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Sätze: | 2.255 | |
Wörter: | 37.134 | |
Zeichen: | 215.636 |
KRONPRINZ WILHELM (Actor: EDVIN RYDING)
Wilhelm muß seine Kronprinz Rolle bis zur Übergabe an August noch ausüben, doch langsam findet er wieder hinein und erhält den Vorschlag, seinem Cousin den Thron so lange als Platzhalter zu überlassen, bis er bereit wäre König sein!
SIMON ERIKSSON (Actor: Omar Rudberg)
Simon, inzwischen ein gefragtes Model, wurde vom Hof dazu verpflichtetet als Prinzgemahl sich an Charityprojekten zu beteiligen, um seine Rolle als Vorbild auszuarbeiten.
Zwischendrin darf er sogar kleine Konzerte geben, um Spendengelder zu sammeln für seine Projekte. ____________________________________________________________________________________________
Serie: YOUNG ROYALS
Genre: Romance, Drama, Boys Love, Coming of Age
CN: Trauer
FSK: 16
Supportcharas: Sara Eriksson | Felice Ehrencrona | Ayub & Rosh
Kurzauftritte: Marcus Sköld | August Horn of Arnes
Supportsongs: YOUNG ROYALS Soundtrack | OMAR RUDBERG Songs
Storyline:Simon, nun als künftiger Prinzgemahl, bekommt Unterricht in Sachen königliche Etikette, um ebenfalls den königlichem Hof zu representieren.
Denn auch wenn Wilhelm kein Kronprinz mehr sein möchte, so muß er dennoch bis zur Übergabe, weiterhin seine Pflichten als dieser erfüllen!
Nach Simon's Umzug in das Schloß nach seinem 18. Geburtstag bereitet er sich darauf vor, sich beim Weihnachtsbankett im Schloß als würdiger zukünftiger Ehemann des Kronprinzen, vorzustellen. Dort darf er auch singen.
Denn Simon ist nicht nur inzwischen ein gefragtes Model geworden, sondern auch sein Gesangstalent wird gefördert.
Wilhelm und Felice bereiten sich unterdessen auf die Hochzeit des Prinzen und Simon vor.
Ja, die echte Krone befindet sich woanders, aber das ist ja auch nicht das echte königliche Schloß! ;)
Die Songtexte gehören zu Omar's Songs "Breathe" "Höj ett glas" "Red Light" "In the Sunrise" "Wrong" und "Sabotage"
Bei dieser Fanfiction handelt es sich um den 2. Part einer Triologie!!!
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⚠️ Hier hat noch KEINE Fehlerkorrektur stattgefunden !!! Diese wird in den kommenden Tagen erfolgen !!!
Wen das nicht stört, darf gerne schon lesen! ⚠️
I'LL TRY MY BEST TO NOT SABOTAGE THIS
Ein Jahr später, Mitte Oktober
Seit Tagen regnete es und die typisch skandinavisch kalte Luft kündigte den heran nahenden Winter an. Auch heute war von der ohnehin selten gewordenen Sonne nichts zu sehen. Die Uhr, an der Farima im königlichem Schloß vorbei gelaufen war, zeigte wenige Minuten nach 7 Uhr an. Ihr Weg führte sie durch einem Raum, wo ein großer Fernseher stand. Wenn man hindurch lief, blieb man vor einer Tür stehen, an der ein kleines Schild hing. Hübsch verziehrt mit Rosen. In goldener Schrift stand WILHELM darauf und mit einem silbernem Edding war noch SIMON dazu geschrieben worden. Das Holzschild hatte der Prinz auf der Reise gekauft. Eigentlich wollte er auch eines mit dem Namen seines Verlobten kaufen, doch es gab keines mehr mit dem Namen SIMON - nur noch die weibliche Version. Sie hatten nur das WILHELM mitgenommen und dann eben den Namen SIMON extra dazugeschrieben.
Es klopfte an der großen weißen Flügeltür "Kronprinz Wilhelm?" fragte die Stimme von Wilhelm's persönlicher Beraterin durch die geschlossene Tür. Es dauerte eine kleine Weile bis sie die Erlaubnis bekam, einzutreten "Ähm komm rein Farima" rief Wilhelm, der sich schnell die Haare gerichtet hatte. Die Klinke wurde herunter gedrückt "Guten Morgen" rief sie und versuchte nicht zum Bett zu schauen, wo Simon an das Rückenende gelehnt saß, die Bettdecke schnell über gezogen und süß unschuldig grinste "Morgen Farima" lächelte er dann "Guten Morgen zukünftiger Prinzgemahl" erwiderte sie es ihm gleich tuend und wandt sich dann Wilhelm zu "Ich habe hier die Liste die du angefordert hast..." Ihre Stimme verschwamm in Simon's Ohren, denn er konnte nur seinen Verlobten und nun schon bald Ehemann wahrnehmen, da er noch total verzückt von dem gerade passiertem leidenschaftlichem Liebesspiel war, das leider durch das Anklopfen unterbrochen wurde, bzw. das schöne Danach mit kuscheln und zärtlichen Berührungen, nicht stattfinden würde. Wilhelm hatte sich nur schnell ein weißes Hemd übergezogen und die dunkelblaue Hose, des Anzug's von gestern Abend gegriffen. Farima schmunzelte etwas.
Es war ihr etwas unangenehm zu sehen, das sie das Liebespaar sichtbar gestört hatte. Wilhelm drehte sich zu Simon um, der grinsend sich auf seine unter der Decke angewinkelten Knie stützte und den Kopf dann auf die Arme legte "Dauert das noch lange?" fragte er, was Wilhelm dazu brachte, das er sich verlegen auf die Lippen biß "Ich bin gleich zurück" "Aber laß mich nicht zu lange warten" säuselte Simon frech. Der Prinz beugte sich zu ihm herunter. Sie küßten sich und Wilhelm schmunzelte mit einem Zwinkern "Versprochen!" Dann knöpfte er sich sein Hemd zu und verließ das gemeinsame Schlafzimmer.
Immer noch kichernd ließ sich Simon zurück ins Bett fallen. Schloß die Augen und bedeckte dann sein Gesicht mit den flachen Händen. Fuhr sich an den Hinterkopf und wuschelte sich selbst die Locken durch. Dann schnappte er sich seine auf dem Boden verstreuten Sachen. Zog sich halbwegs an und lief ins Badezimmer. Stieg unter die Dusche und kleidete sich dann vor dem Spiegel im gemeinsamen Schlafzimmer ein, um sich für seine heutige Fahrt nach Hause fertig zu machen. Das Wochenende war zu Ende und er verbrachte die restlichen Tage nun wieder zu Hause bei seiner Mutter und Schwester. Etwas überrascht, da er in den Ersten Wochen sich noch verlaufen hatte im Schloß, stand Simon ohne Nachfragen vor Wilhelm, der ihn gerade zum Frühstück abholen wollte "Wow Simon, du lernst ja langsam wo du hinmußt" neckte er seinen Verlobten und bekam nur ein sarkastisches "Ha Ha!" zurück. Wilhelm lachte "War nur ein Witz" und umarmte ihn "Schließlich wohnst du bald hier" "Das kommt mir immer noch etwas unwirklich vor" Sein Blick ging zu der sehr hohen Decke "Etwas von dem ich niemals im Leben geträumt habe oder das ich einmal auch nur einen Fuß hierein setzen würde!" Bei dieser harten Ehrlichkeit mußte Wilhelm wieder schmunzeln. Genau das liebte er so sehr an Simon. Er hatte sich kein Stück verändert. Nur nach Außenhin! Doch charakteristisch war er immer noch der Junge, der ihn im Unterricht angegiftet hatte mit seiner verachtenden Meinung zur Königsfamilie.
Zum Abschied nach dem Frühstück umarmten sich die beiden "Wir sehen uns am Mittwoch zum Unterricht" Simon nickte "Ich habe vorher eine Probeaufnahme im Tonstudio und dann noch das Shooting für ein Magazin" zählte er seine Termine auf "Aber ich versuche pünktlich zu sein!" Wilhelm kniff sich die Lippen zusammen. Sein Verlobter war jetzt viel beschäftigt und hatte sogar einen Terminkalender für seine Buchungen. Neben dem abgesegnetem Modeljob, hatte das Königshaus vorgeschlagen das man Simon's größtes Talent ebenfalls fördern könnte und ihm eine Karriere als Sänger geebnet, die ihm half sein Charityprojekt das er machen mußte, zu promoten. Der zukünftige Ehemann an der Seite des Kronprinzen sollte schließlich als Vorbild fungieren und ein modernes Königshaus repräsentieren. Er durfte sich ein Thema aussuchen und entschied sich für die oncontextmenu="return false;" onmousedown="return false;" onmousemove="return false;" oncopy="return false;" unselectable="on">Psychische Gesundheit bei jungen Menschen< als Unterthematik für Wilhelm's Stiftung. Im Gegensatz zum Kronprinzen durfte sich Simon solange politisch engagieren, bis er den offiziellen Titel 'Prinzgemahl' erhielt. Erst dann mußte er sich zurück halten mit politischen Stellungnahmen. So wie Wilhelm es oft tun mußte. Ein Konflikt, der dem wortgewandten Simon nicht schmeckte und es oft Diskussionen deswegen mit dem traditionell versteiftem Jan-Olof gab, während Farima und Minou sich meistens ein Grinsen verkneifen mußten.
Ja, Simon brachte nicht nur frischen und kräftigen Wind in die, in seinen Augen veraltete Monarchie, sondern auch eine völlig neue Sicht auf die Dinge, die sie vorher nicht wahrgenommen hatten. Seine Meinungen und Ansichten schätzte inzwischen sogar Königin Kristina und saß oft mit ihm im Arbeitszimmer zusammen. Wilhelm stand amüsiert abseits und stimmte beinahe allem zu was Simon zu beanstanden hatte, da er durch ihn gelernt hatte, das es da draußen noch eine völlig andere Welt gab.
Kaum war Simon in der Wohnsiedlung angekommen, klebten die dortigen Bewohner vor ihren Fenstern oder standen an den Eingangstüren.
Das neue königliche Mitglied zog alle Blicke auf sich, nachdem die schwarze Limousine gehalten hatte und er von Leibwächterin Malin zur Tür gebracht wurde "Ich hole dich dann am Mittwoch gegen halb 5 Nachmittags ab" "Ja, das paßt" "Gut, bis später" "Danke Malin" rief er ihr noch nach und schloß die Tür zu seinem Noch Zuhause auf. Hier konnte er wieder der alte Simon sein und wurde herzlich empfangen mit einer festen Umarmung von Schwester Sara "Mein verschollener Bruder ist wieder aufgetaucht" scherzte sie "Ha Ha!" schnaufte Simon, doch grinste dann und erwiderte die Umarmung "Du hast mir auch gefehlt" "Was hast du denn heute alles gemacht?" wollte sie wissen und sah nur wie er die Schultern zuckte "Ich habe heute Frei! Ich kann also machen was ich will! Ich muß nur später kurz auf Instagram live gehen und was anteasen" "Und was?" "Das verrate ich nicht!" grinste er und Sara zuckte die Schultern "Ok, dann nicht" Jetzt lachte Simon laut auf.
Die Haustür öffnete sich und Linda, die gerade von der Nachtschicht nach Hause gekommen war, fiel ihrem Sohn um den Hals "Hallo mein Liebling. Es ist so schön dich zu sehen nach so einer anstrengenden Schicht" "Danke Mama" "Geht's dir gut?" fragte Linda, ihre Hände an seinen rosigen Wangen, da es draußen sehr kalt gewesen war und er in der Wärme des Hauses nun auch etwas warm wurde.
Simon nickte und strahlte "Ja, mir geht es sehr gut" "Das ist schön" Linda musterte ihn "Du bist so erwachsen. Und bald bist du es auch offiziell" Sie erinnerte sich an etwas und holte aus ihrer Tasche 3 dicke Kataloge heraus "Apropos erwachsen! Hast du dir eigentlich schon Gedanken wegen der Hochzeit gemacht?" "Nein?!" grinste er verlegen "Weil das noch so weit weg ist. Wir heiraten erst am 12. Februar und jetzt muß ich erst einmal das große Weihnachts Bankett überstehen" kratzte er sich verlegen am Hinterkopf "Ich bin voll gestresst deswegen. Die anderen Königshäuser werden mit je einem Vertreter dort anwesend sein und ich werde offiziell als Prinzgemahl ihnen vorgestellt"
Kurz war Simon still und wurde kleinlaut "Was ist wenn sie mich nicht mögen oder es akzeptieren?!" "Wie kann man dich nicht mögen?" fragte Sara trocken in die Runde und lockerte so die Anspannung "Du bist wunderschön und warmherzig. Und du bist 100% echt!" "Danke" lächelte er und umarmte sie.
Am späteren Abend saßen Ayub, Rosh und die extra angereiste Felice mit am Tisch, als die Geschwister mit ihrer Mutter eine Runde Karten spielte. Simon hatte gerade gewonnen und feierte sich selbst mit einem verschmitztem Grinsen und leichten Tanzbewegungen, die durch seine Latino Wurzeln besonders sinnlich wirkten. Felice, Rosh und Sara jubelten und applaudierten. Kichernd setzte sich Simon wieder hin "Laß das die königlichen Hoheiten beim Bankett sehen!" lachte Sara.
Felice schaute sie entgeistert an "Bist du verrückt?" "War nur Spaß" "Na Gott sei Dank!" hielt sich Felice die Hand an die Stirn. Die Runde lachte, bis Simon neugierig nachfragte "Wieso, kennst du den Ablauf?" "Naja nicht so ganz, aber ich bin mit Wille in den Kindergarten gegangen und war oft zu Besuch. Einmal auch an Weihnachten, als Erik erst frisch konfirmiert war und daran teilnehmen mußte, weil er ja der Kronprinz war" erklärte sie und mußte lächeln durch die schöne Erinnerung "Wille war noch klein und wir haben uns lustig gemacht über die Begrüßungen" Gespannt hörte Simon zu und stellte es sich vor.
Sein Schmunzeln wurde immer breiter und er bekam Herzklopfen. Als hätte Wilhelm es mitbekommen, surrte Simon's Handy und eine SMS war aufgeploppt Du fehlst mir stand mit einem orangem Herz. Simon tippte schnell die Antwort Du mir auch und setzte ein lianes Herz dahinter.
Der Prinz lag auf seinem Bett und laß die Nachricht. Lächelte und schickte ihm ein Selfie. Simon verkniff sich das Grinsen und schrieb ihm zurück Willst du das ich einen Herzinfarkt bekomme? mit einem Emoji dahinter das sabberte und als Zusatz noch ein brennendes Herz.
Wilhelm lachte leise und schickte ihm noch eines. Dieses Mal aber etwas unschuldiger, dafür mit süßem Hundewelpen Blick, den er perfekt beherrschte. Simon lachte und als Felice und Sara wissen wollten warum, zeigte er ihnen das Foto. Nur Rosh und Ayub konnten dem Foto nichts abgewinnen. Es wollte einfach nicht mit einer Freundschaft zwischen ihnen und Wilhelm klappen. Das lag nicht nur daran, das er als Prinz in ihren Augen immer noch total überpreviligiert war und nicht wirklich wußte, wie man als normaler Mensch hier lebte, sondern weil er Simon ihrer Meinung nach, langsam verdarb. Sie verstanden das ihr einstiger Schulfreund natürlich edlere Kleidung brauchte, wenn er sich in der Öffentlichkeit zeigte, doch sie vermissten es mit ihm einfach nur mal in Jeans und Hoddie zur nächsten Pizzeria zu gehen oder zu einem der Spiele von Rosh's Fußball Mannschaft. Neben teuren Designermarken an Kleidung wie PRADA, DIOR, VERSACE und ARMANI trug Simon jetzt auch Schmuck von CARTIER, der Schmuckmarke Maria Nilsdotter und eine Armbanduhr, die auch nicht gerade billig gewesen war. Und natürlich der wahrscheinlich sündhaft teure Verlobungsring!
Sogar sein Smartphone war nun an Wilhelm's angepaßt. Ein Samsung Z Flip Klapphandy in lila metallic. Mit einem Regenbogenherz als Sticker neben der Kamera. Sie waren nicht neidisch auf den Wandel und wußten, das Simon hart dafür arbeitete mit seinen Modeljobs und kleinen Konzertauftritten und sich so etwas kleines Luxeriöses jetzt eben leisten konnte. Das 'Problem' das sie damit hatten, war das Simon nicht mehr so einfach mit ihnen nun durch Bjärstad laufen konnte. Jeder erkannte ihn sofort und Leibwächterin Malin wich ihm auch nicht von der Seite. Nur noch hier, im Hause Eriksson konnten sie mit ihm allein sein und ihn mal wieder ganz normal in seinem Lieblingshoddie sehen.
Ungeschminkt. Ungestylt. Ohne viel Schmuck, außer seiner momentanen Lieblingskette und dem Brilliantring. Er trug nicht einmal Ohrringe.
Sie trauten sich aber nicht zu fragen, wie er so im Schloß nun lebte. Und ob es da auch mal nur Spaghetti mit Ketschup gab, wie Simon sich gerade aus der Küche geholt hatte. Sara kicherte "Endlich kannst du mal wieder normal essen" "Hm?" Simon hatte den Mund zu voll gestopft und schlürfte die Nudeln herunter "Was meinst du?!" "Gibt's im Schloß auch Spaghetti?"
Er lachte auf und verschlang den Rest vom Teller "Nein, deswegen genieße ich das jetzt" Rosh versuchte es mit Sarkasmus "Wie überlebst du denn dort ohne Pizza, Spaghetti und Pabellón?" "Gar nicht" kicherte Simon und war ganz Teenager "Wir bestellen sehr oft heimlich Pizza oder Wille sich dann Poke Bowl" "Und was gibt es sonst dort zu essen?" fragte Ayub nach, der nun auch neugierig geworden war. Simon zuckte die Schultern "Viel mit Obst und Gemüse. Fisch, Fleischgerichte und manchmal auch ganz gewöhnlich Brot, Salate, Wurst und Käse. Süßspeisen als Dessert oder im Sommer sogar Eiscreme" Felice, die es kannte nickte "Dieses leckere Pfefferminzeis" "Oh jaaa" schwärmte Simon "Danach ist mit so kalt gewesen, das ich mich umziehen mußte" Sara fing an zu lachen.
Das war wieder so typisch ihr Bruder! Und auch Rosh und Ayub grinsten bevor sie losprusteten
"Das Eis ist sooo kalt gewesen und so stark minzig. Ich dachte mir gefriert der Kiefer und das Hirn. Wille hat sich halb totgelacht" erzählte Simon offen von seinem Mißgeschick. Der Raum lachte. So schön war der Tag zu Ende gegangen. Kurz vor Mitternacht verabschiedeten sich Ayub und Rosh. Mit ihren Motorrollern die vor der Tür parkten, waren sie schnell zu Hause. Felice wollte hier heute mal Übernachten und bekam das extra angeschaffte Klappbett mit der dicken Matratze in Sara's Zimmer gestellt. Noch eine Weile saßen die 3 zusammen in Simon's Zimmer und unterhielten sich, bevor die beiden Freundinnen sich dann verabschiedeten. Morgen war für Sara ein besonders aufregender Tag, denn sie hatte sich dazu überwunden zum einstigem Herrenhof Arnes zu fahren, um ihr Pferd Rousseau endlich wieder zu sehen.
Als Sara und Felice aus dem Haus waren, hatte Linda endlich mal wieder ihren Sohn für sich allein. Sie bereitete, eine Melodie vor sich hinsummend den Tisch für das Frühstück vor. Sie freute sich so sehr darauf, das sie gar nicht mitbekam, das Simon plötzlich in dem Türrahmen stand. Leicht erschrocken zuckte sie zusammen und lachte dann "Guten Morgen mein Schatz. Hast du gut geschlafen?" Noch etwas muffelig nickte Simon nur "Aber ohne Wille ist es nicht mehr das gleiche. Keiner der mich zudeckt oder anschubst, weil ich ihm meinen Arm auf die Schulter gehauen habe im Schlaf" kicherte er jetzt bei den letzten Worten. Mit sanftem Blick schaute Linda ihn an.
Dann umarmte sie ihn "Was hälst du davon wenn du Wilhelm hierher einlädst? Ich würde ihn auch gerne mal wieder sehen" schlug sie ihm vor, doch Simon verneinte es "Wille hat im Moment viel zu tun. Sein Politik Studium nimmt viel Zeit in Anspruch und seine Stiftung läuft auch sehr gut. Nächste Woche treten wir zum Ersten Mal zusammen in der Öffentlichkeit auf" "Wow das ist ja toll, Schatz" Simon biß sich auf die Zähne und knirschte leicht "Ich hab echt Bammel davor" Er holte sich aus dem oberen Schrank seine Cornflakes. Stellte sie auf dem Tisch ab und griff sich die Milch im Kühlschrank "Dort werde ich 2 Songs singen und dann meine Projekte vorstellen" "Darfst du eigentlich deine Texte selbst schreiben oder bekommst du alles vorgeschrieben?!" fragte Linda mit leicht verächtlichem Unterton. Simon lachte "Nein Mama, ich darf alles selbst schreiben, aber ich darf nichts intimes über mich und Wille schreiben oder ihn erwähnen in den Texten. Flüche oder so werden auch rausgenommen" kicherte er "So gesehen bin ich so etwas wie ein PR Star den das Königshaus fördert" zuckte er die Schultern und ließ sich seine Cornflakes schmecken "Wie hab ich das vermisst" murmelte er dabei und haute sich dabei den großen Löffel gegen die Zähne. Schnell hielt er sich die Hand vor den Mund und mußte dann lachen. Auch Linda stimmte ein "Alles in Ordnung?" "Ja, zum Glück" grinste er.
Den Arm auf den Tisch gelehnt, halb eingeschlafen und Kaugummi kauend saß Wilhelm in seiner 'Unterrichtsstunde' in Diplomatie und Politik und langweilte sich zu Tode. Kristina hatte darauf bestanden das Wilhelm wenigstens lernen sollte, was ein Kronprinz alles über die Monachie wissen mußte. Dafür hatte sie eine militärische Ausbildung abgelehnt. Diese machte August an seiner Stelle. Im Stillen hoffte sie immer noch das ihr Sohn es sich doch noch einmal überlegte und rechtmäßig als Kronprinz den Thron übernahm. Nachdem es dem Prinz immer schwerer fiel die Augen offen zu halten, schloß Farima das Buch "Wir beenden den Unterricht für heute an dieser Stelle!" "Danke" "Es ist besser wenn du nicht so viel auf einmal lernst" Sie verließ den Raum und Wilhelm ließ den Kopf, abgefedert von seinem Arm, nach unten fallen.
Am Nachmittag stand Wilhelm in seinem neuen, maßgeschneideten Anzug vor dem Spiegel. Der Anzug, in einem kräftigem Royalblau, war aus feinster Seide und hatte zarte fast nicht sichtbare schwarze Nadelstreifen. Er konnte sich nicht entscheiden welches Hemd er darunter anziehen sollte und hatte nun schon das Dritte auf dem Bett ausgebreitet liegen. Eines in schwarz, eines in hellem blau und eines in weiß. Doch er erinnerte sich das er ein bordauxfarbenes noch hatte und suchte es im Schrank. Als er es nicht finden konnte, grübelte er nach wo er es zuletzt gesehen hatte und sprach es leise aus "Simon!"
Lief zu seinem Zimmer und öffnete den inzwischen auch gut gefüllten Schrank.
Dort lag es ordentlich zusammen gelegt auf einem kleinen Stapel T-Shirts. Daneben hingen auf Bügeln die ganzen Designerkleidungsstücke, die Simon in Paris gekauft hatte und die Sachen, die er zu Promotionzwecken nach seinen Shootings geschenkt bekommen hatte.
Wilhelm schmunzelte leicht als er ein Anthrazitfarbenes Jacket von der Stange nahm. Sein Liebster hatte es extra damals für seinen 17. Geburtstag, an dem er zum Ersten Mal offiziell als sein Freund im Schloß empfangen worden war, gekauft. Sanft strich er darüber.
Die Erinnerung an diesen Tag tat ihm weh. Er hatte Simon so schwer verletzt mit seiner abweisenden Art und der Wut im Bauch, die dann expoldiert war und am Ende dazu geführt hatte, das Simon es nicht mehr ertragen konnte, ihn so sehr leiden zu sehen. Eine Träne lief über Wilhelm's Wange. Er wischte sie weg und hängte das Jacket wieder hinein. Nahm das Hemd und schloß den Schrank. Sein Blick fiel auf den kleinen Tisch links neben ihm. Dort lag eine weiße Perlenkette in Zweierreihung. Die Oberen waren klein und gleichgroß. Die Untere Reihe wurde immer größer bis zu einem bestimmten Grad und dann wieder kleiner. Wilhelm biß sich auf die Unterlippe und legte sie sich um. Ohne ein Hemd unter dem Anzug sah er richtig sinnlich aus, und spielte mit dem Gedanken, genau SO heute zum Empfang zu erscheinen. Er grinste breit "Meine Mutter wird mich umbringen!"
Die frisch wieder etwas blonder gefärbten Haare waren zum Seitenscheitel frisiert, wie schon damals auf dem Hillerska Internat, nachdem er mit der Absicht seinem Cousin August das Leben zur Hölle zu machen, zurück gekehrt war, zum neuen Halbjahr. Kurz wünschte er sich in die Zeit der Europa Reise zurück, als ihm niemand vorschrieb wie er sich kleiden sollte oder das es ihm verboten war, sich die Haare noch kürzer schneiden zu lassen. Einfach dieses Rebellische in ihm rauslassen zu dürfen und ganz nur ER selbst sein. Trotzig nickte er seinem Spiegelbild zu. Entschied sich dann für das weiße Hemd. Statt einer Krawatte, ließ er die oberen Knöpfe offen, damit man die Kette sehen konnte. Das hübsche Diamantarmband versteckte er aber unter dem Ärmel. Und trug an der linken Hand nur seinen Verlobungsring.
Auf dem kleinen Tisch stand noch eine Ansammlung von Nagellacken. In schwarz, dunkelrot, lila, dunkelblau und glitzernde Überlacke. Doch auch einen klaren Lack, der die Nägel schön glänzend machte. Es würde niemandem auffallen und er hatte es schon einmal getan.
Damals hatte seine beste Freundin Felice ihm die Nägel in Simon's Lieblingsfarbe lila lackiert. Ein verschmitztes Schmunzeln hob seine Mundwinkel an.
An seinem Laptop, der auf dem Schreibtisch stand, saß Simon und schrieb etwas. Das Handy surrte und auf dem Display stand der Name seines Managers, der ihn wegen der Studioaufnahmen heute anrufen wollte "Ja? Ok, ich könnte in einer Stunde da sein! Ist gut, bis dann" Er legte wieder auf und jubelte leise "Oh mein Gott!"
Linda klopfte an und trat ein "Ist alles in Ordnung?" "Hm!" nickte Simon mit breitem Schmunzeln "Mein Manager hat mich gerade angerufen und gesagt, das ich schon heute ins Tonstudio kommen kann" "Das ist ja großartig?!" "Ja, ich muß dann auch gleich los" hastete er nun durch das Zimmer. Wechselte seinen Hoddie gegen einen warmen Pullover und die abgetragene Hose gegen eine Jeans mit Nieten an den Seiten. Rannte ins Badezimmer. Kam nach einer viertel Stunde wieder "So, hab ich alles?!"
Er griff die kleine Tasche in der Garderobenecke und kramte darin herum "Mein Handy" und rannte zurück ins Zimmer. Dort schnappte er es vom Schreibtisch "Tschüß Mama" "Fährst du mit dem Bus?" fragte Linda ungläubig, weil es inzwischen für ihn gefährlich geworden war.
Simon schüttelte den Kopf "Was? Nein, ich werde gleich abgeholt!" Sanft strich seine Mutter ihm die Wange entlang "Ich bin so verdammt stolz auf dich, das ich platzen könnte" Kichernd ließ sich Simon umarmen "Wünsch mir Glück das alles gleich klappt mit den Aufnahmen" winkte er. In wenigen Minuten müßte die Limousine ankommen. Daher beschloß er schon draußen zu warten. Er rieb seine Arme "Ist das kalt" und hauchte in die klare Herbstluft. Als er den großen schwarzen Wagen den Weg herunter fahren sah, lief er auf ihn zu. Heute war es wieder der Audi, der ihn abholte. Ihm wurde die Tür aufgehalten und er stieg ein.
Vor dem Tonstudio begrüßte er seinen Manager und wurde euphorisch darüber aufgeklärt das er heute kostenlose Probeaufnahmen machen durfte. Im Studio erklärte man ihm alles und mit den Textblättern durfte er gleich in die Schalldichte Aufnahmekabine gehen. Er setzte die Kopfhörer auf und befolgte die Anweisungen. Dann bekam er das GO und fing an zu singen. Der Tonmeister war baff "Oh mein Gott, das soll ein Chorsänger sein? Das ist ja fast vergeudetes Talent!" Er drückte die Taste für die Sprechanlage im Aufnahmeraum "Das war perfekt!" und zeigte ihm den Daumen nach Oben "Ich glaube wir nehmen noch ein paar Songs auf!" Simon strahlte über das ganze Gesicht.
Vor ungefähr 2 Jahren hatte er das Gefühl gehabt, seine Leidenschaft für das Singen und die Musik zu verlieren. Doch nun stand er hier, sang aus vollster Kraft und seinem Herzen. Hörte sich die Aufnahmen mit an und entschied, ob er eine Version so beließ, oder es noch einmal 'besser' singen wollte. Bis zum späten Abend konnte er diese Chance nutzen.
Glücklich strahlend, aber auch völlig ausgepowert saß Simon in der Limousine auf dem Rückweg nach Hause. Er telefonierte mit Wilhelm und erzählte ihm alles genau, während der Prinz nun auf seiner eigenen Veranstaltung gerade auftauchte. Ein Empfang, wo er der Ehrengast war und einen Preis überreichen sollte. Simon giggelte als er das Selfie von Wilhelm sah "Schick! Steht dir" "Ja oder?" "Total!" Sie lachten und Wilhelm hatte eine Blitzidee "Fahr schnell nach Hause, zieh dich dem Empfang entsprechend um und dann komm hierher!" "Aber ich bin doch gar nicht eingeladen?!" "Du bist mein Verlobter! Den Rest regel ich!" "Ok!" grinste Simon.
Die ganz große schwarze Limousine fuhr an den ausgerollten roten Teppich, der zum Eingang der riesigen Halle führte. Wilhelm schaute neben sich "Nervös?" fragte er, mit sanftem Blick zu seinem Freund. Simon nickte heftig "Ja total. Schließlich sollten wir ja erst nächste Woche zusammen auftreten?!" knibbelte er an seiner Jacke "Du siehst wunderschön aus" "Danke Wille" Sie küßten sich und Wilhelm stieg als Erstes aus. Sofort wurde darüber berichtet mit Blitztlicht und dem ins Gesicht gehaltene Mikrophon. Er kannte das schon, doch nun sollte auch Simon seine sogenannte Feuerprobe bekommen. Der Prinz reichte seine Hand in den Innenraum der Limousine mit den abgedunkelten Scheiben, was die Journalisten verwirrte "Wen hat den Prinz denn da bei sich?!" fragten sie sich, da einige anscheinend unter Vergeßlichkeit litten oder es immer noch nicht wahr haben wollten.
Als die TV Reporter und Journalisten nun Simon erblickten, prasselte ein Blitzlichtgewitter auf das Paar ein. Jeder wollte das BESTE Foto haben und schrie durch einander, das sie bitte in diese und diese Kamera schauen sollten. Wilhelm hielt seine Hand an Simon's Hüfte, um den noch so Presse unerfahrenem Verlobten zu zeigen, das er ihn 'stützte' und beschützte. Simon wiederrum lehnte seine linke Hand auf Wilhelm's Arm an, sodaß man den Verlobungsring deutlich sehen konnte.
