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Ich brauche dich mehr als du denkst

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20.06.20 23:12
16 Ab 16 Jahren
In Arbeit

Svenja war mal wieder völlig durch den Wind. An diesem Morgen war nichts so, wie es sein sollte.

„Was ist denn mit dir heute los?“, fragte Klaus nach
„Nichts.“, antwortete Svenja
„So ganz kann ich dir das aber nicht glauben.“, sagte Klaus
„Heute vor 14 Jahren ist Chris verschwunden und heute ist auch ihr 32. Geburtstag.“, sagte Svenja
„Glaubst du immer noch daran, dass sie wieder zurück kommt?“, fragte Klaus
„Ja, das glaube ich.“ sagte Svenja
Klaus konnte Svenja verstehen, aber mittlerweile hatte er den Glauben daran aufgegeben, dass Chris wieder nach Hause kommt.

„Entspann dich mal. Du musst doch auch gleich arbeiten.“ sagte Klaus
„Ja. Ich mache mich auch gleich auf den Weg.“ sagte Svenja

Kurze Zeit später machte sich Svenja auf den Weg zur Arbeit.

Heute hatte Angela Frühdienst, weil Sabine Urlaub hatte. Es war mal wieder so ein Tag, an dem Svenja keine Nerven für die Arbeit hatte und mit den Gedanken nicht bei der Sache war.

Natürlich kam sie an diesem Tag nicht pünktlich an der Arbeit an und Angela fing gleich an zu meckern. Sie verhielt sich den Kollegen in der letzten Zeit ohnehin schon so, als wäre sie etwas Besseres.

„Wo kommen Sie den jetzt her?“ fragte Angela wütend
„Ich habe gerade andere Probleme, die Sie nichts angehen.“ sagte Svenja
„Trotzdem kann man pünktlich an der Arbeit erscheinen.“ sagte Angela
„Sie haben mir nichts zu sagen. Langsam reicht es mir. Sie verhalten sich den Kollegen gegenüber als wären Sie etwas Besseres. Die Kollegen beschweren sich schon die ganze Zeit und bald reicht es auch meinem Vater.“ schrie Svenja

Svenja hatte langsam die Schnauze voll und fing völlig an auszuticken, doch bevor es dazu kam, stand eine junge Frau hinter ihr und packte sie auf die Schulter.
Langsam reagierte Svenja auf die Hand auf ihrer Schulter. Irgendwie hatte sie gerade das Gefühl, dass sie jemanden hinter sich hatte, der sie verstand.

Als sie sich umdrehte, schaute sie nicht schlecht. Irgendwoher kannte sie diese junge Frau, aber sie konnte sie momentan nicht zuordnen.

Die junge Frau merkte schnell, dass Svenja sie nicht erkannte und ließ ihr einen Moment Zeit.
„Können Sie mich jetzt endlich ablösen oder brauchen sie noch eine Stunde?“ fragte Angela wütend
„Vielleicht sollte man einem Menschen auch mal ein paar Minuten Zeit lassen.“ mischte sich die junge Frau ein.
„Ich habe eigentlich schon längst Feierabend und ich habe etwas vor.“ sagte Angela
„Ein paar Minuten Zeit werden Sie ja wohl haben.“ sagte die junge Frau
„Die hatte ich eben schon, als ich auf sie warten musste.“ sagte Angela
„Wissen Sie was? Nehmen sie doch einfach ihre Sachen, fahren nach Hause und ich mache hier weiter.“ sagte die junge Frau
Angela verstand gerade kein Wort mehr. Die fremde junge Frau schien sich hier in der Tankstelle auszukennen und scheinbar hatte sie auch Erfahrung mit der Kasse.

Dann kam Svenja mit ihrer Kasse aus dem Büro, um Angela endlich abzulösen.

„Ich verstehe jetzt gar nichts mehr. Wer ist diese junge Frau?“ fragte Angela nach
„Machen Sie jetzt einfach ihre Abrechnung und fahren Sie nach Hause.“ schrie Svenja

Angela machte ihre Abrechnung und fuhr nach Hause. Die ganze Zeit gingen ihr die Worte dieser fremden Frau nicht aus dem Kopf.

