Storys > Geschichten > Thriller > Rauschen 1.10

Rauschen 1.10

16
17.11.20 23:14
16 Ab 16 Jahren
Fertiggestellt

Die Geräusche von Hektik und der sterile Geruch lag in der Luft. Verschwommen bewegten sich die Schattten vor seinen Augen oder schlief er noch? Langsam wurden die Stimmen klarer, er verstand mehr und mehr die Bedeutung. Sein Hals tat weh beim Schlucken und er bekam einen trockenen Husten. Sein bauch schmerzte und ihm war schlecht. Jemand streichelte seinen Kopf, angenehm, liebevoll, vertraut. Die Hand war angenehm warm.

Karoline hatte die ganze Zeit am Bett gesessen, ganze zwei Tage dauerte es bis Erik langsam erwachte.

„Wehe du tust uns das noch mal an, hast du völlig den Verstand verloren!” Als sie ihn auf die Stirn küßte erblickte er ihre tränenüberströmtes Gesicht. Noch bevor er ihr antworten konnte, ging sie. Müde schlief er weiter, bis Suza´s ihn weckten.

„Karo.” Leicht benommen.

„Sie ist weg ... wie konntest du nur ... ein Glück das Nico da war?” Sie strich über seine kalten Finger.

„Glück?” Erik wand sich ab, es war nicht vorbei. Seine Reaktion war eindeutig.

„Willst du aus dem Fenster springen?”

„Mama.” Sein Hals kratzte, er sollte etwas trinken.

„Erkläre es mir ... was sollen wir noch tun. Du willst keine Hilfe, aber es geht so nicht weiter. Wir machen nicht mehr was du willst, es funktioniert nicht.”

„Mama.” mehr bekam er ohne zu husten nicht heraus.

„An Isabella hast du nicht gedacht?”

„Ist sie okay?” Nein hatte er nicht.

„Du weißt deine Freunde und uns gar nicht zu schätzen.” Sie weinte und umarmte ihn, froh das er am Leben war. „Was hat man dir nur angetan? Alleine wärst du doch nie auf so eine dumme Idee gekommen.” Er hielt sie fest und weinte auch, nicht viel, aber genug.

„Mama. Hilf mir ich steh das nicht durch.”

"Wir reden mit Dr. Philipps, du musst ihm endlich vertrauen!"

Geraume Zeit später

Die Erste für Vorbereitungen für das Fest begannen mitte April, wo Erik Karoline das erste Mal nach der Zeit im Krankenhaus wider traf. Sie ignorierte ihn, Erik schmachtete sie an und konnte kaum die Augen von ihr lassen. Aber nach Micha war Steffen angeblich jetzt ihr neuer Freund und laut Steffie war sie glücklich mit ihm. Nichts brachte sie zu ihm zurück, kein Wort hatten sie gewechselt aber dann waren da doch alte Gefühle, bei beiden.

"Hey?" Erik folgte ihr nach, er wollte mit ihr reden, sein Lächeln wirkte verlegen und unsicher.

"Hallo! Du bist wieder da?"

"Ja, seit heute."

"Ist alles okay bei dir?"

"Ich wollte nur danke sagen und mich bei dir entschuldigen!"

"Wofür?" Karoline mied seinen Blick.

"Ich wollte mir nichts antun, es ist einfach passiert! Es war ein Unfall."

"Und hier ist der richtige Ort um darüber zu reden?"

"Du sollst dich für nichts verantwortlich fühlen!"

"Hm was erwartest du? Das ich dir verzeihe und alles gut wird! ... du hast Schluss gemacht ... " Darüber schien sie sauer. "Was bin ich für dich? Ich kann nicht so einfach alles abschalten!"

"Das hatte seinen Grund ..."

"Karo du musst mir glauben! ... Ich liebe dich!"

Karoline und Erik hatten sich in eine ruhige Ecke verzogen, so gut wie jetzt hatten sie sich lange nicht mehr verstanden. Erik war es der zählte, als Erik Karoline auf ihre Verflossenen ansprach, erzählte sie ihm das Steffie das Gerücht in die Welt gesetzt hatte und sie hatte es nur nicht dementiert. Sie redeten bis es dunkel wurde, es wurde Zeit sich auf den Heimweg zu machen.

  Über ihnen war ein freier Sternenhimmel, entsprechend wurde es auch frischer. Sie schmiegten sich eng aneinande.

„Warum hast du Schluss gemacht ?” Eine Frage die sie lange beschäftigt hatte.

„Willst du den Grund wirklich wissen ?” Er setzte sich mit ihr auf eine Parkbank, strich mit seinen Fingern in ihrem Haar sanft umher.

„Bitte !”Karoline zog ihn zu sich und flüsterte.

„Der Grund es fällt mir nicht leicht aber in den letzten Wochen ist einiges für mich klarer geworden. Ich wollte dich nur beschützen,... dich ,... meine Familie, ...meine engsten Freunde !”

„Wovor ?” Sie suchte seine Augen und Erik wich ihr aus.

„Vor mir... ” Er atmete tief ein, wenn er sie wollte musste er hier durch. er biss sich auf die Lippen : "Das ist so schwer Karo! Genauso schwer ist es es aus zu sprechen."

„Vor dir, du hast was zu verbergen?"

"Die letzten Monate, ich ... bin so hilflos gewesen."

" Ist dieser Labbock und meine Mutter nicht in der Lage dich zu schützen?”

„Die sind schon lange nicht mehr für mich zuständig und um vor allem ihn los zu werden, hab ich ihm erzählt was er hören wollte... und die Kommissarin seit sie bei meiner Untersuchung dabei war meidet sie mich ... ich glaube sie war froh darüber das ich es mit uns beendet habe."

"Froh jetzt wo du es sagst, sie schien erleichtert."

