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Seelen - Die Schwestern aus der Wüste 2

18
06.03.26 14:53
18 Ab 18 Jahren
Workaholic

Es waren sieben Jahre vergangen, nachdem Maze und Kae Konohagakure gefunden hatten und dort aufgenommen wurden. Die Sonne war gerade aufgegangen und schien durch das Fenster direkt auf Kaes Gesicht. Sie war gerade wach geworden, blieb aber noch ein paar Minuten liegen und hörte dem gleichmäßigen Atem ihrer kleinen Schwester zu. Dann setzte sie sich langsam auf, stieg aus dem Bett und lief zum Fenster. Sie öffnete es, um frische Luft in ihr Zimmer zu lassen. Die Vögel zwitscherten fröhlich und der Wind wehte seicht durch die Bäume und trieb den durft von Blumen durch die Straßen Konohas. Es versprach ein wunderschöner Tag zu werden. Wie so oft in diesem Dorf. Es war so anders als Suna. So friedlich. Kae atmete tief durch und lief dann wieder zurück zu ihrer Schwester. Maze schlief noch tief und fest - eingewickelt in ihrer Bettdecke. Kae kniete sich auf das Bett und rüttelte sanft an ihrer Schwester.
»Steh auf, Schlafmütze. Wir dürfen nicht zu spät kommen. Heute ist Abschlussprüfung.«
Maze verzog das Gesicht und murmelte etwas Unverständliches vor sich hin.
»Komm, wir sollten uns fertig machen.«
Kae stieg wieder vom Bett und zog Maze an ihren Füßen ebenfalls herunter.
»Maaaaan jaaaaaaa! Ich komm ja schon!«, rief Maze, nachdem sie auf den  Boden gefallen war. Im selben Moment klopfte es an die Tür und nur wenige Sekunden später, öffnete sie sich und Ira trat ins Zimmer. Sie war schon komplett fertig angezogen und schien aufgeregt zu sein. Sie zupfte sich nervös an ihrem dunkelblauen, Kimono-artigen Oberteil und sah sie mit ihren wachen, grünen Augen an. Ihre blonden Haare hatte sie schon zu zwei Zöpfen geflochten - sie sah aufbruchsbereit aus.
»Du bist schon fertig?«, fragte Kae verwundert.
Ira nickte eifrig.
»Ja. Heute wird's ja ganz schön sp-sp-sp-spannend. Ich mach schon mal F-f-f-f-frühstück.«, und schon, war sie auch wieder verschwunden.
»Warum ist sie morgens immer so gut gelaunt?«, jammerte Maze und gähnt, während sie noch immer auf dem Boden lag. Kae lächelte und half ihr dann auf die Beine. Danach gingen sie gemeinsam ins Badezimmer, um sich fertigzumachen.

In der Küche wurde Ira schon von ihren Geschwistern erwartete, die ihr halfen, das Frühstück vorzubereiten. Kurze Zeit später polterte es auf der Treppe und Maze und Kae kamen dazu. Die beiden Ryu - Mädchen hatten sich die letzten Jahre gut entwickelt. Geistig so wie körperlich. Auch wenn Maze mit ihren zwölf Jahren von ihrer Körpergröße her relativ klein war, zeigte sich dies als großer Vorteil im Tai-Jutsu und in ihrem Umgang mit der Windklinge, die sie sich damals von Baki abgeschaut hatte. Zusätzlich spielte ihr starkes Selbstbewusstsein eine große Rolle in ihrer Kraft. Gleichzeitig wirkte sie aber nicht überheblich oder arrogant, sondern fröhlich und lebensbejahend. Schon fast nervig aufgedreht. Sie schaffte es, ihren Mitmenschen immer ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Ihre aufgedrehte, quirlige Art, machten sie dabei auch noch unterhaltsam. Ihre großen, blauen Augen nahmen fast ihr ganzes Gesicht ein, was sie sehr niedlich wirken ließ. Ihre kurzen, dunkelbraunen Haare, hatte sie im Nacken zu zwei puscheligen Zöpfen zusammengebunden und ihr Pony hing ihr fast in ihren Augen. Allerdings konnte sie ihre Gegner, durch ihr kindliches Auftreten, sehr gut täuschen und zeigte dann mit ihren Fäusten, was sie wirklich drauf hat. Bevor sie sich an den Tisch setzte, schloss sie noch den Knopf ihres Schulterriemens an ihrem Brustlatz. Sie trug eine kurzbeinige, beige Latzhose.
