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Arthur und die Minimoys

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22.8.2018 21:41
12 Ab 12 Jahren
In Arbeit

Charaktere

Jasmin

Das ist ein von mir selbst erstellter Charakter

Zehn Monde, zehn Jahre.

Arthur schaffte es nicht nach zehn Monden wieder zurück zu kehren. Seine Eltern haben ihn nicht mehr zu seinen Großeltern gelassen. Er durfte das Internat nicht mehr verlassen, selbst in den Ferien nicht. Doch jetzt, zehn Jahre später, kehrt er wieder zum Haus seiner Großeltern zurück. Die beiden sind inzwischen zu alt, um in diesem Haus zu wohnen und sind in ein Seniorenheim umgezogen. Seitdem steht es leer und ist dem Staub verfallen. Der Garten ist immer mehr verwildert und Efeu versucht das Haus in sich zu verbergen.

 

Lange ist es her, seitdem Arthur bei den Minimoys gewesen ist. Immer wieder muss er an Selenia denken und an dem, was sie sich versprochen haben.

Heute Nacht wird es wieder so weit sein. Heute Nacht würde er wieder in ihre Welt gehen und hofft, dass er dort für immer bleiben darf.

Denkt sie überhaupt noch an ihn? Weiß sie überhaupt noch wer er ist? Wie soll er überhaupt wieder in ihre Welt gelangen? Sind Großvaters Freunde noch in der Nähe des Hauses?

Sein Opa hat damals erfahren, dass es mehr als nur einen Weg in ihre Welt führt.

Bei vollem Mond, zur Stunde Null musst du sein....

Verflixt, wie war das noch gleich? War es im Garten? Eine besondere Stelle im Haus?

Arthur durchsucht das ganze Haus, auch das Zimmer, das er früher nicht betreten durfte, doch er findet nichts. Aber viele Erinnerungen kommen in ihm hoch. Wie oft hat er mit seiner Großmutter hier gespielt, haben seinen Geburtstag gefeiert.

Und dort hinten im Garten, sein größtes Abenteuer mit Selenia, es war wundervoll.

Doch all das hilft im nicht sich an die Worte zu erinnern. Dann muss er wohl ins Seniorenheim und seine Großeltern besuchen. Das wollte er sowieso schon längst machen, es war somit eine gute Gelegenheit.

 

Mit dem Auto fährt Arthur in die Stadt, zum Seniorenheim 'Alte Linde'. Alle solcher Heime, die Arthur kennt haben immer solch komische Namen. Als ob sie dadurch freundlicher wirken sollen. Zuvor hält er jedoch an einem Bäcker und holt einen Schokoladenkuchen. Es ist bestimmt schön, wenn sie noch einmal zusammen Kuchen essen würden, bevor er sich auf den Weg zu den Minimoys macht.

Am Ende der Straße liegt es endlich. Arthur parkt direkt am Haus, neben einer Linde, daher hat das Seniorenheim wohl seinen Namen.

Er freut sich seine Großeltern endlich wieder zu sehen, auch wenn es nur kurz sein wird.

Guten Tag. Ich würde gerne zu Archibald“, begrüßt er die Frau am Empfang.

Aber natürlich. Er befindet sich gerade im Garten“, deutet die Frau an und zeigt nach hinten durch ein großes Fenster. Jedoch scheint sie keine Anstalten zu machen ihn dort hin zu begleiten.

Danke“, wie er es gelernt hat bedankt er sich höflich und geht in die gezeigte Richtung.

Es sind viele alte Menschen, die in Rollstühlen sitzen, doch sein Großvater gehört noch lange nicht zu ihnen. Im Garten angekommen sieht er ihn auf der Wiese hocken mit einer großen Lupe in der Hand.

Oma! Opa!“ ruft Arthur ihnen freudig entgegen.

Arthur!“, seine Großmutter steht auf und kommt ihm entgegen.

Schön, dass du hier bist!“, sofort wird er von ihr umarmt. Schon viel zu lange hat sie ihn nicht mehr in den Armen gehalten.