"Aber ich mach ihr das nicht zum Vorwurf. Ich wollte da weg. Du musst wissen ich wollte erst mit mir ins Reine kommen ! Es hat lange gedauert bis ich meine Fehler erkannt hab..."

"Du wolltest dir das Leben nehmen!"

"Nein ... das war ein Unfall ... ich wollte nur schlafen und endlich Ruhe in meinen Schädel kriegen! Mein Fehler war dich aussen vor zu lassen, dir nicht zu vertrauen und das hat es so schlimm gemacht."

"Wirklich?"

"Wirklich!... vergessen kann ich es nicht und verdrängen auch nicht, ich muss damit Leben, was geschehen ist. ” Karoline lehnte ihren Kopf an Erik´s Schulter, was er sichtlich genoss.Erik lächelte sie an und sie küsste ihn. Karoline umschlang ihn wie früher, steckte ihre Hände auf seine und sie erprobten ihre Kräfte, sie verlor. Erik hielt sie weiter fest und führte eine ihrer Hände auf sein Herz.

„Du bist ja richtig aufgedreht ! Ich hab dich so vermisst! ... das war der allergrösste Fehler meines Lebens... wir sind ein Team und das habe ich vergessen.”

"Dafür halten wir jetzt um so fester zusammen!"

„Das machst du mit mir. Heute hatte ich solche Angst, aber ich habe dich angesprochen, also steckt doch noch altes Leben in mir .” Langsam führte er ihre Hand tiefer :

„Liebst du mich wirklich ?”Das Pochen wurde stärker. Karoline spielte an seiner Hose, und öffnete sie Knopf für Knopf.

„Hast du Angst ?”

„Mehr als du denkst.” Erik half ihr das Hemd aus der Hose zu ziehen. Er küsste sie, während Karoline ihre Hände unter seinem Hemd am Rücken entlang führte und ihre kalten Fingerspitzen wärmte, sein Körpergeruch war ihr vertraut. Das wichtigste war keine Lügen mehr:

”Ich hab eine Scheißangst !” Erik war so warm und sie spürte die Narben unter ihren Fingern, die er vor ihr verborgen hatte. Es sah schon komisch aus wie da saßen, beide waren sie nicht bereit diesen Gewissen Schritt zu tun. Erik blickte sie an.

„Damals bin ich nicht einfach abgehauen! Mal ehrlich ich und Jona wir haben uns doch bei jedem Widersehen gezofft, ich bin der Letzte der wegläuft Viel unsinniges Zeug hat die Runde gemacht."

„Ich habs geglaubt, weil du es einfach beendet hast. Ich kanns nicht mehr hören.”

„Aber ich muss es jemanden erzählen und dir vertraue ich! Dieser Mensch bei dem ich war er hat mir das alles angetan."

„Erik! Ist okay ... ich seh doch das es dir weh tut.” Sie wollte das er aufhörte.

„Ich will dir alles sagen ... die Wahrheit ohne Lügen! Es ist nicht zu Ende und mit jedem Tag kann ich mich weniger wären.”

„Also gut ich höre!” Sie küßte ihn.

„Vorher musst du schwören nichts zu sagen, weder zu meinen Eltern noch zu Nicolas! Ich sag´s ihnen wenn ich soweit bin.”

„Ich schwöre nichts zu sagen!”

„Damals bin ich nicht nur weg gelaufen, Von dem Fall mit dem entführten Mädchen hast du bestimmt schon gehört ... so wie ihr ist es mir ergangen... deine Mutter durfte es dir nicht sagen ... sie musste schweigen und das ist das Schwerste ... und ich bin erst jetzt bei dir in der Lage drüber zu Reden ... ähm ... wegen mir wurde dieses Mädchen entführt ... mit ihr hatte dieser Mensch mich im Griff ... sie dann da raus geholt zu holen minderte meine Schuld nicht im geringsten.”

“Da war was in den Nachhrichten? Du hattest damit zu tun? Du bist der Junge? ... Du?” Karoline kramte in ihrem Kopf, diese Geschichte hatte lange die Zeitungen beherrscht, sie schluckte und es ergab alles Sinn “ Du hattest keinen Unfall als du zur Rhea warst!”

“Ich hatte nie einen Unfall, das war ein Teil der Geschichte auf die wir uns geeinigt hatten. Meine ´Rhea`war die schlimmste Zeit meines Lebens, aber Marie lebt und es geht ihr heute gut ... das es so geendet hat ...”

„Was hat er dir angetan !” Karoline lies sich von Erik in den Arm nehmen, wie ruhig er war

„Dieser Mann er weiß alles von mir, wer meine Freunde sind, meine Familie und er weiß alles von dir!” Er schnappte nach Luft.

„Hat er dich gezwungen das zu erzählen?”

„Anfangs hat er nichts gesagt und ich hab´s freiwillig gemacht, bloß um mich nicht so alleine zu fühlen. Dann hat er am Schluss gegen mich verwendet wie dieses Scheißvideo und Foto´s! Er wird jeden von euch töten wenn er die Chance dazu bekommt, also was bleibt mir anderes übrig, als zu gehorchen.” Erik war sich sicher das Brandner jeden Schritt von ihm beobachtete, obwohl er im Gefängdis war. Ein Grund, weshalb er über die wichtigsten Details den Mund hielt.

„Was ist noch auf den Filmen drauf!” Sie erwartete die Antwort.

„Das willst du nicht wissen!”

“Sprich es aus es ist wichtig!” Kathleen hatter ihr gesagt, wenn Erik auf sie zu kommen würde, sollte sie ihm Mut und Kraft geben über alles zu Reden.

“Sag es mir!”

“Wie mich anfasst, mich schlägt..., mich vorführt, mich bumst!” Erik stand auf, konnte sie nicht ansehen und brauchte Luft.

