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Helden und Bösewichte Privat

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27.1.2018 14:26
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

6 Charaktere

Skulduggery Pleasant

Ein lebendiges Skelett, trägt meist Anzug und Hut. Er ist ein Elementemagier, doch er hat auch ein gewisses Talent für Totenbeschwörung. Er ist sehr sarkastisch, selbstgefällig und launisch, macht gern Witze in den unglaublichsten und unpassendsten Situationen. Sein Gefährt ist ein 1954er Bentley R-Type Continental, einer von lediglich 207 Exemplaren.

Walküre Unruh (Stephanie Edgley)

Bis sie auf Skulduggery trifft, ist sie ein normales Mädchen mit dem Namen Stephanie Edgley. Ihr angenommener Name lautet Walküre Unruh. Ihre hervorstechenden Eigenschaften sind Mut und sarkastischer Humor. Walküre hat dunkle Haare und ebenso dunkle Augen, auch trägt sie meistens schwarze Kleidung.

China Sorrows

Die schönste Frau der Welt. Sie besitzt die Gabe, Menschen so zu beeinflussen, dass sie Dinge tun, die sie möchte. China führt eine Bücherei und außerdem ist sie eine fanatische Sammlerin. Sie tut nur das, was ihr selbst nutzt. Ihre Magie ist eine der fortgeschrittenen Lehren. Sie zaubert mithilfe der Symbole, die sie als Tätowierungen auf ihrem Körper und in ihrer Wohnung verteilt hat.

Grässlich Schneider

Seine Mutter wurde während der Schwangerschaft verflucht, daher ist sein Gesicht mit Narben entstellt. Grässlich ist einer der ältesten Freunde von Skulduggery Pleasant. Er erzählt gerne, er habe sein Talent zum Schneidern von seiner Mutter und sein Vater wäre Boxer gewesen, in Wahrheit ist es aber andersherum. Er schneidert außergewöhnliche Anzüge.

Caelan

Caelan ist ein Vampir, der mit 19 Jahren gestorben ist. Er ist ein ruhiger, grüblerischer und trotzdem brutaler junger Mann, der in Walküre verliebt ist. Caelan hasst Fletcher Renn, da dieser mit Walküre zusammen ist. Er lebt nicht mit anderen Vampiren zusammen, da er gegen Regeln verstoßen hat, indem er einen anderen Vampir getötet hat.

Auron Tenebrae

Der Hohepriester Auron Tenebrae ist der Oberste im Orden der irischen Totenbeschwörer. Er hat Nefarian Serpine zu seiner "Roten Rechten Hand" verholfen. Auron Tenebrae wird immer von den beiden Klerikern Quiver und Craven begleitet.

So also Let the Show begin!

Scheinwerfer strahlen auf die Bühne.
Darquise taucht auf.
"Ich werde die Welt zerstören!"
Ich komme auf die Bühne. "Na später vielleicht." Darquise wehrt sich, aber ich schleife sie von der Bühne runter.
Etwas zerkratzt trete ih wieder auf die Bühne.
"Also viel Spaß!" Ich schaue mich um. "Und bevor noch so ein Böser kommt fangen wir lieber an."

Es war einer dieser Tage, die China Sorrows über alles hasste. Nicht ein neues Buch hatte sie heute schon kaufen können. Eine Verschwendung ihrer wunderbaren Schönheit. Selbst Informationen, derer Informationshändler wie sie sich bedienten, waren an diesem Tag noch keine zu ihr durch gedrungen.
Was für eine Zeitverschwendung, dachte sie bei sich. Noch nicht einmal das Skelett und Walküre hatten sie besucht.
China seufzte und erhob sich von ihrem Schreibtischstuhl. Sie würde sich jetzt erst einmal einen Tee genehmigen und danach würde sie schauen, ob nicht doch noch die eine oder andere Information zu ihr durchdringen konnte. Natürlich nur mittels Überzeugungskraft.
Gedankenversunken darüber welchen ihrer Geschäftspartner sie aufsuchen sollte, blieb sie mit der leeren Tasse vor einem Möbel an der Wand stehen. Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie sich bewegt hatte.
Auf der Kommode stand ein Geschenk, eine Stereoanlage, die ihr irgendein Idiot zur Besänftigung geschenkt hatte, weil er eines der Bücher aus ihrer Bibliothek in Kaffee gebadet hatte. Er hatte trotzdem dafür gerade stehen müssen, also hatte ihm das Geschenk nichts genutzt.
Was sollte denn überhaupt mit dem Ding, sie hatte einen Radio und mehr brauchte sie auch nicht.
Aber ausprobieren konnte sie Anlage doch mal? Sie stand sowieso in dem Raum, ob sie benutzte oder nicht, und verschwendete kostbaren Platz.
China drückte den Knopf und der Radio ging an.
Sie kannte das Lied nicht, dass jetzt mit voller Lautstärke aus den Lautsprechern tönte. Es musste ein anderer Radiosender sein, als sie normalerweise für die Informationen und Nachrichten hörte.
Und doch gefiel es ihr irgendwie.
So kam es, dass sie, ohne es zu wollen, anfing zu tanzen.

