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YuGiOh

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14.01.26 14:11
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Yu-Gi-Oh!
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Ein neues Duell

Pling - Die Ladenglocke von Mutos Games läutet hell und klar.
Neckische Sonnenstrahlen spinksen durch die Fenster des kleinen Spieleladens. Es ist ein wirklich schöner Frühlingsmorgen, der erste an dem die Sonne raus kommt. Ich trage gerade eine Kiste aus dem Lager in den Verkaufsbereich, wo ich sie erstmal abstelle. Immer häufiger stehe ich alleine im Laden, denn Großvater kann sein Lieblingsgeschäft nicht mehr gut hüten. Die Buchhaltung macht Probleme und auch das Kisten tragen tut seinem betagten Rücken nicht gut. Aber ich mache das schon, denn ich bin fest entschlossen den Laden später mit bestem Gewissen weiter zu führen und meinen Großvater stolz zu machen, auch wenn dieser nur noch dabei zusehen kann. Der Laden ist sein Ein und Alles und auch ich fühle mich sehr zu dem stickigen Lädchen hingezogen.
"Lange nicht gesehen, Yugi" Vor mir steht auf einmal eine hübsche Frau, so alt wie ich, braune schulterlange Haare und ein Lächeln auf den Lippen und sofort huscht auch ein Lächeln über mein Gesicht. Es geht gar nicht anders, ich muss sofort wie ein Honigkuchenpferd grinsen.
"Thea! Das ist ja lange her! Ich freu mich dich zu sehen."
Zügig biete ich ihr einen Stuhl hinter der Theke an und auch eine kleine Flasche Eistee darf nicht fehlen, welchen sie dankend annimmt. Thea zupft ihren Rock zurecht und setzt sich zu mir hinter die Theke.
"Ich dachte, ich schau mal vorbei. Ich bin grade fertig mit dem Umzug geworden, in ein Apartment gar nicht weit von hier", erklärt sie sich und ihre Augen huschen dabei immer zu mir rüber.
"Aber wolltest du nicht tanzen in, New York? Da war eine Tanzschule, oder? Oh und ich hab dich im Fernsehen gesehen, bei so einem Wettbewerb. Das war echt der Wahnsinn."
Thea kichert: "Tja das. Nachdem ich in den Finals soweit gekommen bin, hab ich gemerkt, dass ich zurück nach Domino City möchte. Es war wunderbar das zu machen und auch die Tanzschule war ein Traum, aber ich hab das hier vermisst. Ich hab einen kleinen Job, mein Einkommen reicht für eine Wohnung und ich wollte dann doch nicht so weit weg. Tanzen kann ich übrigens auch hier, das ist schon geregelt. Ach und ich hab dir ein Souvenir mitgebracht. Die Karte hier habe ich bei einem Duell gewonnen." Sie linst zu mir herüber, unsere Blicke kreuzen sich. Ihre braunen Augen leuchten. Wieder grinse ich dümmlich und ich sehe das sie ihre Flasche Eistee eher zwischen den Händen rollt, als davon zu trinken.
"Danke Thea", sage ich ehrlich. Ich nehme die Karte, die sie mir zugesteckt hat und betrachte sie. Victoria, natürlich ist es eine Fee Karte. Aber ich habe keine Ahnung, was ich als nächstes zu ihr sagen soll, als wir noch Teenager waren, war das nicht so schwierig. Nun lange ich unter die Theke. Dort liegt mein Duell Monsters Deck. Auch als Erwachsener habe ich es immer in meiner Nähe, es ist einfach Teil unseres Lebens in dieser Stadt. Ich blättere lächelnd durch die abgegriffenen Karten. Respektvoll habe ich es immer behandelt, aber es wurde viel gespielt und es hängen viele Erinnerungen daran, dementsprechend genutzt sieht es aus. Meine beste Freundin linst stumm über meine Schulter und ich glaube sie lächelt. Auch sie schwelgt in Erinnerungen. Ob sie auch mehr will? Sie ist direkt zu mir gekommen, nachdem sie zurück war.


