Storys > Geschichten > Thriller > Rauschen 1.01

Rauschen 1.01

7
3.12.2019 15:42
12 Ab 12 Jahren
Heterosexualität
Fertiggestellt

6 Charaktere

Kai - Erik Martin

Sunnyboy, Kindergartenfreundschaft von Karo, gespanntes Verhältnis zu seinem Vater

Karolie Kiley

erste feste Freundin von Erik, Kindergartenfreundschaft

Suzanna Martin

Eriks Mutter

Nicolas Lusce

Eriks bester Freund, ca. 3 Jahre älter als Erik

Jonas Martin

Eriks Vater

Kathleen Kiley

Karos Mutter

2 Jahre zuvor

Der Winter fiel ungewöhnlich mild aus, schon Anfang März begannen die ersten Bäume zu blühen und lösten die ersten Allergien des Jahres aus. Erik war noch von einer Erkältung angeschlagen als er sich auf den Weg ins Krankenhaus machte. Unbeobachtet schlich er sich an der Information vorbei, durch die langen Flure vorbei an der Notaufnahme und der Chirugie, tappste er über die Treppe in die dritte Etage, zur Pädiatrie - Abteilung des Christopherus West. Eine ältere Schwester saß am Empfang und ignorierte ihn.

„Magaret lass mich schon rein!“, Erik stand mit verschlossenen Armen vor der Glastür.

„Du weist doch wann die Besuchszeiten sind!“, sie verwies auf das Schild.

„Ja! Ja! Ja, muss ich jedes Mal betteln?“

„Wenn du so fragst , ... ja!“ Sie kam zur Tür und drückte auf den Schalter der die Tür zur Station öffnete. Erik begrüßte sie mit einem Kuss auf die Wange. „Wie geht’s dir ? Du warst lange nicht hier!“

„Ich mag dich … ist Mama mit der Mittagsvisite durch?“

„Sie dürfte gleich fertig sein!“ Schwester Magaret beobachtete Erik der in seiner Schultasche kramte. „Schau mal das hier ist, für dich. Ich wusste nicht ob du die noch sammelst, aber ich fand es zu schade es weg zu werfen.“ Zum Vorschein kam ein kleiner Porzellanengel.

„Wo hast du den denn her? Der ist ja goldig!“

„Nicolas hat die beim Frühjahrsputz gefunden, gehörte wohl mal seiner Oma und ich dachte mir du würdest dich drüber freuen, naja bevor es auf´m Müll geht!“

„Es ist sehr schön und auch sehr alt! … Danke junger Mann!“ Sie umarmte ihn erneut. Sie sammelte die kitschigen Dinger seit ihrer Jugend.

„Ist alles wieder gut zwischen uns?“

„Na klar. Ich bin doch nur froh dich mal wieder zu sehen, den ganzen Winter hast du dich nicht blicken lassen!“

„Das ist so wenn man schwer verliebt ist!“

„Gratuliere! Karo so heißt sie doch oder?“ Schwester Magaret ging zurück an ihren Empfangsplatz.

"Was hast du erwartet sie hat was an sich,jeden Tag ..." Er brach ab

„Erik!“ Einer der vier Weiskittel kam näher. „He ich denke du bist in der Schule!“

„Ja, aber die letzten beiden Stunden sind ausgefallen und ich wollte dich nur Fragen ob ich mit den anderen schon zum Schwimmen darf. Der Trainer will ein Attest und auf Nummer sicher gehen! Bitte Mama. Mir geht´s gut echt. alles okay!“

„Wie fühlst du dich denn ?“ Sie berührte die Stirn und begutachtete seine rosigen Wangen.

„Prima! Ich kann wieder Sport machen bitte.“

„Wenn Kess dir das okay gibt, kannst du machen was du willst !“

„Super!“

„Erik?“

„Was ist?“

„Hast du schon etwas gegessen?“

„Nö, ich bin gleich her gekommen! Ich bin wirklich okay Mamilein.“

„Wenn Kess mit dir durch ist, essen wir Mittag in der Kantine und dann reden wir. Verstanden?“

„Okay! Dann bis gleich!“ Erik war zuversichtlich und folgte den anderen Weiskitteln ins Ärztezimmer.

Erik´s Mutter war in die Notaufnahme gerufen worden, es war schon über eine Stunde vergangen und Erik wollte nicht länger warten, er wollte gehen als sie ihn aufhielt. Er sollte noch für mehrere Wochen, dem Schwimmen fern bleiben, doch noch gab er nicht auf, auch wenn er wieder einen Rückschlag erlitt.

„Ich kann es nicht ändern Erik!“ Seine Mutter Suza hatte viel Arbeit, wie immer.

„Du brauchst nur deinen Schriebs drunter setzten, würde es dich umbringen mich zu unterstützen!“

„Wenn du krank bist bist du krank! Kess wird schon ihre Gründe haben! Dein Ausschlag war damals schlimm, das kann schwere Narben geben und du bist so ein hübscher Junge.“

„Mama? Mamilein?“

„Beruhige dich erst mal, wir sehen uns zu Hause ja?“

„Gut!“ Er schluckte es runter. Sich hier zu streiten brachte nichts, das wusste er und nun näherten sie sich dem Nachmittag , sein Vater hatte in kürze Arbeitsschluss und er rief ihn an, das er ihn vom Krankenhaus abholen sollte, so blieb er einige Zeit einsam und verlassen in der Kantine, als er wieder am Zeitungsstand auf Magaret traf, die eine Patientin von der Krankenstation zum Kiosk begleitete.

„Seit wann spielst du Babysitter ist das nicht die Aufgabe der Pfleger?“

„Was ist dir über die Leber gelaufen Junge?“

„Kess, ...Dr. Kessinka sagte das Mittelchen, was ich gegen meine Allergie nehme, verträgt sich nicht mit meinem Sport. Sowas hatte ich früher nicht … sie sagt nur weil man erwachsen wird … ist der Körper Hormon mäßig so durcheinander, das ich im Frühjahr auf alles möglich allergische reagieren könnte. Es ist einfach nur Scheiße...“

„Nun bist du wütend?“

„Ja bin ich, wenn das mal irgendwann weg geht, hoffe ich das das nie wieder kommt, mit meinen Pickeln hab ich genug zu tun! Und jetzt warte ich auf Papa... Auf wen passt du auf!“ Er blickte auf das zerbrechlich wirkende Mädchen das die Zeitungen durchstöberte und ihn anlächelte.

Wenige Wochen später

Weiße Wolken zogen am hellblau, strahlenden Horizont vorbei. Die Straßen von Spandoverhaven waren um diese Zeit wie leer gefegt und deshalb fiel auch niemanden Erik mit seinem gelben Mountainbike auf, der eigentlich wie andere Kinder seines Alters in der Schule hätte sitzen sollen. Mit jedem Schritt wurde das Rauschen, des nördlichen Kiefernwaldes lauter und der feste Sandboden weicher. Doch er meisterte diesen Weg, ohne große Probleme. Sein halblanges, dunkelblondes Haar lag feucht an seinem marklosen, leicht gebräunten Gesicht und verdeckte teils seine grün - grauen Augen. Erik fuhr mit dem Vorderrad über den ersten Teil der Schiene und blieb stehen, sah nach links. Kein Zug war zu sehen, nur ein freies Feld welches von den Bäumen des Waldes umsäumt war. Die rechte Seite zeigte das selbe Bild, nur das von dort der Zug mit einer sehr hohen Geschwindigkeit an gerast kam.

„Der Zug hat Verspätung !“, dachte Erik und trat in die Pedale, kurz nachdem er die Schienen verlassen hatte, raste der Zug trötend, schnaufend vorüber. Der Windstoß warf seine Haare aus dem Gesicht. Er stützte sich auf sein Lenkrad und musste Lachen, griff in seine Jacke.