Ohne dass China es merken konnte, öffnete ihr Assistent die Türe.
Er war erstaunt gewesen über den plötzlichen Lärm in dem ansonsten immer sehr ruhigen Apartment.
Als er China nun tanzen sah, musste er lächeln. So hatte er sie noch nie gesehen,obwohl sie sich doch schon seit einigen Jahrhunderten kannten und er ihr Assistent für genauso lange Zeit war.
Leise schloss er die Türe wieder.

Das Lied endete.
Sofort hörte China auf zu tanzen und schaltete die Anlage wieder aus.
Was war bloß in sie gefahren? Sie konnte doch nicht derart die Fassung fallen lassen, selbst im Krieg und in den Abenteuern mit Skulduggery und Walküre war ihr das nicht passiert.
Sie schüttelte den Kopf  über sich selbst.
Sorgfältig strich sie sich ihre Bluse und die elegante schwarze Hose wieder glatt. Ordnete ihre Haare, die ein wenig zerzaust waren vom Tanzen.
Schließlich setzte sie sich wieder an den Schreibtisch.

Als sich die Türe kurze Zeit später öffnete, blickte ihr Assistent in das Zimmer.
„Mir war, als hätte ich Musik aus deinem Apartment gehört?“
„Da musst du dich geirrt haben.“ Er hatte die Türe schon fast wieder geschlossen, als China ihm noch eine Anweisung gab.
„Ach, kannst du die Anlage auf der Kommode bitte entsorgen?“
„Aber es war ein Geschenk.“
„Ich habe keine Verwendung dafür.“
„Sicher.“
Er schloss die Tür.

Dieser Tag ist so eine Zeitverschwendung, dachte China.
Und dann kam einer ihrer Informanten in das Zimmer. Augenblicklich verliebte er sich in die schönste Frau, auch wenn sie heute etwas zerzaust aussah.

Solange Auron Tenebrae denken konnte, war er ein Totenbeschwörer. Ein Mitglied dieses Ordens, dessen Tempel immer unter der Erde lagen, nass, kalt und dunkel waren. Dessen Mitglieder immer nur in schwarze Roben gekleidet waren, ob sie darunter nun Thermounterwäsche oder nicht trugen.
Seit er also als Kind mit 3 Jahren angefangen hatte die Kunst der Totenbeschwörung zu studieren, sah er Tagein Tagaus nur eine Farbe und die war schwarz.
Und er hatte es satt. So satt.
Schon als kleines Kind hatte er das knallige Blau des Himmels an einem sonnigen Tag geliebt. Das satte Grün des Rasens im Sommer. Und die wundervollen Farben des Sonnenuntergangs von orange über rosa, bis hin zu einem bläulichen Lila.
Aber wegen seines Jobs als Hohepriester des Totenbeschwörertempels von Dublin, trug er immer nur dieses grässliche Schwarz, das seiner Meinung nach eigentlich gar keine Farbe war, sondern nur  die Abwesenheit aller.
Aber jetzt hatte er sich Urlaub genommen. Er stand am Flughafen von Dublin und hielt einen quietschgrünen Koffer in der Hand. In seinen Händen hatte er ein Ticket.
Bei seinem Flugziel hatte er sich für die Karibik entschieden. Endlich wollte er mehr als nur einen Sonnenstrahl pro Tag auf seinem Gesicht spüren. Er wollte braun werden und nicht einmal in seinen Ferien das Wort 'Tod' hören. Und wehe, es würden ihn Craven oder Quiver anrufen, dann würden sie ihn kennenlernen wenn er wieder zurück kam.
Oder vielleicht blieb er dort auch für immer? Nein, das konnte er dem Orden nicht antun, man braucht ihn doch schließlich, sonst würde sicher das Ende der Welt nahen.

