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Wie sehr ich euch liebe

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23.06.19 15:49
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Es wehte ein warmer Wind. Er wirbelte die Kirschblüten der Bäume durch die Luft, sogar hinauf bis zu unserem Apartment. Ich atmete tief durch und genoss diese Atmosphäre, den Ausblick auf die Stadt im Morgengrauen. Die aufgehende Sonne beschien sanft die Häuser und ließ die Fenster schimmern. Es war ein wirklich schöner Morgen.
Ich verließ den Balkon und schloss die Tür, sodass ich nun in dem Schlafzimmer von meiner Frau und mir stand. In unserem Bett saß meine Frau und hielt unseren Sohn im Arm. Ich liebte diesen Anblick, es war einfach göttlich. Lächelnd setzte ich mich zu den beiden und drückte meinem Schatz einen Kuss auf die Wange. „Na, ist es draußen etwa kalt oder warum kommst du wieder rein?“, nuschelte sie mir neckisch zu. Ich grinste. „Nein, draußen ist es schön warm, aber hier ist es einfach schöner.“
„Du Charmeur!“, lachte sie leise. Es war einfach wundervoll sie so fröhlich und glücklich zu sehen und immer küssen zu können, wann mir danach war. So wie auch jetzt. Total innig und verliebt.
Ein Laut drängte sich mit einem Mal zwischen uns. Schon wissend lösten wir uns voneinander und schauten runter in Yasukos Arme.
Das kleine Kind, wenige Wochen alt. Unser größtes Glück, unser Sohn. Er war ganz verschlafen, ließ seine kleinen Äuglein zu und gähnte. Meiner Yasuko entglitt ein Kichern. Ich schmunzelte. „Och mein kleiner Schatz“, murmelte sie. „Meinst du, er schläft weiter, wenn wir ihn ins Bettchen legen?“, flüsterte ich. Verspielt zog sie eine Augenbraue hoch. „Nein, auf keinen Fall, dann weint er wieder. Ich bin froh, dass er jetzt überhaupt schläft, das hat er die ganze Nacht nicht getan.“
Ich nickte. „Ja, ich weiß.“ Trotzig blickte sie mich an, hatte aber doch dieses süße Lächeln auf ihren zarten Lippen. „Woher willst du das denn bitte wissen? Du hast so geschlafen, wie Yusei es sollte, wie ein Baby!“
Ich musste mich wohl geschlagen geben, sie hatte recht. Ich hatte nichts mitbekommen, mein Schlaf war einfach zu tief. Ganz frech legte ich meinem Arm um Yasuko und genoss ihre Nähe.
„Yasuko?“
Ihre großen grünen Augen schauten mich erwartend an, sie erwarteten sehnsüchtig meine Antwort. Ich konnte nicht anders, diese Frau zauberte mir immer ein Lächeln ins Gesicht. „Ja?“, fragte sie. „Ich liebe euch. Yusei und dich. Ihr seid mein Leben“, flüsterte ich ihr zu und hielt sie bestimmter. Sie leuchteten, ihre Augen, sie strahlten schon wieder mit der Sonne um die Wette. Glücklich schmiegte sie sich an mich. „Und ihr seid mein Leben, ich liebe euch und ich bin überglücklich euch zu haben.“
Ich war so überglücklich wie sie. Unser Glück war perfekt. Zärtlich begann ich sie zu küssen. Ich spürte, wie sehr sie sich freute, als sie mich zurückküsste. Es war einfach so schön. Wir verharrten so eine ganze Weile und genossen das Beisammen sein. Es war so unbeschreiblich schön.
Doch dann piepte etwas. Ich deutete meiner Frau, dass wir uns wieder voneinander lösen mussten. Widerwillig murrte sie, doch verließ meine Lippen wieder. Ich schaute auf den Nachttisch, mein Wecker war für die Geräusche verantwortlich. Ich seufzte und stellte ihn aus. „Ich muss los zum Reaktor, die tägliche Routine ruft.“
Verständnisvoll lächelte sie mich an. „Das war nur eine Frage der Zeit. Na los, beeil dich, sonst warten sie auf dich.“
Ich seufzte. „Ich beeile mich, ich verspreche es. Ich bin so schnell zurück, wie ich nur kann.“ Ich stand auf und schlich auf leisen Sohlen aus dem Schlafzimmer raus. Durch die schöne Ruhe drang noch einmal ihre noch schönere Stimme an meine Ohren. „Keine Hektik, mein Schatz. Wir warten auf dich!“
Gut gelaunt zog ich meine Arbeitskleidung an und machte mich dann auf dem Weg zum Ener-D Generator.
Es war ein Tag wie jeder Andere. Zusammen mit Rudger und Rex kontrollierte ich die Werte des Generators. Und es war alles normal, wie erwartet. Es lief alles bestens, ich war zufrieden. Geradezu entspannt dokumentierten wir die Werte. „Wie geht es deiner Familie?“, fragte mich dabei mein jüngerer Assistent. Bei dem Gedanken an die beiden freute ich mich, ihnen erzählen zu können. „Es geht ihnen gut. Meine Frau und ich sind stolz auf Yusei. Auch wenn er eine kleine Nachteule ist, zurzeit schläft er nur tagsüber. Aber ihm geht es trotzdem super.“
Rex nickte mir zu. „Das sind doch erfreuliche Neuigkeiten.“
Und ich bestätigte ihm. Und schon kehrte Stile ein. Nur noch das Tippen auf den Tasten war zu hören, wir konzentrierten uns auf unsere Arbeit. Solange bis ich tief durchatmete. „Rudger, Rex?“
„Ja, Hakase?“
„Wenn ihr wollt, könnt ihr euch eine Pause gönnen. Ich komme hier alleine zurecht. Wenn ich euch brauche, gebe ich euch Bescheid.“
