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Rauschen 1.12

29
23.04.20 13:03
16 Ab 16 Jahren
Fertiggestellt

***

Noch wagte niemand weder Erik, noch seine Eltern, den ersten Schritt so verharrte die schweigende Starre, wenn sie sich begegneten. An einem dieser immergleichen Morgende zwang er sich wieder aus dem Bett obwohl er sich die restliche Nacht vor Schmerzen kein Auge zu bekommen und sich nur übergeben hatte. Für den weiteren Verlauf des Tages sah es nicht besser aus. Er ging ins Bad onanierte, duschte sich und zog sich an. Die Küche war so früh am Morgen noch so leer, wie der Kühlschrank am Wochenanfang. Unerträglich war diese stille Müdigkeit. Da stand Isabella vor ihm.

„Was machst du so früh hier ?”

„Ich hab Durst!” Isabella stiefelte auf Erik zu. Er nahm sie mit letzter Kraft hoch, so schwer hatte er sie nicht in Erinnerung und setzte sie schnaufend auf der Geschirrspülmaschine ab.

„Saft?”

„Hhm! Gerne!” Sie hielt sich an Erik´s Pullover fest, er holte zwei mittelgroße Gläser aus dem oberen Küchenschrank, nahm eine Tüte O-Saft aus dem Kühlschrank und füllte sie bis zur Hälfte.

„Soll ich dich heute abholen? Ich hätte Zeit.” Er lächelte sie an.

„Ich weis nich! ... Kommst du denn auch wirklich, wirklich? ... du sagst es nicht nur so?” , unbewusst patschte sie ihm ins Gesicht, als wüsste sie was böses über ihn und würde sagen, lass das nachdenken.

„Eh du kleine Ratte! Natürlich, ich hab dich doch ganz doll lieb.” Er lachte sie tranken jeder ihr Glas leer, viel hatten sie sich nicht mehr zu sagen, er hob sie vom Schrank und stützte sich ab. Isabella schien, troz ihrer Nähe, Angst vor Erik zu haben und er konnte es irgendwie verstehen. Sie lief wieder zurück nach dort von wo sie gekommen war. Sie war so unbekümmert, doch er wusste selbst in ihrem Alter bekamen Kinder alles mit, auch die Sorgen. Die Spüle war leer und er stellte die Gläser auf die Ablage, dann nahm er seine Tasche und verlies das Haus. Die  letzten Tage seit seinem Zusammenbruch  liefen nach dem immergleichen Mustern und keine Seite traute sich einen Anfang zu machen und wieder wurde es totgeschwiegen.

Es war sechs Uhr in der Frühe. Erik setzte die Kopfhörer seines Walkman auf, erhöhte die Lautstärke und lief los, die Straße hinunter. Erste Sonnenstrahlen kamen über die Wipfel der Bäume und spiegelten sich in einigen Fenstern der Wohngegend. Es dauerte eine Weile, aber dann hatte Erik wieder dieses Gefühl des verfolgt werdens. Er blieb stehen, drehte sich um nichts war zu sehen, alles schien normal. Er lief weiter um einige der nächsten Straßenecken. Es waren zwei unbekannte Männer die ihn verfolgten, er blieb erst stehen, ging dann ohne zögern auf sie zu. Beim näher kommen erkannte er einen der Beiden. Labbock wer sonst. Erik war langsam genervt, dass er seit kurzem Tag für Tag an ihm hing, er hatte genug mit sich zu tun und nun störte der Bulle.

„Haben sie ihren Schosshund endlich gefunden, dass freut mich aber. Wollen sie ihn mir nicht mal offiziell vorstellen, wir kennen uns doch. Herr Benedikt richtig? So war doch ihr Name?”

„Wir gehen unserer Arbeit nach, ich kann verstehen, das du das nicht magst!”

„Dann hören sie auf! ... Man ist das so schwer? ... Seit einem halben Jahr ist der Fall erledigt! Ok? Aber sie verfolgen mich als wäre ich ein Schwerverbrecher. Wir wissen doch alle das die Verhandlung bald beginnen wird und plötzlich hängen sie mir wieder nach!” Er ging mit schnellem Schritt.

"Das kommt von Oben Junge!"

"Oben?"

"Wir haben deine Akte nie geschlossen und wenn du weißt etwas was uns helfen kann! Da noch gewisse Ungereimtheiten.”

"Dann schicken sie mir endlich ´ne Einladung und hören auf mich mit ihrem Bespitzeln nervös zu machen."

