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Der Wilson - Clan

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02.07.22 19:34
12 Ab 12 Jahren
In Arbeit

7 Charaktere

Robin Wilson ( Hauptcharakter)

Drittgeborene Tochter der Fam. Wilson, leidenschaftliche Tänzerin, Schwester in der Notaufnahme, lebt für diesen Beruf, die Stillste der Geschwister

Eric Peters (Chefarzt der Chirurgie)

kommt neu ins Open Hospital, Ex von Cruz; weiß, was er will und kämpft dafür; ihm wird Respekt gezollt und ist beliebt in der Notaufnahme

Rudy Wahly (beste Freundin von Robin)

korpulente, lustige Frau, mit der man Pferde stehlen kann, verheiratet und hat eine dreijährige Tochter

Sarah Wilson

verwöhnte zweitälteste Tochter der Fam. Wilson, hält ihre Hände für alles offen und bekommt, was sie will...treibt ihre anderen Geschwister in den Wahnsinn

Justin Wilson(Jus)

jüngstes Fam.-mitglied der Wilsons, arbeitet in einem Obdachlosenheim, sagt was sie denkt und fühlt, sorgt stets für Gerechtigkeit in der Familie

Terry Wilson

der Älteste von den Vier Wilsons, Robin ist seine Lieblingsschwester, hat seine eigene Autowerkstatt und Tankstelle, ist der Friedlichste und lässt sich von seiner jüngsten Schwester und Robin immer provozieren

Cruz (Ex - Frau von Eric)

eifersüchtig, zu allen Missetaten bereit

Robin Wilson tanzt leidenschaftlich für ihr Leben gern - Momente, in denen sie abschalten, neue Kraft schöpfen, einen klaren Gedanken fassen, einen kühlen Kopf bewahren und sich vom Alltag herunter fahren kann. Bis sich eines Tages ein schwerer Unfall ereignet, der sie dazu zwingt, ihr größtes Hobby und Lebenselixier aufzugeben. Nach ihrer Genesung sucht sie sich einen Job im "Open Hospital" in der Notaufnahme. Dort trifft sie erneut auf ihre Schwester Sarah, die mit ihr einen Konkurrenzkampf unter Geschwistern austrägt. Seit sie wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist, passieren um Robin seltsame, gefährliche Dinge und Menschen, die ihr Leben zu etwas Wertvollem machen, lassen ihr Leben und werden ihr genommen. Ob Sarah mit all dem zu tun hat? Denn sie ist so ganz anders als die anderen Wilson - Geschwister.

Auch Cruz, die Ex - Frau von Dr. Eric Peters, versucht Robin in die Knie zu zwingen, denn Cruz will Eric um alles in der Welt wieder für sich zurück gewinnen. Jedes Mittel ist ihr recht. Doch Eric hat ein Auge auf Robin geworfen. Er hatte bei ihrem Unfall beim Wettbewerb erste Hilfe geleistet und kann sie seitdem nicht vergessen. Im "Open Hospital" laufen die Beiden sich erneut über den Weg.

Kann Eric Robin für sich gewinnen oder steht Robin ihre Gefühlsachterbahn unter einem schlechten Stern? Denn der Weg, den sie gehen muss, wird steinig sein.

 

 

 

Ein Blick in ihren Spiegel sagte ihr alles. Zu sehr hatte das einschneidende Erlebnis sie geprägt. Seither verfolgte es sie bis in ihre Träume. Ihre Nächte waren seitdem unruhig, kurz gehalten und schlaflos. Sie hatte Angst abends einzuschlafen. Robin stand im Bad vor dem Spiegel. Es war schon nach Mitternacht. Sie drehte den Wasserhahn mit dem kalten Strahl auf und wusch sich das Gesicht. Mit dem schwarz - weiß gestreiften Handtuch trocknete sie sich ab und ruhte noch für ein paar Minuten etwas darin. Ihr Puls war beschleunigt und innere Wut war in ihr. Ihr Pyjama war nass geschwitzt .Schon wieder! Wie sollte es auch anders sein? Sie hatte jede Nacht den selben Traum. Jede Nacht befand sie sich in ihren Träumen beim Tanzwettbewerb für eine Solokarriere. Im Hintergrund lief der Song "Bad Time Style Back." Der wieder und wieder wie ein lästiger Ohrwurm auf sie einhämmerte . Das Klaviersolo drang ganz nah an ihr Ohr. Und bevor jedes Mal die Geige zum Einsatz kam, hörte sie sich aufschreien und stürzte zu Boden und erwachte. Bis kurz vor der Siegesernennung lief alles bestens. Ihre Schwester Sarah war mit von der Partie.

Robin hatte ihre Choreo fast beendet, als sie den roten Schal auf sich zufliegen sah...Sie bekam nur noch den Sturz mit und dann...Schmerz, Tränen, viele Schaulustige und...ER...Wie hieß er nochmal?...Robin konnte sich an den Arzt vor Ort nicht mehr erinnern. Ihre ältere Schwester Sarah manipulierte den Auftritt ihrer jüngeren Schwester. Immer wieder warf sie sich in ihren Träumen hin und her und wachte total verschwitzt auf. Dann zog sie ihren Pyjama aus und ging unter die Dusche. Sie brauchte jetzt diese Abkühlung, um wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Sie schloss ihre Augen, kehrte an den Ort zurück, wo alles passiert war.