Zuerst schienen sie perplex, doch dankten mir anschließend und verließen den Raum. Zufrieden lächelte ich. Sie hatten sich eine Pause verdient, immerhin hatten wir nun schon wochenlang ununterbrochen an diesem Projekt gearbeitet und enorm viel zeit investiert. Und nun konnten wir es langsamer angehen lassen. Dieser Reaktor war die Zukunft der Stadt und er war auf dem besten Wege. Es fehlten praktisch nur noch die letzten Feinschliffe.
Doch plötzlich klingelte es. Ich wusste sofort, dass es mein Handy war. Ich schloss sicherheitshalber die Screens und zog es aus meiner Hosentasche. Auf dem Display stand der Name meiner Frau. „Merkwürdig“, dachte ich. Dabei rief ich sie doch an, wenn ich Zeit hatte. Stimmte etwas nicht? Verwirrt nahm ich ab. „Schatz? Ist alles gut?“
„A-at-!“
Mir gefror das Blut in den Adern, warum war sie so aufgeschreckt? „Yasuko?! Was ist los?“, fragte ich angespannt. Doch ich hörte nur noch ein Stöhnen. „Yasuko?!“, wiederholte ich mich, etwas lauter. „Was ist los? Ist was passiert? Sprich mit mir!“ Verdammt, was war ihr geschehen? Ich hörte, wie sie keuchte, nach Luft rang. „Bie … Bitte omm her! Y-yuei, i-i ann ni u ihm …“ Ich schluckte. Was hatte sie, warum redete sie so komisch? „Ganz ruhig mein Schatz, was ist passiert?“
„I … Wei e ni, e-e ging alle … nell …“
Ich fühlte mich wie gelähmt, was war nur geschehen? Sie klang so schwach und verzweifelt! Hektisch lief ich los und ließ meinen Arbeitsplatz allein, versuchte sie dabei zu beruhigen. „Bleib ruhig, mein Schatz, es ist alles gut. Ich bin sofort bei euch, ja?“
Doch von ihr kam wieder nur ein schmerzerfülltes Stöhnen. Der Anruf wurde beendet. Warum legte sie jetzt auf?! „Verdammt!“, schoss es durch meinen Kopf. Ich lief nicht, ich rannte. Aus dem Augenwinkel sah ich dabei meine Arbeitskollegen.
„Hakase? Was ist los?“
„Ich muss zu meiner Frau!“
Ich musste zu Yasuko, zu Yusei, so schnell ich nur konnte. Meine Angst zerfraß mich. Ich versuchte sie zu erreichen, aber sie gab kein Zeichen mehr von sich, sie nahm meine Anrufe nicht an. Mein ganzer Körper zitterte, als ich in unsere Wohnung eintrat.
Dieses Bild, es brannte sich in meinen Augen ein. Ich stand starr in der Tür. Ich konnte nichts tun. Ich war so hilflos. Mein Puls schnellte in die Höhe, explodierte beinahe. Mein Herz setzte aus. Es war wie erschlagen.
Meine Frau. Sie lag auf dem Boden vor dem Wohnzimmertisch. Mit geschlossenen Augen. Regungslos. „Yasuko!“, flüsterte ich tonlos. Ich wollte schreien, ich wollte, dass sie mich hörte und wieder ihre Augen öffnete. Panisch suchten meine Augen den Raum nach meinem Kind und dem Telefon ab. Das Telefon lag auf dem Tisch, von Yusei keine Spur. Geistesgegenwärtig hievte ich meine Frau auf das Sofa und rief einen Notarzt.
Ich streichelte über ihren Kopf, versuchte sie sanft zu wecken. Was bei Gott war denn geschehen, warum war sie bewusstlos, warum sah es so aus, als hatte sie höllische Schmerzen? „Yasuko“, wimmerte ich. Ich wusste nicht, wann mir die Tränen zu Kopf gestiegen waren, aber sie schufen ein wässriges Bild ihres Gesichts. Ihr wunderschönes, liebliches und unschuldiges Gesicht. „Oh Gott, mein Schatz“, schluchzte ich. „Bleib bei mir, Hilfe ist unterwegs! Bitte mein Schatz, bleib bei mir, mach die Augen auf!“
Ich verstand die Welt nicht mehr, was war hier geschehen? Ihr Herz schlug doch noch. Ihre Wangen waren warm. Warum bewegte sie sich nicht mehr?! Vor ein paar Stunden war doch noch alles in bester Ordnung! Vor ein paar Stunden waren wir noch glücklich! „Bitte wach wieder auf mein Schatz, ich liebe dich … Ich will, dass es dir gut geht, bitte mach deine Augen auf!“, schluchzte ich. Lauter. Immer lauter. Diese Angst, diese Panik, die Verzweiflung, sie hatten mich völlig im Griff. Verdammt, ich wusste nicht, was ich tun sollte!
Ein Schreien. Nicht ganz klar, aber es drang an meine Ohren. Ich schreckte auf. Das war Yusei! Hektisch sprang ich auf, ich musste zu ihm, ihn herholen. Er lag in seinem Bett und war dabei die Decke wegzutreten. „Komm her, mein Kleiner“, flüsterte ich und nahm in auf meinen Arm. Er war sofort ruhiger, ein Glück. Mit meinem Sohn lief ich zurück ins Wohnzimmer zu Yasuko. Doch entgegen meiner Hoffnung war sie nicht wach, sie lag immer noch so regungslos da. Ich schluckte meine Tränen hinunter. Anders als mein Kind, er wurde wieder unruhig und quengelte. Er wusste, dass etwas nicht stimmte, er war so erschrocken. Tröstend drückte ich ihn an mich. „Ist alles gut, nicht weinen Yusei.“
Die großen blauen Augen schauten mich traurig an. Gott, ich konnte es nicht ertragen. Ich bemühte mich. Ihn anzuschauen, er sollte mich fixieren. Ich wollte nicht, dass er seine Mutter so sah. Mit meiner anderen Hand streichelte ich Yasukos Gesicht. „Mein Schatz, es wird alles gut. Yusei und ich, wir sind bei dir. Es wird alles gut.“