Kae zeigte sich im Training sehr diszipliniert. Sie war eine Meisterin im Anwenden von Gen-Jutsu. Allerdings vermied sie meist den Einsatz ihres Yureigan und dementsprechend die Unterstützung der Geister. Vor allem vermied sie die Unterstützung von Ran. Sie schaffte es noch immer nicht, ihr gegenüberzustehen, auch wenn sie genau spürte, dass sie immer an ihrer Seite war, um sie zu beschützen. Mamiya bemerkte oft, dass Kae von ihren Fähigkeiten eher abgeneigt, als überzeugt war. Trotzdem zeigte sie Talent. Allerdings war sich Mamiya sicher, dass sie nur mit ihren Gen-Jutsus ohne ihrem Yureigan und ihrem Tai-Jutsu, nicht weit kommen konnte. Noch wollte sie es ihr aber nicht sagen, da sie sich nicht in der richtigen Rolle dafür sah. Auch Kaes körperliche Verfassung hatte sich verbessert. Sie war nicht mehr ganz so mager, was ihrem kantigen Gesicht weichere Züge gegeben hat. Allerdings war ihre Haut noch immer blass, was ihre Narben auf den Rücken fast schon leuchten ließen. Die Oki Geschwister waren bei dem Anblick ihrer Narben sprachlos gewesen. Das so ein kleiner Mensch so viel Leid ertragen hatte, war unvorstellbar. Deshalb war es auch kein Wunder, das Kaes blauen Augen vor sieben Jahren trüb und leblos wirkten. Dies hatte sich zum Glück etwas geändert. Sie hatte in Mamiya und Shigure Vertraute gefunden und sich mit Ira angefreundet, was ihr sichtlich gut tat. Trotzdem sah man noch oft eine tiefe Traurigkeit und Leere in ihrem Blick. Kae schloss ihre graue Jacke, die ein Stück ihren schwarzen Rock bedeckte. Dieser ging ihr bis zur Mitte ihrer Oberschenkel. Als sie sich an dem Tisch zu ihrer Schwester setzte, legte sie sich ihr Halsband an. Eines der wenigen Dinge aus Suna, die sie nicht loslassen konnte. Als sie fertig war, strich sie sich durch ihre dunkelbraunen, stufigen, Schulterlangen Haare, als würde sie davon ablenken wollen, dass sie sich das Halsband angelegt hatte. Im Großen und Ganzen war Kae zwar aufgetaut, zeigte sich in der Regel aber eher kühl und distanziert. Außer ihren Freunden gegenüber. Allerdings hielt sich ihr Freundeskreis in Grenzen und beschränkte sich auf die Oki Geschwister und ihrer eigenen Schwester. Das lag nicht daran, dass ihre Mitschüler auf der Akademie kein Interesse an ihr zeigten, sondern eher an Kae, die sich lieber von den anderen distanzierte. Zu groß war die Angst, wieder verletzt zu werden.
»Und? Seid ihr schon aufgeregt?«, fragte Mamiya schließlich, als sie anfingen zu frühstücken.
»Total. Aber die Prüfung wird bestimmt ganz einfach.«, rief Maze motiviert und zuversichtlich. Ira nickte ihr zustimmend zu – nur Kae aß ungeniert weiter, ohne darauf zu reagieren.
»*Ihr seit Versager* Ich glaube auch, dass ihr das ohne Probleme schafft.«
Mamiya sah zu Shigure der ebenfalls nur damit beschäftigt war, sein Frühstück zu essen.
»Willst du nichts dazu sagen?«, rief Mamiya ihm zu. Er sah sie nur verwirrt und fragend an.
»Was soll ich denn sagen?«
»Ein paar nette oder aufmunternde Worte oder so?«
Shigure schluckte.