 

„Kaum Vorstellbar, das hier vor fünfzig Jahren Geschichte geschrieben wurde. Heute ist davon nichts mehr zu sehen.Und mein Vortrag beruht nur auf Büchern! Mein ganzes Leben wohne ich hier und wäre es keine Hausaufgabe gewesen, hätte ich nie damit beschäftigt! Dennoch bin ich entschieden der Meinung, dass die Vergangenheit bewältigt, doch nie vergessen werden sollte, damit die nächste Generationen ihre Lehren ziehen und es besser machen ! Oder versuchen es zu bewahren.`Zitat ende! Abschlussworte!” Erik drückte auf den Stoppknopf seines kleinen Olympus Kassettendiktiergerätes, mit diesen letzten Worten glaubte er seine Eins in Geschichte zu untermauern. Zufrieden lächelte er und fuhr weiter. Hier in der Natur bekam er die besten Inspirationen, doch wenn er es aufschreiben würde, wäre der Gedanke auch schon wieder verschwunden. Er schwitzte je schneller er in die Pedale trat. Der leichte Nieselregen, der schon den ganzen Tag vorherrschte, verbesserte die Situation nicht gerade. dazu. Über all die Jahre, hatte sich ein kleiner Trampelpfad auf dem extrem steinigen Untergrund gebildet. Erik fuhr weiter am Ufer entlang und kam wider in den Wald, wo er nach ein paar hundert Metern, vor einer alten reparaturbedürftigen Hütte stoppte. Er stellte sein Rad ab. Seine Hände waren kalt und er rieb sie an einander und pustete sie ein paar mal an. Vorsichtig schlurfte er mit den Füssen durch altes nasses halb verrottendes Laub, darunter lagen vertrocknet Nadeln der Kieferbäume. Erik betrat die Hütte die er und Nicolas, sein bester Freund, seit dem beginn des Frühjahrs renovierten. Es war ihre ”Grüne - Zone”, wo jeglicher Streit verband galt und es viel Zeit zum chillen gab, als zu Hause in der ruhelosen Stadt am Meer.
 

Zur selben Zeit ca. vier Kilometer entfernt,

in der Gesamtschule, der Klasse 8.1.b, es war 10.19 Uhr

 

Die Englischlehrerin Alice Jamir überprüftedie Klassenliste erneut, da sie jemanden misste.

„Stefanie ? Karoline ? Ihr wisst nicht zufällig wo sich Kai - Erik aufhält ?” Sie sprach die Namen natürlich auf Englisch aus und rückte ihre eckige Nickelbrille zurecht, sah in die Klasse, fixierte Steffi Simon und pochte mit ihrem Kugelschreiber, in einem gleichmäßigen Takt, auf das unbefleckte Klassenbuch. Benji Kind, der in der ersten Reihe, direkt vor dem Lehrertisch saß, konnte dieses Geräusch bald nicht mehr hören. Seit Beginn des Schuljahres hatte er schon etliche Bleistifte zerbrochen um sich zu beruhigen, doch würde das auch bald nicht mehr ausreichen. Es machte ihn wahnsinnig, wenn er Englisch hatte hörte er nur ´Poch ,poch, poch` und diese krähen hafte nervige Stimme, jeder der nicht da war tat genau das Richtige.

„Keine Ahnung Ms. Jamir ! In Mathe war er jedenfalls noch da. Ich glaube ihm ging ´s nicht so gut. Natürlich kann ich ihn sehr gerne Suchen gehen, wenn sie es wünschen? Aber der wird zu Hause sein.” Steffi Simon lispelte ein bisschen, was sich wie eben, manchmal ganz komisch anhörte. Karoline Kiley saß neben ihr, sie war ihre beste Freundin, ihr fiel es schon gar nicht mehr auf, außer in ein paar heiklen Situationen, wo sie ihr Lachen einfach nicht verbergen konnte.

„Nein, bleib sitzen! Da ihr es scheinbar so lustig findet, wenn jemand den Unterricht schwänzt, wird ein Überraschungstest euch sicherlich nicht schaden?” Sie schien auf diesen Moment gewartet zu haben und zückte einen Bogen mit Aufgaben und Fragen.

 

Zurück in der "Grünen Zone"

Gegen Mittag hatte sich die Luft erwärmt, es wurde nun in naher Zeit langsam Sommer. Inzwischen war auch Nicolas Luscé eingetroffen, im Gegensatz zu Kai - Erik Martin hatte er es auf Gymnasium geschafft und war jetzt in seinem letzten Jahr. Erik war der Meinung das er genauso gut wie er, wenn nicht sogar um einiges besser. Der Unterschied lag darin das Erik von Anfang an seinen eigenen Kopf folgte ohne groß nach zu denken, wobei er sich mit seiner Meinung öfters mal eine bis zwei schlechte Noten am Tag fing und erst recht spät einsah, wenn er falsch lag.

„Hey, das Wasser ist doch optimal zum Baden!”, schwärmte Erik und zog sich sein T - Shirt aus, doch sein bester Freund schien davon nicht sehr begeistert.

„Du hast sie doch nicht alle Erik ! 12°C Ohne mich, ehrlich!”

„Ach hab dich doch nicht so Mädchenhaft! Der Sommer ist da ha!” Schon hatte er die Hose aus.

„Okay, dann bin ich halt ´n Mädchen! Was kann ich denn dran ändern? Wenn der Strand wäre okay aber das hier eisig.”

„Jetzt! Wo ich schon mal frei mach, will ich die paar Stunden auch genießen!” Da hatte Nicolas schon Erik´s Unterhemd im Gesicht.

„Ich geh nicht ins Wasser! Ohne mich mein Freund! Ich kann es mir nicht leisten krank zu werden. … Wenn ich nicht irre … bist du doch gerade erst deine Seuche los und das ganze nochmal, nein , nein NEIN!“

„Nico! Nicolas? Wir sind nicht ewig jung und die Zeit muss man genießen.” Verschmilzt blickte Erik ihn an und wollte los ins Wasser sprinten, als Nicolas ihn festhielt.

„Gerade nachdem was du durch hast hätte ich dich für vernünftiger gehalten, du bist nicht der jenige der sich dann wieder dein Gejammere anhören musst, ich bin es! ... Wann hörst du auf und wirst vernünftig?”

„Dann wenn du erwachsen wirst!”

„Mach was du willst! Du wirst schon sehen! Ich werde dich dort nicht raus fischen!” Nicolas zeigte auf´s Wasser.

„Das würdest du?”

„Nein würde ich nicht!”

„Dann ertrinke ich eben .” Er lachte und trietzte weiter: „Haha? Ich wüsste genau, wenn du nicht so reagieren würdest, etwas mit dir nicht stimmt! Dafür lieb ich dich Alter!” Erik stampfte wie ein großer Elefant zum Wasser, extra um Nicolas zu provozieren. Es schien seine Wirkung nicht zu verfehlen, denn nun zog auch er seine Sachen aus. Das kühle Nass erfrischte.

„Hilfe! Helft mir! Hilfe!” Erklangen blubbernd Erik´s Worte aus der Mitte des Sees. Nicolas hielt sich nur am Ufer auf, als er die Hilferufe vernahm wurde sein Gesicht schneeweiß. ´Hab ich es ihm nicht gesagt! ` , schoss es ihm schlagartig durch den Kopf und schon im selben Moment war er auf den Weg zu Erik, der verschwunden war. Nicolas rief nach ihm, er empfand das Wasser als eisig.