Arthur, mein Junge. Komm mal her, was meinst du ist das?“

Archibald. Lass ihn doch erst einmal setzen. Du hattest bestimmt eine lange Fahrt“, sie führt Arthur zu einer Bank.

Du hast recht“, Archibald steht auf und gesellt sich zu den beiden.

Groß bist du geworden“, klopft sein Großvater ihm auf die Schultern.

Ich habe Kuchen mitgebracht“, Arthur hält den Karton mit dem Schokoladenkuchen hoch.

Das ist fein. Kommt mit in unser Zimmer, da können wir ihn in Ruhe essen.“

Arthur folgt seinen Großeltern in ihr Zimmer und sie setzten sich an einen kleinen Tisch in einer Nische.

 

Arthur erzählt ihnen, was er in den letzten Jahren gemacht hat. Auch wenn es eigentlich nur darin bestand im Internat zu sitzen und zu lernen. Doch manchmal hat er sich mit ein paar Freunden heraus geschlichen.

Wir haben dich sehr vermisst, als du weg warst. Dein Großvater und ich haben den Garten so gut gepflegt, wie es nur ging, aber irgendwann konnten wir es nicht mehr“, berichtet seine Oma.

Ich hoffe, dass es den Minimoys gut geht“, sagt sein Opa nachdenklich.

Deswegen bin ich auch hier. Ich möchte wieder zurück zu ihnen und dort leben, aber das Teleskop ist ja leider kaputt“, erzählt Arthur den beiden. Sie scheinen erst ein wenig geschockt zu sein, doch sein Opa scheint ihn zu verstehen.

Haha, ja bei ihnen war es sehr nett, nicht wahr. Ich habe mich dort auch wohl gefühlt. Aber du hast bestimmt sogar noch einen anderen Grund“, lacht Archibald zwinkernd zu ihm.

Genau, aber wie komme ich zu ihr?“, will Arthur wissen.

Nun, ist gibt quasi noch einen Hintereingang“, fängt seine Oma an zu erzählen.

Es ist fast so wie beim ersten Mal, doch brauchst du das hier“, sein Großvater steht auf und holt eine Schachtel aus einem Schrank.

Was ist da drin?“, noch wie früher ist Arthur neugierig darauf, was sein Großvater alles versteckt hält.

Die Schlüssel zu deinem Weg“, Archibald stellt die Schachtel auf den Tisch und öffnet es langsam.

Zum Vorschein kommen Kristalle und ein Messer.

Das sind ganz besondere Kristalle. Sie verfügen über die Macht dich wieder zu den Minimoys zu bringen, doch solltest du dieses Messer immer bei dir tragen, wenn du bei ihnen bleiben willst“, Archibald überreicht ihm das Messer, was am Griff eine aufwendige Verzierung aufweist.

Du musst heute um Mitternacht am selben Ort sein, wie beim ersten Mal. Lege die Kristalle in einen Kreis und Stelle dich hinein“, erklärt ihm seine Großmutter.

Ich danke euch beiden!“, Arthur steht auf und nimmt beide noch ein letztes Mal fest in den Arm, denn es wird für eine weitere lange Zeit sein, dass sie es nicht mehr können.

 

Zum Abend ist Arthur wieder im alten Haus seiner Großeltern. Er packt die letzten Sachen in einen Rucksack, den er mitnehmen will. Ein paar Flaschen Wasser, etwas zu Essen und ein Erste Hilfe Set sind das wichtigste, dass er in den Rucksack legt. Doch plötzlich geht das Telefon. Er ist verwundert, dass es noch eingeschaltet ist.

Arthur, ich bin es, Jasmin!“, hört er es aus dem Hörer schreien.

Jasmin, was willst du?“, es passt ihm gerade nicht, dass sie anruft. Er muss noch einiges mehr einpacken, doch sie bringt ihn gerade aus dem Konzept.

Ich wollte dir sagen, dass ich auf dem Weg zu dir bin. Also zu dem Haus deiner Großeltern. Ich wollte mit dir über etwas reden“.

Arthur muss den Hörer etwas von seinen Ohren fern halten, da Jasmin anscheinend nicht die Funktion eines Telefons kennt.

