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Nur ein Herbsttag

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30.4.2019 17:54
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Luna lief an der Spitze, ihr Kleid wehte im Wind, genau wie ihre Haare. Harry konnte kaum seine Augen von ihr nehmen.
„Hey, wärt ihr zwei so freundlich, auf uns zu warten?“, rief Ron von hinten. Harry drehte sich um und winkte seinen Freunden zu.
Dann nahm er Lunas Hand und sie rannten gemeinsam über das Feld.
Es tat gut, einfach mal alles vergessen zu können.
Völlig aus der Puste hielten sie schließlich an und ließen sich auf den Boden fallen. Harry legte seinen Kopf in den Nacken und sah in den Himmel.
Hinter ihnen kamen nun die Weasleys und Hermine an. Fred ließ sich neben Harry und Luna nieder, und Hermine setzte sich lächelnd neben ihn und legte ihren Kopf auf seine Schulter.
George grinste die beiden spöttisch an, was Fred kaum zu bemerken schien. „Wenn das nicht zwei Traumpaare sind“, sagte er, mit einem breitem Grinsen ins Gesicht.
Ginny stupste ihren Bruder in die Seite. Ron runzelte nur die Stirn.
„Hier“, meinte Hermine, und öffnete ihre Tasche. „Ich habe das Obst und den Nachtisch dabei.“
„Und ich die Brötchen“, meinte Harry und zog seinen Beutel heraus.
Hermine sah sich mit gerunzelter die Stirn um. „Ron, wolltest du nicht die Decke mitnehmen?“, fragte sie.
Ron wurde rot. „Ups“, meinte er. „Ich wusste doch, dass ich irgendwas vergessen hatte...“
„Ist nicht schlimm, wir können uns ja auf die Jacken setzen“, sagte Luna und sah verträumt in die Ferne. Hermine zuckte mit den Schultern. „Ja, klar“, sagte sie, und zog ihre Jacke aus dem Beutel heraus.
Harry grinste sie an. „Was hast du da denn eigentlich noch alles drin, Hermine?“
„Och, man kann nie wissen“, sagte sie, und legte die Tasche beiseite. Harry beugte sich zu ihr hinüber, und steckte seine Hand in den Beutel hinein. Mit gerunzelter Stirn tastete er ein wenig darin herum.
„Ein Buch, Hermine? Ist das dein Ernst? Du nimmst auf ein Picknick ein Buch mit?“ Er grinste leicht.
Hermine zuckte die Schultern. „Schadet ja nichts.“
„Genau, dann kannst du mir später vorlesen“, meinte Fred grinsend.
Hermine lächelte ihn glücklich an. „Genau.“
Belustigt wandte Harry sich ab. Es war schön zu sehen, wie selbst Hermine ihre Sorgen vergessen konnte, wenn sie mit Fred zusammen war.
Er schielte zu Luna hinüber und wünschte sich, er könnte seine Zuneigung ihr gegenüber ähnlich locker zeigen wie Fred und Hermine. Aber immer, wenn er sie anschaute, schienen seine Gedanken zu den anderen abzuschweifen, und was sie von Luna hielten.
Das blonde Mädchen breitete jetzt ihre Jacke unter sich aus, und alle anderen taten es ihr nach und einige Augenblicke später saßen sie alle in einem Kreis, breiteten die Leckereien vor sich aus und begannen, sich Brote zu belegen.

Es war Hermines Idee gewesen, nach dem Essen sich nicht, wie George und Ron vorgeschlagen hatten, hinzulegen, sondern den Herbsttag auszunutzen, und Drachen steigen zu lassen. Sie griff tief in ihre Tasche und zog etwas heraus. Harry hatte zuvor nie Drachen steigen gelassen, aber er hatte es bei Dudley gesehen, und wusste, was man sich unter einem Drachen vorzustellen hatte.
Zumindest hatte er das gedacht.
Was Hermine herauszog, war aber kein muggel-üblicher, rautenförmiger Drache, sondern ein wahrhaftiger, fast schon lebendig aussehender Drache. Sie drückte ihn Fred in der Hand, um einen nächsten herauszuziehen.