"Dann machst du´s mit Männern für Geld?"

“Nein, nein , denk das nicht... Karo ...“ Wie konnte sie das nur in Erwägung ziehen.

"Naja du kommst wieder und hast so viel Geld bei dir, ich hab die Scheine in deiner Jacke gefunden."

"Du hast es genommen? ... Ich dachte schon der fette Bulle hat´s eingesteckt."

"Ich hab´s versteckt ... nachdem ich den Zettel gelesen hatte."

"Werf es weg oder verbrenn es! Geb´s aus, aber ich möchte es nicht zurück."

"Erik ... Das sind mehre Hunderter... soviel Geld das ist doch Wahnsinn."

"Karo ... Es ist Blutgeld ... werf es weg ich will nichts damit zu tun haben!"

“Es war in deiner Jacke!"

"Ich will es nicht mehr!"

"Du musst alles erzählen, was du weißt, damit sie das Schwein für immer verurteilen!”

„Er dreht dir die Worte im Mund um ... Wenn ich etwas sage, dann bin ich Tod! Ich kann ihn nicht aufhalten.” Erik blickte zur Seite, hörte ein Rascheln.

„Das bist du nicht !”

Sie strich die Haare aus seinem Gesicht: ”Das ist doch Bescheuert! Erik Martin hat keine Angst vor niemanden, vorallem sagt er was er denkt und er kämpft!”

„Brandner, der Typ er hat Familie, ich kann diesen Mensch nicht verstehen ! Er hat alles ! Er wird ohne zu zögern mein Leben zerstören, außer ich erwische ihn vorher. Das ist aber unwahrscheinlich, so oder so bin ich Schuld.”

„Das Stimmt nicht! Du wirst das packen!”

„Ich bin Schuld wenn er weiter Unschuldige abschlachtet, ich bin Schuld wenn er sich an meinen Freunden vergreift! Ich hab mit dem Monster geschlafen, ich komm sicher nicht in den Himmel!”

„Es ist alles in Ordnung!” Sie lies ab von ihm strich sein weiches blasses Gesicht und seit langer Zeit sahen sich ihre Gesichter einander ohne Furcht, sondern mit Erleichterung.

„Keiner darf, das erfahren! Eher findest du mich auf den Friedhof!”

„Ich will dich nicht wieder verlieren! ...Lass diese Dummheiten... Erik wir gehen zu meiner Mom?”

„Versprich mir das du es für dich behältst!”

„Die Sache ist ernst, sie können sie doch schneller erledigen wenn du die Wahrheit sagst!”

„Du mich liebst, dann Beweis es mir! Und ich verspreche dir stark zu sein. Nur im Augenblick bin ich ohne dich am Ende.” Ihr Ausdruck verriet alles, sie umarmte ihn fest, nie wieder wollte sie ihn gehen lassen. Karoline standen die Tränen in den Augen.

Labbock war ihnen gefolgt und nun entfernte er sich vom Schauplatz. Er glaubte sich unbemerkt zu verdrücken, als Erik ihn an sprang und zu Boden warf, Bewegungslos. Erik drückte Labbocks Gesicht in den Sand, lange konnte er ihn nicht halten. Einen Moment lang hatte Labbock Todesangst empfunden, jedoch wich der Schreck aus seinen Knochen und er hatte bald die Oberhand.

„Stellen sie in solchen Nächten immer Pärchen nach?”

„Ich...nur wenn sie etwas zu verbergen haben.” Labbock war sprachlos, half Erik auf : „Und Ich entschuldige mich hiermit bei dir!”

„Sowas können sie auch?” Erik putzte sich ab. ”Was suchen sie, haben sie ihr Schoßhündchen verloren!”

„Reis dich zusammen ja!” Ermahnte Labbock Erik.

„Es tut mir Leid, aber wenn ich sie sehe kriege ich echt das Kotzen. Komm Karo wir gehen!”

„Auf wiedersehen?” Karoline wurde von Erik weg gezogen, noch immer beschäftigte ihn vieles.Anders als die Erwachsenen hatte sie Ängste, die sie ansprach. Erik stand weiter unter Beobachtung und das hieß ebenso so das die Kommissarin weiter involviert sein musste.

Die Kommissarin hatte Erik seit ihrer Trennung nur schlecht geredet und jetzt wurde ihr der Grund bewusst. Sie hatte ihr kein Sterbenswörtchen erzählt, nicht über Erik´s Zustand noch was der Grund allen Übels war. Sie kam nach Hause warf die Tasche in die Ecke, als ihr Bruder aus seinem Zimmer lugte.

"Kannst du nicht leiser sein!"

"Halt die Klappe Adi!"

"Was ist denn los?"

"Nichts!", brummte sie ihn an.

"Dafür bist du aber geladen Sis!"

"Ich muss mit Mama reden!"

"Sie kommt heute später, wir sollen zum Abendessen ins Restaurant!"

"Ich hab keine Zeit dafür?"

"Was ist los, hast du geweint?"

"Geht dich gar nichts an!"

"Suchst du was?"

"Meinen alten Regenmantel!"

"Wo willst du hin?"

"Ich bin mit Erik verabredet."

"Hab ich was verpasst?"

"Nein! Ich bleib heute Nacht bei ihm!"

"Sis?" Adrian würde sie nicht verraten, er tat alles für seine Schwester wenn sie ihn drum bat.


 

Wenig später in der „Zone”

„Ich möchte es sehen!” Caroline hatte die Narben nie gesehen.

„Nein!” Erik hatte es unterbunden.

„Bitte!” Die Verletzungen waren gut verheilt, immer noch sichtbar. In wenigen Monaten würde es gar nicht mehr auffallen.