Das gab ihm die Sicherheit, das er sogar anfing zu posen. Sie lächelten sich verliebt an und Wilhelm küßte Simon auf die Wange. Dann schritten sie lachend davon. In der Halle saßen sie abgeschirmt von den anderen Gästen, doch man hatte sie trotzdem entdeckt und Simon sah, wie manche Menschen tuschelten, mit Blick zu ihm. Von Farima hatte er gelernt: Lächeln und in Gedanken den Mittelfinger zeigen!
Die Limousine brachte Simon mitten in der Nacht nach Hause. Wilhelm und er konnten sich aber nicht gleich trennen. Da sie sich nicht verstecken mußten, küssten sie sich ganz ungeniert auf dem Weg zur Haustür stehend. Malin verkniff sich das Grinsen und schaute zwischendrin auf den Boden. Dann mußte sie Wilhelm leider zur Ordnung rufen "So leid es mir tut Wilhelm, aber wir müssen jetzt zurück fahren, sonst wird es zu spät. Du mußt morgen wieder zum Unterricht" Laut, den Kopf in den Nacken gedrückt und sehr genervt seufzte Wilhelm. Simon feixte "Wille, wir sehen uns doch morgen zum Tanzunterricht, wenn ich mit meinem Fotoshooting fertig bin" "Ja aber das ist noch so lange bis dahin" schmollte der Prinz und strich Simon noch einmal über den Arm "Schlaf gut" "Du auch Wille" "Das werde ich!" grinste er, da er auf der Veranstalltung 2 Gläser Champagner getrunken hatte.
Leise versuchte Simon ins Haus zu kommen, aber seine Mutter saß auf der Couch und schaute etwas im Nachtprogramm "Na, hast du auch wieder nach Hause gefunden?" Simon fing an zu lachen und fiel ihr euphorisch um den Hals "Ich werde ein richtiger Star! Die waren so begeistert, das ich gleich ein ganzes Album aufnehmen darf" Er wischte sich die Freudentränen in den Augenwinkeln weg "So richtig glauben kann ich es erst wenn ich die Aufnahmen mache" "Oh mein Schatz das ist ja toll?!" Linda drückte ihren Sohn fest an sich "Ich bin sooo stolz auf dich. Aber hast du dann überhaupt noch Zeit für deine Hochzeitsvorbereitungen?" "Mama, das ist noch ganz weit weg" "Na ja, aber ich finde schon du solltest dir schon ein paar Gedanken machen!" "Alles nach dem Weihnachtsbankett!" lächelte Simon und gab ihr einen Kuß auf die Wange "Gute Nacht" und schlenderte den Weg zu seinem Zimmer entlang. Dabei sang er leise das Lied, das er letztes Jahr geschrieben hatte "I'll try my best to not sabotage this..." und schloß die Tür.
Der Tag verlief für beide sehr unterschiedlich. Während Simon noch einmal ausschlafen konnte bis zum Mittag, saß Wilhelm mit Jan-Olof, Farima und Minou zusammen. Heute ging es einmal nicht um Politik - sondern auch um die anstehende Hochzeit in 4 Monaten "Hat sich der Kronprinz eigentlich dazu schon ein paar Gedanken gemacht?" fragte Jan-Olof in seiner gewohnt knatschigen Art, da er die Beziehung immer noch nicht 100% gut hieß. Farima lächelte Wilhelm an "Ich weiß es klingt noch weit entfernt, aber bis zum 12. Februar sind es gerade einmal 4 Monate. Und du willst doch nicht erst im neuen Jahr mit den Vorbereitungen beginnen?!" "Nein, will ich nicht, aber es ist doch noch genügend Zeit. Jetzt muß Simon erst einmal den Weihnachtsempfang überleben und bei meiner Verwandschaft bestehen!" seufzte der Prinz und fuhr sich einmal durch die wieder etwas mehr blonder gewordenen Haare "Das wird nicht leicht werden für ihn"
Am Nachmittag stand Simon in einem großen Studio vor der Kamera. Das Modeln beherrschte er inzwischen ohne Probleme mit Posen.
Outfits wechseln, Make up und Schmuck tragen machte ihm großen Spaß. Er durfte sich sogar die Fingernägel lackieren oder besonders auffälliges Make up tragen für die Fotos. Es waren keine billigen Katalog, sondern hochwertige Magazinfotos. Immer wieder wechselten die hochgradig teuren Designeroutfits. Dazu passender Schmuck und Make up wurde perfekt ins Szene gesetzt. Das Klicken der Kamera und das einstellen der Lichtverhältnisse war zur Gewohnheit geworden. Auch Anweisungen wie "Simon, dreh dich zur Seite und dann schau über die Schulter in die Kamera" oder "Heb den Kopf an und schau dann sinnlich in die Kamera!" meisterte er ohne Probleme. Eine Stylistin sprühte ihm die Haare leicht ein, damit sie einen Wet-Look bekamen. Sie musterte ihn dabei heimlich und bekam Herzklopfen. Der Junge hatte die wohl schönsten Augen, die sie je gesehen hatte. Mit dem Make up sah er umwerfend gut aus "Du bist das geborene Model" lächelte sie und stylte die jetzt Handtuchtrockenen Haare "Der Kronprinz ist wahrlich ein Glückspilz" Dieses Kompliment brachte ihn zum lächeln, was die gerade einmal 3 Jahre ältere Stylistin zum schmelzen brachte "Ich hoffe ihr beiden werdet glücklich bis an eurer Lebensende" "Danke"
Zum 3. Mal ermahnte Jan-Olof, langsam die Geduld verlierend, seinen lustlosen Schüler "Kronprinz!" "Was?!" "Ihr sollt die Liste noch einmal durch gehen. Dies wird schließlich der Erste offizielle Auftritt von seiner Hoheit und dem künftigem Prinzgemahl" "Nein, wir waren gestern zusammen auf der Gala" gähnte Wilhelm und zeigte das Selfie, das er mit Simon in der Limousine gemacht hatte. Sie hatten beide Faxen gemacht und Wilhelm hatte sein Hemd soweit aufgeknöpft, das man die Perlenkette sah. Simon streckte in Rockstar-Manier die Zunge heraus und war dunkel geschminkt. Beide hatten dann gelacht und noch weitere Fotos gemacht. Viele davon jedoch nicht für die Augen anderer bestimmt! Grinsend steckte Wilhelm das Klapphandy ein, doch wurde dann leicht melancholisch "Ich wünschte, Simon könnte weiterhin so frei sein wie er es im Moment ist. Auch wenn der Hof vorgibt sich toleranter und offener zeigen zu wollen, wird man ihn einschränken und genauso einsperren wie mich. Noch darf er ausleben was er liebt, doch wenn wir verheiratet sind, wird man ihm bei jedem Schritt über die Schulter schauen und ihn bevormunden" Dieser Gedanke tat Wilhelm weh. Er drehte Gedankenverloren den Verlobungsring an seinem Finger.
"Guten Abend zukünftiger Prinzgemahl!" begrüßten die Bediensteten den gerade angereisten Simon am Schloß, nachdem ihm die Tür der Limousine aufgehalten wurde "Danke" nickte er Malin zu. In einen edlem, halblangem schwarzem Mantel gekleidet stieg Simon aus. Seine sonst so wilden Locken waren zurückgekämmt und die Haare auch etwas kürzer geschnitten. Er trug einen fliederfarbenen Kaschmir Pullover und darunter ein weißes Seidenhemd, das durch die fehlenden Arme zu sehen war. An den Handgelenken links eine teure Uhr und rechts ein kleines silbernes Armband, das funkelte, da es aus Diamanten bestand. Seine Augen waren im unteren Lid mit schwarzem Kajal nachgezogen. Auf dem oberem Lid konnte man bronzefarbenen Lidschatten erkennen und ebenfalls einen Lidstrich. Seine ohnehin schon sehr rötlichen Lippen, glänzten durch den Pflegestift, den er gerade noch aufgetragen hatte. An der linken Hand blitzte der Verlobungsring.
Etwas schneller als sonst lief er die Stufen hoch. Da ihm niemand mehr den Weg zeigen mußte, lief er selbstbewußt zu dem Saal, in dem er schon erwartet wurde für die Unterrichtsstunde "Tut mir leid, ich bin etwas spät. Das Shooting hat doch länger gedauert" entschuldigte er sich und wurde von Wilhelm mit einem Grinsen empfangen "Ich wollte schon eine Vermisstenanzeige aufgeben" scherzte er und konnte sich nicht satt sehen "Du bist ein richtiges Model geworden" Langsam kam er auf seinen Verlobten zu "Ich bin so eifersüchtig, wenn ich daran denke, das jeder dich nun so sehen kann" "Das mit den Modeljobs war deine Idee und ich mag es inzwischen" neckten sie sich gegenseitig, bis sie durch ein dumpfes Räuspern von Jan-Olof daran erinnert wurden, das sie zum tanzen lernen hier waren. Nicht irgendeinen Tanz - sondern ihren Hochzeitstanz!
Den klassischen Walzer, den man in allen europäischen Königshäusern zur Hochzeit tanzte. Zu Jan-Olof's Erstaunen war Simon ein Naturtalent, auch wenn er und Wilhelm zwischendrin herum alberten. Der Prinz hatte seinen Liebsten auf die Arme genommen und drehte sich einmal um die eigene Achse mit ihm. Während Jan-Olof etwas genervt schnaufte, lächelte Farima ehe sie das Paar auch zur Disziplin rief "Wilhelm! Simon!" Die beiden Jugendlichen kicherten und liefen Händchen haltend in den Nebenraum. Dort stand ein Buffet bereit, doch vorher sollte Simon noch etwas anderes lernen. Denn nach der Hochzeit würde er im Schloß dann wohnen und mußte auch zum baldigen öffentlichem Auftritt den königlichen Gruß beherrschen. Mit anderen Worten, er mußte lernen wie man korrekt 'aristokratisch' dem Volk zuwinkte. Er und Wilhelm stellten sich auf eine kleine Bank. Ganz geübt wie Wilhelm es war, zeigte er Simon wie man es richtig machte.
Er hielt die Hand hoch und drehte sie nur leicht hin und her, während er sich selbst halbwegs dabei drehte. Simon winkte ganz gewöhnlich, schaute dann zu Wilhelm, der sich das Lachen verkniff "Nicht so. Du läßt deine Hand ganz nach Oben gestreckt und dann drehst du das Gelenk nur leicht hin und her" erklärte der Prinz. Farima kniff die Lippen zusammen, da es bei Simon einfach nicht klappen wollte "Wir üben das später" meinte sie. Es klopfte an der Tür und einer der Bediensteten trat zur Seite. Er gab den Blick auf einen Mann frei, der Jan-Olof zunickte "Das ist der königliche Hofstylist! Er wird dich beraten was Kleidung angeht. Wieviel Make up du tragen darfst" erklärte Farima, dem noch verblüfften Simon, als sie ihm den Mann vorstellte, der aussah als wäre er einem Modemagazin entsprungen. Eine Mischung aus Moderne und alter verstaubter Dekandenz ala Karl Lagerfeld. Seine sehr blasse Assistentin ging neben ihm fast unter.
Er warf seinen sündhaft teuren GUCCI Mantel auf den Boden und erinnerte in Gestik an Captain Jack Sparrow. Wilhelm verleierte die Augen und grinste. Er kannte das schon. Simon flüsterte ihm zu "Der benimmt sich wie dieser deutsche, durchgeknallte König" "Ja, lustigerweise heißt er auch Ludwig!" lästerte er zurück. Beide kicherten, bis der Mann in die Hände klatschte "Also gut, dann schauen wir uns den Prinzgemahl einmal genauer an!" "Ähm, wir sind noch nicht verheiratet?!" deutete Simon auf sich, stand dann auf und blieb vor dem Mann stehen.
Dieser lief einmal um Simon herum. Murrte in sein markantes Kinn, was die Assistentin dann aufschrieb "Sehr anmutig. Sehr schlank. Vielleicht etwas zu dünn" murmelte er weiter und drückte Simon das Kinn hoch und abwechselnd seitlich "Bildschöne, zarte Gesichtszüge"
Sich das Grinsen verkneifend, schaute Wilhem mit zusammen gekniffenen Lippen auf den Boden, während er mit dem Fuß einen Halbkreis zog und die Hände hinter dem Rücken verschränkt hielt. Schaute dann auf "Ja mein Simon ist wunderschön"
Das hatte er gehört und schmunzelte verlegen. Der Mann begutachtete den künftigen Prinzgemahl weiter "Sehr gepflegtes Äußeres. Kaum Hautunreinheiten was sehr ungewöhnlich ist für dieses Alter" nickte er sich selbst zu "Große strahlende Augen und schöne rötliche volle Lippen. Lange, dichte Wimpern und wie ich sehe schon in Form gebrachte Augenbraunen" Er fing an nun die dicken schwarzen Locken zu kneten "Weiche, gepflegte Haare mit einem leichten Duft" Der Mann räusperte sich dann "Zeig mir deine Hände!" Die Assistentin durfte hier mit schauen "Saubere, gepflegte, kurze Nägel. Schlanke lange Finger" Der Mann nickte sich wieder zu "Gut Gut! Sehr schön!" und trat einen großen Schritt zurück "Ein wirklich sehr schöner junger Mann mit dem ich gut arbeiten kann!" Er holte einen Block aus seiner mitgebrachten Tasche. Zückte den schwarzen Fineliner und begann grob etwas zu zeichnen. Dabei gab er sich selbst Anweisungen und dann Simon kleinere Befehle "Dreh dich mal um" Mit dem Finger machte er die Bewegungen "Stop!" und zeichnete weiter. Dann verließ er den Raum ohne ein Wort zu sagen. Simon flüsterte Wilhelm zu "Was war das denn?" "Er weiß schon wie deine Uniform aussieht!" "Uniform?" fragte Simon ihn irritiert, während Wilhelm ihn verliebt anschaute und dabei seinen Arm entlang strich "Deine offizielle Uniform für besondere Anlässe!" "Hast du auch eine?" Wilhelm lächelte, nickte und nahm ihn an der Hand "Komm mit, ich will dir was Besonderes endlich mal zeigen!"
Sich umschauend, weil er in diesem Teil des Schlosses noch nie gewesen war, dauerte es etwas bis Simon wieder neben Wilhelm stand. Er sah die schwer bewaffneten Wachposten und das Zahlenschloß an der Tür. Die Wachen begrüßten Wilhelm "Guten Abend Kronprinz!"
Gewohnt räusperte sich Wilhelm mit einem leichten Schmunzeln und wurde eingelassen. Das Kellergewölbe war kühl und spärrlich beleuchtet. Unsicher schaute sich Simon um. Er sah die Schaukästen mit kleinen Zahlenschlössern und erkannte die darin liegenden Kronjuwelen der Königsfamilie. Doch einer der Schaukästen war in der Mitte des Raumes und mit Panzerglas versehen. Wilhelm stand davor, weswegen Simon es nicht sehen konnte "Simon?" Er horchte auf, denn die Stimmlage des Prinzen klang seltsam "Hm?" Er sah Wilhelm an. Dann folgte er seinem Blick und sah nun die große prunkvolle Krone. Die Edelsteine funkelten in seinen dunklen Augen "Ist das...?!" "Ja!" Der Blick des Prinzen wurde wehmütig "Das ist die Krone die für Erik angefertig wurde! Ende dieses Jahres hätte er zum König gekrönt werden sollen..."
Mitfühlend kuschelte sich Simon an seinen Verlobten "Hast du eigentlich als Prinz auch eine Krone?" Schmunzelnd nickte Wilhelm und zeigte auch die kleinere Krone in einem Nebenschaukasten "Ja hier! Die hab ich bei meiner Konfirmation bekommen" Mit einem verschmitztem Schmunzeln schaute Simon ihn an "Kannst du die mal aufsetzen?" Wilhelm grinste und drückte tatsächlich den Code ein, um die Vitrine zu öffnen.
Noch etwas perplex schaute Kristina die ihr Bericht erstattende Wache an "Wilhelm ist WO?" "Im Gewölbe! Zusammen mit seinem Verlobten!" Sie schaute Ludvig an "Was will er denn dort?!" "Vielleicht ihm mal die Königskrone zeigen?!" zuckte der Herzog lächelnd die Schultern. Die Königin seufzte "Auch wenn er noch der Kronzprinz ist, hat er trotzdem dort nichts zu suchen!"
Leise kichernd schaute Simon den Prinz an "Sieht gut aus!" Wilhelm schaute sich in dem stark reflektierendem Glas an "Joa, Aber..." Er nahm die Krone ab. Simon winkte abwehrend "Oh Nein! Nein Nein Nein!" lachte er. Wilhelm zwinkerte "Na komm, einmal!" "Na gut"
Da die Tür lautlos sich öffnete und der Boden mit Teppich ausgelegt war, konnte Wilhelm die Schritte seiner Mutter nicht hören. Sie sah nur wie Wilhelm, seine Arme um Simon's Taille geschlungen ihn festhaltend, den Kopf auf seine Schulter gestützt mit ihm in die Reflektion schaute "Sie steht dir!" flüsterte er ihm zu, küßte ihn in den Nacken "Du wärst ein süßer Prinz"
Kristina, die ihre Anwesenheit hinter einer der Säulen hier verbergen konnte, wurde dann überrascht von Simon's Reaktion "Nein, das will ich nicht. Das wollte ich nie!" "Ich weiß!" Wilhelm küßte ihn noch einmal in die Locken, nahm Simon sanft die Krone wieder ab und stellte sie vorsichtig in die Vitrine zurück.
Zum Ersten Mal wurde die Königin Zeuge der Zärtlichkeiten zwischen ihren Sohn und Simon "Deswegen habe ich mich auch unsterblich in dich verliebt!" "Deswegen?" fragte Simon mit einem Grinsen nach, während Wilhelm ihn dann an sich zog und mit der Nasenspitze über seine Stupsnase rieb "Du hast mir immer ins Gesicht gesagt, was du von mir denkst oder hältst. Nie hinter meinem Rücken geredet oder so getan als wolltest du unbedingt mein Freund sein. Warst immer ehrlich und aufrichtig. Sogar als du mich beleidigt hast" Simon lachte auf "Das hat mich damals sehr beeindruckt!" Das Lachen wurde zum kichern. Wilhelm nahm ihn fest in die Arme "Und dann habe ich mich in dich verliebt!" "Ausgerechnet in mich, hm?!" Der Prinz streichelte seine Wange entlang "Mein wunderschöner Simon" flüsterte er. Simon hielt die Augen geschlossen dabei "Nichts an dir ist Fake! Du wolltest niemals unbedingt ins Königshaus einheiraten. Niemals einer von uns werden!" "Und jetzt stehe ich hier vor der Königskrone und trage einen Ring am Finger, der mich zum Mitglied der königlichen Familie machen wird. Manchmal kann man eben nicht erahnen was das Schicksal bereit hält oder wohin es führt" Ihn anlächelnd drückte Wilhelm ihn nun ganz fest an sich "Und ich laß dich nie wieder los!" "Versprochen?" fragte Simon mit süßem Unterton "Versprochen!" antwortete Wilhelm.
Nur kurz schaute Kristina ihnen zu, wie sie sich küssten. Dann verließ sie schnell den Raum. Sie dachte darüber nach was sie gehört und gesehen hatte. Ihr fiel auf das sie ihren Sohn schon lange nicht mehr so glücklich gesehen hatte. Sie wußte das Wilhelm die richtigen Entscheidungen treffen würde, doch fiel es ihr immer noch sehr schwer ihn jetzt als Erwachsenen anzusehen.
2 Wochen später feierte Simon seinen 18. Geburtstag und erreichte damit die Volljährigkeit.
Leise ließ sich Wilhelm die Tür zum gemeinsamen Schlafzimmer öffnen "Danke sehr" flüsterte er so leise es möglich war, während in seiner Hand ein kleiner Kuchen mit einer 18 Kerze darauf brannte. Seine Schritte waren langsam, denn sein Liebster schlief noch seelig.
Leicht biß sich Wilhelm auf die Unterlippe, denn er war nicht ganz unschuldig daran, das Simon so fest schlief. Er dachte an Simon's Worte und versuchte es mit dem Geburtstagslied "Zum Geburtstag viel Glück" stimmte er an. Simon's lange Wimpern flatterten leicht während Wilhelm das Lied beendete mit den Worten "Mein liebster Simon" Er war noch nicht ganz wach, doch versuchte schon zu lächeln und setzte sich langsam auf "Danke" gähnte er sich streckend "Das ist süß von dir" "Wünsch dir was!" schmunzelte Wilhelm, während er ihm die kleine Torte hinhielt, damit er die Kerzen auspusten konnte. Simon schloß die Augen, holte Luft und löschte mit einmal die Kerze aus. Als Zusatz bekam er einen Kuß "Guten Morgen! Jetzt bist du auch endlich Volljährig und wir..." Wilhelm drückte sanft seine Stirn gegen Simon's "...können im Frühling endlich heiraten"
Beim eigentlich für den Morgen angesetzten Tanzunterricht wurden beide vermisst, doch nachdem sie doch noch aufgetaucht waren, versuchten sie sich nicht anmerken zu lassen, warum sie so spät waren. Es klappte nur so Halbwegs gut, denn sobald sie sich anschauten, hatten sie ein dickes Grinsen im Gesicht und waren sichtbar nervös. Wilhelm räusperte sich und zischte leise zu Simon, das er jetzt aufhören sollte ihn so anzugrinsen "Hör jetzt auf!" "Ich mach doch gar nichts" kicherte Simon. Jan-Olof rief die beiden zur Ordnung "Kronprinz!" Wilhelm seufzte tief bei dieser Anrede, denn so wollte er nicht mehr angesprochen werden. Mußte es aber bis zur Übergabe an August noch aushalten.
Sanft legte er jetzt seinen Arm um Simon's Taille und beide schritten im perfektem Walzertanz nun durch den Saal. Farima, die anwesend war, verkniff sich das Schmunzeln, denn aller süßer Albernheiten zum Trotz, nahmen beide ihren Hochzeitstanz sehr ernst. Sie blieben stehen und konnten nicht anders, nachdem sie sich die ganze Zeit so tief in die Augen dabei gesehen hatten. Mit einem etwas leicht genervtem Blick zu Farima, die nur schmunzelte, duldete er das das Paar sich küsste und dann herum alberte. Zufrieden hakte Jan-Olof diesen Punkt auf seiner Liste ab. Jetzt stand hinter der Auflistung bei Hochzeitstanz - erledigt mit einem Haken.
Als Nächstes sollte Simon lernen, wie man sich mit einer 'feinen' Gesellschaft richtig unterhielt. Konversation hieß es korrekt. Denn zum Ersten Mal würde Simon nun am Alljährlichem Weihnachts Bankett mit den Gästen der europäischen Königshäuser, teilnehmen.
Auch hier zeigte sich die vorbildliche Erziehung seiner Mutter, denn Simon war ein Schüler, wie man ihn sich wünschte. Zu seinen Mentoren gehörten jetzt neben Jan-Olof und Farima, nun auch Minou und kümmerte sich hauptsächlich um Simon. Er mußte daran denken, das er sich darüber lustig gemacht hatte als seine Mutter Sorgenvoll wegen seiner Schwester gewesen war und er ironisch angemerkt hatte, das Sara wahrscheinlich gerade lernte, wie man das Besteck richtig benutzte. Nun saß er an einem Tisch und war leicht überfordert. Doch Minou erklärte ihm alles "Und diese Zange ist für Austern oder Hummer" "Ok" Amüsiert saß Wilhelm ihm gegenüber, den Ellenbogen aufgestützt und Kaugummi kauend "Na los Simon, zeig mal was du alles schon gelernt hast" neckte er ihn. Nervös, weil er es ihm zeigen wollte, leckte sich Simon kurz über die trockenen Lippen und atmete tief aus. Dann brachte er seinen frechen Verlobten zum staunen und Minou applaudierte "Sehr richtig! Du lernst wirklich schnell Simon!" Er streckte Wilhelm die Zunge heraus.
Der Prinz lachte laut auf. Dann alberten sie wieder herum. Minou verließ den Raum und nickte Jan-Olof zufrieden zu "Sie werden ihn lieben!" Der engste Berater der Königin schmunzelte etwas "Das ist nicht sein Problem! Mit seinem erfrischendem, freundlichem Wesen hat er schnell alle um den Finger gewickelt. Es ist mehr sein exotisches Erscheinungsbild!" merkte Jan-Olof an "Die anderen Königshäuser sind sehr konservativ eingestellt!" und suchte nach einer Lösung für dieses Problem "Wir brauchen etwas um das Eis zu brechen, damit sich niemand an seiner Herkunft stört" "Simon kann doch sehr gut singen?! Vielleicht können wir das ins Programm aufnehmen!" Jan-Olof schaute sie entgeistert an, doch dann nickte er "Das könnte klappen!"
Nach dem Unterricht wurde Simon zur Königin ins Arbeitszimmer gerufen. Nervös stand er an der Tür. Immerhin war sie seine künftige Schwiegermutter. Das Herz schlug ihm bis zum Hals. Einmal atmete er ein und dann aus. Klopfte und wartete, bis er eintreten durfte.
Er setzte sein freundlichstes Lächeln auf, um die Nervosität zu verbergen. Etwas verneigend begrüßte er sie "Eure Majestät?" "Hallo Simon" lächelte Kristina und zeigte zu dem Stuhl vor ihrem Schreibtisch "Nimm bitte Platz" "Hm" Er schluckte kurz, doch Kristina reichte ihm die Hand. Etwas irritiert tat er es auch, bis er ihr leises Lachen hörte "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag" "Danke" "Passend zu deinem Ehrentag ist das hier für dich abgegeben worden!" Sie reichte ihm ein großes, längliches Paket "Und ich wollte mal hören wie dein Unterricht so läuft. Jan-Olof meinte, das du ein Naturtalent im tanzen und bei der Etikette wärst" Aufgeregt nickte er "Hmmm, es klappt alles sehr gut" "Das freut mich zu hören. Du bist herzlich zum weihnachtlichem Bankett eingeladen und wirst dort einige Mitglieder der anderen Königshäuser kennen lernen. Jan-Olof möchte zur Vorstellung das Eis mit einem kleinem Konzert brechen" "Wie... Konzert?! Heißt das, ich... Ich darf singen?" fragte er ungläubig noch einmal vorsichtig nach.
Kristina nickte lächelnd "Ja, wir möchten schließlich einen sehr guten Eindruck vermitteln bei unseren Verbündeten Höfen. Wir möchten ihnen keinen Grund geben, Wilhelm zu vorverurteilen oder dich in eine Schublade drängen! Wir möchten das Erste europäische Königshaus sein, das sich tolerant gegenüber einer solchen Beziehung zeigt und daher müssen wir dich in ein ganz besonders gutes Licht rücken!" "Ich verstehe! Die anderen Königshäuser wissen nicht das ich mich niemals für Prinz Wilhelm, sondern immer nur für meinen Klassenkameraden Wille interessiert habe" Zustimmend legte Kristina die Hände auf ihrem Schoß "Du bist sehr intelligent Simon und verstehst, wie Politik funktioniert! Und mit deiner einzigartigen Stimme verzauberst du im Handumdrehen alle" lachte sie und Simon wurde rot. Ein solches Kompliment von der Königin zu hören, machte ihn sehr stolz.
Er legte das Paket in seinem Zimmer auf dem Bett ab. Stand davor und schnitt die umgewickelte Schnur durch. Dann öffnete er vorsichtig den Deckel des sehr stabilem Kartons "Uhhh, was da wohl drin ist?!" säuselte ihm Wilhelm ins Ohr, der sich angeschlichen und ihn umarmt hatte. Erschrocken zuckte Simon zusammen "Hergott Wille, hast du mich erschreckt!" Der Prinz küßte ihn in den Nacken "Sorry" "Ich habe eine spitze Schere in der Hand nur zur Info!" grinste er. Legte sie zur Seite und knutschte mit seinem Verlobten. Sie grinsten sich an "Na los, pack dein Geschenk aus" wies Wilhelm, wissend was es war, ihn an.
Perplex hielt Simon einen zart lilafarbenen Anzug in der Hand, am Kleiderbügel nach Oben "Oh mein Gott..." schluckte er "...der ist ---" "Wunderschön!" beendete Wilhelm den Satz und Simon nickte zustimmend "Ja" Wilhelm küßte seine Wange "Zieh ihn an!" flüsterte er ihm verführerisch und seine Hände unter Simon's Pullover schiebend zu. Bevor Simon reagieren konnte, hatte Wilhelm ihm schon den hübschen Babyblauen Pullover über die Arme gezogen. Er kicherte dabei und stand nun mit nackten Oberkörper vor ihm "Hast du immer noch nicht genug?" neckte Simon ihn mit einem Grinsen, während Wilhelm sich die Lippen stark zukniff. Doch er grinste von einem Ohr zum anderen. Drehte sich von ihm weg und schloß die Tür. Kam wieder auf ihn zu "Jetzt stört uns keiner mehr, denn alle müssen vorher anklopfen!" "Wille!" schüttelte Simon den Kopf und lachte leise. Dann drehte er sich einmal halbwegs seitlich vor seinem Spiegel stehend "Was soll ich da drunter anziehen?!" "Wer hat gesagt das du das sollst?!" "Ich kann ja nicht halbnackt rumrennen!" "Zumindest nicht wenn andere dabei sind" "Wille!" Der Prinz räusperte sich jetzt und versuchte nicht mehr ganz so zu wirken, als wolle er seinen Verlobten am liebsten sofort vernaschen.
Er stand hinter Simon und band ihm die Krawatte um "Das du das immer noch nicht kannst wundert mich. Wer hat sie dir denn bei deiner Schuluniform gebunden?" "Meine Mutter und dann hab ich sie soweit geöffnet, das ich mit dem Kopf durchgepaßt habe" Wilhelm kicherte. Das war wirklich typisch Simon! Er legte seinen Kopf auf den Schultern ab "Du bist süß!" Simon zuckte nur die Schultern und schmunzelte.
Wilhelm schaute mit ihm in den Spiegel und seufzte "Ich weiß du kannst es bestimmt nicht mehr hören, weil ich es dir bestimmt an die 1000 Mal am Tag sage..." Da Simon wußte was Wilhelm ihm sagen wollte, fing er an zu schmunzeln "...aber du bist so wunderschön, das ich es manchmal immer noch nicht glauben kann, das du mein Freund und jetzt Verlobter bist!" Sie spielten mit ihren Händen. Sahen sich tief in die Augen und küssten sich.
Irgendwann klopfte es an der Tür und die Stimme von Malin war erkennbar "Simon? Der Wagen steht jetzt Abfahrt bereit!" "Ist gut, danke Malin" hörte sie als Antwort "Gern" und ging. Innen im Zimmer warf Simon den Kopf zurück auf's Kopfkissen "Schon?" Doch dann schaute er auf sein Handy "Es ist ja schon Nachmittag?!" stellte er etwas entsetzt fest. Wilhelm zog sich kichernd die Bettdecke zurück "Wir sind wohl eingeschlafen" "Ach nee!" Schnell rutschte Simon aus dem Bett und zog sich die vorher rausgesuchten Klamotten hastig an "Mama wartet bestimmt schon auf mich!" "Grüß Linda und Sara von mir" "Mach ich" Simon zupfte sich den Kragen des Hemdes das er unter der hübschen cremefarbenen Weste trug, zurecht. Drehte sich kurz prüfend vor dem Spiegel hin und her. Zufrieden lächelte er und legte sich eine Kette um, die er in seiner kleinen Schatulle aufbewahrte. Mit kleinen schwarzen Perlen und einem Herz als Anhänger. Wilhelm verkniff es sich es ihm erneut sagen zu wollen. Doch sein Blick sagte alles. Simon drehte sich schnell um und küßte ihn "Bis heute Abend. Ich weiß nur noch nicht wann ich zurück komme" "Feier schön mit deiner Familie. Wir feiern dann morgen!" lächelte Wilhelm und Simon verließ jetzt das Zimmer.