„Erik! Erik! Verdammt Erik!”, klangen seine Schreie durch den Wald und verstummten. Nicolas gab nicht auf und tauchte nach ihm, zwischendurch rief er weiter. Plötzlich griff etwas nach seinen Füssen, er schreckte zusammen, auf dem Wasser war nichts zu sehen und er bekam Angst. Da tauchte Erik von hinten auf und drückte ihn für kurze Zeit unter Wasser. Nicolas dachte an die Geschichten die sein älterer Bruder ihm erzählt hatte und wand sich wie ein Fisch im Netz, als er erneut nach Luft schnappte lies Erik ihn los. Ein wenig Wasser hatte Nicolas schon zu schlucken bekommen, dadurch hustete er stark, seine Augen waren groß und hatten diesen glasigen Blick. Er sagte nichts wortlos verließ er den Schauplatz um einige Meter. Erik folgte ihm und versuchte sich zu entschuldigen.

„Es tut mir Leid ehrlich! Hey nehm´s doch nicht so ernst! Ich mach´s auch nicht!” Mit einer schüttelnden Kopfbewegung drehte Nicolas sich um.

„Warum? Ich will nur eins Wissen! Warum machst du das? So bist du doch sonst nicht!” In letzter Zeit war Erik so abgedreht.

„Ich weiß nicht!” Er lächelte unsicher, der Grund war ihm gerade bewusst geworden: "Alle gehen sie weg und ich bleib auf der Strecke, dabei soll alles bleiben wie es ist!" , als Nicolas sich mit einem Affenzahn auf ihn stürzte und ebenfalls ein paar Mal untertauchte. Sie lachten als ihnen der Blödsinn bewusst wurde, den sie hier trieben. Es war ein Teil ihrer Jugend wie Erik sagen würde.

„Kommst du morgen Abend?”, fragte Nicolas neugierig. Mittlerweile waren sie in der Hütte und lagen auf der Couch, so das der eine, die Füße des anderen vor dem Gesicht hatte.

„Sicher! Mein bester Freund wird, doch nicht alle Tage achtzehn! Du kannst offiziell machen wonach dir ist... Ich kann´s kaum erwarten bis ich soweit bin!”

„Was ist mit Karo ?”

„Was soll mit ihr sein? Sie hält immer noch nicht viel von dir, vielleicht ändert sich das ja, ich bezweifle es sehr!” Er pustete gegen den Fuß.

„Ja, wer weiß ?” Nicolas pfiff eine kleine Melodie.

„Denk dran! Halt dich zurück sie ist mein Mädchen!”

„Huhu! Ich hab ja solche Angst vor dir! Denkst du ernsthaft das ich etwas von deinem Schreckgespenst will? Die ist doch für dich gemacht. Spielt immer schön weiterin eurer Liga im Kindergarten. Die muss noch etwas an den richtigen Stellen zulegen, bevor sie überhaupt in Frage kommt.” Er lachte und dann bekam er ein Kissen von Erik ins Gesicht, fing es aber tapfer im Flug ab.„Ich kann nicht glauben, dass wir uns bald so selten sehen sollen.”

„Du willst studieren!” Sie starrten an die Decke. „Wenn´s dir nicht passt musst du auf die Fachhochschule in der Stadt gehen!”

„Würde ich ja gerne. Aber mein Muttertier hat Erwartungen, die will ich einfach nicht enttäuschen.”

„Nur weil sie Direktorin ist, musst du nicht gleich Lehrer werden, du kannst ja noch nicht mal mit uns Kindergartenkindern klar kommen!“

„Na Sicher!“ Nicolas fing mit einem alten Thema an, was er für sich geklärt haben wollte. „Hast du Karo schon von deinem Abstecher erzählt?”

„Nein, warum sollte ich? Es ist ja nicht als hätte ich sie betrogen...oder ? Ich liebe sie. Sie liebt mich. Warum reitest du auf der alten Sache rum gibt´s nichts interessantes?”

„Hey du hast sie betrogen, rum knutschen und dann nicht dazu stehen! Das sind die Schlimmsten! Schließlich weiß ich wovon ich rede und ich hoffe für dich , das dein „Flirt“ das genauso sieht, sonst hast du ein ernsthaftes Problem mit Karo! Mal ehrlich die beste Freundin, das zwischen euch sah mir ganz schön ernst aus!”

„Höh, höh hast du nicht zugehört! Hast ja ´ne ganz schöne Phantasie! Ich hab meine Krise überwunden, mehr gibt 's dazu nicht zu sagen. Sie hat mir geholfen und Karo versteht das wenn das Thema werden sollte. Sie hat doch angefangen..., ich war der dumme und hab´s ernst genommen.” Erik war auch nur einer, wie viele andere seines Alters: „Ich hab sie nur ein Mal geküsst! Blöd war nur das du es gesehen hast! Sonst hätten wir jetzt nichts zu reden? Oder? Wie schlimm! Der Rest ist schon lange vorbei also? Karo erzählt mir auch nicht jede Kleinigkeit. Zudem hast du doch auch jede Woche ´ne Neue an der Hand und außerdem ...”

„ Außerdem was? Ich weiß was ich tu … Schließlich bin ich älter als du und hab mehr Erfahrung in solchen Sachen ... Nach nur einem Kuss sah das mir aber damals nicht aus. An deiner Stelle würde ich die Sache klären. Du redest zu viel Kleiner. Du rechtfertigst dich, und das machen nur solche die nicht wollen das man ihnen auf die Schliche kommt! Wenn dir an Karo was liegt sprich es an, bei Frauen die zu dicht aufeinander hocken kann das nur Probleme geben, für dich.”

„Wenn es keiner mehr erwähnt, ist es gegessen! Glaub mir sie sagt nichts! ...Zum hundertsten Mal. Du bist mein großes Vorbild!” Er pustete weiter gegen den Fuß, mehr und mehr störte es.

„Mensch hör auf, das ist ...”

„Nervig? Ja so ist es!” Er pustete weiter und es kitzelte mehr. „Weiber, man kann nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie...” Die Kissenschlacht begann, Erik verlor grausam.

 

Bei Erik zu Hause

Am späten Nachmittag traf Erik nach dem Schwimmtraining auf Karoline, die ihn nach Hause begleitete. Sie begrüßte ihn mit einem sehr langen Kuss und er nahm sie in den Arm. Sie spürte das da etwas war. Natürlich gingen ihm Nicolas Worte durch den Kopf.

„Irgendwas verschweigst du mir doch?”

„Es ist nicht wichtig, Nicolas hatte heute, so´n Blödsinn geredet, das hat mir klar gemacht wie sehr ich dich liebe!” Mit honigsüßer Stimme.

„Du sabbelst ganz schön viel Schmalz, das sagt mir du hast was angestellt.”

„ Vertraust du mir?”

„Sicher.”

„Das ist gut … Du weißt doch wie Nicolas ist, er sieht unschuldig aus, aber er kann einen ganz schön fertig machen. Mit dem unsinnigsten Zeug.” Er versuchte es ein wenig auf Nicolas abzuwälzen, es war nicht sportlich, aber er würde es wider richten, früher oder sehr viel später. Sie betraten über den Hinterhof, das zu Hause von Erik. Seine kleine Schwester Isabella spielte vertieft in einem, eigens für sie angelegten Sandkasten mit Förmchen und kleinen Schippen. Unbemerkt schlichen sie an ihr vorbei über die Hofterrasse ins das Haus und gingen auf Erik´s Zimmer im ersten Stock. Erik ließ sich erschöpft aufs Bett fallen.

„Ich werde mich am Besten gleich umziehen, willst du zu sehen?”

„Ne, es ist zwar eine schöne Idee, aber das machst du am liebsten alleine!”

„Irgendwann kriege ich dich dazu! Dann läuft du nicht mehr weg.”

„Bestimmt nicht heute. Ich will mich noch mal mit deiner Mutter unterhalten, sie wollte doch heute wegfahren.”