Wo bist du denn gerade?“, er hofft, dass sie erst ankommt, wenn er schon längst wieder bei Selenia ist.

Ich bin am Bahnhof und in etwa 30 Minuten bei dir! Ich freue mich schon, bis gleich!“

Warte!...“, doch Arthur schafft es nicht mehr etwas zu sagen, da Jasmin schon den Hörer aufgelegt.

Warum muss sie auch ausgerechnet jetzt kommen?

Er hat Jasmin im Internat kennen gelernt und seit dem heftet sie an ihm wie eine Klette. Er mag sie zwar, aber sie ist oft sehr nervig und hört nicht mehr so schnell auf zu reden.

 

Schnell packt er die letzten Sachen zusammen, um in den Garten zu gehen.

Obwohl der Garten nicht mehr gepflegt ist, findet er den Weg zu der einen Stelle, an der er zum ersten Mal zu den Minimoys gelangt ist. Der Vollmond hilft ihm dabei und leuchtet ihm teilweise den Weg, doch zur Sicherheit hat er eine Taschenlampe mit dabei.

Wie seine Großeltern es ihm gesagt haben, legt er die Kristalle in einen Kreis und schaut auf die Uhr. Es sind noch 10 Minuten bis Mitternacht. 10 Minuten, bis er endlich Selenia wieder sehen kann. Aber auch 10 Minuten, bis Jasmin hier auftauchen würde.

Es sind nur wenige Wolken am Sternenhimmel und die Kristalle leuchten immer heller, je näher die Stunde Null vorrückt.

Ungeduldig blickt Arthur im Minutentakt auf seine Uhr, bis es endlich soweit ist. 23:59 Uhr. Er steht auf und setzt den Rucksack auf seine Schultern. In der letzten Minute steht er nun im Kreis, umgeben von den Kristallen, die zusammen mit dem Mond den Garten erhellen.

 

Letzte Gedanken gehen durch seinen Kopf, an das was ihn wohl erwarten wird, doch da hört er einen Motor.

Oh nein, das wird doch wohl nicht schon Jasmin sein.

Doch so viel Glück hat er nicht.

Arthur! Bist du da?“, ruft Jasmin lauter, als es um diese Uhrzeit sein sollte. Schließlich könnte er ja schon schlafen.

Arthur?“

Arthur überlegt, ob er erst gar nicht antworten soll. Schließlich ist er gleich weg, doch die Entscheidung nimmt Jasmin für ihn ab.

Arthur, da bist du ja. Was machst du hier?“
„Jasmin, du bist ja früher hier“, begrüßt er sie mit einem eher aufgesetztem lächeln.

Ich bin etwas schneller gefahren, aber sag es keinem“, zwinkert sie ihm zu.

In dem Moment leuchten die Kristalle am hellsten und werfen einen Lichtstrahl in den Sternenhimmel.

Was ist das?“, erschrocken bleibt Jasmin kurz vor dem Kreis stehen.

Mir bleibt nicht mehr viel Zeit. Das was jetzt passiert muss unter uns bleiben. Bitte pass auf das Haus auf“

Das ist die schlimmste aller Situationen, die man sich nur vorstellen kann.

Was wird das? Wo willst du hin?“, Jasmin lässt nicht locker.

Ich werde jetzt gehen. Du musst hier bleiben, passe bitte auf das Haus auf“, wiederholt Arthur seine Worte mit einem scharfen Ton.

Um Arthur herum beginnt sich ein Schleier zu bilden.

Komm da raus!“, Jasmin läuft nun auch in den Kreis, um ihn heraus zu zerren und wird ebenfalls von dem Schleier umhüllt.

Was geschieht hier?“, ängstlich klammert sie sich an Arthur.

Wir gehen jetzt auf ein Abenteuer“, freut sich Arthur, auch wenn Jasmin mit dabei sein wird und beide beginnen zu schrumpfen.

 

Jasmin ist in dem Augenblick zu Arthur gesprungen, in dem er anfing kleiner zu werden. Nun wird auch sie klein.