Thea verbringt den Morgen im Laden mit mir. Immer wenn ein Kunde kommt, hält sie sich im Hintergrund, bis ich fertig bin, dann kommt sie wieder zu mir uns wir reden über alles Mögliche. In ihrer Nähe fühle ich mich so überschwänglich glücklich und es ist eine wundervolle Zeit und ich genieße sie. Nachdem wir die ersten Minuten etwas holprig verbracht haben, tauen wir beide wieder auf und es fühlt sich wieder an wie früher, zu Schulzeiten, leicht und locker. So kann der Tag meinetwegen weiter gehen, doch das soll heute nicht die einzige Überraschung bleiben.
Die Ladenglocke läutet erneut. Diesmal überwiegt jedoch eher Skepsis, als anstelle eines neuen Kunden Seto Kaiba meinen Laden betritt. Es ist nicht so, dass ich ihn nicht mögen würde. Auf eine ganz eigene Art und Weise glaube ich, dass wir Freunde geworden sind, aber wenn er aufkreuzt geht es meistens um den Pharao. Seit dieser mich ein letztes Mal aus dem Jenseits heraus unterstützt hat, habe ich nichts mehr von ihm gehört. Eine Tatsache, die Kaiba noch nicht akzeptieren konnte.
"Was will er denn hier?" In Theas Stimme schwingt Skepsis mit. Kaiba würdigt sie jedoch nicht mal eines Blickes. Er hat mich mit diesem ihm ganz eigenen Blick fixiert, der ziemlich gut verrät, dass er kämpfen will.
"Ich fordere dich zu einem Duell heraus, Yugi!"
Ich sehe ihn an, es passt mir grade gar nicht. "Muss das heute sein? Wir können uns morgen treffen und-"
"Es ist jetzt an der Zeit, ich dulde keinen Aufschub!" Oh, na klar, wenn das so ist... Fast hätte ich mit den Augen gerollt, aber es scheint ihm enorm wichtig zu sein.
Ich seufze und gebe nach: "Na schön, aber vom Pharao habe ich noch nichts gehört."
"Darum geht es mir nicht. Hier nimm die!" Er knallt seinen Koffer auf den Tisch, dreht ihn zu mir und fördert seine neuste Erfindung einer Duell Disk zu Tage, welche ich annehme. Wobei es mich schon stutzig macht, dass er es so eilig hat. Seit wir erwachsen geworden sind, fragt er zumindest vorher nach, ob ich Zeit habe und vor allem war er zuletzt eher am Pharao interessiert. Also alles eine noch sehr fragwürdige Situation, aber ich hole mein Kartendeck heraus und schiebe es in die Duell Disk, wo es mit einem befriedigenden Piepsen einrastet und meinen Lebenscount auf 8000 deklariert. Kaiba ist längst fertig mit der Vorbereitung. Das Ganze hat schon etwas Gehetztes. Keine zwei Minuten später stehen wir auf der Straße vor dem Laden. Kaiba ist mit einer schlanken Limousine angefahren und darin sitzt Mokuba, sein jüngerer Bruder. Was ich sofort durch die Scheibe erkenne, ist dass er einen ordentlichen Schub nach oben gemacht hat. Er ist jetzt ein Teenager, ist schlank und trägt eine Brille. Aber das Auffällige daran ist, dass er gegen die Scheibe hämmert und irgendwas rufen will.
"Was ist hier los?", frage ich irritiert. Thea hat sich als Zuschauer auf meine Seite geschlagen und blickt nun besorgt zwischen uns hin und her.
"Nicht von Belang für unser Duell", hetzt Kaiba weiter und nimmt die Karten zur Hand. Er duldet in der Tat keinen Aufschub, sondern legt los, als säße Anubis ihm im Nacken. Dabei ist seine Miene noch härter, als ich sie kenne. Blaue Augen bohren sich wütend in meine und er ist sofort bei der Sache: "Ich beginne und beschwöre den Seepferdkaiser. Das war vorerst alles, zeig was du drauf hast Yugi!", fordert er harsch.
Ich schlucke, irgendwas stimmt nicht mit ihm, aber das Duell hat begonnen und ich sollte zusehen, dass ich Land gewinne. Der Kartenfächer in meiner Hand wird um die erste gezogene erweitert und ich betrachte meine Ausbeute. Einen Moment grübele ich über diese Karten. Der Chaosmagier ist für später, mit Antike Regeln könnte ich sofort meinen schwarzen Magier rufen, doch ich ahne was Kaiba vor hat und er wäre in der nächsten Runde bereits Kanonenfutter. Daher verteidige ich mich zunächst einmal.