„Stimmt ja daran hab ich nicht mehr gedacht, geb mir 5 Minuten! Dann bin ich bei euch” Schon hüpfte Erik von dannen und Karoline legte ihre Tasche auf dem Stuhl ab. Neugierig beäugte sie seine letzten Schritte in sein Bad und ging in die Küche, wo sie auf Erik´s Mutter traf.

„Du hier Mädchen wie kommen wir zu der Ehre?” Sie strich durch Karolines Haar über das sommersprossige Gesicht.

„Wir haben uns wieder vertragen, wird Zeit findest du nicht? Wer kann ihm schon lange böse sein?”

„Ich freue mich doch dass du da bist. Da ist Erik wenigstens etwas normal!” Sie schnippte leicht Karolines Nase und brachte sie zum Lächeln.

”Er hat´s dir sicherlich schon erzählt, die in der Schule wollen, dass wir uns um demnächst um ein Praktikum kümmern.”

„Und du wolltest dich jetzt bei mir anmelden?“

„Naja bei Papa im Restaurant bin ich sowieso jeden Tag und bei Mama stempele ich nur irgendwelches Zeugs in ihren Akten. Bei dir könnte ich doch auf die Kinderstation!“

„Sag doch gleich du willst zu den Babys ! Das wollt ihr Mädchen alle.“

„Ja, ich will zu den Babys auf die Station!“

„Ja okay ich bin einverstanden! Jetzt müssen wir nur noch den Personalchef überzeugen.” Das war eine eindeutige Zusage.

„Oh, toll super! Kann ich dir helfen?” Sie nahm Suzanna ein paar ihrer Taschen ab.

„Was will Erik machen? Er sagt patoue nichts.“

„Der hält sich an Herrn Franka!“

„Schule? Erik ? Ernsthaft?“

„Nein, eher Trainer, und in der anderen Zeit, Erste Hilfe Kurs oder Jungrettungsschwimmer, hat er jedenfalls gesagt, auch wenn er noch nicht 16 ist, bei ihm läuft immer alles über Sondergenehmigungen, kennst das ja bei ihm!“

„Wie auch sonst, immer die Extrawurst, das er nicht warten kann schrecklich. Schaden kann es jedenfalls nicht wenn er etwas mehr Verantwortung übernimmt. Aber sollt ihr nicht in richtige Jobs reinschnuppern?“

„Lass ihn das bloss nicht hören!“ Zusammen verstauten sie die Sachen im kleinen gelben Auto. Danach setzten sie sich noch zusammen in den Garten und warten darauf, dass Erik fertig werden würde. Es dauerte erheblich länger, als die fünf Minuten die er veranschlagt hatte. Suzanna spielte mit Isabella. Erik holte Karoline ab und sie verzogen sich zurück auf sein Zimmer.

„Die Jamir hat sich heute ganz schön aufregt, als du verschwunden warst. Du hättest sie mal sehen sollen Hase! ´Was ist das so einfach einen Test zu versäumen!`”

„Der Test war heute? Scheiße! Da hätte ich doch lieber mal auf Nicolas hören sollen! Schitt …wie ging´s weiter?” Erik saß auf der Couch und Karoline hatte sich an ihn angelehnt, gemeinsam sahen sie sich Karolines Lieblings Soap - Serie „Die schwarze Rose” an. Sie schwärmte so sehr für den charmanten aber widerwärtigen Serienbösewicht Roberto Dekassi und wendete kaum ihren Blick von der Mattscheibe.

„Sie hat uns die erste Stunde eine Standpauke gehalten und die letzte konnten wir dann Zeile für Zeile, in unserer Sonntagsschrift, diesen dämliche Test schreiben! Sie hatte ihn vorgezogen … ich schätze ich krieg ´ne drei!”

„Ich krieg eine Sechs, das sag ich dir, sowie es ist. Diese Frau hasst mich und zum Nachschreiben wählt sie bestimmt wider die ungünstigste Zeit! Die ist doch bescheuert! Noch zwei Jahre und diese Ziege sind wir los!” Er küsste Karoline auf die Stirn und sie umschlang ihn.

„Das Schärfste ist ja Benji passiert!” Karoline konnte sich kaum halten.

„Was?” Er ließ von ihr ab und hörte ihr aufmerksam zu.

„Er sitzt also da vorne, ganz unschuldig, wie er selbst behauptet!”

„Natürlich ... ”Erik stützte seinen Kopf auf und beobachtete Karoline. Sie bezauberte ihn, doch manchmal konnte sie auch ein ganz schönes Biest sein.

„Die Jamir trägt natürlich ihre Knopfblusen! Er schwört er hätte ihr Titten gesehen!”

„ ... da kann einem ja schlecht werden ... Ekelhaft... ” Beide lachten ausgelassen.

„Er schwört sie hätte extra für ihn keinen BH angezogen, um eben so vor ihm rum zu wackeln!”

„Karo hör auf ich kann nicht mehr!” Unaufhörlich kicherten sie weiter.

„Es ist wahr!” Karoline stützte sich auf, Tränen rannen über ihre Gesichter und sie fühlten sich k.o. Da betrat Erik´s Mutter, das Zimmer.

„Ich liebe dich!” Er küsste sie.

„Darf ich mitlachen Kinder? Oder ist das nichts für mich!”

„Ich glaub das würdest du nicht verstehen!” Karoline lachte immer noch, sie hielt sich verschämt ein Kuschelkissen vor.

„Teenager!”

„Tja, das sind wir halt Mama!”

„Nikkis Geschenk liegt auf dem Küchentisch, du kannst ihm ausrichten, dass er sich ruhig öfters mal hier blicken lassen soll! Freunde von dir sind hier ja in letzter Zeit Mangelware.” Suzanna war gerade mal siebenunddreißig sah aber bedeutend jünger aus. Sie arbeitete als Kinderärztin im Christopherus West und hatte nun vier freie Tage in den nächsten Wochen, die sie für sich und ihre kleine Tochter Isabella nutzte, da waren ihre Jungs zu Hause Nebensache: „Abendessen für Papa und euch steht im Kühlschrank. Isabella und ich fahren dann los. Bis bald ihr Süßen!”

„Mama! Ich muss dir was sagen!” Es war jedes Mal das gleiche, wenn er so ankam . Suza hatte wenig Zeit und Erik sah seine Chance etwas zu beichten.

„Ich höre ! Was hast du wider angestellt ?” Ihr Haar fiel über ihre Schulter und ihre Augen musterten Erik. Karoline stellte fest, dass Erik genau die selbe Angewohnheit hatte.

„Ich hab heute den Englischtest versäumt!” Ganz unschuldig.

„Du weißt doch was wir besprochen haben! Das ist jetzt schon das dritte Mal.”

„Ihr Unterricht langweilt mich, außerdem hasst sie mich!”

„Fang jetzt nicht schon wider damit an! Diesmal hast du Hausarrest, wie lange, das entscheidet dein Vater!”

„Deshalb wollte ich dich fragen, ob ich wenigsten zu Nic´s Geburtstag kann !”

„Verdient hast du es nicht! Aber wir verschieben das , bis ich wieder zurück bin. Und dann haben wir einiges zu besprechen. Junger Mann.“ Sie war gedanklich schon im Urlaub. Erik war erleichtert. „In letzter Zeit hat es vermehrt Überfälle gegeben , besonders Abends und ich will weder dich, noch dich zusammenflicken müssen!” Ermahnte sie beide.

„Bei mir ist er zur Not in guten Händen, ich verspreche ihn keinen Moment aus den Augen zu lassen und wenn es hart auf hart kommt, holt uns meine Mutter morgen Abend ab!” Karoline stieß ihn an und kicherte wider. „Das wäre mir lieber. Wir sehen uns dann ihr zwei!”

