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Rauschen 1.04

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1.12.2019 21:17
16 Ab 16 Jahren
In Arbeit

Eine dreiviertel Stunde später verließen Dr. Kessinka und Schwester Magaret den Untersuchungsraum, Jonas hatte mittlerweile den Weg ins Krankenhaus gefunden, er und Suza warteten auf das Ergebnis, aber Karoline war die Erste die Erik umarmte, er legte seine Arme auf ihre Schulter, stützte sich ab und küsste sie lange. Sie lies sich nicht abschrecken auch von seinem Anblick.

„Du siehst echt Scheisse aus Kleiner!“ Nicolas wich zurück als ihn Erik´s stechender Blick traf tat was sein Freund wollte, aus irgend welchen Gründen auch immer.

„Ich bin so froh das es vorbei ist. Die ganze Zeit hab ich an euch denken müssen!” Erik umarmte sie alle Nicolas, Suza und auch Jonas, der erst zurück wich, doch dann ließ er es auch zu.

„Warum haust du ab? Bloß wegen einem blöden Streit!“

„Ich hab mich einfach nicht mehr nach Hause getraut!“ Erik blickte nervös zu Jonas.

„Da stimmt doch was nicht!“ Nicolas war misstrauisch, auch das Karoline seine Ausrede so hin nahm.

„Nikky wir reden später okay, also hör auf dumme Fragen zu stellen!“

„Weglaufen passt nicht zu dir Alter!“

„Später reden wir okay, nun ist gut!“ Erik spielte alles runter, das er sich nach einem Unfall an nichts erinnern konnte und herum geirrt war, das schien seine Wahrheit zu werden. Und jene die nicht viel nachfragten nahmen ihm diese Wahrheit ab. Karoline hielt Erik´s Hand fest, sie wollte ihn nicht mehr los lassen. Viel wurde geredet um und über das was hier vor sich ging. Niemand beschäftige sich wirklich mit Erik, ausser Karoline die ihn voll und ganz in Beschlag nahm. Nicolas blieb in Hörweite, er beobachte Erik´s Eltern, welche die Kommissarin zur Seite nahm zusammen mit Dr. Kessinka und er hoffte darauf mehr zu erfahren. Die bevor stehenden kriminalistischen Untersuchungen waren das was folgen würde und das was Erik wahrscheinlich widerfahren sei und er sich noch nicht eingestehen wollte, sollte unter ihnen bleiben, auch aus ermittlungsrelevanten Gründen. Jonas schmeckte nur den bitteren Beigeschmack der Geschichte und er sah nur einen Verlierer.

„Und wie stellt es sich dar?“ Suza stand da mit verschränkten Armen und wirkte angespannt.

„Schwerste Misshandlungen, jeglicher Art ...“ , führte Dr. Kessinka aus.

„Was sagt Erik dazu?“ Jonas spürte es, wie auch Nicolas, das etwas anfing falsch zu laufen.

„Er glaubt an seine Wahrheit, er verdrängt es auf seine Art und will nicht drüber nachdenken, auch nicht die Konsequenzen! Es ist nie passiert.“

„Da wäre noch etwas, er hat uns gebeten nicht darüber zu reden, nicht zu seinen Freunden oder der nahestehenden Familie. Ich habe ihm versprochen das so lange es möglich ist die Sache unter Verschluß zu halten.“

„Hhm dazu müssten wir das Untersuchungsprotokoll kennen!“ Suza nahm die Zweitkopie der Akte an sich.

„Ich finde nicht das wir das lesen sollten, es ist nicht deine Aufgabe!“ Jonas fand es waren Sachen die sie nichts angingen.

„Wenn wir sein Spielchen mitmachen sollen, gibt’s keine Geheimnisse!“

"Ihr werdet sehen vieles was er verdrängt, wird sich wiedersprechen, ihr müsst entscheiden ob ihr es erstmal hinnehmt. Ich denke im Augenblick ist es am Besten, ihn so wie immer zu behandeln."

„Hört ihr was ihr sagt!"

"Nur die Zeit bis er es begreift!"

"Wie lange soll das sein?"

"Bis er es verkraften kann!"