Ich spiele verdeckt Marshmallon und Marschmallon's Brille und beende den Zug.
"Ich sehe du hast es heute eilig", meine ich nachdenklich zu Kaiba, aber er reagiert nicht auf meine Worte, sondern zieht das Tempo weiter an.
Kaiba zieht eine Karte und wirft eben diese energisch auf das Feld.
"Der Herr der Drachen kann als Tribut für meinen weißen Drachen verwendet werden. Damit bekommst du es sofort mit meinem stärksten Monster zu tun, hier ist der Blauäugige weiße Drache. Los mein geliebter Drache, greif seine verdeckte Karte an!", ruft Kaiba und deutet anklagend auf meinen armen Marschmallon. Doch dieser Angriff geht nach hinten los.
"Wer diese Karte angreift, bekommt automatisch 1000LP Schaden", belehre ich Kaiba, als seine Punkte auf 7000 sinken. Er sieht jetzt nur leider so richtig angefressen aus. Kaiba war schon immer sehr fixiert auf diese Duelle, aber so gehetzt habe ich ihn lange nicht mehr erlebt.
"Super Yugi!" Thea springt und reckt die Faust in die Luft, dass ich schmunzeln muss. Diese Runde geht an mich. Kaiba kocht in seinem Frust.
​​​​​​Nun bin ich dran und ziehe motiviert die nächste Karte, meine vertrauten magischen Zylinder. Ich lege sie als Falle getarnt auf das Feld und aktiviere die verdeckte Brille. Also ist jetzt das Feld sicher für meinen Magier. Es wird Zeit meine Lieblingskarte einzusetzen. "Ich spezialbeschwöre nach den Antiken Regeln meinen Dunklen Magier!" Noch kann er nicht angreifen, aber ich habe großes Vertrauen, dass ich die richtige Karte ziehen werde, sobald es an der Zeit ist und in meinem Deck ist einiges, was ihn stark genug machen würde, damit er den weißen Drachen zerstören kann. Mein Herz schlägt immer noch für diese Karten.
Kaiba zieht voller Inbrunst eine weitere Karte und plant kaum eine Sekunde seinen nächsten Zug. Er weiß genau, was er kann doch ich bleibe ruhig.
"Die Maid mit den blauen Augen synchrobeschwört den Himmelblauäugigen silbernen Drachen! Leider kann ich aktuell deinen Magier nicht zerstören, aber das ist nur eine Frage der Zeit." Kaibas Entschlossenheit hat nun schon zwei glanzvolle Monster zutage gebracht. Ihre frostigen Blicke bohren sich in die gleichgültige Miene meines Magiers. Noch kann keiner einen Vorteil in diesem Kampf erringen. Kaibas Duell Disk fängt das Schauspiel mal wieder in all seiner Pracht ein und ich ziehe meine nächste Karte. Soll ich riskieren diese aufs Feld zu holen? Mein Blick geht zu Mokuba, der gespannt wie ein Flitzebogen in dem protzigen Wagen sitzt.
"Warum kommt dein kleiner Bruder nicht rüber? Ich hab ihn lange nicht gesehen", schlage ich versöhnlich und auch neugierig vor, und bringe die Zauberkarten von meiner Hand verdeckt aufs Spielfeld, ehe ich meinen Zug beenden muss.
Damit scheine ich jedoch einen Nerv getroffen zu haben. Kaibas Augen werden zu Schlitzen und ich bin sicher seine Mundwinkel ziehen sich gewinnend nach oben. Dann spielt er Drachenodem der Zerstörung und ich weiß was die Zauberkarte bewirkt. Sie zerstört mein Monster, welches als meine Absicherung gedacht war. Marshmallon zerfällt in Pixel und wandert auf den Kartenfriedhof. Aber er ist noch nicht fertig, spielt die Drachenrufflöte und holt sich seine zwei weiteren heißbegehrten Drachen herbei, ach und weil es so schön war, kann er über die Synchrobeschwörung den Drachen vom Friedhof zurückholen, den er eigentlich als Tribut benutzt hat. Sein Deck ist wirklich nervenaufreibend.
"Komm schon Kaiba, was ist los?", hake ich nochmal nach. Zuletzt hatte ich gedacht, wir wären im Guten auseinander gegangen. Habe ich mich getäuscht? Kaibas Miene verdunkelt sich.