„Schau Suza, erholt euch schön von euren Männern.” Karoline winkte ihr mit flinken Fingern und sah ihr nach bis sie nicht mehr zu sehen war, während Erik auf den Fernseher starrte.

„Danke das du nichts gesagt hast, ich liebe dich!” Da fing Erik an über ein anderes Problem zu sprechen, was ihn beschäftigte.

„Sie macht das nicht für Isabella!”

„ ... wovon redest du?”

„Sie will weg von meinem Pa! Und ich kann´s verstehen. Sie lotet ihre Chancen bei anderen aus und irgendwann ist sie weg... glaub mir.”

„Das bildest du dir ein! Warum sollte sie weg wollen!” Gefesselt blieb ihr Blick ebenfalls gerade aus.

„Ihr Verhalten...das hatten wir schon mal durch... Ich hab Angst. Das geht jetzt schon so lange... Irgendwas stimmt da nicht Karo.”

„Du bist verrückt! Bei deinen Eltern ist alles okay meine reden manchmal auch tagelang nicht miteinander und dann kleben sie wieder zusammen. Ist doch normal.”

„Normal? Glaubst du?” Mit fragendem Ausdruck schaute er zu ihr, sie drehte den Kopf zu ihm.

„Du redest hier von deiner Mam! Jeder hat mal eine schlechte Phase, da muss man durch. Du, ich, da gibt es keine Ausnahmen, ...eines steht jetzt schon fest, egal was kommt... Ich liebe dich!” Sie umarmte Erik lange, er brauchte es einfach, dann küsste sie ihn.

„Ich hab nur Angst vor einer Scheidung, gestern hatte sie lautstark darüber gestritten, es wird doch nicht weniger. Was soll ich machen, wenn sie es tatsächlich durchziehen? Was wird aus Izzy?”

„Rede mit ihnen und klär die Fronten. Du wirst sehen, es sind bestimmt nur Kleinigkeiten und die wollen sie nicht vor euch austragen. Jetzt ist aber Schluss damit verstanden? Die führen ihre Beziehung, und wir unsere und du kannst mir alles sagen.” Karoline strahlte eine Sicherheit aus.

„Ja!” Scheu lächelte Erik zurück, er konnte sie nicht anlügen, aber die ganze Wahrheit konnte er ihr auch nicht sagen.

 

 

Als Jonas Martin etwa gegen 19.30 Uhr nach Hause kam hatten, Erik und Karoline schon den Abendbrottisch gedeckt. Sie hörten im Radio ihren Lieblingsender, bis Jonas das Radio ausstellte.

„Alles klar?... In der Schule und Hausaufgaben gemacht?”

„Ja?” Erik überraschte die Frage, selten erkundigte sich sein Vater nach schulischen Sachen, dass überließ er Suzanna.

„Ihr Sohn ist ein Genie! Bis auf kleine Sachen.”, versuchte Karoline ihn aufzuwerten.

„Warum sitzt er dann nicht in der Schule! Deine Lehrerin ist mir heute Nachmittag über den Weg gelaufen!” Jonas stellte den Einkauf und seine Aktentasche auf Suzanna´s Stuhl.

„Ich kann das erklären Papa!”

„Wir kauen das durch, immer wieder, irgendwann ist Schluss Erik! Verstehst du es reicht” Er sah ihn grimmig und enttäuscht an. „Ich entscheide jetzt und ich sage du hast Hausarrest!“

„Gut ist okay! ... Mama weiß Bescheid!“

„Und weiter?“

„Sie hat mir erlaubt zu Nicks Geburtstag zu gehen.”

„Sie hat es dir erlaubt?!”

„Sie hat es vertagt bis sie zurück ist!“

„Hat sie gesagt? … du bleibst hier! Heute, morgen , übermorgen verstanden?“

„Das kannst du nicht machen! Ich hab euch nie angelogen.” Erik ging entrüstet auf ihn zu.

„Nur gewisse Dinge verschwiegen, wie immer. Ich kann dir nicht mehr glauben! Ich sehe dich hier jeden Abend, wenn nicht, hast du danach ganze zwei Wochen Hausarrest!”

„Ist das nicht ein bisschen hart! Ich war da ich hab´s gehört reicht ihnen das nicht”, mischte Karoline sich ein.

„Dein Vater hat seine Erziehungsmethoden, und ich meine! ... Du kannst gerne zum Abendessen bleiben!”

„Nein, danke auf so ein Essen kann ich verzichten!” Karoline zog Erik von Jonas weg. „Wir sehen uns morgen! Lass dich nicht unterkriegen!” Sie küsste ihn, ging ohne zurück zu schauen.

Erik setzte sich eher selten mit Jonas alleine auseinander, so das es beide etwas überforderte. Auf seinem Zimmer angekommen bemerkte er das Karoline ihre Tasche vergessen hatte und er rannte ihr ohne nach zu denken hinterher. Jonas hörte nur die Tür wie sie knallte, wollte Erik es tatsächlich raus fordern. Sie war an der zweiten Kreuzung als Erik sie eingeholt hatte. An der Situation, sowie sie jetzt war gab es nun nichts mehr zu ändern, also begleitet Erik sie noch nach Hause.

„Du wirst ´ne Menge Ärger meinetwegen kriegen ist dir das klar.”

„Jappy! Mein Pap´s hat einen anstrengenden Tag hinter sich und dann muss er sich noch mit meinen Problemen herum plagen, ich würde mir auch zig Strafen erteilen.” Verständnisvoll sah er sie wider mit diesen unschuldigen Blick an der ihr alles verriet.

„Hallo! Ich bin es, hör auf zu schleimen.”

„Weißt doch, weshalb ich das mache!”

„Bei meinen Eltern zieht diese Masche, aber ich sag dir nicht zum ersten Mal wie kindisch das ist.”

„Ich bin ein Kind. Ein Grosses aber eben noch ein Kind!”, ahmte er Karoline nach und versuchte ihr Parole zu bieten, indem er auf die Knie ging und sie beschwatzte, als sie dann vor Karolines zu Hause, einer fünf Raum Wohnung im siebten Stockwerk eines der Mietshochhäuser der Südstadt ankamen. Im unteren Teil des Hauses führte ihr Vater ein kleines Restaurant. Sie schlug ihm wortlos die Tür vor der Nase zu. Erik auf Knien bezirzte Karoline weiter. Sie stand auf der anderen Seite an der Tür gelehnt und musste sich das Lachen verkneifen. Ab und zu schaute sie durch den Spion und er stand noch immer auf den Knien da. Was er alles für sie aufnahm, sie konnte es nicht glauben. Die Probleme die sie mal hatten, waren lange vergessen. Lachend rief sie ihm zu:

„Geh nach Hause oder ich ruf deinen Vater an, ich werde ihm sagen, dass ich dich rausgeworfen habe und er deinen Hausarrest wider rufen soll!”

„Oh nein, bitte nicht, tue mir diese Schmach nicht an, es bricht mir das Herz!” Sein Gang war der einer Schnecke, die sich vorwärts bewegt. Schwupps stürzte er die Treppe hinunter. Karoline riss die Haustür auf, doch Erik hatte sie reingelegt. Er saß auf der vierten unteren Treppe.

„Komm endlich rein!” Sie atmete auf. Karolines Eltern hatten den Lärm vom Treppenflur mitgekriegt. „Übt ihr wider für ein Theaterstück?”, fragte eine 1,65 m große, leicht gewichtige Dame die sich als, Karolines Mutter bezeichnete, sie saß über Papieren in ihrem Arbeitszimmer.

„Sicher!”

„Und wissen sie wie die heißt Frau Kommissarin!” Er umarmte sie mit einem kurzen „Hallo!“

„Du wirst es mir sicherlich gleich sagen Junge!”