»Ich finde das nicht nötig. Die drei schaffen die Prüfung jeweils zu 99%«
Ira sah ihn fragend an.
»W-w-w-w-warum nur 99%?«
»Naja, es könnte immer noch plötzlich ein Fels auf euch herabstürzen oder ein Blitz euch treffen. Alles ist möglich.«
Mamiya winkte ab.
»Vergesst es und frühstückt lieber weiter, damit ihr gleich fit seit.«
Ira und Maze schmunzelten sich zu. Kae blieb weiterhin unbeeindruckt.

Einige Zeit später machten sich die drei jungen Mädchen auf den Weg zur Akademie, nachdem sie sich von Mamiya und Shigure verabschiedet hatten. Während Maze jede Mauer entlang balancierte, die sie auf dem Weg finden konnte, unterhielte sich Ira und Kae über den bevorstehenden Verlauf ihrer Abschlussprüfung.
»Wenn wir das packen, d-d-d-d-d-d-d-dann war es das mit Schulbank drücken.«, bemerkte Ira und Kae nickt.  
»Macht dir das Angst?«, fragte diese ihre Freundin. Doch sie schüttelte den Kopf.
»A-a-a-a-angst nicht. Vielleicht ein b-b-b-b-b-bischen wehmütig, weil es  ja auch eine ganz schöne Zeit w-w-w-war. O-o-o-obwohl ich auch oft geärgert wurde.«
»Ja, es ist der Beginn von was Neuem. Mamiya sagte, wir werden später dann noch in Teams aufgeteilt.«
Ira verschränkte ihre Arme hinter ihrem Kopf und sah in den Himmel. Sie lächelte, als sie antwortete.
»Ja, genau. E-e-e-e-e-e-es wäre toll, wenn wir alle in einem T-t-t-team bleiben würden.«
»Ja, das fände ich auch gut.«, gab Kae zu, als sie gemeinsam die Akademie erreicht hatten. Sie blieben stehen und sahen zu der schweren Holztür, die den Eingang zur Akademie präsentierte. Als wäre es geplant, atmeten die drei Mädchen gleichzeitig einmal tief durch. Wenn sie die Abschlussprüfung bestehen, fängt ein neuer Abschnitt in ihrem Leben an. Das war ihnen klar.

Mamiya kümmerte sich derweil um den Haushalt. Sie hatte einen Korb voll frisch gewaschener Wäsche, die Kae und Maze gehörte. Normalerweise stellte Mamiya den Korb nur auf deren Bett ab und die Schwestern räumten ihre Wäsche selbst weg. Beim Absetzen des Korbes fiel Mamiya allerdings auf, dass eine der Schranktüren des Kleiderschrankes schief hing, als würde sie nicht mehr richtig in ihrer Aufhängung sitzen. Sie öffnete die Schranktür und sah schnell, dass das Problem einfach zu reparieren war. Gerade als sie das passende Werkzeug holen wollte, fiel ihr  etwas Glänzendes im obersten Fach auf. Und auch wenn Mamiya wusste, dass sie in die Privatsphäre der Mädchen eingriff, war ihre Neugier zu groß. Sie strecke sich und erkannte schnell, dass es sich um das Stirnband des Ryu-Clans handelte. Auch wenn die Schwestern mit ihrem Clan gebrochen haben, sagte Kae einmal, dass sie sich auch nicht verstecken will und dazu steht, woher sie kommt. Lügen haben sie schließlich auch nicht schützen können. Mamiya hatte verstanden, was sie damit meinte und wunderte sich deshalb nicht darüber, das Stirnband gefunden zu haben. Allerdings entdeckte sie plötzlich noch etwas unter dem Stirnband, was sie nicht erkannte. Ein glänzendes Stück Papier oder so etwas ähnliches. Mit leicht zittrigen Fingern zog Mamiya es hervor und sah es sich voller Spannung an. Es war ein Foto. Sie hatte es noch nie zu Gesicht bekommen. Die Schwestern hatten auch noch nie davon erzählt. Es war schon etwas älter und mitgenommen, aber sie erkannte Kae und