musterte. Wenn er zurückdachte, wurde ihm schlecht. Wie hielt es Sasuke denn dort aus?

Sasuke drehte sich nochmal zu Itachi um, sah diesen gelangweilt an. "Irgendwo muss ich doch wohnen und so kann ich wenigstens meiner Familie nahe sein", begründete er sein Wohnverhalten und seufzte auf. Es war klar, dass Itachi das nicht verstehen würde, er hatte sie ihm immerhin alle weggenommen und ausradiert.

"Sasuke ...", sprach der Ältere geschockt und richtete sich auf. Er konnte es nicht zulassen, dass dieser zurück zu diesem Friedhof ging. Doch warum sollte er den Kleinen aufhalten? "Hm ... geh noch nicht ... ", wisperte er leise und sah zu seinem jüngeren Bruder.

Erstaunt, dass er nicht gehen sollte, sah Sasuke erneut seinen Bruder an. Sah, dass auch er ihn ansah. "Ich kann nicht immer hierbleiben, ich habe auch noch Verpflichtungen. Kakashi wartet sicherlich schon und mit Naruto wollte ich auch noch in die Nudelbar gehen. Tsunade will sicherlich auch noch irgendwas von mir hören und Ino ... ja Ino ... ach keine Ahnung", schimpfte er leise vor sich hin, setzte sich dabei wieder auf den Stuhl.

In Gedanken atmete Itachi gerade erleichtert aus. "... wer ist Ino?", fragte er vorsichtig nach und befürchtete schon, dass sein Bruder doch schon eine Freundin hatte.

"Ino ist ein Mädchen, mit der ich in einer Klasse war, außerdem ist sie Sakuras beste Freundin und ausgesprochen nett. Das war sie nicht immer, anfangs war sie recht nervig, na ja Mädchen eben", zuckte Sasuke mit den Schultern, beantwortete so die Frage seines Bruders.

Dieser sah aus, als ob er sich gleich übergeben müsste. Wie weit war sein Bruder eigentlich schon? Er war 17 Jahre alt und tastete sich an das Erwachsen werden ran. Das war doch gut ..., oder? "Ah ..." Reflexartig packte sich Itachi an den Arm und knurrte auf, als sich der ihm bekannte Schmerz durch diesen zog. Es schien so, als ob die Schmerzmittel aufhörten, zu wirken.

"Hast du wieder Schmerzen?", wollte Sasuke bei der Reaktion seines Bruders wissen, stand schon auf und wollte Sakura holen.

"Nein ... ist okay ...", sagte er keuchend und biss die Zähne zusammen, legte sich wieder vorsichtig hin. Er kannte solch nervigen körperlichen Schmerz kaum noch. Früher war Itachi kaum verletzt worden, jedenfalls nicht körperlich. "... ist das Fenster auf?"

"Fenster? Ja sicher ist es auf, warum fragst du? Willst du etwa abhauen?", fragte Sasuke scharf nach, hörte die Alarmglocken in sich schellen und sah seinen Bruder ernst an.

Itachi seufzte und verkniff es sich gerade noch so die Augen zu verdrehen. Dann zog er kommentarlos die Decke höher. Wie sollte er in seinem Zustand bitte abhauen? Nun ja, nicht das er es nicht versucht hätte.

"Ich gehe jetzt, aber vorher soll Sakura noch mal nach deinem Arm sehen", meinte Sasuke nur, als er Itachis Verhalten sah, stand auch endlich wieder auf und ging ohne zu warten zur Tür. Fast lautlos öffnete er sie, trat raus in den Flur und suchte nach der Rosahaarigen.

Itachi nickte und sah seinem Bruder kurz hinterher. Sein Blick wanderte verstohlen zum Fenster. Nein, er sollte es lassen, denn wenn er sich fangen lassen würde, wäre das ganze doch recht peinlich.

Wenig später kam Sakura in das Krankenzimmer, lächelte Itachi freundlich an und schritt zu seinem Bett. "Wie geht es dir? Sasuke meinte, dass du Schmerzen im Arm hast", sprach sie weiter, hatte sogar schon eine Spritze dabei und zog diese schon auf.

Dem Uchiha wanderte gerade die rechte Augenbraue bis hin zum Haaransatz, als er die Spritze sah. Dieses Mädchen machte ihm irgendwie ... ein ungutes Bauchgefühl. Er erwiderte trotzdem nichts auf ihre Frage und blickte zum Fenster.

"Stur und rede faul wie Sasuke früher", schüttelte die Rosahaarige ihren Kopf, wollte gerade die Spritze setzen, als Naruto die Tür aufriss. Sakura wirbelte herum zu dem blonden Ninja, sah ihn wütend an. "Kannst du nicht anklopfen?" "Ähm ... eigentlich such ich nur Sasuke", lächelte der Blonde schief, schloss dann aber wieder die Tür und ließ die beiden alleine. Kopfschüttelnd wand sich das junge Mädchen wieder Itachi zu, setzte diesem endlich die Spritze und lächelte erneut.

Itachi blickte Naruto noch etwas verwirrt hinterher und bemerkte nicht einmal, wie die Nadel in seine blasse Haut stach. Was wollte der  von seinem Bruder? Es bahnte sich Schlimmes an. Stand sein Brüderchen etwa ... nein ... nein, das tat dieser nicht. Das war sicher nur ein ganz normaler Freund, ein Kumpel. 

"Ich muss mich für Naruto entschuldigen, aber er ist heute etwas sprunghaft, hat nachher noch eine Verabredung mit einem Mädchen. Scheinbar will er deswegen deinen Bruder noch etwas fragen", kicherte Sakura leise, legte aber dann die Spritze weg und wechselte Itachis Verbände.

Der Ältere atmete erleichtert aus und schloss die Augen. Na Gott sei Dank ... der Blonde hatte ein Date und wollte seinen Bruder nur etwas fragen. Moment, wieso ging dieser dann zu Sasuke? Der durfte doch nicht so viel Erfahrung haben, oder doch?

Sakura legte den alten blutgetränkten Verband zur Seite, brachte einen neuen an und lächelte weiterhin vor sich hin."Ich glaube aber nicht, das Sasuke ihm helfen kann, immerhin hatte er selbst nie ein Date, hat nie Zeit oder Lust dazu. Er trainiert lieber mit Kakashi", nuschelte sie leise und traurig vor sich hin, ehe sie seufzte und sich vom Bett entfernte.

Itachi sah so aus, als ob es ihn nicht interessieren würde, in Gedanken lobte er das Plappermaul des Mädchens. Jetzt wollte sie wohl gehen. "Warte ..."

Sakura drehte sich nach Itachis Worten zu ihm um, sah ihn fragend an. "Was ist, hast du noch Schmerzen?", wollte sie von dem Älteren wissen, kam dabei langsam wieder näher.

Er schüttelte nur den Kopf und blickte zum Fenster ... "Das Fenster ...", sagte er ruhig und hoffte, dass wenigstens sie ihn verstehen würde.

Sakura sah das offene Fenster, nickte kurz und schritt hin, um es zu verschließen und die Gardine zuzuschieben. "Ist sonst noch etwas?", wollte sie freundlich wissen, sah Itachi im Halbdunklen an und sah erst jetzt, wie ähnlich er seinem Bruder war.

Dieser schüttelte den Kopf und blickte zur Decke. "Nein ... doch ..." Er blickte sie an und winkte sie zu sich. "... tust du mir einen Gefallen?"

Sakura hob fragend die Augenbraue, sah Itachi weiterhin an. "Und um welchen Gefallen handelt es sich dabei?", wollte sie von ihm wissen, verschränkte dabei die Arme vor der Brust.

Er blickte zu ihr hoch und schwieg einen Moment bedächtig. "Geh mit Sasuke aus ...", sagte er stumpf und schloss dann die Augen.

Sakuras Augen weiteten sich, sie sah Itachi fassungslos an. Bitte was sollte sie machen, mit Sasuke ausgehen? Ja, aber wieso bat Itachi sie um diesen Gefallen? Sie verstand nicht, nickte ihm aber dann doch zu. "Ich versuch es, nur ob er das mitmacht, kann ich nicht versprechen."

Itachi seufzte und drehte sich etwas. "... Du bist doch ein kluges Mädchen ... ich denke nicht, dass es ihm gut bekommen würde, wenn er heute nach Hause geht ...", sprach er ruhig und unterdrückte ein Gähnen. Sein Bruder musste emotional total aufgewühlt sein. "Lad ihn zum Essen ein, er braucht Gesellschaft." Er hätte ja noch bitte gesagt, aber das war nicht seine Art.

Sakura hörte Itachi weiterhin zu, hörte aus seinen Worten heraus, dass er sich scheinbar doch seine Gedanken über seinen Bruder machte. Warum war ihr jedoch schleierhaft, doch stimmte sie zu. "Ich werde sehen, was sich machen lässt und zur Not frage ich Ino oder Lee, da die beiden schon Dates hatten und wissen wie man da vorgeht", lächelte sie nun wieder frohen Mutes.

Itachi machte die Augen auf und sah etwas skeptisch drein. Warum zur Hölle machte sie nicht ihr eigenes Ding? "Mh ... okay ..." Dann machte er wieder die Augen zu und ruhte sich ein wenig aus.

"Ich lasse dich dann mal alleine", verabschiedete sich die Rosahaarige leise von Itachi, öffnete die Tür und trat raus in den Flur. Wie zum Geier sollte sie Sasuke zum Essen einladen, sie wusste nur zu genau, das dieser mehr als schwer zu knacken war. Noch einmal seufzte sie auf, ging ihren Weg und machte für heute Feierabend.

 Noch einmal seufzte sie auf, ging ihren Weg und machte für heute Feierabend

 

Als Itachi mitten in der Nacht erwachte, donnerte es. Ein erneuter Sturm? Schien so, als ob das Wetter sich momentan für Regen entschied. Traurig, aber nicht zu ändern. Jetzt gewitterte es wieder und keine Möglichkeit der Flucht. Wie es seinem Bruder wohl ging?

Itachi konnte nicht mehr schlafen, war doch der Sturm draußen zu strapazierend für seine sensiblen Nerven. Er richtete sich auf und hievte sich aus dem Bett. Vielleicht würde ein Spaziergang ihn müde machen?

Itachis Weg führte ihn hinaus in den Sturm. Er würde es keine Minute länger dort aushalten. Dass er nicht bewacht wurde, war schon merkwürdig, vielleicht dachten sich die Menschen, da er so angeschlagen war, würde er keine Gefahr darstellen? Oder hatte sein Bruder etwas damit zu tun? Der Wind blies stark in sein Gesicht, der Regen durchnässte seine Kleidung in Sekundenschnelle. Ohne darauf zu achten, trugen ihn seine Füße in das Uchiha-Viertel. An den Ort, wo er nie wieder zurückwollte. Als er bemerkte, wo er war, hatte seine Hand sich schon an das dunkle Holz der Außentür gelegt. Einen Moment verharrte Itachi in dieser Position und zog dann die Hand weg. Er hatte kein Recht hier zu sein.

"Herr Gott noch mal", fluchte Sasuke laut, schwang seine Bettdecke zur Seite und stand langsam auf. Müde tapste er aus seinem Zimmer, schaltete im Flur das Licht an und ging runter in die Küche. Auch hier machte er Licht, holte sich ein Glas aus dem Schrank und etwas Milch aus dem Kühlschrank.

Itachi zuckte leicht zusammen, als ein weißer Blitz am Himmel erschien und die Dunkelheit durchbrach. Ihm war kalt. Ob es am Wetter liegen mochte oder an der Umgebung, in der er sich befand, vermochte er nicht zu sagen. Er sollte zurückgehen, aber irgendwie wollten sich seine Füße nicht bewegen und er blieb an derselben Stelle stehen.

Dass jemand draußen war, direkt vor der Haustüre, ahnte Sasuke nicht mal annähernd. Er war mit dem Erhitzen seiner Milch zu Gange, stand vor der Mikrowelle und wartete das diese die weiße Flüssigkeit erwärmte. Heiße Milch mit Honig, ein altes aber todsicheres Hausmittel gegen Schlaflosigkeit.

Itachi blieb weiterhin draußen stehen und fror sich den Arsch ab. Der Regen prasselte erbarmungslos auf ihn nieder, ließ ihn die Augen schließen. Er wünschte sich in diesem Moment wirklich seinen Partner her, der ihn wohl wieder zurück zu ihrem Versteck zerren würde.

Das leise ‚Pling' der Mikrowelle riss Sasuke aus seinen Gedanken, ließ ihn diese öffnen und die heiße Milch entnehmen. Vorsichtig rührte er etwas Honig unter, wollte nun mit der Tasse ins Wohnzimmer gehen und machte daher im Flur das Licht an. Als er dadurch den Schatten in der Tür bemerkte, stellte er die Tasse weg, griff sich sein Kunai und schlich sich zur Tür, riss diese auf. Vor sich erblickte er den völlig durchnässten Itachi. "Was zum Geier machst du bei diesem Wetter draußen und warum bist du hier?", verlangte er zu wissen.

Der Angesprochene blickte etwas verwirrt auf und ging einen Schritt zurück, rutschte fast auf dem schlammigen Boden aus. Er sah zu Sasuke und schluckte. Warum war er hier hergekommen? Er wusste es nicht. Lange sahen sich die Brüder einfach in die Augen, bevor der Ältere dann das Schweigen brach. "Ich wollte spazieren gehen ..."

Abwartend, fast schon ungeduldig sah Sasuke seinen Bruder an, wartete auf dessen Antwort und verschränkte die Arme vor der Brust. "Spazieren ... bei diesem Wetter? Das glaubst du doch selbst nicht! Wer kommt mitten in der Nacht und bei dem Wetter auf die Idee herauszugehen?Tzzz ... so etwas bringst auch nur du fertig", schüttelte der Jüngere seinen Kopf, seufzte aber dann leise auf und trat zur Seite. "Komm rein, da draußen holst du dir nur den Tod!"

Diese Worte ließen Itachi fast auflachen. War es nicht egal, ob er draußen starb oder im Haus durch Sasukes Hand? Nun ja, durch Sasuke zu sterben war um einiges würdevoller. Aber auch nur deswegen ging er langsam ins Haus. Sehr langsam, fast schon ehrfürchtig.

Sasuke sah, wie sein Bruder nur langsam das Haus betrat, schloss aber hinter ihm sofort die Tür und ließ das Unwetter einfach Wetter sein. "Ich hole dir ein Handtuch, du bist klitschnass." Und ohne eine Antwort abzuwarten, ging Sasuke in das untere Bad und holte eines der großen Badetücher. Ob Itachi wirklich nur spazieren gehen wollte? Doch nicht bei so einem Wetter, da steckte vermutlich etwas ganz anderes dahinter. Aber was? War er gekommen, um den Kampf zu beenden, wollte er ihn in genau demselben Haus töten wie seine Eltern auch? Darüber leicht schluckend, trat er aus dem Badezimmer wieder raus, ging auf Itachi zu und reichte ihm das Handtuch.

Der Ältere reagierte nicht und blickte stumm auf den Boden. Es war erdrückend hier zu sein. Er wollte nicht hier sein."..." Dass er nass war, interessierte den Uchiha kein bisschen, die Schmerzmittel wirkten eh und ließen seine Haut taub wirken.

Seufzend und leicht brummig, fing Sasuke damit an ungefragt seinen Bruder abzutrocknen. Was stellte dieser sich auch so stur an, wollte er sich auch noch eine Lungenentzündung einfangen? Kopfschüttelnd fasste der Jüngere nach Itachis Haaren, trocknete auch diese und erinnerte sich dabei, wie er als kleines Kind immer dessen Haare kämmen wollte.

Der Ältere ließ die Berührungen schweigend über sich ergehen, wagte es kaum zu zucken. Seine Augen blickten auf den leeren Gang vor sich. Einen Moment dachte er an früher. Er war oft diesen Gang des Nachts wieder zurück ins Haus geschlichen, um Sasuke nicht zu wecken. Er war immer spät nach Hause gekommen, so etwas war normal, wenn man bedachte, was er für Missionen zu erfüllen hatte.

„Fertig", durchbrach Sasuke die Stille, nahm das Handtuch weg und warf es achtlos auf den Boden. "Magst du was Heißes trinken, ich könnte Tee machen", sprach er erneut seinen Bruder an, lief schon langsam in Richtung der Küche.

Itachi überlegte einen Augenblick, nickte dann aber. Vielleicht würde Sasuke ihn vergiften, aber das war nicht sein Niveau. Vorsichtig schritt er weiter in das große Haus hinein, blieb aber im Flur stehen. Er würde keinen Schritt ohne Sasukes Erlaubnis weiter gehen.