"Hast du was zu verbergen?"

"Alles was ich weiß, wissen sie doch. Darin besteht kein Zweifel!”

„Falsche Antwort!”

"Lassen sie mich in Ruhe!"

"Du hast ´nen guten Anwalt, aber es täte dir gut mit uns zusammen zu arbeiten."

"Ich werde mich bei ihrem Vorgesetzten beschweren sie haben doch eindeutig etwas gegen mich und das hat nichts mit unserem Fall zu tun."

„Wir haben Nachforschungen angestellt und es mit anderen verglichen. Du weißt mehr als du zu gibt´s und du kannst uns helfen, wenn du wolltest. Wir können dich beschützen, warum siehst du das nicht ein! Ich hab doch den Abend gehört was du deinem dem Mädchen erzählt hast!” Erik wurde ruhig und er flüsterte.

„Ich weiß, das sie gehört haben was sie hören wollten und das ist nichts, was sie etwas angeht oder! Oh der arme Junge hat sich ausgeheult. Ich seh es nicht ein nur um mich besser zu Fühlen, das Leben meiner Freunde zu verraten. Wobei ...” Erik verschluckte die letzten Worte. Labbock war auf der richtigen Spur, bisher konnte er nichts beweisen und der Schlüssel in dem Spiel war Erik. Der Junge hatte Angst es war unübersehbar. Was steckte nur hinter dieser ganzen Sache. Erik lief weiter verfolgt von Labbock .

„ Ich kanns nicht ändern! Zudem würden sie ihre Arbeit von Anfang an ernst nehmen, hätten sie damit keine Probleme!”

„Bleib hier ! Wir nehmen dich mit nach Hause!” Labbock ergriff Erik an der Schulter

„Sorry Boss, ich muss aber ganz wo anders hin, aber danke.”

"Lassen sie ihn gehen. Es gibt keinen Grund!" Ermahnte Bennedikt seinen Vorgesetzten. Lachend entfernte Erik sich, schon war er verschwunden.
 

An einem der folgenden Nachmittage fuhr Erik mit seinem Fahrrad durch die Feriensiedlung. Der größte Teil der Ferienwohnungen stand um diese Zeit noch leer. In drei Wochen würde dies schon ganz anders aussehen. Erik hasste diese Touristen, die glaubten, sie wären der Mittelpunkt der Welt und alles würde sich um sie drehen. Aber diese Urlauber waren es die das Geld brachten und seinen "Standard" finazierten. Allein aus diesem Grund wurde vor fünf Jahren diese Siedlung errichtet, auf einem der wunder- schönsten Naturgebiete die Spandoverhaven jemals besessen hatte und Erik empfand nichts als Hass. Heute war alles Beton mit einem Baum und kleinen Rasenstück pro Parzelle und das beste war die Aussicht mit Seeblick.

Dann schien da das perfekte Haus. Die Bewohner stiegen in ihren BMW schlossen die Haustür drei Mal ab und den Vorgarten ebenfalls dreimal, dann fuhren sie davon. Es war ein Zeichen dafür das sie für länger weg bleiben wollten. Dies sollte wirklich das letzte Mal sein. Das Haus hatte zwar Unmengen von Schlössern, aber keine Alarmanlage und für Erik, der auf seinen dreizehnten Bruch seit Februar war, ein leichtes das zu erkennen. Wie immer versuchte er sein Glück über den Hinterhof. Das Fenster war leicht angekippt, mit einem geschickten Handgriff klappte er es auf. Mit einem Satz sprang ihm der Hauskater entgegen und entfleuchte in den Garten. Er durchstöberte die Sachen, war aber an nichts anderem ausser dem Kühlschrank interessiert. Wie immer erwartete ihn ein großes Angebot köstlicher Speisen. Er fing mit den kleinen Sachen wie Joghurt an und arbeitete sich zu den schweren Sachen durch. Heute war dies ein hausgemachter Rehbraten, sowie Bratfisch in eingelegter süßsaurer Soße. Die Gerichte würde für mehr als sechs Personen reichen, aber Erik schlang es innerhalb weniger Minuten runter. Das Haus verließ er wie er gekommen war, gerade noch rechtzeitig den die Bewohner kamen verfrüht zurück.

Doch Erik war längst über alle Berge als der Einbruch gemeldet wurde.