Ich kann diese Worte nie wieder vergessen.

Hirnblutung.
Plötzlich.
Schlaganfall.
Tot.
Es war schon zu spät.
Mein Beileid.


Ich wische mir meine Tränen weg. Mensch, ich schwelge schon wieder in Erinnerungen. Es schmerzt unendlich, es ist unendlich schrecklich. Jedes Mal von neuem diesen einen schicksalhaften Tag zu erleben. Jedes Mal von neuem ihre Stimme zu hören. In ihre großen, wunderschönen, grünen Augen zu schauen, wie sie sich freut und mich anlächelt, wie sie mit der Sonne um die Wette strahlt und jedes Mal wieder gewinnt.
„Meine Yasuko, ich liebe dich. Du und unser Sohn, ihr seid nach wie vor mein Leben, ich wüsste nicht, was ich ohne euch machen sollte. Ich liebe euch.“
In meinem Traum schenke ich meiner Frau einen Kuss. Ihre zarten Lippen will ich nie wieder aufhören zu küssen. Ich bin so überglücklich, dass ich ihre Stimme nicht vergessen habe, nicht ihre leuchtenden Iren, nicht ihr Lachen, nicht ihre Liebe. Ich bin so froh, dass unsere Liebe stark genug ist.
Ich wünschte, ich könnte ihr sagen, wie stolz wir auf Yusei sein können, was für ein großartiger Mann aus ihm geworden ist. Er hat mich bei weitem übertroffen, ihm kann niemand etwas vormachen. Er ist mutig und stark, er hat tolle Freunde, die zu ihm halten. Eine wundervolle Ziehmutter, die ihn liebevoll großgezogen hat.
Ich wünschte, ich könnte Yusei sagen, was er für eine tolle Mutter hat, dass sie eine wundervolle und traumhafte Frau war, eine bezaubernde Mutter. Was damals wirklich mit ihr geschehen ist. Ich will ihm die Wahrheit erzählen.
„Ich wünschte, ich könnte euch beide in meinen Armen halten. Als eine vereinte, glückliche Familie. Ich wünschte, ich könnte euch noch einmal zeigen wie sehr ich euch liebe.“

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Autor

Karyuchans Profilbild Karyuchan

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Kurzbeschreibung

Ein Mann über seine Liebe zu seiner Familie.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Familie, Drama (Genre) und Schmerz und Trost getaggt.

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