Sasuke bemerkte das sein Bruder stark verkrampft dastand, trat deshalb auf ihn zu und sah ihn an."Du kannst dich hier ruhig umsehen, das ist auch immer noch dein Haus." Damit wandte er sich ab, schritt in die Küche und setzte Teewasser auf. Die Teebeutel hatte er schnell gefunden, holte noch zwei Tassen und Zucker aus dem Schrank und auch zwei Löffel fanden den Weg auf die Anrichte.

Der Ältere der Beiden, welcher immer noch starr im Flur stand, wagte sich einen Schritt vor, ging an der Küche vorbei und blieb im riesigen Wohnzimmer stehen. Er sah sich schweigend um und erinnerte sich an etwas. Etwas Vergangenes. Vielleicht sollte er Sasuke davon erzählen?

Der Wasserkessel pfiff, durchbrach die Stille und wurde von Sasuke vom Herd genommen. Vorsichtig goss er das Wasser auf die Teebeutel, stellte alles auf ein Tablett und trug es vorsichtig ins Wohnzimmer auf den Couchtisch. " Setz dich", bat er seinen Bruder ruhig, setzte sich selber und nahm sich seine Tasse.

Itachi nickte und setzte sich seinem kleinen Bruder gegenüber. Wohl bemerkend, dass dies auch sein damaliger Sitzplatz in der Kindheit war, wenn man das Kindheit nennen durfte. Er sah sich um und ihm fiel auf, dass sich nicht viel verändert hatte.

Sasuke hatte auch nichts verändert an den Räumen, hatte alles so gelassen und hatte nur lediglich sauber gemacht. Es gab sogar noch Itachis altes Zimmer, in welchem Sasuke aber seit dessen Verschwinden nicht einmal mehr war. Er hatte damals die Tür verschlossen, hatte den Schlüssel aber oben auf den Rahmen gelegt. Er ließ auch keinen in das Zimmer rein, immerhin ging das keinen etwas an. Sasuke nutzte außerdem auch nur Wohnzimmer, Bad, Küche und sein eigenes Zimmer. Den Rest ließ er unbenutzt.

"Sasuke ...", fing sein Bruder recht zögerlich an, als er auch noch die Tasse in die Hand gedrückt bekam. Er sollte ein Gespräch mit ihm anfangen. "... uhm ... wie war ... dein Date?", fragte er vorsichtig und blinzelte, als er doch recht überrascht angeschaut wurde.

Woher wusste Itachi von seinem Date, hatte Sakura es ihm erzählt? Unwahrscheinlich, da sie nachts kaum arbeitete. "Mein Date? Woher weißt du denn davon?", wollte Sasuke erst wissen, bevor er weitere Details verriet.

Itachi zuckte mit den Schultern und blickte in die Tasse. Das war dann doch ganz dumm gelaufen. Was erzählte er ihm nun? Ach die Wahrheit wäre wohl zu ertragen. "Ich habe mich mit Sakura unterhalten ... sie erzählte von irgendeinem Date ... wie heißt der Blonde nochmal? Naruto ... ich habe einfach gedacht sie geht mit dir aus, ich scheine ins Schwarze getroffen zu haben."

"Hör mal Itachi, Sakura ist noch eine gute Freundin. Das habe ich dir aber bereits erklärt. Ich interessiere mich weder für sie noch für irgendein Mädchen. Ich habe für so etwas auch gar keine Zeit, wenn ich denn mal welche habe, dann verbring ich diese mit Naruto oder Kakashi und das mit trainieren", erklärte er seinem Bruder leicht genervt, fand es irgendwo eine Frechheit, dass dieser ihn mit Sakura verkuppeln wollte.

Itachi schüttelte nur den Kopf. "Sie ist aber ein ... intelligentes Mädchen ...", sprach er recht gelassen und stellte die Tasse auf den Tisch ab. "Wolltest du nicht eine Familie gründen? Das hast du mir doch damals so großkotzig ins Gesicht geschleudert ..."

Auf Itachis Worte hin musste er leise seufzen, blickte ihn aber weiterhin an. "Itachi, die Zeiten ändern sich. Ich kann keine Familie gründen, solange du noch da bist. Ich müsste ja Angst um Frau und Kinder haben", versuchte er es zu erklären, dennoch wusste er, dass es eine glatte Lüge war, dass er keine mehr gründen wollte.

"Ach ...", sagte er ruhig und trank einen weiteren Schluck von seinem Tee. "Interessant ... ich werde ihr nichts tun ..."

"Ich mag aber doch gar keine mehr gründen", nuschelte er dann doch leise vor sich hin, nippte an seinem Jasmin Tee und starrte in die Tasse.

Überrascht sah der Ältere auf. "W-was?" Itachi war so erstaunt, dass er nicht wusste, wie er reagieren sollte. Dann blickte auch er in die Tasse.

"Ich sagte, dass ich keine mehr gründen möchte. Jedenfalls nicht ... ach egal." Rasch stand Sasuke auf, schritt in die Küche und machte sich einen zweiten Tee. Dass seine Tasse noch halbvoll war, versuchte er zu verbergen, kippte diesen daher rasch in die Spüle und seufzte auf.

Itachi saß stumm da und dachte über seinen Bruder nach. Nun gut, das war seine Entscheidung und ging ihn auch nichts an. Er sah sich nochmal um und schluckte. Vielleicht sollte er auch gehen und Sasuke allein lassen ... in diesem großen Haus.

Eine Weile dauerte es, bis Sasuke mit frischem Tee aus der Küche kam, sich wieder setzte und Itachi schweigend ansah. Noch immer fragte er sich, was dieser hier wollte. Zum Reden war er sicher nicht gekommen und wenn er ihn töten wollte, hätte er das vermutlich schon längst getan.

Itachi blickte auf, als sein Bruder zurückkam. "Die Flucht hast du ja geschickt eingefädelt ...", sprach er leicht amüsiert und schmunzelte .

"Was für eine Flucht?", fragte Sasuke ernst, sah Itachi mit hochgezogener Augenbraue an und hatte keine Ahnung wovon Itachi sprach.

"Schon gut ...", meinte dieser darauf leise und trank erneut einen Schluck. "Wann beenden wir unseren Kampf? Ich schulde dir noch mein Leben ...", meinte Itachi beiläufig und trank den letzten Schluck aus seiner Tasse.

Sasuke sah Itachi schweigend an, ballte leicht die Fäuste und stand auf. "Du schuldest mir gar nichts, seh zu, dass du wieder auf die Beine kommst. Ich wette, deine tolle Organisation wartet schon auf dich", zischte er wütend. Er würde Itachi sicherlich nicht hier umbringen, nicht in dem Haus, welches er schon beschmutzt hatte.

Einen Moment war es still, Itachi blickte nur hoch und sah in die wütende Augen seines Gegenübers. Er war der Erste, der den Blick senkte. "Es ist nicht meine Organisation...", meinte er kühl, blieb aber sitzen. "... Ich bin lediglich ... ein ... Werkzeug, was wohl ausgedient hat." Itachi biss sich auf die Unterlippe.

"Hmmm~ da könntest du recht haben, immerhin sucht dich keiner von denen. Und soviel ich weiß, hat Sakura einen von ihnen getötet. Einen, der nicht gerade schwach war", spottete er weiter, schritt aus dem Wohnzimmer und die Treppen rauf. Sollte Itachi doch da unten machen, was er wollte. Sasuke war müde und wollte nur noch ins Bett.

Itachi blieb einen Moment sitzen und hing seinen Gedanken nach. Dann stand er auf und ging hinaus, raus in den Sturm. Er sollte zurück zum Krankenhaus, immerhin wollte er nicht unbedingt die Anbu am Hals haben, dafür war er noch nicht gesund genug. Am nächsten Tag kam ihn Sakura besuchen und lächelte ihn freudig an. Er dachte nur, dass sie ziemlich arm dran war, da sein Bruder überhaupt nichts von ihr wissen wollte ... zu dumm ... aber nicht zu ändern.

"Itachi, ich habe schon von deinem nächtlichen Ausflug gehört und dieser war sehr leichtsinnig. Sei froh, dass dich niemand gesehen hat und es außer mir und Sasuke niemand weiß", schimpfte die Rosahaarige aber noch einer Weile, kümmerte sich um die Wunden des Uchihas und brachte ihm sein Frühstück.

Itachi konnte gerade so das Augenverdrehen unterlassen und schnaufte kurz und leise. War sie seine Mutter oder was? Nun ja ... war ja auch egal. Leichtsinnig war es wirklich gewesen. Beim Essen schwieg er, wie immer. Dafür redete Sakura recht viel, es schien so, als ob sie entweder Stille nicht mochte, oder sie jemanden zum Reden brauchte.

Sasuke kam wenig später auch zu Besuch, jedoch nicht allein, Kakashi kam ebenfalls mit und wollte sehen wie es dem älteren Uchiha erging. Schweigend betraten die beiden daher das Zimmer, stellten sich vor das Bett und sahen Itachi eine Weile lang an.

Durch die verabreichten Schmerzmittel war dieser wieder eingeschlafen und bemerkte seinen Besuch nicht. Er lag ruhig da, schien einen traumlosen Schlaf zu haben.

"Er schläft und sieht dabei so friedlich aus. Kaum zu glauben, dass er ein Clanmörder ist", sprach Kakashi leise zu Sasuke, worauf dieser nickte und schon wieder zur Tür ging. "Lass uns lieber trainieren, ich will ihn irgendwann besiegen und wenn ich hier nur rumstehe, dann wird das nichts", drängte er seinen Sensei.

 

 

Itachi öffnete die Augen, als sich die Tür hinter den beiden schloss. Schien so, als ob Sasuke seine Meinung doch wieder geändert hatte. Vorsichtig richtete sich der Uchiha auf und blickte sich um. Dann stand er auf und ging zum Fenster, öffnete dieses und blickte in den wolkenverhangenen Himmel. Es würde bald wieder regnen. Itachi setzte sich zurück auf das Bett und aß schweigend den Reis, welcher ihm von Sakura vorher gebracht worden war.

"Du bist noch wach ... und du isst", stellte Naruto beim Eintreten fest, trat langsam näher und setzte sich an sein Bett. "Wie geht es dir heute?", wollte er wissen und sah ihn dabei ernst an.

Itachi antwortete erst nicht, schwieg bedächtig und blickte zu seinem Reis. "Besser, aber wo ist Sasuke?", fragte er und aß weiter.

"Sasuke ist weg, tut mir leid", antwortete der blonde Chaot, setzte sich auf Itachis Bett und griff nach dessen Hand.

Der Ältere zuckte kurz und blickte etwas verwirrt zu dem Jüngeren hinüber. Seit wann war dieser denn so auf Nähe hinaus? Als er in dessen Augen sah, bemerkte er eine merkwürdige Traurigkeit darin. Kommentarlos stellte er die Schüssel auf den Nachttisch und nickte einfach stumm.

Das leichte Nicken seitens Itachi ließ Naruto schlucken, er zog sogar nun wieder seine Hand und drückte diese leicht krampfend an seinen Körper zurück.

"Und was jetzt?", fragte er tonlos und zog instinktiv die Decke höher. "Ich kann schlecht hier bleiben ...", fing Itachi an und seufzte.

Erneut sah Naruto auf, überlegte, rang lange mit seinem Gewissen und was er auf Itachis Frage antworten sollte. "Ich habe niemanden mehr, du bist angeschlagen und ich würde mich gerne um dich kümmern, eine Aufgabe haben", nuschelte er leise vor sich hin, senkte dabei selbst seinen Blick und spielte nervös mit dem Saum seines Shirts.

Itachi war fassungslos, meinte Naruto das etwa ernst? "..." Itachi wollte etwas sagen, aber kein Wort kam über seine Lippen. Erst nach ein paar Minuten konnte sich der Größere fangen und räusperte sich. "Ich bin aber nicht so einfach" Er konnte selbst kaum glauben, was er da gerade sagte.

"Das bin ich auch nicht. Ich bin aufgedreht und ein Chaot", grinste Naruto breit, ehe er wieder ernst wurde und hoffte, dass Itachi sich wirklich sicher war, sich von ihm pflegen zu lassen.

Wieder nickte Itachi, fühlte sich gerade selbst nicht so ganz sicher in seiner Haut. Er würde halt etwas länger bleiben. Bei Akatsuki hielt man ihn sicher schon für tot. "Ich bleibe."

Lächelnd sah Naruto nach der knappen, aber für ihn passenden Antwort zu Itachi und strahlte ihn regelrecht an. "Du kannst dein altes Zimmer wiederhaben und dann können wir ..." Mitten im Satz brach er ab, sah Itachi entschuldigend an und ohrfeigte sich innerlich selber für seine überhebliche Art. "Tut mir leid, ich hab ganz vergessen dir zu erzählen, dass ich mit im Haus deiner Eltern wohne."

Zwei Teller große Augen blickten Naruto an und der Ältere schluckte leicht. "Hm ..." Dennoch nickte Itachi und lächelte ganz zart zurück. Eigentlich hatte er das nicht verdient. Eigentlich hätte er tot sein müssen. "Sprich weiter ..."

Dass Itachi nun lächelte, dazu auch noch zart, verwirrte Naruto leicht. Er wurde sogar rosa um die Nasenspitze herum. "Nun ja, ich dachte, wir könnten dann zusammen etwas trainieren, dann müsste ich nicht immer Kakashi fragen", sprach er nach der Aufforderung weiter und sah ihn die ganze Zeit dabei an.

Naruto wollte also trainieren. Itachi nickte und sah wieder zu seiner Schüssel, nahm sie und fing wieder an zu essen.

Dieses ständige Nicken ging Naruto langsam auf den Keks, er stand auf und lief einige Schritte durch das Krankenzimmer, blieb aber stehen und sah erneut Itachi an. "Du musst lernen mehr zu reden, dein ständiges Nicken macht mich rasend!"

Itachi blickte nicht von der Schüssel auf, sondern nickte als Antwort und war sich seiner Handlung eigentlich gar nicht so bewusst. Er sprach nie viel und vorher war es auch nie nötig gewesen.

"Och Mensch Itachi", murrte er leise auf, trat zum Fenster hin und blickte hinaus.

Der Ältere sah zu ihm. "Man spricht nicht mit vollem Mund ..."

Naruto drehte sich auf diese Worte zu Itachi um, lehnte sich an die Fensterbank und sah ihn skeptisch an. "Dann müsstest du ständig den Mund voll haben", seufzte er, fasste sich an den Kopf und schritt langsam wieder auf den Älteren zu.

Itachi grinste leicht und stellte die leere Schüssel beiseite. "Jetzt nicht mehr ...", sagte er sanft und blickte hinauf zu ihm.

Kopfschüttelnd sah Naruto den Uchiha an, setzte sich erneut an sein Bett. "Du bist ein richtiger Kindskopf, weißt du das?"

Fragend blickte Itachi auf und legte den Kopf schief. Er verstand nicht, wie der Jüngere auf so etwas kam. Nun ja ... er würde es einfach erst mal dabei belassen. Vorsichtig legte sich Itachi zurück ins Bett und seufzte.

"Ich muss langsam los, das Training ruft und dann will ich daheim noch aufräumen", lächelte Naruto verlegen, erhob sich langsam und drehte sich um.

Itachi nickte und schloss die Augen. "Kommst du mich morgen abholen?", fragte er nach und bemerkte, dass er schon wieder nur genickt hatte.

Naruto sah Itachi auf seine Frage hin überrascht an, nickte nun aber selber und lächelte. "Sicher hol ich dich ab, sag mir nur wann und ich werde da sein."

"Wann gehst du denn nicht trainieren?", fragte der Ältere schmunzelnd und zog die Decke höher.

"Ich trainiere freiwillig, es geht also von meiner Freizeit ab", antwortete Naruto.

Itachi überlegte einen Moment, lächelte dann matt und zuckte mit den Schultern. "Wann immer du möchtest ..."

"Super, dann geh ich jetzt und du wirst erst mal gesund. Ich komme später noch mal vorbei." Übermütig umarmte Naruto den Uchiha einfach und stürmte gut gelaunt aus dem Krankenzimmer raus.

Der Ältere sah ihm nur verwirrt hinterher und ein eiskalter Schauer überfiel ihn. Sein Körper reagierte sehr merkwürdig auf Berührungen, welche von Naruto ausgingen und das ließ Itachi stutzen. Er würde jetzt erst mal wieder ein wenig schlafen, denn wenn er an den morgigen Tag dachte, dann brauchte er Kraft und genug Nerven, um nicht Amok zu laufen.