Was geschieht hier? Was ist hier los?“, fassungslos starrt Jasmin auf ihre Arme und Hände und muss feststellen, dass sie immer kleiner und kürzer werden.

Das Haus hinter ihnen wird zu einem Wolkenkratzer, die Bäume scheinen immer schneller zu wachsen und das Gras scheint die Größe der Bäume anzunehmen.

Der Nebel ist zu einem hellen Lichtschein entflammt und Jasmin muss ihre Augen schließen. In ihrem Kopf dreht sich alles, sie spürt keinen festen Halt und hat das Gefühl, als würde sie in der Luft herumgewirbelt.

Ergeht es Arthur genauso? Wird ihm auch gerade schlecht?

 

Arthur hat seine Augen geschlossen und seine Arme sind ausgebreitet. Er kennt dieses Gefühl schon und es macht ihm nichts mehr aus. Aber ihm geht die ganze Zeit schon etwas anderes durch den Kopf, was ihn davon ablenkt. Es ist Selenia. Er freut sich sie wiederzusehen. Er sehnt sich nach ihren Augen, ihrer Hand, nach ihrem Kuss. Immer wieder muss er an den Kuss denken. Damals stand alles Kopf und seine Gefühle spielten verrückt, aber er sehnt sich danach. Sobald sie wieder vereint sind wird er Selenia küssen.

Wahh!“

Durch den Schrei von Jasmin wird er wieder zurück in die reale Welt geholt.

Stimmt. Jasmin ist ja auch noch da. Jetzt wird er sie am Hals haben. Sie wird es nicht verstehen. Was soll er nur mit ihr anfangen? Sobald sie bei den anderen Minimoys sind muss er mit Beta einen Weg finden sie wieder zurück zu schicken.

 

Arthur, was ist mit uns geschehen?“, entsetzt sieht Jasmin auf sich herab. Sie ist klein, und hat spitze lange Ohren. Zudem hat sie auf einmal so komische Sachen an, die an das Gras neben ihr stehend erinnert.

Du bist jetzt ein Minimoy!“, wie bei einer Begrüßung öffnet Arthur die Arme und präsentiert sich. Auch er ist so klein und hat spitze lange Ohre, zudem hat auch er etwas an, das Jasmin an Gräsern und Rinde erinnert.

Was sind Minimoys? Was soll das ganze?“, ohne klaren Kopf läuft Jasmin von einem Grashalm zum nächsten.

Minimoys sind kleine Lebewesen, die unter der Erde leben. Wobei sie auch oft an die Oberfläche kommen und einige dort leben. Die Minimoys sehen so aus wie wir jetzt“, versucht Arthur es ihr zu erklären, doch in Erklärungen ist er nie gut gewesen.

Das du hier bist war mehr ein Unfall. Ich wollte alleine zu ihnen gehen, zu Selenia“, bei dem Wort Selenia beginnt er wieder zu träumen, kann sich aber noch fangen.

Wenn wir bei den anderen sind werden wir dich wieder groß machen“
„Wer ist diese Selenia und was machst du dann?“, mit etwas Eifersucht hinterfragt Jasmin den Vorschlag von Arthur.

Ich werde bei ihnen bleiben. Deswegen stand ich im Kreis“, während Arthur ihr das erzählt überprüft er, ob noch alles vorhanden ist. Im Rucksack befinden sich noch immer die Vorräte und das Erste Hilfe Set, was er eingepackt hat. Das Messer, was er auf jeden Fall mit nehmen soll hat er an seinen Gürtel gebunden. Da alles dort ist wo es sein soll geht Arthur los in Richtung des Dorfes der Minimoys.

 

Wohin gehst du? Lass mich nicht alleine!“, ängstlich folgt ihm Jasmin und hält sich an seinem Arm fest.

Arthur ist dies etwas unangenehm, dass sie so nah an ihm ist, doch er kann es verstehen. In eine gefühlt fremde Welt einzutauchen und das auch noch Nachts kann beängstigend sein.

Bei Sonnenaufgang sollten wir da sein, wenn nichts schief geht“, meint er zu ihr.