Maze sofort. Sie waren dort nur deutlich jünger. Außerdem fiel Mamiya eine junge Frau auf, die sie ebenfalls erkannte. Es war Ran. Die Frau, die sich liebevoll um die Kinder gekümmert – und ihnen ein Zuhause geschenkt hatte. Die Frau, die auch nach ihrem Grausamen tot, nicht von Kaes Seite wich. Es war seltsam sie lebendig und mit diesem warmen Lächeln auf den Lippen, auf diesem Foto zu sehen. Doch sie war nicht alleine mit den Mädchen auf den Foto. Yashamaru erkannte Mamiya ebenfalls, während sie die anderen Personen durch die Erzählungen der Schwestern ohne Probleme zuordnen konnte. Ein schönes Foto. Voller Wärme, Wertschätzung und Liebe. Und doch so, als wäre es gar nicht von dieser Welt. Mamiya verstand in diesem Moment nur umso mehr, wieso das alles so schmerzhaft für die Schwestern war. Sie sah zu dem Jungen Kitai. Es fühlte sich seltsam an in das Gesicht eines so jungen, fröhlichen Shinobis zu sehen und zu wissen, dass auch er tot war. Mamiya spürte, wie ihr Herz schmerzte. Auch wenn sie die meisten Personen auf dem Foto gar nicht persönlich kannte, fühlte sie sich mit ihnen Verbunden. Und das setzte ihr zu. Sie legte das Foto schließlich wieder zurück und machte sich daran, ihr ursprüngliches Vorhaben in die Tat umzusetzen und die Schranktür zu reparieren. Auch wenn ihre Gedanken weiterhin um das Foto kreisten. Sie spürte den Druck und den Schmerz aus der Vergangenheit der Mädchen klar und deutlich.  

»Oh man, Naruto...«, Kae schüttelte den Kopf, während Maze willkürlich über die Tische im Klassenraum hüpfte.
»Er hat es wieder n-n-n-nicht geschafft.«, stellte auch Ira fest.
Die Abschlussprüfungen hatten begonnen. Und Naruto – der sich die Klasse mit Kae, Maze und Ira teilte - war mal wieder durchgefallen. Zumindest waren sich die Mädchen sicher, nachdem sie ihn laut schreiend aus dem Nebenzimmer vernommen hatten. Maze blieb vor einem Jungen stehen, der mit dem Kopf auf dem Tisch lag und schlief. Sie sprang in die Luft und kam mit einem lauten Knall wieder auf den Tisch auf so, dass der Junge aufschreckte und sie direkt anstarrte.
»Was soll das denn?!«
Maze stemmte die Hände in die Hüfte und antwortete:
»Hör auf zu schlafen, Shikamaru! Sonst verpennst du noch die Abschlussprüfung.«
»Man, ist das nervig. Lass mich in Ruhe.«, grummelte Shikamaru genervt, während er sich am Hinterkopf kratzte.
»Naja«, Maze zuckte mit den Schultern.
»Du bist ja schließlich jetzt wach.«, sie lief weiter, um sich ihr nächstes Opfer zu suchen. Ihr war schließlich ziemlich langweilig. Doch in diesem Moment öffnete sich die Tür des Klassenraumes und Iruka trat herein. Er sah kurz auf einen Zettel und rief schließlich:
»Oki, Ira.«
Das blonde Mädchen zuckte kurz erschrocken zusammen, stand dann aber voller Tatendrang auf und lief auf Iruka zu, während sie ihren Freundinnen einen kurzen Blick zuwarf und lächelte. Sie folgte Iruka in den Nebenraum, um die Abschlussprüfung zu absolvieren, während Maze bei Ino angelangt war und über die Beschaffenheit ihrer Haare sprach. Nach kurzer Zeit kam Ira auch schon wieder zurück. In ihrer rechten Hand hielt sie das Stirnband von Konoha und sie grinste glücklich von einem Ohr bis zum anderen. Kae und Maze lächelten ihr beglückwünschend zu, während Iruka den nächsten Namen nannte.