 

Der Ältere schlief noch, als Naruto auf leisen Sohlen das Zimmer betrat und seufzte leise im Schlaf. Er hatte wieder diesen Traum, den er schon vor ein paar Tagen hatte. Vor ihm stand seine Mutter und breitete die Arme aus, zog ihn sanft in eine warme Umarmung. "Itachi-kun ...", wisperte sie sanft und strich durch das glatte Haar. "Oka-san?!", sprach Itachi im Schlaf und kräuselte die Augenbrauen. Als Itachi in seinem Traum hoch zu seiner Mutter blickte, sah er wieder in ein gesichtsloses Wesen und er riss die Augen auf.

"Itachi wach auf, du träumst." Sanft begann Naruto ihn wachzurütteln, passte aber auf, dass er diesen nicht verletzte und sah ihm immer wieder ins Gesicht, ob sich etwas regte.

Doch der Angesprochene wachte nicht auf, kämpfte mit seinem Traum von dem gesichtslosen Ungeheuer und dann hörte er ein sehr bekanntes Lachen in seinem Kopf. Erschrocken riss Itachi die Augen auf und erkannte nichts. Er spürte Hände an sich und dass diese an ihm zerrten. "Lass los!" Er wusste nicht, wessen Hände das waren, aber sie bedrängten ihn. Er packte nach ihnen und versuchte sie von sich zu drücken. Vergebens, Itachi hatte nicht genug Kraft.

"Ruhig Itachi, ich bin es doch nur ... Naruto", versuchte er ihn zu beruhigen, sprach weiterhin beschwichtigend auf ihn ein und nahm schließlich seine Hände von ihm. Seufzend setzte er sich auf seinen Stuhl zurück, sah ihn besorgt an.

"Na-Naruto?", fragte Itachi verwirrt und blickte sich suchend um. Es war so dunkel. Vorsichtig richtete er sich auf und schlug die Decke zurück. Es war nur ein Traum.

"Schhhh ... ich bin hier", sprach er erneut leise auf den Uchiha ein, griff nach dessen Hand und drückte sie leicht.

Itachi zuckte leicht, zog die Hand aber nicht weg. Wie erbärmlich er sich gerade benahm. Einen Moment war er still und schloss die Augen, wartete darauf, dass die Taubheit endlich verflog.

Naruto seufzte leise auf, drehte das Licht etwas heller auf und besah sich Itachi etwas genauer. "Geht es wieder?", wollte er dennoch besorgt wissen, stand auf und holte für Itachi ein Glas Wasser.

Itachi gab keine Antwort, er blickte einfach nur verstört auf seine Beine und schluckte. Es war ihm peinlich, sich schwach zu zeigen und darum traute er sich eigentlich nicht wirklich was zu sagen. Verwirrt blickte er auf, als er ein Glas Wasser in die Hand gedrückt bekam. "Danke ...", wisperte er leise und trank einen Schluck.

Naruto nickte stumm, als dieser das Wasser nahm, es trank und sich bedankte. "Du wirst mit Tsunade reden müssen, wegen der ganzen Anbu. Nicht, dass es deswegen doch noch Ärger gibt", erklärte er Itachi leise und faltete die Hände in den Schoss.

Wieder nickte Itachi und seufzte. Tsunade ... er hatte viel von ihr gehört. Die zerstückelt ihn doch in der Luft. Dann blickte er zu seinem Bruder und gab ihm das Glas zurück. "Du kommst mit, oder?"

"Sicher komme ich mit", erwiderte der blonde Ninja , da er mit solch einer Frage schon gerechnet hatte und Itachi damit auch nicht alleine lassen wollte. Sicher Tsunade war nicht immer die Freundlichste, aber man konnte auch ruhig und vernünftig mit ihr reden.

Itachi nickte dankbar und seufzte leise auf. Er wollte nicht wieder einschlafen, dieser Alptraum ging doch durch Mark und Bein. " ... was hast du heute Abend noch vor?"

Auf Itachis Frage hin, sah Naruto stirnrunzelnd auf. "Ich habe heute nichts vor, außer nachher noch heimgehen und mich ins Bett legen. Warum fragst du?", wollte er wissen und sah diesen abwartend an.

"Hm ...", sagte dieser nur und senkte den Blick. Er wusste nicht genau, warum er gefragt hatte. Vielleicht wollte er nur wissen, was sein Naruto noch vorhatte.

Kopfschüttelnd sah er Itachi an, erhob sich von seinem Platz und schritt rüber zum Fenster, aus welchen er raus auf die Straße guckte. Draußen war alles ruhig und friedlich, fast schon zu friedlich.

Itachi blickte erschrocken auf und folgte mit seinen Augen jede Bewegung des Jüngeren. "Willst du aus dem Fenster springen?", wisperte er leise und griff wieder nach seiner Decke.

"Ganz ruhig, ich will nicht springen ... nur gucken", versicherte Naruto und fing sich langsam an zu wundern.

Itachi blickte wieder auf seine Decke und verkrampfte die Hände leicht darin. In diesem Moment klopfte die Tür und eine glückliche Sakura trat ein. Sie stellte kommentarlos das Essen auf den Nachttisch und lächelte. "Itachi, du musst das aufessen ... Naruto wird ein Auge darauf haben!", sagte sie kichernd und ging wieder hinaus. Insgeheim fragte sich gerade Itachi warum sie so gute Laune hatte.

Das fragte sich auch Naruto, immerhin war es ein eher ungewohntes Bild, dass Sakura so kicherte und gut gelaunt war. "Na schön, dann will ich mal darauf achten, dass du auch brav alles aufisst." Und schon setzte er sich wieder zu Itachi und sah ihn ernst an.

Itachi sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Ich esse schon ...", murmelte er und nahm sich die Schüssel. Dann fing er schweigend an zu essen. "... Komisch ..."

"Was ist komisch?", wollte Naruto wissen und sah Itachi fragend an.

Dieser schüttelte abwesend den Kopf. "Es schmeckt anders als sonst ..." Trotzdem aß er weiter, dachte nicht daran, dass er vergiftet werden würde.

Naruto aber handelte sofort, riss Itachi den Teller buchstäblich weg und schmiss diesen aus dem Fenster raus. "An deiner Stelle würde ich jetzt viel trinken, so, dass sich das Gift neutralisieren kann und deinen Kreislauf nicht angreifen kann." Mit diesen Worten gab er Itachi das Glas Wasser und setzte sich wieder hin.

Mehr als verblüfft sah Itachi den Jüngeren an und musste kichern. "N-Nein ... es ...", fing er an zu stottern und biss sich auf die Unterlippe. Als er sich nach ein paar Sekunden wieder unter Kontrolle hatte, sah er zu Naruto und trank einen Schluck, um ihn zu beruhigen. "Sie hat diesmal Pfeffer dazu getan ...", sprach er ruhig und blickte in Glas. "Ich bin vorher nicht drauf gekommen ..."

"Pfeffer ... sie hat Pfeffer hineingetan? Verdammt noch mal und ich bekomme hier fast die Krise." Naruto fasste sich an den Kopf, ließ sich buchstäblich auf den Stuhl plumpsen und sah Itachi kreidebleich und sichtlich geschockt an. "Sicher, dass es nur Pfeffer war? Ich meine, immerhin hat sie so komisch gekichert!"

Einen Moment schwieg Itachi, wie so oft und wartete ab. Dann strich er sich durchs Haar und blickte sich um. "Ich ... denke ..." Plötzlich fühlte sich der Ältere  unsicher.

"Ich denke nicht, dass es Pfeffer war. So etwas vergessen die in der Küche hier nicht." Naruto runzelte weiterhin die Stirn.

Itachi wusste nicht so recht, was er darauf erwidern sollte, schwieg und schluckte schwer. "W-wa s... könnte es denn im schlimmsten Fall sein?"

Naruto überlegte kurz auf Itachis Frage hin, dachte nach, welches Gift es sein könnte und woran Sakura alles kam. Tatsächlich kam sie hier im Krankenhaus leider an alles ran, sogar an Arsen und noch an andere Dinge. "Ich schätze ein Gift, das schleichend ist, sie ist nicht der Typ, der schnelle Sachen macht. Ich tippe also auf ein langsames Gift, das man nach und nach verabreicht."

Jetzt wollte Itachi sofort hier raus. Die letzte Farbe in seinem Gesicht war verschwunden und ihm war schlecht. Richtig schlecht. "Und jetzt?"

"Anziehen und weg hier, wer weiß, was sie noch alles plant", waren Narutos Worte, ehe er aufstand und dem Uchiha seine Sachen reichte.

Der Ältere nickte zustimmend und dachte nach, wie oft er hier was gegessen hatte. Gott sie dank konnte er das an einer Hand abzählen. Schnell zog er sich an und sah Naruto nervös an.

"Ich frage mich nur, warum sie das macht?" Naruto kratzte sich am Kopf und konnte sich beim besten Willen Sakuras Verhalten nicht erklären.

"Vielleicht wollen sie mich ruhig stellen...", murmelte Itachi und blickte sich um. "Damit ich nicht Amok laufe..." Das wäre zumindest eine plausible Erklärung.

Naruto nickte bei der Erklärung, immerhin klang diese immer noch am besten und ein Racheakt passte zu der Rosahaarigen nicht wirklich, wenn dann eher Eifersucht. Nur dafür gab es nun wirklich keinen Grund.

"Steigen wir aus dem Fenster? Oder nehmen wir ganz auffällig die Außentür?", fragte der Größere ruhig, wollte aber so schnell es ging raus.

„Fenster", war die knappe Antwort seitens Naruto, ehe er auf dieses zuging und kurz nach draußen sah, nur um zu gucken, ob die Luft rein war. "Keiner zu sehen, los komm", forderte er Itachi auf, stieg locker durch das Fenster und wartete draußen.

Itachi folgte ihm und kletterte durch den Rahmen und stützte sich an der Mauer ab, um nicht hinabzufallen. In diesem Moment, wo Itachi neben Naruto stand, ging ein Fenster neben ihnen auf und eine alte Frau blickte hinaus, starrte sie mit großen Augen an. "SELBSTMÖRDER! Da wollen ein Kerl und seine Freundin aus dem Fenster springen!"

Naruto erschrak fürchterlich, sah zu der alten Frau rauf und warf ihr bitterböse Blicke zu. "Halten sie verdammt noch mal ihre Klappe, wir sind keine Selbstmörder", zischte er verärgert, trat auf Itachi zu und zog dieser hinter sich her.

Itachi sah entrüstet zu der alten Frau und blickte sie bitterböse an. "Ich bin kein Mädchen ...", fauchte er knurrig und ließ sich mitziehen.

Naruto musste leise kichern, schritt aber schon weiter durch Konoha und sah sich immer wieder an den Ecken um. Als die Luft rein war, schritt er langsam Richtung Uchiha-Anwesen, schloss rasch die Tür auf und ließ zur Sicherheit das Licht aus.

Itachi hatte den Weg über nichts gesagt, sondern verschränkte nur die Arme, als sie in dem großen Haus waren. Sein Stolz war angeknabbert, erst vergiftete man ihn und dann wurde er noch als Mädchen bezeichnet. Er sollte die langen Haare doch abschneiden.

 Er sollte die langen Haare doch abschneiden

 

Seufzend betrat Naruto das Haus, welches er vor einigen Monaten erst auf Wunsch von Sasuke bezogen hatte, schloss hinter sich und Itachi die Tür und machte erst jetzt das Licht an und sah Itachis angefressenes Gesicht. „Was ist? Stimmt etwas nicht?", fragte er daher und zog sich im Flur die Schuhe aus.

Itachi winkte ab und zog sich ebenfalls die Schuhe aus, spürte die Kälte unter seinen Füßen und erzitterte. War es hier so kalt oder bildete er sich das bloß ein?

„Auch nen Tee?", fragte der blonde Chaosninja aus der Küche heraus, da er auf die Antwort gar nicht gewartet hatte, sondern vielmehr einen Tee aufsetzen wollte.

Itachi nickte, ging in die Küche, lief zwei Schritte hinter dem Jüngeren und rieb sich über die Arme.

„Ist dir kalt?" Ohne sich umzudrehen, fragte er den Uchiha, goss stattdessen das Wasser in die Teekanne und suchte aus dem Schrank Zucker, zwei Tassen und ein paar Kekse.

„Ist das so auffällig?", fragte Itachi leise, schluckte und könnte im Boden versinken vor Scham.

„Ja, ist es." Naruto nickte dem Älteren zu, brachte den Tee rüber ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch.

Mit etwas Abstand setzte sich Itachi zu Naruto und nahm sich die Tasse, umschloss sie mit seinen Händen und musste mit Erschrecken feststellen, wie taub seine Finger doch waren.

Naruto nahm sich etwas Zucker in den Tee, sah rüber zu Itachi und stutzig auf dessen Finger. „Öhm ...", machte er, stellte die Tasse zur Seite und sah weiter auf Itachis Hände.

„Was?", fragte er leicht entnervt und folgte seinem Blick. Vor lauter Schreck ließ er die Tasse fallen. Sie sahen ziemlich steif aus.

Naruto ließ die Scherben liegen, nahm stattdessen Itachis Hände und besah sich diese etwas genauer. Kalt waren sie nicht, jedenfalls nicht so, dass sie hätten steif werden können. „Verdammter Mist, was machen wir denn jetzt?", fauchte er leise auf und überlegte, was zu tun war. „Ins Krankenhaus geht schlecht, da würde dich Sakura gleich dabehalten und bewachen lassen."

„Fühlt sich taub an ...", murmelte Itachi leise und zuckte zusammen, als er merkte, wie seine Füße taub wurden. „Naruto ... was hat das Biest mit mir angestellt?"

„Jetzt reicht es, ich hol Kakashi, der weiß was zu tun ist!" Sofort sprang der blonde Wirbelwind auf, zog sich rasch seine Schuhe an, klingelte wenig später seinen Sensei aus dem Bett und schleifte ihn mit.

Itachi hingegen hatte sich die Decke geschnappt und herumgewickelt, zitterte erbärmlich und schwor sich, die Verantwortliche ganz langsam zu töten. Als Naruto mit Begleitung zurückkam, wurde ihm schlecht. Kakashi war ihm nicht so ganz geheuer, darum war die Freude auf ein Wiedersehen mit diesem darum etwas ... zurückhaltender.

Kakashi trat, ohne lang zu überlegen, auf den Langhaarigen zu, besah sich dessen Hände und Füße und sagte nicht ein Wort. „Kakashi was ist es, was hat Itachi denn?", wollte Naruto wissen, da ihn diese Ruhe, die der Grauhaarige ausstrahlte, gewaltig nervte.

Nicht nur Naruto war ziemlich genervt, auch Itachi würde gleich platzen, wenn er nicht sofort eine vernünftige Erklärung bekommen würde. Und nun musste er sich auch noch anfassen lassen. Die Welt hasste ihn gewaltig. Kakashi besah sich die Haut, rieb leicht daran und runzelte die Stirn. Konnte es wirklich sein, dass jemand ihn SO vergiftet hatte? Das müsste Mann natürlich austesten und das tat der Grauhaarige auch, indem er seine Maske herunterzog und dem armen Itachi einfach in die Finger biss. Dass dieser darauf so heftig zusammenzuckte und die Hand zurückriss, bestätigte das Übel nur. Schweigend stand er auf und besah sich Naruto.

„Was ist denn nun, wer oder was hat ihn vergiftet?", fragte der Blondschopf erneut, sah Kakashi zornig an und hoffte, dass dieser sich endlich mal zum Sprechen bewegte.

Itachi blickte auf seine Hand und sah dann angesäuert zu Kakashi. Ihn einfach zu beißen, war ja wohl das Letzte. Dann sprachen Kakashi und Naruto miteinander und der Gesichtsausdruck gefiel ihm nicht. Kakashi nickte ihm zu, grinste und zog die Maske wieder hoch. Dann klopfte er dem Kleineren auf die Schulter und verschwand.

Naruto trat wieder zu Itachi, setzte sich neben ihn und sah auf den gebissenen Finger herab. „Das Gift muss raus, es ist ein Schlangengift. Nicht sofort tödlich, aber es lähmt nach und nach den gesamten Körper und später die Atmung", erklärte er Itachi leise.

Da hätte er auch drauf kommen können. „Also ... hat Sakura mich vergiftet ... oder ...", sprach er vorsichtig und konnte sich das eigentlich nicht mehr so ganz vorstellen. Er dachte nach, immerhin hätte das auch im Wald passiert sein können.

„Das versucht Kakashi herauszubekommen", seufzte Naruto auf, nahm den Finger des Uchihas und sah ihn entschuldigend an. „Das muss raus und glaub mir, das wird sicherlich nicht spaßig werden." Er nahm eines seiner Kunais schnitt Itachis in den Finger und begann ihm das Gift aus dem Finger und dem Körper zu saugen.