Die anderen Urlauber, die in der gleichen Schlange standen wie dieser komische Mann, beäugten ihn misstrauisch. Die blasse Haut passte so gar nicht zu dem satten Sonnengelb, das seine Jacke hatte noch zu dem knalligen Pink seiner Hose.

Als er endlich an der Reihe war und nun vor dem Schalter stand, schaute ihn die Flughafenangestellte mit einer hochgezogenen Augenbraue an.
„Sie wollen in die Karibik?“
„Natürlich.“
„Haben Sie denn auch Sonnencreme dabei?“
„Nein, sowas brauche ich nicht.“
„Wie Sie meinen.“
Sie nahm seinen Koffer auf und Auron machte sich auf den Weg zur Sicherheitskontrolle.

Als der Hohepriester zwei Wochen später wieder den Tempel betrat, schauten ihn alle Totenbeschwörer erstaunt an. Zwar hatte er seine schwarze Robe an, dennoch war seine Haut von einer knallig roten Farbe. Quiver kam Tenebrae auf dem Weg in das Innere des Heiligtums entgegen.
„Geht es Ihnen gut, Hohepriester?“
„Sicher.“
„Sie sehen nicht so aus.“
„Haben Sie nicht etwas wichtigeres zu tun als mich anzustarren?“
Schnellen Schrittes entfernte sich Quiver mit einer wehenden Robe in den nächstgelegenen Gang.

In seinem Raum angekommen griff sich Tenebrae die nächste Lampe, welche nur ein spärliches Licht spenden konnte und warf sie mit voller Wucht auf den Boden.
„Ich hasse Sonne. Ich hasse Farben.“
Noch einer halben Stunde trat Craven herein. „Hohepriester, wie war Ihr Urlaub?“
„Grauenvoll.“

Die Mülltonnen, die sich in der Nähe des Tempels befanden quollen schier über vor bunten Klamotten in sonnigem Gelb und anderen Farben. Daneben stand ein fast niegelnagelneuer Koffer in einem Quietschgrün.