„Ich sehe nichts!” Auch wenn die Schnitte Handumrisse zeigten.

„Mach dich nich lustig!” Sie streichelte vorsichtig um die Narben.

"Lass uns heute hier bleiben ..."

 

  Nicolas fiel ein Stein vom Herzen als er Erik endlich fand.

„Man steh bloß auf!”, scheuchte er ihn hoch. „Die suchen dich schon wieder!”

„Das hab ich vergessen!” Wenn Erik nicht zu Hause schlafen wollte meldete er sich ab, diesmal hatte er es nicht getan. Bisher waren nur Nicolas und Eriks Eltern involviert.

„Morgen! Seid ihr also wieder zusammen?” Sein Blick folgte Karoline.

„Ja? Und was geht´s dich an?”

„Na dann herzlichen Glückwunsch! Wird auch Zeit der Kleine braucht ein paar Manieren!” Er machte nicht die geringsten Anstalten die Augen von Karoline zu nehmen. Erik hüpfte in die Hose und lief von links, nach rechts.

„Bist du mit dem Auto da ?”

„Kann Nico nicht sagen das er dich gefunden hat und gut ist es?”

„Ja schon, aber ich denke ist keine gute Idee!”

„Ganz recht!” Erik zog seine Schuhe an: „Es gibt da so Kleinigkeiten.”

„Erkälte dich nicht Püppchen!”

„Hab mal um mich keine Sorgen! Ich komm mit!”

Der erste Grund er sollte sich immer abmelden bei mindestens zwei Personen und der zweite Grund war ganz einfach denn es war Marie´s Besuchstagund der sollte ganz ihnen gehören.

Erik´s Eltern waren überrascht als Karoline vor ihnen stand, doch Erik schien auf dem Weg der Besserung Der Karolines Geburtstag sollte etwas ganz besonderes werden alles war ganz genau geplant. Ihre Eltern wollten über das Wochenende wegfahren und sie hatte sturmfreie Bude. Bruder Adrian war ebenfalls abwesend und niemand war da, der Karolines Plan hätte vereiteln können.

„Wir sind alleine? Kommt mir fast so vor als hättest du da die Finger im Spiel!” Erik fletzte sich aufs Sofa, was keine Romantik aufkommen ließ. Dabei wollte Karoline ihn in ihr Zimmer locken und Erik war sich dessen voll bewußt, er wollte nichts rausfordern. „Ist das nicht schön!” Karoline gab nicht auf sie setzte sich zu ihm, streichelte seine Brust und lehnte ihren Kopf an seine Schulter „Glaubst du es ist der richtige Zeitpunkt?” Sanft streichelte er ihr rotes zu Zöpfen geflochtenes Haar, schmeckte der Duft ihres Parfüms und küßte sie auf die Stirn. Die erwartete Antwort blieb aus, stattdessen ging Karoline immer tiefer bis sie ihm die Hose öffnete. Wie von irgendwas gestochen sprang er auf und wollte gehen. „Du weißt, dass ich dich mag warum tust du mir das an?” „Hähm?” Karoline verstand die Welt nicht. „Ich möchte das nicht! Wenn es sich für dich so angehört hatte, tut es mir Leid!” „Warum? Du hast es doch schon getan? Bin ich dir nicht gut genug?” „Nein! Es lieg bestimmt nicht an dir. Ich weis nur das ich dir nicht weh tun kann!” Dieser erschockene Ausdruck und hier fühlte er sich unwohl. „Du schläfst mit ´ner Schlampe lieber als mit mir?” Solche Worte aus ihrem Mund zu hören überraschte Erik. „Das mit Janis ist eine völlig andere Situation, als unsere Beziehung. An der mir wirklich sehr viel liegt!” „So siehst du es?” Sie blickte Erik an, seine Hände berührten ihr Gesicht und er zog sie zu sich. „Es gibt noch andere schöne Sachen, die man machen kann ohne aufs ganze zu gehen.”

Der Abend war lang und die Nacht wunderschön. Karoline haßte diese Streitereien aber sie schrieb es seinen Stimmungsschwankungen zu. Müde schliefen sie beide eng an ein ander geschmiegt ein. Sie spürte das Erik noch immer erregt war. Seine Worte hatten sie zum Nachdenken gebracht und es war gut das sie den großen Schritt in dieser Nacht nicht getan hatten. Die Tür vom Aufzug des fünften Stockwerks des Altbaus ging auf und heraus kam eine 1,50 m große Plüschgiraffe gefolgt vom Karolines Eltern. Sie waren recht früh von den Verwandten losgefahren und wollten Karoline überraschen, aber sie waren es die die Überraschung auf den Präsentierteller serviert bekamen. Erik schlief fest während Karoline einen regelrechten Schrecken bekam. Mit großen Augen sah sie zu Paul, der enttäuscht schien, aber Kathleen leistete sich die größte Peinlichkeit.

„Steht auf! Alle beide!” Von dem Gezehter wurde Erik wach, da stand Kathleen direkt vor seinen Augen und er mußte böse lächeln. „Morgen!” Es war sehr sehr sehr komisch, wie er zumindest fand. „Raus du Flegel!” Sie zog an der Schlafdecke und bemerkte jetzt erst das sie Erik vor sich hatte.

"Ohhej nicht so stürmisch bitte! Is lange her!" Sein letzter Babyspeck im Gesicht war einer schlaksig dünnen Gestalt gewichen. „Mami! Geh du raus! Es ist nicht was du denkst! Raus ! Raus hier!” Karoline war nur mit einem dünnen Hemd bekleidet und schob Kathleen aus ihrem Zimmer: „Wir reden später Fräulein!” Als sie die Tür geschlossen hatte, blickte Karoline ungläubig zu Erik und beide lachten sie. „Das ist nicht lustig du dummer Sack!” Sie taumelte verliebt aufs Bett zu und setzte sich zu ihm. „Oh doch das ist es!"