„Hier“, sagte sie und überreichte ihn Harry lächelnd, „einen Ungarischen Hornschwanz für Luna und dich, das passt dir doch, oder?“
Harry lächelte schief und nahm das Stück vorsichtig entgegen. Er sah echt aus, wie ein Minimodell von dem Drachen, gegen den er letztes Jahr noch kämpfen musste, und sein Schwanz schlug auf und ab. Vorsichtig strich Harry über die Stacheln. Sie fühlten sich unangenehm spitz an. Das einzige, was das Modell von einem echten Hornschwanz unterschied, war, abgesehen von der Größe, die lange Schnur die unter seinem Leib befestigt war, an der man ihn in die Luft steigen lassen konnte.
In der Zwischenzeit hatte Hermine einen weiteren Drachen für Ron und Ginny herausgezogen, und stand auf. Fred nahm ihre Hand und drehte sich zu den anderen um.
„Wer ihn am höchsten aufsteigen lassen kann, hat gewonnen!“
Luna lächelte Harry an, und zog ihn aufs freie Feld hinaus.
„Ich habe das noch nie gemacht“, meinte Harry. „Wie schafft man es, dass der Drachen nicht wieder abstürzt?“
Lunas Augen leuchteten ein wenig. „Du hast noch nie einen Drachen steigen lassen?“, fragte sie. „Verrückt, ich habe das früher fast täglich mit meiner Mum gemacht – und mit Dad auch, aber er kann es nicht so gut.“
Vorsichtig führte sie seine Hand an die Schnur heran. Am Himmeln flatterten bereits die Drachen der anderen, hoch oben in der Luft. Hermines und Freds Drache hatte angefangen, Feuer zu speien. „Sie machen das“, meinte Luna auf Harrys erstaunten Blick, „wenn der Zauber gut ist, verhalten sie sich in der Luft wie jeder echte Drache.“
Sie wandten sich wieder ihrer eigenen Schnur zu, und Luna zeigte ihm, wie er den Drachen halten musste; dann holte sie ihren Zauberstab heraus. „Wingardium Leviosa!“
Der Drache stieg in die Luft, und Luna drehte sich zu Harry um. „Wenn du alles richtig machst, fliegt er hoch nach oben, auch wenn ich meinen Zauberstab senke.“
Harry nickte konzentriert, und sie beide sahen zu, wie der Drache hoch in die Luft glitt, und sich zu den anderen beiden gesellte. Luna steckte ihren Zauberstab ein.
„Genau so“, meinte sie lächelnd. Harry legte den Kopf in den Nacken und eine Weile starrten sie beide nach oben, wo die Drachen fröhlich flatterten, Feuer spien, ohne dabei in Flammen aufzugehen, und mit ihren Schwänzen schlugen. Nach einer Weile drehte er sich zu Luna um.
„Willst du auch-“ Er brach ab. Lunas Augen ruhten auf ihm, als würde sie irgendetwas in seinem Gesicht suchen. Harry starrte zurück. Eine Weile standen sie so da, dann nahm Luna seine Hand und ihm die Schnur ab.
„Ja“, sagte sie. „Ja, gerne.“ Aber ihre Augen ließ sie nicht von ihm ab.
Harrys Lippen umspielte ein kleines Lächeln beim Betrachten ihres freundlichem Blickes, und wollte sich gerade zu ihr vorbeugen, als sie von hinten wilde Rufe hörten.
Verwirrt drehte er sich um, und sah Cho und Seamus mit wilden Gesten auf sie zu rennen. Luna ließ die Schnur sinken. Von hinten hörte man Hermine laut lachen. Als Cho und Seamus sie erreichten, fielen alle drei Drachen schlagartig zu Boden.
„Hier seit ihr!“ Seamus war völlig aus der Puste. Cho sah Harry von der Seite an; seine Hand umschloss immer noch Lunas. Hermine und Fred kamen etwas näher, und auch Ginny und Ron hatten gemerkt, dass sie nicht mehr alleine waren.
„Was ist passiert?“, fragte Hermine mit gerunzelter Stirn.
Seamus schnappte kurz nach Luft. „Umbridge“, sagte er kurz.
„Sie hat die DA in Verdacht“, erklärte Cho, „es gab Stress in ihrem Büro... Irgendwas mit einem Niffler... Und ihr wart nicht aufzutreiben, und es gibt Ärger. Sie hat eine Vollversammlung einberufen, bei der sich die Schuldigen melden sollten, aber niemand hat dazu etwas gesagt – und dann haben wir sie mit Filch reden hören, und wir dachten, wir sagen euch besser Bescheid – wenn sie euch inspiziert und feststellt, dass ihr nicht in der Schule seid, wird es ohnehin Ärger geben – ihr habt keine Ausgeherlaubnis,oder?“ Sie sah ein wenig hektisch von einem zum anderen. Harry drehte sich zu den anderen um, die ihn genauso verwirrt anschauten, wie er sich fühlte. Er setzte sich in Bewegung, und zog Luna, deren Hand er immer noch  umklammerte, einfach mit. Dann wandte er sich wieder Cho und Seamus zu.