"Macht was ihr wollt, aber zieht jemanden zur Rechenschaft! Wir haben alles uns mögliche getan, das ist nicht ... was wir lesen sollten!" Er war der Meinung es ging über Suza´s Befugnisse.

„Jonas? Bleib bitte!“

„Ich kann mir denken was da drin steht, so wie er aussieht! Und das ihr alle da mit macht … das braucht der Junge nicht... man darf nichts verschweigen … und das ihr überhaupt darauf eingeht … er braucht ein paar Tage Ruhe und dann muss er sich dem stellen … ohne Schmierentheater.“

„Jonas alles okay mit dir?“ Kommissarin Kiley sah die Angst in seinen Augen.

„Klar müssen wir Rücksicht nehmen, aber er soll uns gefälligst nicht auf der Nase rum tanzen … das wird er machen … du wirst es sehen!“

„Lies das?“ Suza hielt ihm die Akte vor.

„Ich brauch nichts lesen, ich sehe es in seinen Augen! Wir dürfen nichts beschönigen! … er braucht richtige Hilfe.“ Jonas stand fest zu seiner Meinung und er hatte seine Gründe so zu handeln. Er sah das Erik lebendig war und relativ fit schien. Damit war es für ihn erledigt, er trug seine Meinungsverschiedenheiten nicht in der Öffentlichkeit aus. Und das was er zu Sagen hatte, ging nur Suza etwas an.

Nicolas bemerkte die Streitigkeiten, wußte drum wie entzweit sie waren und er wollte nicht das die Familie daran zerbrach. Während Jonas, Karoline und die Kommissarin Erik auf sein Krankenzimmer begleiteten, studierte Suza weiter einsam das Protokoll.

„Hey?“

„Was hey?“ Suza hatte glasige Augen, holte tief Luft und verschränkte wieder die Arme. Eine Abwehrhaltung.

"Hast du es mit angehört?" Nicolas nickte. „Ich weis nicht was ich davon halten soll, er kommt wieder und tischt uns so eine hanebüchene Geschichte auf?“

„Nicky nicht du auch noch!“

„All die Monate und er kommt mit so etwas, ich kann es nicht glauben! Nicht mal zu uns ist er ehrlich!“

„Glaub es und mach es ihm nicht so schwer, nur nächsten Wochen!“

„Wie soll ich das ignorieren, das letzte halbe Jahr kann ich nicht vergessen … ich hab euch immer bewundert für euren Zusammenhalt und letztendlich finde ich dich sehr egoistisch!“

„Mich?“ Sie lachte auf, mit Tränen im Gesicht. „Gibst du mir die Schuld an dem Ganzen?!“

„Du hast dich die ganzen letzten Tage nach seinem Verschwinden nicht blicken lassen, warst nicht erreichbar... Hast keinen Gedanken verschwendet. Du bist weggefahren und Jonas war mit der ganzen Sache überfordert und du gehst nicht einmal ans verdammte Telefon. Im Sommer bist du lieber auf der Arbeit geblieben als irgendwas zu tun, nicht mal um Izzy hast du dich gekümmert... und du hast Erik aufgegeben!“

„Wag es nie wieder so mit mir zu reden!“ Suza machte diese Aussage wütent.

„Du hast dich raus gehalten, Jonas hat uns unterstützt als wir die Plakate geschrieben haben, er ist mit uns unterwegs gewesen und hat Nachtwache gehalten. Und du schiebst die Arbeit vor! … Seit Erik sich bei dir gemeldet hat plagt dich nur dein schlechtes Gewissen, aber getan hast du doch bis heute nichts!“

„Nicky hör auf damit … Bist du fertig? … Ist es raus?“ Seine Wut alles was er die Monate unterdrückt hatte, den Mund zu halten sie nicht zu verletzen.

„Ich kann nur nicht verstehen, wie schlecht du Jonas behandelst, als wäre er dir egal! Und jetzt wo Erik zurück ist will ich nicht das es ihm genauso ergeht, nur weil es für dich einfacher wird. Es wird schwer ... und ich bin nur sein Freund... es gibt Grenzen ... klar ich pass gerne auf Izzy auf ... aber ich kann nicht deine Aufgaben übernehmen ... Deshalb halte ich dich für sehr egoistisch!“

„Nun sag ich dir was ich für meinen Sohn mache, wenn er mir sagt Mama das und das ist mir passiert dann werde ich ihm glauben ob es die Wahrheit ist oder nicht. Das tue ich für ihn und ihr werdet ihm auch glauben hast du mich verstanden... und du wirst keine Fragen stellen für die er nicht bereit ist.“

„Was steht da drin?“ Er zeigte auf die Aktenkopie in ihrer Hand.