Mit sehr schnellen Schritten rannte er fast die Treppen herunter. Dabei zog er sich den schwarzen Mantel mit aufgenähten Strassperlen über. Ein Geschenk seines letzten Photoshootings für Promozwecke. Denn was der Prinzgemahl trug, würde auch von der Bevölkerung getragen werden, da er nun als modisches Vorbild aggierte. Simon mußte aber aufpassen, da es über Nacht etwas geschneit hatte, das er mit den schönen Halbstiefeln nicht ausrutschte auf der Treppe. Er schenkte Malin, die ihm die Tür aufhielt, ein kurzes Lächeln und stieg ein.
Von seinem Fenster aus schaute Wilhelm dem davon fahrendem Auto nach. Simon sollte seinen wichtigsten Geburtstag mit seiner Familie feiern und Wilhelm würde morgen mit ihm nachträglich den Tag verbringen. Trotzdem fühlte es sich jedes Mal für ihn wie ein Abschied von ihm an. Er umschlang sich selbst. Es waren nun schon 2 Jahre vorbeigegangen, doch die Wunde in seinem Herzen würde wohl niemals richtig heilen.
Jedoch wollte er Simon nicht im Schloß 'einsperren' nur aus der Angst heraus, er könnte ihn wieder verlassen. Bevor aus den Gedanken nun eine Panikattacke wurde, da schon begann sich leicht die Brust zu reiben, setzte sich Wilhelm auf sein Bett und nahm das von Simon vorhin getragene Hemd in die Hand. Er roch das Parfüm, das Simon benutzte. Es roch nach Apfel, Lavendel, Grapefruit und Sandelholz. Der Duft beruhigte ihn. Wilhelm schloß die Augen und konzentrierte sich nur auf zarte Trommeln des herabfallendem Schneegriesel.
Die schwarze Limousine mit dem Nummernschild CBU 49P rollte langsam auf den Parkplatz. Der Fahrdienst wechselte zwischen dem Audi und Nissan hin und her. Wieder öffnete Malin und war verblüfft, da Simon nun Ohrringe; kleine Creolen mit schwarzem Strass, trug und sich etwas geschminkt hatte "Wow du siehst toll aus" "Danke" Sie begleitete das neue Mitglied der Königsfamilie mit zur Tür. Durch die große Fensterfront hatte Sara schon gesehen das Simon den Weg zur Tür entlang lief. Sie winkte ihrem Bruder zu und bekam den Gruß zurück "Mama, Simon ist da" rief Sara und riß fast die Tür auf. Fiel ihm stürmisch um den Hals, was ihn zum lachen brachte "Mein Brüderchen ist endlich da" "Hast mich vermisst, hm?" "Und wie!" Kurz tippte Malin ihn an "Ich hole dich dann nach 1 Uhr wieder ab" "Ist gut!"
Der weibliche Bodyguard verabschiedete sich schnell und Sara, bei Simon eingehakt, lief mit ihm durch die Tür. Nachdem Sara ihn losgelassen hatte, durfte Linda nun ihren Sohn in die Arme nehmen. Sie drückte ihn fest "Mein Schatz. Du hast mir so sehr gefehlt!" Sie strich ihm die Wangen entlang "Wie geht es dir?" Simon lächelte "Richtig gut!" "Und wie läuft es mit Wilhelm?" fragte Sara mit einem Grinsen im Gesicht, denn sie hatte den kleinen dunklen Fleck am Hals ihres Bruders gesehen, nachdem er seinen Schal abgenommen hatte. Linda begutachtete ihren Sohn, den sie fast nicht erkannte "Du siehst richtig edel aus" doch Simon schüttelte den Kopf "Das ist alles nur gesponsort von verschiedenen Agenturen" erklärte er "Nichts davon ist gekauft!" "Du kriegst das geschenkt?" Sara war verblüfft und Simon nickte "Hmh! Weil was ich trage, wollen auch andere in meinem Alter dann nachkaufen. Ich bin quasi so etwas wie eine lebende Promotion für Labels" "Ich habe dich kürzlich auf dem Cover einer Modezeitschrift gesehen" berichtete Sara und sah das strahlende Lächeln ihres Bruders.
Dieses Lächeln bewies aber das er immer noch der Gleiche war. Nur das er sich nach Außenhin nun etwas vornehmer kleidete. Doch im Inneren war er immer noch der Simon, der auch niemals vergessen würde, wo er herkam. Nur das er jetzt wirklich eine gewollte Person des öffentlichen Lebens war und auch den Ruhm etwas genoß, den er bei seinen kleinen Konzerten auslebte. Vom Königshaus und vorallem Jan-Olof 'überwacht' hatte man entschieden sein Gottgegebenes Gesangstalent in eine Karriere zu verwandeln, damit er damit seine beiden Charityprojekte noch besser promoten konnte. Da er nicht zur Blutverwandschaft des Hofes gehörte, durfte er sich politisch engagieren.
Sein Thema waren die damals vorgeschlagenen Problematiken der Psychischen Gesundheit von Jungen Menschen und die Rechte der LGBTQ+ Community. Seine in einem Studio aufgenommenen Song's die er selbst dafür geschrieben hatte, liefen im Radio rauf und runter. Sara klickte seinen neuen Instagram Account auf dem Handy an. Dort unter seinem Namen SIMON ERIKSSON stand als Zusatz schon in englisch geschrieben Prinzgemahl des Kronprinzen Wilhelm von Schweden, damit sich die Bevölkerung daran gewöhnen konnte, wenn es dann soweit war.
Natürlich waren die Hater in den Kommentaren fleißig und hielten nicht mit dummen Sprüchen und Beleidigungen hinter'n Berg das er nur den Ruhm wollte und dafür den Kronprinz benutzte, doch da Simon nun Medientraining bekommen hatte und sich ein PR Mangager um alles kümmerte, verschwanden solche Kommentare schnell. Sie schaute sich ehr die schönen Fotos an, die Simon vor 3 Tagen hochgeladen hatte.
Diese waren von dem Shooting was sie in der Zeitschrift gesehen hatte und jetzt fiel ihr auf, das Simon genau diese Stiefel und die Jacke trug. Sie zeigte es ihm und Simon nickte "Ja, ich durfte es danach mitnehmen" Linda kam aus der Küche ins Wohnzimmer, mit einer Torte in der Hand und sang auf spanisch für das Geburtstagkind. Simon wischte sich die Tränen weg. Er war so gerührt und Sara umarmte ihn "Alles Alles Gute zum Geburtstag Simon"
Von der anderen Seite tat Linda das gleiche und küßte ihn immer wieder auf die Wange "Mein schöner schöner schöner Junge ist jetzt ein Mann" "Und bald sogar ein Prinz" fügte Sara hinzu, doch Simon berichtigte sie gleich "Nicht ganz! Ich werde nur Prinzgemahl, da Wille ja kein Kronprinz mehr ist. Er muß aber den Titel behalten bis August mit seiner Ausbildung fertig ist. Also noch bis nächstes Jahr ist Wille offiziell Kronzprinz und dann übergibt er an August" "Aha" runzelte Linda die Stirn "Ich dachte immer wenn man einen Prinz heiratet dann wird man auch ein Prinz oder eben eine Prinzessin" Kichernd warf sich Simon gegen die Lehne der Couch "Nein, so ist das ist! Das ist so im Märchen, aber nicht in der Realität" "Sieh an. Wieder etwas gelernt" Linda schnitt den Kuchen an und reichte Simon einen Teller "Danke" lächelte er und bekam noch eine kleine Gabel gereicht. Die kleine Familie hatte sich viel zu erzählen und Simon verriet ihnen eine Neuigkeit, die noch nicht einmal sein offizieller Account bekannt gegeben hatte "Ich werde nächste Woche zu den Songs je ein Musik Video drehen" "Das ist ja cool"
Bei der Nachricht mußte Linda ihn gleich noch mal umarmen "Ich bin so stolz auf dich!" "Ja Simon, das ist ganz toll. Die Songs sind so schön" schwärmte Sara. Die Drei wurden durch ein Klingeln an der Tür kurz unterbrochen.
Da Sara ihm eine Nachricht via SMS geschickt hatte, wußte Micke das sein Sohn heute zu Besuch sein würde. Durch Simon hatte sie gelernt ihrem Vater auch noch weitere Chanchen zu geben. Überrascht schaute Simon ihn an "Papa?!" "Hey Simme. Alles Gute zum Geburtstag mein Sohn!" "Danke" Er gab ihm den Blumenstrauß und Simon trat zur Seite "Komm... doch mit rein" "Ach nein..." winkte Micke ab "...Ich störe nur" "Nein" schüttelte Simon den Kopf "Tust du nicht" Er tat den Ersten Schritt und umarmte seinen Vater "Schön das du da bist" "Du wirst heute Volljährig, da mußte ich einfach vorbei kommen" versuchte er mit einem Lächeln seine Nervosität zu verbergen.
Sara stand auf und tat es Simon gleich "Hallo Papa" Linda bot ihm einen Platz an und auch ein Stück Kuchen. Für wenige Momente gab es wieder eine vollständige Familie Eriksson. Bis zum erneuten Klingeln an der Haustür. Überrascht strahlte Simon und öffnete. Er wurde gleich stürmisch umarmt "Hey Bro, was geht?!" "Hallo Simon" Ayub und Rosh musterten ihn von Oben bis Unten. Sie sagten Nichts, da sie wußten das sie trotzdem ihren besten Freund vor sich hatten, auch wenn er in Designerklamotten gekleidet war. Rosh nahm seine Hand "Zeig mal her den Klunker" Simon lachte.
Rosh schob die Unterlippe vor "Dein Prinz hat sich nicht lumpen lassen. Der war bestimmt wahnsinnig teuer, so wie der funkelt" "Ja bestimmt" seufzte Simon und trat dann zurück "Kommt rein, die Party steigt hier drinnen!" Ayub hatte es bemerkt, doch sagte nichts. Nachdem sich Micke verabschiedet hatte, blieb Rosh auch nur eine Stunde. Mit einer Umarmung entschuldigte sie sich bei Simon "Es tut mir leid das du meinen Frust abgekriegt hast. Mit meiner neuen Freundin läuft es nicht so gut und ich hasse gerade alle glücklichen Paare" Sie zuckte die Schultern "Na ja bis auf dich! Ich freue mich so sehr für dich. Ich bin doch zur Hochzeit eingeladen?!" "Simon schmunzelte "Na klar!" "Ok, dann grüß Wille von mir" "Mach ich" Gerade als sie gehen wollte, drehte sie sich noch ein um "Ach ja... Ich liebe deine Songs! Hab sie auf meinem MP3 Player auf Dauerschleife"
Die nun wieder kleine Runde spielte Karten und ließ sich eine große Pizza schmecken. Dazu hörten sie Radio und hatten Kerzen brennen. Es machte richtig Spaß, bis Sara plötzlich aufsprang und das Radio lauter drehte "...iksson!" und mahnte alle leiser zu sein. Simon verkniff sich das Grinsen, doch konnte nicht anders und sang mit. Dabei bewegte er sich, wie er es im Tanzunterricht gelernt hatte. Applaudierend saßen Linda, Sara und Ayub auf der Couch nach der kleinen Darbietung. Simon kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus "Das waren die Tanzschritte für das Video zu dem Song" "Echt cool Bro, das du jetzt so ein Star bist" "Das war schon immer mein Traum!" gestand er nun und bekam einen liebevollen Blick von Linda, die schon immer gewußt hatte das ihr Sohn etwas ganz Besonderes war.
Der Abend wurde später. Linda stellte Simon einen frischgebrühten Tee hin. Strich ihm durch die Locken "Schade das ich dich bald gar nicht mehr sehe" seufzte sie schwermütig. Er schmunzelte "Mama, ich komme dich oft besuchen. Vielleicht sogar mit Wille oder du kommst mich besuchen!" "Ich glaube nicht das Mama einfach so ins Schloß rein darf" merkte Sara an. Simon schüttelte den Kopf "Ihr müßt euch nur anmelden. Dann holt euch Malin ab und bringt euch auch wieder zurück" Er holte sein Handy heraus "Apropos Malin" Auf dem Display blinkte eine Nachricht auf. Von Wilhelm. Er öffnete sie und schmunzelte süß. Sara reckte sich um zu sehen, warum ihr Bruder so grinste "Hat dein Liebster schon Sehnsucht nach dir?" "Ja, Wille schreibt das er gleich da ist" "Och wie süß. Er hält es nicht mehr aus" grinste Sara. Im nächsten Moment klingelte es an der Tür. Ayub schaute Sara an "Das ist jetzt aber nicht wirklich der Prinz?!" "Ich denke ja" denn sie hörte ihren Bruder lachen, als er geöffnet hatte "Du bist verrückt!" "Darf ich rein?" fragte eine bekannte Stimme. Linda schaute um die Ecke "Hey Wilhelm. Was machst du denn hier?!" "Hallo Linda. Ich dachte mir, da Simon ja bald ins Schloß zieht, sollte er noch einmal richtig viel Zeit mit euch verbringen und statt nachher zu mir zurück zu fahren, schlafe ich einfach heute mal hier!" zuckte der Prinz die Schultern.
Simon sah ihn nur Kopfschüttelnd mit breitem Lächeln an "Du hast echt'n Knall!" Nachdem Wilhelm sich von Malin verabschiedet hatte, grüßte er kurz ins Wohnzimmer, wo Sara und Ayub saßen "Hey! Wie geht's?" fragte er "Gut" "Ja mir auch" antworten sie nach einander. Wilhelm schmunzelte "Schön. Ich komm gleich zu Euch" Er zeigte hinter sich "Ich bringe nur schnell meine Sachen in Simon's Zimmer" "Ist gut!" Ayub sah Sara an als hätte er einen Geist gesehen "Ist das sein Ernst?" Sara zuckte die Schultern "Wilhelm ist halt verrückt nach Simon!"
Da er wußte wo Simon's Zimmer war, lief er gleich den Flur entlang. Simon vorne weg und kaum das sie allein waren, zog Wilhelm ihn an sich heran "Komm her!" Man hörte Simon hinter der Tür kichern "Wille, wir sind nicht im Schloß" "Deswegen habe ich dein Geschenk, das ich dir eigentlich später geben wollte, mitgebracht" sprach er leise und mit sanfter Stimme "Willst du es jetzt oder erst im Wohnzimmer auspacken?!" Außer einem süßen Lächeln konnte Simon nicht antworten. Er schlang seine Arme noch einmal um Wilhelm's Nacken und versank in einem tiefen Kuß mit ihm.
Händchen haltend kamen beide angelaufen. Simon hatte sich jetzt umgezogen, nachdem klar war, das er heute nicht mehr zurück fahren brauchte. Wilhelm setzte sich zu Simon, der sein noch verpacktes Geschenk zu den anderen gelegt hatte. Er war etwas überrascht "Willst du die denn gar nicht öffnen?" fragte er Simon, doch der grinste nur "Doch, aber ausnahmsweise heute Mal etwas später"
Kurz nach 22 Uhr stand Simon auf und lief zu dem Tisch, wo alles abgelegt worden war. Er nahm ein größeres hübsch verpacktes Geschenk und laß auf dem Schild das es von Sara war. Überrascht schaute er die große Schatulle an "Die ist sehr hübsch" "Da kannst du deinen ganzen Schmuck, den du jetzt trägst reintun" erklärte sie ihm, während sich Wilhelm das Grinsen verkniff "Das paßt ja dann mit meinem Geschenk" verriet er. Dadurch wurde Simon neugierig und öffnete jetzt das seines Verlobten. Auf dem Deckel der länglichen Schachtel stand CARTIER und wer den Namen kannte, wußte das es Schmuck war. Vorsichtig hob er den Deckel ab. Innen lag ein goldenes Armband, mit einer kleinen Musiknote auch Achtelnote genannt, einem Notenschlüssel und einer länglicheren Note die mit Diamanten versehen waren, als Anhänger daran. Auf der Note mit dem Balken stand der Name SIMON eingraviert. Er mußte einfach lächeln und fiel seinem Prinz um den Hals "Danke Wille" Sie kicherten, denn für beide hatte dieses Geschenk eine tiefere Bedeutung, die nur sie beide verstanden.
Von seiner Mutter hatte Simon ein schön gerahmtes Foto bekommen, das er mit ins Schloß nehmen sollte. Es zeigte die 3 als glückliche Familie. Mit Tränen, die ihm die Wangen entlang kullerten, umarmte Simon seine Mutter "Danke Mama. Ich werde dich und Sara so oft es geht besuchen kommen. Versprochen!" Etwas Wehmut lag nun in der Runde, denn heute war nicht nur Simon's 18. Geburtstag - sondern auch sein Letzter hier in diesem Haus, in dem er aufgewachsen war. Ab Morgen würde er offiziell im Schloß wohnen.
In seinem Zimmer blubberte die Pumpe für die Fische vor sich hin, während Simon auf dem Bett saß und sein Handy durch scrollte. Nachdem sein Song vorhin im Radio gelaufen war, gab es wieder viel Lob und Zuspruch auf seinem Instagram Account. Die Hater hatten keine Chance gegen die inzwischen echten Fans und wurden in Grund und Boden beschimpft, bis sich kaum noch jemand etwas traute negatives aus Neid zu schreiben. Wilhelm kam den Flur entlang gelaufen "Danke wünsche ich dir auch" rief er Linda zu, die ihrem schon bald Schwiegersohn eine "Gute Nacht" gewünscht hatte. Er schloß die Tür und dann die zu Simon's Zimmer. Er setzte sich zu ihm und schaute interessiert, was er da gerade gepostet hatte.
Es waren ein paar ausgesuchte Fotos aus dem bald erscheinendem Modemagazin, für das er gerade wieder vor der Kamera gestanden hatte. Sofort explodierte es unter dem Post und Wilhelm schmunzelte als er die Kommentare mit laß "Du bist so atemberaubend schön. Wie kann man nur so schön sein? Du bist so heiß!" Zustimmend nickte Wilhelm "Absolut!" Simon kicherte. Der Prinz zog ihn sanft zu sich heran "Zu dumm das das aber schon Meiner ist!" Grinsend spielte Simon mit "Sagt wer?!" "Ich!" Wilhelm nahm ihm das Handy aus der Hand und küssend legten sie sich auf das Bett. Die letzte Nacht in seinem Zimmer sollte noch einmal etwas Besonderes für ihn werden.
22.Dezember - 2 Tage vor Weihnachten
Im Schloß herrschte große Aufregung. Heute wurde die jährliche große Tanne angeliefert, die im Festsaal stand. Jan-Olof beaufsichtigte, unbeeindruckt von den in dicken Flocken fallendem Schnee, den gerade eingetroffenen Sattelschlepper. Darauf lag eine fast 2 Meter hohe Nordmanntanne. Von dem Piepen des rückwärtsfahrendem Schleppers, wachte das noch schlafende Paar auf. Noch total verschlafen rieb sich Simon die Augen, da er das nicht kannte "Was ist denn da draußen los?" fragte er noch leicht knatschig und warf sich die Decke wieder über "Unser Weihnachtsbaum kommt gerade" Die Decke fing an zu sprechen "Weihnachtsbaum?" "Ja" Wilhelm geriet ins schwärmen "Riesengroß und voller Lichter, Schleifen, goldenen Kugeln und glitzernden Sternen" Jetzt schlug Simon die Decke wieder zurück "Wow das klingt toll" "Das ist es auch. Als ich klein war, konnte ich es immer kaum erwarten in den Saal zu gehen und den Baum zu sehen. Erik und ich haben uns immer Nachts reingeschlichen und uns dann erzählt was wir uns zu Weihnachten wünschen" Wehmütig versuchte Wilhelm zu lächeln, doch er schaffte es nicht und ließ seinen Tränen freien Lauf.
Simon lehnte den Kopf gegen seine Schulter und Wilhelm vergrub, mit einer zarten Umarmung das Gesicht nun in den weichen schwarzen Locken "Mein Bruder fehlt mir so sehr..." Er seufzte tief und schaute dann mit einem Schmunzeln auf "Dafür habe ich das wohl Schönste Geschenk bekommen, das ich mir je erträumt habe" Sanft lächelte Simon und stricht ihm eine noch herunterlaufende Träne weg. Kichernd, nachdem sie sich geküßt hatten verschwanden sie wieder unter ihrer Bettdecke. Dort wurden die Küsse leidenschaftlicher.
Simon kicherte, wechselte zu einem heiserem Keuchen, da Wilhelm sich genüßlich besessen mit seinem Hals begnügte. Seine Schwachstelle.
Die immer noch mit schwarzem Nagellack eingefärbten Fingernägel Simon's krallten sich dabei in Wilhelm's Haare. Sie sahen sich tief in die Augen, als Wilhelm sich leicht aufsetzte. Sie brauchten keine Worte. Simon tat es ihm gleich und sie genossen ihr morgendliches Liebesspiel in einer Sitzposition. Auch hier konnte Wilhelm sich wieder gut Simon's Hals, der schon leichte dunkle Flecke aufwies, widmen - während er seinem Verlobten das schönste Vergnügen schenkte. Die Arme um Wilhelm's Nacken fest geschlungen. Den Kopf langsam in den Nacken drückend und gefühlt um Luft ringend, erreichte er das Ende des Liebesspiels. Es war ihm inzwischen egal, ob man ihn dabei hörte. Wilhelm verkniff sich das Lachen und beide ließen sich zurück auf ihr Bett fallen, während Wilhelm die Arme fest um Simon geschlungen hielt.
Seitlich liegend und sich gegenseitig anschauend, grinsten sie, bis Wilhelm ihn noch enger an sich heran zog "Wollen wir nachher im Schnee ausreiten? Du bist inzwischen richtig gut geworden!" Simon zuckte die Schultern "Er macht es mir leicht, deswegen komme ich so gut klar" Sanft lächelte Wilhelm und streichelte seinen Arm entlang "Er wußte das du ihm wohl gesonnen bist, deswegen ließ er sich so gut führen" Simon kuschelte sich in seine Arme "Hm, laß uns nachher etwas ausreiten" "Ok, dann gehe ich jetzt duschen und dann zeig ich dir den Baum!"
Im großen Saal war der Weihnachtsbaum bereits aufgebaut und zum schmücken bereit. Mehr als 1000 kaltweiße LED Lämpchen leuchteten wie kleine Sterne und über die kleine Hebebühne, konnte man die Girlanden und Kugeln anbringen. Simon's Augen strahlten "Oh mein Gott, der ist ja wunderschön" Wilhelm schlang seine Arme um die schlanke Taille seines Verlobten "Warte bis er fertig geschmückt ist!" Er küßte Simon in die Halsfalte und fuhr mit der Nasenspitze an der weichen Haut entlang "Aber bis dahin dauert es noch etwas" flüsterte er ihm halbwegs ins Ohr das sich die feinen Nackenhäärchen bei Simon aufstellten und ihm ein heißer Schauer durch den Körper fuhr "Daher dachte ich, das wir jetzt ausreiten könnten, bevor es wieder zu dunkel ist" "Ok" flüsterte Simon ebenso sinnlich zurück. Sie kicherten leise, küßten sich und liefen Händchen haltend zu den Stallungen im hinteren Bereich des Schlosses.
Man konnte die Pferde schon wiehern hören. Ein Schneeweißer 8jähriger Hengst, der Wilhelm gehörte und "Snöstorm" (Schneesturm) hieß und ein schwarzer 2jähriger Hengst mit leichter Schimmelfärbung, der erst frisch zugeritten war und auf den Namen "Stjärnfall" (Sternschnuppe) hörte.
Er hatte einen weißen Fleck auf der Stirn der wie eine Sternschnuppe aussah und gehörte jetzt Simon. Nach seinen Reitunterricht hatte er das GO bekommen und durfte sein Pferd allein ausreiten. Wilhelm's Beschützerinstinkt aber prüfte alles noch einmal genau nach.
Ob der Sattel richtig fest geschnürrt war. Ob die Zügel nicht zu locker gespannt waren. Dann gab er Simon das OK und ließ ihn aufsteigen.
Mit einen Klicklaut, wie gelernt als Befehl trotteten die beiden los. Da sie dachten, das Jan-Olof zu sehr mit der Sitzordnung und sonstiger Organisation des Bankett's beschäftigt war, schwänzten sie heute den Politik und Konversationsunterricht. Gerade als sie abgeholt werden sollten, da Jan-Olof ihnen schwerst genervt nachgelaufen war, ritt Wilhelm vorraus an ihm vorbei "Kronprinz!" murrte der schon sehr ergraute Mann "Wille, warte auf mich!" Jan-Olof drehte sich um und sah nur noch wie Simon lachend seinem Verlobten folgte. Schnaufend schüttelte der Berater der Königin den Kopf "Diese Kinder!"
Mit ihren Pferden galoppierten sie nun zusammen durch den frischen Pulverschnee, der durch die Pferde aufgewirbelt wurde. Die kalte Winterluft war glasklar und man konnte sie deutlich sehen, wenn die Pferde ausatmeten oder Wilhelm zum Spaß in die Luft pustete.
Sie zauberte Simon auch rötliche Wangen und die zarten Flocken verfingen sich in den schwarzen Locken. Der Wegweiser, an der Gabelung des verlassenen Schloßgeländes, zeigte an, das es bis zum HILLERSKA nur eine Anderthalbe Stunde dauern würde, wenn sie ihn wählen würden.
Sich zunickend bogen sie ab und fingen an nun langsam das Tempo zu erhöhen "Wer zuerst dort ist" rief Simon frech. Wilhelm biß sich auf die Unterlippe "Forderst du mich heraus, Simon?" "Wenn deine lahme Ente mit mir mithalten kann?!" "Snöstorm ist ein Rennpferd!" neckten sie sich spielerisch stichelnd "Du hast keine Chance gegen mich!" "Das wollen wir doch mal sehen!" Simon tätschelte seinen Hengst leicht an der Schulter "Stimmt's Stjärnfall?" Der Hengst schnaubte und scharrte aufgeregt mit dem Huf, da er spürte das es gleich weiter gehen würde mit dem Galopp. Im nächsten Moment bekam er den Befehl loszurennen und zog an Wilhelm vorbei "Merk dir mein Gesicht" kicherte Simon "Denn ab jetzt siehst du nur noch meinen Rücken" Der Schnee stübte während sich die beiden ein richtiges Rennen jetzt lieferten.
Zwar war die Königin auch nicht sonderlich erfreut, zu hören das ihr Sohn wieder einmal den Unterricht schwänzte, doch sie war nicht so verärgert wie Jan-Olof, da sie schon vor längerer Zeit verstanden hatte, das sie Wilhelm nicht ändern konnte und er eben der Wildere ihrer einstigen beiden Söhne war. Der ehemahlige 'Partyprinz' war Wilhelm zwar nicht mehr, aber das Unbezwungene hatte er sich zurück erobert.
Er und Simon jagten sich mit Schneebällen und lagen lachend im Schnee, nachdem sie versucht hatten, sich gegenseitig das Gesicht damit einzureiben. Einseifen wie kleine Kinder es nannten. Die beiden Pferde ruhten sich aus. Das Gelände des Internats war komplett zugeschneit.
Nur vereinzelte Spuren von Vögeln und Eichhörnchen waren zu entdecken. Doch ihre Fußstapfen waren die Einzigen. Sie ruderten mit Armen und Beinen auf dem Rücken liegend im Schnee und machten je einen Engelabdruck in dem kühlem Weiß. Dann drehte sich Wilhelm zu Simon und beugte sich über ihn "Du bist mein persönlicher Engel" Simon lächelte verlegen. Durch das 'einseifen' waren seine Wangen nun richtig rot. Sanft rieb Wilhelm seine Nase an Simon's "Deine Nase ist kalt" schmunzelte er "Dann mußt du mich wärmen, damit sie auch wieder warm wird" flüsterte Simon grinsend und schlang seine Arme um Wilhelm's Nacken. Er lachte leise und beide versanken in einen Kuß, während der Schnee um sie herum fiel.
Seufzend berichtete Jan-Olof der Königin das nicht nur ihr Sohn, sondern auch sein Verlobter gerade den Unterricht schwänzte. Sie schaute kurz von ihrem Schreibtisch auf "Na ja sie haben sich eine kleine Pause verdient. Simon ist sehr fleißig und lernt sehr schnell. Er wird bei dem Bankett keine Probleme haben!" "Ich dachte mir, vielleicht..." Jan-Olof räusperte sich "... lassen wir Simon bei dem Bankett etwas singen, um das Eis zu brechen!" Die Königin nahm ihre Brille ab, da sie gerade einige Dokumente durchging "Die Idee finde ich gut!" Jan-Olof tat etwas, das selten bei ihm vorkam. Er schmunzelte.
Wilhelm und Simon liefen Händchen haltend zu einem für sie ganz besonderem Ort: dem See! Hier hatten sie zusammen gelacht und geweint.
Tief sahen sie sich in die Augen, setzten sich dann in den Schnee und schauten zu dem halbwegs zugefrorenen See mit den leichten Wellen. Simon lehnte den Kopf gegen Wilhelm's Schulter "Ich hätte nicht gedacht das ich noch einmal hierher zurück komme" "Ich auch nicht..."
Mit wehmütigem Blick musterte Simon den Prinz, der gerade in eine Erinnerung zurück gefallen war und die Melodie von dem Song, der sie beide für immer mit einander verband, summte. Simon schmunzelte und atmete die Luft aus, das sie sich um ihn herum verteilte und Wilhelm sang ihn leise vor sich hin. Dann schaute er zu ihm. Fast reflexartig strich Simon ihm eine Strähne zur Seite. Wilhelm hielt ihm die Hand sanft fest, was Simon leicht irritierte. Dann strich der Prinz ihm den leeren rechten Zeigefinger entlang "Zu wissen das in 2 Monaten ein goldener Ring hier glänzen wird, kommt mir jetzt so unwirklich vor, wenn man bedenkt das wir uns hier vor fast 2 Jahren getrennt haben"
Eine Träne lief Simon die Wange herab, da Wilhelm's Stimme leise flüsternd war und einen Kloß im Hals gefühlt stecken hatte "Wille" Es tat ihm weh und er schmiegte seinen Kopf gegen die Schulter des Prinzen "Bitte laß uns das vergessen..." flehte Simon beinahe "Es bricht mir das Herz daran zurück zu denken" "Es fühlte sich an als würde mir das Herz herausgerissen werden und dann komplett zersplittern, denn eigentlich..." Wilhelm streichelte Simon, der sich mit dem Gesicht in seinem weichen Schal versteckte, durch die schwarzen Locken "...hatte ich mir etwas anderes erhofft, als du sagtest laß uns baden gehen" Er hörte er leises ersticktes Kichern "Was hast du dir denn erhofft?" wurde er gefragt, während Simon's Fingerspitzen seinen Nacken entlang kraulte und mit einer etwas längeren Strähne spielte.
Wilhelm schloß die Augen und bekam eine rötliche Färbung auf die eigentlich kühlen Wangen. Simon schaute ihn an und nickte, nahm seine Hand um sie mit seiner zu verschließen "Ja, ich habe auch daran gedacht... aber dann hätte ich nicht mehr gehen können! Und ich mußte gehen!"
Er seufzte tief "Ich mußte diesen Schritt tun, damit du zu dir selbst zurück findest!" Liebevoll sahen sie sich in die Augen. Langsam kamen sich ihre Lippen näher und sie legten sich küssend in den Schnee. Simon's Fingerspitzen gruben sich in Wilhelm's Haaren ein. Der Verlobungsring blitzte im reflektierendem Licht des Wassers auf, als würde er damit ein Statment senden.