»Ryu, Maze.«
Mit weit aufgerissenen Augen sprang Maze mit einem weiten Satz von den Tischen und winkte ihrer Schwester und Ira zu, bevor auch sie verschwand. Ira setzte sich derweil wieder zu Kae und sah stolz auf ihr Stirnband.
»War es schwer?«, fragte Kae sie. Ira schüttelte den Kopf.
»N-n-n-n-n-n-nein. Aber aufgeregt war ich trotzdem.«
Es vergingen nur wenige Minuten, als plötzlich die Tür des Klassenraumes auf flog und Maze wieder zurück in den Raum stürzte und stolz ihr Stirnband in die Luft hielt. Doch bevor sie auch noch etwas dazu sagen konnte, rief Iruka schon den nächsten Namen.
»Ryu, Kae.«
Das älteste Mädchen in der Klasse stand auf, nickte Maze zu und lächelte, während sie Iruka in den Nebenraum folgte – der Raum, in dem ihre Kameraden schon die Abschlussprüfung absolviert hatten. In diesem Moment bemerkte sie doch, dass sie ein wenig nervös geworden war. Nicht weil sie sich die Prüfung nicht gewachsen fühlte, sondern weil sie selten alleine ohne ihrer Schwester und Ira war. Beide stellten ihre sichere Zuflucht da. Iruka setzte sich wieder an dem Tisch, neben seinen Prüfungspartner Sensei Mizuki. Beiden sahen sie erwartungsvoll an, während Iruka sprach:
»Zeig uns dein Kage-Bunshin-no-Jutsu.«
Kae nickte und atmete einmal tief durch. Sie formte die passenden Fingerzeichen und erschuf drei einwandfreie Doppelgänger.
»Bestanden.«
Iruka nickte zufrieden und griff nach einem der ihm vorliegenden Stirnbänder – versehen mit dem Zeichen Konohas. Er hielt es Kae hin und lächelte.
»Herzlichen Glückwunsch, Kae. Ich habe nichts anderes von dir erwartet.«  
Das Mädchen verbeugte sich zum Dank und nahm das Stirnband entgegen. Als sie es in der Hand hielt, hielt sie kurz inne und sah einige Sekunden auf das Symbol des Dorfes hinter den Blättern. Sie war nun eine vollwertige Kunoichi geworden. Nicht nur das - sie war ein vollwertiges Mitglied von Konoha. Ihre neue Heimat.
»Kaum zu glauben.«, kam es plötzlich von Mizuki, der mit verschränkten Armen dort saß und Kae musterte. Sie sah ihn an, ohne eine Miene zu verziehen, und wartete ab, ob er noch etwas zu sagen hatte.
»Zwei Ryus in Konoha. Wird sich zeigen, ob wir hierbei von Glück oder Pech reden werden.«
Kae bemerkte sofort den spitzen Unterton in seiner Stimme. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen und mit scharfem Blick, sah sie Mizuki direkt in die Augen – doch bevor sie etwas sagen konnte, mischte sich Iruka ein.
»Kae und Maze sind eine Bereicherung für unser Dorf. Sag sowas gefälligst nicht.«
Das Iruka die Mädchen unterstützen wollte, war offensichtlich und wunderte Kae nicht. Mizuki sagte nichts darauf, sondern grinste sie weiter herausfordernd an.
»Wir werden es sehen.«, gab er schließlich nur von sich und hielt den Blick stand.
»Werden wir.«, gab Kae zurück und ging dann aus dem Raum - wieder auf den Weg zu ihrer Schwestern und ihrer besten Freundin. Dabei hielt sie das Stirnband fest in ihrer Hand umklammert und riss sich zusammen, um ihre Wut zu unterdrücken. Hinter ihr hörte sie einen tiefen Seufzer von Iruka und ein kurzes Auflachen von Mizuki. Eine neue Zeit hatte für sie nun begonnen. Ob eine gute oder schlechte würde sich nun noch zeigen.