„Der arme Junge hat Hausarrest und kümmert sich nicht drum, zumindest heute Abend?”

„Soll ich dich nachher nach Hause bringen und mit deinen Eltern reden!“

„Machst du das? Ich weis nur nicht ob es was bringt. Ich bin mit Papa alleine, aber fahren darfst du mich gerne, wenn du nichts besseres zu tun hast.“

„Du kannst machen, was du willst ich geh ins Wohnzimmer! Ma ist noch was?” Karoline war es egal, er hing gerne mit ihren Eltern ab, was sie nicht verstehen konnte, sie waren so ...uncool.

„Etwas leiser ist schließlich schon spät!“

Karoline war fertig, sie wünschte sich so sehr in einem Haus zu wie Erik zu wohnen, wo man keine Rücksicht nehmen musste und vor allem nicht erst bis in den siebten Stock laufen musste, da der Fahrstuhl außer Betrieb war.

„Ein wichtiger Fall? Das an deinem freien Abend Kommissarin?” Er schaute über ihre Schulter auf einen überladenen Schreibtisch.

„Es geht dich nichts an . Neugierig bist du gar nicht?”

„Nur ein bisschen. Du verrät´s ja sowieso nichts, aber so ein kleiner Hinweis? Ah Geheimnisvoll, hmm meine Nase erschnüffelt doch da was? Wo ist denn mein Dickerchen Pauli? Ist er da?”

„Wo soll erschon sein Junge? …Ich ruf bei dir zu Hause an und sondier die Lage.”

„Mach das, bei dir ist Papa immer gnädig! Am liebsten würde ich heute bei euch bleiben.“

"Schaust du auf die Uhr? ...Vielleicht nächstes Wochenende!" Kathleen Kiley mochte Erik, sie kannte die Eltern eine Ewigkeit und er kam aus einer guten Familie. Ihr gefiel sein Charakter, er war ihrem sehr ähnlich, sie ging mit ihm in die Küche, wo ihr Mann an den Töpfen stand und neue Rezepte ausprobierte, es sah aus wie in einer Hexenküche und roch verführerisch. Montag, der einzige freie Tag für Paul Kiley, den Rest der Woche war er mit der Führung seines kleinen Restaurants beschäftigt und bald wollte er sich vergrössern.

„Was sehen meine Augen, du hast du bestimmt etwas von der köstliches für mich übrig!”

„Zu Hause gab´s wohl nichts?” Paul rührte in den zwei Töpfen auf dem Herd umher.

„Doch schon, Trockenbrot... aber ich hab gehört du brauchst einen Verkoster und ich hab mich zusammen gerissen und da bin ich!” Er wollte naschen und bekam was auf die Finger.

„Das ist für meine Frau , ab da!“

„Irgendwas für mich?“

„Ja mach schon räume dir einen Teller auf, wir essen zusammen. Verstanden?“

„Na klar!“

„Ja dann mach hin es ist spät genug!“ Paul blickte auf die Uhr das sie so spät unterwegs waren, schien doch ungewöhnlich.

 

Am nächsten Morgen auf dem Weg zu Nicolas
 

Der Tau lag noch frisch auf den Blättern, als Erik sein Fahrrad aus der Garage holte. Seine Schultasche war voller Sachen, bis seine Mutter wiederkommen würde, wollte er bei Nicolas bleiben und nichts und niemand würde ihn davon abhalten können. Der Morgen war kalt, bis zu Nicolas waren es knappe drei Kilometer über den Acker, samt Feldweg vorbei an den Entwässerungsgräben denn er lebte so zu sagen am anderen Ende der Welt. Nur langsam konnte Nicolas seine Augen auf bekommen, als er dann auf einmal Erik vor sich sah war er hellwach.

„Was zum Teufel suchst du schon um diese Uhrzeit hier es noch tiefste Nacht!”

„Alles Gute! Du siehst richtig niedlich aus, ist mir bisher gar nicht aufgefallen!” Erik wuschelte ihm durchs Haar.

„Wirklich toll, danke davon kann ich mir sehr viel kaufen.”, antwortete Nicolas sarkastisch mit zugekniffenen Augen: „Was hast du für mich? Wer hat dich rein gelassen!” Er vergrub seinen Kopf im Kissen.

„Dein kleiner Bruder sagt, du sollst dich beeilen es gibt ein `super Frühstück´ sollte ich ausrichten! Hier ist von meiner Mom, von mir gibs meine unendliche Liebe, mach schon was ist es dieses Jahr? ”

Schon war das Bett leer. Hellwach wurden Nicolas Augen und er fing das kleine Päckchen. Er öffnete es, obendrauf ein Foto das vier Personen zeigte, welches in einen braunen Rahmen gefasst war. Er legte es mit der Seite nach unten auf seinen Schreibtisch und ging zu seiner Kleiderkomode.

„Oh ich glaub ist nicht Jugenfrei ...Frühstück? Warum hast du das nicht gleich gesagt!”

„Und?” Erik drehte das Bild um welches Nicolas Großmutter, seinen Bruder, ihn und Nicolas vor der alten Hütte zeigte, als sie noch Kinder waren und er stellte es neben Nicolas Bett.

„Ich hab´s Karo nicht gesagt! Es war kein guter Zeitpunkt!”

„Okay! Das ist nicht gut, aber du musst auch Fehler machen!” Nicolas kam zurück und klappte das Bild um, beliess es aber am Nachttisch. "Obwohl ich deinen Frosch ja eigentlich sehr gerne mag."

„Man! Komm Frühstück!”

„Glaub nicht, das du noch was abbekommst.”

In der Schule

Kurz vor halb acht erreichten Erik und Karoline ihren Klassenraum, als Benji sie beim reingehen schnitten.

„Öhey Benji! Die Aktion von letztens echt wahr!” Er drehte sich um und machte mit seinen Armen kreisrunde Bewegungen und zudem gab er einen Luftkuss.

„Darauf kannst du einen lassen. Die Alte liebt mich!” Wider mussten sie lachen, dann setzten sie sich auf ihre Plätze.

 

Es war Dienstag und mit acht Stunden, der längste Tag der Woche. Die erste Stunde gehörte der deutschen Literatur/Geschichte mit der Direktorin Simone Luscé, die es verstand, im wahrsten Sinne ihre Schüler mit Worten zu Fesseln, bei ihr stand niemand schlechter als zwei, selbst die Schüler die sie nicht zu leiden vermochte. Wie fünf andere Mitschüler hielt Erik seinen Vortrag und seine Eins war ihm gewiss. Später folgte dann mit Englisch, die Stunde des Schreckens. Ms Jamir wahr ihm wohlgesonnen und erfreut über seine Anwesenheit. Er sollte am Frühen Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr nachschreiben und nahm diese Aufgabe begeistert an. So verlief der Rest des Tages in seinem üblichen Rhythmus. Die letzten Stunden des Tages gehörten dem Sport mit Torsten Franka und der schulische Stoff lag hinter ihnen. Sport war eines der Fächer von , er war angesehen und auch zugleich Vertrauenslehrer, der seinen Schülern mit Rat und Tat zur Seite stand. Keiner wollte ihn zum Feind haben, wenn man ihn zum Freund haben konnte.

„Heute machen wir, Ausnahmsweise zwanzig Minuten früher Schluss, wenn ihr es keinem verratet, dafür will ich Leistung sehen!” Er klatschte in die Hände und so gingen die Schüler mit mehr Begeisterung an die Arbeit, einige spielten Basketball, andere Fussball und die Mädchen Volleyball. So neigte sich die Stunde zu Ende und keiner wollte so richtig Schluss machen. „Kommt schon Mädels, Jungs geht nach Hause. Versprochen ist versprochen. Hurtig!” Dann nahm er sich Erik zur Seite und besprach mit ihm die Zeit des Praktikums und gab ihm einen Tagesablaufplan, für die folgenden Wochen.