Labbock und Bennedikt fuhren ihre letzte Observationsrunde für den Tag, als sie die Nachricht erhielten, sie bearbeiteten seit dem vierten Einbruch den Fall und machten sich auf den Weg zum Tatort. Erik hatte es eilig weg zukommen und wäre dabei fast unter die Räder geraten, er machte sich auf den Weg zum Club. Minuten später kam Erik in den Sinn das es Labbock in zivil war dem er fast drauf gefahren wäre.

Es stellte sich heraus das Karoline nach so kurzer Zeit wieder allein zu Hause war, diesmal wollte er sich die Chance nicht entgehen lassen. Sein Adrennalinpegel war wie immer nach seinen Ausflügen noch sehr hoch und wenn Karoline es wollte, konnten sie gerne auf ihre Art Spannungen abbauen, das war es worauf er jetzt Lust hatte. Das machte er ihr klar verständlich. Er war eben richtig gut drauf, bis auf das er die Hälfte der Zeit auf dem Klo verbrachte. Beide verdrängten das es nicht die Lösung war, aber stillschweigend hatten sie es beide hingenommen und niemand sprach es an.

„Du willst schon gehen!” Mit müden Augen blickte sie ihn an und streichelte seinen verschwitzten Rücken.

„Ist besser bevor es wieder Ärger gibt!” Sie führ stoppend mit dem Finger über seine mageren Rippen und zählte die Bögen.

„Okay !”

„Jetzt muss ich wirklich. Ich darf Isabella früh in den Kindergarten bringen, wir sehen uns ja vorm Unterricht.” Enttäuscht blieb Karoline im Bett zurück.

„Ich kann dich auch abbolen und vorher...”

„Momentan brauch ich Ruhe!”

„Spielverderber.” Sie schmiegte sich fest an ihn und lies ihm keine Chance sich zu lösen.

„Hör auf sonst überleg ich es mir noch mal anders!” Er kramte nach Kaugummi in der Hosentasche. Er wollte diesen sauren Geschmack im Mund unterdücken.

"Keine Sorge ich will dich gar nicht küssen! Leg dich einfach hin und bleib bei mir." Karoline lies nicht locker und Erik   schloss die Augen.
 

 

Alle Beamten die mit dem Fall Marie bzw. Fall Erik betraut waren wurden gebeten am Abend im Kommissariat zu bleiben. Die Auswertung der Hinweise und des neu gewonnen Materials stand bevor. Der Forensiker Richter war mit der Auswertung des brisanten Materials betraut, was nun nach über drei Wochen neue Erkenntnisse brachte. Unter den Anwesenden waren auch die Kommissare Kiley, Labbock sowie Benedickt.

„So fangen wir an. Wir haben hier fünf neue Schriftstücke. Etliche Fotos und Polaroids und ein Videoband. Die Fotos sind echt daran besteht kein Zweifel. Es handelt sich um insgesamt siebenundzwanzig Polaroids und knapp neunzig einfache Fotos! Das selbe trifft auf das Viedoband zu.” Richter hatte das ganze Fotomaterial über Tage aufgearbeitet und hatte ein nun Ergebnis.

„Was ist das zum Teufel, wo kommt das her?” Gerald Labbock war dieser Anblick vollkommen neu.

„Der Junge hat es gehabt?” Für die Kommissarin nicht, sie rieb mit ihrem Finger unter der Nase um ein Jucken zu unterdrücken.

„Das ist so viel Zeug und nichts davon hat er bei sich geführt! Wir haben doch sämtliche seiner Habseiligkeiten aufgenommen. Nichts davon. Wie lange haben sie das lassen sie mich raten zwei drei Monate seit wir ihn wieder kontrollieren?”

"Die Dinge haben sich nunmal unerwartet entwickelt! Es sieht aus als käme sämtliches Zeug von Brandner!"

„Dieser Schwachsinnige sitzt lange schon im Knast, der kann nichts verschicken, was wir nicht sichten geht durch seine Hände!”

"Aber Sascha Brandner hat sich bis jetzt auch noch nicht geäußert, alles was wir wirklich von ihm Wissen oder was da geschehen ist stammt von Marie Streicher und Erik Martin´s Aussage und die sind recht mager angesichts der neuen Beweise."

"In wie fern?" Die Kommisarin schien selbst überrascht.

"Es läßt vieles darauf schließen das Brandner seine Taten nicht alleine durchgeführt hat und unsere zwei Zeugen haben alles dafür getan dies zu verschleiern."

 

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Kurzbeschreibung

Schlaflosigkeit, Freudlosigkeit, exzessives Sporttreiben ...

Kategorisierung

Diese Story wird neben Thriller auch im Genre Drama gelistet.

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