~~

"Miss Wilson?...Miss Wilson!...Können Sie mich hören?...Hören Sie mich?... Ich bin Dr. Peters...Ruft doch jemand einen Rettungswagen und steht nicht nur so herum! Macht bitte Platz...eine Gasse bitte!", rief seine Männerstimme in den Saal hinein. Robin lag im Tanzstudio auf dem kalten Parkettboden. Sie sah alles verschwommen, ihr Kopf tat weh und ihr rechtes Bein war gebrochen. Überall um sie herum lagen kleine Glassplitter verteilt und dieser rote Schal, der gegen ihre Beine geschleudert wurde. Sie hörte die ganzen Stimmen, die alle durcheinander redeten, um sich herum nur im Schall. Das Licht an der Decke sah aus wie ein Strahl, der sich in einzelne Lichtstreifen in alle Himmelsrichtungen auszubreiten schien. "Was ist passiert?", fragte Robin benommen.

"Bleiben Sie ganz ruhig liegen, Miss...Ihr rechtes Bein ist gebrochen, Doppelbruch wie es aussieht...Wenn ich es so sagen darf, es sieht böse aus...Sie haben eine schwere Kopfverletzung. Die müssen wir wohlmöglich nähen oder klammern...Sie dürfen sich nicht bewegen. Ich bin bei Ihnen. Alles wird gut. Sprechen Sie mit mir. Sie müssen wach bleiben....Hilfe ist gleich da!...Ich werde Sie ins Krankenhaus begleiten, dass Sie nicht allein sind!...Wenn Ihnen das Recht ist.", redete Dr. Peters auf sie ein, um sie wach zu halten. Er leistete ihr, soweit es ihm möglich war, erste Hilfe. Der Arzt blieb bei ihr und beruhigte sie, bis der Rettungswagen eingetroffen war. Somit kam sie wenigstens nicht auf den Gedanken, sich aufzurappeln, um ihrer Schwester Sarah eine ins Gesicht zu donnern.

Sie saß neben ihr und grinste sie an und fragte hinterhältig: " Wie fühlst du dich kleine Schwester? Hat es sehr weh getan?...Das sollte es auch, denn ICH hab den Job!...Ich muss zugeben, deine Choreo war klasse. Aber es kann nur eine von uns Beiden gewinnen...Und das bin ICH...Wie immer!...Bleib ruhig liegen und genieß deine Schmerzen!...", und Sarah erhob sich vom Boden und verschwand für immer.

"Kennen Sie die Frau, die Ihnen das angetan hat?", fragte der Arzt sie. Robin fand keine Worte. Sarah war der einzige Grund, warum sie an diesem Tag auf dem polierten, kalten Parkettboden lag, mit einem gebrochenen Bein. Somit hatte sich wohl ihr größter Traum in Luft aufgelöst.

Mit dem Tanzen war es jetzt vorbei!

Dank ihrer Schwester Sarah.

~~

Robin verließ die Dusche und nahm das große braune Handtuch vom Handtuch - Halter herunter und trocknete sich damit ab. Sie stand dabei vor dem Spiegel und betrachtete ihr müdes Gesicht. Sie war von schlaflosen Nächten gezeichnet. Sie war von ihren hysterischen Schreien aufgewacht - wie jede Nacht...sobald sie den Schal auf sich zu fliegen sah. Ihr überlanges rot - braunes glattes Haar lag in allen Himmelsrichtungen auf dem Kopfkissen verstreut.

Sie warf ihren durchgeschwitzten Pyjama in die Wäsche. Sie knipste das Licht im Bad aus und betrat im Handtuch eingewickelt ihr Schlafzimmer und holte aus ihrem Kleiderschrank einen frischen Pyjama, den sie sich anzog, nachdem das Handtuch auf den Fußboden lag. Danach ging sie in die Küche an den Kühlschrank, um sich Milch herauszuholen. Etwas davon schüttete sie in ein Glas und stellte den Rest Packen Milch in den Kühlschrank zurück. Mit dem Glas ging sie in ihr Schlafzimmer und stellte es auf den Nachtschrank links vom Bett. Dann legte sie sich wieder in ihr Bett, damit sie noch etwas schlafen konnte, ehe der Wecker die Nacht beendete.

Jedenfalls versuchte sie es...wie jede Nacht.

 

 

"Terry, du blockierst das Badezimmer und das schon seit einer Dreiviertelstunde, man. Was treibst du denn solange da drin?...Ist dir klar, daß hier noch andere in diesem Haus wohnen, die es benutzen wollen?", und sie klopfte erneut mit ihrer rechten Faust gegen die Badtür.

"Hey Jus! Mach nicht so einen Lärm am frühen Morgen! Steh früher auf oder frag die Nachbarn nebenan. Vielleicht haben sie ja Erbarmen mit dir.", kam es aus dem Inneren vom Badezimmer der Wilsons. "Und außerdem bist du ja wohl die Einzige in der, ach so langen, Warteschlange. Also was soll das Theater?", fügte Terry hinzu. Terry war der Älteste von vier Kindern der Wilsons - Geschwister. Er besaß eine eigene Autowerkstatt mit einer kleinen Tankstelle am Rande der Stadt. Terry liebte den Geruch von Benzin und Öl. Das Geschäft lief gut, er konnte sich nicht beklagen. Er liebte den Schmutz. Doch er hasste den Schmutz, der an seiner Schwester Sarah klebte.