„Ich hätte echt gedacht das der Tag schlimmer wird!” Benji fuhr sich durchs Haar als sie die Sporthalle verließen, er triefte vor Schweiß und die erste Frühlingshitze machte ihm zu schaffen. Ohne eine Windhauch kochte die warme Luft die Straßen vor dem Schulgebäude.

„Ha! Und ich erst.” Erik atmete tief ein: „ Jetzt wird gefeiert!”

„Jeah!” Sie liefen zu ihren Rädern, wo Stefanie und Karoline schon warteten.

„Da sind sie ja Mr. Perfekt und sein Bade!” Die Mädchen kicherten. „Was soll das heissen, bist du auf einmal ein kluges Mausilein Süße!”, antwortete Erik mit versnobter Stimme, nahm Karoline in den Arm und küsste sie.

” Ich liebe dich !”

„Uh! Ihr seid ja richtig aufgeheizt!” Steffi konnte sich nicht zurück halten, zog Karoline zu sich und tuschelte sofort mit ihr. Erik blickte sie aufmerksam an und wieder wie immer wenn er das tat war Steffi recht verschüchtert.

„Ist die Vorfreude Mädels. Das tolle Wetter. Was macht ihr Weiber nur mit uns?”, fragte Benji unverständlich, alles lachte.

„Noch Wärmer und wir hätten hitzefrei!“

„Ein bisschen spät dafür!“

„Der Sommer fängt erst an! Okay wir sehen uns bei Nick!“

„Dann bis zur Party!“

 

Bei Nicolas

Jonas wartete fast den gesamten Abend auf Erik, doch er kam einfach nicht nach Hause, so rief er zuerst bei den Luscé ´s an. Seit dem gestrigen Abend gab es Regeln, an die sich jedes Mitglied dieses Hauses zu halten hatte, Simone holte Erik ans Telefon.

„Erik! Du kommst sofort nach Hause oder ich hole dich! Jetzt kannst du es dir noch aussuchen!” Er schrie nicht, aber da lag dieser Ton in der Stimme, Erik wurde weich. Es war selten dass er sich so leicht unterkriegen lies, aber seinem Vater widersprach er selten, so vermied er jeglichen Kontakt und größere Aussprachen.

„Es ist Nicolas Geburtstag Papa! Es ist mir wichtig.”, flüsterte er schmollend ins Telefon.

„Ich dulde keine Widerrede, hast du verstanden. Gestern hast du mir schon auf der Nase rum getanzt und heute wieder … ich glaube du hast mich nicht verstanden.”

„Ich such mir andere Eltern!“, sagte er auf seine sarkastische Art mehr zu sich als zu Jonas.

„Tu das. Leider hast du nur uns?“

„Okay! Ich bin in einer Stunde zu Hause Papa, spätestens!”

„Und wehe dir nicht!” Jonas legte auf. Erik war eben in einem Alter wo man hart durchgreifen musste. Eine Stunde. Er wartete an diesen Abend vergebens auf Erik.

Betrübt teilte Erik Nicolas mit, dass er sich dem Willen seines Vaters gebeugt hatte.

„Ich sag dir was, ich begleite dich ein Stück nach Hause!” Nicolas klopfte ihn auf die Schulter: ”Feiern, wir eben unterwegs. Wer sollte uns aufhalten?”

„Keiner!” Nicht gerade begeistert kamen die Worte über seine Lippen.

„Ganz genau so ist es!” Aber bei Nicolas hörte das sich ganz anders an. „Weißt du was Digger?”

„Ja ?”

„Das ist das erste Mal seit ein paar Wochen, dass du wider positiv denkst!”

„Ich bin ein Jahr reifer Kleiner!”

„Wenn ich mich recht erinnere erst in zwanzig Minuten!” Erik sah auf die Uhr und hielt sie Nicolas vor die Nase, er schob seinen Arm bei Seite.

„Mit dem heutigen Tag ist Lisa aus meinem Leben verbannt, auf immer und Ewig! Ich schwör 's Dir! Sie und all die anderen.”

„Lisa, Cindy, Kirby ! Hab ich jemanden vergessen? Schön zu hören, wenn ich auch so einfach wie du das alte verdrängen könnte.”

„Das kannst du, wie du immer sagst, positiv Denken! Das hilft in allen Lebenslagen! Und jetzt sag mir was du für ein schlechtes Jahr hattest?”

„Na ja, es hat gerade erst angefangen! Wir gehen lieber, bevor mein Pa mich noch vermisst!”

„Man es ist gerade mal 19.00Uhr! Na, er hat auch Recht, morgen ist wider Schule und das kleine Erikchen brauch seinen Schönheitsschlaf!”

„Ich freue mich ja so aufs Nachschreiben in der Ersten am Donnerstag! Ich hasse die Alte Hexe. In alle Sache mischt sie sich ein und am Ende kommt ...” Erik schnappte seine Sportjacke und seinen Rucksack, stolperte und packte sich dabei fast hin.

„Reg dich ab. Zeig was du kannst und du bist aus dem Schneider! Meiner Mutter geht sie auch auf die Nerven, was ist an der dran?” Erik bekam es gar nicht mehr mit.

„Hey, nicht so stürmisch! Seh ich dich morgen ?”, fragte Karoline, während Steffi scheu hinter ihr stand. Sie wollten noch bleiben.

„Ja! Du holst mich ab und dann flüchten wir. Wer weis, wohin uns das Schicksal verschlägt. Soll es uns doch egal sein, aber ich denke die Zone ist der richtige Platz!” Hochnäsig blickte Erik nach oben.

„Quatschkopf du kannst es nicht sein lassen!” Karoline kniff ihn damit er wieder normal wurde.

„Ich liebe dich reicht das nicht? Ich bin so wie ich bin! Akzeptier es oder lass es einfach sein!”

„Ich hab's fast zwei Jahre akzeptiert. Wo treffen wir uns morgen?”

„Was macht ihr hier? Sprecht ihr über Problemzonen?” Erik fiel auf das Steffi nicht von Karolines Seite wich, sie war noch immer nicht in der Lage ihn direkt an zu sehen ohne rot zu werden, auch Erik mied ihre Blicke.

„Hey ich hab keine Problemzonen, sondern nur erogene Zonen!”

„Die hast du aber gut versteckt!” Reflexartig boxte Karoline nach Erik und traf ihn auf der Brust. Er lachte und rieb sich die Stelle.

„Aua, das tat weh! Komm mich morgen wecken!” Er küsste Steffi freundschaftlich zum Abschied auf die Wange, sie lächelte zurück und blieb weiter dicht neben Karoline, von wo aus sie die Party beobachtete.

„Was ist mit deinem alten Herrn?” Karoline ging dazwischen, umschlang ihn.

„Ach, der schläft um diese Zeit tief und fest, als ob ich ihm etwas getan hätte! Ich muss Los. Wir sehen uns?”

„Pünktlich!” Sie küssten sich lange, bevor Erik sich löste und noch mal leicht betrübt zu Karoline zurück sah, aber es galt Steffi. Nicolas wartete schon auf Erik, mit all seinen Sachen, und als er durchschlüpfte schloss er die Haustür. Es war kalt geworden, aber die frische Luft schaffte klare Gedanken. In vierzehn Tagen wollte Nicolas zusätzlich seinen Führerschein bestehen, doch es war noch eine lange Zeit, die er bis dahin noch mit dem Rad zurücklegen musste. Wie Erik schob er sein Rad.

„Du musst deinen Alten ganz schön hassen!”

„Ach, das ist zu viel gesagt, aber sauer bin ich schon!”

„Dann sieht man es dir nicht an. Ich würde protestieren. In letzter Zeit ist das ganz schön heftig mit euch.”