"Man dabei haben wir nichts unanständiges getan!"

"Lass sie doch denken was sie wollen ... Ist wohl besser wenn ich gehe. Meine Eltern habens besser aufgenommen. Ha. ha. Kriegst du dich wieder ein?” Er verschränkte die Arme hinterm Kopf.

„Witzig. Aber es wird dir auch noch vergehen! Steh auf bevor sie mit der Keule hinter der Tür steht.”

„Seh ich dich nachher?”

„Wenn du wartest komm ich mit.”

„Komm lieber nach, ich muss mich erst noch zu Hause melden, aber wir können in den Club oder die „Zone”.” Er kroch aus dem Bett.

„Im Club soll irgendwas los sein? Hast ´du ´ne Ahnung?”

„Nö ... Dann werd ich mich mal anziehen, gaaaaaaaaanz langsam versteht sich. Lass sie doch denken was die wollen.” Er küßte ihren Hals und rückte näher an sie heran.

„Komisch jetzt wissen die das wir wieder zusammen sind!”

„Das sie es nicht längst geahnt haben... immerhin wir haben fast einen Monat geschafft. Tja, dann krieg ich wie bei dir vielleicht eine zweite Chance?” Erik verlies kurz vor Caroline ihr Zimmer. Jeder seiner Schritte wurde beäugt.

„Das ihr euch so habt?” Er verhielt sich normal, doch die Stimmung wirkte gedrückter wie früher.

„Sei froh das dir nichts schlimmeres blüht!” Paul sah ihn bitterböse an. Seit er Ronny niedergeschlagen hatte passte dieser grinsende lächelnde Junge nicht in seine heile Welt. Zumal es bisher nicht eine Entschuldigung gab. Erik konnte das Verhältnis zwischen ihnen und Karoline schwer beeinträchtigen. Er konnte sie ihnen wegnehmen. Irgendwie schien es Erik um seine Gedanken zu ahnen. Karoline nun mal ganz einfach zu manipulieren, insbesondere, wenn es aus ihrer Sicht um Ungerechtigkeiten ging.

„Ja, bin ich. Haltet Karo bitte keine Vorträge!”

„Dir müßte man einen halten, sie hat´s nicht nötig!” Paul war gereizt.

„Du magst mich nicht ich seh es dir an! Aber ich werde mich nicht entschuldigen. Denn es ist nicht verboten sich zu wehren!"

"Du hast den Jungen fast umgebracht! Soll Karoline die nächste sein?"

"Was denkst du von mir?" Das brachte ihn zur Kommissarin :

"Warum hast du Angst? Das ich mich mit Karo zu gut verstehe?” Warum war er so wütent auf die Kommissarin weil Labbock ihm nachspionierte und dann war sie doch die erste die den Auftrag gab.

„Moment mal!” Kathleen hatte sich lange genug zurück gehalten : „Du fühlst dich ja sehr wohl hier?”

„Ja?” Erik war neugierig auf das was sie wollte.

„Das du die Gastfreundschaft ausnutzt, hätte ich nicht erwartet!”

„Du kannst dein kleines Mädchen nicht ewig beschützen!” Er sah auf den Boden. „Wenn ich es nicht bin ist es ein anderer, das muss euch klar sein!”

„Was fällt dir ein?”

„Reg dich ab und lass mich durch!” Hinter Erik schlug die Tür zu.

 

So gut wie es sich anfangs angehört hatte endete es natürlich nicht. Für Karolines Eltern schien Erik das Böse, ein Eindringling, zu sein, der ihnen ihre Tochter mit nur allen möglichen Mitteln entreißen wollte. Nachdem er nur für Ärger stand, war es sicherer Abstand von ihm zu haben. Sie waren offen gegen die Beziehung, Paul etwas mehr, auch weil er Caroline nicht schlecht behandelt sehen wollte und seit dem Vorfall auf der Straße zweifelte noch mehr an Erik´s Charakter. Wortlos kam Karoline zum Frühstück, nahm sich eine Müslischale und setzte sich an den Tisch. Paul kam dazu und sie stritten nur. Wütend ging sie auf ihr Zimmer zurück.

Minuten später klopfte Kathleen.

„Hat sich Vati beruhigt?” „Ist nicht so leicht!” „Und du?” „Nein! ... Es wird ein bisschen dauern! ... Erik ist also wider da ...Wie fühlst du dich?”

„Schlecht! Versuch bloß nicht meine Freundin zu sein, vielleicht hört das Kind ja zu!”

„Vieles gibt es mit dem er dir nur schaden will! Seine Einstellung hat sich geändert.”

„Du weist nichts von ihm ... Ich dachte ihr mögt Erik?”

„Diese Situation war unerwartet! Denkst du das er so gut für dich ist. Er macht so viele Probleme, und er hat Geheimnisse von denen du nichts wissen sollst!”

"Er erzählt mir alles Mama ..."

"Bezweifle ich..."

"Warum hast du ihn fallen gelassen, ... wegen mir ... ?" Seit dem Morgen schien sich die Beziehung die sie jetzt hatten vertieft zu haben. Caroline war wütend auf ihre Mutter. Warum hatte sie ihr nichts gesagt, keine Andeutung in all den Monaten. Diese abweisende Verachtung gegenüber Erik, ein halbes Jahr zuvor wäre all dies undenkbar gewesen. Kathleen hatte sich große Sorgen gemacht schließlich war Caroline ohne ein Wort davon gegangen, als sie zum Nachmittag endlich erschien war Erleichterung zu sehen.

 

”Wo warst du?”

„Bei Erik!” Sie zog ihre Schuhe aus, zupfte ihre Strickjacke zurecht und blickte dabei in den Gardrobenspiegel und wartete auf eine Reaktion.