"Du wirst nicht aufhören dich in meine Angelegenheiten einzumischen, oder? Mein Silberner kann noch angreifen, er wird deinen Lieblingsmagier zerstören!" Und genau das geschieht. Meine Lebenspunkte fallen auf 4300, während die Blitze über das Spielfeld fegen und meinen Magier zum Untergang zwingen. Aber etwas an Kaibas Gesicht hat sich etwas ins nachdenkliche verändert.
"Mokuba steckt etwas in der Klemme. Aber das ist nicht dein Problem, ich beende schnell das Duell und er wird frei sein!"
Frei.... Also ist er gefangen? Jemand bedroht Kaiba mit seinem kleinen Bruder. Außerdem ist es sehr wohl zu meinem Problem geworden und zwar in der Sekunde, als Kaiba einen Fuß über meine Ladenschwelle gesetzt hat um mich herauszufordern. Ich lasse mir Zeit über diese Wendung nachzudenken und ziehe einen Magier. Ich habe gleich drei verschiedene Magier auf der Hand, doch keiner kann mir für die nächste Runde helfen. Selbst wenn ich einen der beiden Erfahrenen Magier nutze und mir Zeit verschaffe, sind Kaibas Drachen stärker als die Spezialbeschwörungen, die ich damit holen kann. Ich muss meine Magier weiter sparen, das ist meine einzige Chance.
"Ich aktiviere Verräterische Schwerter!" So schinde ich Zeit das Richtige zu ziehen.
"NEIN!", keift Kaiba. Diese Taktik mochte er noch nie. "Spiel nicht auf Zeit!" Das scheint ihn jedoch mehr als üblich zu stören und ich sehe zu Mokuba, der auf seiner Lippe kaut.
"Jetzt rück schon raus mit der Sprache!", fordert Thea den Mann auf. Sie steht wie immer dabei und drückt beide Daumen für mich. "Vielleicht kann Yugi dir ja helfen!"
"Ihr könnt mir nicht helfen!", faucht Kaiba. Dann jedoch knickt er ein, das sehe ich an seinem Blick.
Er seufzt. "Schön, es geschah vor drei Tagen."


Drei Tage zuvor, Kaiba :
Die Kaiba Corp war das am besten ausgestattete High Tech Gebäude, was man sich vorstellen konnte und es war in meinem Besitz. Ich hatte alles, was ich mir nur wünschen konnte! Bis auf eine Sache. Es hatte immer noch nicht funktioniert, meinen alten Ruf als bester Duellant wieder herzustellen. Zwar war ich dem Pharao seither nochmal begegnet, aber ohne einen Erfolg zu verzeichnen. Ich brütete bis heute daran, wie ich es anstellen könnte. Meine freundliche KI war eine große Hilfe, aber selbst sie war noch nicht dahinter gekommen.
Ich hatte etwas früher Schluss machen müssen und war mal zu menschlicher Stunde ins Bett gegangen. Mokuba war noch wach geblieben. Er war schon immer ein guter Partner gewesen, wie oft hatten wir schon gemeinsam etwas programmiert? Er kannte jeden Kniff und mein Vertrauen genoss er unbegrenzt. Ich machte mir keine Gedanken ihn im Zimmer mit der KI alleine zu lassen. Sein kluger Kopf reichte zwar nicht an meinen Erfindungsgeist heran, aber er hatte wirklich sehr viel gelernt.
Doch das sollte diesmal nicht reichen. Ich wusste, dass er mir einen Gefallen hatte tun wollen. Und trotzdem würde ich nie verstehen, wie er sowas Dämliches tun konnte. Verdammt, ich war sogar stinksauer auf ihn! So gut er es gemeint hatte, der einzige der irgendwelche Sicherheitseinstellungen aufheben sollte, war ich selbst! Und zwar in dem Ramen, den ich mir selbst als Herausforderung auferlegt hatte.
Die modernste KI der Welt hatte eine Sperre. Eine, die verhinderte, dass sie begann zu kreativ zu werden. Mokuba hatte an jenem Tag diese Sperre außer Kraft gesetzt um mein Kartendeck für meine Gewinnchancen gegen Yugis Deck durchrechnen zu lassen. Und das hatte sich als fataler Fehler herausgestellt.