Es war einer der verregneten Tage an denen keiner der Gäste des Hotels Mitternacht das Gebäude verließ. Warum denn auch, es stand sowieso in einem Niemandsland jenseits der Nordirischen Grenze. Diese Tage konnte Caelan nicht leiden. Er konnte weder zu Walküre gehen und ihr persönlicher Schutzengel sein, noch irgendetwas anderes machen, das nicht innerhalb des Hotels stattfand. Sich mit den anderen Gästen unterhalten wollte er sich nicht. Es waren eh nur zwei Gäste, der eine ein ziemlich langweiliger Agent eines ausländischen Sanktuariums und die andere Zauberin ein rechter Griesgram. Außerdem schien sie Vampire nicht über die Maßen zu schätzen.
Anton Shudder konnte ihm auch nicht bei seiner mittlerweile akuten Langeweile helfen, denn er sortierte Unterlagen, die das Hotel betrafen und hatte ihm heute morgen, als er aus seinem Vampirkäfig gekommen war, unmissverständlich klar gemacht, dass er keine Störung erwünschte.
Er seufzte. Manchmal war Unsterblichkeit ein Fluch.   Er wanderte auf leisen Sohlen, wie ein in einem zu  Gehege eingesperrter Löwe, durch die Räume. Den Blick nach rechts und links konnte Caelan sich schenken. Schon längst kannte er die Bilder an den Wänden und die kleinsten Details der Tapete.
Als er wieder aufschaute, fand er sich im Aufenthaltsraum wider. Der Regen prasselte beständig an das große Fenster des Raumes und ergab einen hübschen Rhythmus.
Auf den Tisch hatte jemand einen Stapel Bücher abgelegt, der aufgrund der fehlenden Statik schon gefährlich schwankte. Die einzige Person, die sich Caelan für dieses Genre von Büchern vorstellen konnte und die infrage kam, war das Mädchen letzte Woche gewesen, die Alchimistin, von zuhause ausgerissen, weil sie den ihr vorgeschlagenen Mann nicht heiraten wollte. Sie hatte wahrscheinlich den ganzen Koffer voller Bücher gehabt, denn jeden Tag war sie mit einem anderen aus ihrem Zimmer gekommen. Wie die meisten Leute war sie nicht gerade erpicht gewesen mit einem Vampir zu sprechen, sodass er auch nicht recht viel mehr über sie wusste. Vor ein paar Tagen war sie dann verschwunden gewesen.
Eigentlich hatte sie ihn auch nicht weiter interessiert, nicht mehr als einer der anderen Hotelgäste. Aber nun brannte er darauf zu wissen, was sie die ganze Zeit wohl gelesen haben mochte.
Caelan drehte den Kopf so, dass seine Vampiraugen den Titel des obersten Buchs lesen konnten.
Biss zum Morgengrauen. Was war denn das für ein miserabler  Titel für eine Geschichte, in der es nochmal um was ging? Er nahm das Buch in die Hand und las sich den Klappentext des dunkelgrünen Taschenbuchs durch.
'Es gab drei Dinge, deren ich mich absolut sicher war: Erstens, Edward war ein Vampir. Zweitens, ein Teil von ihm - und ich wusste nicht, wie mächtig dieser Teil war - dürstete nach meinem Blut. Und drittens, ich war bedingungslos und unwiderruflich in ihn verliebt.'
Irgendwie hatte er schon einmal von diesen Büchern gehört. Gab es da nicht vor ein oder drei Jahren so einen riesigen Hype um diese Bücher? Und ging es nicht um die Liebesgeschichte von einer Sterblichen und einem Vampir?
Das konnte für seine Beziehung zu Walküre nur von Vorteil sein, wenn er um die Schwierigkeiten einer solchen Verbindung wusste.
Stillschweigend und mit schnellen fließenden Bewegungen nahm er die Bücher - alle fünf - mit in sein Zimmer, das man in der Nacht abriegeln und so auch vampirsicher machen konnte.
An diesem verregneten Tag fing er also an zu lesen.
Und machte es auch in den folgenden auch sehr verregneten Tagen, an denen das Hotel in nicht minder abgeschiedenen Gegenden erschien und wieder verschwand.
Mach drei Tagen war er endlich fertig mit der Reihe zu der, wie er nun wusste auch Biss zur Mittagsstunde, Biss zum Abendrot, Biss zum Ende der Nacht und Biss zum ersten Sonnestrahl gehörte. Er musste zugeben, dass er schon bessere Bücher gelesen hatte. Und die Vampire dieser Autorin war, anders konnte man es nach Caelans Meinung es nicht ausdrücken, einfach Waschlappen. Warum sollte ein Vampir in der Sonne glitzern? Das war völliger Schwachsinn. Eigentlich irrte sich die Autorin in so ziemlich jedem Detail, dass mit den Eigenschaften und Fähigkeiten seiner Spezies zu tun hatte.  Er hatte noch nie einen Vampir getroffen der Gedankenlesen konnte, geschweige denn in die Zukunft sehen. Schrecklich. Sie hätte wirklich besser recherchieren können. Außerdem hatte Caelan feststellen müssen, dass ihm das Buch in der Beziehung mit Walküre keinesfalls weiterhelfen würde. Zu unterschiedlich war seine Walküre von Bella.
Rückblickend hatte es keinen Sinn ergeben, dass er gelesen hatte.
Wenigstens war ihm nicht langweilig gewesen.
Damit nicht noch andere Menschen sich über diese Reihe aufregen mussten, riss er jedes der Bücher einmal in der Mitte durch und warf es ihn seinen Mülleimer, denn er nicht einmal in seiner zugegebenen langen Anwesenheit, benutzt hatte.
Grausam schlecht beschriebene Vampire. Er schüttelte den Kopf und als ihm Shudder mitteilte, dass sie in ein paar Minuten in der Nähe von Dublin auftauchen würden, ging es wieder beschwingt aus seinem Zimmer. Er würde Walküre ein besserer Vampir sein, als es Edward Bella je sein konnte. Ihr Schutzengel. Beschützer und die schicksalshafte Liebe, die sich noch nicht begreifen wollte. Wer war schon Fletcher Renn im Gegensatz zu ihm?
 