Itachi sah den Kleineren verwirrt an und zuckte zusammen, als dieser anfing zu saugen. Gott war das erniedrigend. „Jetzt sag nicht, du musst ..."

Naruto sagte dazu nichts, saugte stattdessen weiter das Gift aus Itachis Finger und gab nur ein knappes Nicken von sich. Ab und zu wandte er sich jedoch ab, spukte den Inhalt in seine leere Tasse und machte weiter. Wie lange wusste er selbst nicht, vermutlich so lange, bis das Blut wieder rein und rot war.

Derweil hatte sich Itachi hingelegt und die Augen geschlossen, fühlte, wie die Taubheit aus seiner Hand wich. Dafür wurde es an den Füßen und der anderen Hand schlimmer. „Na – Naruto ...", wisperte er leise und keuchte auf, als er gebissen wurde.

Dieser sah auf, wischte sich das Blut aus den Mundwinkeln und sah Itachi an. „Was ist?", wollte er wissen.

Er kniff die Augen zusammen, als sich Übelkeit durch seinen Körper rollte. „Ist schon okay ... der Hand geht es besser ...", sagte Itachi leicht verkrampft und streckte die andere nach ihm aus.

„Gut, dann kommt jetzt dein Fuß dran", sprach Naruto nun doch etwas angewidert, zog Itachi den Socken aus, tat das gleiche wie an seinem Finger und saugte das Gift heraus.

„Naruto ...", knurrte Itachi und gab ihm eine Kopfnuss. Er war empfindlich an den Füßen. „Sei vorsichtig!"

„Auuu~ sag mal geht's noch?", murrte Naruto, hob den Kopf und sah dem Uchiha zornig ins Gesicht. „Lass dich halt nicht vergiften, dann müsste ich das hier jetzt auch nicht machen!"

„Ich bin empfindlich an den Füßen!", knurrte er wieder und biss sich auf die Unterlippe.

Kopfschüttelnd setzte Naruto seine Arbeit fort, war aber nun doch etwas vorsichtiger und war nach einiger Zeit endlich fertig, spuckte noch das letzte bisschen in die Tasse und kippte den Inhalt weg.

Itachi lag auf der Couch, die Augen geschlossen und die Glieder schmerzend. Er sollte dankbar sein. Immerhin hatte er ihm das Leben gerettet. „Danke ..."

Naruto setzte sich, nachdem er aus der Küche gekommen war, das leise Danke hörte, in den Sessel und sah immer noch besorgt zu Itachi. „Keine Ursache, aber nochmal mach ich das nicht!"

Itachi sah den Blondschopf müde an und lächelte matt. „Ich hoffe, das musst du auch nicht ..." Itachi schloss die Augen und strich sich über die Stirn.

Kurz nickte er, lächelte sanft und löschte das große Licht. „Brauchst du noch ein Kissen oder eine zweite Decke?", fragte er leise, streckte sich kurz und ging schon zur Tür.

„Nein ... geht schon ...", sagte der Ältere leise und zog die Decke über seinen Körper. Müde schloss er die Augen und seufzte. Er war so erschöpft und dann auch noch diese Tortur seitens Naruto hatte ihm heute den Rest gegeben.

„Dann versuch zu schlafen, wenn etwas ist, ... ich bin oben", richtete Naruto noch einmal das Wort an den Älteren, ehe er leise die Treppen und rauf auf sein Zimmer ging.

Itachi schlief kurz danach ein, rollte sich zusammen wie eine Katze und fiel in einen traumlosen Schlaf. Am Morgen wurde er durch ein sanftes Rütteln geweckt. Etwas verpeilt, öffnete er die Augen und blickte in das Gesicht Narutos. „Mor-AU!" Verdammt, sein Nacken tat weh.

„Guten Morgen", flötete Naruto ziemlich gut gelaunt, stellte den bereits gekochten Kaffee auf den Tisch und setzte sich zufrieden in seinen Sessel.

Was hatte der denn so gute Laune? „..." Darauf musste Itachi nichts erwidern. Vorsichtig richtete er sich auf und streckte sich. Dabei knackte so jeder Knochen, als ob er tiefgefroren wäre.

Naruto sah rüber, hörte das Knacken seiner Knochen und stellte schmunzelnd die Tasse weg. "Du solltest dich massieren oder untersuchen lassen", grinste er Itachi an.

„Von Untersuchungen hab ich die Schnauze voll ...", gestand er im mürrischen Ton und rieb sich den Nacken. „Das Zweite nehme ich an ...", sagte Itachi lächelnd und löste das Haarband aus den Haaren.

Ohne etwas zu sagen, saß Naruto auch schon hinter ihm, legte Itachi sanft die Hände in den Nacken und begann ihn zu massieren. Mit gezielten Handgriffen fand er die kleinen und großen Verspannungen, löste sie durch festere oder etwas sanftere Handgriffe und knetete Itachi richtig durch.

Itachi derweil biss sich auf die Unterlippe, um keinen Laut abzugeben. Naruto war ja ganz schön brutal. „Schlachter ...", zischte er, als er besonders grob war.

„Ich und ein Schlachter? Sei froh, dass ich dich massiere. Kakashi ist da weitaus schlimmer", schmunzelte er und wurde dann aber doch etwas sanfter, streichelte sanft Itachis Nacken.

„Kann ich mir vorstellen ...?", brummte Itachi genervt und schloss die Augen. So war das doch schon viel angenehmer. Er mochte es, wie der Jüngere sanft über seinen Nacken strich.

Kurz hob Naruto fragend die Augenbraue an, schüttelte leicht mit dem Kopf und strich weiter über Itachis Nacken. „Sag mal stimmen diese Gerüchte eigentlich? Also, dass bei Akatsuki alle schwul sein sollen?", fragte er nach einer Weile und wurde dabei etwas rot im Gesicht.

Itachi erstarrte zu Stein. Eine Weile lang schwieg er. Nein, das durfte nicht wahr sein. Was konnte er dafür, dass Deidara so tuckig war und Hidan so vulgär ... und was sollte er jetzt sagen? Sagte er ‚nein' würde er Fragen stellen, warum das so war, ... sagte er ‚ja' würde er fragen wieso. „Uhm ... wie kommst du darauf? Sehe ich etwa so ... mädchenhaft ... aus ..."

"Nein, das nicht. Nur hatte dieser Blonde immer der Puppe so komische Blicke zugeworfen und das wundert mich doch sehr. Zumal der aussieht wie ein Mädchen und dieser Pflanzenkopf sieht schon so seltsam aus. Der Meinung ist Ino und auch Hinata teilt diese", erzählte Naruto, fing dabei an mit Itachis Haaren zu spielen und vergaß, was er eigentlich machen wollte.

„Was kann ich dafür, wenn die alle so merkwürdig sind? Dabei sollte das ja abschreckend wirken, laut des Leaders. Ich fand es eher ... lächerlich." Jetzt musste Itachi schmunzeln. Wenn er so zurückdachte, waren sie voll der Chaotenhaufen gewesen. „Wenn es dich interessiert ... dieser Blonde und die Puppe waren ein Pärchen ..."

Diese Neuigkeit wunderte Naruto kein bisschen, immerhin hatte er mit so was fast schon gerechnet. „Versteh ich zwar nicht, denn laut Sakura war der doch komplett eine Puppe und jeder weiß, dass dieser Typ keine Gefühle hatte. Na ja, mir soll das egal sein, ich mag weder rote noch blonde Haare", hakte er das Thema für sich nun endgültig ab.

„Liebe zur Kunst kennt keine Grenzen ...", wisperte Itachi leise und in diesem Augenblick wurde er sich erst über die damaligen Worte von Deidara bewusst.

„Er war sein Sensei, oder?", fragte Naruto dann aber doch noch mal nach und ließ von Itachis Haaren ab.

„... Nein ... er war ein Seelenverwandter ...", seufzte Itachi und fuhr sich durch die langen Haare, stockte aber, als er wegen eines Knoten nicht weiter kam. „Du hast meine Haare verknotet ..."

„Oh ach so", kam es leise von ihm, ehe er anfing Itachis Haare zu entwirren, um den Knoten zu lösen.

Dabei zuckte dessen Kopf bei Narutos unfähigen Versuchen immer wieder nach hinten und machte ihn schier wahnsinnig. „Naruto!"

„Nun halt doch mal still, verdammt", dieser Sasuke zurück, ließ aber dann von Itachis Haaren ab und holte stattdessen die Bürste.

Dieser sah ihm angesäuert hinterher und fasste sich an den Hinterkopf. „So ein Schlachter ..."

 

Naruto drückte Itachi die geholte Bürste in die Hand, setzte sich auf seinen Sessel und sah ihn an. „Mach es dir selber, wenn du ständig meckern willst!"

Itachi setzte an und wollte sich gerade die Haare bürsten, als er stockte und Naruto mit großen Augen ansah. Dann fing er an zu lachen. " ... an was denkst du?"

„An gar nichts, ich sagte lediglich, dass du deine Haare selber machen sollst", erwiderte er ernst.

Itachi grinste und wendete sich seinen Haaren zu, sagte dabei aber so etwas wie: „Naruto ist so süß und unschuldig ..." Er konnte es nicht leugnen, es ging ihm hier besser, als bei der Organisation, wo er eigentlich nur benutzt worden war. Nicht, dass er ein Problem damit hatte, ... aber es war doch ganz nett, wieder ein richtiges Zuhause zu haben.

Naruto schnaufte bei Itachis Worten leicht, trank seinen Kaffee leer und stand auf, um in der Küche neuen zu holen. „So unschuldig bin ich gar nicht", murrte er im Vorbeigehen.

Einerseits war Itachi entsetzt und, andererseits war er nicht wirklich überrascht, immerhin war Naruto 17 Jahre alt und sollte Erfahrungen gesammelt haben. Der eigenen Entwicklung wegen. Weiter nachfragen wollte der Ältere aber auch nicht, denn irgendwie ging ihn das auch nichts an und er sträubte sich, es zu hören. Blöderweise konnte er sich immer alles sehr gut vorstellen, was in manchen Dingen einfach ein großer Nachteil war. Besonders, wenn damalige Partner immer von der Zerstückelung seiner Feinde erzählte.

Zufrieden schmunzelnd setzte sich Naruto wieder hin, nahm sich eines seiner Bücher und fing an zu lesen. Immerhin hatte er heute noch nichts zu tun und zum Trainieren fand er es noch zu früh.

Itachi schwieg, ordnete seine Haare, nahm sie in eine Hand zusammen und wollte diese gerade zusammenbinden, da fand er natürlich und wie konnte es auch nicht anders sein, sein Haarband nicht mehr. Sein Alptraum fing an."„Scheiße."

Naruto schaute hinter seinem Buch hervor und sah Itachi ernst an. „Stimmt was nicht oder warum schießt du mit solchen Kraftausdrücken um dich?", wollte er wissen, da dieses Wort in seiner Umgebung kaum einer gebrauchte.

Der Ältere beachtete den Wirbelwind nicht, stand auf und suchte die Couch nach dem Haarband ab. Ziemlich genervt stellte er dann fest, dass es weg war. „Wo ist es? ... weißt du wo das Haarband ist?", fragte er reichlich brummend nach.

Wieder schaute Naruto hinter seinem Buch vor, legte es schließlich weg und stand auf. „Hast du schon in der Ritze nachgesehen? Meist liegt da etwas", seufzte er, packte in die Ritze und suchte nach einem Haargummi. Wie gut, dass er so was nicht brauchte, seine Haare waren kurz und störten somit nicht.

Irgendwie fand Itachi das Naruto heute verdammt zweideutig war. „... Unterlasse das bitte!", knurrte er und griff ebenfalls zwischen die Polster.

„Was denn?", fragte er nach, kramte weiter in der Couch und verstand nicht, was Itachi ihm sagen wollte.

„..." Darauf wusste Itachi auch nichts zu erwidern und schwieg deswegen. Nach ein paar Minuten gab er es auf sein Haarband zu suchen.

„Wir kaufen dir ein neues", meinte Naruto, da auch er es nicht wiederfand und weitersuchen keinen Sinn ergab. Seufzend fuhr er sich durch die Haare, kniete auf dem Sofa und sah Itachi ernst an.

Als sich dieser etwas beobachtet fühlte, drehte er den Kopf zu dem Jüngeren und zog fragend eine Augenbraue hoch. Dann legte er den Kopf leicht schief und fragte: „Was ist?"

„Ich seh dich an, das ist", erwiderte er dem Uchiha, grinste ihn dabei frech an und erhob sich langsam vom Sofa.

„Ich merks ...", murmelte Itachi und ließ eine Augenbraue in die Höhe wandern.

Frech grinste Naruto weiterhin, sah ihn erst recht weiter an. „Ich schaue dich eben gern an, außerdem muss ich doch gucken, wie sehr du dich verändert hast."

Itachi erwiderte seinen Blick und musterte dann Sasuke. „Dann will ich dich auch mal bewundern, wie sehr du dich verändert hast."

„Musst du nicht, bin immer noch derselbe", nuschelte er rasch, erhob sich von dem Sofa und verzog sich auf seinen Sessel.

Itachi grinste und streckte sich. „Ach ... ist doch ein ganz anschauliches Kerlchen aus dir geworden ...", sagte er lächelnd und rieb sich über die Augen.

„Kerlchen? ... sag mal, hakt es bei dir? Ich bin doch kein Kerlchen", murrte er auf seinem Sessel, trank seinen bereits kalten Kaffee und verzog dabei angewidert sein Gesicht.

„Gegen mich bist du ein Kerlchen ...", lächelte Itachi sanft und stand auf. „Allein, dass ich nen halben Kopf größer bin", grinste er und ging dann Richtung sein altes Zimmer.

Entrüstet sah Naruto ihm nach und grummelte leise vor sich hin. „Ich wachse aber noch und dann bin ich mindestens genauso groß wie du!"

Als Itachi vor der Zimmertür stand, wagte er sich nicht hinein. Das war doch lächerlich, immerhin war es sein Zimmer. Wieso traute er sich nicht die Tür aufzumachen?

Unten hatte sich Naruto wieder sein Buch genommen, las noch ein wenig und stand schließlich auf, als es an der Tür klingelte.

Itachi blickte auf, als er das vertraute Geräusch der Türklingel hörte und hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Vorsichtig und leise ging er bis zur Treppe und lugte hinunter zur Tür.

Naruto öffnete die Tür, sah erstaunt Tsunade an und bat sie freundlichst herein. „Du weißt sicher schon, warum ich hier bin", lächelte die Blonde und ehe er sich versah, trabte hinter ihr Sakura mit ins Haus.

Itachi entgleisten gerade so alle Gesichtszüge und ging leise einen Schritt zurück. Jetzt hatte er sicher ein großes Problem. Zu seiner Rechten erkannte er das Zimmer seines Bruders und er sah es, als Chance dort ein paar Waffen zu finden, darum ging er vorsichtig hinein und wäre am liebsten gleich wieder hinausgegangen.

Abwartend sah Naruto die beiden Frauen an, bat sie jedoch freundlich ins Wohnzimmer und bot ihnen die Couch an. „Hattest du heute Morgen schon Besuch?", wollte Sakura wissen.

„Nein,Itachi ist hier", gab er ihr zur Antwort und sah erneut Tsunade an. „Genau deswegen sind wir hier", lächelte sie und überlegte kurz, bevor sie weiter sprach. „Er darf hier in Konoha bleiben, unter einer Bedingung! ... du kümmerst dich um ihn und behältst ihn im Auge. Sollte er irgendwas anstellen, dann fliegt er!"

„Inwiefern anstellen?", wollte Naruto wissen, trank seinen Kaffee und sah die Blonde fragend an. „Ich meine, dass er keinen angreift, keinen umbringt ... alles andere darf er machen. Er darf sogar heiraten, wenn ihm danach sein sollte." Bei dieser Antwort verschluckte sich Naruto an seinem Kaffee, hustete laut und fuchtelte mit den Händen durch die Lüfte.

Sakura klopfte ihm helfend auf den Rücken, hielt dann aber inne und starrte zur Tür. „Hallo Itachi", grüßte sie ihn freundlich, worauf nun auch Tsunade und Naruto aufsahen.

Dass der ältere Uchiha sie am liebsten zum Teufel geschickt hätte, war ihm anzusehen. Kommentarlos drehte er sich um und ging in die Küche.

„Was hat er denn?", wandte sich Tsunade an Naruto. „Och weißt du, ich wäre auch sauer oder angepisst, wenn man mich erst vergiften wollte und dann einen auf so scheiße freundlich macht", erwiderte dieser und deutete dabei ganz dezent auf Sakura, welche rot dabei anlief.