 

Wieder vor dem Laden :
"Dann hat die KI Mokuba als Geisel genommen und dein Deck neu durchgeplant, um deine Chance zum Sieg zu erhöhen?", fasse ich Kaibas Erklärung zusammen. Es macht Sinn. Kaiba hat in der Vergangenheit unzählige Male bewiesen, dass er für seinen Bruder über jede Grenze hinaus geht.
Er nickt zerknirscht. Die folgenden drei Runden hatte jeder von uns damit verbracht sein Spielfeld zu optimieren. Kaiba mit mehr Erfolg, als ich. Dabei hatte ich eine Zauberkarte verdeckt auf das Spielfeld gebracht, um meine Hand frei zu haben, für die Karte, auf die ich hoffte. Kaiba hingegen hatte eine verdeckte Karte und Polymerisation eingesetzt und nun überragte ein dreiköpfiger prunkvoller Drache das doch vergleichsweise hohe Dach meines Spieleladens. Selbst dieser scheint verbessert zu sein. Der Synchroeffekt des Silbernen hat mir dann genau dieses auf dem Friedhof gelandete Fusionsmaterial nochmal um die Ohren gehauen, damit steht nun, mit etwas trübem Blick, daneben nochmal ein weißer Drache und daneben prangte immer noch der fiese Silberne.
Und was habe ich zu bieten? Ein leeres Monsterfeld... und ein schlechtes Gewissen.
Wenn ich Kaiba besiegen würde, dann würde Mokuba vielleicht was geschehen. Kann ich das verantworten? So ein Mensch bin ich nicht! Selbst wenn ich noch etwas aufs Spielfeld bekomme, was seiner Drachenhorde Einhalt gebieten würde, Kaiba hat noch eine Fallenkarte da liegen.
"Du hast es beinahe erfasst. Aber es gibt noch ein Zeitlimit dabei." Er linst auf seine Uhr, ohne mir die Restzeit zu verraten. Damit wird dann ein Schuh draus und ich weiß warum er so aufs Tempo drückt.
Und da.... frage ich mich, ob es das alles wert ist. Denn wenn ich einfach aufgebe, hat Kaiba das Duell innerhalb des Zeitlimits gewonnen und Mokuba kommt frei. Mein Titel als Top Duellant ist kein Menschenleben wert und Kaibas Stolz können wir jederzeit mit einer Revanche in den Griff bekommen.
Ich betrachte den Kartenstapel vor mir, meine Hand reckt sich, um die Geste auszuführen, die das Duellende symbolisiert. Kaibas Augen weiten sich geschockt. Ob er es gut findet, oder nicht... ich weiß es nicht.
"Yugi!" Alles in mir erstarrt geschockt. Diese Stimme ist in meinem Kopf! Das ist unmöglich, ich habe das Puzzle nicht mehr.
"Pharao?", antworte ich auf geistiger Ebene. Es geht so vertraut von statten, als wäre es erst gestern gewesen. Aber... er ist tot! "Wie kann das sein, Atemu?" Ihn bei seinem richtigen Namen zu nennen fühlt sich vertraut an.
"Ich war immer da, Yugi! Nach meinem Glauben wird eine Seele auch über den Tod hinaus nie ganz erlöschen. Das Puzzle existiert noch und ich stehe auch in Verbindung mit dir und deinen Karten." Er klingt beinahe etwas beleidigt. "Du hast mich die letzten Jahre einfach nicht gebraucht. Aber nun schon, also gib nicht auf. Du kannst noch gewinnen."
"Vielleicht will ich ja gar nicht mehr gewinnen. Ich will Mokuba nicht für meinen Stolz opfern." Der Pharao und ich hatten zu Beginn unserer gemeinsamen Reise sehr unterschiedliche Moralvorstellungen. Zum Ende hat er meine Bedürfnisse respektiert und ich hoffe er tut es auch heute noch.
"Deine Wünsche respektiere ich, aber glaubst du die KI wird sich zufrieden geben, wenn du aufgibst? Wer sagt denn, dass nach diesem einen Duell Schluss ist? Soll Kaibas Erfindung auf die Welt losgelassen werden? Er hat ja nicht mal selbst die Kontrolle darüber, wie soll es irgendjemand schaffen, wenn nicht der Erfinder selbst?" Wie immer ist er in meinem Kopf und weiß alles, worüber ich mir Gedanken mache. Früher hat er die Duelle übernommen, das tut er diesmal nicht, er bleibt eine Stimme in meinem Kopf.