„Ach so?”

„Wir haben geredet ... Über vieles ...”

„Wie lange läuft das schon mit euch?”

„Was geht´s dich an? Du hast mich angelogen und du vertraust mir nicht.”

„Natürlich vertraue ich dir, nur nicht wenn es mit Erik zu tun hat.”

„Siehst du.”

„Was hat er dir erzählt?”

„Einiges und er hat mir einiges gezeigt!”

„Das haben dein Vater und ich heute früh mitgekriegt!”

„Klar das du da drauf anspielst. Du kennst Erik gar nicht, was ihn beschäftigt. Nicht die geringste Ahnung! ... Oh doch ich hab´s vergessen Lügnerin. Ich weis es schon einige Zeit! Von Anfang an!”

„So sprichst du nicht mit mir!”

„Lass mich in Ruhe!”

„Worüber habt ihr geredet?”

„Müßtest du eigentlich am Besten wissen. Du hast mich angelogen und ich rede nicht von heute.” Kathleen schien genau zu wissen von was die Rede war.

„Es ist besser, das er es dir selbst gesagt hat.”

„Kein Wort, seit Monaten. Ich bin so dumm und glaub die Lügen. Wie schlecht es mir ging hast du übersehen! Ich hab mir Vorwürfe gemacht, als er sich das Leben nehmen wollte. Hätte ich es verhindern können?”

„Es ist nicht deine Schuld.”

„Kommt mir aber so vor und die ganze Zeit hast du mich belogen!”

„Es war unrecht, aber es gab Gründe und dann wurde es unwichtig, weil ihr ja nicht mehr zusammen wart!”

„Dieser Typ, der ihm das angetan hat? Der sitzt im Knast?”

„Ja und wird er da auch nie raus kommen. Sicherheitsverwahrung!”

„Wie kann es dann sein, daß er Erik so geschmackloses Zeug schicken kann?” Sie wollte es genau wissen, trotz ihres Versprechens.

„Wovon redest du?”

„Erik ist schon etwas eigenartig ja ... Er hat mich gebeten nichts zu sagen, aber da stimmt irgendwas nicht Mama ... Alles paar Wochen kriegt er so geschmackloses Zeug ... Er hat Geheimnisse ... Ja und er erzählt mir nicht alles ... Aber die Briefe die da hat sind hart... Ich hab Angst um ihn... auch das er sich doch wider etwas antut ...”

„Welche Briefe?”

„Briefe halt ... Von ihm! ... Jay...oder wie der sich nennt... wenn der sowas verschicken kann muss er einen Komplizen haben.” Ob sie es bewußt gesagt hatte, um Kathleens Neugier war geweckt. Sie gingen in ihr Zimmer.

"Das ist unwahrscheinlich nur Brandner war beteiligt, da gibt es nicht die geringsten Anzeichen für einen Zweittäter! Kannst du mir die Briefe holen ohne das Erik es merkt?”

„Ich hab dir schon zu viel gesagt... Das Vertrauen zwischen uns, naja ist nicht gerade einfach.”

„Warum ist er dann über Nacht hier?”

„Es gibt dieses Vertrauen und dann gibt es dieses Vertrauen, ist weit weg von dem was wir mal hatten.”

„Wissen seine Eltern bescheid?”

„Mit Sicherheit nicht. Kann ich mir nicht vorstellen... Er würde aus flippen... Auch wenn was fehlt. Diese Unberechenbarkeit an ihm ist richtig schlimm geworden, aber dann ist da wieder mein Freund, den ich seit meinem ersten Schultag kenne. Aber er hat´s nicht in den Griff gekriegt und ich kann ihm auch nicht helfen.” Gedankenverloren hing sie Erinnerungen nach und ihre Mutter holte sie zurück.

„Karoline ich bitte dich nicht darum es zu tun. Ich kann es mir auch auf anderen Weg beschaffen!” Das war unfassbar, Kathleen hatte kein Gewissen.

„Mama! Du verlangst sehr viel ... Ich ... Geb mir ein paar Tage! OK?” Sie wollte das es Erik besser ging, auch wenn es Opfer bedeutete.

„Du tust das Richtige, glaub mir.”

„Wenn ich nur könnte! Er darf es nie raus kriegen!”

 

Am Abend klingelte Erik unterhalb des Wohnblocks um Caroline abzuholen, als Paul aus dem Haus kam. Er sah ihn an und kam auf ihn zu und erwartete schlimmes. Die Wogen des Wochenendes waren geglättet.

„Erik?” Paul griff ihn freundlich an die Schulter, er merkte wie er zusammen zuckte. Der Streit. Erik fühlte sich etwas unwohl. Eigentlich hatten sie sich immer verstanden.

„Oh - hei!” Seine Augen waren müde, etwas mißtrauisch gab er Paul die Hand.

„Wartest du auf Karoline?” Seine Vorurteile, hielt er zurück. Es war Erik mit dem er hier redete und so wie seine Frau sich verhielt musste auch er runter fahren..

„Hhm wir hatten uns hier verabredet.”

„Und wie geht´s so?”

„Gut!”

„Wo wollt ihr hin? Was habt ihr vor?”

„Ein bißchen die Stadt unsicher machen!” Verlegen sahen beide aneinander vorbei.

„Und du?”

„Arbeiten. Ihr könnt ja vorbei kommen, wenn ihr Hunger bekommt!”

„Okay!” Erik lächelte er hatte Karoline hinter der Tür entdeckt.

„Komm gehen wir!” Sie wollte schnell weg und zog Erik an der Hand.

„Wir sehen uns Pauli!” Sie gingen los.

„Komm!” Karoline zog stärker und dicht an sich, küßte ihn trotzig gestellt. Für Erik kam es überraschend und er reagierte abweisend.