Als Kae wieder zurück in den Klassenraum ging, erwarteten Ira und Maze sie schon gespannt – auch wenn sie keine Zweifel hatten, dass auch sie die Prüfung geschafft hatte. Ira hatte sich ihr Stirnband schon voller stolz um die Stirn gebunden, während das Stirnband von Maze um dessen Hals hing. Kae tat ihnen gleich und band sich ebenfalls ihr hart erarbeitetes Stirnband um. Sie wählte ebenfalls, wie Ira, die Stirn. Ohne weiter etwas zu sagen, lächelten sie sich zufrieden an. Besser hätte der Tag nicht laufen können.

Nach der Verkündung der Beendigung der Abschlussprüfung durch Iruka, trafen sich alle frisch gewordenen Ge-Nin draußen vor den Toren der Akademie. Kae, Ira und Maze waren die Letzten, die die Akademie verließen. Alle Ge-Nin unterhielten sich angeregt über ihren Erfolg, während ihre Angehörigen stolz zuhörten und sich mit ihren Kindern freuten.
»Hey, schaut m-m-m-m-mal da!«, rief Ira plötzlich und zeigte in die Richtung vor sich. Etwas weiter abseits standen Mamiya und Shigure und winkten ihnen zu.
»Sie sind echt hier hin gekommen.«, stellte Maze freudig fest. Noch immer verließen Mamiya und Shigure nur sehr ungern das Haus. Das sie jetzt dort standen, um die Mädchen zu empfangen, bedeutete ihnen viel. Schnell liefen sie zu ihnen.
»*Die Arschgeigen sind wieder da.* wow, die Stirnbänder stehen euch richtig gut!«, rief Mamiya und nahm Maze in den Arm, nachdem diese ihr stolz ihr Stirnband präsentiert hatte.
»Es war gar nicht schwer!«, rief diese glücklich und hüpfte hin und her.
»Und wie war es für euch?«, fragte Shigure interessiert die anderen beiden Mädchen und stemmte die Hände in die Hüfte. Ira grinste triumphierend.
»Gar nicht schwer. E-e-e-es war ganz einfach.«
Kae nickte nur zustimmend. Shigure schien zufrieden. Mamiya klatschte darauf in die Hände und rief:
»Zur Feier des Tages gehen wir alle gemeinsam essen!«
Verwundert schauten die Mädchen sie mit großen Augen an.
»Außerhalb?«, fragte Ira ungläubig nach, als würde sie ihren eigenen Ohren nicht trauen.
»Ja, außerhalb. Sucht euch gerne aus, wo ihr essen möchtet.«
Die drei Mädchen sahen sich weiterhin verwundert nacheinander an. Das war etwas ganz Besonderes. Außerhalb essen gehen, war sonst nie möglich gewesen. Mamiya hatte sich immer zu sehr geschämt. Aber heute nahm sie all ihren Mut zusammen. Für ihre Schwester. Für ihre Ziehkinder. Für die Drei begann nun schließlich ein neues Leben. Und das wollte sie begleiten. Zumindest so gut sie konnte.
»YEAH! COOL!«, Ira und Maze fielen sich um den Hals und hüpften gemeinsam auf und ab, während sie sich zuriefen, wo sie denn am liebsten Essen gehen würden. Mamiya verzog das Gesicht, da sie nicht verstand, wo die Mädchen denn nun hin wollten.
»Entscheidet euch mal und sagt mir ein Restaurant oder so.«, versuchte sie ihnen zuzurufen, doch Ira und Maze hüpften immer noch unkontrolliert auf und ab. Kae lächelte und wandte sich an Mamiya.
»Ich denke Ichirakus Imbiss ist eine gute Wahl.«
»Finde ich gut.«, gab Mamiya zurück und seufzte.
»Na dann... Ira, Maze, dann mal los.«
Doch die Angesprochenen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und feierten sich selbst weiterhin ausgiebig.
»Unglaublich.«, brummte Mamiya und verschränkte die Arme. Doch dann räusperte sie sich und schrie:
»HÖRT AUF DAMIT! WIR GEHEN JETZT ESSEN!«
Ira und Maze zuckten erschrocken zusammen, fingen dann aber an zu lachen, nachdem sie Mamiyas genervtes Gesicht gesehen hatten. Die Älteste seufzte erneut.