Ein auffliegendes Entenpaar oder Gänse, ließen sie kurz aufschrecken. Sie hatten sich völlig in dem Kuß verloren. Kichernd setzten sie sich wieder auf. Sahen sich an und lachten leise. Wilhelm verkniff sich was er gerade dachte und stand auf. Dann reichte er Simon die Hand.
Beide hielten sich an den Händen fest. Zuerst schlenderten sie nur herum, doch dann begannen sie zu tanzen. Einen eigen kreierten Walzer. Simon drehte sich und lächelte. Dazu summte er eine Melodie. Ein Lied das er selbst geschrieben hatte und das auf seinem Album, das bald erscheinen würde, zu hören war. Wilhelm sang leise die Zeilen und Simon stimmte mit ein. Selbst in der sehr fahlen Wintersonne strahlten Simon's Augen als würden Sterne darin leuchten. Wenn sie auf die von Wilhelm trafen, verwandelte sich das Kastanienbraun in einen dunklen Honigton oder Bernstein. Der Prinz seufzte schwerst verliebt und ließ Simon jetzt allein singen. Dieser erreichte gerade die höheren Töne und Wilhelm schloß die Augen, um sich noch intensiver auf diese Stimme, die ihn vom Ersten Moment damals gefesselt hatte, konzentrieren zu können. Er hatte Herzklopfen, denn er wußte das der Song von ihm handelte.
So wie alle Songs, die Simon geschrieben und inzwischen in einem Tonstudio aufgenommen hatte. Sie erzählten von ihrer Liebe, ohne aber eindeutig darauf einzugehen, da es ihm untersagt war intime oder private Details zu benennen. Wilhelm strich Simon die Wange entlang "Hast du dir schon einen Song für unseren Hochzeitstanz ausgesucht?" Der Lockenkopf schüttelte selbigen "Nein, ich dachte das machen wir zusammen?!" "Ok? Und die Hochzeitstorte?! "Wille! Wir haben noch 2 Monate Zeit dafür. Wir sollen uns doch nicht stressen und jetzt steht erst einmal das Weihnachtsbankett an" Simon rieb sich kurz die Nase "Und davor hab ich richtig Schiß!" Kopfschüttelnd und ihn zärtlich anschauend versuchte Wilhelm ihm diese Angst zu nehmen "Mach dir darüber nicht so viele Gedanken. Sie werden dich toll finden. Und sie werden vorallem deine bezaubernde Stimme lieben!" "Danke Wille"
Simon schmiegte sich in seine Arme "Ich möchte wirklich das sie mich mögen und uns akzeptieren" Wilhelm strich Simon den Rücken auf und ab "Das werden sie, glaub mir. Dich nicht zu mögen ist sehr schwer" Um Simon die schweren Gedanken zu nehmen, küßte Wilhelm ihn, bis sie sich fest umarmt haltend, hier an 'ihrem' See stehend, nun richtig genießend küssten. Erneut flog etwas aus dem Gestrüpp hoch und erschreckte sie. Sie lachten und schauten zum Himmel, der neuen Nachschub für weiße Weihnachten lieferte. Eine Flocke landete auf Simon's Nasenspitze. Er kicherte. Wilhelm seufzte "Erinnerst du dich an die Nacht, als ich dich als dem Bett geklingelt habe?" "Wie könnte ich das vergessen?! Ich dachte erst da will mich jemand verarschen" grinste Simon, doch er verstand was Wilhelm ihm sagen wollte "Ich dieser Nacht hast du mir das Leben gerettet, Simon" "Ich weiß..." "Damit hat alles begonnen! Ich habe mir eingestanden das ich in dich verliebt bin und nur dich brauche. Du bist trotz Schneeregen zu mir gekommen und hast dich um mich gekümmert..." Wilhelm sprach leise und mit einem dicken Kloß im Hals. Der Tod seines Bruders war immer noch eine unverheilte Wunde "...während ich gefühlt gestorben bin" Sanft strich Simon ihm eine Haarsträhne zur Seite, während die Tränen des Prinzen nun doch flossen.
An manchen Tagen war Wilhelm in seinem grauen Schleier aus Trauer und Verzweiflung gefangen. Dann war er glücklich darüber Simon an seiner Seite zu haben, in dessen Armen er sich dann vergraben und ausweinen konnte. Simon urteilte nicht. Simon gab keine altklugen Ratschläge oder machte ihm Vorbehalte, das das Leben weiter ging. Nein, Simon ließ ihn weinen und trauern.
Wilhelm wischte sich die Tränen weg "Nicht das die noch festfrieren" versuchte er zu scherzen und setzte sich auf "Wir sollten uns langsam auf den Rückweg machen" Er klopfte sich den Schnee von der Hose und reichte Simon die Hand "Anschiß von Jan-Olof kriegen wir doch so oder so" "Ja aber ich brauch keinen noch zusätzlich von meiner Mutter!" seufzte Wilhelm und zog seinen Verlobten hoch. Da der Schnee unter ihnen etwas glatt war, rutschte Simon leicht zur Seite, doch wurde geistesgegenwärtig von Wilhelm festgehalten. Sie lachten und küßten sich. Erst als Simon im Sattel saß, gab Wilhelm den Befehl zum los traben. Simon biß sich auf die Unterlippe "Revange?" "Dieses Mal gewinne ich!" grinste Wilhelm sieges sicher. Wieder winkte Simon ihm zu "Wir sehen uns zu Hause, Wille" und wechselte in den Galopp.
Es hatte aufgehört zu schneien. Die Luft war klar und es wehte kein Lüftchen mehr. Es war einfach nur wunderschön, trotz der klirrenden Kälte. Die Sonne, die heute sehr milchig kurz zu erblicken war, tauchte die Schneelandschaft in ein Meer aus Diamanten, ehe sie wieder ganz verschwand. Es war schnell nun dämmrig geworden. Die Wege waren verschwunden und Simon bog ausversehen zu den ehemahligen Stallungen ab. Wenn er jetzt wenden würde, müßte er den ganzen Weg zurück reiten. Das Pferd unter ihm verhielt sich plötzlich seltsam.
Der Hengst schnaufte stark und wieherte. Im nächsten Moment stockte er und begann sich leicht aufzubäumen "Fuck!" fluchte Simon, da sich 'Stjärnfall' nicht beruhigen ließ "Was hast du denn?!" Auf keines der Befehle reagierte der Hengst. Immer wieder wieherte er und scheute auf "Ruhig. Was ist denn los?! So hast du dich doch noch nie verhalten?!" Ratlos versuchte Simon ihn zu beruhigen, doch plötzlich raste der Hengst los und ignorierte alle Versuche, ihn zum Anhalten zu bringen.
Ein lauter Knall zerriss die Stille auf dem Gelände. Es klang wie ein Motor, der bei der Kälte nicht gleich ansprang, fehlzündete und dann diese explosionsartigen Geräusche machte. Der schwarze Hengst erschreckte sich so sehr, das er nun richtig die Vorderbeine in die Luft streckte und auf den Hinterbeinen stand. Da er das so schnell tat, hatte Simon keine Chance mehr sich festzuhalten und krachte in den Schnee.
Mit Entsetzen sah Wilhelm es und rannte "SIMOOON!" schreiend den Hang herunter. Ihm blieb gefühlt das Herz stehen und er sprang halbwegs von seinem Pferd herunter "SIMON!" rief er noch einmal und kniete sich in den Schnee. Der Junge reagierte nicht.
Laut wiehernd und immer noch von Panik getrieben, galoppierte das schwarze Pferd durch den Pulverschnee und kam dann zum stehen.
Der Hof, auf den er langsam zugetrabt kam, gehörte ausgerechnet Marcus, der sich irritiert umdrehte, als er den jungen Hengst entdeckte "Hey, wer bist du denn?!" Da er sich zuvor um die untergestellten Pferde der reichen Schüler hier gekümmert hatte, konnte er mit Pferden umgehen und näherte sich langsam dem fremden Hengst "Wo kommst du auf einmal her?"
Er laß den Namen der an der vorderen Seite der Unterdecke für den Sattel mit Goldfaden eingestickt war "Sternschnuppe..." Das Wappen der königlichen Familie war darunter zu erkennen "Ein Pferd vom königlichem Hof?" Um das verängstige Tier zu beruhigen, strich er die schwarze, seidige Mähne entlang. Dann sah er die ebenfalls wieder mit Goldfaden und sehr verschnörkelter Schrift eingestickten Initialen S.E. auf der rechten Seite der Decke, doch konnte sich keinen Reim darauf machen.
Wilhelm verfluchte sich, das er sein Handy auf dem Nachtisch hatte liegen lassen und praktisch hilflos war. Vorsichtig hob er den immer noch bewußtlosen Verlobten auf seine Arme. Simon war federleicht. Oder Wilhelm inzwischen so gut in den Oberarmen gestärkt, durch sein strenges Krafttraining "Halte durch, ich werde Hilfe holen!" versprach er sich selbst "HALLO??? IST JEMAND HIER?!" rief er in die Kälte, während er Simon an sich drückte, vor Sorge und auch um ihn warm zu halten "ICH BRAUCHE HILFE!"
Um das Pferd vor der Kälte zu schützen, hatte Marcus es in die Scheune seines Hof's gebracht. Er grübelte immer noch über die Initialen nach, denn die königliche Familie hatte einen anderen Nachnamen, der aber in der Öffentlichkeit kaum benutzt wurde. Er führte den Hengst zu einer Ecke, wo er etwas Heu fressen konnte "Bist du ausgebüxt oder wo ist dein Reiter?!" Er drehte den Kopf plötzlich Richtung Scheunentor "Ruft dich da dein Reiter?" "HALLO?!" rief Wilhelm weiter, als er sah das das Tor zu der Scheune offen stand. Eine Mischung aus Hoffnung, Verzweiflung und Abscheu machte sich in seinem Magen breit - denn er wußte ganz genau wo er gerade war und WEM dieser Hof gehörte.
Und ausgerechnet ER mußte ihm jetzt helfen? Doch wenn er Simon nicht schnellst möglich ärztlich versorgen ließ, würde er vielleicht nicht sichtbare Verletzungen haben. Laut fluchte Wilhelm, biß sich innen auf die Unterlippe und lief nun zum Scheunentor. Im gleichen Moment, da er die Rufe gehört hatte, kam Marcus heraus und erblickte den Prinz. Er musterte ihn und sah, das er jemanden auf den Armen trug.
Nur Sekunden später durchzuckte es den jungen Hofbesitzer. Die Buchstaben S.E. - Sie standen für SIMON ERIKSSON als 'Besitzer' des Pferdes "Natürlich!" flüsterte er sich zu. Wilhelm kam näher "Ruf einen Krankenwagen!" "Was ist passiert?" fragte Marcus nach, doch Wilhelm schrie ihn nur an "JETZT MACH SCHON!" denn so langsam wurde Simon doch etwas schwer "Simon ist vom Pferd gestürzt und wacht nicht auf!" "Ok, aber wir sind hier eingeschneit. Da kommt gerade kein Auto durch und soweit ich sehe, braut sich da ein Schneesturm zusammen!" versuchte Marcus dem Prinz zu erklären "Fuck!" Wilhelm hasste es sich so hilflos zu fühlen "Es ist wohl besser wenn du Simon erst einmal reinbringst, damit er ---" "Das könnte dir so passen!" fauchte Wilhelm ihn an. Im gleichen Moment hörte er ein sehr leises Seufzen und schaute blitzschnell zu dem Jungen, den er immer noch fest an sich gedrückt auf den Armen trug "Simon" doch mehr als diese kleine Regung kam nicht von ihm "Ok, ich brauche eine feste Unterlage und eine Decke!" gab der Prinz in der Rücksicht auf seinen Verlobten nach.
In der großen Wohnung legte er ihn vorsichtig auf die Couch ab. Riß Marcus die Decke aus der Hand und deckte Simon nun wieder besänftigt liebevoll zu. Er streichelte durch seine schwarzen Locken. Küßte seine Wange und hockte sich vor ihn "Ich bin gleich wieder da. Ich bringe nur schnell Snöstorm in Sicherheit" Mit giftigen Blick zu Marcus zischte er dagegen "Wag es dir ihn anzufassen! Und wenn er aufwacht, sagst du ihm das ich sofort wieder da bin! Du redest sonst nicht mit ihm!" "Zu Befehl Eure Hoheit!" salutierte der junge Mann in Sarkasmus.
Draußen suchte Wilhelm nach seinem Pferd, das er zurück gelassen hatte "SNÖSTORM!" rief er und mußte kurz schmunzeln, da dieser Name gerade paßte, als er sah das Marcus Recht gehabt hatte. Die Flocken wirbelten jetzt umher und es war bitterkalt. Da der Prinz ohne seine Jacke heraus gegangen war, krochen die eisigen Themperaturen unter seinen Pullover "Fuck ist das kalt" Er umschlang sich und war erleichtert, als er ein Wiehern hörte. Der weiße Hengst hatte sich selbst in einer der leeren Boxen untergestellt "Du bist echt ein Komiker" lachte Wilhelm und führte den weißen Hengst zur Scheune, wo schon Stjärnfall auf ihn wartete.
Gegen den Befehl des Prinzen, hatte sich Marcus neben den immer noch nicht zu sich gekommenen Simon gesetzt. Zwar mit Abstand zu ihm, doch er konnte nicht die Augen von ihm lassen. Der nun Volljährige einstige Internatschüler, in den er sich unsterblich verliebt hatte, schien in den 2 Jahren noch hübscher geworden zu sein. Oder es lag daran, das er ihn noch nie schlafen gesehen hatte. Daher konnte er nicht wissen was Simon für schöne lange Wimpern hatte. Seine Haut sah aus als wäre sie aus Porzellan. Keine jugendliche Unreinheit mehr, die er sowieso kaum gehabt hatte. Beinahe Makellos. Nur die kleine Narbe an der Lippe war geblieben. Diese mußte wohl in seiner Schulzeit entstanden sein.
Doch woher hatte Simon nie erzählt. In seinen Ohrläppchen steckten kleine Ohrstecker aus Gold. Man sah sie kaum und doch fielen sie auf.
Der kuschelige Pullover, der ihm 2 Nummern zu groß schien, war wieder ein Designerstück. Ein Geschenk für Promotion nach einem Shooting.
Die Wärme der dicken Decke schien ihm gut zu tun, denn immer öfter nun bewegte sich Simon mit einem kleinen Zucken in den Fingern oder man hörte ihn leise Seufzen. Wilhelm hatte sich die Schuhe schnell ausgezogen, rieb sich die Hände und jammerte wie kalt es plötzlich durch den nun tobenden Schneesturm geworden war. Schnell war Marcus aufgestanden und tat so, als hätte er die ganze Zeit nur an der Couch oberhalb gestanden "Was ist? Ist er wach oder---" "Nein, keine Reaktion. Du mußt Geduld haben. Ist er auf den Rücken gefallen?" "Ja, aber in den Schnee" "Dann ist er ja ziemlich weich gefallen. Aber er ist mit dem Kopf aufgeschlagen, oder?" Darauf gab Wilhelm ihm keine Antwort. Hockte sich nur wieder vor seinen schlafenden Geliebten und nahm seine Hand "Wach auf Simon" flehte er leise und küßte die Hand.
Lehnte den Kopf gegen seine Stirn "Bitte wach auf" Plötzlich fuhr Wilhelm zusammen "SIMON" rief er etwas laut durch die plötzliche stärkere Regung. Er sah wie die Augenlider begannen zu flattern, doch seine so schönen Zartbitter-Schokoladen Augen blieben noch geschlossen. Dafür deutete er mit einem Zischen durch zusammen gebissene Zähne an, das er wohl Schmerzen hatte "Was hast du? Tut dir etwas weh?" Seine Stimme war zu leise um es zu verstehen. Der Prinz schaute zu dem Fenster in seiner Blickrichtung "Verdammt! Wenn es endlich mal aufhören würde zu schneien, könnten wir einen Krankenwagen rufen" Die Wut unfähig etwas tun zu können, ließ Wilhelm in ein altes Muster zurück fallen: Fingernägel kauen. Marcus schaute immer noch mit verachtendem Blick zu ihm "Gibt's im Schloß keinen Wetterbericht?" spottete er. Wilhelm's oncontextmenu="return false;" onmousedown="return false;" onmousemove="return false;" oncopy="return false;" unselectable="on">FUCK YOU< Blick war ihm Antwort genug.
Nach ungefähr 2 Stunden ließ der Schneesturm nach. Doch selbst jetzt war es unmöglich einen Anruf zu tätigen. Das Netz war gestört und die Straßen hierher nicht freigeräumt, da hier kein Bus mehr hielt und nun noch die ansässigen Fahrzeuge für die Landwirtschaft entlang fuhren.
Inzwischen drückte Simon immer wieder die von Wilhelm festgehaltene Hand in seinem Ohnmachtsschlaf. Zärtlich spielte er mit einer Locke "Wenn wir wieder im Schoß sind, nehmen wir ein schönes heißes Schaumbad" flüsterte er ihm zu "Dann schauen wir einen richtig gruseligen Horrorfilm und kuscheln uns ganz eng im Bett zusammen" Er küßte ihn in die wuscheligen Haare und schloß die Augen dabei "Das klingt gut" hörte er eine Stimme, die ihn wie ein Blitz durchzuckte. Wilhelm sah Simon ins Gesicht und konnte jetzt diese abgrundtiefen Augen sehen, in denen sich seine ganze Welt wiederspiegelte "Du bist endlich wach" Stirnrunzelnd sah Simon seinen Prinz an "Wie, endlich wach?!"
Der Lockenkopf verstand nichts und als er versuchte sich aufzusetzen, schrie er leicht auf "AU!" Sein schmerzverzerrtes Gesicht zeigte, das er sich doch, wie Wilhelm vermutete, eine noch nicht sichtbare Wunde zugezogen haben mußte "Bleib liegen, du bist verletzt" Er hob die Decke auf, die Simon von den Schultern herunter gerutscht war und drückte ihn sanft zurück auf die Couch "Sieht so aus als hättest du dir den Knöchel verstaucht, als du vom Pferd gefallen bist" "Was? Ich bin was?!" Er hielt sich plötzlich den Kopf "Mir ist schlecht" wimmerte er und atmete schneller "Es fühlt sich an als ob ich gleich kotzen muß" "Das kommt von den Schmerzen!"
Simon erstarrte. DIESE STIMME!
Er kannte diese Stimme und schluckte hart "Wille..." fragte er vorsichtig "Ich bin nicht wirklich dort wo ich denke, das ich gerade bin!" Marcus kam näher und stellte ein Glas mit kühlem stillem Wasser auf den Tisch. Dann legte er eine Tablette dazu
"Das ist Ibuprofen, das dir hilft die Übelkeit zu unterdrücken. Das dir übel ist, kommt von den Schmerzen. Du scheinst sehr hart auf den Rücken gestürzt zu sein und hast dir den Fuß verletzt" erklärte ihm der Hofbesitzer und seine einstige Affaire. Mit leichter Abscheu schaute Simon zu ihm. Er spürte das ihm noch flauer im Magen wurde.
Eng an seinen Verlobten gekuschelt warteten Simon und Wilhelm, an der ehemaligen Bushaltestelle nun darauf, das die angeforderte Limousine gefahren kam. Die Pferde würden später nachgeholt werden. In dem Auto legte Simon, der über starke Kopfschmerzen klagte, seinen Kopf auf Wilhelm's Schoß ab, der ihm kraulend durch die Locken knetete "Ich habe hier ein Glas Wasser, wenn du magst" "Hm" nickte Simon und trank das Glas leer. Dann legte er sich zurück und schloß die Augen.
Seufzend, da er den leichten Duft von Simon's Bodylotion noch auf dem Kissen roch, hob Marcus das Kissen an und erschrak, als er dann seine Hand sah. Sie war mit Blut beschmiert.
Schwerfällig öffnete Simon die Augen als sie am Schloß wieder angekommen waren. Kaum waren sie ausgestiegen, drehte er sich plötzlich um und erbrach sich. Besorgt legte ihm Wilhelm die Hand auf den Rücken "Immer noch solche Kopfschmerzen?" "Ja, die scheinen jetzt auf den Magen zu schlagen" "Na komm, ich trage dich" bot Wilhelm an, was Simon kichernd annahm und sich hochheben ließ. Das Gesicht versteckte er in dem weichen Schal, den der Prinz trug. Oben im Schlafzimmer angekommen, setzte er Simon auf dem Bett ab. Er kicherte leicht, als Wilhelm ihm den Schuh auszog. Statt einen der königlichen Ärzte zu konsultieren, hatte Wilhelm vor sich selbst im Simon's verletzten Fuß zu kümmern. Er trug ihm eine kühlende Salbe auf und wickelte den verstauchten Knöchel mit einem Stützverband ein "Kannst du auftreten?" fragte er ihn. Simon nickte und versuchte es. Es tat zwar weh, doch er konnte laufen "Die Ibuprofen wirkt noch" lächelte er. Dann drehte er den Kopf weg. Stand auf und lief ins nahegelegene Badezimmer.
Dort putzte er sich, nachdem er sich erneut übergeben hatte, schnell die Zähne. Dieses Mal kam es nicht von Medikamentösen eingedämmten Schmerzen im Fuß. Sein Kopf hämmerte und sein Magen schien sich zusammen zu krampfen. Ausgerechnet Marcus hatte ihm geholfen. Das machte ihn wütend und sich hilflos fühlend. Tränen liefen ihm die Wangen entlang. Am liebsten wollte er einfach nur schreien. Wischte sich dann die Tränen weg. Putzte die Zähne und lief, da ihm schwindlig war, an der Wand entlang zum Zimmer. Doch als er im Zimmer ankam, überspielte er seine Schmerzen und lächelte. Wilhelm strich ihm sanft die Wange entlang "Hast du Hunger?" "Hmh!" nickte Simon. Er griff die Hand des Prinzen und lief mit ihm mit. Da sie das Mittagessen verpaßt hatten, hatte Wilhelm sich mit Simon in die Küche geschlichen. Er stand, sich grinsend auf die Unterlippe beißend vor den offenen Flügeltüren "Worauf hast du Lust?" fragte er Simon, dem die Kühle die entgegen geströmt kam, sehr gut tat "Pudding? Gebratene Ente mit Knödeln? Die gab's wohl heute zum Mittag. Oder Forelle Blau mit Kartoffeln und Zitrone?" zählte er auf. Simon zuckte die Schultern.
Eine der Bediensteten kam in die Küche gelaufen und erstarrte kurz "Kronprinz?!" Unschuldig grinste er "Hey! Wir ähm haben ja nicht zu Mittag gegessen und wollten das jetzt nachholen. Könnten wir jeder eine Portion bekommen?" Er senkte den Blick und schaute auf, wie ein Welpe der am Mittagstisch bettelte. Da Simon das sogar noch besser konnte, ließ sie sich erweichen und schickte die 2 aus der Küche.
Eine Servicekraft würde ihnen das Essen dann im kleinen Salon servieren. Sich bedankend liefen beide davon.
Als sie ihr verpaßtes Essen dann serviert bekamen, bedankten sie sich kichernd und ließen es sich schmecken. Beide hielten Blickkontakt dabei, doch sprachen kein Wort, wie sonst. Diese Stille hielt Simon irgendwann nicht mehr aus und stellte den Teller ab "Es tut mir leid!"
Wilhelm sah wie er sich die Tränen verbiß "Das war so leichtsinnig von mir. Aber Stjärnfall hat vorher noch nie---" "Simon!" Wilhelm stellte den Teller auf den Tisch "Niemand konnte ahnen, das das passiert. Und zum Glück geht es dir gut" Er stand auf und umarmte ihn fest. Ließ den süßen Lockenkopf an sich ausweinen, bis er sich wieder beruhigt hatte.
Farima schaute besorgt zum Zimmer das sich Simon und Wilhelm teilten. Hinter der Tür wechselte der Prinz gerade seine Kleidung, doch stockte, als er sah das seine schwarze Hose einen großen dunklen Fleck in Kniehöhe hatte. Dort wo Simon's Kopf vorher gelegen hatte, auf der Rückfahrt "Was?!" Er schaute auf seine Finger und erschrak "Ist das... Blut?" fragte er sich selbst "Wo kommt das her?" Es aber nicht weiter beachtend lief er nur ins Badezimmer. Warf die Hose in den Wäschekorb und widmete sich lieber dem geplanten heißen Bad. Er prüfte die Themperatur mit der Hand und schien zufrieden zu sein. Er lächelte leicht, denn einer seiner heimlichen Wünsche würde heute in Erfüllung gehen und vielleicht zu einem prickelndem Erlebnis führen, denn mit Simon ein Bad zu nehmen, stand ganz Oben auf seiner Liste mit erotischen Phantasien. Seit er mit Simon auf dieser Reise gewesen war und sich dort mit ihm ausleben konnte, waren solche Träume und Vorstellungen immer stärker geworden. Und so etwas ähnlich hatten sie ja schon beim Abschied am See gehabt. Da waren sie nackt Baden gegangen im morgendlichen Sonnenaufgang.
In seinem Zimmer saß Simon auf dem Bett. Er hielt sich den Kopf und atmete etwas schneller. Schaute zu dem inzwischen gekauftem großen Aquarium. Dort schwammen 7 bunte tropische Fische inmitten verschiedenen Pflanzen. Eine kleine perlmuttfarbene Muschel diente als besonderer Blickfang, denn sie öffnete sich aller 5 Minuten um Luftblasen aufsteigen zu lassen. Das beruhigte ihn wieder. Er schluckte noch eine Ibuprofen und lief dann ins Badezimmer.
Auf dem kleinen Tisch neben dem Bett lag Wilhelm's Telefon. Es surrte schon zum dritten Mal und wieder ging nur die Mailbox ran.
Seufzend und sehr besorgt legte Felice das Handy zur Seite. Sie schüttelte den Kopf "Tut mir leid, ich erreiche Wille nicht" Noch mehr besorgt war Sara, die gleich gar kein Glück hatte, da Simon's Handy erst neu geladen werden mußte "Aber er muß doch irgendwie zu erreichen sein?!" fuhr sich Sara verzweifelt durch die Haare "Ich will doch nur wissen ob mit Simon alles in Ordnung ist" wimmerte sie und lehnte sich an ihre beste Freundin, die sofort nach der Nachricht das mit Simon was passiert war, versuchte ihren besten Freund Wilhelm zu erreichen.
Das Blut an seiner Hand hatte Marcus keine Ruhe gelassen. Auch wenn Simon nicht mehr in dem Haus wohnte, sollte wenigstens seine Schwester erfahren, das er einen Unfall gehabt hatte. Zufällig hatte Felice heute bei Sara übernachtet und so war unerwartet eine weitere Person aus Simon's und Wilhelm's Freundeskreis dazugekommen.
Eingekuschelt in je einen flauschigen Bademantel liefen Wilhelm und Simon kichernd den Flur entlang, zurück in ihr gemeinsames Schlafzimmer. Sie versuchten sich zusammen zu reißen, wenn sie einem Schloßangestelltem begegneten, doch das fiel ihnen schwerer, als sonst. Kaum hatten sie die Tür hinter sich geschlossen, zog Wilhelm seinen Verlobten in die Arme. Sie liefen wenige Schritte, während sie sich lachend küßten und auf dem Bett landeten. Dort balgten sie herum, konnten nicht aufhören zu lachen und sich zu küssen. Wilhelm mußte aber unterbrechen, da er sein Telefon surren hörte "Laß es klingeln" flüsterte Simon ihm zu und Wilhelm stimmte dem zu. Nichts war jetzt wichtiger. Er seufzte tief und grinste "Ich komme mir vor als hätten wir gerade erst unser Erstes Mal erlebt" Simon wurde rot und kniff die Lippen zusammen.
Dann lachten sie beide noch einmal auf, ehe sie Arm in Arm liegen blieben "Müssen wir nicht eigentlich zum Abendessen gehen?" fragte Simon, halbwegs, durch das warme Bad und prickelnde Erlebnis etwas erschöpft, eingeschlafen während er mit einer blondierten Strähne spielte. Den Kopf leicht angehoben und zu seinem Verlobten schauend, da von Wilhelm erst einmal keine Antwort kam. Er hatte die Augen geschlossen und genoss die abklingende Wärme seiner Körpertemperatur "Hmmm eigentlich schon" "Die werden uns so oder so..." Simon schob sich nach Oben, um sich aufzusetzen "... schief von der Seite angucken, weil wir den Unterricht geschwänzt haben" zuckte er die Schultern "Also ist es im Grunde genommen egal" Wilhelm grinste breit und packte Simon, der sich lachend auf den Rücken drehen ließ "Dann bleiben wir einfach hier!" flüsterte er, doch Simon schüttelte den Kopf "Das würde keinen guten Eindruck machen" "Ok" der Prinz knuddelte ihn aber noch einmal fest "Und danach schließen wir uns ein und machen einen schönen Horrorfilmabend" "Cool" kicherte Simon und schaute seinem Prinz, der seinen Bademantel einfach fallen ließ, mit einem frechen Grinsen hinterher, während er sich über die Lippen leckte, um diese wieder etwas nach dem vielen Rumknutschen zu befeuchten. Die Calvin Klein Boxershort verschwand in einer Hose die zu seinem Anzug gehörte.
Er schaute über die Schulter zu dem plötzlich so stillem Freund "Simon?" Irritiert und besorgt zugleich schaute er zu ihm "Ist alles in Ordnung?" "Hm" nickte er mit zusammengekniffenen Lippen "Ich hab nur etwas Kopfschmerzen" "Das kommt von dem Sturz"
Liebevoll, sich neben ihn setzend und seine Hand streicheln, sah Wilhelm ihn an "Wir gehen was essen, dann machen wir uns einen schönen Abend und gehen früh schlafen, damit du dich etwas ausruhen kannst. Einverstanden?" "Hmmm" Wieder nickte Simon nur und versuchte zu lächeln. Er verschwieg Wilhelm das es ihm gerade nicht gut ging. Ihm war schwindlig und die Kopfschmerzen drückten auf den Magen.
Um sich umziehen zu können war Simon in sein Zimmer gegangen. Er stand vor dem Spiegel und knöpfte sich das schwarzrote Seidenhemd zu. Das schwarze Jacket mit den rötlichen Applikationen an der Jackentasche lag schon auf dem Bett. Mit seinem Lieblingsparfüm sprühte er sich ein, doch als er den Flakon zurück stellte, griff er sich an den Kopf. Er atmete heftiger und riß sich, da er gefühlt keine Luft bekam, seine Kette vom Hals. Die Kette mit den schwarzen Perlen zerriss und die Perlen fielen zu Boden. Simon versuchte noch sich fest zu halten, doch sackte zu Boden und blieb liegen. Beim Versuch sich festzuhalten, hatte Simon die schöne kleine Garderobe leergeräumt.
Die Nagellackfläschchen und die Schmuckschatulle knallten auf den harten Boden. Nichts war zerbrochen, doch es war laut genug gewesen, das es Wilhelm's Aufmerksamkeit erregte, als er den Krach hörte. Er band sich gerade vor seinem Spiegel die Krawatte zurecht und schaute sofort zu dem Gang, wo Simon's Zimmer war. Er klopfte an und fragte nach "Simon? Ist was passiert?!"
Er erhielt keine Antwort "Simon?!"
Als er erneut keine Antwort bekam, drückte er die Klinke herunter "Si---" Er stockte und sah mit Entsetzen, das sein Verlobter am Boden lag und sich nicht rührte "SIMON!" rief er laut und versuchte ihn wach zu bekommen "Hey Simon!" Auch nach dem leichten Rütteln reagierte der Lockenkopf nicht und Wilhelm bekam leichte Panik "Ich komm gleich wieder. Ich hole Hilfe" versprach er und rannte durch den langen Flur zum Ende.