Tsunade blickte verwirrt in die Runde, sah dann zu Sakura und schüttelte den Kopf. „Ich glaube, das musst du mir genauer erklären, junge Dame!", sagte sie streng, stand dann auf und lächelte nochmal freundlich zu Sasuke. „Nun, wir verabschieden uns ... du weißt, was du zu tun hast ..." Sie drehte sich um, hinter sich Sakura und ging aus dem Uchiha-Anwesen.

Naruto grinste innerlich, verabschiedete sich aber noch freundlich von den beiden Frauen und begleitete sie rasch zur Tür. Seufzend schloss er diese hinter ihnen, lehnte sich dagegen und fasste sich erst mal an den Kopf.

Itachi guckte aus der Küche mit dem Blick eines Mörders und einem Küchenmesser in der Hand. „Du magst doch ... Sushi ...", sagte er bedrohlich an ihn gewandt.

 

Itachi guckte aus der Küche, mit dem Blick eines Mörders und einem Küchenmesser in der Hand. „Du magst doch ... Sushi ...", sagte er bedrohlich an ihn gewandt.

Naruto zuckte heftig zusammen, als er die bedrohlich leise Stimme hörte und das Messer in Itachis Hand sah. „S-Sushi ...? ... ähm, sicher doch", stotterte er sichtlich geschockt und blieb vorerst an der Tür stehen, da er irgendwie ein ungutes Gefühl hatte.

„Gut ... dann kauf gefälligst Fisch! Ich fange an, den Reis zu waschen ... du hast 15 Minuten!", sagte er knapp, verzog sich wieder in die Küche, griff nach der Tüte mit Reis, riss diese schwungvoll auf, suchte sich ein Handtuch, schüttete den Reis darauf und wickelte ihn ein. „Beweg dich endlich!"

War Itachi von allen guten Geistern verlassen? Ihn erst erschrecken und dann auch noch losscheuchen wollen, um Fisch zu kaufen. Grummelnd zog sich Naruto seine Jacke an, nahm seine Schlüssel mit und wandte sich noch mal Itachi zu. „Was für Fisch? Kugelfisch oder eine Sardelle? Tintenfisch tut es sicher aber auch!"

Itachi hob eine Augenbraue hoch. „Ich will Lachs! Und kauf noch Gurke ... und Sesamkörner ... Ingwer hast du auch keinen mehr ...", sagte Itachi und überlegte nochmal. „Hol auch gleich Wasabi Paste! Und dann noch Sojasauce, die ist alles ... ach weißte was, komm her und schreib dir auf, was wir noch brauchen!"

Geduldig hörte Naruto zu, lehnte sich lässig an die Wand und versuchte sich alles zu merken. Gut, dass Itachi dann doch einsah, dass es sinnvoller wäre, das alles aufzuschreiben und so ging er in die Küche und machte sich eine Einkaufsliste mit allen Dingen, die sie benötigten. „Sake ist auch keine mehr da", stellte er fest, schrieb diese gleich mit auf und machte sich dann endlich auf den Weg zum Großmarkt.

Itachi derweil wusch den Reis und legte sich die Matte zurecht, um nachher den Reis in den Seetang gut rollen zu können, wenn Naruto diesen nicht vergessen würde.

Dieser war in der Zwischenzeit auf dem Markt angekommen, kaufte Lachs, Ingwer, eine Gurke, die etwas krumm wirkte, dann noch den Sake und nicht zu vergessen Wasabi Paste, Sojasauce und Seetang. Außerdem kaufte er noch etwas frisches Obst und etwas Fleisch. Nachdem alles eingetütet und bezahlt war, machte er sich auf den Rückweg, lief durch die gute belebten Gassen Konohas und zurück zum Uchiha-Anwesen. „Bin wieder da", rief er durch das Haus, kam direkt in die Küche rein und packte fein-säuberlich die Tüten aus.

Itachi blickte ihn fragend an, ging dann zu ihm an den Tisch und warf einen Blick drauf. „Gut ...", sagte er und nahm sich die paar Sachen, die er noch brauchte.

Naruto sagte dazu nichts, räumte stattdessen die verbliebenen Lebensmittel weg und schaute sonst noch, was er Itachi so helfen konnte. „Kommst du klar? Soll ich was helfen?"

Der Ältere drehte sich zu ihm und nickte. „Schneid die Gurke, passe aber auf!", meinte er ruhig und kam sich einen Moment lang selber doof vor. „Vergiss das mit dem Aufpassen."

Naruto nahm sich nach Aufforderung die Gurke, fing an diese zu schneiden und überhörte gekonnt die leicht mahnende Rede. Immerhin hatte er schon oft Gurken geschnitten, sich dabei auch noch nie geschnitten.

Schweigend standen die beiden nebeneinander an der Arbeitsfläche und schnitten sich ihr Essen zurecht. Itachi war in Gedanken und seufzte leise.

Naruto hingegen schnitt konzentriert seine Gurke, ging wie selbstverständlich mit dem Messer um und so zusammen mit Itachi, machte das Kochen gleich doppelten Spaß.

Als Itachi fertig war, blickte er zum Kleineren und lächelte ganz leicht. „Hm ... bist du gleich so weit?", fragte er ruhig und ging zu der Matte.

„Klar, Gurke ist fertig und kann weiterverarbeitet werden", beantwortete er die Frage, reichte ihm die geschnittene Gurke und wusch sich rasch die Hände.

Itachi nickte, nahm die zerschnittene Gurke und grinste. „Du hättest vielleicht wirklich Schlachter werden sollen ..."

„Tzeee ~ ich und Schlachter? Nein danke." Naruto schüttelte den Kopf, öffnete dabei die Wasabi Paste und schaute in der Tüte nach dem Sesam.

Kopfschüttelnd machte Itachi die Sushi Rollen fertig und schnappte Naruto die Sesamkörner aus der Hand. „Ich mache nicht alle mit Sesam, okay?", sagte er ruhig und machte sich ans Werk.

Naruto sah Itachi ruhig an, sah diesem beim Rollen des Sushi zu und lehnte sich an die Anrichte. „Ich habe nichts gegen Sesam, nur mach es bitte nicht zu scharf", bat er ihn, ehe er sich umdrehte und sich einen Tee holte.

„Nicht zu scharf, ja? Das wird schwierig, solange ich hier in der Küche stehe ...", fing der Ältere an zu witzeln und wunderte sich doch ein bisschen über sich selbst.

„Zur Not stell ich ne Wanne voll Wasser neben den Tisch", witzelte Naruto zurück, hopste auf die Anrichte und genoss seinen kalten Tee.

Itachi sagte nichts mehr, grinste nur breit und biss sich auf die Zunge, um kein Wort mehr zu sagen. Er machte lieber die letzten Handgriffe und war dann endlich fertig. „Deck den Tisch ..."

Naruto sah Itachi immer wieder mal über die Schulter, bis dieser verlangte, er solle den Tisch decken. Seufzend hopste er von der Anrichte runter, nahm Teller, Gläser und Stäbchen mit an den Tisch, legte Bastmatten unter und stellte die Teller darauf. Stäbchen und Gläser fanden ebenfalls ihren Platz, genau wie zwei Servietten.

Gerade rechtzeitig kam auch der Ältere und stellte den Teller in die Mitte. „Ich hoffe, es schmeckt", sagte dieser und setzt sich gegenüber. „Fang an ..."

„Ich bin sicher, es schmeckt", nickte Naruto, nahm sich eine Sushi-Rolle auf seinen Teller und schmunzelte Itachi kurz an. Vorsichtig biss er nun etwas ab, kaute eine Weile und schluckte runter. Seinem Gesicht konnte man nicht wirklich ansehen, ob es schmeckte oder nicht, man sah nur, dass er aß und dann den Uchiha ansah. „Ja doch ... kann man essen", stellte er zufrieden fest.

Das hatte Itachi gereicht und er nickte. Wenn er zurückdachte, hatte er bis jetzt nur von Kisame immer ein Dank gehört, anscheinend hatte sonst nie jemand für den Haimensch etwas zu essen gemacht. Doch von Naruto zu hören, dass es schmeckte, machte ihn irgendwie glücklich.

Ruhig aß Naruto sein Sushi auf, trank dazu seinen Tee und lehnte sich entspannt nach dem Essen zurück. „Das war wirklich lecker", lobte er Itachi und verdrückte doch noch ein Stück.

Dass Itachi nur halb so viel essen konnte, wunderte ihn. „Du isst für zwei ...", stellte er trocken fest und strich sich durchs Haar.

„Geht gar nicht ... bin immerhin ein Mann", erwiderte Naruto daraufhin und grinste Itachi schief an.

„Ach ... dann gib acht auf deine Figur..." Natürlich würde er nicht dick werden, das wusste Itachi, da dieser ja irgendwie ständig am Trainieren war. „Soll ich demnächst mehr machen?"

„Ich werde schon nicht fett und selbst wenn, dann schmachtet mich wenigstens keiner mehr an", grinste Naruto weiterhin schief und leerte seinen Tee. Dass Itachi mehr machen wollte, daraufhin schüttelte er seinen Kopf, räumte sein Geschirr in die Spüle und drehte sich um. „Die Portionen waren schon recht viel, musst du also nicht machen."

Itachi nickte, räumte seine Sachen ebenfalls weg und blickte sich in der Küche um. „Ich räume auf."

„Und ich helfe dir, zusammen geht das schneller", bot sich Naruto an, ließ schon das Spülwasser ein und begann das Geschirr zu spülen.

Itachi trocknete schweigend ab und stellte die Sachen auf einen Stapel. Ehrlich gesagt hatte er keine Ahnung, wo was stand, also wartete er ab, bis Naruto das tun würde.

Erstaunt sah dieser Itachi an, räumte dann aber stillschweigend das Geschirr weg und faltete ordentlich die Geschirrtücher zusammen.

„So ... der Tag ist also angebrochen, was machen wir mit dem Rest?", fragte Itachi an Naruto gewandt und strubbelte sich leicht durch sein zerzauste Haar.

Naruto überlegte kurz, sah wie Itachi sich durch die Haare strubbelte und grinste. „Erstmal deine Haare machen", verkündete er, hob dabei stolz ein neues Haargummi hoch und grinste ihn schief an.

Dieser sah ihn mit großen Augen an und ließ seine Haare langsam los. Sein Blick fiel apathisch auf das Haargummi, welches so unschuldig in Narutos Hand war. „Gib ...", raunte er dunkel und streckte besitzergreifend die Hand danach aus.

Frech grinste er weiterhin Itachi an, versteckte das Haarband hinter seinem Rücken. „Nöööö ~ keine Lust", gab er zur Antwort und schlich sich rasch aus der Küche.

„Naruto ...", knurrte der Größere und folgte ihm. „Gib das her ... oder ich hole es mir!"

Leise kichernd drehte sich dieser im Flur um. „Na dann hol es dir doch!" Und schon flitzte der Jüngere lachend die Treppen hoch und hatte sichtlich seinen Spaß dabei Itachi zu ärgern.

Dieser rannte hinterher, nahm vier Stufen gleichzeitig, bekam um die Ecke Naruto an der Schulter zu fassen, drehte ihn mit Schwung um und drückte ihn kraftvoll an die Wand. Er hielt ihn fest, sodass dieser weder zu Seite ausweichen konnte, noch eine andere Fluchtmöglichkeit bekam. Er beugte sich leicht hinab und grinste. „Sei ein netter Mitbewohner und gib mir das Haargummi ..."

Naruto befand sich an der Wand festgedrückt vor, sah dennoch Itachi schmunzelnd und herausfordernd an. „Ich mag aber nicht", neckte er den Älteren weiter und hielt das Gummi fest in seiner Hand.

„... Gib her ...", murrte dieser und griff nach seiner Hand und hielt plötzlich inne, als ihm kurz Schwarz vor Augen wurde. „Uhn ..." Schnell schloss der Größere die Augen, vermied es, sie dem Licht auszusetzen.

„Itachi ist alles in Ordnung?" Naruto zuckte leicht in sich zusammen, ließ dabei das Haarband fallen und sah stattdessen besorgt Itachi an.

Einen Moment sagte der Angesprochene nichts, biss sich auf die Unterlippe und zwang sich zur Ruhe. Dann öffnete er langsam wieder die Augen und sah zu dem Anderen. „Alles okay ..."

Abwartend blickte Naruto den Älteren weiterhin an, seufzte leise und erleichtert auf. „Erschrecke mich doch nicht so", murrte er leise auf und sah Itachi ernst an.

Der Ältere senkte leicht den Blick und faltete die Hände. „Es tut mir sehr leid, dich erschreckt zu haben ...", sagte er schmunzelnd. „Wärst du aber so freundlich, mir das Haargummi zu geben?"

Das Haarband hatte Naruto längst schon vergessen, sah es aber am Boden liegen und sah zu diesem runter. „Es liegt am Boden, du brauchst dich nur zu bücken", sagte er leise und deutete auf den Laminatboden unter sich.

Itachi blickte hinab und musste mit Entsetzten feststellen, dass für ihn der Boden eine schwammige Oberfläche war. „Ähm ... ja ..." Vorsichtig kniete sich der Ältere hin und legte die Hand auf den Boden, fing an diesen leicht abzutasten.

„Ist wirklich alles in Ordnung?", fragte Naruto abermals, sah runter auf Itachi und kniete sich zu ihm runter. Vorsichtig nahm er seine Hand, führte sie zu dem Haargummi und lächelte ihn an. „Hier ... da ist es", sprach er leise auf den Uchiha ein.

Itachi griff danach und zog schnell seine Hand an den Körper, stand ohne einen Kommentar auf, ging hinüber in sein Zimmer und riss die Tür auf und schloss sie wieder hinter sich. Das durfte nicht wahr sein!

Was ist denn nun los, fragte sich Naruto in Gedanken, sah Itachi verwirrt hinterher und auf dessen geschlossene Zimmertür. Scheinbar stimmte doch etwas nicht, nur was da nicht stimmen konnte, wusste er nicht.

 

Itachi blickte sich um, zu seiner Freude verbesserte sich das Bild vor seinem Auge. Es war nicht mehr alles ganz so verschwommen. Vorsichtig ging er zu seinem alten Bett, setzte sich drauf und stützte den Kopf auf die Hände. Sein Meister hatte ihn gewarnt.

Seufzend und immer noch ratlos, ging Naruto wieder runter und ins Wohnzimmer, wo er sich in seinen Sessel zurückzog und die Wand anstarrte. Itachis Verhalten war seltsam, sehr seltsam wie er fand. Doch nachfragen wollte er dann aber auch nicht.

Am Abend erst traute sich der ältere Uchiha wieder aus seinem Zimmer und sah sich um. Leise schlich er zu dessen Zimmertür und klopfte gegen das Holz. „Naruto?"

Der Jüngere saß jedoch noch unten, starrte noch immer die kahle Wand vor sich an und hörte etwas von oben. Wachsam wie er war stand Naruto auf, griff sich sein Kunai und schlich leise nach oben. Rasch steckte er es wieder weg, sah Itachi an und wie dieser vor seiner Zimmertür stand.

Dieser blickte zur Seite und schüttelte den Kopf. „So viel Misstrauen."

„Misstrauen?", wiederholte er leise, seufzte leise auf und trat näher an ihn ran. Vorsichtig legte er seine Hand auf dessen Schulter. „Itachi was ist denn nur los mit dir? Rede doch bitte mit mir!"

„Ist schon gut, es ist nichts Ernstes. Das passiert ab und zu", sagte er ruhig und lächelte ganz leicht. Dann schwieg der Ältere wieder und blickte zu Boden. Er konnte Naruto nicht in die Augen sehen.

„So, so, nur ab und zu. Das beruhigt mich jetzt ungemein", gab dieser im sarkastischen Ton von sich, verschränkte dabei beide Arme vor der Brust und lehnte sich leise schnaufen gegen die Wand. Dass Itachi auch noch zu Boden sah, ärgerte den Jüngeren nur noch mehr, so sehr, dass er auf Itachi losging und diesen zwang ihn anzusehen.

Kalt und emotionslos wie immer, blickte Itachi auf Naruto herab, konnte aber nicht leugnen, dass er ein wenig überrascht war, dass dieser so forsch wurde.

Der kalte und emotionslose Blick tat weh, ließ ihn leicht schlucken und er wandte den Blick von Itachi ab. Ohne etwas zu sagen, drehte er sich um, öffnete seine Zimmertür und ließ ihn auf dem Flur zurück.

Derweil biss sich Itachi auf die Unterlippe und seufzte. War es doch keine so gute Idee hier zu bleiben? Er wollte ihm sein Leben nicht noch schwerer machen, als es schon war, aber wo sollte er nun noch hin?