»Na dann mal los. *Ihr seid alle bescheuert.*«
Gemeinsam mit Shigure lief sie voran. Die Mädchen wollten ihr gerade folgen, als Kae jemanden entdeckte. Sie blieb stehen und sah zu dem großen Baum des Hofes, an dem eine Schaukel hing, auf dem Jemand saß. Ira und Maze folgten Kaes Blick.
»Oh.«, kam es mitleidig von Ira, als sie erkannte, dass es sich um Naruto handelte.
»Armer Kerl.«
Auch Maze hatte ihn erkannt.
»Er tut mir echt leid. Sollen wir ihn fragen, ob er mit kommen möchte?«
»Das habe ich mir auch gerade gedacht.«
Gerade als Kae dies gesagt - und den ersten Schritt in Narutos Richtung getan hatte, erschien Mizuki bei ihm.  
»Hm.«, kam es von ihr.
»Sensei Mizuki kümmert sich um ihn. Das wird schon in Ordnung sein.«
Ira und Maze stimmten ihr zu und folgten nun Mamiya und Shigure zum feierlichen Auswärtsessen.

Kurze Zeit später saßen alle fünf bei Ichirakus Imbiss und wurden freudig begrüßt. Mamiya hob grüßend die Hand und rief:
»*Einmal die ganze Saufkarte, bitte.*«  
Teuchi grinste amüsiert.
»Schön euch mal wieder zu sehen.«, sagte der Besitzer des Ramen Restaurants und erfreute sich sichtlich, die Oki Geschwister zu sehen.
»Wer sind denn die beiden bezaubernden Mädchen an eurer Seite?«, fragte er, als er die Ryu-Schwestern ansah.
»Ich bin Maze und das ist meine Schwester Kae. Wir wohnen bei Mamiya. Und wir haben heute, zusammen mit Ira, die Abschlussprüfung geschafft.«, erzählte Maze stolz und tippte gegen Kaes Stirnband auf ihrer Stirn. Teuchi hörte aufmerksam zu, während er schon dabei war, Schüsseln mit Ramen zu befüllen.
»Ach, seit ihr die beiden Mädchen aus Sunagakure?«
»Ja, genau.«, antwortete Kae und beobachtete Teuchi bei seiner Arbeit.
»Ihr seit schon einige Jahre hier im Dorf und habt noch nie bei mir gegessen? Naja, besser später als nie.«, er lachte. Auch Kae lächelte. Weil ihr nicht die Wahrheit kennt. Deshalb bleiben wir mehr unter uns. Dachte sie jedoch dabei. Allerdings tadelte sie sich selbst sofort für diese Gedanken. Sie hatte sich fest vorgenommen, nicht mehr an die Vergangenheit zu hängen. Sie wollte nicht leugnen, woher sie kam. Allerdings wollte sie sich auch nicht von ihrer Vergangenheit ihre Zukunft vorschreiben lassen. Doch es fiel ihr noch schwer. Sie sah, wie Teuchi einem nach dem anderen eine Schüssel Ramen vor die Nase stellte.
»Dann feiern wir eure Abschlussprüfung und das Mamiya und Shigure es mal wieder vor die Tür geschafft haben. Das Essen geht aufs Haus.«
Mamiya wurde rot vor Scham.
»Das ist sehr nett aber wirklich nicht nötig!«
»Doch, doch.«, winkte Teuchi ab und lächelte zufrieden.
»Das letzte mal das du hier warst ist ja schon ewig her. Da warst du damals noch oft mit Iruka hier. Was ist eigentlich aus euch -«
»JAAA DANKE! Guten Appetit dann!«, rief Mamiya ungestüm, um so schnell wie möglich vom Thema abzulenken.
»Hey, Ira.«, flüsterte Kae ihrer Freundin zu und beugte sich über Maze, um Ira besser zu verstehen. Ira wandte sich ihr aufmerksam zu.
»Wir sollten ein geheimes Treffen zwischen Mamiya und Sensei Iruka organisieren.«
Ira grinste gehässig.