Svenja stand an der Kasse und wusste gerade nicht, was sie machen sollte. Irgendwoher kannte sie die junge Frau, aber ihr wollte einfach nicht einfallen wer sie war und woher sie diese Frau kannte.

„Du erkennst mich nicht. Richtig?“ fragte die junge Frau.

„Ja richtig. Ich habe keine Ahnung wer du bist.“ sagte Svenja

„Dann werde ich dir jetzt mal eine kurze Geschichte erzählen.“ sagte die junge Frau

Svenja war gespannt, was ihr die junge Frau erzählte.

Die junge Frau fing an zu erzählen.

„Es ist jetzt 14 Jahre her, seitdem wir uns das letzte Mal gesehen haben.“ sagte die junge Frau

Langsam ging Svenja ein Licht auf, aber sie ließ die junge Frau einfach weiter reden.

„Ich war damals gerade 18 Jahre alte geworden und wollte meine Freiheit haben, als verschwand ich von heute auf morgen, ohne ein Wort zu sagen. Es vergingen fast 2 Jahre, als ich anfing diese Entscheidung von damals zu bereuen. Die ganzen Jahre habe ich mich nie getraut diesen Schritt zu wagen, den ich heute gegangen bin. Als ich mich heute Morgen auf den Weg hier her gemacht habe, wusste ich auch nicht, ob es die richtige Entscheidung war, aber jetzt denke ich es war genau richtig.“  erzählte die junge Frau

„Ich kann es jetzt gar nicht glauben, dass du wieder da bist. Jedes Jahr habe ich gehofft, dass du wieder nach Hause kommst. Die ganzen Jahre wusste ich nicht, was mit dir passiert ist und wie es dir geht.“ sagte Svenja überglücklich

Svenja wusste im ersten Moment gar nicht, was sie sagen sollte. Nach 14 Jahren war ihre Tochter endlich wieder da.  Es war für sie eine schwere Zeit gewesen, aber jetzt hatte sich ihr größter Wunsch erfüllt.

Svenja hatte die ganzen Jahre nicht merken können, was ihr Tochter fühlte, aber jetzt wollte sie Chris einfach nur noch in den Arm nehmen und am liebsten nicht mehr los lassen.

„Ich habe die ganzen Jahre gehofft, das du eines Tages wieder vor mir stehst.“ sagte Svenja mit Tränen in den Augen

„Ich habe die ganzen Jahre überlegt, wieder nach Hause zu kommen, aber ich hatte auch Angst davor. Ich wusste nicht wie du darauf reagieren würdest. Deswegen bin ich jetzt auch hier an der Tankstelle und nicht zu Hause aufgetaucht.“ sagte Chris

„Woher wusstest du eigentlich, dass ich um diese Zeit hier bin?“ fragte Svenja nach

„Ich habe Jan-Hendrik und Philipp interviewt. Natürlich ohne den Beiden zu sagen warum ich das wissen wollte. Aber ich glaube die Beiden können sich das schon denken.“ sagte Chris

„Das glaube ich auch.“ sagte Svenja

Svenja fragte sich nur, warum ihre Söhne ihr nie etwas von der Begegnung mit Chris erzählt hatten. Aber das war ich ihr jetzt auch egal. Sie freute sich heute auf ihren Feierabend und das ihre Tochter endlich wieder da war.

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Autor

Mausis Profilbild Mausi

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Statistik

Kapitel:2
Sätze:74
Wörter:1.022
Zeichen:5.841

Kurzbeschreibung

In der Geschichte „Ich brauche dich mehr als du denkst“ geht es um eine Mutter die jeden Tag an ihre Tochter denkt. Chris war gerade 18 Jahre alt, als sie das Elternhaus verließ und nie mehr wieder kam. Seit damals hofft Svenja jeden Tag, dass ihre Tochter wieder nach Hause kommt. Bisher hat sich ihr großer Wunsch jedoch nie erfüllt.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Vermischtes auch in den Genres Alltag, Freundschaft und Familie gelistet.