Enttäuscht legte sich Naruto in sein Bett, starrte die Zimmerdecke an und seufzte leise auf. So wie sich Itachi gab, so konnte und sollte es nicht weiter gehen. Fühlte Itachi denn gar nichts? Er rollte sich bei dem Gedanken auf die Seite, schaute sich das Familienbild auf dem Nachttisch an und griff danach, sah es sich schweigend an.

Itachi derweil ging hinunter in die Küche, machte sich erst mal einen Tee, diesmal einen besonders starken. Er brauchte das. Er wusste nicht, wie er mit Naruto umgehen sollte.

Immer noch starrte dieser das Familienfoto an, strich mit den Fingerkuppen über das dünne Glas und seufzte erneut auf. Würde sich Itachi noch ändern, würde er wieder der alte werden oder würde er ein Eisklotz bleiben? Er wusste es nicht, wollte es aber dennoch herausfinden und verließ deshalb auch sein Zimmer.

Verwirrt blickte Itachi zum Türrahmen und sah dort Naruto. „Kann ich was für dich tun?"

Naruto nahm seinen ganzen restlichen Mut zusammen, setzte sich leicht ängstlich auf dessen Schoss und fing Itachis Blicke mit seinen Augen auf. Seine Arme schlang er um dessen Nacken. „Ich will dich nicht verlieren ...", hauchte er nun gegen die Lippen, von dem Älteren. So schüchtern, wie er war, traute er sich jedoch nicht weiter und was er da gerade tat, war ihm völlig unbewusst. Sein Herz schlug so schnell und das Pochen wurde immer lauter und lauter.

Itachi blickte mehr als verwirrt auf Naruto, welcher scheinbar gerade nicht Herr seiner Sinne war. "Naruto?", wisperte er leise und versteifte sich unter ihm.

Was war auf einmal in ihn gefahren? Er hatte das Gefühl, als ob sein Herz förmlich in die Hose sacken würde, doch bevor das passieren würde, würde sein Herz wahrscheinlich in tausend Stücke springen. „Itachi, was tun wir hier ...?", flüsterte der Kleine kaum hörbar, traute sich erst gar nicht die Augen zu öffnen, da er doch gerade merkte, wie ihm die salzige Flüssigkeit aus den Augen rannte und tief brennende Wunden in seinem Gewissen hinterließen.

Das Erste was Itachi tat, als er die Tränen entdeckte, war sich die Tasse mit Tee zu schnappen und dran zu riechen, stellte aber nichts Verdächtiges daran fest. Er bildete sich das also nicht ein? Er schluckte hart und stellte die Tasse ab. Was sollte er denn nun sagen? „Naruto ... warum ...?"

Dieser wirkte nun eher verschreckt und abwesend, seinen Kopf hob er leicht an und blickte den Älteren an. "Frag so etwas nicht", entgegnete der Kleine tonlos wie sonst. Naruto wusste gerade selber nicht, was in ihn gefahren war. Von einer auf die andere Sekunde wurde ihm wohl klar, dass er Liebe für Itachi empfand. Doch nicht wirklich wollte er sich DAS nun eingestehen.

Der Ältere schien gerade ein wenig überfordert. Er wusste nicht, was zu tun war und er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Er wollte und musste etwas tun, aber was? Itachi sah ihn vorsichtig an und schluckte wieder. „Naruto ... was ... soll ich denn machen?"

Narutos ganzer Körper fing an zu beben. Diese Nähe war mehr als ungewohnt für ihn und noch nie hatte er solche Gefühle gefühlt, sei es tiefer Schmerz, noch die unangenehme Liebe. Itachi hatte es tatsächlich geschafft, die dicke Mauern niederzureißen. Er versuchte sich wieder zu fangen, schmiegte sich zaghaft an den Älteren und schloss für einen kurzen Moment seine feuchten Augen. „Ich weiß es nicht ...", flüsterte er in das naheliegende Ohr Itachis. „Ich ... weiß einfach nicht was ich auf einmal fühle, so was ... ist einfach nur ... furchtbar!", murmelte er leise weiter vor sich hin. Tief in seinen innersten wusste er schon sehr gut darüber Bescheid, was diese Gefühle nun zu bedeuten hatten! Doch wieder sein sturer Wille verbot es ihm jegliche Vorstellung, an so etwas zu denken.

Vorsichtig, ja fast schon ehrfürchtig, legte der Ältere die Arme um die schlanke Taille des Jüngeren. Er wagte es nicht, Naruto wirklich zu berühren, dazu hatte Itachi kein Recht, dennoch schien der Kleine seine Nähe zu wollen.

Nun wo Naruto spürte, dass Itachi seine Taille berührte, sprang er von kessem Schoss und von der Couch auf und trottete in die Küche. „Willst du was trinken?", fragte er mit brüchiger Stimme und wartet auf die Antwort.

Itachi fühlte sich stehengelassen und schüttelte den Kopf. „... Was soll das? Rennst du immer weg?"

Naruto drehte sich ganz langsam wieder um, sah verwirrt zu Itachi herüber und schluckte. „Ich renne doch gar nicht weg, ich will nur etwas trinken", log er und betrat hastig die Küche um sich etwas Tee zu holen.

Der Ältere schüttelte den Kopf und stand auf, schlich auf leisen Sohlen in die Küche, wo er Naruto an der Arbeitsfläche gelehnt sah. Flink und unbemerkt schlich er hinter den schlanken Körper und legte seine Arme um den schmalen Leib, drückte ihn leicht an sich.

Der Jüngere schreckte enorm auf, als er Itachi so plötzlich hinter sich spürte, wie dieser ihn an sich drückte und festhielt. „I-Itachi ... was soll denn das?", fing er an zu stottern und versuchte sich aus dem Griff zu befreien, da es ihm unangenehm war und sein Kreislauf anfing, verrückt zu spielen.

„Bleib ruhig ...", wisperte er leise in Narutos Ohr und hielt ihn einfach fest. Dabei schloss er müde die Augen und lehnte sich gegen den Anderen.

Wieder dieser Sasuke zusammen, hielt den Atem an und versuchte sich zu beruhigen. Itachi hatte wirklich gut reden, er schien damit ja bestens zurechtzukommen. Warum musste es auch so verzwickt sein? Warum musste er anfangen sich in Sasukes Bruder zu verlieben, konnte es nicht jemand anderes sein?

Itachi hielt still, ließ sich seine Nervosität nicht anmerken. Gott, war er durcheinander. Nach einer Weile ließ er dann aber doch los und ging einen Schritt zurück. „Es tut mir leid, ich wollte dir nicht zu nahe treten."

Nachdem Itachi losgelassen hatte, drehte sich Naruto erneut langsam um und sah ihn direkt an. „Das hast du nicht ... ich meine das bist du nicht", verhaspelte sich der Jüngere und fuhr sich verwirrt durch das blonde Haar.

Itachi grinste leicht und blickte auf den Boden. „Ich habe nicht das Recht dich anzufassen", wisperte er leise und strich sich nervös über den rechten Oberarm.

 

„Nicht das Recht? Na hör mal, eine Umarmung wird doch noch drin sein", schmollte Naruto vor sich hin und verschränkte beide Arme vor der Brust.

Der Andere wusste darauf nicht zu antworten, ging wortlos aus der Küche hinaus.

„Ich gehe etwas trainieren", verabschiedete sich Naruto rasch, schnappte sich im Flur die Schlüssel und verließ mit krachender Tür das Haus.

Itachi sah ihm nur schweigend hinterher. Na das ist ja super gelaufen. Müde quälte sich der Uchiha die Treppen hinauf zu seinem Zimmer und machte es erst mal wieder bewohnbar.

Bis spät in die Nacht hinein trainierte er, war noch mit Neji und Kiba in der Nudelbar und kam erst weit nach Mitternacht wieder heim. Leise schlich er, nachdem er lautlos die Tür geöffnet hatte, die Treppen rauf und in sein Zimmer.

Itachi lag in seinem Bett und schlief seelenruhig. Nun ja, so ruhig auch nicht, da ihn ein mehr als unangenehmer Traum quälte. Er wand sich leise in der Decke, warf den Kopf von links nach rechts und keuchte atemlos.

Naruto schlich sich leise in sein Zimmer, zog sich rasch zum Schlafen um und kroch unter die Bettdecke. Er war müde, wollte einfach nur noch schlafen und an nichts mehr denken.

Itachi keuchte wieder auf und krallte sich in seine Bettdecke. Die Hitze, welche sich in ihm ausbreitete, war mehr als unerträglich. Gequält fing er an aufzustöhnen.

Durch ein leises Keuchen wurde Naruto in seiner Nachtruhe gestört, ließ ihn grummelig aus dem Schlaf schrecken und aufstehen. Müde und schlaftrunken tapste er in Richtung der Geräuschquelle und fand sich vor Itachis Zimmertür wieder. Vorsichtig legte er die Hand auf die Türklinke, atmete noch mal tief ein und aus, betrat Itachis Zimmer und stand vor dessen Bett. Sollte er ihn wecken oder schlafen lassen? Naruto wusste es nicht, starrte stattdessen auf seinen schlafenden Bruder und kratzte sich ratlos am Kopf.

Derweil hatte der Ältere mit dieser komischen Hitzewelle zu kämpfen, warf seinen Kopf wieder zur anderen Seite und keuchte leise.

Was hatte Itachi denn nur, quälten ihn wieder Alpträume oder wurde der Ältere erneut krank? Nur langsam, fast in Zeitlupe, näherte sich Naruto dem Bett, setzte sich auf die Bettkante und sah Itachi noch immer ratlos ins Gesicht. Vorsichtig streckte er seine Hand nach ihm aus, spürte, dass Itachi ganz heiß war und zuckte zurück.

In diesem Moment, wo der Jüngere ihn berührt hatte, wachte er auf und richtete sich schnell auf, keuchte atemlos und blickte in zwei große Augen. „Naruto?"

Der Jüngere saß wie erstarrt an Itachis Bettkante, starrte diesen noch immer an. „Geht es dir denn gut? Du hast im Schlaf gekeucht und du warst ganz heiß", sprach er leise und mit durchaus besorgter Stimme.

Es war einer der wenigen Momente, wo Itachi das Gefühl hatte, im Boden versinken zu müssen. Dann spürte er sie wieder, diese Hitze, die ihn umgab. Sein Verstand schien sich zu verabschieden, darum legte er sich wieder hin und rollte sich zusammen.

„Itachi was hast du denn nur, wirst du wieder krank?", versuchte es Naruto aufs neue, sah auf das zusammengerollte Bündel und seufzte leise auf.

Dieser schüttelte den Kopf und keuchte. „N-nein ...", wimmerte er leise und wünschte sich, dass Naruto so schnell es ging, weg von ihm ging. Es war immerhin dessen Schuld, dass er sich so komisch fühle.

Mit der Antwort gab sich der Jüngere aber nicht zufrieden, fragte weiter nach und rutschte etwas näher. „Wenn du nicht krank bist, was hast du dann?"

Itachi zuckte zusammen und vergrub den Kopf ins Kissen. Warum konnte er nicht einfach gehen? Und nun fing das mit dieser blöden Hitze wieder an.

Genervt und sichtlich enttäuscht seufzte Naruto auf, erhob sich von Itachis Bett und verließ wortlos dessen Zimmer, schloss hinter sich die Tür. Immer noch nichts verstehend, zog er sich nun in sein Zimmer zurück, legte sich wieder in sein Bett und starrte die Decke an.

Gott sei Dank, war Naruto gegangen und Itachi keuchte erleichtert auf. Viel länger hätte er nicht ausgehalten und schluckte heftig. Gott, er war fertig mit den Nerven und zu allem Übel musste er auch jetzt in so einem Zustand sein. Das war doch ... zum Kotzen!

Immer noch fragte sich Naruto, was mit Itachi los war, warum diese so komisch zu ihm war. Lag es daran, wie er sich selbst gestern gegeben hatte oder was war los?

Es war doch zum verrückt werden. Nach einer halben Stunde sich in seiner Pein windend, schnellte sein Oberkörper hoch und Itachi fasste sich an den Kopf. Es war nicht zu ändern und daran war der blonde Chaot schuld. Er stand auf, ging oder besser schwankte aus seinem Zimmer hinüber zu Sasukes, wo er ohne zu klopfen die Tür aufriss. „Naruto ..."

Erschrocken fuhr dieser aus dem Bett hoch, knipste das Licht an und sah Itachi mit großen Augen an. „Was'n nun wieder los?", fragte er leise, hielt sich die Hand vor den Mund und streckte sich.

„Würdest du mir einen Gefallen tun?", fragte Itachi ernst und krallte seine Hand in den Türrahmen, keuchte stark und musste sich abstützen, um nicht umzufallen.

„Welchen?", fragte Naruto nur knapp, stand aber schon wieder auf und blieb vorerst auf seinem Bett sitzen.

Itachi ging vorsichtig auf ihn zu, setzte sich unsicher neben ihn, beugte sich zu dessen Ohr vor und biss vorsichtig hinein. Er wusste nicht, wie er es seinem Bruder mit Worten klarmachen sollte, darum wählte er diesen Weg.

Erschrocken darüber, dass Itachi ihn ins Ohr biss, sah Naruto ihn mit weit aufgerissenen Augen an und schluckte schwer. „Itachi ..." Mehr vermochte er nicht zu sagen, sah diesen immer noch recht erschrocken an und rutschte etwas näher an ihn ran.

„Es tut mir leid, hab keine Angst, ja?", sagte der Ältere leise und strich vorsichtig über Narutos Wange.

„Ich habe keine Angst", erwiderte dieser und sah diesen an. Immerhin kannte er nun dieses Verhalten. Kakashi tat es Itachi fast immer gleich, nur mit dem Unterschied, dass er nicht sein Mitbewohner war. Demnach war es nicht verwunderlich, dass er den Kopf schüttelte und sich von Itachi entfernte. „Mir geht das zu schnell. Tut mir leid", entschuldigte sich Naruto.

Itachi sagte dazu nichts, stand auf und verließ das Zimmer. Wie konnte er auch annehmen, dass er bereit wäre, sich ihm hinzugeben? Itachi ärgerte sich im Stillen über sich selbst, betrat dabei das Badezimmer und hielt es für besser, einfach kalt zu duschen. Eine Stunde später, legte er sich endlich ins Bett und versuchte zu schlafen. Am nächsten Morgen wurde Itachi durch ein leises Kichern geweckt. Müde öffnete er die Augen und blickte in das grinsende Gesicht Narutos.

„Guten Morgen", begrüßte Naruto den Uchiha mit leisen Worten und einem flüchtigen Kuss auf die Wange.

Itachi kniff dabei leicht ein Auge zu und brummte. Was hatte der denn am frühen Morgen so gute Laune? „Morgen ..."

Naruto entging das leise Brummen natürlich nicht, deswegen richtete er sich auch auf und verließ mit den Worten: „Ich bin duschen", Itachis Zimmer.

Itachi blickte nicht einmal hinterher, schloss nur die Augen und versuchte noch etwas zu schlafen. Er musste wirklich wieder eingeschlafen sein, denn als er das nächste Mal die Augen öffnete, tropfte etwas Feuchtes auf ihn.

Naruto hatte sich mit seinen noch feuchten Haaren über Itachi gebeugt, sah diesem beim Schlafen zu, und grinste ihn erneut frech beim Öffnen der Augen an. „Steh auf, ich muss noch Frühstück machen und dann will ich trainieren."

Grummelnd richtete sich der Größere auf, seufzte leise und zuckte zusammen, bewegte sich kein Stück mehr. Jetzt fiel ihm auch wieder ein, was gestern Nacht geschehen war oder auch nicht.

Zufrieden, dass Itachi sich endlich bewegte, den Anschein machte aufzustehen, verließ Naruto gutgelaunt das Zimmer und ging überschwänglich runter in die Küche. In dieser setzte er den Kaffee auf, backte ein paar Brötchen auf und deckte leise summend den Tisch.

Itachi fand sich zehn Minuten später unten in der Küche ein, ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter ziehend. Vorsichtig setzte er sich auf den Stuhl und knurrte leicht auf.

Naruto drehte sich bei dem leisen Knurren um, sah Itachi ruhig an und stellte ihm einen Kaffee hin. „Alles in Ordnung?", wollte er wissen, nahm sich ein Brötchen und begann schon mit dem Frühstück.

Als Antwort nickte der Größere, strich sich einmal durch die wirren Haare und stellte fest, dass sein Haarband wieder flöten gegangen war. „Du triffst dich wieder mit Kakashi?"

„Ja, in einer halben Stunden unten am See", antwortete er ernst, belegte sich sein Brötchen mit Käse und fing an zu essen.