„Ich verstehe nicht ganz“, meinte er, „sie hatte einen Niffler in ihrem Büro und denkt, die DA hätte etwas damit zu schaffen?“
Cho nickte.
„Beziehungsweise“, meinte Seamus, und blieb stehen – hinter ihnen rafften Hermine und die anderen gerade die Überreste vom Picknick zusammen - „will sie denken, dass wir etwas damit zu tun haben. Sie sucht ja schon die ganze Zeit Gründe, uns für etwas dran zu kriegen – oder dich vielmehr.“
Harry nickte langsam. Hermine stopfte die letzten Sachen in den Beutel, und rannte, um sie aufzuholen.
„Kommt“, drängte sie, „wir sollten uns besser beeilen. Was hat Umbridge jetzt vor, Cho?“
„Alle 'Verdächtigen' inspizieren um herauszufinden, ob sie ein Alibi für die Zeit zwischen 14 und 16 Uhr haben“, meinte Cho. „Aber das ist Schwachsinn. Sie weiß genau, wen sie gerne als schuldig sehen möchte, und Gegenargumente werden sie nicht interessieren.“
„Dieser ganze Stress wegen einem Niffler“, meinte Seamus verächtlich. „Ich würde ihr zutrauen, ihn selber in ihrem Büro versteckt zu haben, nur um die Schüler beschuldigen zu können.“
„Hat sie euch schon inspiziert?“, fragte Ron.
„Ja, und zum Glück waren wir gerade selber bei ihr Nachsitzen. Dagegen konnte selbst sie nichts sagen.“
Mit schnellen Schritten erreichten sie das Schloss. Hermine schlug vor, in ihre Gemeinschaftsräume zu gehen und sich Leute zu suchen, die bezeugen konnten, dass sie den Nachmittag im Gemeinschaftsraum verbracht hatten, aber dazu kam es nicht mehr.
Umbridge schien sie regelrecht zu erwarten; sie trafen sie mitsamt ihrem Inquisitionskommando und Snape auf den Korridoren. Ihre Augen blitzten, und sie drehte sich um. „Snape, kümmern Sie sich darum, dass der ganze Haufen in meinem Büro landet, und zwar unverzüglich.“
Mit ihren Zauberstäben in den Taschen hatten sie selbst zu acht keine Chance, mal abgesehen davon, dass sie alle wussten, dass mit Umbridge als Schulleiterin der Angriff eines Lehrers ein Ticket für einen Rauswurf war.

Snape schlug die Tür zu, warf die sechs Zauberstäbe auf den Tisch und zeichnete mit seinem Zauberstab einige Stühle in die Luft. „Bitte sehr, Schulleiterin“, sagte er ruhig. „Wenn es sonst nichts gibt, was ich für Sie tun kann -“
„Nein, danke Ihnen, ab hier komme ich ganz gut alleine zurecht“, meinte sie, und wandte sich den Schülern zu.
„Ihr wisst, warum ihr hier seid“, sagte sie süßlich, „wenn ihr so freundlich sein könntet, mir kurz nachzuweisen, wo ihr euch heute Nachmittag aufgehalten habt?“
Harry starrte sie an.
„Wir waren im Gemeinschaftsraum“, hörte er Hermines ruhige Stimme von links. „Wir haben Hausaufgaben gemacht und Schach gespielt, bis zur Versammlung.“
„Ach? Ihr alle?“
„Nein, Professor“, sagte Hermine, „Luna war natürlich im Ravenclaw Turm.“
Umbridges Augen blitzten.
„Sie alle“, meinte sie. „Fünf Schüler machen zusammen Hausaufgaben und spielen Schach. Nun gut.“ Sie pausierte für einen Moment. „Ich meinte, dass ich mich nicht erinnern kann, euch bei der Versammlung gesehen zu haben.“
„Ach“, meinte Harry nun kühl. „Wie komisch, es ist ja auch so einfach, sich bei der Anzahl Schüler jedes Gesicht zu merken.“
Umbridge sah ihn wütend an, aber ihre Stimme war immer noch genauso ruhig wie vorher. „Sie sind verwarnt, Mr. Potter“, sagte sie, „ich dachte, in Ihrem Alter wäre ein wenig Respekt eine Tugend, die man spätestens nach so vielen Stunden nachsitzen beherrscht.“
Harry runzelte die Stirn und verschränkte die Arme. Er wollte gerade etwas erwidern, als er einen Fußtritt von Hermine spürte.