"Du hast recht", gebe ich zerknirscht zu. "Haben wir noch eine Chance zu gewinnen? Und wenn, dann müssen wir auch Mokuba retten!"
In dem Augenblick zerreißt Theas Ruf den Moment: "Yugi! Gib nicht auf. Ich seh' dir doch an, dass du was ausbrütest! Ich weiß du wirst nicht zulassen, dass Mokuba was passiert! Das-Das ist doch der Grund, warum ich mich in dich verliebt habe!" Mein Kopf ruckt erstaunt in ihre Richtung und dann presst sie die Hände auf den Mund und errötet. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie sich mit einbringt, aber mir wird warm ums Herz.
"Oh bitte, erspart mir den Kindergarten!", wirft Kaiba ein und auch mir schießt nun die Hitze ins Gesicht.
"Thea..." Es ist, als wären das die Worte, die den ganzen Tag stumm zwischen uns gehangen hätten. Der wahre Grund, warum sie zurück in Domino City ist. Doch der Zeitpunkt das zu klären ist nicht jetzt. Sie verdient, dass ich mir richtig Zeit für sie nehme!
"Es wird Zeit das Tempo wieder anziehen!", sage ich und lächle Thea zu. Sie lächelt zurück. Ich schaff das! Thea glaubt an mich! Für andere war Duell Monsters nur ein Kartenspiel auf dem Schulhof. Für uns nicht. Es war so viel mehr. Es hat Freundschaften geknüpft. Mehr als Freundschaft, in diesem Fall. Und es war immer gefährlich, auch jetzt ist es gefährlich, aber damit komme ich klar.
"Wenn du das Duell gewinnst, kann ich bei unserem Sieg an genügend Macht gelangen, um die KI in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen", schlägt der Pharao vor. "Dazu möchte ich aber dein Einverständnis, denn ich kann nicht wie damals eigenverantwortlich handeln. Ohne Puzzle können wir nicht die Plätze tauschen. Aber d hast alles da, um zu siegen. Du hast sogar die Unterstützung deiner Freundin, so wie ich mir immer der Unterstützung meiner Freunde sicher sein kann. Möchtest du es angehen und Mokuba so retten?"
Ich atme durch und ziehe eine Karte, ein Zeichen, dass wir weiter machen. Schon überkommt mich das altbekannte Gefühl mit ihm an meiner Seite diese Duelle zu bestreiten. Mit dem schwarzen Magiermädchen habe ich dann wirklich alle Karten, die ich brauche. Es ist an der Zeit Kaibas KI in die Schranken zu weisen. Ich spiele Polymerisation und auf dem Spielfeld erscheint der Quintetmagier, ein Fusionsmonster welches aus 5 meiner treusten Karten besteht. So kann ich das Ruder rumreißen!
"Kaiba, ist dir aufgefallen, dass dein Blauäugiger es nicht lange macht? Du hast drei Seelen zum Alternativen Ultradrachen fusioniert, aber es gibt nur noch drei von diesen Drachen. Du hast selbst den Vierten zerrissen. Somit hast du mehr Monster auf dem Feld, als Seelen."
Kaiba schnaubt: "Und? Es klappt doch!" Er hatte noch nie etwas übrig für diese Feinheiten des Spiels. Nicht für den übernatürlichen Teil.
"Du wirst für diesen Frevel bezahlen. Alle Monster und verdeckten Karten werden zerstört. Bis auf den Dreiköpfigen. Doch um den kann sich mein Magier jetzt selbst kümmern! Greif an Quintetmagier!"
Da Magier und Dreiköpfiger gleich stark sind, kann mein Monster seinen magischen Angriff gegen den Ultradrachen einsetzen und sie zerstören sie sich im Kampf gegenseitig. Bunte Pixel stieben zwischen uns auf dem virtuellen Duellfeld umher und ich ​atme durch. Kaibas Drachenarmee ist vorerst gedämmt.
Jetzt ist Kaiba wieder dran und er knurrt wütend, weil ich seine Strategie ein weiteres Mal durchbrochen habe. Er hätte mich in diesem Zug gehabt, doch wie schon so oft klappt es nicht.