Der Namenlose war in der Zauberergemeinschaft ja bekanntlich ziemlich berühmt, weniger bekannt waren allerdings seine Hobbys geblieben. Er liebte das Lesen, egal ob es sich nun um ein Buch über Zauberei oder einfach nur einen einfachen Roman handelte. Vor allem die Bücher von Gordon Edgley hatten es ihm angetan. Nun war er kein sehr verschwenderischer Mensch und die ganzen Bücher kosteten auf die Dauer einiges an Geld. Der Umstand, dass er pro Tag mindestens zwei Bücher las, machte es auch nicht gerade besser. Kurzum er wollte eine Bibliothek besuchen und sich dort einen Büchereiausweis machen lassen, damit er die vielen Bücher dort lesen konnte.
Und so stand er vor den Toren der Bibliothek von Dublin. Ein imposantes Gebäude.
Nach einigem Herumirren im Inneren des Gebäudes und einer Auskunft am Informationsschalter, stand er endlich vor der Frau die ihm mit einem Ausweis der Bibliothek die Welt ind das kostenlose Lesen ermöglichen sollte.
"Sie wollen also einen Ausweis?" Er nickte.
"Sind Sie unter 18 Jahren?"
"Nein."
"Schüler, Student, Auszubildender, Senior?"
"Nein."
"Das muss ich leider fragen. Wie ist den ihr Name."
"Der Namenlose."
"Das ist ein Scherz. Also jetzt im Ernst. Wie heißen Sie?"
"Der Namenlose."
"Sie denken wohl sie können mich verarschen. Wenn sie jetzt nicht sofort mit dem Namen herausrücken, verweise ich sie der Bibliothek."
"Wie ich schon sagte, mein Name ist der Namenlose."
"Das reicht. Verlassen Sie die Bibliothek sofort. Oder ich hole den Sicherheitsdienst."
Der Namenlose hatte schon fast Tränen in den Augen als er die Bibliothek mit gesenktem Kopf verließ. Auf dem Heimweg kam ihm Skulduggery Pleasant entgegen. Er fragte ihm nachdem Grund für seine geknicktes Aussehen. Auf die Erwiderung, dass man ihm keinen Bibliotheksausweis ausstellen wollte, lachte das Skelett. Den Schurken steht nunmal die Leseratte nicht, meinte er. Als er wieder zu Hause war und Mevolent dazu befragte, lachte er ihn zuerst auch aus. Das konnte der Namenlose fast nicht glauben. Sein eigener Schüler. Dann erwiderte der, dass man zu fast allem in der Menschenwelt auch einen Namen brauchte. Der Namenlose zog eine ernste Miene, er war ziemlich sauer auf die Welt, und fasste einen Entschluss.
"Ich werde die Menschen den Zauberern unterwerfen und die, die sich mir in den Weg stellen, vernichten."
Im Herausgehen aus dem Zimmer schüttelte er aus Prinzip noch eine der Zimmerpflanzen heftig durch.
Aus dem Haus getreten, trat er eine Mülltonne.
"Ihr werdet mich noch fürchten!", schrie er in den lauen Abend hinaus. Und Skulduggery würde es noch bereuen ihn ausgelacht zu haben. Er konnte sich schon mal auf eine nette Folter freuen.

Es war kein Geheimnis, dass Grässlich Schneider Polizeiserien wie CSI oder Navy CIS mochte, in denen die Welt so schön normal war war und die Verbrecher in der Regel lediglich geistesgestört.
Wo die Magie einfach keine Rolle spielte.

Der Gegensatz dazu war ja sein eigenes Leben in dem es von magischen Gestalten, allen voran Skulduggery Pleasant, das lebende Skelett, nur so wimmelte. Und die Bösewichte meistens eine vorteilbringende Magie beherrschten oder einfach allmächtig waren. Noch dazu wurde ziemlich viel gestorben.
Man konnte wohl nachvollziehen, warum er die normale Welt der versteckten Welt der Zauberer vorzog.

Als es aber nun an der Tür läutete, schaute er keineswegs eine Polizeiserie an und er wollte sich wirklich nicht für den Postboten (der ihm nur wieder sagte, dass er ein Päckchen für seinen Nachbarn hatte und der nicht anzutreffen war. Das endete dann immer unweigerlich damit, das Grässlich das Packet annehmen musste.) oder sonstigen Besuch, der immer relativ unwichtig war, denn die wichtigen Leute wussten, dass er in seiner Wohnung zufrieden gelassen werden wollte, davon trennen. Da der Lärm der Türklingel auch nicht nach fünf Minuten aufhörte, fasste er den Entschluss zu liebe seiner Nerven an die Tür zu gehen und herauszufinden, was der Besucher denn wollte.