Sie war die Zweitälteste der Vier. Sie war sehr verwöhnt und der Liebling von Dave und Eveline Wilson. Sie wußte, wie man einem Honig um's Maul schmierte, nur um das mit offener, ausgestreckter Hand zu bekommen, was sie wollte...Geld, ein neues Auto. Jeder Wunsch wurde ihr erfüllt. Deshalb gab es wegen ihr sehr oft Streit unter den vier Geschwistern. Denn ihr glaubten die Eltern mehr, als den anderen Drei. Sarah hatte mehr Narren - Freiheiten und konnte tun und lassen, was sie wollte...Während die anderen Drei die Regeln des Hauses einzuhalten hatten.

Die Dritte im Bunde war Robin. Ihr großer Traum war eine Solokarriere als Tänzerin. Sie trainierte überall...zu Hause, im Park, in der Schule... später im Studio von Jermaine und Jülie. Sie war großartig. Sie blühte auf, wenn sie mitten im Tanz steckte und vergaß all den Streß und Ärger. Danach war sie ein neuer Mensch - bis zum Tag des Unfalls, der ihren größten Traum für immer platzen ließ. Nach ihrer Genesung und der Physiotherapie suchte sie sich einen Job und landete schließlich im "Open Hospital".

Justin, liebevoll Jus genannt, war das jüngste Mitglied der Geschwister, süße 23, arbeitete in einem Obdachlosenheim. Sie war die reinste Nervensäge. Sie konnte ihre Geschwister auf die Palme bringen, vor allem ihren großen Bruder Terry. Sie zog ihn auf, wo sie nur konnte und er fiel immer darauf herein. Wenn man bedenkt, dass jeden Morgen im Hause Wilson eine Schlacht statt fand, wenn es um das Badezimmer ging.

Leider verlor Terry immer wieder die Schlacht...Jeden Morgen.

Justin keifte immer noch vor der Tür. Ein Spalt wurde geöffnet und zwei braune Augen lugten hervor. Jus wurde langsam wütend und schob die Tür mit aller Kraft auf und baute sich vor ihrem großen Bruder auf. Der war nur mit einem Handtuch um die Hüften bekleidet. Er hatte noch etwas Rasierschaum auf dem Oberkörper und in der rechten Hand lag der Rasierer.

"Hey, das ist meiner!", schnauzte Jus ihn total genervt an. "Kauf dir einen Eigenen. Und komm mir ja nicht mit der Ausrede, er liegt in der Werkstatt...Oder er liegt bei irgendeinem Betthäschen von dir...Das kannst du knicken. Das kauft dir doch keiner ab, man!"

Sie ging auf ihn zu und nahm ihm den Rasierer weg und schob ihn aus dem Badezimmer hinaus. "Was soll das, Justin?", fragte Terry seine jüngste Schwester.

"Entschuldige mal Bruderherz! Aber das hier ist nun mal leider das einzige Bad im Haus und ich bin gerade ein Notfall!", und sie schlug ihm die Tür vor der Nase zu. Terry hielt sich das Handtuch unterhalb der Gürtellinie fest und rief in Richtung Badezimmer: "Ich bin noch nicht fertig, man! So kann ich nicht zur Arbeit!"

"Dann nimm eine Pinzette und vollende dein Kunstwerk im Flur vor dem Garderobenspiegel!", kam es aus dem Bad. Justin legte ihm eine kleine Pinzette vor die Tür. "Soll das'n Witz sein, Jus?" Terry hob sie auf und stellte sich vor dem Spiegel in der Garderobe. Er besah seinen halbfertig rasierten Oberkörper und wischte mit dem rechten Zeigefinger durch den Schaum und zog an einem Haar. "Autsch!", zischte er und miexte: "Sag mal, hat dich der Blitz getroffen oder was?...Du bist doch verrückt! Das tut ja schon mit den bloßen Fingern weh. Was soll das denn erst mit der Pinzette werden?", nörgelte er vor sich hin. Dann brüllte er laut, dass Jus ihn hören konnte:

"Du weißt schon, dass das höllisch weh tut?...Wie haltet ihr das denn mit Heißwachs aus?" Da ging die Haustür auf und Robin trat ein. Sie schloß die Haustür und drehte sich zu Terry. Sie blieb abrupt vor ihm stehen und beäugte ihren Bruder von oben nach unten. Er stützte seinen rechten Arm auf der Kommode ab, mit der anderen Hand hielt er das Handtuch fest und fragte Robin verlegen: "Du bist schon hier?...Ehm ...Wieso bist du nicht auf Arbeit, Rob?", und er grinste verlegen.

"Oh...Ehm, ich hab...Ich hab meinen Job gekündigt und bin jetzt obdachlos. Ich hab gerade meine Wohnung in die Luft gesprengt. Hast du nicht den lauten Knall gehört?...Nein?...Dann muß ich mich wohl das nächste Mal mehr anstrengen!", und sie ging an Terry vorbei. Sie fasste nach dem Handtuch und zog ein wenig daran.

"Hey!", brüllte Terry durch den Flur und hielt das Handtuch fest, damit es Robin ihm nicht ganz vom Körper ziehen konnte.

"Hab dich nicht so, Bruderherz! Ich hab schon andere nackt gesehen.", gab ihm seine jüngere Schwester Robin zu verstehen und sie betrat die Küche und ließ ihn halb nackt im Flur stehen.

Terry sah ihr nach und sah dann in den Spiegel. "Okay, das reicht jetzt! Was zuviel ist, ist zuviel!" Er zog das Handtuch höher, wischte den Schaum damit ab und polterte die Eichenholz - Treppe hinauf in sein Zimmer. "Weiber!...Typisch Schwestern! Ich frag mich, wieso davon hier so viel im Haus herum rennen." Dort zog er sich für die Arbeit an, nahm seine Motorrad - Schlüssel und fuhr in seine Werkstatt.