Wie wenn nichts schief geht?“, jedes Geräusch lässt sie aufschrecken und hält sich immer fester an Arthur fest.

Da hört sie auch schon ein knallendes Geräusch.

Was war das?“

Das fehlte auch noch. Komm mit!“, schon zerrt Arthur an Jasmin und rennt los.

Es regnet. Da wir jetzt so klein sind kann das gefährlicher werden!“, erklärt er ihr.

Sie rennen in Richtung eines Baumes, in der Hoffnung, dass dort ein Hohlraum existiert, in dem sie sich solange verstecken können.

Immer wieder weichen die beiden Regentropfen aus, die so groß sind wie sie selbst. Auf dem Boden hinterlassen diese kleine Krater. So etwas hat Jasmin noch nie gesehen, als sie noch groß war.

 

Sie kommen an dem Baum an und finden an den Wurzeln ein Loch, in das sie hinein klettern.

Wenn wir Glück haben, dann können wir bis nach oben klettern“, Arthur geht voran und tastet sich durch die Dunkelheit. Das Loch geht weit nach hinten und mit der Zeit spürt er auch einen Anstieg.

Sind wir gleich oben?“, ohne etwas zu erkennen folgt Jasmin Arthur.

Na, was sagst du?“, mit ausgestreckten Armen präsentiert Arthur ihr den Garten.

Es ist nur eine Wolke am Himmel, die den Regen herunter fallen lässt und der Mond schimmert durch sie hindurch. So sieht es aus, als ob viele kleine Diamanten vom Himmel fallen würden. Jasmin hat sich die Natur nie wirklich richtig angesehen, doch jetzt kommt es ihr vor wie ein Zauber.

Wir warten jetzt, bis es aufhört und dann müssen wir dort hinten hin zu den zwei Buchen“, Arthur deutet auf zwei große Bäume, die endlos weit weg zu stehen scheinen.

Und wie sollen wir nach da hinten hin kommen?“, zweifelt Jasmin, dass sie es wirklich zum Sonnenaufgang schaffen sollen anzukommen.

Wenn man klein ist, dann eröffnen sich viele neue Wege zu reisen“, er deutet auf ein Vogelnest, in dem sogar ein Specht liegt und noch schläft.

Gesellen wir uns zu ihm, da ist es wärmer. Wir müssen nur aufpassen wenn er aufwacht“, schon ist Arthur auf den Weg zum Vogelnest und Jasmin folgt ihm, wenn auch etwas zögernd, da sie nicht als Vogelfutter enden will.

Doch im Nest ist es sehr gemütlich, weicher als sie dachte und auch wärmer.

 

Es dauert lange, doch kurz vor dem Morgen hat der Regen endlich aufgehört.

Los, komm“, flüstert Arthur.

Wohin?“, doch Jasmins Frage ist überflüssig. Sie sieht schon, dass Arthur vorsichtig auf den Vogel klettert.

Hier, fang das“, Arthur holt ein Seil aus seinem Rucksack heraus und wirft es zu ihr. Mit seiner Hilfe klettert nun auch Jasmin auf den Vogel. Sein Gefieder ist ganz flauschig und es fühlt sich angenehm an auf ihm zu sitzen. Oben angekommen wirft er das Seil um den Vogel, um es als Zügel zu benutzen.

Und jetzt halte dich gut fest!“, sofort pfeift Arthur, um den Vogel zu wecken.

Keine Sekunde später ist der Vogel auch schon wach und bemerkt die beiden auf seinem Rücken.

Jasmin muss sich fest an Arthur klammern, um nicht herunter zu fallen. Sie hat Angst, doch sie fühlt sich bei ihm wohl, sie genießt es schon fast Angst zu haben, um so nah bei ihm zu sein.

Als der Vogel bemerkt, dass er die beiden nicht von seinem Rücken bekommt stürzt er aus seinem Nest. Immer näher kommt der Boden, bis er schließlich seine Flügel öffnet und wieder nach oben fliegt.