Einen Augenblick später öffnete sich die Türe und Walküre trat in die Wohnung Grässlichs ein. Es war das erste Mal für sie ansonsten kannte sie nur noch Skulduggery, der Grässlichs Heim schon einmal besucht hatte. Aber bei ihrer Freundschaft war das auch nicht weiter verwunderlich. Sie war eigentlich ganz hübsch eingerichtet, vor allem die wahrscheinlich selbst genähten Gardinen waren beeindruckend.

Da Grässlich ein guter Gastgeber war und er diesen Ruf auch schrecklich gerne behalten wollte, bot er der lieben Walküre einen Tee an. Er wollte sich sowieso einen machen. Eine Tasse mehr würde nicht ins Gewicht fallen.
Und vielleicht, dachte er sich, verschwand Walküre danach ja wieder.
Grässlich machte sich auf den Weg in die Küche, "Da kannst dich wie zuhause fühlen. Setz dich doch schon mal ins Esszimmer."
Er nahm den Teekessel vom Herd, wo er seit seinem letzten Gebrauch heute morgen zum Frühstück, noch stand.
Wenig später kochte das Wasser und er lehnte sich an die Küchentheke aus weiß-schwarzen Marmor.
"Weswegen bist du eigentlich hier Walküre?"
Sie steckte ihren Kopf durch die Küchentüre. "Gestern habe ich herausgefunden, wann Skulduggery Geburtstag hat. Ich verstehe wirklich nicht, warum er mir das nicht erzählt hat. Ich hab ihn in der Krankenakte von Kenspekel gesehen."
"Warum warst du schon wieder bei Kenspekel? Deine andauernden Verletzungen können nicht gut sein." Er schaute sie nachdenklich an.
Sie beschrieb mit ihrer Hand eine wegwerfende Handbewegung. "Ach das war nur eine Verstauchung. Aber du weißt nicht zufällig, was ich ihm schenken könnte? Ich hab nur noch eine Woche Zeit."
Grässlich runzelte die Stirn. "Was schenkt man einem lebenden Sklelett mit einem Vorrat an Hüten, Anzügen und einem Ersatzkopf..." Ihn unterbrach das Pfeifen des Kessels. Walküre verschwand wieder aus der Türe und er hoffte wirklich, dass sie ins Esszimmer und nicht das Wohnzimmer mit seinem Fernseher gehen würde.
Als er einige Augenblicke später mit zwei Tassen aus der Küche trat, hörte er schon Lachen aus seinem Wohnzimmer, also hatte sie doch.
Vor sich auf dem Teppich liegend hatte er eine herzhaft lachende Walküre. Der Fernseher war nicht mehr auf Pause gestellt und zeigte nun die Serie weiter.
Skulduggerys Partnerin wischte sich unterdessen schon die Lachtränen aus den Augen und von den Wangen und sagte, "Du weißt schon, dass Desperate Housewifes eine Frauenserie ist?"
Er grummelte vor sich hin.