 

 

"Ich bin wieder zu Hause ihr Lieben!", kam es von der Haustür der Wilson - Villa.

"Oh nein!...Nicht das am frühen Morgen!...Erst Terry halb nackt vor dem Spiegel und jetzt der Zerstörer!...Ich muß los, Mum...Bis später!", und Robin zog sich ihre Jacke über.

"Wird es nicht Zeit, das Kriegsbeil zu begraben?", fragte ihre Mutter ihr hinterher. Robin hielt sich am Türrahmen fest.

"Auf keinen Fall! Lieber heirate ich einen alten Greis, als ihr zu verzeihen. Sie hat mein Leben ruiniert....", gab Robin zur Antwort. "Ist ja schon seltsam, dass ich heute zum Frühstück erscheinen durfte.", nuschelte Robin vor sich hin und wurde etwas lauter:

"Sie hat mir das genommen, was mich am meisten glücklich gemacht hat....Wir sehen uns heute Abend, Jus." Justin nickte und Robin verließ das Haus durch den Vordereingang.

Was ist denn heute Abend?", fragte Sarah, als sie sich an den Tisch gesetzt hatte.

Justin biss von ihrem belegten Brötchen mit Käse ab und sprach zu Sarah mit vollem Mund: "Das kann dir doch egal sein!"

Sie kaute schnell aus, spülte den Rest mit Kaffee herunter, schnappte ihre Sachen und Schlüssel und verabschiedete sich, um auf Arbeit zu fahren.

Robin war zum Krankenhaus gefahren und zog sich im Aufenthaltsraum an ihrem Spind um.

Ihre Schritte lenkten sie zur Notaufnahme. Das war ihr neuer Job, seit eineinhalb Jahren...nach ihrem schweren Tanzunfall, vielen Therapien, die sie heute immer noch in Anspruch nahm. Wochenlang trug sie einen Gips an ihrem Bein. Der jeden Tag und jede Nacht gejuckt und sie bald wahnsinnig gemacht hatte.

Es war heute ihr freier Tag, doch sie wollte arbeiten. Das war jetzt für sie die einzige Ablenkung.

"Hay Rudy!"

Eine etwas korpulente Frau mit großem, frechem Mundwerk sah sie an.

"Tag Schätzchen! Hast du nicht heute deinen freien Tag?"

Robin setzte sich an den Computer und öffnete das Aktenverzeichnis.

"Nein Rudy!...Hab's mir anders überlegt. Der Zerstörer ist zurück. Also geh ich lieber arbeiten, als mir den Arsch hoch jagen zu lassen."

"Und wie fühlst du dich?"

Robin schlug die erste Klemm - Mappe auf und begann auf der Tastatur herum zu hämmern.

"Als ob ich jemanden umbringen möchte."

"Okay, zuerst hole ich uns Kaffee vom "Coffee - Shop" um die Ecke. Wird ein langer Tag heute, ist verdammt viel los."

"Okay Rudy...Ich danke dir vielmals!", und Rudy schlüpfte in ihre lange Wollstrickjacke. An der Doppeltür drehte Rudy sich nochmal zu ihrer Freundin um.

"Schön, daß du da bist, Wilson!", sagte Rudy zu ihr und ließ Robin allein.

Rudy war Robins beste Freundin, verheiratet mit George Wahly und hatte eine dreijährige Tochter. Robin kannte Rudy, seit sie hier angefangen hatte. Doch bisher gab es noch keine Gelegenheit, den Rest der Familie Wahly kennenzulernen.

Das Hospital war zur Zeit unterbesetzt und jede Hand wurde gebraucht.

Rudy, Robin und Rusty verbrachten im Moment mehr Zeit auf Arbeit als daheim.

Rudy hatte Rob in allem eingearbeitet und herum geführt und mit jedem bekannt gemacht, als sie her kam. So lernte sie zu begreifen und zu verstehen und ging in ihrem neuen Job voll auf.

Anderen Menschen zu helfen, ob obdachlos, verletzt oder krank oder sogar in der Not, war für Robin ein Privileg.

Am gleichen Abend:

Robin saß mit ihrer Schwester Justin, Rudy und ihrem männlichen Begleiter Rusty im "Coffee - Shop" und tranken ihr Feierabend - Bier.

Rusty war ein guter Kollege von Rudy und Rob und obendrein stand er auf Männer.

Robin krempelte ihre Ärmel bis zum Ellenbogen und bestellte für alle die erste Runde.

"Wie war dein freier Tag heute, Rob?", wollte ihre kleine Schwester wissen, die etwas später zu dieser Abendrunde hinzu kam.

"Oh, naja,...Der war gar nicht so übel.

Lass mich mal überlegen....Wir hatten Brechfälle, einige Schußwunden, gebrochene Gelenke.....!"

"Moment!...Du warst arbeiten?", unterbrach Justin Robin.

"Jaap!...Was sollte ich denn sonst anstellen?...Dem Zerstörer das Gesicht polieren und mich strafbar machen?...Oh nein, ich geh dann lieber arbeiten. Ich ertrage ihre Visage nicht.", und Robin nahm einen großen Schluck von ihrem gemischten Bier mit Cola.

"Wieso ist Sarah schon wieder zu Hause? Sie war doch erst vorigen Monat da. Braucht sie schon wieder Geld oder ein neues Auto?"