„Hör auf, was soll das?”

„Ich dachte du wolltest es?”

„Blödsinn! Führ mich nicht noch einmal so vor.” Er hielt ihr Handgelenk ganz fest, solange bis es schmerzte.

„Du tust mir weh!” Sie nahm ein paar Schritte Abstand. Dann war da dieser Stimmungswandel und er versuchte sich zu entschuldigen, da war doch nichts böses an ihm. Er trat näher streichelte ihren Arm und ihr Gesicht.

„Mach das bitte nicht noch mal, ich hab dich sehr gern, aber unsere Beziehung geht nur uns was an.”

„Früher hättest du mitgespielt.”

„Menschen verändern sich, ich verändere mich. Den dummen Jungen von früher hast du nicht mehr vor dir.”

„Bereust du das du es mir erzählt hast!” Karoline war stehen geblieben und Erik kam wenig später zu stehen.

„Ehrlich? ... Ja das tue ich!”

„Das hilft mir aber dich zu verstehen.”

„Du bist nicht in meinen Kopf. Glaubst du zu wissen wie es da drin aus sieht?” Mit Sicherheit verheimlichte er ihr da noch etwas.

„Nein.” Sie war kurz davor zu weinen, ihr Entschluss vom Nachmittag bestärkte sich immer mehr. : ”Ich verteidige dich gegenüber meiner Familie und sie müssen es akzeptieren. Es ist als würdest du einen Streit provozieren und ich habe Angst davor dich dadurch wieder zu verlieren.”

„Das wird nicht passieren. Hör auf sonst weinst du noch.”

„Du hast da so einiges was du mir verschweigst und das was passiert ist hat dich verändert und du, wie ich, hast ein Recht auf Liebe. Manchmal bist du ganz schön theatralisch!” Er küßte sie und alles schien vergessen.

"Pauli war heute so nett ist irgendwas?"

"Nett ? Nein es ist alles in Ordnung!" Das Zittern in der Stimme zeigte das er noch immer große Angst hatte.

„Was war denn?”

„Na was schon? Kannst du dir das nicht denken. Ich hab mich noch mehr erniedrigt gefühlt als jemals zuvor und da hab ich mich nicht nur Scheiße gefühlt. Ich wollte wirklich sterben. Ich weiß nicht, wenn er mir über den Weg läuft, hältst du mich für verrückt?”

„Ich werde dir immer glauben.”

„Sag das nicht, weißt du was Lüge oder Wahrheit ist? Kannst du das einschätzen? Niemand hat gesehen wer von uns angefagen hat,nur deswegen bin ich noch hier. Ich hab mich nur gewehrt.”

„So wie es sich jetzt anhört, ... ich glaube dir!”

„Echt.”

„Da ist noch etwas.”

„Eigentlich sollte ich es dir nicht sagen!” Da war dieser Ausdruck. Er war bereit zu gehen und er rang sich. "Ich habe an diesem Tag auf ihn gewartet..."

 

Natürlich als Ronny ihm, am Morgen über den Weg lief, ging sie stumm aneinander vorbei. Erik packte es nicht nachdem er Karoline verabschiedete, ging er nicht in seine neue Klasse, sondern fuhr mit seinem Rad einfach weg. Diesen Tag an dem Ronny zurück in die Schule kam verbrachte Erik in der Zone. Ronny hatte noch immer Probleme mit dem Gehen. Er hing mit seinen Kumpeln zusammen und war bedächtig still. Einige fanden es gut das er mal welche auf´s Maul gekriegt hatte, andere hielten sich raus. Thorsten Franka unterhielt sich kurz mit Karoline wo Erik sei. Nach einiger Zeit gab sie dann auf und sie fuhren am Nachmittag zur Zone. Es war sehr heiss, leise summte Musik durch die Luft. Die Tür stand offen und sie betraten die Hütte. Erik rührte rote Farbe an um der Küchenabteilung passenden Glanz erteilen und er war am an Pinseln der Amaturen.

„Erik?”

„Oh - hallo, das hab ich nun nich erwartet. Wie komm ich zu der Ehre.” Er bemühte sich nicht hoch, strich ruhig weiter.

„Ich habe dich heute im Unterricht vermisst.”

„Ich hatte Bauchschmerzen, och is mir schlecht.”

„Deine neue Klasse gefällt dir nicht?”

„Hab ich mich beklagt?” Er wischte die Hände am Unterhemd ab, mit einem bösen Blick sah er zu Karoline und mühte sich nun doch aufzustehen.

„Du kriegst Ärger wenn du so weiter machst! Ich weis das du drauf pfeifst was deine Eltern sagen. Ja oft genug haben wir uns die letzten Wochen schließlich unterhalten. Dieses Jahr wirst du vielleicht gerade noch so durchkommen, aber im nächsten... du wirst das Jahr wiederholen müssen...”

„Das Hör ich von jedem und es steht mir bis hier!”

„Es dreht sich nun mal um dich!” Erik blickte Franka misstrauisch an, wünschte ein vier Augen Gespräch mit ihr.

„Karo komm mal! ... Gleich!” In einem Befehlston.

„Bist du jetzt sauer auf mich?“ Karoline hielt Abstand. In letzter Zeit war Erik so unberechenbar, das sie ihn nicht mehr einschätzen konnte.

„Sicher bin ich sauer. Was schleppst du den hier an. Und ob ich sauer bin Sweety!“

„Mit ihm kannst reden ohne gleich Ärger zu kriegen. Außerdem hat der nicht locker gelassen.“

„Das der okay ist weis ich doch... trotzdem manches hat keinen zu interessieren.“

„Hast du dich ab geregt?“ Sie wollte sich nichts gefallen lassen und lies ihn nicht aus den Augen.