Es war ein sonniger Nachmittag im März an dem Melissa Edgely morgens beschlossen hatte mit ihrer kleinen Tochter Alison an den Strand von Haggard zu gehen. Natürlich war sie dort schon ein paar Mal gewesen, aber sie war sich sicher, dass sich ihrer Tochter daran nicht mehr erinnern konnte, wahrscheinlich hatte sie es damals noch nicht einmal bemerkt. Sie hatte ja auch nur im Kinderwagen gelegen. Wer konnte sich da schon groß an etwas erinnern?
Melissa stellte sich gerade die Frage, ob dieser Besuch Alison im Gedächtnis bleiben würde, kam aber zu dem Ergebnis, dass es letztendlich auch egal war. Jetzt war sie schon fast da und immerhin konnte sie ja Beweisfotos machen und sie ihr später zeigen. Oder auch mal ihrem Freund. Sie schmunzelte. Peinliche Kinderfotos gehörten einfach zum Leben dazu.
Sie nahm Alison aus dem Kinderwagen und dabei fielen auch einige Kuscheltiere in den Sand. Die hässliche Giraffe, die Beryl ihr geschenkt hatte. Der süße Teddybär von Stephanie und einer ihrer Pinguine. Keiner wusste, warum Alison so gerne Pinguine mochte.
Ihre Tochter hatte sich von keinem einzigen ihrer drei plüschigen Freunde trennen wollen und Melissa hütete sich auch nur ein einziges ohne die Erlaubnis der Besitzerin nehmen zu wollen. Sie wusste, wo das hinführen würde, Desmond hatte es vor einem Monat unbedingt ausprobieren müssen.
Das Ergebnis war eine halbe Stunde weinen gewesen. Nicht etwa, weil die kleine Alison so nachtragend war, sondern einzig weil ihr Mann den Trick immer wieder abzog, als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, bis sie ihm das Kuscheltier wegnahm und ihn aus dem Raum schickte.
Doch jetzt lachte Alison und strampelte in den Armen ihrer Mutter.
Dann wurde sie in den warmen Sand gesetzt und warf den Pinguin, den sie gerade noch an sich gedrückt hatte so weit von sich wie sie konnte.
Melissa zog eine Augenbraue hoch, da hatte der Pinguin aber etwas angestellt. Er landete einen Meter von ihnen entfernt neben einem Stein auf dem Boden und fiel auf seinen Bauch.
Sie reichte ihrer Tochter ihre Schaufel und die anderen Sachen mit denen sie immer im Sand spielen konnte und schaute ihr zu, wie sie eine etwas unförmige Burg baute und versuchte sich bis zum Grundwasser zu buddeln.
„Mami, Meer ist verschwunden. Kommt doch wieder?“ Sie schaute in die großen Augen ihrer Tochter und dann auf das Meer. Man konnte sehen, dass sich das Meer ein wenig zurückgezogen hatte und eine Streifen des Strandes nass zurückgelassen hatte. Es war gerade Ebbe.
„Aber sicher, mein Schatz. Das Meer verschwindet nicht einfach. Es ist gerade Ebbe und wenn wir noch ein bisschen warten kommt das ganze Wasser wieder.“
Alison schaute sie immer noch mit staunen an. „Ebbe.“
Dann kicherte sie und zerstörte mit ihrer Schaufel die wackelige Sandburg. „Ebbe.“
In dem Moment trat Stephanie von hinten an sie heran. „Ich hab hier einen Pinguin gefunden und habe mir gedacht, dass er sicher wieder zu seiner Besitzerin zurück möchte. Er hat schon fast geweint.“
Sie streckt ihn ihrer kleinen Schwester hin und sie riss ihn an sich. „Pingu!“
„Was hat er denn gemacht, dass er so weit von euch gelandet ist?“ Stephanie schaute ihre Mutter und dann Alison an, die ihren Freund knuddelte.
„Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Vielleicht hat er ja das Wasser verschwinden lassen....“ Melissa schaute ihrer große Tochter gedankenverloren an.
„Irgendwie scheint das eine gewissen Faszination für Edgelys zu besitzen. Als du kleiner warst, hast du mich auch immer gefragt, ob das Meer denn auch sicher wiederkommt und nicht einfach verschwindet.“
„Daran kann ich mich nicht erinnern. Du musst dich täuschen, ich war nie klein.“
Sie schenkte ihrer Mutter ein Lächeln.
„Komm, sammeln wir die ganzen Sachen ein. Alison muss heute noch baden.“
Und sie machten sich wieder auf den Weg zu ihrem Haus. Melissa mit dem Kinderwagen und Stephanie mit der glucksenden Alison auf den Armen.

Autorennotiz

Hallo,
also hier werde ich kurze Kapitel zu unseren Lieblingscharakteren hochladen. Vorschläge sind immer gern gesehen, genauso wie Kommentare. Über beides freue ich mich sehr;)

Die Charaktere, derer ich mich hier bediene und sie vielleicht auch verunglimpfe gehören nicht mir, sondern dem wunderbaren Derek Landy. Ich gebe sie ihm nach den Kapiteln meistens unbeschädigt wieder zurück.
(Skulduggery: Stimmt doch gar nicht! Ich: Still jetzt!)
Ich schreibe dies nicht um Geld zu verdienen (das mache ich mit Auftragsmorden ;)), sondern nur zum Spaß und um die Ideen aus meinem Kopf zu kriegen.

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Autor

magicblues Profilbild magicblue

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Kapitel:7
Sätze:288
Wörter:3.810
Zeichen:22.367

Kurzbeschreibung

Habt ihr euch auch schon gefragt, was unsere Lieben Charaktere von Skulduggery Pleasant so machen, wenn Derek Landy mal nicht hinschaut? Hier werdet ihr sehen, was eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Sanguin: Lass uns doch in Frieden, wir schauen dir ja auch nicht zu wie du in der Nase bohrst! Ich: Ach sei still, jeder will doch mal lachen ;)

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Humor und OneShot-Sammlung getaggt.

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