Erschrocken zuckte die noch gerade so ausgelassene Farima zusammen, als sie den Prinz verzweifelt nach dem königlichem Hofarzt rufen hörte und kam auf ihn zugelaufen "Wilhelm, ist etwas passiert?" wollte sie fragen, doch der Junge schnitt ihr den Satz ab "Simon ist zusammen gebrochen und rührt sich nicht" Die Panik war deutlich in seinen Augen zu sehen "Was sagst du da?" "Er ist zusammen gebrochen" wiederholte der Prinz und spürte die sich ankündigende Panikattacke "Ich... brauche dringend... Hilfe" "Ich kümmere mich darum" Farima holte ihr Handy aus der Tasche und telefonierte mit jemandem. Wilhelm drohte gleich selbst zusammen zu klappen und stützte sich an der Wand ab.
Ihm zunickend gab ihm Farima zu verstehen, das gleich ein Krankenwagen eintreffen würde. Da die Königin auf den Tumult aufmerksam geworden war, kam sie nun auch zu ihnen gelaufen "Ist was passiert?" Wilhelm wollte es nicht noch einmal aussprechen und ließ sich nur in die Arme seiner Mutter fallen, während Farima es ihr erklärte. In leichtem Schock sah Kristina ihren verzweifelten Sohn an. Beinahe im gleichen Moment traf mit lauter Sirene der Krankenwagen in der Auffahrt ein.
Als die Sanitäter fragten, nachdem Wilhelm ihnen alles von dem Unfall beim Ausreiten erzählt hatte, wer seine Familienangehörigen seien, zeigte Wilhelm sofort auf sich "Ich bin seine Familie! Simon ist mein Verlobter!" Es war ihm egal das er dieses noch nicht komplett öffentlich bekannt gegebene nun ausgeplaudert hatte "Ich fahre mit ins Krankenhaus!" "Es tut mir leid Kronprinz..." versuchte die Sanitäterin ihm zu erklären, das er das nicht durfte "...aber nur Familien---" "Ich fahre mit! Das ist nicht verhandelbar!" Leicht schmunzelte Kristina und wußte, das es keinen Sinn hatte. Wilhelm würde seinen sturen Kopf durch setzen "Ich rufe unterwegs seine Mutter und Schwester an, aber ich fahre mit!" Aufgebend nickten die beiden Sanitäter und seinen Simon im Arm haltend, da Wilhelm ihn selbst trug, lief der Prinz mit ihnen mit.
Wie versprochen rief er Sara an, nachdem Simon auf der Trage lag und der Krankenwagen losgefahren war. Überrascht nahm Sara das Gespräch sofort an, als sie laß, wer sie da kontaktierte "Wilhelm, oh Gott sei dank erreiche ich dich endlich" plapperte sie drauf los und verdutzte ihren bald Schwager "Geht es Simon gut?" "Ähm, du weißt von dem Unfall?" "Ja, Marcus hat es mir gesagt. Er hatte Blut an seinen Händen als er das Kissen auf dem Simon gelegen hat---" "Sara, hör zu!" fuhr ihr Wilhelm ins Wort "Simon geht es nicht gut. Ich bin gerade auf dem Weg ins Krankenhaus. Bitte melde dich bei Linda und sag ihr, das ihr Sohn ... also dein Bruder jetzt ins Krankenhaus gebracht wird. Ich bleibe bei ihm bis er wieder aufwacht" "Ist gut" "Danke. Tschüß" Wilhelm klappte das Handy zu und nahm Simon's Hand. Er küßte seine Fingerspitzen. Die hinten mit ihm sitzende Sanitäterin schmunzelte leicht "Ich bräuchte ein paar Angaben zum Vergleich" "Ja natürlich" seufzte Wilhelm und zählte auf "Simon Eriksson. 18 Jahre. Er ist mein Verlobter und lebt daher im Schloß!"
Sie nickte und trug alles in ihre Akte ein.
Voller Sorge waren Sara und ihre Mutter im Krankenhaus eingetroffen. Wilhelm, der noch im Wartebereich saß, stand auf als er Linda sah.
Sie nahm ihn gleich in die Arme und Sara bekam ein gezwungenes Lächeln mit einer leichten Umarmung "Hey! Schön das ihr so schnell kommen konntet" "Wie geht es Simon?!" fragte Sara gleich nach, während Linda noch zu geschockt war "Was ist denn passiert?!" "Simon und ich haben einen Ausritt gemacht und eigentlich ist Stjärnfall ein ruhiges Pferd und Simon kommt sehr gut mit ihm klar. Aber irgendwie ist er durch etwas erschrocken und hat Simon abgeworfen. Er ist gestürzt und es ging ihm vorhin gut. Er hatte zwar gesagt das er Kopfschmerzen hat, aber es ging ihm gut" ratterte Wilhelm, nun langsam selbst in einen leichten Schock fallend, herunter "Es ging ihm doch gut?! Ich... ich verstehe das nicht..."
Da Linda Krankenschwester war, konnte sie es ihm erklären "Symthome einer leichten Gehirnerschütterung zeigen sich erst später" Irritiert sah Wilhelm sie an "Gehirnerschütterung?" Linda nickte. Sie sah, wie Wilhelm; ihrem Schiegersohn in Spe; jetzt Tränen die Wangen herab liefen "Das ist meine Schuld!" flüsterte er "Ich habe Simon zu dem Ausritt überredet" "Nein!" warf Sara ein "Pferde sind manchmal unberechnbar. Selbst wenn sie noch so gut trainiert sind" versuchte sie den Prinz etwas aufzubauen "An manchen Tagen sind sie sehr Geräusch empfindlich oder reagieren nicht auf Befehle" Sie zuckte die Schultern "Das ist manchmal so" "Aber was ist wenn Simon jetzt schwer verletzt ist?" "Jetzt warten wir erst einmal ab" lächelte Linda mit wehmütigem Blick und rieb Wilhelm sanft den Arm auf und ab, um ihn zu beruhigen.
Der Fahrstuhl öffnete sich und Micke trat heraus. Sara zwang sich zu lächeln und grüßte nur mit kurzer Handbewegung "Hey" immer noch ihre Jacke festhaltend, um sich daran festzuklammern. Linda nickte ihm auch zu. Ihr Ex-Mann grüßte ebenso mit einem leichten Lächeln.
Sein Blick blieb an Wilhelm haften, der immer noch halbwegs von Linda getröstet wurde. Sara klärte die Situation auf "Ich habe Papa angerufen, damit er Simon besuchen kann" Ihre Mutter nickte ihr zu. Dann stellte Sara ihrem Vater das royale baldige Familienmitglied vor
"Das ist Kronprinz Wilhelm" Der Prinz reichte dem Mann, den er schon einmal damals auf dem Lucia Fest gesehen hatte, die Hand "Hallo" "Micke Eriksson!" entgegnete der Vater seines Verlobten und erwiderte den Druck "Eigentlich Mikael, aber so nennt mich kaum jemand"
"Ja, ich werde auch hauptsächlich Wille gerufen" Da Micke keine Nachrichten sah und keine Presse laß, hielt er Wilhelm für jemand anderen und lächelte Sara zu, als sie sich an dem Automaten einen Kaffee zog "Das sind ja überraschende Neuigkeiten" lachte er leise, so wie immer. Stirnrunzelnd schaute Sara ihn an "Was meinst du?!" "Na das du mit dem Kronprinz ausgehst" Jetzt verstand sie es und klärte das Mißverständnis sofort auf "Oh Nein! Wilhelm ist mit Simon verlobt! Sie... Sie werden in 2 Monaten heiraten!" erklärte sie trocken in ihrer Art.
Eine der beiden Ärztinnen, die sich um Simon gekümmert hatten, kam auf die kleine Runde zu. Wilhelm stand auf seinem Sitzplatz auf
"Wie geht es Simon?" fragte er kleinlaut, aber deutlich genug. Die brünette Ärztin nickte "Er hat eine Gehirnerschütterung bei dem Sturz erlitten und braucht viel Ruhe" "Darf ich zu ihm?" "Nur kurz!" Linda dankte der Ärztin und legte Wilhelm die Hand auf die Schulter "Na komm!" lächelte sie ihn an. um ihm Mut zu zu sprechen. Sara winkte ab "Geht erst einmal rein. Papa und ich kommen dann später nach" "Ok" stimmte Linda zu "Danke" lächelte Wilhelm und beide betraten das Zimmer.
Es war leicht abgedunkelt, da Simon immer noch unter starken Kopfschmerzen litt und zu grelles Licht wieder Schmerzen bei ihm auslösen würde, trotz Medikamente. Der Junge setzte sich langsam auf und blinzelte noch verschlafen von der Behandlung. Wilhelm nahm seine Hand "Simon" streichelte mit dem Daumen über den Handrücken "Wie geht's dir?" Der hübsche Lockenkopf blinzelte stark, doch antwortete nicht. Linda setzte sich an den Bettrand "Schatz, du bist im Krankenhaus. Wilhelm hat dich hergebracht, nachdem du zusammen gebrochen bist" erklärte sie ihrem Sohn, der immer noch total irritiert schaute. Als Wilhelm wieder seine Hand nehmen wollte, zog Simon sie blitzschnell weg. Nun schaute der Prinz ihn ratlos an "Simon?!" Erneut streckte Wilhelm seine Hand nach ihm aus, doch der Junge drehte sich halbwegs weg.
"Was?" Es ahnend bedeckte Linda leicht mit der Hand ihr unteres Gesicht "Das war zu befürchten" "Was denn?!" "Das er durch die Verletzung unter Amnesie leiden könnte!" Geschockt schaute Wilhelm sie an. Er fühlte sich wie in ein schwarzes Loch gezogen "Wie Amnesie?! Heißt das er hat mich und alles was wir haben vergessen?" Er spürte wie ihm die Luft zu versagen drohte "Wie lange dauert das an?" Hier konnte Linda ihn beruhigen "Meistens nicht länger als 24 Stunden. Simon braucht jetzt viel Ruhe, damit er sich erholen kann" rieb sie ihrem Schwiegersohn in Spe den Rücken zur Beruhigung "Morgen geht es ihm bestimmt schon besser" Sie schaute zu ihrem Sohn "Ruh dich aus Liebling. Ich hole dich morgen ab, wenn du entlassen wirst. Doch für heute mußt du erst einmal noch zur Beobachtung hier bleiben" erklärte die Krankenschwester, die solche Fälle schon erlebt hatte.
Der Prinz verließ den Raum. Immer noch um ihren Bruder besorgt fragte Sara ihn "Wie geht's Simon?" "Er..." Wilhelm räusperte sich da ihm die Stimme zu versagen drohte "Simon konnte sich nicht an mich erinnern" "Was?" "Er wußte nicht wer ich bin, aber Linda sagte das das nur kurz ist und morgen würde er sich wieder an mich erinnern" Er holte Luft und setzte sich dann, da sich eine Panikattacke ankündigte "Hoffentlich hat deine Mutter recht" Sara nickte "Mama arbeitet als Krankenschwester und---" "Was wenn sie sich irrt und Simon mich vergessen hat?" Wilhelm wischte sich die Tränen weg "Ich kann ihn nicht noch einmal verlieren!"
Nach 10 Minuten, die Linda noch im Zimmer gewesen war, kam sie mit einem tiefen Seufzen auf dem Prinz zu "Seine Verletzungen sind zum Glück nicht so stark. Ich habe mit einem Arzt gesprochen. Morgen kann Simon wieder nach Hause entlassen werden. Und seine Erinnerungen kommen auch langsam wieder zurück, wenn er viel Ruhe jetzt bekommt" Sie schaute wehmütig zu Sara "Es bringt nichts ihn jetzt unnötig zu stressen" "Ist gut. Dann fahren wir wieder nach Hause und---" "Kann ich mitkommen?" fragte Wilhelm sie leise "Ich... Ich will nicht ins Schloß fahren und in diesem großen Zimmer allein sein" Er drehte den Verlobungsring "Das würde ich nicht ertragen" Sara nickte und der Prinz lief mit ihr und Linda mit, nachdem Micke sich auch verabschiedet hatte.
Langsam, fast wie im Trance strich Wilhelm über das ordentlich zusammen gelegte Bettzeug in Simon's Zimmer. Er legte sich darauf und schloß die Augen. Eine besonders knisternde Erinnerung kam wieder hoch. Er und Simon, in ihrer heimlichen Affäre, sich gegenseitig verführend die Klamotten ausziehend und dabei Simon's Mutter sowie Wilhelm's Leibwächterin Malin im Glauben gelassen, die beiden Jungs würden sich bei einem Videospiel gerade gegenseitig versuchen auszubooten. In Wahrheit genossen sie ihre Zweisamkeit mit einem prickelndem Zweiten Mal und ihre junge Liebe. Er lächelte, während er gleichzeitig zu weinen anfing. Wilhelm krümmte sich zusammen und versuchte noch etwas von Simon's Duft in dem Kissen zu finden. Als Sara leise anklopfte, bekam sie keine Antwort "Wilhelm? Malin ist hier um dich..."
Sie öffnete die Tür "...ins Schloß zurück..." und sah ihren künftigen Schwager, eingeschlafen - das Kissen fest umklammert haltend - auf dem Bett ihres Bruders, liegen "...zu fahren" Malin, die Sara gefolgt war sah warum das Mädchen plötzlich still war "Das mit Simon ist wirklich hart für ihn. Kann er nicht hier bleiben?" fragte Sara mit leicht wehmütigen Unterton. Wihelm's Leibwächterin schmunzelte "Das muß ich mit der Königin erst besprechen" lenkte sie ein und ging zum telefonieren raus in den Gang. Als sie zurück kam, nickte sie "Seine Hoheit darf hier bleiben, aber ich soll ihn und Simon heute Abend ins Schloß zurück bringen" "Gut. Danke" Sara schloß die Tür und ging in ihr Zimmer. Dort holte sie ihre Schneekugel, die Simon ihr von der Europareise mitgebracht hatte, aus dem Karton hervor. Setzte sich auf den Boden vor ihrem Bett und betrachtete sie.
Zuerst erschrocken, dann langsam realisierend das er immer noch Krankenhaus lag, war Simon hochgeschreckt. Doch wohl etwas zu schnell, denn er sah Sternchen vor sich tanzen, da es im Raum sehr dunkel war, um ihn vor anhaltenden Kopfschmerzen zu schützen. Der süße Junge rieb sich die Augen und versuchte dann aufzustehen. Er tapste, sich am Bettgestell festhaltend zu dem Fenster mit den zugezogenen Vorhängen und zog diese langsam auf. Überrascht stellte er fest, das es noch tiefste Nacht war. Sein Blick ging zum Himmel, den man hier sehr gut sehen konnte. Neben dem Fenster war eine Terrassentür. Er öffnete sie und warf sie schnell wieder zu. Es war bitterkalt draußen.
Simon holte den Bademantel aus dem kleinen angrenzendem Bad und versuchte es noch einmal. Jetzt spürte er die Kälte nicht mehr so extrem.
Es gab sehr wenig störendes Licht, weswegen er den Sternenhimmel mit bloßem Augen gut betrachten konnte. Es faszinierte ihn all die verschiedenen Sternbilder zu sehen und sogar Planeten erkennen zu können, da es durch die eisige Winterluft, glasklar war. Sich seine langsam aber erfrierenden Hände anhauchend, schaute er einer Sternschnuppe nach "Gute Nacht Wille" flüsterte er in die Vorweihnachtliche Nacht.
Ungeduldig warteten Wilhelm und Linda am Küchentisch, zusammen mit Rosh und Ayub auf den Anruf das Simon entlassen werden konnte.
Zeitgleich wurden bei ihm ein paar Tests gemacht, um auszuschließen das nichts übersehen wurde. Er wurde abgefragt ob er seinen Namen, das Geburtsdatum und seinen Wohnort wisse. Er lächelte "Simon Eriksson. Geboren wurde ich am 12. November 2005 in Bjärstad. Ich wohne dort mit meiner Mutter Linda und meiner Schwester Sara" Dann schlug er sich leicht verlegen grinsend gegen die Stirn "Ähm nein, nicht mehr" und kicherte "Ich wohne jetzt in Schloß" "Und warum wohnst du dort?" fragte die Ärztin ihn. Simon's Blick fiel auf den Ring "Weil ich und Wille..." Er lächelte bei den Worten "...ich meine, der Kronprinz und ich in knappen 2 Monaten heiraten werden" "Gut, du scheinst dich sehr gut erholt zu haben von deinem Unfall. Du kannst deine Mutter anrufen und ihr sagen, das du entlassen bist. Viel Glück und paß auf dich auf Simon"
Die Ärztin, eine Kollegin seiner Mutter lächelte noch einmal. Sie kannte ihn ja schon seit er klein war und hier in diesem Krankenhaus geboren worden war.
Linda zuckte zusammen, als das Handy neben ihr plötzlich klingelte. Auch Wilhelm, der gerade aus dem Badezimmer zurück gekommen war, lief jetzt schneller, als er diese Stimme durch die Stille im Haus, hören konnte "Ja, ich fahre gleich los. Warte unten an der Straße! Bis gleich mein Schatz!" "Darf Simon nach Hause?" fragte Wilhelm noch einmal nach und Linda nickte "Ich hole ihn jetzt ab" "Kann... Kann ich mitkommen?"
Wie hätte Linda nein sagen können, wenn ihr künftiger Schwiegersohn mit einem solchen flehendem Unterton fragte "Na komm!"
Ihnen nachwinkend setzte sich Sara zu den Freunden "Zum Glück geht es Simon wieder besser" "Was genau ist denn eigentlich passiert?" wollte Rosh wissen. Sie hätte den Prinz fragen können, doch sie hatten bis heute keine Freundschaft aufbauen können.
Sara seufzte "Simon ist ein einem Ausritt vom Pferd gestürzt und hat sich den Kopf angeschlagen" "Warte..." unterbrach Rosh sie "Simon hat ein Pferd?" "Ja" kicherte Sara "Ein schwarzes mit leichter Schimmelzeichnung. Er heißt Stjärnfall und ist gerade einmal 2 Jahre alt" erklärte sie begeistert, doch hatte es selbst bis jetzt nur auf Fotos gesehen " "Wozu braucht Simon denn ein Pferd?!" Schulterzuckend schaute Sara sie nur an "Vielleicht muß er das als Prinzgemahl können. Er hat auch Unterricht in Politik, muß lernen wie man Walzer tanzt und Wilhelm versucht ihn die ganze Zeit zum Tontauben schießen zu überreden" "Tontauben?" Ayub runzelte die Stirn "Was ist das denn?!" "Ähm das sind so Scheiben auf Ton die hochgeschossen werden und auf wird dann gezielt" erklärte sie, da sie es von ihrem Ex-Freund August so kannte.
Ungeduldig wartend, tippelte Simon von einem Fuß auf den Anderen. Doch auch wegen der Kälte. Heute waren wieder ein paar Grad unter 0 auf dem Thermometer zu sehen. Der Wind wurde auch stärker. Er zog sich seine kleine Beaniemütze etwas tiefer ins Gesicht. Dann endlich tauchte der rote Citröen auf. Kaum das das Auto stand, riß Wilhelm die Tür auf und zog Simon fest in seine Arme. Perplex ließ er es geschehen, bis er seine Arme um den Prinz schlang "Wille, du erdrückst mich" beschwerte sich Simon, aber lächelte "Oh Entschuldige" Der Prinz nahm Abstand. Simon schaute ihn irritiert an "Wieso weinst du?!" Lachend wischte sich Wilhem die Tränen weg "Ich bin nur so froh das es dir gut geht"
Sich leicht die Lippen zukneifend schaute Simon mit geneigten Kopf zu ihm hoch "Böse auf mich?" "Und wie!" Wilhelm drückte ihn noch einmal fest an sich "Wie konntest du mich vergessen?" Simon zog eine zuckersüße Schmollschnute und Wilhelm mußte grinsen. Dann tat es Simon auch.
Händchen haltend liefen sie zum Auto zurück. Linda lächelte "Hey mein Schatz" "Hey Mama" Die beiden Jungs saßen jetzt zusammen auf der Rückbank. Sie konnte im Rückspiegel sehen, wie Simon sich an Wilhelm gekuschelt hatte und sie mit ihren fest in einander verschlungenen Händen spielten "Tut mir leid das ich so leichtsinnig war" "Das spielt alles keine Rolle mehr" seufzte Wilhelm und vergrub sein Gesicht in den schwarzen Locken "Kein Damals und kein Danach! Nur das Jetzt" Simon schnaufte kichernd und nickte "Ja!" Den Rest der Fahrt schaute er nur aus dem Fenster, den Kopf gegen Wilhelm's Schulter gelehnt.
Schon an der Haustür kam ihnen Sara entgegen, gefolgt von Ayub und Rosh, die ihren besten Freund umarmten "Du hast uns einen Riesenschrecken eingejagt!" "Ja Bro, wir haben uns echt Sorgen gemacht" "Mir geht's gut. Ich bin nur noch etwas schlapp, aber das ist wegen der Medikamente" lächelte er sein so typisches sonniges Lächeln und beruhigte seine Freunde damit. Sara kuschelte sich an ihn "Schön das es dir gut geht" Er lächelte, den Arm um ihre Schulter legend "Ich werde jedenfalls so schnell nicht wieder auf ein Pferd steigen" "Was genau ist denn eigentlich passiert?" fragte Rosh nach, da sie von Sara nur wage Berichterstattung erhalten hatte. Simon schaute auf den Boden "Wir wollten ein Wettrennen machen und ich bin den falschen Weg entlang geritten. Stjärnfall hat sich erschreckt und mich abgeworfen. Ich bin wohl mit meinem Kopf gegen einen Stein geknallt und dann war alles weg. Dann im Schloß ist mir ganz schwindlig geworden und ich bin umgekippt. Aufgewacht bin ich dann im Krankenhaus..." Er lehnte sich zurück, da er auf Wilhelm's Schoß sah, mit dem Rücken nun gegen seinen Oberkörper "...aber da konnte ich mich an nichts mehr erinnern..."
Wieder schaute er zu Boden. Drehte den Verlobungsring einmal herum und war den Tränen nahe "Ich hatte euch alle vergessen. Sogar Wille..."
Der Prinz stützte seinen Kopf auf Simon's Schulter und küßte ihn in den Nacken "Darüber reden wir später!" Zart errötete Simon und kniff die Lippen zusammen, um sein Grinsen zu unterdrücken.
Erleichtert, denn sie hatte sich ebenfalls Sorgen gemacht, umarmte Farima den gerade angekommenen Simon. Auch der Herzog und die Königin lächelten ihn an und waren froh, das dem neuen Familienmitglied nichts weiter geschehen war. Auf die Frage ob er an dem Abendessen teil nehmen wollte, schüttelte Simon den Kopf "Mir ist noch etwas schwindlig von den Medikamenten. Ich glaube, ich lege mich etwas schlafen" "Ja" nickte Kristina ihm zu "Ruh dich aus" "Danke" "Damit du schnell wieder zu Kräften kommst für das Bankett" lächelte Ludvig und schaute zu Wilhelm "Ihr habt ja dort einen großen Auftritt zusammen!" Irritiert schauten sich Simon und Wilhelm an "Auftritt?!" "Was für ein Auftritt?!" Sich geheimnisvoll anlächelnd verrieten dann Kristina und Ludvig die Neuigkeit "Es wurde beschlossen..." "...das Simon ein paar Lieder beim Bankett singen soll!" Simon drohte zusammen zu brechen und mußte kurz Luft holen "Was?" Wilhelm schlang seine Arme um die schlanke Taille "Das ist großartig. Mit deiner wunderschönen Stimme wirst du alle verzaubern" Er küßte ihn in den Nacken "So wie mich damals!" und strich mit der Nasenspitze hoch zu den ersten Kringellöcken. Simon kicherte da es ihn kitzelte und er eine leichte Gänsehaut bekam "Und was soll ich singen?" fragte er kleinlaut nach, da er es immer noch nicht glaubte. Kristina klappte die Hände zusammen
"Wir dachten an ein Lied bei dem dich Wilhelm auf dem Klavier begleiten kann. Du hast ja inzwischen eine kleine Liste mit Songs" "Hm" nickte Simon. Zu mehr war er im Moment nicht im Stande. Nachdem die Königin gegangen war, konnte sich Simon nicht mehr halten und war kurz davor auszuflippen "Oh... mein... Gott..." Kristina, die noch in Hörweite war, hörte ihm leise kreischen und lächelte. Es war für sie inzwischen ein schönes Gefühl zu hören, wie sehr Simon diese Unterstützung glücklich machte. Und was Simon zum strahlen brachte, machte auch Wilhem glücklich. Sie hielten sich in den Armen und Wilhelm wirbelte Simon herum "Mein kleiner Superstar" Simon's helles Lachen schallte im Gang.
Beim Abendessen beeilte sich Wilhelm, denn er wollte den verpaßten Abend mit Simon nun nachholen. Und ihm eine 'Lektion' erteilen, was das ihn vergessen anging. Das brachte ihn zum schmunzeln, was er einfach nicht abstellen konnte. Kaum hatte er den Teller geleert, schob er den Stuhl zur Seite "Bis Morgen" "Aber es gibt noch einen Nachtisch?!" schaute Ludvig ihm nach "Ich bin satt" rief er noch und verdoppelte die Schrittgeschwindigkeit. Vor der Zimmertür blieb er stehen. Zog sich die Krawatte ab und klopfte, sich noch einmal über die Lippen leckend vor Nervosität, an der weißen Flügeltür an. Er wußte ja nicht ob Simon nicht noch mehr Ruhe brauchte, oder den Abend mit ihm verbringen wollte "Simon?" Geduldig wartete Wilhelm auf Antwort. Doch es kam keine.
Vorsichtig drückte Wilhelm mit zitternder Hand die Klinke herunter. Er hatte gefühlte Steine im Magen. Ihm klopfte das Herz bis zum Hals, denn die letzte Erinnerung an einen solchen Moment, war halbwegs traumatisierend für ihn gewesen. Im Zimmer war es dunkel und still.
Nur das fahle Licht des Aquariums und plätschern der Pumpe, die angenehm summte, waren zu sehen und zu hören. Beruhigt, als der Prinz sah das sein Verlobter nur tief und fest auf seinem Bett, leicht zusammengerollt, schlief ließ ihn lächeln. Er setzte sich zu ihm. Spielte mit einer Locke, die Simon im Gesicht hing und streichelte seine Wange, um ihn ganz vorsichtig zu wecken. Er hörte ihn leicht schnaufen, doch Simon drehte sich nur zur Seite. Wilhelm schmunzelte "Ok, dann anders" und beugte sich zu ihm herunter, um ihn wach zu küssen.
Das schien funktioniert zu haben, denn Simon verzog ein knatschiges Gesicht, dann entspannten sich seine schönen Gesichtszüge und er schlug noch leicht blinzelnd die großen braunen Augen auf. Wilhelm hatte sich inzwischen vor ihn gehockt und die Arme auf dem Bett abgestützt, damit er ihm direkt ins Gesicht sehen konnte "Hey" flüsterte er dem noch verschlafenen Freund zu. Simon murrte und drehte sich weg. Wilhelm kletterte ins Bett und kitzelte ihn durch, was das grummelige Murren in ein helles Lachen verwandelte und Simon zu betteln anfing, das er aufhörte "Wille, hör auf jetzt. Ich bin kitzlig" "Deswegen ja!" "Du Blödmann!" "Wie hast du mich genannt? Na warte!" "Nein, ich nehm's zurück" flehte Simon nun fast aus der Puste "Wenn du jetzt nicht aufhörst, singe ich nicht meinen neuen Song vor" kicherte er, sich gegen die Kitzelei wehrend. Wilhelm stoppte und warf sich halbwegs neben ihn "Du hast einen neuen Song geschrieben?" "Ja... Im Krankenhaus. Willst du ihn hören?" Simon drehte sich auf den Bauch und vergrub das Gesicht in dem Kissen "Es wird eine Ballade"
Erwartungsvoll, denn dann klang seine Stimme besonders schön, legte sich Wilhelm hin und schloß die Augen. Simon konzentrierte sich und begann mit den ersten leisen Tönen
"Didn't mean to fall in love. But you were everything I'm not. You were everything I wanted..." Die entspannten Lippen des Prinzen wurden zum sanften Schmunzeln "We only had a couple days. But I saw heaven in your face. I wanna call you, and see you. Slowly, I see the Red Light..."
Simon traf wieder jedes einzelne Gefühl von damals mit den richtigen Worten. Dafür hatte er einfach ein sehr gutes Gespür "Feeling the fever from our love. I had to come back for the touch..." "Das ist wunderschön" flüsterte Wilhelm dazwischen und träumte sich weiter zurück in die Zeit, als er sich in Simon verliebt hatte. Dabei verlor er sich total und ihm liefen Tränen die Wangen entlang. Simon's Stimme und der Text berührten sein Herz so sehr.
Vor der Tür hatten die Angestellten gestoppt und hörten dem künftigem Prinzgemahl zu. Alle waren sich einig, das Simon wie ein Engel sang.
Da Simon momentan nur leichte Kost zu sich nahm, genügte ihm eine große Schüssel mit warmen Pudding, die Wilhelm ihm mitgebracht hatte, als er ins gemeinsame Zimmer kam, wo Simon sich gerade den Verband um die Rippen band, da er sich dort geprellt hatte und schonen sollte. Grinsend warf er sich auf die Bettdecke "Oh mein Gott" giggelte er "Du bist verrückt" Wilhelm zuckte die Schultern "Du sollst doch wieder richtig gesund werden, damit du beim Bankett dann singen kannst" "Danke Wille" Simon kuschelte sich an seine Schulter "Ich frage mich manchmal wie es wohl zwischen uns jetzt wäre, wenn das alles nicht passiert wäre..." "Ich weiß es nicht!" Der Prinz legte seine Arme um ihn "Aber eines weiß ich" strich eine Locke zur Seite "Ohne dich wäre mein Leben so leer!" Er schloß die Augen und schluckte hart "Vielleicht wäre ich auch gar nicht mehr am Leben..." Schnell stellte Simon die Schüssel auf den Tisch auf seiner Bettseite und drückte Wilhelm fest an sich.
Er wußte das diese dunklen Gedanken, auch den Prinz befallen hatten, nachdem sie sich getrennt hatten nach dem Interview und er ihm dann mit einer Nichts sagenden Affäre nur noch weh tun wollte. Simon küßte seine Stirn und seine Wange "Wille..." sprach er mit beruhigender Tonlage "Wenn ich es könnte, dann würde ich die Zeit zurück drehen. Ich würde alles rückgängig machen und versuchen dich besser zu verstehen. Aber das kann ich nicht und das tut mir so sehr leid" "Damals..." flüsterte Wilhelm etwas kleinlaut "Also nach dem Wettbewerb... Es war nicht mehr wichtig das wir verloren hatten, nachdem ich dich ..." Er konnte nicht weiter sprechen, da Simon ihm den Mund mit der flachen Hand verdeckte und den Kopf schüttelte. Wilhelm verstumme, mit Blick in Simon's Augen, in denen sich Tränen zu sammeln begannen "Nicht" schüttelte er noch einmal den Kopf und kletterte jetzt auf Wilhelm's Schoß "Versauen wir uns nicht den Abend mit Dingen, die man nicht mehr ändern kann, sondern einfach nur hinter sich lassen!" Der Prinz nickte ihm zu und Simon beugte sich nach unten.