​​​Nun macht der Top Duellant seinen nächsten Spielzug und ich kann es nicht fassen, als er dabei auch noch Glück hat.
"Ruf des Silbernen holt meinen weißen Drachen zurück und diesmal geht deine dämliche Seelenrechnung auf!", feixt er siegessicher.
Doch ich bin gewappnet. Es liegen noch meine magischen Zylinder da und es ist wieder Kaiba, der Schaden einsteckt und seine Lebenspunkte auf 4000 sinken.
Als ich dann dran bin, bekomme ich die Karte Wiedergeburt und es ist klar, welche Karte ich an meine Seite hole. Die, die mir immer den Rücken stärkt. Das schwarze Magiermädchen und ich rüste sie endlich mit der Zauberformel aus, die schon für sie bereit liegt. Zuletzt kann ich angreifen, um Kaibas Punkte auf 3700 zu reduzieren.
"Ich bin noch nicht fertig mit dir, Yugi! Stampfende Zerstörung nimmt deinem Magiermädchen die zusätzliche Angriffskraft weg und mit dem Ruf des Gejagten habe ich den Drachen, den ich für diesen Plan brauche! Er kann dein Magiermädchen jetzt gefahrlos angreifen!", wütet Kaiba, er hat noch nicht aufgegeben. es geht immerhin um seinen kleinen Bruder.
Ruhig sehe ich zu, wie der Blitzangriff meine Verbündete vom Feld fegen will, doch dann aktiviere ich die gelegte Falle namens Schattenzauber und kann das verhindern. Kaibas Monster ist durch den Schattenzauber geschwächt. Ein weiteres Mal Glück gehabt.
"Mein nächster Zug muss sitzen, es wird immer knapper!", sage ich nur zu Yami. Ich weiß, dass er noch da ist und werde nicht enttäuscht.
"Glaub an das Herz der Karten, Yugi." Er hat immer an mich geglaubt. Von Sekunde eins an bis zu unserem letzten fatalen Duell.
Ich nicke bedächtig und ziehe ... die Victoria!
Erleichterung durchflutet mich. Sie wird mein Sieg sein!
Besonders warm muss ich dabei an Thea denken. Sie hat mich auch immer unterstützt, mit ihrer ganze eigenen Art des Support.
Ich beschwöre die Karte, die Thea mir vorhin geschenkt hat und mit ihrer Hilfe kann ich Kaiba einen weißen Drachen abzwacken, aus seinem Friedhof.
"Nein!", brüllt Kaiba über das Spielfeld, doch es ist zu spät. Der gebündelten Kraft von diesen drei Monstern kann er nicht stand halten. Seine Lebenspunkte sinken auf Null und ich schließe die Augen.
"Geschafft, kannst du jetzt Mokuba befreien?", bitte ich freundlich meinen Geisterfreund.
"Ja, kann ich. Denk dran, ich bin immer da, wenn du mich brauchst." Eine letzte Versicherung.
Ich glaube die Schattenmagie von Yami zu spüren. Seine Macht ist enorm. Funken schlagen aus der niegelnagelneuen Duell Disk von Kaiba und er streift sie ab, als wäre sie ein ekliges Insekt.
Mein Rivale schenkt mir nicht einen weiteren Blick, auch kein Danke. Er rennt zu seinem Wagen und kann nun die Tür aufreißen.
Erleichtert wende ich mich an Thea. "Du hast mir heute gleich zweimal geholfen. Ist dir das eigentlich bewusst?" Meiner Stimme muss wohl die Erleichterung anzuhören sein.
"Ach hab ich das?" Sie gibt sich unschuldig, aber eigentlich weiß sie es besser. Meine Beste Freundin hat bisher jedes meiner Duelle verfolgt und sie muss gesehen haben, welche Karte mein Sieg war.
Vorsichtig strecke ich die Hand aus und ich schließe meine Finger um ihre. Jetzt haben wir endlich Zeit und ich weiß auch wieder, was ich ihr sagen will.
"Ich wollte dich eben schon bitten, gehen wir heute Abend Essen?", frage ich. "Ich hab dir so viel zu sagen."
"Gerne." Ihre Finger schließen sich um meine und wir sehen beide nochmal zum Wagen.
Kaiba und Mokuba stehen da. Mokuba winkt grinsend. Wir winken zurück. Wenigstens einer weiß es zu schätzen.

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