„Sie waren also im Gemeinschaftsraum“, meinte Umbridge lächelnd, „dann ist es ja sicher einfach, das nachzuweisen, oder? Wer war mit Ihnen dort?“
Hermine zögerte nur für den Bruchteil einer Sekunde. „Lee Jordan und Parvati Patil waren die meiste Zeit auch dort.“
Harry knetete seine Finger und hoffte, dass nicht ausgerechnet Parvati und Lee andere Angaben gemacht haben.
„Ach“, meinte Umbridge, „und wo kamen Sie gerade her, als wir Sie auf dem Korridor antrafen? Der Gryffindor Gemeinschaftsraum ist, soweit ich mich erinnere, oben im Turm. Sie kamen von unten, wenn der Gemeinschaftsraum also nicht kurzfristig umgelegt wurde, um es Ihnen angenehmer zu machen, frage ich mich, was sie auf diesem Korridor gemacht haben.“
„Wir waren draußen“, sagte Hermine. „Nach der Versammlung sind wir nicht in den Gemeinschaftsraum zurück, sondern ein wenig frische Luft schnappen.“
Umbridge runzelte die Stirn und ihr Blick fiel auf Hermines Schoß.
„Interessante Tasche“, meinte sie. „Sie haben also einen verdächtig aussehenden Beutel mit raus genommen, als Sie die Versammlung besucht haben?“
Hermines Hände umklammerten den Beutel so fest, dass sie weiß wurden. „Ja“, meinte sie, und ihre Stimme zitterte jetzt doch ein wenig, „ich nehme ihn überall mit hin.“
„So, so. Mich würde der Inhalt interessieren.“
Hermine starrte sie nur an. Luna und Harry wechselten einen nervösen Blick. „Ähm“, meinte Hermine hilflos, und Umbridge lächelte triumphirend.
„Miss Granger, wenn Sie mir bitte Ihre Tasche reichen würden.“
Hermine bewegte sich nicht.
Umbridge hob ihren Zauberstab ein wenig. „Accio Beutel“, sagte sie mit einem breitem Lächeln im Gesicht.
Hermine wurde blass. Währen Umbridge den Beutel auffing, drehte sie sich nervös zu den anderen um, die alle ähnlich unruhig aussahen.
Umbridge zog ein Objekt nach dem anderen heraus, ihr fieses Lächeln wurde immer breiter. Schließlich lagen auf dem Tisch die drei Drachen, nur ein klein wenig beschädigt, Hermines Buch, ihre Jacken und der Schokokuchen, den Luna und Ginny als Nachtisch gebacken hatten.
„So“, meinte Umbridge ruhig. „Das tragen Sie also immer mit sich rum, Miss Granger?“
Hermine rutschte ein wenig auf ihrem Stuhl hin und her. „Ja“, meinte sie schließlich ein wenig verzweifelt, „das sind alles so Sachen, die sich mit der Zeit angesammelt haben -“
„Ein Kuchen?“, fragte Umbridge scharf.
Hermine zuckte nervös mit den Schultern.
„Ich gebe Ihnen genau drei Sekunden, um mir zu erzählen, was Sie wirklich getrieben haben“, zischte Umbridge. „Und wenn ich das Gefühl habe, dass eure Geschichte in kleinster Weise unwahr erscheint, werden Sie das bereuen.“
Harry spürte, wie seine Hand nach Lunas tastete. Sie drückte sie sanft. Neben ihnen sahen die anderen vier sich hilflos an.
Niemand sprach.
„Eins“, sagte Umbridge. „Zwei.“
Harry drückte Lunas Hand zurück.
„Drei. Wie schade.“
Umbridge lief einmal um den Tisch herum. „Da Sie mir alle sechs kein vernünftiges Alibi vorweisen konnten, und mich noch dazu belogen haben, einen Beutel mit verdächtigen Objekten mit sich tragen, werden Sie nicht nur als schuldig im Falle der Verwüstung meines Büros erklärt, sondern werden sich auch noch für ihre Lügengeschichten zu verantworten haben. Und natürlich“, sie setzte wieder ihr Lächeln auf, „erwarte ich noch eine Erklärung für dieses ganze Zeug und ihren Aufenthalt heute Nachmittag.“
Keiner sprach ein Wort.