Wilhelm's Hand fuhr sanft in seinen Nacken und sie sahen sich tief in die Augen. Zuerst zaghaft, dann immer inniger küßten sie sich. Kichernd, die Arme fest um seine schlanke Hüfte geschlungen, hob Wilhelm seinen süßen Verlobten von sich herunter und legte sich dafür mit ihm, ohne den Kuß zu unterbrechend, auf das Bett. Simon's Fingerspitzen fuhren durch die blonden Haare des Prinzen, so wie er es immer tat. Und Wilhelm's Finger krochen spielerisch unter Simon's Hemd, was er leise seufzend kommentierte. Er hörte Wilhelm's Stimme in seinem Ohr "Heute Nacht werde ich dafür sorgen, das du mich nie wieder auch nur für eine Sekunde lang vergisst!" Die Augen geschlossen haltend, wollte Simon fragen, was er damit meinte und spürte es im nächsten Moment. Er giggelte und leckte sich über die Lippen, da sie ausgetrocknet waren, vom rumknutschen. Wilhelm murrte kurz "Klappe Simon!" und beschäftigte sich weiter damit ihm ein unvergeßliches Erlebnis zu schenken.
Um den großen Tisch saßen die Königin, Jan-Olof, Farima und Minou versammelt und besprachen das große Bankett, das in 3 Tagen stattfinden sollte. Dabei kam das Thema Simon und sein kleines Konzert zur Ansprache. Farima tippte etwas in ihr Tablet und schrieb mit Minou zusammen den Sitzplan für die Gäste "Ich würde sagen das die Königin von Dänemark hier Platz nimmt und der König und die Königin von Belgien hier" zeigte sie auf das erstellte Model "Kronprinz Wilhelm mit Simon hier" Minou nickte es ab. Jan-Olof schnaufte tief "Hoffentlich hat sich der künftige Prinzgemahl bis dahin wieder vollständig erholt" "Ja, das hoffen wir alle, sonst müssen wir alles umwerfen" seufzte auch Farima. Sie hatte Simon in der Zeit, die sie ihn jetzt kannte sehr lieb gewonnen. Ungefähr wie der Rest der Schloßbewohner und Bediensteten.
Leise rauschte der Regenschauer an der Scheibe des Fensters in Wilhelm's Schlafzimmer herunter. Das Wetter wechselte zwischen Regen und Schneefall hin und her. Die Kälte außen, war in dem Zimmer aber nicht spürbar. Wilhelm's Kopf ruhte auf Simon's Brust, wo er seinem Herzschlag lauschen konnte. Den Arm in seinen Nacken geschoben und seine Fingerspitzen in den weichen Locken versteckt. Simon's Arm strich Wilhelm's Nacken, den Rücken und den Arm entlang. Beide waren gerade seelig vor Glück "Geht es dir gut, Simon?" "Hmmm. Dir?" "Ja!"
Kurz verkniffen sie sich das Lachen, als sie sich ansahen und kicherten dann los. Schauten einander wieder in die Augen und küßten sich, bis Simon den Kuß unterbrach "Hm, mir ist gerade eine neue Textzeile eingefallen" "Erzähl sie mir" hauchte der Prinz ihm entgegen, während seine Nasenspitze den Halsbereich nach oben strich "Ich möchte es hören" Simon kniff die Lippen zusammen "Ok" und räusperte sich noch einmal, da es ihm leicht peinlich war, so intime Worte in einem Song zu haben "In your arms, every night I found happiness. And then you bring me to heaven!" sang er leise in einer sanften Tonlage und einer Ballade würdig. Wilhelm grinste "Das ist schön. Wirst du es veröffentlichen?" Simon sprang in die aufrechte Sitzposition ""Bist du verrückt? Jan-Olof reißt mir den Kopf ab!" Wilhelm begann laut zu giggeln.
Er drückte den Kopf gegen Simon's Schulter und sah ihn dann an. Strich eine Locke, die ihm etwas klamm an der noch leich verschwitzen Haut klebte, zur Seite "Das denkst du also?!" Simon errötete und versteckte sich unter der Bettdecke. Wilhelm kitzelte ihn und hörte ihn lachen, doch es war Simon immer noch sehr peinlich, ausgesprochen zu haben, wie er den Sex mit seinem Prinz empfand. Wilhelm zog die Decke zur Seite, um ihn wieder hervor zu bekommen. Simon's Locken waren wild durch einander gewuschelt und sein Gesicht rot vom Lachen "Gefunden!" grinste Wilhelm und beugte sich über ihn "Warum so rot? Das waren sehr schöne Worte" Mit verliebt, sanftem Blick blinzelte Simon nur und wurde von Wilhelm dann durch gekitzelt, das er wieder lachte. Wilhelm drückte ihn nach dem innigen Kuß fest an sich "Ich liiieeebe es wenn du singst, aber noch mehr, wenn du lachst" Simon kuschelte sich an ihn "Ich singe immer nur für dich, Wille" "Ich weiß" Sie legten sich küssend in ihr Bett zurück und genossen eine schöne Nacht mit einander.
Schon sehr früh am Morgen des Weihnachtstages wurden sie geweckt. Man schmiß sie regelrecht aus dem Bett. Total verschlafen rieb sich Simon die Augen "Ist was passiert?" "Hop Hop anziehen!" befahl Jan-Olof, in die Hände klatschend den beiden, die wie Kinder die nicht in die Schule wollten, aussahen "Wir haben heute noch viel vorzubereiten! Unter anderen muß der Kronprinz das Klavierstück einüben das wir für das Bankett vorgesehen haben!" "Was?" "Ich sage es nicht noch einmal! Anziehen und dann mit kommen!" Simon und Wilhelm sahen sich immer noch an, als wären sie im falschen Film. Die Tür war wieder zugezogen worden "Heute ist Weihnachten" flüsterte Simon und wurde sanft umarmt "Unser erstes gemeinsames Weihnachten!" Sie küßten sich und liefen Händchen haltend, nur je in Jogginghosen und Simon in seinem ikonischem lilafarbenen Hoddie, während Wilhelm seinen Hillerska Hoddie trug, zum Musikzimmer wo Simon staunend vor einem schneeweißen Flügel stand "Der ist wunderschön" Ein leichtes Schmunzeln war auf Herzog Ludvig's Lippen zu sehen, als er das Zimmer betrat "Wille hat darauf spielen gelernt" Das bestätigte der Prinz mit einem Nicken "Erik hat immer darauf gespielt und ich habe ihm zugehört" sprach er mit leicht wehmütigem Lächeln "Dann wollte ich es auch lernen. Nur Cello spielen habe ich gehasst" Ludvig lachte.
Wilhelm drehte sich zu Simon "Du weißt ja, man mußte ich dorthin schleifen" "Ich hatte an dieses Lied gedacht" unterbrach Jan-Olof die Erinnerungen und reichte Wilhelm die Noten für Simon's Lied "Breathe" das er am Klavier begleiten sollte "Dieses Lied ist sanft, ruhig und Simon's Stimme kommt dabei gut zur Geltung" Er drehte sich um und bekam eine kleine längliche Box überreicht "Und für Simon.." öffnte die Box "...haben wir ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk!" Der Junge kreischte leise auf und warf sich schnell die Hände vor den Mund. Königin Kristina, die nun zu ihnen gestoßen war, lächelte "Dann gefällt es dir?!" Ungläubig hielt Simon ein silbernes sehr professionelles Drahtloses Mikrophon mit einem lilafarbenen SIMON Schriftzug in funkelndem Glitter in der Hand "Oh mein Gott. Ist das wirklich für mich?" fragte er in die Runde und hatte Tränen in den Augen. Er lief dann zu seiner künftigen Schwiegermutter und verbeugte sich leicht "Vielen herzlichen Dank Eure Majestät" "Nein, das war Wilhelm's Idee" klärte sie auf "Wir haben ein anderes Geschenk für dich, das du aber erst heute Abend bekommst" lächelte das königliche Paar und Simon nickte "Trotzdem, Dankeschön" Dann drehte er sich, machte einem großen Schritt und fiel seinem Verlobten um den Hals "Danke Danke Danke" Wilhelm grinste breit "Simon, du wirfst mich fast um" In seiner Euphorie gab Simon ihm einen dicken Kuß auf die Wange. Sogar Jan-Olof mußte schmunzeln, ehe er zur Ordnung rief "Nun dann können wir ja mit den Proben beginnen!"
In Schweden hatte man heute das große Glück weiße Weihnachten zu erleben, denn seit Stunden fielen große Flocken und verwandelten das alte Barockschloß wie im Märchen 'Die Schneekönigin' in einen winterlichen Palast. Mit Herzklopfen, da er dieses Mal nicht allein war, schaute Wilhelm zu Simon, der mit melancholischem Blick durch das Fensterglas hindurch schaute. Er dachte an seine Familie und Freunde, mit denen er jetzt zusammen sitzen und Karten spielen würde, während er auf die Bescherung wartete "Simon?" rief Wilhelm leise und stand von seinem Bett auf und umschlang ihn, wie er es am liebsten tat, mit Griff um die schlanke Taille "Woran denkst du, hm?" Der Prinz stützte erst den Kopf auf Simon's Schulter, küßte ihn in den Nacken und schmiegte sich dann ihn "Was ist los?" "Vor 2 Jahren hatten wir das wohl schrecklichste Weihnachten unseres Lebens... und letztes Jahr haben wir noch nicht zusammen gefeiert gehabt" Simon seufzte, denn Wilhelm's Griff wurde fester "Das ist unser erstes Weihnachten zusammen" Simon streichelte über Wilhelm's Arme "Und ich hätte beinahe alles ruiniert!" schaute zu Boden, drehte sich dann um und lächelte "Fuck, ausgerechnet jetzt kriege ich diese scheiß Depressionen" "Ich bin heute auch traurig..." gestand Wilhelm "Das erste Mal ohne Erik war sehr schwer, aber dieses Mal habe ich dafür Dich!" küßte seine Wange "Und ohne dich würde ich das hier nicht schaffen!" "Ich weiß" Simon lehnte den Kopf zurück, das er in den Nacken gestützt lag, da Wilhelm größer als er war.
Es klopfte an der Tür "Kronprinz? Simon?" fragte Farima durch die geschlossene Flügeltür "Ihr werdet im großen Saal erwartet" "Danke Farima" "Gern" Die beiden sahen sich an und lächelten "Bereit für die Bescherung?" "Ich bin aufgeregt, weil deine Mutter meinte, das sie ein Geschenk für mich hat" schwitzte Simon leicht und wedelte mit den Händen "Ich hyperventiliere gleich" Wilhelm nahm seine Hand "Ich weiß es und du wirst dich sehr darüber freuen!"
Staunend stand Simon vor dem riesigem Baum mit all den bunten Lichtern und dem Glanz. Er fühlte sich wie damals, als er zum Ersten einen prächtig geschmückten Weihnachtsbaum gesehen hatte und sich die blinkenden Lämpchen in seinen großen Schokoladenbraunen Kulleraugen wieder gespiegelt hatten. Zum Ersten Mal sah er nun auch den festlich geschmückten Raum. Je näher sie zu dem kleinen Tisch kamen, desto deutlicher konnte er auf ein paar Geschenken seinen eigenen Namen lesen. Eines sprang ihm besonders ins Auge. Es war ein sehr großer, beinahe quadratischer Karton. Wilhelm kniff die Lippen zusammen, da er es schon ahnte und es kaum erwarten konnte, ihn darin dann zum Bankett morgen zu sehen. Das Glöckchen erklang und die beiden durften ihre Geschenke nun auspacken.
Ganz vorsichtig, da er nicht zu aufgeregt erscheinen wollte, öffnete Simon den großen Karton zuerst. Wilhelm's Grinsen war Bestätigung genug, das er Recht gehabt hatte. Simon zog einen schwarzen Anzug aus feinstem Samt mit zarten silbernen Applikationen heraus. Dazu eine weiße Schärpe und ein weißes Hemd aus Seide. Wilhelm lehnte sich zu ihm herüber "Dein Festanzug für Morgen!" "Mein Was?" fragte Simon immer noch ungläubig darüber wie schön dieser Anzug war "Aber ich hab doch schon eine Uniform?!" Wilhelm kicherte leise und gab ihm einen Kuß auf die Wange "Das, was du zu deinem Geburtstag bekommen hast ist deine offizielle Prinzgemahl Uniform, die du auf Banketten außerhalb des Schlosses trägst. Das hier ist für Anlässe im Schloß! Wie eben morgen, wenn wir die Gastgeber sind!" erklärte er seinem Verlobten mit einem glücklichem Lächeln auf den Lippen "Ich werde morgen auch meinen Anzug tragen. Nur meine Schärpe ist blau!" "Und hat das eine besondere Bedeutung?" Wieder mußte Wilhelm leise lachen "Ja, aber das lernst du noch im Unterricht, wenn du alles über die Entstehung unserer Familie erfährst. Simon nickte sich selbst zu und bekam von Wilhelm ein kleines Päckchen überreicht "Das hier ist von Felice!" "Ok?!" Überrascht zog Simon die kleine Schleife aus einander. Der Inhalt ließ ihn grinsen und er zog einen Gutschein für einen SPA Tag heraus.
Jenes SPA mit dem er sich noch kürzlich mit ihr unterhalten hatte. Als Datum war der 11. Februar des nächsten Jahres angeben "Damit mein ohnehin so schöner baldiger Prinzgemahl sich noch einmal so richtig verwöhnen lassen kann" Simon kniff die Lippen zusammen und legte den kleinen Umschlag wieder in das Päckchen "Sag ihr vielen lieben Dank, wenn du sie siehst oder mit ihr telefonierst" "Mach ich" versprach er und überreichte ihm nun den A4 Umschlag, den die Königin vorhin erst hingestellt hatte "Das ist von meiner Mutter!" Etwas zitternd nahm Simon den Umschlag an "Danke" Er schaute leicht über die Schulter, zur Königin, die schon gespannt die Hände gefaltet hielt. Die großen braunen Augen des 18 Jährigen waren weit aufgerissen. Dann ließ er den Umschlag fallen, hielt sich die Hände vor das Gesicht und brach in Tränen aus. Wilhelm hob den Umschlag auf und fiel Simon um den Hals "Herzlichen Glückwunsch" Die beiden darin befundenen Foto's, die nun heraus gezogen worden waren, zeigten die Probecover für Simon's bald erscheinendes Erstes Album. Simon wischte sich die Tränen weg und lächelte
"Oh mein Gott... Das ist ein Traum, oder?" "Wir freuen uns dich bald auf der Bühne zu sehen bei deinem Ersten Konzert" applaudierte Ludvig und reichte Simon die Hand.
Überwältigt noch von dieser Überraschung stand Simon vor seiner künftigen Schwiegermutter, die einfach nicht aufhören konnte zu lächeln, da Simon's glückliches Strahlen einfach nichts anderes zuließ, während sie Hände schüttelten. Kristina legte ihre Hand sanft an Simon's Wange "Und morgen beim Bankett wirst du sie alle umhauen!" "Ja" nickte Simon und wurde umarmt "Ich bin so froh dich bald ganz offiziell in unserer Familie begrüßen zu können" "Danke" Simon wischte sich die Tränen weg, doch sie kullerten unaufhörlich. So glücklich hatte er sich in diesem Schloss, das nun sein Zuhause war, bisher noch nie gefühlt. Seine großen Träume waren nun zum greifen nah und in knappen 2 Monaten würden er und Wilhelm heiraten. Damit würde sich sein Leben zwar komplett ändern, doch er konnte seine neue Position in der Öffentlichkeit auch für gute Zwecke nutzen. Wilhelm lachte auf als er Simon's Geschenk auspackte. Ein sehr niedlicher Plüschfrosch mit Krone auf dem Kopf. Er saß auf einer Schatulle, die man mit einem Druck auf die Krone öffnen konnte. Darin lag ein Armband von CARTIER, silber mit einem Herz Anhänger daran. Kein Name war darin eingraviert, sondern die Textzeile IT TAKES A FOOL TO REMAIN SANE was Wilhelm zum schniefen brachte. Er gab Simon einen Kuß, ohne Beachtung das das Personal um sie herum standen.
Kurz nach Mitternacht verabschiedeten sich nun auch der Herzog und die Königin von dem Paar "Schlaft gut und bleibt nicht mehr zu lange wach. Heute ist das große Bankett und da muß Simon ganz besonders glänzen mit seiner besonderen Ausstrahlung" mahnte Kristina an.
Simon nickte ihr zu und Wilhelm verabschiedete seine Eltern "Ja, ihr auch! Schlaft gut" "Bis zum Frühstück!" winkte Ludvig.
Glücklich lächelnd hielt Simon die beiden Fotos, die das Cover und Rückcover seines eigenen Albums zeigten in den Händen "Es fühlt sich immer noch so unwirklich, wie ein Traum an" "Ich kann es kaum erwarten zu sehen wie dein Album ankommt und ich werde natürlich der Erste sein, der zu deinem Ersten großen Konzert kommt!" Beide hielten sich fest in den Armen, versuchend ihre Tränen der Freude und Rührung zu unterdrücken. Wilhelm umschlang Simon's schlanke Taille "Danke für das wunderschöne Weihnachten, das ich mit dir verbringen durfte" "Gern geschehen Wille" Simon neigte den Kopf nach hinten, während sich Wilhelm zu ihm herunter beugte.
Weiter entfernt lief eine der Bediensteten über den Flur und sah wie sich Kronprinz und künftiger Pringemahl, küssend gegenseitig in ihr gemeinsames Zimmer zerrten, dabei kicherten und einfach nur 2 Verliebte junge Menschen waren "Gute Nacht" rief Wilhelm und lachte dann, weil Simon es sich verkniff und erst loslachte, als sie die Tür hinter sich schlossen.
Mit verliebtem Blick, wie damals als er ihn zum Ersten Mal nach dem aufwachen erblickt hatte, streichelte Wilhelm seinem Verlobten durch die pechschwarzen großen weichen Locken "Sie müssen dich einfach mögen! Etwas anderes ist ausgeschlossen!" flüsterte er, während er mit einer Locke spielte, die er sich um den Finger gewickelt hatte "Du bist schön. Du bist edel. Du bist ein herab gestiegener Engel" schwärmte der Prinz, ohne zu merken, das Simon langsam aufwachte "Und du singst mit einer so klaren glockenhellen Stimme, das du einfach jeden damit verzaubern wirst" "So wie dich?" murrte Simon leise und öffnete die Augen "Du warst ja hin und weg" "Das lag aber nicht nur an deiner Stimme!" neckte Wilhelm ihn, stupste seine Nase mit der eigenen an "Ich war auch von dir ganz hingerissen" "Das hab ich gemerkt bei deiner Einstandsparty" grinste Simon "Du konntest kaum mit mir reden, ohne knallrot zu werden" "Gar nicht wahr" Wilhelm griff blitzschnell unter die Decke und erwischte Simon's Taille um ihn durchzukitzeln. Sein Giggeln war bis auf den Flur zu hören.
Beim Frühstück versuchten sie sich nichts anmerken zu lassen, doch ihr Grinsen schafften sie nur zu unterdrücken, wenn sie die Lippen zusammenkniffen. Die Bediensteten gossen der königlichen Familie je ein Glas Orangensaft ein und servierten den Ersten Gang.
Eine Schale mit noch dampfenden und duftenden Brötchen oder noch warmen Vollkornbrot. Jeder konnte sich von dem Tablett nehmen, was er wollte. Dazu gab ein kleine Schälchen mit verschiedenen Marmeladen oder Konfitüren. Honig oder Obststücken. Danach ging ein 2. Tablett herum, auf dem frisch gekochte Eier, Käse, verschiedene Wurstsorten oder auch klein geschnittenes Gemüse wie Karotten, Gurken und Schnittlauch für Toppings. Für Simon brachte man eine kleine Schüssel Cornflakes mit Milch zusätzlich, was ihn immer wieder zum schmunzeln brachte "Dankeschön" nickte er und bekam von Kristina ein liebevolles Lächeln, die seit dem Eklat damals, nun alles dafür tat, das sich ihr baldiger Schwiegersohn hier wohlfühlte "Guten Appetit" stimmte sie ein. Wilhelm köpfte sein perfekt weich gekochtes Ei und schaute zu Simon. Er aß genüßlich seine Cornflakes.
Nach dem Frühstück spürte Simon die Nervosität immer stärker. Wilhelm lief mit ihm zum Musikzimmer "Setz dich" und begann an dem Flügel zu spielen, um ihm zu zeigen, das es keinen Grund gab Angst vor dem Auftritt zu haben. Leise stimmte Simon in einen Song ein.
Die Angestellten blieben auf dem Flur stehen. Manche rieben sich die Arme, um die eingetretene Gänsehaut weg zu streichen "Simon's Stimme ist einfach nur wow" schwärmten die weiblichen Bediensteten "Ich bin auf sein kleines Konzert heute Abend gespannt"
Eines der jüngeren Mädchen hatte es gewagt einen Blick in das Musikzimmer zu werfen, da die Tür nur einen Spalt offen stand. Sie sah wie Simon das Mikrophon, das er geschenk bekommen hatte, in der Hand hielt, während Wilhelm am Flügel saß und einen Song mit Simon abstimmte "Willst du es versuchen?" fragte er und Simon nickte. Er atmete tief durch und schloß die Augen und sang eine langsamere Version seines ersten Hitsongs "If I die in your arms, wouldn't care about heaven at all. Until my times up, I swear I'll try my best to not sabotage this"
Die Faszination wurde unterbrochen, als ein tiefes Räuspern hinter der jungen Frau erklang. Jan-Olof schnaufte "Haben Sie nichts zu tun?" murrte er "Die Ersten Gäste treffen bald ein und es gibt noch jede Menge vorzubereiten, für das Bankett heute Abend" "Jawohl" knickste sie "Es ist nur..." Sie schaute noch einmal zu Simon "Die Stimme des Prinzgemahl ist so bezaubernd schön" Dem konnte der mürrische Mann nichts entgegen setzen "In der Tat! Lassen wir uns hoffen das das die anderen Hoheiten genauso sehen!" Schnell huschte die Angestellte dann davon.
Um noch einmal auf Nummer sicher zu gehen, hatte Jan-Olof eine Kontrollunterrichtsstunde für Simon einberufen. Etwas gelangweilt, da es für ihn keinen Grund gab, alles noch einmal zu wiederholen, versuchte er dem strengen Mentor gerecht zu werden und wiederholte alle gelernten Lektionen "Man schneidet nur minimale Stücke. Man trinkt nur nippend in kleinen Schlucken. Suppe löffelt man nur in sehr geringer Menge. Dazugereichtes Brot dippt man nur sanft ein. Dessert's wie Kuchen oder Eiscreme ißt man mit einer Gabel bzw. einer Löffelspitze" "Gut" nickte der sonst so dauergrummelige Mann zufrieden "Sehr schön" Simon schmunzelte stolz. Am meisten auf sich selbst.
Schnell war es Abend geworden und Simon kämpfte jetzt mit Lampenfieber. Vor dem Spiegel stehend, zupfte er seinen neuen Anzug zurecht. Dieses Mal, zum Ersten Mal überhaupt durfte er die Schärpe umlegen und würde seinen offiziellen Titel benutzen dürfen. Wilhelm klopfte an die angelehnte Tür "Bist du fertig?" Kurz stockte ihm der Atem. Der Anzug paßte wie angegossen und ließ Simon noch edler erscheinen, als ohnehin schon, denn er durfte ein dezentes Make up benutzen und trug auch kleine silberne Creolen, mit je einer Reihe Diamanten "Wow Simon. Du siehst richtig toll aus" "Danke" Etwas zitternd schmiegte sich Simon in Wilhelm's Arme "Ich bin so aufgeregt" "Du schaffst das!" machte der Prinz seinem Verlobten Mut "Ich bin ja bei den Songs bei dir" Simon nickte ihm zu und beide wunderten sich über die etwas aufgebrachte Stimmung, die plötzlich im Schloß zu hören war. Einige der Gäste waren eingetroffen und ein Königspaar hatte seine beiden, noch sehr kleinen Kinder mitgebracht. Diese fingen an sich gegenseitig auf dem langen Flur zu fangen und kreischten fröhlich.
Sie rannten jetzt bis zu Simon's Zimmer, da seine Tür offen stand. Er und Wilhelm wollten sich gerade küssen und drehten sich zeitgleich um, als sie die beiden kleinen Hoheiten nun vor sich stehen hatten. Die kleine Prinzessin, höchstens 7 Jahre alt, kreischte sofort los "Iiieeeehhh" und plapperte nach, was man ihr eingeredet hatte "Jungs küssen keine Jungs! Das dürfen nur Mädchen!" Simon kniff kurz die Lippen zusammen, um nicht lachen zu müssen und hockte sich auf Augenhöhe zu der Prinzessin herunter "Es ist völlig in Ordnung wenn Jungs auch mal Jungs küssen. Auch Mädchen dürfen Mädchen küssen. Es geht dabei darum das man die Person sehr gern hat und da spielt es keine Rolle, ob Junge oder Mädchen" sprach er ganz sanft mit ihr "Jeder darf küssen wen er will!" "Dann küss mich" forderte die Kleine frech und hielt ihm ihre Wange hin. Wilhelm konnte jetzt nicht mehr und lachte laut auf. Simon zuckte die Schultern "Ok" und gab der belgischen Thronfolgerin einen Kuß auf die Wange. Sie kicherte jetzt "Der Prinz hat mich geküsst" "Ähm nein, ich bin nicht der Prinz!" klärte Simon das Mißverständnis auf und zeigte auf Wilhelm "Das hier ist der Kronprinz!" Sich leicht weg drehend, weil er immer noch kichern mußte, schaute das Mädchen jetzt zu Wilhelm "Krieg ich dann auch einen Kuß vor dir?" Simon verbiss sich das Lachen und Wilhelm erfüllte ihr den Wunsch "Die Andere!" zeigte das Mädchen auf die Wange, die sie ihm hinhielt.
Der kleinere Bruder der Kronprinzessin stand mit großen Augen vor den schönen bunten Fischen in Simon's Aquarium. Simon hockte sich neben den Prinz, der gerade erst 4 Jahre alt geworden war "Gefallen sie dir?" Mehr außer einem schüchternem Nicken bekam Simon aber nicht als Antwort. Er lächelte und zeigte auf einen besonders schönen bunten Fisch "Der da ist mein Lieblingsfisch. Er schillert in allen Farben des Regenbogens" "Die sind schön" stimmte die Prinzessin zu "Wir haben auch Fische im Garten" erklärte sie und zeigte mit den Händen an "Die sind aber sooo groß" um Simon zu beeindrucken "Die schwimmen im See rum"
Wieder grinste Wilhelm und konnte sich kaum halten "Ich glaube du hast jetzt eine neue Vereherin, Simon" Das Mädchen drehte sich um "Du heißt Simon?" "Ja" "Ich bin Isabell" und reichte ihm die Hand "Es freut mich Prinzes---" "Kron!" flüsterte Wilhelm und Simon berichtigte sich "---Kronprinzessin Isabell. Mein Name ist Simon Eriksson" "Isabell?" wurde plötzlich vorsichtig gefragt und die noch junge momentan amtierende Königin schaute in das Zimmer "Ach hier bist du. Wo ist den Bruder?" Dann entdeckte sie vor dem Aquarium stehend "Gut, ihr seid beide hier" Sie schaute auf "Hallo Wilhelm. Wow bist du groß geworden" lächelte sie und musterte dann Simon "Und dieser junge Mann muß der heimliche Star des Abend sein" Simon nickte. Die Prinzessin nahm ihre beiden quirlligen Kinder bei den Händen "Entschuldigt die Störung. Bis später" verabschiedete sie sich und schimpfte die Tochter dann aus "Du sollst doch nicht fremde Zimmer gehen!" "Simon ist sehr nett und hat schöne Augen. Ich heirate ihn wenn ich groß bin!" quasselte sie und brachte ihre Mutter zum leisen Lachen.
Die Gäste, die Platz nahmen an der großen Tafel, nachdem sie der Sitzordnung nach ihre Namenschilder gefunden hatten, staunten als der große Flügel hereingerollt wurde "Ich habe gehört es soll heute ein Konzert geben" flüsterte der norwegische Kronprinz mit der dänischen Königin, die ihre beiden Töchter neben sich sitzen hatte. Amalie, die Kronprinzessin war 17 Jahre alt. Ihre jüngere Schwester, Elenore war 14 und im schlimmsten Teenageralter. Sie fieberte nur einem heute entgegen: Simon zu sehen und vielleicht mit ihm zu reden. Der Skandal vor nun 2 Jahren hatte sie zum Fan des schönen Lockenkopfes werden lassen.
Sofort mischte sich das Mädchen auch in die Unterhaltung "Ja Simon Eriksson wird heute singen" "Elli!" ermahnte die ältere Schwester sie "Du nervst! Dein so heißgeliebter Simon ist SCHWUL!" zischte sie "Wann geht das endlich in deinen Kopf rein?!" und brachte ihre Schwester damit zum schmollen. Mit verschränkten Armen, wie ein trotziges Kind, saß sie nun am Tisch. Die Türen auf der anderen Seite des Saales öffneten sich. Alle schauten gespannt auf, doch nur Königin Kristina und Herzog Ludvig traten über die Türschwelle "Guten Abend meine lieben Gäste und Willkommen bei unserem Alljährlichem Weihnachts-Bankett" begrüßte sie die Runde. Hinter ihnen tauchte der frisch ernannte Herzog von Arnes, August auf. Er begrüßte sehr zurück haltend die Anwesenden Hoheiten und setzte sich. Gelangweilt lehnte sich Prinzessin Elenore zurück "Wo bleibt Simon?!" "Reiß dich jetzt zusammen!" ermahnte nun auch die Königin ihre rotzige Tochter "Sonst lasse ich dich nach Hause eskortieren!" Im nächsten Moment öffneten sich die Türen erneut und der Bedienstete kündigte an, wer gerade eintrat "Seine königliche Hoheit, Kronprinz Wilhelm ..." räusperte sich kurz und fuhr fort "... mit seinem Verlobten und seine künftige Hoheit, Prinzgemahl Simon Eriksson!"
Wie er es gelernt hatte, lief Simon einen Schritt hinter Wilhelm "Guten Abend" verneigte sich der Prinz im typischen Stil. Eine Hand auf dem Rücken, die andere in Hüfthöhe und einer leichten Verbeugung "Es freut mich sehr das sie alle heute erschienen sind" Wilhelm schaute neben sich. Simon wirkte sehr gefasst, doch innerlich zitterte er und suchte kurz den Blickkontakt mit seinem Verlobten. Dann atmete er leicht durch "Guten Abend" und tat es Wilhelm gleich.
Leonore griff den Ärmel ihrer Schwester "Oh mein Gott" flüsterte sie und drohte gleich zu hyperventilieren "In Echt sieht er ja noch viel schöner aus, als auf den Fotos oder in den Musikvideos" "Ja da stimm ich dir zu, aber du siehst es ja nun selbst!" nickte Amalie in Richtung der beiden, als Simon sich nun bei Wilhelm eingehakt hatte und sie zusammen zu ihrem Platz schritten. Von nun an beobachtete Wilhelm jeden Blick zu Simon oder jedes Tuscheln. Die meisten beäugten Simon nur. Nach der Vorspeise, einer wärmenden Suppe mit gerösteten Minibaguette Scheiben zum dippen, stand Kristina auf und erhob ihr Glas "Wie ihr alle schon mit bekommen habt, haben wir demnächst eine neues Familienmitglied in unserer Mitte. Wir freuen uns schon sehr darauf Simon bald offiziell in der königlichen Familie willkommen zu heißen" Sie schaute zu ihm "Auf dich lieber Simon! Auf dich mein lieber Wilhelm! Auf euch beide und eure gemeinsame Zukunft!" "Auf den Kronprinz und den Prinzgemahl!" stimmte Ludvig mit ein.