„Nein!“

„Lass dein überhebliches!“ Es beruhte Erik zu sehen das sie ihm doch irgendwie hörig war, und doch ich eigene Meinung vertreten konnte.

„Eine Überraschung, was wollen sie?“

„Ich hatte Caroline unter Druck gesetzt, mach ihr keine Vorwürfe.“

„Ist alles geklärt! Setzen sie sich für jeden so ein?“

„Wir kennen uns lange genug.“

„So viele Menschen haben mir in letzter Zeit gesagt was für mich das Beste ist!“

„Was möchtest du?“

„Nur eine Nacht ohne schlimme Träume!“

„Von Anfang an haben wir vermutet das mehr hinter deinem Verschwinden gesteckt hat.“

„Oh toll wir?“Er warf den Pinsel in den Farbtopf.

„Direktorin Luscé und ich wir haben uns in den letzten Wochen mit deinen Eltern unterhalten!“

„Klar. Und jetzt sonnen sie sich in meinen besonderen Ruhm. Ich komm nicht mehr zur Schule und sie können mich nicht zwingen.“

„So einfach lässt du dich unter buttern? Ronny wird nicht aufhören, denn das wird sich auch wider legen.“

„Wer sagt, das es wegen diesem Kretine ist? Ich hab nur keine Luft, Sinnbildlich! Verstehen sie?”

„Und deswegen hast du mit dem Sport aufgehört?”

„Es hat nicht gereicht. Dadurch das sie mich bestrafen wird’s nicht besser, das war mein Ernst letztens. Wenn er mir noch einmal über den Weg läuft ist er tot! Ich hab im Moment andere, Wichtigere Dinge zu tun die mich beschäftigen." Er wischte sich die rotbraune Farbe von den Händen.

„Oh ich sehe und nur weil du unbedingt ein paar Wände streichen mußt, willst riskierst du dann Gefängnis!“

„Mit dem einen hat das andere nicht zu tun. Nur um eins klar zu stellen davor hab ich keine Angst.“ Die hatte er wirklich nicht und im Hinblick auf die jüngste Vergangenheit gab es auch andere Auswege.

„Ist dir nicht mal der Gedanke gekommen das Beste aus deiner Situation zu machen, stattdessen bist du bemüht dich immer mehr in die Scheiße zu reiten.“

„Ausgerechnet sie wollen mir helfen Trainer? Haben sie nicht genug zu tun?“

„Ich will nur das du eine Chance kriegst!“

„Da ist nix für sie drin?“

„Ja. Nicht eine Kleinigkeit. Wir haben entschieden das es besser ist wenn du nicht nur den Rest diesen Jahres , sondern auch nächstes Jahr in die Parralelleklasse gehst und es wäre schön wenn du dich die letzten Wochen auch dran hältst... denn sonst wirst du nicht versetzt.” Er gab Erik die Chance es sich durch den Kopf gehen zu lassen.

„Ach vergessen sie es, ich komm schon klar!“ Er spielte den Unzugänglichen.

„Kommst du zur Schule?“

„Es sind nicht mehr viele Wochen, fällt doch nicht auf wenn ich da fehle!“

„Aber du hast keinen großen Spielraum mehr, denk dran!“

„Ich hab echt andere Sachen im Kopf!“

„Erik? Wenn du mit dem Stoff nicht nachkommst, Frau Luscé hat sich auch angeboten dir zu helfen.“

„Was ist? Die Direx persönlich?“ Er zeigte kein Intresse.

„Uns liegt was an dir? Wie auch deine Eltern!”

„Hey, komm nicht noch mal bei mir an!“ Warum mischte Karoline sich nur ein: „Du gehst mir am Arsch vorbei!“

Sie wollte das Beste, dabei steckte sie mit allen unter einer Decke.

„Später ich melde mich später okay? Heute Abend!”

„Mir reicht es wenn du zum Unterricht kommst! ... Denk drüber nach.”

„Wenn du dich gefangen hast...”

„Jaja!” Es war eindeutig zweideutig.

„Karoline wir zwei gehen besser!“

„Viel Spaß noch FREUND!“ Caroline wollte nur sein Bestes und es hatte sich ja auch gut angehört. Aber es war etwas anderes in der Praxis. Sie waren ein Paar, das bedeutete mehr. Man sah Erik an das er nicht über seinen Schatten springen konnte, obwohl er es gern getan hätte. Fast war es wie früher, es schien eine Ewigkeit her zu sein.

Karoline suchte, spät in der Nacht, in der „Zone” nach den Briefen, fand aber nur den blauen Sportschuhkarton vor dem Kamin. Dieser war leer, nichts wurde verbrannt, so ging die Durchsuchung weiter. Nachdem einige Zeit vergangen war, kam ihr in den Sinn das der Kamin defekt war und sie sah ihn sich genauer an. Neben den Briefen fand sie einige Fotos und das kaputte Videoband, zuletzt nahm sie das Briefcuver aus ihrem gelben Regenmantel.

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

Autor

JoKarters Profilbild JoKarter

Bewertung

Noch keine Bewertungen

Statistik

Kapitel:3
Sätze:769
Wörter:6.487
Zeichen:35.859

Kurzbeschreibung

... wem kann ich noch vertrauen wenn nicht dir ? ...

Kategorisierung

Diese Story wird neben Thriller auch im Genre Drama gelistet.

Zugehörige Readlist

Rauschen
(17 Werke)
Rauschen 1.09 (10 von 17)
StorysGeschichten
Von JoKarter

15 2 12
Rauschen 1.10 (11 von 17)
StorysGeschichtenMehrere Genres
Von JoKarter

16 3 16
Rauschen 1.11 (12 von 17)
StorysGeschichtenMehrere Genres
Von JoKarter

20 16