„Mr. Potter“, meinte Umbridge, „meine Anweisungen scheinen Sie nicht zu verstanden zu haben. Sie sollen.keine.Lügen.erzählen.“ Sie betonte jedes Wort.  Harry starrte sie an. „Das Gleiche gilt für Sie anderen“, fuhr Umbridge fort. „Eine Woche lang nachsitzen scheint mir ratsam, dazu kommt Ihre Strafe für die Aktion mit dem Niffler. Mr. Potter, Sie bleiben gleich hier, bei Ihnen kommt noch  ein Nachsitzen für Ihre Frechheiten dazu.“
„Gehen Sie“, meinte Umbridge, und drehte sich zu den anderen um.
Harry sah Luna mit gerunzelter Stirn an. Langsam verließen die anderen den Raum. Hermine und Fred wisperten leise miteinander.
Umbridge zog ihre Feder heraus und legte sie Harry lächelnd auf den Tisch.
„Sie wissen, was sie zu tun haben.“

Harrys Hand tropfte vor Blut. Er presste sie gegen seinen Umhang; seine Fingerknöchel pulsierten. Langsam ging er in Richtung seines Gemeinschaftsraum, und sah nach draußen. Inzwischen war es dunkel geworden. Wie schnell sich so ein schöner Herbsttag ändern konnte.
„Hey, Harry!“ Er drehte sich um und sah Luna.
Er lächelte. Nicht Hermine. Nicht Ginny. Luna.
Er ging auf sie zu. Sie nahm vorsichtig seine Hand. „Das sieht schrecklich aus“, meinte sie leise. „Tut es sehr weh?“
Harry war für einen Moment versucht zu antworten, dass es schon okay sei, aber dann fiel ihm auf, dass es keinen Grund gab, Luna etwas vorzumachen.
„Vorhin war es schlimmer“, meinte er, „aber ich sollte wohl gleich etwas auf die Wunde schmieren.“
„Ja, mach das“, meinte Luna. Eine Weile sahen sie sich nur schweigend an. Harry wünschte sich die Leichtigkeit zurück, die beim Drachen steigen geherrscht hatte, aber irgendwie wollte sie sich nicht einstellen.
„Schöner Abend“, bemerkte Luna mit einem Blick nach draußen.
„Hmm“, murmelte Harry und starrte auf seine Hand.
„Komm“, sagte sie leise, und nahm seine gesunde Hand. „Das Wetter sollte man noch ein wenig genießen.“ Sie zog ihn nach draußen und drehte sich zu ihm um. „Und außerdem“, sagte sie, „haben wir den Kuchen gegessen, und dir noch zwei Stücke übrig gelassen.“
Harry lächelte. Gemeinsam gingen sie nach draußen.
Harry und Luna setzten sich an den See. Es war ganz dunkel und still. Luna holte ein Tuch raus, und drückte es auf Harrys Wunde. „Damit es aufhört zu bluten“, sagte sie.
Harry nickte dankbar. Sie brach ein Stück Kuchen ab. „Mund auf“, meinte sie lächelnd, und schob ihm das Stückchen in den Mund.
„Hmmm“, machte Harry, und legte seinen Kopf auf ihre Schulter. „Das tut gerade sehr gut.“
Er sprach nicht nur über den süßlichen Geschmack des Kuchens. Er saß neben Luna. Gerade fühlte sich alles gut an. Es würde alles wieder gut werden.Und warum sollte es ihm wichtig sein, ob andere sich über „Loony Lovegood“ und ihn lustig machen würden?
Luna legte ihren Kopf auf seinen.
Seine Hand hatte aufgehört zu pochen.

Autorennotiz

Diese Geschichte hier ist geschrieben worden im Rahmen einer Wichtelaktion. Die Timeline hat mir nicht in den Kram gepasst, also vergessen wir sie für den Moment einfach, ich hoffe, das ist okay. Wir befinden uns im fünften Jahr im Herbst, wobei die DA allerdings schon existiert und Umbridge Schulleiterin ist. Man könnte auch sagen, dass ich für den Plot einfach die Jahreszeiten Frühling und Herbst einmal getauscht habe, dann passt es ;)

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LizTonkss Profilbild LizTonks

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