Die Runde hob die Gläser und salutierte, wie vorgegeben. Wilhelm stand auf und bedankte sich. Simon tat es ihm gleich. Das war das Stichwort, auf das die beiden hingearbeitet hatten "Wir möchten für Euch ein kleines Konzert geben" lächelte Wilhelm in die Runde "Ich werde am Klavier spielen und Simon wird singen" Sie liefen zu dem Flügel und Simon nahm sein schon bereit gelegtes Mikrophon aus dem Karton. Bekam die angefertigten In-Ear's, die jeder Live Sänger trug, um sein Gehör zu schützen. Der Sänger selbst konnte dadurch seine eigene Stimme und Musik klar und deutlich hören, ohne der Lautstärke ausgesetzt zu sein. Steckte sich den dazu gehörenden Empfänger an und schaltete das Mikrophon ein "Könnt ihr mich hören?" fragte er und die Runde nickte entweder oder antwortete mit einem verhaltenem "Ja" als Bestätigung. Noch einmal atmete Simon tief ein und aus. Schaute zu Wilhelm für das Startzeichen. Simon nickte ihm zu und die ersten sanften Töne auf dem Klavier erklangen.
Simon sang sich mit einem warmen Ton ein bevor er mit dem Song begann "I'll do it on a thousand times to call you home. I will never lie about this, ain't no joke. You're cutting through the silence with a perfect tone. If you break, then I break, we're not made of stone..."
Prinzessin Elenore wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und biß in ihre Serviette "Oh mein Gott ausgerechnet 'Breathe' ist der Song den er singt" Mutter und Schwester sahen sie schief an, doch mußten zugeben, das Simon's Stimme sehr warm, sanft und einfach nur wunderschön klar war. Elenore sang jedes Wort mit und bekam, als Simon es bemerkte, ein Lächeln von ihm "I can't breathe on my own"
Nach der letzten Note die Wilhelm im perfekten Einklang gespielt hatte, senkte Simon den Kopf. Er schloß die Augen. Sein Herz hämmerte wild. Er konnte sein Blut in den Ohren rauschen hören, so still war es. Er bettelte in dieser Stille um Erlösung und hörte plötzlich Applause. Jubelnd war Elenore aufgesprungen "Simon du bist einfach wundervoll" klatschte sie am lautesten. Das brachte ihn zum schmunzeln und dann zum strahlen. Er verneigte sich erleichtert. Hatte sogar kleine Tränchen in den Augenwinkeln. Die dänische Königin zog ihre Tochter peinlich berührt auf den Stuhl zurück "Benimm dich!" "Wir hätten sie zu Hause lassen sollen!" seufzte die Kronprinzessin. Wilhelm legte seine Hand an Simon's Taille und beugte sich leicht zu ihm herüber "Sieht so aus als hättest du schon einen neuen royalen Fan gewonnen" "Ja" lachte Simon jetzt sehr erleichtert und ging zurück in Pose für den nächsten Song. Auch Wilhelm saß wieder auf dem Hocker und wartete auf den Einsatz.
Wieder voll auf den Song konzentriert und auf Wilhelm's Spiel erklangen die ersten Töne, eines besonderen Song's, den Kristina sich gewünscht hatte. Sie liebte den originalen Musicalssong 'Höj ett Glas' und Simon's Version war perfekt für seine Engelsgleiche Stimme. In den höheren Tönen konnte er seine Stimmfarbe richtig ausleben. Da er nun, statt wie vorher in der weltweiten englischen Sprache, das Lied auf schwedisch sang, hatte er nun endgültig auch bei den Skandinavischen Hoheiten gepunktet. Die Runde applaudierte. Mit einem spürbarem Gebirge, das beiden von Herzen gefallen war, lief das Paar nun Händchenhaltend zu den Plätzen zurück "Vielen Dank" wiederholte Simon, schon fast in Tränen ausbrechend "Es freut mich sehr das es Ihnen gefallen hat" Königin Kristina umarmte ihn "Das hast du ganz wunderbar gemacht" "Vielen Dank Majestät"
Mit Blick zur Seite hörte Wilhelm als er durch den Saal nach dem Bankett lief zu, was die Hoheiten tuschelten "Was für eine außergewöhnliche Stimme" "Aus dem Jungen könnte ein großer Star werden" "Ich habe gehört das das Königshaus ihn fördert und seine Karierre ausbaut" Dem zustimmend nickte er und wurde gerufen "Wilhelm" Er schaute auf und sah seinen norwegischen Cousin, weit entfernten Grades, ihn zu sich heran winken "Also dieser Junge... Wow! Herzlichen Glückwunsch. Er ist..." Überlegend suchte der Kronprinz des Nachbarlandes die richtigen Worte "... entzückend" "Danke" "Wann heiratet ihr noch mal?" Wilhelm räusperte sich "Ähm am 12. Februar!" "Also bald! Und wo?" Damit hatte er seinen schwedischen Cousin, der sich nun verlegen am Hinterkopf kratzte "Ähm wir haben noch keinen Ort gefunden. Wir wollen es klein halten und nur unsere engsten Freunde einladen" "Klingt gut"
Sich zu Wilhelm durch kämpfend, da Simon kaum einen Schritt gehen konnte, ohne das man ihn ansprach, kam er angelaufen und wurde von Jorg, dem norwegischen Kronprinzen und Wilhelm's entfernten Verwandten nun mit einem Händedruck begrüßt "Was für eine Stimme. Ich bin begeistert" "Danke" knickste Simon noch leicht verschüchtert, so viele Menschen plötzlich um sich zu haben, die ihn alle sprechen wollen oder ein Foto mit ihm machen. Er schaute zu seinem Verlobten "Hej" "Amüsierst du dich?" "Hm, es ist nur komisch plötzlich so förmlich angesprochen zu werden" "Kann ich verstehen" stimmte Jorg dem Lockenkopf zu "Ich kann dieses steife Getue auch nicht leiden" Er verleierte die Augen und gab Simon noch eimal die Hand "Daher: Ich bin Jorg!" "Simon" "Du bist genau das was diese verstaubte Monarchie braucht!"
Wilhelm kniff die Lippen zusammen, denn er stimmte ihm mehr als nur zu "Du hättest im Politikunterricht dabei sein müssen als Jan-Olof fast verzweifelt ist, weil Simon wirklich alles Gegenargumentiert hatte, was Jan-Olof zur Ansprache brachte" Der Prinz lachte mit Tränen in den Augen an die Erinnerung "Am Ende hat er aufgegeben und ist aus dem Raum gestürmt" während Simon grinsend mit dem Fuß auf dem Boden bohrte "Na ja, er hatte ja wirklich keine Ahnung wie es in der wirklichen Welt aussieht" zuckte er die Schultern "Wille hat sich totgelacht und mir immer Recht gegeben" "Klingt nach einer Menge Spaß" Wilhelm und Simon sahen sich an und ihr Grinsen wurde immer breiter.
Der norwegische Monarch war erleichtert, das sein schwedischer Leidensgenosse jemanden an seiner Seite hatte, der den alten Traditionen in den königlichen Arsch trat "Ich hoffe ihr beide werdet glücklich mit einander! Und wenn ihr noch keine Ahnung habt wo ihr heiraten wollt..." Er zuckte die Schultern "Sofern es nichts peinliches oder ungewöhnlich ist, heiratet doch dort wo ihr euch kennen gelernt habt. Haben Sigrid und ich auch gemacht" zwinkerte er und ließ die beiden allein. Simon und Wilhelm sahen sich an "Das war in der Hillerska Kirche" "Ja" nickte Simon "Oder der Schulraum als ich dir ins Gesicht gesagt habe, das ich deine Familie hasse" giggelte Simon "Wie man's nimmt!" Dann lächelte er und schmiegte sich in Wilhelm's Arme "Ja laß uns in der Hillerska Kirche heiraten" Damit war Wilhelm auch einverstanden, drückte ihm sanft das Kinn hoch und, völlig unbeachtet der Augen, die auf sie gerichtet waren, küssten sie sich.
Mit einem Lächeln auf den sinnlichen Lippen schlurfte Simon den Flur, zu seinem Zimmer entlang "Entschuldigung?!" hörte er ein zartes Stimmchen hinter sich und als er sich umdrehte, stand dort ein Mädchen das ihn regelhaft anhimmelte "Ich bin Prinzessin Elenore von Dänemark und ein großer Fan von dir Simon" Sie zitterte, denn ihn jetzt so von nahem zu sehen, ließ sie fast einen Zusammenbruch erleiden "D-Darf ich ein Foto mit dir machen?" "Klar" lächelte Simon und lächelte auch in ihre Handykamera "Danke" stotterte sie stark errötet "Gern" verabschiedete er sich in sein Zimmer, um kurz durch zu schnaufen. Elenore schaute sich ihre Fotos auf dem Handy an und vergrößerte eines der Fotos "Er ist so schön" seufzte sie. Sie erschrak als ihr Handy in der Hand anfing zu klingeln und ihre Mutter am anderen Ende lospolterte "Wo steckst du? Wir müssen uns auf den Weg machen!" "Ja, ich komme gleich" Sie klickte das Gespräch aus "Entspann dich!" und lief zum Saal zurück. Auf dem Weg dorthin lief ihr Wilhelm über den Weg. Sie musterte ihn und schüttelte den Kopf. Der Prinz war in ihren Augen zwar hübsch anzusehen, doch konnte sie nicht verstehen was Simon an ihm fand.
Von dem Bankett erledigt legte sich Wilhelm auf das Bett. Es war aber ein voller Erfolg gewesen. Die anderen Hoheiten mochten Simon und fanden seine Stimme himmlisch. Und ihn selbst, sehr attraktiv und liebenswert. Wilhelm schloß die Augen. Er war glücklich darüber, das Simon's Schönheit und seine charmante Art alle überzeugt hatte. Jetzt konnten sie ohne schiefe Blicke und Abwertung heiraten. Der Prinz spürte ein sehr bekanntes Lippenpaar auf seinen eigenen und erwiederte den Kuß. Er umschlang seinen Verlobten. Beide kicherten und Simon ließ sich auf den Rücken drehen. Sie küßten sich so innig das sie, nachdem sie unterbrachen um Luft zu holen, lachend Arm in Arm in ihrem Bett lagen. Wilhelm schmunzelte "Wollen wir wirklich in der Hillerska Kirche heiraten?" Simon strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht "Ja" "Dann fragen wir mal an ob wir sie bekommen können"
In Simon's Augen glänzten Tränen "Das heute war mit einer der schönsten Tage in meinem Leben. Nächste Woche beginnt die Promo für mein Erstes Album und meine neue Single, die daraus ausgekoppelt wird" "Ich bin schon sehr gespannt darauf" Wilhelm drehte sich zur Seite "Und irgendwann gibst du dann ausverkaufte Konzerte!" Kichernd träumte sich Simon in einen solchen Moment "Das wäre wirklich toll" "Eines Tages..." Wilhelm kraulte durch seine Locken "...bist du ein berühmter Sänger"
Diese Worte blieben Simon ihm Ohr. Er saß im Bett und schaute neben sich. Wilhelm schlief. Ein Anblick den Simon selten genießen konnte, denn eigentlich war immer völlig KO nach dem leidenschaftlichem Liebesspiel. Doch dieses Mal war es anders. Sein unausgesprochener Traum war zum Greifen nahe gerückt. Er lief mit leisen Schritten durch das Musikzimmer. Spielte ein paar Töne auf den Klaviertasten und setzte sich dann auf den Hocker.
Er spielte leise die Töne seines kürzlich geschriebenem Songs, der noch namenlos war "Fallin' for you every day. The feelin' never goes away" und sag die nun umgeschriebene Zeile "When I swear blind that I couldn't love you more. Every night I hit new heights like we never touched before..." "Hm, ist das nicht etwas zu intim?" Simon schaute auf und lächelte. Leckte sich über die Lippen und grinste "Das vorher war intimer!" Wilhelm überlegte kurz und stimmte zu "Hm, stimmt! Ich glaube es ging so: In your arms, every night I found happiness. And then you bring me to heaven!" "Shhhht" Errötet kicherte Simon "Diese Zeile existiert nicht mehr" "Und wie heißt es jetzt?" fragte Wilhelm und schaute ihn mit Hundeaugenblick an "Das hast du gerade gehört" "Oh... Dann sing es bitte noch einmal für mich"
Mit verführerischem Blick schaute Simon hoch und schloß dann die Augen "And if I ask for one drop of rain. I know you'll bring an ocean. When I swear blind that I couldn't love you more. Every night I hit new heights like we never touched before" Wilhelm lehnte sich zu Simon herüber. Diese Zeile gefiehl ihm und ließ es in seinem Magen kribbeln "Now when I swear blind that I couldn't love you more. You got a habit of provin' me wrong" beendete Simon den Song "Mehr habe ich noch nicht" "Es klingt wunderschön" schwärmte Wilhelm und beugte sich zu ihm herunter. Simon giggelte während des Kusses, als er spürte, wie sein Verlobter ihn etwas nach hinten drückte "Willst du mich hier auf dem Klavier vernaschen?" Für einen Atemzug unterbrach Wilhelm den innigen Kuß "Flügel und Ja, warum nicht?" hauchte er schon sehr erregt "Wille!" ermahnte Simon ihn, grinste dann und zog ihn näher zu sich heran "Hast du die Tür abgeschlossen?!" "Hmhm!" konnte er nur antworten "Hmhm!" wiederholte Simon und beiden lachten. Wilhelm hob Simon leicht an und setzte ihn auf die Klaviertasten, die zart erklangen. Simon kicherte. Der Prinz riß ihm fast das Pyjamahemd über die Arme und warf es neben dem wunderschönen Flügel auf dem Boden. Simon unterdrückte sein genießendes Stöhnen noch, indem er sich zwischendrin auf die Lippen biß, doch als Wilhelm seinen Hals verließ und an dem gut durch trainiertem Brustkorb entlang rutschte, schaffte er es nicht mehr.
Er lehnte sich nach hinten und lachte leise "Wir hatten schon Internatszimmer und beinahe deinen Schreibtisch" kicherte Simon und zählte weiter auf "Die Fensterbank in unserem Zimmer und der Rücksitz im Van. Aber Klavier?" "Flügel" berichtigte Wilhelm während der Küsse auf seine Brust "Und vergiss nicht unser Videozimmer" "Ach ja" Simon prustete leise los und beide lachten. Simon beugte sich wieder zu Wilhelm nach Vorn. Der Prinz grinste "Beweise mir was du mir gerade vorgesungen hast"
Frech biß sich Simon auf die Unterlippe "Aber sonst geht's dir gut?!" "Die schlafen alle und wenn du ausnahmsweise mal nicht so laut bist, kriegt es auch keiner mit" Er zog Simon zu sich auf den Schoß "Du hast echt einen Knall" "Du machst mich eben verrückt!" Er strich mit beiden Händen durch die Locken "Und ich bin verrückt nach Dir!" "So verrückt, das du die Krone wegen mir weg gegeben hast" flüsterte Simon ihm ins Ohr, während er den Nacken seines Verlobten küsste "Die hab ich eh nie gewollt!" hauchte Wilhelm, die Augen geschlossen haltend um es zu genießen "Zum Kronprinz muß man geboren sein. Nicht aufgezwungen! Ich kann's kaum erwarten diesen Titel abzulegen und einfach nur wieder Prinz Wilhelm sein zu können" "Also ich..." Simon versuchte sich an Wilhelm's Genick, da ihm die Haare des Prinzen nicht den Halt gaben, den er gerade brauchte, festzuhalten, während er sich langsam nach hinten lehnte "... mag meinen Titel" keuchte er, seinem Höhepunkt sich nähernd "So weiß jeder..." Ihm versagte die Stimme und seine Atmung ließ keine Unterhaltung mehr zu. Erst nachdem diese sich wieder beruhigt hatte, war er in der Lage zu Ende zu sprechen und beugte sich nach Vorne zurück "...das ich nur dir gehöre!" Wilhelm strich ihm die klammen Haare an der Seite weg "Und mir mir!" bevor er in einem innigen Kuß mit ihm versank und beide leise kicherten.
12. Januar des neuen Jahres; Ein Monat vor der Hochzeit
Laut dröhnten die Boxen in dem gemietetem großen Raum und der Song "Sabotage" erklang wieder und wieder. Der Raum erinnerte an einen Ballettsaal, mit den Spiegeln ringsrum. Doch das war nur damit Simon sich selbst besser tanzen sehen konnte, während er die Choregrafie zu seinem anstehendem ersten Musikvideo lernte. Eigentlich sollte es schon längst abgedreht worden sein, doch das Leben hatte andere Pläne gehabt und jetzt drängelte es. Simon wollte das Video noch vor der Hochzeit fertig haben, damit er sich voll und ganz dann auf die Vorbereitungen konzentrieren konnte. Mit der Schulter an der Eingangstür zum Raum gelehnt, schaute Wilhelm ihm zu. In der kurzen Zeit hatte sich Simon sehr verändert. Er nahm seine anstehende Karriere ernst und war sehr hart zu sich selbst. Bevor die Schritte nicht zu seiner Zufriedenheit perfekt waren, hörte er nicht auf "Sieht gut aus Simon" "Danke" japste er und zupfte sich das Adidas T-Shirt zurecht "So langsam klappt es..." Er bekam von Wilhelm die Trinkflasche überreicht, die auf der kleinen Holzbank gestanden hatte "...aber es stimmt noch nicht ---" "Du bist zu selbstkritisch. Deine Tanzschritte sind absolut perfekt und..." Wilhelm hielt ein kleines, in einer Tüte eingepacktes Paket in die Luft "...ich bin hier um dich daran zu erinnern, das du momentan etwas zu wenig isst!" "Sind das---?" "Sandwiches?" fiehl ihm Wilhelm ins Wort, schaute die Tüte mit unschuldigem Blick an "Joah, sieht so aus!"
Lachend stellte Simon die Regenbogenfarbene mit leichtem Glitter überzogene Flasche seiner Stiftung weg und lief zu seinem Prinz. Legte ihm die Arme hinter seinen Nacken verschlingend und küßte ihn "Du bist ein Schatz" "Gern gesehen. Du warst immer für mich da und hast mich unterstützt, was ich nie richtig gewürdigt hatte. Und jetzt bin ich es für dich und fördere dein Talent!" In Simon's Augenwinkeln glänzten Tränen "Danke Wille" "Ich bin der President deines Ersten Fanclubs!" Sie rieben sanft ihre Nasenspitzen aneinander, wie sie es schon immer in einem solchen Moment getan hatten. Seufzend lehnte sich Simon an Wilhelm's Schulter "Tut mir leid das ich für die Hochzeit gerade keinen Kopf habe" "Das ist völlig OK! Wir wollen es ja ehr ganz klein halten und bisher sind nur die Kirche gebucht und die Einladungen an unsere Gäste verschickt. Alles andere, wie Torte oder Anzüge können wir auch noch nächste Woche besprechen" Er drückte Simon leicht aber sanft von sich weg "Du konzentrierst dich jetzt auf dein Musikvideo und ich plane mit Felice alles andere. Sie ist als unsere Hochzeitsplanerin eh gerade voll in ihrem Element. Wir könnten es eigentlich komplett ihr überlassen" grinste der Prinz und erhielt Zustimmung "Sie und Sara werden schon dafür sorgen, das wir einen wunderschönen Tag haben"
Wie Wilhelm gesagt hatte, saßen Sara und Felice mit Linda am Tisch und planten das Ambiente für die Kirche "Wir könnten Seidentücher in Flieder und Roségold zur Dekoration verwenden. Die könnte man den Gang entlang abwechselnd in Bögen herabhängen lassen" schlug Sara vor, was nicht ganz auf Gegenspruch stieß. Felice überlegte kurz "Hmmmm....Ok, doch, das klingt gut" Auch Linda stimmte zu "Was für eine schöne Farbkombination" Stolz auf sich lächelte Sara. Es bedeutete ihr so viel das sie die Hochzeit mit planen durfte.
Die Hochzeitsfeier selbst würde dann im ehemahligem Gebäude des Hillerska stattfinden. Da Wilhelm sich einigermaßen in der vergangenen Zeit wieder mit August etwas vertragen hatte, war seine Erfahrung als Präfekt, der damals alles was Gedecke für Feiern anbelangte, von großem Nutzen. Er wollte sich auch heimlich um die beiden Sääle kümmern. Denn trotz das die Hochzeit klein gehalten war, würden es mindestens an die 50 Personen werden. Darunter auch wieder Mitglieder der Europäischen Königshäuser. Und dieses Mal, Simon's ganze Familie, die aus Göteborg anreisen würde.
Via Videocall oder privatem Chat besprachen die 3, wie gerade eben, alles. Jede Idee wurde abgewogen. August schlug vor, das er sich wie damals beim Elterntag, um alles im Hillerska kümmern würde "Blumen, Deko, Gedeck, die Torte, das Catering. Ich mache das sehr gern!"
"Gut, dann ist das deine Aufgabe und wir konzentrieren uns auf die Kirche" schlug Felice vor und beendete das Gespräch nach einer "Alles klar" Antwort.
Sara hatte einen Stoffhändler gefunden der kostenlose Muster anbot "Wollen wir dort mal anfragen?" Sie schob Felice das Tablet hin. Sie warf einen Blick darauf und nickte "Wir lassen uns ein paar Stoffmuster zuschicken" "Ok, dann schreib ich eine Nachricht" Linda schaute sich einen Reisekatalog an "Und wohin wollt ihr die beiden in die Flitterwochen schicken?" "Paris!" kam wie aus der Pistole geschossen und ein kichern war zu hören "Ok, da seid ihr euch einig" "Wille liebt Paris. Er ist als Kind mit Erik dort gewesen" Leise seufzte Felice "Zum Glück hat er jetzt Simon an seiner Seite" Grübelnd schaute Sara zu Felice "Wie heißen wir eigentlich?" "Hm?" "Naja, eigentlich sind wir ja die Brautjungern, aber das können wir nicht nehmen" Jetzt hatte Felice es verstanden und lachte auf "Wir sind die Begleiter des jeweiligem Bräutigams!" "Ok" Sara widmete sich wieder ihrem Katalog "Aber ich will trotzdem ein schönes Kleid zur Hochzeit tragen!" "Nein, ich glaube ich werde einen Anzug tragen" beschloß Felice.
Total aufgeregt, mit nervösen schwitzigen Händen saß Simon eine Woche später vor seinem Laptop. In 2 Minuten würde nun sein neuestes und aufwendiger gestaltetetes Musikvideo online gehen. Er war so zappelig auf seinem Stuhl, das Wilhelm ihn sanft umarmt hielt "Mach dir keine Gedanken. Das Video ist toll und der Song erst recht" "Ich kotze gleich!" jammerte Simon. Er vergrub das Gesicht in Wilhelm's Armen "Sie werden es lieben!" flüsterte ihm Wilhelm beruhigend zu, streichelte kraulend durch seine Locken "Denn ich liebe diesen Song über alles!" "Danke Wille" Dann wurde der Bildschirm dunkel und die ersten Töne von 'Sabotage' erklangen "Oh Gott!" Simon biß sich in den Daumennagel.
Die Zuschauerzahlen stiegen und die Kommentare überschlugen sich mit Liebesbekundungen für den neuen Song. Als er beendet war, lag Simon weinend vor Glück in Wilhelm's Armen, der ihn immer wieder auf die Stirn küsste "Siehst du? Deine Fans lieben den Song!" "Ich bin so froh"
Selbst nach 2 Stunden kamen noch Nachrichten. Es wiederholten sich die gleichen Sätze. Der Song ist toll. Du bist so schön. Deine Stimme ist so Mega. Was für ein toller Song. Du bist nicht nur schön sondern auch talentiert. Und so weiter. Simon scrollte durch seine Social Media Accounts. Überall gab es Einträge. Neue Follower. Und die Onlinemedien berichteten schon, das er ein aufstrebender junger Mann war, der es weit schaffen konnte. Ein Artikel erregte seine Aufmerksamkeit besonders. Man schrieb, das er eine Glockenhelle und Kristallklare Stimme hatte, die in der Farbe an einen Regenbogen erinnerte. Seine Latinowurzeln würden bei der Performance sehr gut rüber kommen und sein so auffälliges sehr attraktives Äußeres wußte er sehr gut in Szene zu setzen. Man fragte sich wann man ihn das Erste Mal richtig live in einem Konzert sehen könnte. Und verriet am Ende das ein Album demnächst erscheinen würde.
Sein Telefon surrte in einer Tour. Nachrichten von Freunden und Familienmitgliedern wechselten sich ab "Simon, dein neuer Song ist der Banger!" schrieb Henry. Und Fredrika schwärmte von seinem Hüftschwung "Man kann gar nicht mehr glauben das dieser stille kleine Chorsänger jetzt so aus sich heraus kommt" schrieb sie. Simon lachte. Die einstige gute Freundin schrieb in ihrem Medien Studium, nebenbei für ein kleines Musikmagazin eigene Artikel und konnte sich jetzt einfach mal so richtig über Simon's Karriere ausschreiben. Die 3 vorherigen Song's die Simon gesungen hatte, waren noch etwas zurück haltend oder Balladen gewesen. Der Song 'Sabotage' war nun der erste so richtig powervolle, bei dem Simon auch tanzen konnte.
Als er später noch einmal in seinen Accounts nachschaute laß er das 'Sabotage' schon die 10.000 Marke geknackt hatte auf Youtube.
Zufrieden lehnte er sich zurück. Jetzt könnte er sich endlich auf die Hochzeit konzentrieren.
11. Februar - 1 Tag vor der Hochzeit!
Das zarte Gezwitscher einer Amsel in Fensternähe, weckte Wilhelm. Der heutige Wintertag war mit einer klaren Luft versehen. Der Prinz blinzelte in das trübe Morgenlicht, das sich seinen Weg in das Zimmer gebahnt hatte. Er schaute auf sein Handy. Die dortige Uhrzeit zeigte kurz nach 7 Uhr, an diesem noch so jungen Donnerstag an. Er hatte es schon so oft erlebt und dennoch konnte er sich einfach nicht sattsehen.
Simon lag halbwegs zusammen gerollt unter seiner Bettdecke. Die dicken schwarzen Locken waren total verwuschelt. Seine langen, dichten und tiefschwarzen Wimpern. Sein bildschönes Gesicht mit der entspannten Ruhe darin. Die nun durch gebrochenen Sonnenstrahlen malten goldene Akzente auf die schöne exotische Haut. Wilhelm stützte sich seitlich auf und schwärmte immer noch wie beim Ersten Mal neben ihm aufwachen "Morgen werde ich dich dann das Erste Mal als meinen offiziellen Prinzgemahl wecken..." Er streichelte die Wange entlang. Simon's Haut war samtweich und beinahe makellos, denn der Kratzer oder Narbe in seiner Lippennähe war mal mehr mal weniger zu sehen.
Wilhelm seufzte tief "...und kann dann überall damit angeben das du mein Ehemann bist!" "Jetzt laß mich erst mal den Tag überstehen..." grummelte es unter der Bettdecke, da Simon sich nun komplett darunter verkrochen hatte, um der blendenen Sonne zu entkommen.
Doch Wilhelm war zu aufgekratzt und folgte ihm. Man hörte ein lautes Murren, dann ein kichern und ein Lachen "Hey, ich bin noch nicht mal richtig wach" beschwerte sich Simon und wehrte sich gegen die Kitzelattacken des Prinzen "Bist du jetzt wach? Es ist gleich halb 8 und---" Simon sah ihn an als hätte er nicht mehr alle Tassen im Schrank "Dein Ernst?" Schnell schaute er auf seinem Handy nach. Jap, es stimmte!
Er hielt sich die Hand an die Stirn "Boah Fick dich Wille!" und verkroch sich schnell wieder unter der Decke "Es ist noch mitten in der Nacht!" "Umso mehr Zeit noch für uns" säuselte ihm Wilhelm ins Ohr, das sich bei Simon die Nackenhaare aufstellten "Vergiß es!" knurrte er und drehte sich weg "Erst in unserer Hochzeitsnacht wieder!" "So lange will ich aber nicht warten" Wilhelm zog ihm die Decke weg, die Simon jedoch schnell fest packte "Mach so weiter und ich sage morgen NEIN in der Kirche!" "Machst du nicht" "Das wirst du sehen, wenn du mich jetzt nicht in Ruhe weiter schlafen lässt!" "Ich will aber nicht das du weiter schläfst, sondern wach wirst damit wir---" Simon hielt ihm die flache Hand vor den Mund "Sprich es aus und ich sage die Hochzeit ab!" Doch Wilhelm fing wieder an seinen Morgenmuffeligen Verlobten durch zu kitzeln, bis Simon aufsprang "Jetzt reichts!" und ihn an den Handgelenken festhielt "Drehen wir den Spieß doch mal um!" drückte ihn auf das Bett und fing an seinen Hals zu küssen, dann die gut muskulöse Brust, den Brustkorb und die Bauchdecke. Wilhelm biß sich auf die Unterlippe und seufzte tief. Es fühlte sich einfach so gut an.
Wie ausgemacht, kam Felice am frühen Nachmittag vorbei. Sie hielt 3 in Schutzhüllen eingeschlossene Anzüge über dem Arm und wurde auch gleich stürmisch von Simon umarmt. Eigentlich war sie Wilhelm's Trauzeugin, doch auch die selbsternannte Hochzeitsplanerin und 'Designer' von Simon's Hochzeitsanzug. Der schwarze, den sie ausgesucht hatte, landete gleich in der Ecke "Der fliederfarbene oder der weiße?" fragte sie Simon, der sich noch nicht wirklich entscheiden konnte. Der Fliederfarbene stand ihm sehr gut doch Simon zog es immer wieder zu dem Weißen Anzug. Er fühlte sich wie ein richtiger Hochzeitsanzug an "Der ist echt schön" schwärmte er beim Streichen über das Material "Seide?" "Jap! Von D&G! Für deinen großen Tag nur das Beste!" Felice strich ihm den Kragen zurecht "Und was ziehst du darunter an?" Simon zuckte ratlos die Schultern "Ein weißes Hemd sieht blöd aus" "Dann laß es einfach weg" zwinkerte Felice "Nein, Scherz die schmeißen dich sonst aus der Kirche! Aber ich würde wenn dann---" Sie öffnete den Schrank, der inzwischen auch aus allen Nähten platzte "Laß mich mal schauen. Du kannst auch langsam einen begehbaren Kleiderschrank gebrauchen!" "Das sind alles Geschenke der Label, für die ich schon gemodelt habe" erklärte Simon etwas kleinlaut, denn er schämte sich noch etwas, sich jetzt so luxeriös einkleiden zu können. Er hatte sich eben kein Stück verändert.
Lächelnd drehte sich Felice um "Als Mitglied der königlichen Familie mußt du immer perfekt vorzeigbar sein und immer wieder neue Modetrends setzen. In deinem Fall, bist du selbst die Ikone geworden. Was der Prinzgemahl trägt, wird auch von der Bevölkerung getragen!" Sie hielt ihm ein schwarzes, mit silbernen Glitzerfäden durch gezogenes Hemd hin "Das würde gehen!" Ihr Blick fiel auf eine goldene Kette "Oh ja, die paßt perfekt" Dann öffnete sie die Schmuckschatulle "Laß mal sehen, die kleinen goldenen Creolen wären super. Sie sind hübsch und nicht zu auffällig" Sie hielt ihm die Ohrringe gegen die Ohren "Oh ja!" "Was machen wir eigentlich heute Abend?" fragte Simon, während er sich die Creolen ansteckte "Das mußt du Sara fragen. Ich kümmere mich nur jetzt um dich. Aber deinen Junggesellenabschied hat Sara geplant. Ich versorge Wille mit Spiel und Spaß!" "Oh je" seufzte Simon "Aber nicht das er morgen früh dann besoffen unter dem Tisch in einem Stripclub liegt und zu spät zur Hochzeit kommt" "Nein, ich sorge dafür das er pünktlich ist!" versprach Felice und umarmte ihren anderen besten Freund "Du wirst morgen heiraten! Und wenn ich Wille mit Eiswasser übergießen und zum Altar schleifen muß!" "Gut!" nickte Simon "Dann brauch ich mir ja keine Sorgen zu machen!"