Itachi nickte. „Wann bist du wieder zurück?"

Naruto überlegte kurz, sah dann aber Itachi entschlossen an. "In drei Stunden, kann aber auch gegen Abend sein", antwortete er und stand dann schon mit der letzten Brötchenhälfte auf.

Itachi blickte ebenfalls hoch. „Dann kann ich ja ... sauber machen ...", murmelte er und seufzte.

„Kannst du gerne machen, musst du aber nicht", erwiderte Naruto ernst, zog sich die Schuhe an, kam noch mal in die Küche rein und küsste Itachi erneut auf die Wange. „Bis später dann", verabschiedete er sich und nahm noch seine Schlüssel mit.

Etwas verwirrt befühlte der Ältere seine Wange und schluckte. Itachi lächelte kaum merklich. „Okay ... bis nachher ..."

 

 

Spät nach dem Training war Naruto noch mit Kakashi, Kiba und Hinata in der Nudelbar, machte sich danach aber dann endlich auf den Heimweg und schloss kaum später die Haustür auf. „Bin wieder da!", verkündete er laut, zog sich im Flur die Schuhe aus und legte die Schlüssel weg. Dass es im Haus so still war, wunderte ihn. Er trat langsam zum Wohnzimmer und machte sich derzeit so seine Gedanken. War Itachi überhaupt noch da, oder war er stiften gegangen? Nein, daran wollte er nicht denken und als er Itachi schlafend auf der Couch vorfand, zierte ein Lächeln seine Lippen.

Ruhig lag Itachi da, die Beine über die Lehne geschwungen, den Körper ausgestreckt und auf die Seite gedreht. Sein Kopf ruhte auf den Armen, welche er über die andere Lehne gelegt hatte. Itachi musste ein friedliches Bild abgeben. Seine Haare waren weiterhin offen, fielen ihm wie Seide über die Schultern.

Sich ruhig diesen Anblick anguckend, stand Naruto weiterhin in der Tür zum Wohnzimmer, löste sich dann aber und schritt zum Sofa rüber. Vorsichtig deckte er den schlafenden Itachi zu, machte das Licht aus und ging leise rauf auf sein Zimmer.

Mitten in der Nacht wurde Itachi wach, riss die Augen auf und saß kerzengerade auf dem Sofa. Draußen stürmte es erneut. Als er merkte, wo er sich befand, ließ er sich seufzend zurückfallen.

Naruto lag in seinem Bett, bekam das Gewitter draußen gar nicht mit und selbst wenn, es würde ihn nicht stören. Er war schließlich kein kleines Kind mehr, das sich ängstlich unter dem Bett verkroch.

Nach einer Weile endlich wieder einschlafen zu können, gab es der Ältere auf und erhob sich. Er sollte in sein Bett gehen, sich dort hinlegen und es nochmal versuchen. Merkwürdigerweise fand sich Itachi vor der Zimmertür Narutos wieder. Sollte er vielleicht zu ihm gehen?

Dieser schlief noch immer, auch als ein lauter Donner grollte und ein gewaltiger Blitz den Himmel entzweiriss. Gewitter war für ihn nun mal nichts Neues, nichts wovor man sich fürchten müsste.

Itachi überlegte noch einen Moment, bevor er leise die Tür öffnete und hineinging. Da lag Naruto, schlafend und nichtsahnend. Er sollte ihn besser wecken, wenn er nicht angegriffen werden wollte. „Naruto?"

Kurz rollte sich dieser auf den Bauch, öffnete dann aber bei der leisen Stimme die Augen und gab ein leises Murren von sich. Als er aber merkte, dass es Itachi war, setzte er sich langsam auf, rieb sich die Augen und sah im Dunkeln zu ihm rüber. „Kannst du nicht schlafen?"

Der Ältere schüttelte den Kopf, seufzte leise und ließ die Schultern hängen. „Kann ich zu dir?", fragte er leise und sah zu Boden. Gott, wie tief war er gesunken? Seit wann benahm er sich denn so?

Naruto war überrascht, schwang dann aber die Bettdecke zur Seite und rutschte ein Stück, bat Itachi somit, zu ihm zu kommen. „Na komm her", sprach er mit leiser Stimme und pattete neben sich.

Itachi nickte, legte sich zu dem Kleineren und sah ihn stillschweigend an. Vielleicht brauchte Itachi auch nur die Nähe? Vielleicht war das der Grund, warum er, ohne es eigentlich zu wissen, vor seiner Zimmertür stand.

Schweigend sah auch Naruto zu Itachi, deckte sie beide zu und rollte sich auf die Seite. Es war komisch so mit Itachi in einem Bett zu liegen, nicht wissend, was kommen würde. Dennoch lächelte er kurz, schloss seine Augen und wünschte Itachi eine erholsame Nacht.

Dieser erwiderte mit einem „Gute Nacht ...", und schloss dann die Augen. Er war wirklich müde und irgendwie tat ihm alles weh.

Noch einmal lächelte er bei den leisen Worten, schlief dann auch ein und doch versuchte er während er schlief, Abstand von Itachi zu halten. Bis zu den ersten Sonnenstrahlen schlief er nun durch, erhob sich dann aber leise aus dem Bett, nahm sich frische Sachen mit aus dem Zimmer und verschwand erstmal unter der Dusche. Dass wohl nicht bemerkt hatte, dass Itachi bereits am Duschen war, bemerkte er erst, als sich beide recht überrascht ins Gesicht sahen. Naruto lief rot wie eine Tomate an, stammelte etwas von einem „Entschuldigung", und hielt sich erst einmal die Hand vor Augen, um nicht gänzlich zu erblinden, oder was auch immer.

Itachi stand weiterhin da, gerade dabei, sich die Haare einshampoonierend und blinzelte. Dann grinste er, griff nach dem Arm Narutos und zog ihn zu sich unter die Dusche. „Seit wann so schüchtern?"

Naruto ließ sich zwar von Itachi in die Dusche ziehen, sah ihn aber noch immer nicht an. „Itachi nicht, ich mag es nicht zu zweit zu duschen", nuschelte er leise.

Itachi zog eine Augenbraue hoch und fragte dann recht ernst nach. „Wer hatte denn vor mir das Vergnügen? Etwa Kakashi?"

Itachis Frage ließ ihn doch aufsehen, blickte diesem genau in seine schwarzen Augen. „Bisher keiner, du bist der Erste. Und wie kommst du jetzt auf Kakashi? Eifersüchtig, oder was?", antwortete Naruto so gefasst wie nur möglich.

Daraufhin knurrte der Ältere und drückte den Kleineren an sich. „Ich mag es nicht, wenn du mit ihm trainierst!"

Leise murrte Naruto noch mal auf und sah erneut zu Itachi rauf. „Itachi bitte, wir trainieren nur. Alles andere habe ich vor Tagen schon beendet", gab er von sich, hangelte dabei nach seinem Duschgel und wollte sich nun endlich duschen.

„Alles andere ...", erwiderte Itachi, griff selber nach dem Duschgel und sah Sasuke lächelnd an. „Darf ich?"

Naruto drehte sich leicht, schaute über seine Schulter hinweg und zu Itachi mit dem Duschgel in der Hand. „Wenn ich dann auch bei dir darf!", grinste er nun schon wieder frech, drehte sich wieder um und schloss die Augen.

Itachi schluckte und hätte sich auf den Fuß treten können! Warum war ihm das so klar gewesen? Dennoch reizte es ihn Naruto zu berühren. Er beugte sich leicht vor und stricht mit der Zunge über die Ohrmuschel. „Du darfst mir sogar die Haare waschen ..."

Unter der frechen Zunge, welche über sein Ohr schlängelte, zuckte Naruto kurz zusammen, kniff die Augen zu und atmete tief durch. „Haare waschen, so, so. Na da freu ich mich doch", lächelte er kurz, da er gerne als Kind mit Itachis Haaren gespielt und diese schon immer sehr schön gefunden hatte. Eine Erinnerung an alte Zeiten, als die Familie der Uchihas noch lebte und sich mit um ihn gekümmert hatte.

Der Ältere grinste breit, drückte etwas Gel auf seine Hände und fing an Narutos Körper einzuschäumen. Dabei drückte er den schönen Körper näher an sich und lehnte seinen Kopf neben den Narutos.

Genießend schloss dieser die Augen, gab sich den streichelnden Händen hin, auch wenn er dafür wieder zu spät zum Training kommen würde. Er hatte dieses eh schon vergessen und wollte jetzt auch gar nicht daran denken.

Itachi fing an, an dem Hals des Anderen zu knabbern, nur ganz leicht. Er ließ seine rechte Hand langsam aber stetig tiefer wandern, sie zwischen Narutos Beine zum Stehen kommend.

Mit geschlossenen Augen lehnte Naruto sich gegen Itachis Brust, seufzte leise und genoss seine Berührungen, die ihm heiße Schauer durch seinen Körper jagten. Ruhig blieb er stehen, ließ das Wasser auf sich herab prasseln und rührte sich nicht weiter, jedoch seufzte er unter seinen Streicheleinheiten immer wieder leise auf.

Langsam begann Itachi zwischen Narutos Beinen zu streicheln, rieb sachte die Spitze des Jüngeren und saugte sich an dem Hals fest.

Erregt biss der Jüngere sich auf die Lippe, um ein tiefes Stöhnen zu unterdrücken und drängte sich unbewusst näher an Itachi heran. Er lehnte sich gegen die kalten Fliesen, schloss erneut seine Augen, spürte wie sich langsam diese angenehme Hitze in ihm ausbreitete und keuchte auf, als Itachi seine Hand an seinem Glied spürte.

Itachis Bewegungen an dem halb aufgerichteten Glied wurden fordernder. Mit der anderen Hand strich er über die Brust, rieb mit dem Daumen an der Brustwarze, bis diese steif war.

Stöhnend warf Naruto den Kopf in den Nacken, wandte sich unter seinen geschickten Händen, atemlos klammerte er sich an ihn. Fahrig ließ er dabei seine Hände über Itachis Brust wandern und zog ihn noch näher an sich. Er hatte das Gefühl, als könnte er ihm gar nicht nah genug sein.

Die Miene Itachis änderte sich, schlich sich ein ganz zartes Lächeln über die Lippen. Er würde gerne weiter gehen als jetzt, aber hatte Naruto nicht gestern gesagt, es ginge ihm zu schnell? Itachi beugte sich zu Narutos Lippen, küsste ihn kurz und seufzte.

Dieser zog Itachi aber näher an sich heran, jetzt wollte er die Lippen des Uchihas auf den seinen spüren, wollte seinen Geschmack auf der Zunge schmecken und verwickelte ihn in einen intensiven Kuss. Erforschte seinen Mund, als sei es sein erster Kuss.

Gierig erwiderte auch der Ältere den Kuss, rieb stärker an der Erektion, wanderte mit der zweiten Hand hinauf in dessen Haar und vergrub seine Finger darin.

Leise seufzte Naruto in den Kuss hinein und ließ sich einfach gehen. Wie durch einen Reflex legte er seine Hände in Itachis Nacken und drückte ihn so nur noch mehr an sich.

Keuchend musste sich genau dieser lösen, legte den Kopf etwas zur Seite und sah Naruto verlangend an.

Nach Atem ringend sah auch dieser Itachi an und streichelte ihm sanft über den Nacken.

Wie weit wollte der Jüngere wohl gehen? Itachi schloss die Augen, seufzte leicht und ein wohliger Schauer breitete sich in ihm aus.

Kurz schaute Naruto Itachi noch einmal an, ehe er berauscht über die helle Haut leckte, folgte der Spur der Wassertröpfchen, die zum Schlüsselbein hinab flossen und saugte auf seinem Weg in der Halskuhle, bis ein kleiner roter Fleck entstand.

Jetzt besaß Itachi auch einen dieser Knutschflecke, von denen die Mädchen immer prahlten, wenn ihr Freund ihnen einen verpasst hatte. Der Gedanke behagte ihm nicht, konnte er dennoch nicht vermeiden, dass ihn das auch irgendwie erregte.

Das entging Naruto nicht und so grinste er Itachi erneut frech an und wanderte schon mit seiner Zunge über seinen Körper, versenkte diese in seinem Bauchnabel, ehe er sich komplett vor ihn kniete und verschlang sein Glied mit einem Mal. Leicht kreiste seine Zunge über die pralle Eichel, saugend und leckend brachte er Itachi so immer wieder zum Zucken, was auch ihm sichtlich gefiel.

Itachi hatte seine Hände in den blonden Schopf gekrallt, kniff die Augen zu und keuchte ungehalten. Sein Körper reagierte so empfindlich auf den Jüngeren, das war er gar nicht gewohnt.

Saugend und lutschend glitt Naruto schnell immer wieder auf und ab, leckte mit der Zunge die gesamte Erregung hinauf und grinste Itachi schon fast vulgär an. „Gefällt dir das etwa?", grinste der Kleine dreckig, ehe er sein Glied wieder in den Mund nahm und mit seiner Hand sanft Itachis Hoden umspielte.

Itachi kniff die Augen zusammen, legte seinen Kopf in den Nacken und stöhnte unterdrückt auf. „... Naruto ...", stöhnte er ungehalten und biss sich heftig auf die Unterlippe.

Grinsend und doch schwer atmend, fing Naruto an, mit seiner Hand sanft sein Glied auf und abzureiben, stupste leicht seine Spitze an, fuhr mit deinen Daumen leicht darüber und sah mit Genuss zu, wie Itachi unter seiner Berührung reagierte und immer wieder stöhnte.

Wieder stöhnte der Ältere auf, fühlte, wie ihm das Blut in die Wangen schoss. Er musste die Augen wieder schließen. „... Warte."

Abrupt hörte Naruto auf, sah zu Itachi rauf und sah ihn fragend an. „Was ist denn? Gefällt es dir etwa nicht?", wollte er wissen, erhob sich langsam und blickte ihn ernst an.

Itachi schüttelte den Kopf. „N-Nein ... aber ...", fing er an und sah Naruto aus erregten Augen an. Etwas unsicher schlang der Ältere die Arme um seinen Nacken, beugte sich vor und küsste ihn erneut.

Naruto sah Itachi leicht abschätzend an, spürte dann aber schon dessen Arme um seinen Nacken und seine Lippen auf den Seinigen. Leise seufzend erwiderte er den kurzen Kuss, strich Itachi dabei selbst über Nacken und Rücken.

***

Itachi seufzte nochmal und fasste sich an den Kopf. Sein Naruto konnte ganz schön anstrengend sein. Vorsichtig legte er sich in dessen Bett und schloss die Augen. Sie brannten.

Unten in der Küche machte Naruto das Essen. Reisbällchen mit einer gewöhnlichen Fleischsoße und etwas Gemüse. Hin und wieder sah er dabei auf die Uhr, setzte sich an den Tisch und las die Post.

Nach einer Weile kam auch Itachi nach unten, rieb sich über Stirn und seufzte. Er setzte sich dem Jüngeren gegenüber, räusperte sich leise und sah ihn aus großen Augen an.

Naruto legte, nachdem Itachi ihm gegenüber gesessen hatte, die Post weg, sah ihn ruhig und gewissenhaft an. „Essen ist gleich fertig." Damit erhob er sich und schaute, ob nichts angebrannt war.

Itachi blieb ruhig sitzen, biss sich auf die Unterlippe und atmete tief ein und aus. Er wollte den Kleineren etwas fragen, wusste aber nicht genau, wie er es formulieren sollte. Er würde warten, bis sie gegessen hatten.

Das Essen stellte Naruto schon auf den Tisch, deckte diesen noch rasch ein und holte die Getränke. Nachdem alles da war, tischte er Itachi auf, dann sich selbst und begann schweigend mit dem essen.

Einen Moment blickte Itachi nur auf die Schüssel, schluckte, fing dann aber kommentarlos an zu essen. Er konnte froh sein, dass sich Naruto um ihn kümmerte.

Immer noch schweigend aß dieser sein Mittagessen, stand, nachdem er fertig war auf und räumte seinen Teller weg. Das Spülbecken ließ er schon voll mit Wasser laufen, machte die Anrichte sauber und den Herd gleich mit.

„Naruto?", fing Itachi vorsichtig an, blickte aber stur auf den Tisch.

Der Jüngere drehte sich um, sah auf Itachis Rücken und legte den Lappen weg. „Was ist?", wollte er wissen, trat langsam näher und setzte sich schließlich zurück an den Küchentisch.

„Uhm ... ich wollte nur wissen, wann du ... heute wiederkommst?", fragte er ganz beiläufig und strich sich durch die langen Haare.

„Das weiß ich noch nicht. Ich geh nachher noch mit Kakashi essen", antwortete er ernst, ehe wieder aufstand und anfing den Abwasch zu tätigen.