Yeah!“, schreit Arthur lauthals. Es fühlt sich gut an so zu fliegen und er ist froh, dass es klappt, denn so kommt er schneller zu Selenia. Wobei, ganz klappt es noch nicht. Der Vogel fliegt noch nicht genau in die Richtung, in die Arthur will.

 

Weißt du eigentlich, was du da machst?“, fragt Jasmin schockiert.

Ich bin schon ganz andere Sachen geflogen, da werde ich das hier auch noch hin bekommen“, brüllt Arthur zu ihr nach hinten. Je länger er versucht den Vogel zu lenken, desto besser scheint es zu klappen. Entweder kann Arthur es wirklich oder, und das glaubt Jasmin eher, ist der Vogel müde und fügt sich dem Gewicht auf seinem Rücken. Sie ist beeindruckt, dass Arthur so etwas kann. Davon hat er noch nie erzählt.

Übernimm mal, ich habe eine Idee“, sofort überreicht er ihr die Zügel und sucht etwas in seinem Rucksack.

Was?! Nein!“, verwirrt übernimmt sie die Zügel und versucht zwanghaft diese nicht loszulassen.

Was machst du? Bist du verrückt?“, schreit Jasmin schockiert. Noch immer glaubt sie, dass sie eher einen Schlag auf den Kopf bekommen hat und all das hier nur träumt.

Du machst das super, weiter so“, lobt Arthur sie und holt ein zweites Seil heraus.

Was hast du vor?“

Ich werde jetzt jagen“, schon hat er das Seil zu einem Lasso gebunden und lässt es schwingen.

Wonach?!“, ungläubig, dass er jetzt etwas jagen will muss sie sich zusammenreißen sich nicht in Gedanken zu verlieren und die Zügel loszulassen.

Kurz darauf wirft er das Lasso von sich weg. Anscheinen versucht er ein großes Etwas zu fangen. Ein großes Etwas?

Jetzt wird Jasmin klar, dass der Vogel sie nicht die ganze Zeit abschütteln wollte, sondern anscheinend hinter einem überdimensionalen Insekt her ist, dass Arthur tatsächlich mit dem Lasso fangen kann.

Hab dich!“, triumphiert er, doch muss er aufpassen nicht von ihr weggerissen zu werden. Schnell bindet er das zweite Seil an das Erste, um so das Insekt zu sichern. Mit großen Augen sieht Jasmin Arthur zu. Sie wusste nicht, dass all das in ihm schlummert. Ihr Herz rast, aber nicht nur wegen dem Vogel, sondern auch wegen ihm. Sie hätte jetzt am liebsten die Zügel losgelassen und ihn geküsst. Doch sofort schüttelt sie den Gedanken ab.

Doch nicht jetzt, doch nicht hier. Ich hätte es vorhin machen sollen als der Mond so schön geleuchtet hat.

 

Du kannst sie wieder mir geben. Ich werde uns jetzt zum Baum dort hinten lenken“, beim übernehmen der Zügel berührt er ihre Hände. Sofort läuft sie rot an, vor allem ihre nun langen Ohren. Sie weicht ein wenig zurück und hofft, dass er es nicht bemerkt.

Doch sie scheint Glück zu haben, da Arthur sich konzentrieren muss das Insekt so zu steuern, dass der Vogel ihm hinterher fliegt. Erst scheint es nicht so gut zu funktionieren, da Arthur aus versehen den Vogel steil nach oben in den Himmel lenkt. Doch Jasmin findet es nicht schlimm, denn so sieht sie, wie die Sonne durch den Horizont bricht und ihre ersten Strahlen den Nebel verdrängt, um auf dem Tau zu reflektieren.

Jetzt habe ich es raus“, holt Arthur sie wieder in die Realität und vollzieht mit dem Vogel einen Salto.

Waahh!“, erst denkt Jasmin, dass sie fallen wird, doch dann spürt sie etwas, seine Hand.

Keine Angst, ich halte dich“, dabei blickt er ihr in die Augen und scheint selbst für einen Moment gelähmt zu sein.

In diesem unachtsamen Moment kracht es. Sie sind gegen den Baum geflogen, den sie erreichen wollten, doch ist es eher eine Bruchlandung im Geäst geworden, als eine sanfte Landung, die beide bevorzugt hätten.