Mit einer festen Umarmung verabschiedeten sich Wilhelm und Simon nach dem Abendessen von einander "Laß es ordentlich krachen, Simon!" grinste Wilhelm "Genieß deinen Abend!" "Du auch. Also das genießen, nicht das ordentlich krachen lassen" "Keine Sorge, ich bin schon lange kein Party Prinz mehr!" Sie küssten sich. Was ein ganz besonderer und seltsamer Kuß war. Denn es war ihr letzter als Verlobtes Paar. Den Nächsten würde es erst Morgen Nachmittag vor dem Traualtar geben, als Zeichen ihrer nun Verbundenheit als Ehepaar. Deswegen drückte Wilhelm den quirlligen Lockenkopf nach einmal fest an sich "Ich liebe dich mein wunderschöner Prinzgemahl, der du ja ab Morgen dann sein wirst!"
Simon erwiderte die feste Umarmung "Ich dich auch Wille, mein Prinz!" Felice winkte ihm auch nach "Hab viel Spaß. Bis Morgen!" Dann stieg Simon in die schwarze Limousine, die ihn nach Bjärstad brachte, ins Wohngebiet wo schon Mutter Linda aufgeregt auf ihren Sohn wartete.
Sie umarmte Simon "Es ist so schön dich endlich mal wieder ganz ohne Make up und Markenfummel zu sehen, mein Schatz" scherzte sie, da sie Simon sonst nur auf großen Modemagazinen abgebildet und in TV Werbespots zur neuen Single gesehen hatte. Auch Schwester Sara zog ihn auf "Heute gibt es nur..." Sie hielt die Kleidung in der Hand "... deinen lilanen Hoddie und Jogginghosen!" Simon lachte und zog sich um.
Zusammen mit seiner Mutter, Schwester und den dazu gestoßenen Freunden Ayub und Rosh, saß Simon im Wohnzimmer auf der Couch und spielte Karten. Nach der 3. Runde schaute er kurz auf sein Handy. Wilhelm hatte auf Instagram seine Junggesellen Party gepostet. Zusammen mit Felice, Walter, Henry und Frederik saß er in einer etwas lauschigen, abgedunkelten Lounge und stieß mit Champagnergläsern an.
Weiter hinten saßen auch 'Nisse' und sein Freund, den Wilhelm heute erst kennen gelernt hatte. Unter dem Foto stand oncontextmenu="return false;" onmousedown="return false;" onmousemove="return false;" oncopy="return false;" unselectable="on">Der Party-Prinz verabschiedet sich vom Junggesellen-Dasein, denn ab Morgen gehöre ich nur noch dir, Simon Eriksson< Simon lächelte das Foto an "Scheint so als hätte Wille ne Menge Spaß" merkte Ayub an, der Simon's Lächeln von einem Ohr zum Anderen nicht übersehen konnte. Simon nickte "Hm" und steckte das Handy ein. Rosh klatschte in die Hände "So, wollen wir dann langsam mal los?" Überrascht schaute Simon sie an "Wohin denn?" "Na deinen echten Junggesellenabschied feiern gehen oder glaubst du, wir hocken hier zum Spaß?" zwinkerte sie "Wir haben noch was ganz tolles vorbereitet! Aber die Location öffnet erst in einer halben Stunde extra nur für uns!" verriet sie und Simon schaute ratlos in die Gesichter von Schwester Sara und seinem besten Freund Ayub "Was?!" "Wir mußten nur die Zeit totschlagen bis wir los gehen können!" "Ok?" "Na los, komm Simon!" zog ihn Sara hoch "Wir fahren jetzt los!" "Aber muß ich mich nicht noch umziehen?" "Nee, Schlabberlook ist perfekt dafür!" grinste Ayub. Linda wünschte der kleinen Clique viel Spaß und die 4 fuhren mit Sara's Auto dann los.
Lächelnd stand Simon vor den noch verschlossenen Türen des großen Erlebniszentrums "Cool, gehen wir echt jetzt da rein?" "Jap, wir ballern uns gleich die Laser nur so um die Ohren und niemand nervt rum" grinsten Rosh und Ayub, die das LASER DOM für heute Abend gebucht hatten. Wie die Kinder rannten die 4 nun durch die Gänge und beschossen sich gegenseitig mit den bunten Laserstrahlen, um sich gegenseitig auszubooten. Völlig außer Atem, aber glücklich lachend saßen sie auf der Couch am Ende der Halle, tranken eiskalte Cola und aßen Pizza.
Als besonderes Extra bekam Simon noch einen kleinen Kuchen in Gelb, Blau und Rot verziert hingestellt "Bitteschön. Eine Quesillo nur für dich allein!" kicherte Sara, denn sie hatte ihre süße Eierspeise schon zu Hause gegessen "Hat Mama extra für dich gemacht!" "Oh mein Gott, Danke!" Rosh und Ayub, die sich an die Venezolanischen Speisen im Hause Eriksson gewöhnt hatten, ließen es sich nicht nehmen, mal zu naschen bis Simon sich beschwerte "Hey, das ist mein Kuchen" kicherte er und stopfte sich den Rest komplett in den Mund. Sein Handy in der Hosentasche surrte und der Name WILLE stand auf dem Display. Simon nahm das Gespräch an und hörte die Stimme seine Verlobten "Hey!"
Es durchzuckte ihn wie ein heißer Schauer, denn Wilhelm's Stimmlage klang sehr sanft "Ich wollt mal hören was du so machst und ob du Spaß hast" "Ja, ich bin hier mit Sara, Rosh und Ayub im LASER DOM und wir haben sehr viel Spaß" "Schön. Ich freue mich das du einen schönen Abend hast" "Und was machst du so?" fragte Simon etwas wehmütig, da er ihn vermisste, nach "Oh ähm wir ziehen durch die Clubs, tanzen, machen lustige Trinkspiele, aber Felice passt auf das ich nicht zu viel Alkohol trinke" erklärte Wilhelm sofort "Ich bin ein bischen angeheitert, aber mehr nicht. Henry ist dafür schon komplett dicht. Du brauchst dir also keine Sorgen zu machen. Ich stehe morgen nüchtern vor'm Altar!"
Er hörte Simon am anderen Ende der Leitung kichern "Dafür wird Felice schon sorgen!" "Ich kann's kaum erwarten!" "Ich auch nicht!" säuselte Simon in das Handy und legte dann auf, nachdem ihn Sara, Ayub und Rosh mitgezogen hatten, denn weiter ging die Tour.
Gegen 3 Uhr Nachts kamen die Geschwister zu Hause an. Todmüde fiel Simon in sein Bett, doch er war auch aufgeregt und versuchte trotz der unmenschlichen Uhrzeit, seinen Liebsten noch einmal zu erreichen "Ja Hallo?" hörte er ein tiefes Brummen und eindeutig aus dem Schlaf gerissen "Hey" "Simon..." "Tut mir leid wenn ich dich geweckt habe. Wollt nur mal hören, was du so machst und wie es dir geht" grinste er, denn das weckte Erinnerung auf der seiner Seite "Du hast mich auch damals mitten in der Nacht aus dem Bett geholt, erinnerst du dich?" "Hmmmh..." nickte Wilhelm, wieder halb eingeschlafen "Du bist bei Schneeregen durch die Nacht gefahren und hast mich auf dem Fußballplatz aufgekratzt. Ich konnte es kaum glauben, das du wirklich zu mir gekommen warst..." "Und ich werde immer für dich da sein!" Lächelnd nickte Wilhelm "Ich weiß! Schlaf gut Simon" "Du auch Wille" Ihm fiel auch schon halb das Handy aus der Hand und er löschte das Licht.
12. Februar - Tag der Hochzeit
Zeitgleich, da beide nicht schlafen konnten, standen sie unter der Dusche und bereiteten sich auf den Tag vor. Mit duftendem Shampoo und zusätzlich Simon mit extra Pflege für seine lockigen Haare. Das Pflegemittel knetete er in die nassen Haare ein und rubbelte sie dann trocken.
Linda schloß die Augen und lächelte "Hmmmm du schnupperst gut mein Schatz" als er an ihr vorbei lief.
Im Schloß saß Wilhelm mit Handtuch um die Hüften geschlungen auf seinem Bett. Er schrieb mit Simon Nachrichten "Guten Morgen Liebling!" und wartete auf die Antwort. Simon lächelte und tippte zurück "Dir auch mein Liebster! Geht's dir gut?" "Ja, ich bin topfit. Ich hatte gerade eine schöne Wechseldusche und jetzt gehe ich frühstücken. Und was machst du?" "Ja, ich auch. Ich esse meine Cornflakes und zocke etwas" "Kannst du dir vorstellen das wir in 4 Stunden mit einander verheiratet sein werden?" Wilhelm legte sich auf das Bett "Es ist immer noch wie ein Traum" "Ja" seufzte Simon, sich durch die nun großen Korkenzieherlocken streichend "In 4 Stunden sehen wir uns endlich. Und dann kann uns nichts mehr von einander trennen!"
Um alles noch einmal zu überprüfen waren Felice und Sara schon 2 Stunden vorher in der Kirche angekommen. In den kleinen Vasen an jeder Sitzreihe steckten Blumen. Ein kleiner Strauß mit je einer roten und einer weißen Rose, umringt von Schleierkraut und einem lilafarbenem Band ringsherum. Die Roségoldenen und Fliederfarbenen Seidentücher hingen perfekt aufgereiht von der Decke herab. Der Weg von der Tür bis zum Altar, war mit einem weißen ausgerolltem Teppich versehen auf dem rosa farbene Blütenblätter lagen. Alles war vorbereitet und wartete sogesehen nur noch auf die Gäste und auf das Hochzeitspaar.
Im Hillerska Gebäude und den ehemahligen Gruppenräumen der Jungs und Mädchen hatte August sich austoben können. Er hatte nach den Farbvorgaben von Felice und Sara, alles angeordnet. Fliederfarbene Servietten lagen in Fächerform auf den Tellern. Roségoldene Bänder waren um die Gläser gebunden. Große Vasen mit Flieder, Rosen und Schleierkraut standen auf den Tischen. Ein Tisch stand extra ganz seitlich - dort wo immer die Karaffen für das Zitronenwassen gestanden hatte und war mit Blattgold Flocken versehen. Dort würden die königlichen Gäste sitzen. Die Hochzeitsgäste hatten an kleinen runden Tischen Platz. Am königlichen Tisch waren die Stühle mit großen weißen Schleifen versehen. Und das Prinzenpaar würde genau mit Blick auf alle Gäste ganz Oben im Raum sitzen. Mit Tischkärtchen, mit goldener Schrift versehen damit man den richtigen Platz dann fand. Hinter ihnen war die Wand mit verschieden großen goldenen Herzen verziert, an der die Namen SIMON & WILHELM in besonderer Schrift standen. Neben der Tür die zum Nebenraum der Jungs führte, stand ein kleiner quadratischer Tisch der für die Hochzeitstorte reserviert war.
Aufgeregt als es um 13 Uhr hieß, das Wilhelm sich nun bereit machen sollte, tigerte Felice vor der Tür herum "Wille?!" "Ich brauch einen kurzen Moment" "Geht's dir gut?" "Ja..." Er rieb sich die Brust und atmete tief aus "Ich hätte nicht gedacht, das ich so eine Panikattacke vor der Hochzeit kriege!" lachte er etwas überfordert "Ich meine, ich heirate endlich die Liebe meines Lebens. Also warum ---" "Eben weil es endlich passiert!" versuchte Felice ihren besten Freund zu beruhigen "Endlich, nach all dem Chaos und der verlorenen Zeit die ihr nie wieder zurück bekommen könnt, ist es nun Realität! Und Simon wird ein total süßer Prinz!" "Prinzgenmahl!" berichtigte Wilhelm sie und bemerkte, das sie damit erreicht hatte, was es sollte: Er hatte sich beruhigt und war wieder ganz entspannt. Jetzt freute er sich und konnte es kaum erwarten, das der Van endlich los fuhr. Felice überprüfte seinen Anzug. Kristina und Ludvig kamen, festlich gekleidet und Kristina mit einer Tiara, statt der schweren Königskrone auf dem Kopf, zu ihm gelaufen "Oh Liebling, du siehst toll aus" "Danke Mama" Sie strich ihm die Wange entlang "Aufgeregt?" "Und wie!" lächelte Wilhelm. Er hatte sich die Haare blondiert und zu einem lockeren Scheitel gestylt bekommen.
Ludvig drückte ihn fest "Das wird schon!" "Ja" Er drehte sich um zu Felice, die einfach nur geduldig zu gehört hatte "Hast du Henry die Ringe gegeben?!" "Entspann dich Wille" "Ok, dann will ich jetzt los!" Lachend hakte sich Felice bei ihm ein.
Sara krähte vom Autofenster aus "SIMON WIR MÜSSEN JETZT LOS!" Linda rief auch noch einmal nach hinten "Simon" doch bekam keine Antwort. Sie lief nach hinten und klopfte an "Simon?" Sie öffnete und sah ihren Sohn auf dem Bett sitzen. Der schneeweiße Anzug saß perfekt und die kleine Rose zum Anstecken lag noch neben ihm. Linda setzte sich "Kalte Füße?" fragte sie vorsichtig und nahm seine Hände "Nein"
Simon schüttelte lächelnd den Kopf "aber... Wir haben 2 Mal Schluß gemacht und jetzt werden wir heiraten! Das ist doch komisch..."Sie drückte ihn sanft an sich "Ihr habt gezeigt, das es Liebe gibt, die durch ihre Schwierigkeiten erst so richtig gewachsen ist" "Ja"
Sanft strich Linda ihm den Arm entlang "Du wirst ein wundervolles Leben haben und ihr beide werdet sehr glücklich mit einander sein!" Sie zupfte ein paar Locken zureckt und steckte ihm die Rose an "Ich wußte vom Tag deiner Geburt an das du etwas ganz Besonderes bist"
Sie setzten sich auf die Bettkante und Linda nahm seine Hände "Mein wahrhaftiger Engel. Du warst schon bei deiner Geburt so wunderschön. Mit diesen Kringellöckchen und deinen großen Schokoladenbraunen Augen. Dein strahlendes Lächeln. Mein kleiner Sonnenschein. Und dann, als entdeckt wurde, das du auch noch eine engelsgleiche Stimme hast und du im Chor gesungen hast..." Simon lächelte "...war alles was danach kam Schicksal" Er schaute auf den Ring an seinem Finger "Und in einer dreiviertel Stunde wirst du nun sogar den Kronprinzen heiraten!" "Ja, das ist immer noch so unwirklich. Wille und ich haben so viel zusammen durch gemacht" "Wir wüssen jetzt echt los!" maulte Sara, die ins Zimmer geplatzt kam und dann erstarrte "Wow Simon" denn sie hatte ihren Bruder noch nicht im Anzug vorher gesehen "Du siehst echt klasse aus" "Dankeschön" Im nächsten Moment hörten sie ein Hupen draußen, das von Motorrollern kam. Ayub und Rosh waren eben eingetroffen.
Sie umarmten Simon. Er stieg zu Sara ins Auto und setzte sich nach hinten. Linda stieg Vorne ein "Wir teffen uns dann an der Kirche" rief Sara den beiden Freunden zu, die schon vorraus fuhren. Im Hinteren Bereich des weißen Volvo saß Simon, Kopfhörer in den Ohren, um seine Nervosität zu verbergen. Er atmete tief ein und aus. Hatte das Fenster herunter gekurbelt und schloß die Augen. Hier hinten in diesem Auto hatte er mit Wilhelm gesessen. Sie hatten ihre Hände gehalten und zusammen kuschelnd auf dem Sitz halbwegs gelegen. Ihm klopfte das Herz bis zum Hals. Der schwarze Van hielt im Wendekreis. Dort wartete schon Henry, im Dunkelblauen festlichen Anzug. Als Sara den Van sah, hupte sie, um Felice auf sich aufmerksam zu machen. Sie trug einen weißen mit Swarovski Kristallen bestücktem Ganzkörperanzug und winkte zurück "Hey Sara" Simon hatte sich auf die Sitzbank gelegt, um sich zu verstecken, da Wilhelm im nächsten Augenblick aus dem Van gestiegen war "War das Simon?" fragte er und schaute dem bekannten Volvo nach. Kurz schaute Simon hoch und konnte im Rückfenster seinen Verlobten erkennen "Das war knapp" pustete er. Sara fuhr jetzt den kleinen Weg, der hoch zum Hillerska führte, entlang. Dort standen schon versammelt, da es heute ein sehr schöner sonniger Tag war mit einem Hauch Frühling, ein paar Freunde. Fredrika schaute auf und winkte
"Oh Hey Simon" wedelte sie. Kam schnell angelaufen und strahlte "Oh mein Gott, du siehst ja fast aus wie ein Prinz" "Danke" lächelte er. Um sich vor den anderen Gästen zu 'verstecken' lief er schnell mit Sara und Fredrika ins Hillerska Gebäude.
In der Kirche stand Wilhelm mit Henry, Walther, Frederik und Felice zusammen. Sie unterhielten sich. Lachten. Umarmten sich und begrüßten Nils, der nun aufgetaucht war "Nisse, wie schön das du es einrichten konntest" "Wenn du heute heiratest Wille, kann ich doch nicht einfach fern bleiben" Nach und nach trafen die anderen Gäste ein. Winkend kam Fredrika angelaufen "Wilhelm" "Hey" Es gab eine kurze Umarmung und Fredrika verkniff sich wie toll Simon ausgesehen hatte. Wilhelm schaute sich um "Bist du alleine gekommen?" "Ja, Stella kümmert sich um unseren Sohn" erklärte sie "Oh" Wilhelm war erstaunt "Na dann herzlichen Glückwunsch" "Danke" Fredrika sah sich um "Ich dachte, ich hätte Madison gesehen?!" "Felice sagte das sie kommen wird, aber---" "Hello!" erklang eine bekannte Stimme "What did I missed?" "MADDY!" rief Fredrika und fiel der damaligen Austauschschülerin aus New York um den Hals "Wie schön das du gekommen bist" "Sure" lächelte Madison und wurde von Fredrika eingehakt "Did you see Simon? Oh my God! He looks so beautiful" "Ja. Man könnte meinen er ist der Prinz!" kicherte Fredrika.
Sie liefen Sara, die gerade aus dem Vorbereitungsraum gekommen war, über den Weg "Hey" lächelte sie und bekam ein "Hey" zurück. Erleichtert lobte sie das hübsche Royalblaue Kleid mit den weißen Tüllrosen "Du siehst richtig toll aus" Fredrika nickte "Ja, ich hatte echt Stress mit dem Kleid. Ich hatte es ausversehen eine Nummer zu klein gekauft" fing sie an zu erzählen und Sara strich sich ihr pink weißes Kleid zurecht. Darüber trug sie eine schwarze kurze Jacke mit Pailletten. Madison trug ein langes dunkelgrünes Kleid mit leichten Spitzeneinsätzen. Darunter eine weiße Bluse und einen Anhänger der an ein Amulett erinnerte.
Zu den 3 gesellte sich nun auch Felice, die mit ihrem weißen Glitzeranzug fast allen die Show stahl. Man grüßte sich, umarmte sich und nun erzählten sich die 4 was sie die letzten 2 Jahre so gemacht hatten. Sara faltete die Hände zusammen, als Fredrika das Foto des neugeborenen Sohnes zeigte "Dann läuft es gut mit Stella?" "Ja, richtig gut" Irritiert sah Fredrika nun Sara an "Du wußtest es?" "Sie hat's mir damals auf dem Valentinstagsball gesagt und das war auch meine Spitze gewesen, bevor ..." "Verstehe" nickte Fredrika "Das war alles damals etwas falsch aufgenommen worden, weil wir dachten es geht um etwas anderes" "Jetzt kennt ihr ja die Wahrheit" "Ja" Etwas unangenehm schmollte Madison sie an "Sorry. We had no idea what really happend" "Schon gut. Ich hatte das verdient!" Um die Stimmung wieder zu heben, fing Fredrika an zu schwärmen wie umwerfend Felice in dem Anzug aussah "Aber du bist doch Wille's Trauzeugin oder?" "Ja, aber ich habe mich gerade noch um Simon gekümmert. Der Arme zittert wie Espenlaub und ist völlig fertig mit den Nerven" "We saw him a few minutes ago" "Er hat ja weiß an, deswegen fragen wir uns ob Wille auch---" "Nein, er hat einen schwarzen Anzug an. Und er ist mindestens genauso aufgeregt wie Simon" "Wer sind eigentlich seine Trauzeugen?" grübelte Fredrika, bis Sara es auflöste "Rosh und Ayub. Sie sind jetzt auch bei ihm" "Oh that's his friends from the Class trip, right?" "Genau!"
Zu ihnen gesellte sich jetzt Henry, der die Ringe aufbewahrte "Hey, wie geht's euch so? Seid ihr auch so aufgeregt?" "I piss in my pants!" "MADDY!" Felice sah sie entsetzt an und Sara fing an zu lachen. Fredrika schaute sich um "Ich glaube wir sollten uns dann langsam mal auf unsere Plätze setzen" "Why?" "Weil Wille gerade an uns vorbei ist!" Da Felice das genauso sah liefen die 5 in die Kirche zurück. Die kleine Kirche war inzwischen gut gefüllt mit den besonderen Gästen der europäischen Königshäusern und den engsten Freunden des Hillerska, die bis heute Kontakt untereinander hatten. Ganz Vorn am Altar saßen die Königin und der Herzog. Neben ihnen Jung-Herzog August, mit Mutter Louise und Ehemann Rickard. Hinter ihnen saßen Jan-Olof, Minou, Farima und Malin.
Wilhelm lief noch einmal zu seiner Mutter, die ihm die kleine Fliege zurecht rückte. Etwas neben der Königin nahmen jetzt Linda und Sara Platz. Sie begrüßten einander mit einem leichten Zunicken. Sara hingegen lernte Kristina heute erst kennen. Auch Ludvig reichte ihr die Hand. Dann wurde es still. Der Pfarrer, der schon die Hillerska Schüler betreut hatte, kam zum Altar. Er prüfte das Mikrophon und reichte dem Kronprinzen die Hand. Vor der nun geschlossenen Tür stand Simon. Rosh zupfte ihm noch einmal das leicht geöffnete Hemd zurecht "Du siehst perfekt aus!" "Danke" "Kein Grund nervös zu sein. Du heiratest gleich den Kronprinz und wirst glücklich bis an dein Lebensende!" "Genau Bruder! Und ein erfolgreicher Superstar wirst du auch noch!" Ayub gab ihm ein High Five und Simon atmete durch. Dann fragte Rosh ihn "Bereit?" und Simon nickte ihr zu. Die schwere Türklinge wurde herunter gedrückt. Leise erklang, wie Felice es vorbereitet hatte, der Refrain von Simon's neuem Song 'Sabotage' den sich Wilhelm gewünscht hatte.
Jetzt über das ganze Gesicht strahlend lief Simon, im schneeweißen Anzug zum Altar. Wilhelm pustete einmal kräftig Luft aus, um nicht los zu heulen, was nicht mehr viel brauchte nach diesem Anblick. Sie begrüßten sich je mit einem leisen "Hej" "Hej" und einem sich verkneifendem Grinsen. Ayub und Rosh setzten sich in eine der hinteren Reihen "Micke wird sich so ärgern" flüsterte Ayub zu seiner besten Freundin "Sein Pech!" schnaubte Rosh, da sie wußten warum der Vater von Simon und Sara heute nicht dabei sein würde. So war das mit seinen Schüben. Inzwischen hatten sich Simon und Sara damit abgefunden. Bis jetzt war keine Antwort auf Sara's Handy eingegangen.
Sie war wütend, doch der Tag gehörte ihrem Brüderchen und umso mehr konzentrierte sich Sara jetzt auch auf ihren Bruder. Der Pfarrer hielt eine ganz besondere Rede und erzählte noch einmal die Geschichte der beiden, in leichter comediantischen Art. Simon sah scheu zu Wilhelm "...wurde der Prinz zur Strafe an das Elite Internat HILLERSKA versetzt. Dort begegnete er Simon, ein Junge aus gutbürgerlicher Mitte, der den Prinz anfänglich ehr verachtete, während Wilhelm von der Ersten Sekunde an hin und weg war" "Na das war wegen seiner Stimme" berichtigte Wilhelm, während Simon ihn anschmollte "Nicht weil ich so hübsch bin?" "Nein!" Sie lachten und brachten die Gäste auch damit zum lachen. Am Ende der kleinen Rede betonte der Pfarrer das wohl schmerzhafteste zwischen ihnen "...doch sie konnten einander nicht verlassen und Wilhelm rannte dem Auto nach, indem die Liebe seines Lebens saß und entschied sich nun einzig und allein nur für ihn!" Da einige der anwesenden Gäste diese Geschichte noch nicht kannten, schauten sie erstaunt oder gerührt zu dem Paar, das jetzt nur eine Frage von einander davon entfernt war, verheiratet zu sein "Eure königliche Hoheit, Wilhelm Ludvig Gustav Bernadotte, Kronprinz von Schweden" kurz räusperte sich der Pfarrer "Langer Name" scherzte er und brachte die Gäste zum leisen Lachen "Wollt Ihr Simon Eriksson zu Eurem Ehemann nehmen und ihn bis an Euer Lebensende achten und lieben?" Wilhelm schmunzelte und räusperte sich, wie er es meistens tat.
Dann drehte er sich mit festem Blick zu Simon und nickte nicht nur, sondern sprach mit gefasster Stimme aus, was Simon zum schwitzen brachte "Ja! Ja das will und werde ich!" Zufrieden lächelte der Pfarrer "Gleich geschafft" lockerte er die Stimmung weiter auf "Und willst du Simon Eriksson den Kronprinz zu deinem Ehemann nehmen und ihn lieben und Ach, eigentlich kenne ich die Antwort schon" "Ja das will ich!" Linda wischte sich die Tränen weg und war überrascht als Kristina ihr zuflüsterte "Ich bin so dankbar das ich Simon nun offiziell in meiner Familie begrüßen darf. Er ist so ein bezaubernder Junge" "Vielen Dank. Ich finde Wilhelm auch ganz wunderbar. Er und Simon ergänzen sich sehr gut" Dem stimmte Kristina zu.
Und nun war der Moment gekommen. Die Ringe, die Henry übergeben hatte, passten perfekt. Der Pfarrer pustete kurz "Na dann kann nichts mehr schief gehen!" Er brachte wieder die Anwesenden zum lachen und sprach den letzten Satz "Ich erkläre den Kronprinzen und seinen Prinzgemahl hiermit zu rechtmäßig angetrauten Ehepartnern! Und jetzt dürft ihr euch endlich küssen!" Simon kicherte und auch Wilhelm biß sich auf die Unterlippe. Fredrika feuerte sie an "Los jetzt, ich hab nicht ewig Zeit!" Jubelnd und klatschend stand Sara, dann Felice und dann der Rest der Hochzeitgesellschaft auf. Verlegen aber glücklich schauten Simon und Wilhelm in die Runde. Endlich waren sie offiziell nun mit einander verheiratet.
Zur Feier liefen alle nun ins Hillerska. Für die ehemahligen Schüler war es ein schönes Gefühl wieder hier zu sein. Das letzte Mal war vor 2 Jahren zum Klassentreffen gewesen, was auch zufällig die Verlobungsfeier von Simon und Wilhelm gewesen war. Zusammen mit allen Gästen saß das Paar nun genau dort, wo sie ihre Namen gefunden hatten. Die Königin, der Herzog, August und seine Familie saßen mit am Tisch auf der Seite die zu Wilhelm gehörte, während Sara und Linda bei Simon saßen. Alle bestaunten die schöne, stimmige Deko. Ließen sich die angebotenen kleinen süßen Speißen schmecken und warteten geduldig darauf, das das Hocheitspaar die Torte anschnitt. Nach einer kleinen Rede die Königin Kristina hielt und Simon zum Ersten Mal öffentlich außerhalb des Hofs und Schlosses nun den Prinzgemahl betitelte, wurden die Gläser erhoben und auf das Wohl des Kronprinzen und seinem Prinzgemahl angestoßen.
Jetzt stand das Paar auf und lief zu der schönen Silber, Gold, Blau und Lila farbenen Fondanttorte. Sie schnitten das Erste Stück heraus und erklärten das Hochzeitsbüffet damit für eröffnet. Die vom Hof bestellte seriöse Presse durfte jetzt ein paar Fotos machen und dann über die Hochzeit berichten. Die Gäste unterhielten sich, lobten die Küche des Hofkochs und den guten Champagner. Simon und Wilhelm fütterten sich gegenseitig mit je einem Löffel und lachten. Das alles überspielte ihre eigentliche Nervösität, denn es gab ja noch etwas auf das alle Anwesenden warteten: den Hochzeitstanz!
Dieser sollte im sogenannten großen Saal, dem Zwischenraum der beiden einstigen Speiseräume der Jungs und Mädchen stattfinden.
August hatte dort schon den nötigen Platz schaffen lassen. Auch hier war alles sehr schön mit Gold, Rosé, Flieder und Silber dekoriert. Nach einer kleinen Runde, die die Gäste nach dem Essen gelaufen waren, versammelten sich alle nun im Kreis stehend im großen Saal. Die Türen zum Gang, der aus dem Gedäude führte, waren nun geschlossen. Solange das jetzt königliche Paar noch nicht anwesend war, schnattern alle durch einander. Felice stand mit Sara, Madison und Fredrika zusammen "Sie haben so lange geprobt für diesen Tanz. Wille hatte mal aus Spaß den Song aus dem Disneyfilm 'Die Schöne und das Biest' laufen lassen und Simon hat sich totgelacht" "Und welchen Song haben sie dann gewählt?" fragte Fredrika nach und sah das sich Sara ein verräterisches Schmunzeln nicht länger verkneifen konnte "Einen Song von Simon" "Sara!" zischte Felice "Ich sag ja nicht welchen!" legte sie sich selbst den Finger auf die Lippen "Oh I'm sure the song will fit them perfectly" "Das tut es!" "Irgendwie bin ich neidisch weil du das Album von Simon schon kennst. Wir anderen müssen noch einen Monat darauf warten" seufzte Fredrika. Doch Sara grinste "Das Warten lohnt sich!" "Das denke ich auch!" stimmte Felice zu. Die Türen zeigten das jetzt 2 Schatten davor standen "Oh, Ich glaube..." "it starts soon" flüsterte Madison, da sich die Lautstärke im Raum nun auch verringerte.
Händchen haltend, so wie damals bevor Wilhelm seine Rede gehalten hatte, standen er und Simon vor der noch geschlossenen Tür. Der Prinz war etwas angespannt, doch ehr im positiven Sinne. Sie hatten ihren Hochzeitstanz schließlich unter den strengen Augen von Jan-Olof über 3 Monate geprobt. Nun hatten sie den perfekten Song gefunden. Sanft strich Wilhelm noch einmal zur Beruhigung an Simon's Arm entlang "Bereit?" Simon sah ihn mit dem wohl sanftesten Blick an, den er für den Prinz übrig hatte "Ja!"
Die Flügeltüren öffneten sich und das Paar trat ein. Ein leises Raunen ging durch den Saal. Simon und Wilhelm schritten in die Mitte des Raumes. Wilhelm legte seine Hand an Simon's Hüfte, da er der führende Part war. Die ersten zarten Töne von Simon's ausgesuchtem Song erklangen. Die zarten Klaviertöne waren eine neue Version, doch der Song wurde von allen als perfekt passend empfunden, während das junge Paar sowieso in seiner eigenen kleinen Welt schwebte, während sie ihren Hochzeitswalzer tanzten und einfach nur glücklich waren.
to be continued ... <3
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WRONG
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Sätze: | 2.255 | |
Wörter: | 37.134 | |
Zeichen: | 215.636 |
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