„Du kannst machen was du willst, dein Dad ist abgehauen. ” Hinter diesem lächeln stand ein anderer Ausdruck. „Ein grosser Unterschied Nick!“

„Dieser wäre? ... Du stehst mir doch schließlich in nichts nach?”

„Vergiss es, das geht über deinen Horizont!”

„Okay! ... Ich hab gehört dein Praktikum läuft bald!” Er war sehr neugierig, denn Erik erzählte nie viel darüber.

„Woher weißt du das schon wieder?”

„Ein kleines Vögelchen hat gezwitschert... Erzähl!”

„Darf ich raten Benji? ...Bleib am besten bei deinen Freunden und las mir meine ok.”

„Ich schweige! Ich schweige! Ihr Babys kommt doch ständig bei mir an.”

„Auf jeden Fall, das hat der Trainer veranlasst, der meinte es täte mir und meinem Selbstbewußtsein gut, ich hätte Zukunft! Für was Richtiges sei ich noch etwas zu verspielt und ich sollte sehen worauf ich mich einlass.”

„Was gibt´s du drauf?”

„Wird sich zeigen... Ich hab so gesehen ein paar mehr Freihheiten als sonst. Ich bin gerne im Schwimmverein, aber ich schwimme es aus Spaß. Andere sehen es als ihre Berufung. Ich mach lieber Quatsch. Weißt du was ich meine. Aber vielleicht will der Trainer auch nur was von meiner Mam, seit Wochen hängen die Zusammen...” Er öffnete seine Bierdose und stieß mit Nicolas an.

„Glaubst du wirklich?“

„Nee, aber wer weis! Jedenfalls nervt´s.“

„Wenn es deine Chance ist doch beruflich voran zu bringen?“

„Nick!“

„Vitamin B … Was wirst du machen?”

„Das wird die Zeit entscheiden, an Chrissy oder Simon komme ich schon gar nicht ran und erwarte nicht das ich werde wie die, mir reicht das hier, ich muss nicht weg.“

„Mamisöhnchen!“ Sie lachten sich an.

„Klar Franka hat einige Talente zu Tage gefördert, vielleicht hat der Druck und muss nachlegen, aber so wie es jetzt ist, ist es auch gut. Den Ehrgeiz hätte ich nie, die geben alles auf. Klar es ist toll auf dem Treppchen zu stehen, aber ich hab auch noch ein Leben. Vielleicht ist es besser was ganz anderes zu machen. Aber Erst mal muss ich nach schreiben und davon hängt meine Zukunft sowieso ab. Dann muss ich mich wohl oder übel auf meine Noten verlassen! Eine Chance Nicky, wenn man gut ist bekommt man auch eine Zweite und eine Dritte im Leben. Jetzt will ich nichts ändern.“

„Du wirst redseelig und trinkst zu wenig!“ Sie stießen erneut an. „Mein letztes Jahr und ich hab das Abi so gut wie in der Tasche Kleiner! Eines ist sicher ich werde erst Mal hier weg gehen da werd ich nicht gefragt, also find ich mich damit ab.”

„So einfach, wie für dich, ist es nicht für jeden, ich ackere ganz schön. Was willst du danach machen? Waffen kommen ja für dich nicht in Frage schätze ich.”

„Ja, ich hänge doch zu sehr an meinem Leben, man weis ja nie was wird, ich werde irgendwas studieren vier, fünf Jahre oder mehr! Ganz wie es der Frau Mama beliebt!“

„Muttersöhnchen!“ entgegnete Erik zurück.

„Das sagt der Richtige.”

„Also hast du sehr klare Vorstellungen!”

„Immer!” Sie blickten auf die letzten rosa Wolkenreste am Nachthimmel. „Wir sehen uns so selten in letzter Zeit und quatschen immer über die selben Themen. Dejavüe oder sowas!”

„Ich … hey du hast recht ist mir noch nie aufgefallen. Es muss was passieren, bloß was?”

„Das kann ich dir nicht sagen!” Das Radlager knarrte bedächtig, als Erik auf Rad steigen wollte, doch es hielt. „Trotz allem heute war das ein schöner Abend!”

„Wir sehen uns vielleicht morgen bei dir! Besuchen darf ich dich doch?”

„Klar ich hab zwar Hausarrest, aber du bist mir willkommen.” Das laute Rauschen aus dem nahe gelegenen Wald machte Nicolas etwas Angst, die kommende Dunkelheit tat ihr übriges dazu. Das Bier wurde geleert und Erik fuhr klappernt los.

„Komm gut nach Hause. Ist ja nicht mehr weit. Sei vorsichtig Kleiner!”

„Bin ich!” Er fuhr nicht schnell, aber auch nicht rücksichtsvoll.


 

Was am Abend geschah
 

Erst dachte Erik, dass er sich den Wagen hinter sich nur einbildete und wurde etwas langsamer, der Wagen hingegen lauter, um ein Vielfaches schneller. So ging das einige Zeit. Jetzt drehte sich Erik zum ersten Mal um. Der Wagen war dicht hinter ihn, aber überholte ihn nicht. Weniger wurden die Tritte und vorsichtig blickte er zur Seite. Die Geschwindigkeit des Wagens verringerte sich erneut. Als Erik zum zweiten Mal zurück blickte wurde er vom Wagen geschnitten, stürzte, ein lautes Scheppern in stiller Nacht an einem einsamen Weg, am Ende des Waldrands. Schwer hatte es Erik nicht erwischt und er ahnte das etwas hier nicht stimmte, denn es war seltsam. So was war ihm noch nie passiert. Leicht benommen, taumelt stand Erik auf, fluchte und wollte etwas hinterher rufen. Der Wagen hatte sofort gestoppt, aber der Fahrer war nirgends zu sehen. War er schon ausgestiegen? Erik wurde zu Boden gerissen. Erschreckt schrie er so laut er nur konnte, doch das dunkle Monster war viel stärker als er und hielt ihm den Mund zu, bevor es heftigst auf ihn einprügelte. Da sprang seine vollgestopfte Schultasche mit lautem Knall von der Gabel seines Gepäckträgers. Die Gestalt wandte sich ab. Anstatt die Chance zum weglaufen zu Nutzen, sprang Erik benommen auf den Rücken Dessen der ihn überwältigt hatte. Erneut kraftlosen als jemals zuvor fiel er zurück auf den Boden.

Einige Zeit verging bevor Erik wieder zur Besinnung kam, er schleppte sich aus dem Gebüsch auf die Straße, er wurde mit einer gewaltigen Energie zurückgezogen. Nervös schaut er in alle nur erdenklichen Richtungen. Das Licht der Straßenlaterne wurde stärker und immer mehr funkelte das Hinterrad von Erik ´s Fahrrad in den Augen des Schattens. Da schoss die Gestalt aus dem Gebüsch heraus und stach ihm etwas in den Hals. Erik wollte ihn festhalten, doch verlies ihn jegliche Kraft und er sackte wie ein nasser Sack zusammen. Er war so müde und bekam doch alles mit.

Autorennotiz

- spielt um mitte der Neunziger

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

Autor

JoKas Profilbild JoKa

Bewertung

Noch keine Bewertungen

Statistik

Kapitel:5
Sätze:867
Wörter:8.712
Zeichen:48.816

Kurzbeschreibung

You are my sunshine, my LONLEY sunshine, you make me HAPPY, when skys are grey, you NEVER NOTICE... Eines Tages verschwindet Erik spurlos...

Ähnliche Storys

Rausche 1.05
Von JoKa
1 6 16
Rauschen 1.04
Von JoKa
6 16
Rauschen 1.03
Von JoKa
3 16
Rauschen 1.02
Von JoKa
3 5 4 12
Rauschen 1.00
Von JoKa
7 3 16