Bind das Seil los!“, ruft Arthur ihr entgegen und zeigt auf die Zügel. Sie versteht sofort und versucht den Vogel davon zu befreien, mit Erfolg. Leider ist das zweite Seil zu sehr beschädigt, als das es noch zu gebrauchen wäre.

 

Jetzt sind wir auch so gut wie da. Wir müssen nur noch runter“, Arthur zeigt auf den Boden, doch Jasmin kann nichts erkennen außer Blättern und Gräsern.

Wo?“, angestrengt sieht sie nach unten, doch es ist nichts zu sehen.

Na, da unten. Wir müssen jetzt springen. Mach mir alles nach“, lächelt er sie an.

Wie bitte, was?!“, als ob sie begriffsstutzig wäre sieht sie Arthur ungläubig an.

Ich warte unten auf dich“, zwinkert er ihr zu und springt. Jasmin will ihn noch aufhalten, doch da ist er schon in der Luft und verschwindet zwischen den Blättern.

Hat er sie noch alle? Ich bin doch nicht lebensmüde?! Das alles ist doch nur ein blöder Scherz. Aber warum sollte er mich reinlegen? Er ist doch so süß, das würde er doch nie machen?!

Wo bleibst du?!“, sie vernimmt leise eine Stimme, die zu Arthur passen könnte. Ein paar mal atmet sie tief durch und schließt ihre Augen. Dann springt sie.

In der Luft bekommt sie ein kribbeln im Bauch, doch das verschwindet schnell, als die ersten Blätter ihr in das Gesicht schlagen. Verzweifelt versucht sie sich an ihnen festzuhalten, doch es misslingt ihr.

Waaahhh!“, wie wild schreit sie, bis ihr Fall auf einmal stoppt und sie in Nebel eingehüllt wird. Jasmin wippt auf und ab. Sie ist auf einem Pilz gelandet.

Wusste er, dass du unten Pilze sind?

Glückwunsch, du bist angekommen. Hat doch bestimmt Spaß gemacht“, lacht Arthur, der anscheinend wirklich Spaß an dem Sprung hatte.

Ha ha....Sehr lustig“, mit weichen Knien versucht sie hinter Arthur her zu laufen, der schon auf dem Weg zu einem Baumstamm ist.

Es ist nicht mehr weit, dann kannst du dich ausruhen“, verspricht er ihr.

 

Es ist fast nicht zu glauben, doch in dem Baumstamm ist eine aufwendig geschnitzte Tür. Beide gehen hindurch und gelangen in einen langen dunklen Tunnel. Arthur holt eine Taschenlampe heraus, doch Jasmin klammert sich dennoch an ihn, da es ihr immer noch zu dunkel und unheimlich ist.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen sie eine weitere Tür, die ebenfalls verziert ist und auf der etwas geschrieben steht, was Jasmin aber nicht entziffern kann.

Arthur klopf zwei mal gegen diese und wartet. Erst geschieht nichts, doch dann öffnet sich ein Spalt in der Tür.

Wer ist da?“, kommt eine unfreundliche Stimme aus dem Spalt.

Ich bin es. Arthur. Ich komme zurück, um Selenia wieder zu sehen“, antwortet Arthur wie einstudiert.

Der Spalt schließt sich und die Tür öffnet sich langsam, bis sie schließlich hindurch gehen können. Auf der anderen Seite muss Jasmin staunen, was sie dort sieht.

Willkommen im Land der Minimoys“, wird sie von Arthur noch einmal begrüßt und zeigt auf das, was vor ihnen liegt.

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Autor

ChrisPaulFaziuss Profilbild ChrisPaulFazius

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Kapitel:2
Sätze:344
Wörter:4.099
Zeichen:22.538

Kurzbeschreibung

Die Geschichte spielt nach dem Ersten Film. Nach langer Zeit kehrt Arthur wieder zu den Minimoys zurück. Doch kaum angekommen erwartet ihn eine Überraschung.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Abenteuer getaggt.