"Vielleicht braucht sie einen neuen Liebhaber, den sie ausnehmen kann. Ob Mami und Daddy das bewerkstelligen können, wage ich strikt zu bezweifeln."

Robin legte die Bestellkarte hin und sagte beiläufig:

"Ehrlich gesagt, ist mir das sowas von Scheiß egal...Prost Mädels! Die nächste Runde geht auf mich!"

Rusty sah in die Frauenrunde und hob sein Glas an und flüsterte: "Prost Rusty!"

 

 

Zwei Tage nach diesem feucht - fröhlichen Abend saß Robin in der Frühschicht. Es war Sechs Uhr morgens. Sie betreute gerade eine Mutter mit ihrer fünjährigen kleinen Tochter...Klara. Sie waren auf dem Weg in den Kindergarten und die Kleine war mit dem Fahrrad vorne weg gefahren. Sie wollte einem Mann mit seinem Hund ausweichen, denn der Hund kläffte sie an und zog an Herrchens Leine und wollte ins Hinterrad hinein beißen. Das Mädchen wurde unruhig, bekam Angst auf ihrem Fahrrad und fuhr gegen einen Baumstamm und stürzte.

Die Kleine hatte sich wahrscheinlich den Fuß gebrochen, denn ein richtiges Auftreten bereitete ihr höllische Schmerzen. "Okay Klara! Du bleibst kurz mit deiner Mum hier sitzen. Der Doktor wird gleich hier sein, okay...?"

Klara nickte. Robin hockte sich zu ihr und wuschelte ihr den Kopf. "Du bist sehr tapfer, Klara!..Misses O'Malley, es geht gleich weiter. Sie werden mit Klara gleich aufgerufen. Ich warte dann hinten in der Radiologie auf Sie, um das Bein von Klara röntgen zu lassen. Dann wissen wir mehr nach der Auswertung. Ich hole ihrer Tochter noch schnell einen Rollstuhl."

"Danke Schwester Wilson!"

"Keine Ursache Misses O`Malley! Dafür sind wir doch da."

"Schwester!...Schwester!" Robin drehte sich zu der rufenden Stimme um.

"Mister Warren!...Beruhigen Sie sich! Kommen Sie! Setzen Sie sich!"

Mister Warren lebte in einem Obdachlosenheim. Robin fand ihn eines Abends nach ihrer Spätschicht angeschossen auf der Straße. Justin sorgte dafür, dass er eine Bleibe bekam und brachte ihn dort unter. Sie arbeitete dort und kümmerte sich um Menschen, die kein Dach über dem Kopf hatten.

Seitdem besuchte Mister Warren Miss Wilson in der Notaufnahme. Das war seine Dankbarkeit dafür, dass sie ihm das Leben gerettet hatte. Manchmal brachte er ihr Blumen aus dem Park mit, wenn er dort spazieren ging und sie pflückte. Robin kümmerte sich hin und wieder um seine Verletzungen, die er sich irgendwo zugezogen hatte.

"Was ist passiert, Mister Warren?...Oh mein Gott!...Sie bluten ja!", und Warren fiel vom Stuhl. Robin fing ihn auf. Warren war schwer und Robin rief durch die Notaufnahme: "Ich brauche hier Hilfe!...Rudy, sofort einen OP bereitstellen!", rief Robin. Sie zog Warren den Mantel aus und sah eine tiefe, stark blutende Messerstichwunde im Rücken. "Oh mein Gott! Warren!", flüsterte sie.

Rudy und Rusty kamen mit einem Bett und legten ihn vorsichtig auf die Seite. Dann ging es in den OP. Robin griff zum Telefon und rief im Obdachlosenheim an und schilderte Justin die Lage. Sie traf eine Stunde später ein, um nach Mister Warren zu sehen. Sie blieb solange bei ihm, bis er endlich eingeschlafen war. Er hatte die Operation gut überstanden. Doch ein paar Tage würde er schon noch im "Open Hospital" bleiben müssen. Robin hatte Justin und Mister Warren allein im Zimmer gelassen und kehrte zur Notaufnahme zurück.

"Geht es Mister Warren gut?"

"Ja Rudy, er hat nochmal Glück gehabt. Es ist ein Wunder, dass er es bis hierher geschafft hat mit dieser tiefen Wunde. Wer zum Teufel macht so was? Und das auch noch am heller lichten Tage?", und eine männliche Stimme halte durch die Notaufnahme.

Rudy und Robin hoben ihre Köpfe. "Rusty!", kam es gleichzeitig aus ihren Mündern.

"Ich geh dann mal das Patienten - Zimmer Eins fertig machen, Rudy!" "Okay, ich mach dann mal die Zwei soweit startklar!", und die Beiden stoben auseinander.

Rusty klopfte bei Rob im Zimmer Eins an der offen stehenden Tür an, die gerade das Bett mit Desinfektion einsprühte.

"Stör ich Rob?", fragte er sie.

Sie hielt kurz in ihrer Arbeit inne und sah zur Tür. "Was gibt es denn so Wichtiges, Rusty?"

"Darf ich vorstellen?...Das ist Doktor Eric Peters!...Der neue Chef der Notaufnahme und Chirurgie!"

Rob nickte kurz.

"Willkommen Doktor Peters!"

"Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit, Miss..." Der Doktor hielt kurz inne in seinem Satz und nahm Robin in Augenschein. Sie kam ihm so bekannt vor. Aber woher?

Rusty bekam es nicht mit und stellte ihm Schwester Robin Wilson vor.

"Kennen wir uns?", begann Peters ein Gespräch mit Robin.