Itachi hob den Kopf an und sah ihn erzürnt an. „Schon wieder Kakashi", sagte er leise und blickte auf seinen halb leergegessene Schüssel. Sein Magen drehte sich gerade um.

„Das stört dich doch nicht, oder?", hakte Naruto nach, da ihm die knappe und recht seltsame Antwort etwas verwirrte.

Itachi antwortete nicht, stand nur auf und ging aus der Küche hinaus.

Kopfschüttelnd machte Naruto seine Arbeit weiter, sah Itachi noch mal kurz nach und seufzte leise auf. Was hatte er auch erwartet? Darüber nachdenkend, nahm sich Naruto seine Schlüssel, verließ wortlos das Uchiha Anwesen und machte sich auf den Weg. Natürlich ging er nach dem Training tatsächlich noch mit Kakashi essen, hatte einen sehr netten Abend und lachte sogar ausgesprochen viel. Dass die Zeit dabei so rasch verging, bemerkte er erst, als es weit nach Mitternacht war und er es dann für besser hielt nachhause zu gehen. Kakashi bot ihm sogar an ihn zu begleiten, was der junge Uchiha nicht ausschlug, sondern gerne annahm.

Itachi hatte den ganzen Tag gewartet und war jetzt zu den späten Abendstunden auf 180. Es war doch nicht zu glauben, er war wirklich eifersüchtig. Den Tag über hatte er nicht gegessen, hatte sich die Zeit damit totgeschlagen, zu putzen oder zu lesen. Der Uchiha hatte sich aufs Sofa verkrochen. Zwischendurch hatte sein Augenlicht kurzzeitig versagt und ihn wie ein Maulwurf bei Tag im Flur hängen lassen. Das war echt Scheiße gewesen. Plötzlich hörte er Stimmen, sie waren wohl noch weiter weg, aber eine davon war eindeutig die von Naruto.

Dieser verabschiedete sich draußen noch von seinem Sensei, bedankte sich fürs Heimbringen und schloss dann leise gähnend die Tür auf. Das Licht ließ er dabei lieber aus, nahm an, dass Itachi schon schlief und schlich sich deswegen durch das Haus.

Wie unerwartet und plötzlich der Große dann Arme verschränkend in der Tür vom Wohnzimmer zum Flur da stand, war dann schon beängstigend. „Du bist zu laut ...", sagte er ruhig, knipste das Licht an und sah ihn abwartend an. Dann fiel ihm das leicht gerötete Gesicht des Jüngeren auf. „Hast du Spaß gehabt?"

Naruto zuckte bei Itachis Stimme leicht in sich zusammen, blinzelte leicht als dieser das Licht anmachte und ihn abwartend ansah. Auf die Frage Bruders musste er dann aber doch wieder schmunzeln. „Sicher doch. Und wie war es bei dir?", fragte er beiläufig, zog sich die Schuhe aus und legte den Schlüssel weg.

Itachi antwortete nicht, ging an den Kleineren stumm vorbei und tastete sich die Treppe hinauf. Es war doch wirklich ein Scheiß Timing, dass seine Augen gerade jetzt so einen Mist machten. „Guten Nacht", sagte er kalt, bevor er sich in sein Zimmer ins Bett verzog. Er war wirklich an einem Tiefpunkt seiner Laune angekommen und wollte deswegen jetzt nicht mehr gestört werden.

Naruto blickte ihm ratlos hinterher, kratzte sich am Kopf und verstand nicht, was mit Itachi so plötzlich los war. Er hatte ihm doch gesagt, dass es spät werden könnte, auch, dass er essen gehen ... Moment, war Itachi eifersüchtig? Aber warum und auf wen? Etwa auf Kakashi, weil er mit ihm essen war? Da lief aber doch gar nichts mehr.

Grummelnd legte sich Itachi ins Bett, deckte sich zu und schnaufte. Er schämte sich fast für sich selbst, da das von eben wirklich unreif gewesen war.

Naruto war mehr als verwirrt von Itachis Verhalten, war aber auch nicht in der Lage, zu fragen, was der Ältere denn hatte. Leise seufzend ging er deswegen rauf zu Itachis Zimmer und blieb einen Moment vor der Tür stehen.

 Leise seufzend ging er deswegen rauf zu Itachis Zimmer und blieb einen Moment vor der Tür stehen

 

 

Naruto war mehr als verwirrt von Itachis Verhalten, war aber auch nicht in der Lage, zu fragen, was der Ältere denn hatte. Leise seufzend ging er deswegen rauf zu Itachis Zimmer und blieb einen Moment vor der Tür stehen. „Itachi ...", hauchte er leise, legte die rechte Hand auf die Tür und biss sich kaum später verzweifelt auf die Unterlippe. Was hatte Itachi denn so plötzlich? Warum war er so ... so zornig? Oder täuschte er sich und er war doch eifersüchtig? Aber warum? Er hatte doch nur geredet, herausbekommen, warum Sakura ihm das Gift verabreicht hatte. Nur deswegen war er noch mit Kakashi essen gegangen. „Itachi?" Er startete einen letzten Versuch, doch wieder kam keine Antwort. Darüber nun zornig, ballte er die Fäuste, wollte gegen die Wand neben sich schlagen und da öffnete sich plötzlich doch die Tür und Itachi sah ihn wortlos an. Er schluckte, dann aber fiel er Itachi um den Hals und sagte vorerst nichts mehr.

Itachi war überrascht, legte aber nun selbst die Arme um Naruto, zog ihn kaum später in sein Zimmer und verpasste der Tür einen Tritt, dass sie krachend zufiel. Nun kroch sie doch wieder in Naruto hoch. Unsicherheit spiegelte sich in seinen Augen wider und dennoch blickte er Itachi an. Itachi schüttelte darauf hin kaum merklich den Kopf und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn.

„Itachi ..." Er wollte etwas sagen, doch wieder schüttelte Itachi den Kopf. Er wusste selbst, dass er vorhin überreagierte hatte und seine Eifersucht unbegründet war. Er war schließlich bei ihm, in seinem Zimmer und nicht bei Kakashi.

„Sakura, sie hat ..." Wieder kam er nicht zum Sprechen, legten sich Itachis Lippen auf die Seinigen und stahlen sich einen Kuss. Er gab fast schon auf, als sich Itachi dann doch löste und ihn fragend ansah. „Sakura hat was?" Abwartend sah Itachi ihn an, schob ihn aber schon sanft aber bestimmend Richtung Bett, wo Naruto zu taumeln begann und zum Liegen kam. Wollte Itachi jetzt reden oder was würde das werden? Er setzte sich rasch wieder auf und noch bevor er richtig saß, war Itachi schon neben ihm und schien auf seine Antwort zu warten.

„Das Gift, es war nicht tödlich", fing er an zu erzählen, worauf Itachi verstehend nickte. „Und weiter?"

„Sie hat wohl gemerkt, dass ich Zweifel deinetwegen hatte und wollte etwas nachhelfen."

Verwirrt runzelte Itachi darauf die Stirn. „Nachhelfen?"

„Ja, nachhelfen. Es war nicht wirklich Schlangengift. Immerhin hatte sie sich mit Kakashi abgesprochen, weil es auch ihm aufgefallen ist."

Itachi nickte erneut. Das würde auch erklären, warum Kakashi an diesem Tag anwesend war und nur mit Naruto gesprochen hatte. Aber was war mit der Hokage? Diese war mehr als verärgert auf ihr junge Schülerin oder hatte auch sie ihre Finger im Spiel? „Und jetzt?"

Naruto grinste und sah Itachi schließlich an. „Na ja, die beiden dürfen Strafarbeiten leisten. Tsunade hat ziemlich getobt, aber letztendlich hat sie es aber verstanden. Trotzdem dürfen sie morgen Unkraut in unserem Garten jäten."

„In unserem?" Itachi seufzte, dann aber schmunzelte er wissend, denn der Garten sah teilweise wirklich schlimm aus. Aber weder er hatte dafür Zeit gehabt, noch Naruto. Und die Strafe war mehr als gerecht für die beiden und besonders Kakashi würde er im Auge behalten. Davon sagte er lieber aber nichts, sondern drückte ihn sanft auf sein Bett und in die Kissen.

Naruto hob darauf hin leicht den Kopf an und kuschelte sich gleich an Itachi an, als dieser sich kaum später neben ihn gelegt hatte.

„Willst du jetzt schlafen?", fragte Itachi leise nach, strich ihm über den Rücken

Erneut blickte er zu Itachi, schüttelte aber den Kopf und küsste ihn sanft auf die Wange. „Nein, ich möchte einfach etwas liegen und genießen", gab er leise zu und lächelte.

„Genießen ... so, so ... lässt sich einrichten ...", wisperte er leise in sein Ohr und leckte anzüglich über die Ohrmuschel. Itachi festigte den Griff um Naruto und zog ihn an sich.

Leise seufzend ließ sich Naruto ziehen, schloss zufrieden die Augen und genoss Itachis Nähe schweigend.

Der Letztere fing an die Schultern des Jüngeren zu massieren, wanderte stetig mit seinen Händen den schönen Körper hinab, blieb einen kurzen Moment an dessen Steiß stehen, streichelte dort die Haut und fing leicht an zu grinsen.

Naruto schnurrte unter den massierenden Händen leise auf, rekelte sich regelrecht diesen entgegen. „Hmmm~ das tut gut", murmelte er leise und sah kurz dabei auf.

Itachi blickte ihn an und küsste ihn kurz auf die Lippen. „Leg dich auf den Bauch ...", sagte er leise, dennoch bestimmend.

Der Aufforderung kam er gerne nach, rollte sich auf den Bauch, vergrub den Kopf in den Kissen und blickte noch einmal über die Schulter, zu Itachi hin.

Dieser lächelte vertrauenswürdig, richtete er sich auf und beugte sich über den zarten Körper. Mit seinen Lippen verteilte er federleichte Küsse auf den Schulterblättern, wanderte mit seinen Händen hinab und streichelte sanft die Seiten.

Naruto genoss die weichen Lippen auf seinem leicht erhitzen Körper, seufzte deswegen leise auf, war es doch so, als würden Itachis Lippen ein Feuer auf seiner Haut löschen. Dazu noch die streichelnden Hände, welche stetig über seine Seiten streichelten und ihm einen Schauer über den Rücken huschen ließen, bewirkten, dass sich seine Nackenhaare aufstellten und ihn leise brummen ließen.

Itachi wanderte weiter mit seinen Lippen hinab, griff etwas fester an die Hüfte Narutos, biss leicht in die Haut unter sich. Er küsste weiter die Wirbelsäule entlang, strich mit seinen Händen über den knackigen Po und weiter die Beine entlang.

Leise seufzte der Jüngere auf, genoss die Zärtlichkeiten, wie er ihn sanft küsste, sogar leicht zubiss und ein erneuter Schauer über ihn huschte, ihn leicht erzittern ließ. Naruto keuchte leise gegen das Kissen, waren die streichelnden Hände an seinem Po und an den Beinen einfach zu gut, ließen ihn diese schon innerlich beben und sein Blut zum Kochen bringen.

Itachi bemerkte die Reaktion mit hochgezogenen Augenbrauen. Dann grinste er wieder. Der Größere beugte sich zu Narutos Ohr vor, küsste leicht dagegen und schmiegte sich an ihn.

Als sich Itachi so anschmiegte, ihn sanft am Ohr küsste, fiepte er leise auf. „Itachiiii~ ... nicht", nuschelte er leise, mit geröteten Wangen und sichtlich durcheinander.

Der Ältere lachte leise auf, schien das Ohr bei ihm auch eine der Schwachstellen zu sein. Vielleicht war ihm Naruto an anderen Stellen auch ähnlich? Er ließ eine Hand zwischen die Matratze und Narutos Körper gleiten, strich sachte über den flachen Bauch hinab zwischen seine Beine und streichelte ihn dort. " ... keine Selbstbeherrschung?"

Erneut zuckte er zusammen, fühlte nun Itachis Hand in seinem Schritt, wie diese sachte über sein Intimbereich strich und ihn schaudern ließ. „Nhggg ... Selbstbeherrschung schon, a-aber nicht ..., wenn man da angefasst wird", stotterte er vor sich hin und presste sich in sein Kissen.

Der Ältere grinste breit, hatte er doch Lust bekommen. „Ach ... findest du?", fragte er ganz beiläufig nach, strich weiter über die heiße Erregung und beugte sich wieder vor. „Schlimmer ist es doch hier ...", hauchte Itachi sachte an Narutos Ohr und fing an, daran zu knabbern.

Weiterhin zuckte er unter Itachis Hand zusammen, biss sich auf die Unterlippe und lauschte seinen anrüchigen Worten. „Ja, finde ich und jetzt lass das!", murrte er leise auf, fiepte aber im selben Moment auf, als Itachi erneut an seinem Ohr knabberte und er dort ziemlich empfindsam war.

„Stell dich nicht so an ...", murrte der Ältere, küsste den freigelegten Nacken des Anderen und griff fest zwischen dessen Beine. Er fühlte, wie Naruto sich aufbäumte und anfing zu zittern. „Du bist wahrlich der Erste, der es sich traut, mich in der Dusche zu verführen ...", hauchte er heißer, biss in den Nacken und hinterließ einen Abdruck.

Leise brummte er bei Itachis Worten auf, genoss dann aber doch dessen Liebkosungen und wie er ihm fester zwischen die Beine griff. Die erneuten Worte, welche Itachi ihm heißer zu hauchte, ließen ihn schmunzeln, er hob deshalb den Kopf an und sah Itachi frech an. „Wo hätte ich das deiner Meinung denn sonst machen sollen? Etwa in der Küche?"

Itachi lächelte ruhig zurück, küsste ihn auf die Schläfe, klatschte mit seiner freien Hand auf den Hintern und das nicht gerade zimperlich.

Das etwas festere Po-klatschen ließ Naruto erneut zucken, den Kopf anheben und Itachi verwirrt ansehen. „Sag bloß, du stehst auf so was?", fragte er dennoch frech nach, sah hinter und an sich runter, bemerkte dabei den Handabdruck und zuckte mit den Schultern.

„Nun ja ... gefallen lassen würde ich es mir nicht ...", wisperte er bedrohlich und streichelte wieder sanft über den Po, malte unsichtbare Kreise darauf.

„Aber austeilen tust du gerne, was?", versuchte Naruto unter den malenden Finger auf seinem Po zu fragen, was sich als äußerst schwierig erwies, da es kribbelte und krabbelte, ihn immer wieder erschaudern ließ.

Itachi schmunzelte und biss dem Kleineren nochmal in sein Ohrläppchen, zog spielerisch daran. „Wie du gemerkt hast, kann ich auch einstecken ..."

Grinsend über Itachis Worte lag Naruto in den Kissen, nickte und seufzte erneut leise auf. „Ja, einstecken kannst du ... und wie du das kannst!"

***

Völlig ermattet aber glücklich seufzte er auf, spürte und hörte wie sich Itachi in ihm ergoss und keuchte deswegen ein letztes Mal auf. Erst dann lehnte er sich Halt suchend gegen den Älteren, versuchte sich zu beruhigen und zu Atem zu kommen.

Langsam verließ den Größeren die Kraft und er legte sich mit Naruto vorsichtig ins Bett. Dieser war in seinen Armen wie eine Puppe, so erschöpft schien er zu sein. Dann zog er sich aus ihm hinaus, griff nach der Decke und legte sie über sich und ihn, legte die Arme wieder um Naruto und schloss die Augen. Jetzt war er richtig müde.

Naruto kuschelte sich, nachdem sie beide im Bett gelegen hatten, an Itachi ran, lauschte dessen schnellen Herzschlag und lächelte sanft. Er selbst war völlig ausgelaugt und fertig, sodass auch er nahe an Itachi einfach einschlief.

„Ich liebe dich", nuschelte Itachi leise gegen seine Stirn und legte sich wieder hin. Er hatte nicht damit gerechnet, dass er das noch hören würde, doch Naruto hatte es ganz genau gehört. Daher richtete er sich nochmals auf und lächelte. „Ich liebe dich auch."

 

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Autor

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Statistik

Kapitel:14
Sätze:2.052
Wörter:30.165
Zeichen:172.261

Kurzbeschreibung

Nachdem Itachi im Kampf gegen seinen Bruder schwer verletzt wird, beschließt Kakashi kurzerhand, diesen nach Konoha bringen zu lassen. Nicht nur Sasuke hat damit ein Problem, sondern auch Sakura. Einzig Naruto scheint Mitleid zu haben und kümmert sich mit verheerenden Folgen um Itachi.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Drama (Genre), Liebesbeziehung (problematisch) und Familienprobleme getaggt.