„Sein medizinischer Befund!“ Sie zögerte und reichte ihm die Akte, vieles darin verstand er nicht, medizinische Bezeichnungen, doch manchen blieb haften.

*Eine Schwere Gehirnerschütterung

*kleinere Schnitt und Stichwunden am Hinterkopf, Platzwunde, Hemmatome an rechter Kopfseite

*angebrochener Schneidezahn

*Würgemale, Quetschungen, Hautverfärbungen, tiefe Schürf und Kratzwunden an Hals , Oberkörper, Bauch, Beinen und Rücken

*vier kreisrunde Verbrennungen am Oberschenkel

*zwei angebrochene Rippen

*Anzeichen von Mangelerscheinungen, Magenprobleme, Blut in Urin und Stuhlprobe (Fotos wurden gemacht )

„Er lässt es sich nicht anmerken, dieser verdammte kleine ...! “ Er blickte mit glasigen Augen aus den Papieren auf und gab sie zurück. Nicolas wischte sich mit seinem handrücken übers Gesicht und atmete tief durch. "Klar er sieht schlimm aus, aber ... "

„Kommissarin Kiley ist wieder am Fall dran, diesmal offiziell, sie darf unter gewissen Einschränkungen ermitteln, muss aber ihren Kollegen den Vorrang lassen, wenn sie unobjektiv an die Sache ran gehen würde, so wird sie ganz der Profi bleiben. Da sie nur sein Bestes will ... Erik ist sich bewußt über was ihm wieder fahren ist, das hat Dr. Kessinka gesagt, aber euch oder uns gegenüber würde er es nie zu geben! Und wir werden ihn nicht darauf ansprechen, vorerst ...“ Suzanna vertraute Nicolas und das er ihr die Wahrheit ins Gesicht sagte trotz der Verfahrenen Situation, zeigte wie nah sie sich waren.

"Wenn er es von sich aus tut, ist es okay, dann ist da ein Anfang."

„Ich hab es falsch eingeschätzt...“

„Wir haben nicht einen Anhaltspunkt!“

„Die Kommissarin? ... Sie macht also ihren Job ? Ist sie gut in dem was sie macht?“

„Wenn sie was erfährt hält sie uns auf dem Laufenden! Er will kein Opfer sein, er ist weg gelaufen und hat eine schwere Zeit hinter sich! Ist das nicht genug Nicky? Mehr müssen andere nicht wissen.“

"Karo hat keinen Schimmer, wenn du ihr sagst am Himmel fliegen rosa Schweinchen, dann sieht sie rosa Schweinchen."

"Ich halte nichts davon er muss ihr selbst die Wahrheit sagen. Ob du es wahrhaben willst oder nicht diese Beziehung ist sowieso am Ende!"

„Sie sind immernoch Freunde, das bleiben sie ... Jonas hält sich raus schätze ich!“

„Für die Ermittlungen ist es im Moment so das Beste! Auch wenn wir schweigen bis das Gröbste durchgestanden ist.“

„Ich kann das nicht! Er ist ein Opfer weist du wie das nach außen aussieht, er ist kein rebellische Göre und so wird es aussehen, willst du das.“

„Sieh dir den Jungen an! Ich bin froh das er am Leben ist … egoistisch mag ich sein … aber manchmal will man der Angst nicht ins Gesicht sehen und damit hat er ausnahmsweise Recht Nikky. Ich werde ihm glauben, wie soll ich ihm sonst in die Augen sehen.“

"Oh man, er lebt."

"Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht Nicky. Es kann böse enden, also glauben wir ihm ...?"

 

Autorennotiz

Medizinische Begriffe werden noch ergänzt,
Suza schiebt die Arbeit vor doch aus irgend einem Grund kann sie Erik nicht gegenüberstehen noch ihn wirklich "bemuttern".

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Kurzbeschreibung

Manchmal ist es besser zu Schweigen

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