"Ehm...Nein!...Ich glaube nicht, Doktor Peters!", und sie schlängelte sich an den beiden Männern vorbei in die Notaufnahme. Rusty führte seine Runde weiter in der Notaufnahme, bis es Robin langsam reichte. Rudy sah es ihr an.

"Hormone!...Eindeutig!... Genau sein Beuteschema!", interpretierte Rudy.

Robin sah sie an und lächelte. "Ich glaube, der Doktor hat auch ein Wörtchen mit zu reden.", und Robin sah sich das Gekreische von Rusty noch etwas an. "Der Kerl ist süß, Rob! Sieh dir seinen Hintern an!", und Rudy tat mit ihrer rechten Hand, als würde sie gern mal in diesen Hintern kneifen.

Robin schlug Rudy eins auf die Schulter. "Untersteh dich! Du bist glücklich verheiratet und hast eine wundervolle Tochter. Dein Mann liebt dich abgöttisch, also lass das!"

"Ja Rob, die ich beide kaum sehe...Erinnere mich nur daran!... Also wenn nicht bald noch ein paar Leute eingestellt werden, kann ich gleich mein Zelt hier aufschlagen. Den Weg nach Hause kann ich mir dann sparen....

Ja nicht darüber nachdenken. Da wird mir jetzt schon ganz schlecht!"

Robin schloß ihr Medizin - Lexikon und sah sich etwas in der Notaufnahme um.

"Es ist heute ziemlich ruhig hier...Die Nachtschicht scheint wohl alles in den Griff gekriegt zu haben. Naja, ist ja auch erst halb sieben. Zeit für die Vampirblutbahn in der Eins.", scherzte Rob.

Plötzlich kam Rusty mit hoch - rotem Kopf aufgeregt und total aus dem Häuschen zu den Beiden. Rudy sah über seine Schultern. "Wo ist der Doktor geblieben? Hast du ihn etwa schon vernascht und vergessen ihn los zubinden?"

"Oh mein Gott! Der Mann ist soooo...heiß!... Er wurde aus Baltimore hierher versetzt und ist frisch von Cruz, seiner Ex - Frau geschieden...Also Mädels!...Haltet euch ran oder ich nehme ihn!", sabberte Rusty daher. Robin ging in das Wartezimmer und nahm sich eine Zeitung aus dem Ständer und rollte sie als ein Sprachrohr zusammen.

Danach stellte sie sich auf einen der Stühle im Wartebereich, nahm das gerollte Sprachrohr an ihren Mund und gab folgende Meldung:

"ACHTUNG, ACHTUNG!

Eine wichtige Durchsage an alle sich hier Befindlichen! Der Nächste, der das Krankenhaus verlässt, kann den Postboten abwimmeln. Wir brauchen für heute keine Klatsch - und Tratsch - Presse mehr!"

Sie stieg vom Stuhl herunter, entrollte die Zeitung wieder und legte sie zurück auf den Tisch. Sie glättete die Zeitung und steckte ihre Hände zufrieden gestellt in die weißen Kitteltaschen und ging auf Rusty zu.

"Okay Klatschbase! Wie wäre es, wenn du dich auch so aufopferungsvoll um die Patienten kümmern würdest, wie um den neuesten Klatsch und Tratsch?!", und sie ließ Rusty geschockt mit offenem Mund stehen.

"Was guckst du so?", fragte Rudy.

"Was hat sie denn für ein Problemchen?", kam es über Rustys Lippen.

Rudy legte den Kugelschreiber beiseite und schob ihm ein Anmeldeformular über den Tisch. "Keine Ahnung!...Wohlmöglich...DICH!...Es ist jetzt Sieben Uhr, Rusty Mc Allister!...An die Arbeit!", und Rudy nahm den Hörer vom Telefon ab.

 

 

Nach der Visite betrat Robin das Patienten - Zimmer von der kleinen Angela Hopkins.

"Guten Morgen Angela! Wie geht es dir heute?", fragte sie das kleine Mädchen, als sie das Fenster für frische Luft geöffnet hatte. Angela wurde mit Schmerzen in der Leistengegend eingeliefert, Verdacht auf Blinddarm, der ihr noch am selben Tag entfernt wurde.

"Ich darf heute nach Hause. Rufst du meine Eltern an?"

"Warte hier einen Moment. Ich hole das Telefon. Dann kannst du es ihnen selbst sagen. Sie werden sich darüber sehr freuen, dass du endlich nach Hause darfst. Deine Freunde werden schon auf dich warten." Robin holte das Telefon und wählte die Nummer an. Während sie das tat, holte sie die Reisetasche aus dem Schrank und stellte sie auf das Bett. "Wenn das erledigt ist, helfe ich dir beim Packen."

Als alles fertig war, verließ Robin das Patienten - Zimmer von Angela. Draussen auf dem Flur kollidierte sie mit Dr. Peters, der sie auffing, bevor sie stürzte.

"Entschuldigung Miss...Ehm...Ich hab Sie nicht heraus kommen sehen...Meine Schuld! Tut mir leid!...Sind Sie verletzt?", und er hielt sie immer noch in seinen Armen fest.

"Guten Morgen Mister...ehm...", und Robin sah auf sein Namensschild und las:

"Peters!"

"Guten Morgen Miss...ehm...", und er tat dasselbe und las ihren Namen "Wilson!" laut vor.

Robin befreite sich aus ihrem Gefängnis und ließ ihn einfach so stehen.

"Miss Wilson!...Sind wir uns schon einmal begegnet? Ich kenne Ihr Gesicht.", rief er ihr hinterher.

Sie blieb stehen und schüttelte mit ihren Kopf ein "Nein!"

"Wirklich nicht?...Ich könnte schwören, dass wir uns schon begegnet sind.", sprach er weiter. "Wenn Sie es sagen, Dr. Peters!", und Robin ließ ihn links liegen.

"Was war denn das gerade eben?", fragte Rudy neugierig. Robin legte Angelas Akte neben den Computer.

"Keine Ahnung! Er scheint ein sehr besorgter Mann zu sein mit ein paar Gedächtnislücken."

"Mhm...In wie fern darf das gedeutet werden?"

"Ein Blick auf die weibliche Berg - und Talbahn und der Glockenturm macht sich bemerkbar!", faselte Robin, während sie Angelas Akte in den Computer eingab.

"Autsch!...Das muß ganz schön weh tun, wenn man einen Stau in der Hose hat, was?...Was hat Rusty vorhin gesagt, zwecks Scheidung von seiner Cruz?...Wie lange war das nochmal her?", witzelte Rudy.

"Er hat keinen Zeitraum genannt!"

"Oooh, um so schlimmer steht es um ihn!", scherzte Rudy über Dr. Peters.

"Dem armen Doktor muß Abhilfe geschafft werden...aber sowas von schnell!", lachte Rudy herzhaft auf.

"Lass das ja nicht deinen Ehemann hören, diese Sache mit dem Glockenturm. Im Null - Komma - Nichts hast du deine Scheidungspapiere vor deiner Nase liegen, noch ehe du:

TUT MIR LEID, SCHATZ! ABER ICH WAR HEUTE GANZ HEISS AUF SEX - sagen kannst!"

Rudy lachte kurz ironisch auf. "Wenn ich den Sex im Moment nur hätte, der mir zusteht. Seit wir hier Überstunden schieben, hab ich meinen geheirateten Glockenturm nicht mehr gesehen, geschweige noch genießen können....Oh man und mein Spielzeug..."

Robin hielt sich die Ohren zu. "Oh Gott, Rudy! Das hab ich jetzt nicht gehört! Das ist ja echt widerlich!"

Und die zwei Frauen lachten über die Äußerungen des heimlichen Verlangens.

 

 

Der nächste Tag:

Gegen Fünf Uhr morgens wurden die großen Doppeltüren heftig aufgestossen. Ein schwer verletzter Mann wurde Blut überströmt herein gebracht. Robin rannte auf den Patienten zu und ließ sich die Akte geben. Rudy sagte im OP Bescheid und kam ebenfalls zu dem Verletzten in Nische Eins herüber und ließ sich die Akte über ihn von Robin reichen, blätterte darin vor und zurück. "Oh nein!", flüsterte sie. "Es gibt eine Menge Arbeit, Mister Maurice!", und Rudy brachte ihn in den OP.

Nach besagten zwei Stunden tauchte Rudy wieder auf. Sie war erschöpft und ihr Gesichtsausdruck war sehr nachdenklich.

Robin sah von den Schreibarbeiten auf. "Wie geht's ihm?" Rudy setzte sich. "Er ist stabil und liegt im Aufwachraum."

"Wieder ein Leben heute gerettet...Hier ist frischer Kaffee, nimm einen Schluck...Du siehst schlimm und mitgenommen aus...Seine Angehörigen müßten auch gleich da sein. Ich hab sie angerufen."

"Danke Robin!"

Rudy nahm einen Schluck und begann plötzlich vor sich hin zu wettern.

"Weißt du, wie sehr ich gerade meinen Job hasse? Jeden Tag kommen hier Schwerverletzte an, übel zugerichtete Menschen, geschlagene, mißhandelte Frauen und Kinder, alte Menschen, Teenager, ausgesetzte, halb erfrorene Säuglinge, schwerkranke, Obdachlose. Alles flicken wir wieder zusammen, so gut es geht. Und für was?...Dieser Mann war jetzt schon das fünfte Mal im Abstand von drei Monaten im OP aufgrund seiner Selbstzerstörung.

Überstunden hab ich, die ich gern gegen etwas Zeit mit meiner Familie eintauschen würde...Und ER versucht sich umzubringen, damit er bei seiner geliebten, verstorbenen Frau sein kann. HERRGOTT! In was für einer Welt leben wir eigentlich?"

Robin hockte sich zu ihr und nahm ihre Hände in ihre."Wovon redest du da eigentlich? Was ist im OP passiert? Warum denkst du auf einmal, dass dein Job nichts mehr wert ist?"

Rudy schaute mit ausgestrecktem linken Arm in Richtung Aufwachraum. "Er wollte sich umbringen! Er wollte verbluten! Er wollte unsere Hilfe nicht! Er hat mich angefleht ihn gehen zu lassen...Er wollte nur zu seiner geliebten Frau!"

"Indem er sich das Leben nimmt? Wie viel Mut muß wohl dazu gehören, um sich selbst auszulöschen?...", begann Robin über die Selbstzerstörung zu spotten.

"Er hatte den Mut sein Leben zu beenden und er wurde gerettet...Wieder!", warf Rudy ein.

"Wie oft wird er es wohl noch versuchen, bis er sein Ziel erreicht hat? Wieso wartet er nicht einfach darauf, bis seine Zeit heran ist, bis Gevatter Tod an seine Tür klopft und ihn mit sich nimmt?...", sprach Rudy sehr mitgenommen von den letzten, bewegten Stunden im OP.

Robin erhob sich und holte tief Luft. Dann gestand sie. "Kann ich dir sagen, Rudy! Weil er vor diesem natürlichen Tod viel mehr Angst hat...Weil er nicht weiß, welche Art des Todes ihn ereilt und wann es passiert...

Was für ein Feigling muß das sein?...", und Robin nahm ihre Freundin in ihre Arme.

 

 

Kurz vor der Ablöse zur Mittagspause:

Robin und Rudy zogen sich ihre Jacken und ihre Strassenschuhe an und wollten zum Mittagessen in den "Coffee - Shop" gegenüber gehen. Doktor Peters lehnte sich über die Notaufnahme und fragte Schwester Rob: "Darf ich Sie zum Mittagessen einladen?" Robin sah ihn an. "Wieso sollten Sie das tun?", fragte sie ihn. "Für meine Rempelei heut morgen vor Angelas Zimmer....Sagen wir...als Entschuldigung!"

Robin räusperte sich höflich.

"Mister Peters!...Ich meine Doktor Peters...Ich bin schon verabredet...Aber ich denke, wenn ich in aller Namen der Schwestern zu Ihnen spreche. Es sind genug von denen hier, die liebend gern mit Ihnen dinieren würden, um Ihr Interesse zu erwecken...Sie entschuldigen mich!", und Robin schlängelte sich an ihm vorbei.

Rudy hatte an der Tür auf sie gewartet und hakte sich bei ihr unter ihren rechten Arm. Beim Hinaus gehen auf die Strasse sprach sie zu Rob:

"Lass mich raten!...Der einsame Glockenturm wollte die Nonne für sein einsames, geschiedenes, verstaubtes Kloster gewinnen?"

"Für sein stillgelegtes, verstaubtes, mit Efeu und Spinnen überwuchertes Kloster, wolltest du wohl sagen?

Dafür muss er sich wohl jemand anderen suchen! Er sollte eigentlich wissen, dass man unter Kollegen nichts anfängt."

"So,...so? Und warum denke ich, dass er dich anbaggert?"

"Weil er schnurrt wie ein Kater?", und die Beiden betraten den "Coffee - Shop".

Rudy sah Robin an und meinte: "Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal angeschnurrt wurde.", und sie kicherten darüber wie kleine Schulmädchen.

Am Abend saßen die vier Wilson - Geschwister auf der Terrasse von Terrys Appartment und spielten eine Runde Karten bei Chips und Weißwein.

Sarah verlor am laufenden Band. Terry versuchte in die Karten der Anderen zu schauen. Robin teilte aus und Justin begann mit der nächsten Spielrunde.

Terry knurrte nebenbei über ein Auto, das er heute in die Werkstatt bekommen hatte, aber den Fehler nicht fand, der das Auto außer Gefecht gesetzt hatte.

Robin lehnte sich in ihrem Sessel zurück und sortierte ihre Karten auf der Hand.

"Knurre nicht Bruderherz! Morgen ist auch noch ein Tag. Vielleicht hast du ja morgen mehr Glück!...Hast du dir den Anlasser schon angesehen?...Sei froh, dein Laden läuft großartig...", sprach sie nebenbei auf ihre Karten konzentriert und legte aus.

"Wäre möglich, dass es daran liegt!....Gut kleine Schwester, dein Tag lief heute genau so unausstehlig wie meiner...Lass hören!", bat Terry Robin.

"Erzähl schon, Robin!", flehte Sarah sie an.

Justin riss ihr die Karten aus den Händen und blickte sie an.

"Als ob dich das interessiert...Und auch noch zu blöd, die Karten auf der Hand zu sortieren...Da, die kann weg!"

"Wir haben einen neuen Chef für die Chirurgie und Notaufnahme... Er nervt und steht einem ständig ...im Weg...Rusty sabbert ihn an...Er steht voll auf ihn.", und Robin legte eine Pik 8 auf den Kartenhaufen auf dem Tisch.

"Man könnte meinen, du hättest auch etwas für ihn übrig...Gib's zu Rob!...Ist es nicht so?", beteuerte Sarah und legte ein Herz Ass vor Robins Augen. Rob stand auf und legte ihre Karten auf dem Tisch aus: "Rommé", und nahm ihre Jacke zur Hand. "Wenigstens muss ich mich nicht hochschlafen, um auf der Karriere - Leiter zu steigen. Oder noch besser: Ich muss andere nicht manipulieren, um zu gewinnen...Oder Sarah?..Ich muss los!..Wir sehen uns morgen Jus!", und Robin fuhr heim.

Terry sah in die Runde. "Neues Spiel?"

 

 

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MrsHEKenways Profilbild
MrsHEKenway Vor 2 Tagen, 4 Stunden und 59 Minuten
Hallo liebe Nicole,

schön geschriebene Geschichte. Freu mich auf weitere Kapitel! <3

LG MrsHEKenway
NicoleSemilch29s Profilbild
NicoleSemilch29 (Autor)Vor 2 Tagen, einer Stunde und 51 Minuten
Hallo liebe MrsHEKenway, vielen lieben Dank für die großartige Bewertung und deine lieben Worte...Weitere, spannende Kapitel werden folgen.

LG Nicole (Colles Home)

Autor

NicoleSemilch29s Profilbild NicoleSemilch29

Bewertung

Eine Bewertung

Statistik

Kapitel:8
Sätze:675
Wörter:5.843
Zeichen:33.308

Kategorisierung

Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Drama, Freundschaft, Humor und Familie gelistet.