»Auf jeden Fall. A-a-a-a-aber das darf Mamiya vorher auf keinen Fall mitbekommen. Sonst explodiert sie.«
Während die Mädchen amüsiert kicherten, starrte Shigure schockiert auf die Schüssel vor ihm. Mamiya bemerkte dies und kniff ihre Augen zu schmalen Schlitzen zusammen.
»Iss!«, zischte sie ihm zu.
»Aber-«, Shigure schluckte.
»Das Essen wurde nicht von mir oder euch gemacht. Es ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit verseucht.«
»Das stimmt doch gar nicht. Du bist unhöflich. *Friss das jetzt!*«, rief Mamiya, die ihren Bruder am liebsten durchgeschüttelt hätte. Es hatte schon Jahre gedauert, bis Shigure akzeptiert hatte, dass er auch das Essen essen konnte, was seine Familienmitglieder zubereitet hatten. Seine Angst vor Keimen und Bakterien war stark in ihm. Mamiya liebte ihren Bruder und konnte es verstehen, wenn man sich einfach nur in seinem Schneckenhaus zurückziehen will. Aber für Shigure und Ira wünschte sie sich ein anderes Leben und versuchte sie zu ermutigen, auch am normalen Leben teilzunehmen.
»Ich werde sterben.«, murmelte Shigure vor sich hin, während Teuchi ihn gekonnt ignorierte und Mamiya die Augen verdrehte.
»*Jetzt heult der Spacko wieder.*«
»Komm schon Shigure. Es schmeckt super! Du wirst nicht sterben. Da sind keine Bakterien oder so.«, rief Maze ihm zu.
»M-m-m-m-mach es für uns.«, unterstützte Ira sie und auch Kae sagte noch etwas dazu.
»Für uns zu unserer Abschlussprüfung.«
Alle sahen Shigure mit großen Augen an und warteten ab. Der junge Mann seufzte.
»Wenn ich sterbe, seid ihr dafür verantwortlich. Guten Appetit.«
»Guten Appetit!«, riefen die Mädchen gleichzeitig begeistert und fingen an zu essen. Sogar Shigure – der aber natürlich nicht zugeben wollte, dass ihm die Suppe außerordentlich gut schmeckte. Die kleine Familie saß noch lange bei Teuchi und unterhielten sich und feierten ausgelassen. Mamiya und Shigure – der natürlich nicht gestorben war – schienen außergewöhnlich entspannt außerhalb ihres sicheren Zuhauses. Ira war generell etwas mutiger, als ihre Geschwister, aber auch bei ihr war das Stottern in diesem Moment nicht so ausgeprägt wie sonst. Maze lachte ausgelassen und auch Kae war entspannt und locker. Sie hatte sich gut an ihr Leben in Konoha  gewöhnt und ihre neue Familie ins Herz geschlossen. Trotzdem verging so gut wie kein Tag, an dem sie sich nicht zurück an ihre Zeit in Suna erinnerte. Und jedes Mal war es mit einem kleinen Stich in ihr Herz verbunden. Deshalb versuchte sie immer ihre Gedanken an Suna sofort wieder zu verbannen. Sie saugte diese Momente, wie im Restaurant, auf wie ein Schwamm. Und es legte sich wie ein Pflaster auf ihr Herz. Sie hoffte, dass ihr diese ganzen Pflaster niemals abgerissen werden.

Am nächsten Morgen saß Kae auf dem Dach des Hauses ihrer Wohnung und  schaute über die Dächer von Konoha, während die Sonne aufging.
»Na, du bist schon wach?«
Kae sah zu Mamiya, die zu ihr auf das Dach gestiegen war und sich zu ihr setzte.
»Siehst du dir die Sonne an?«
»Ja. Es scheint ein schöner Tag zu werden.«
Mamiya seufzte, lehnte sich zurück und stützte sich mit ihren Armen ab.
»Wenn ihr nachher los geht, um eure Passbilder zu machen, nehmt ihr Naruto bitte mit?«
Kae sah sie verwundert an.
»Naruto?«
Mamiya nickte.
»Ja. Er hat die Prüfung doch noch bestanden. Unter großen Theater und Tamtam *Der blöde Affe. Halt die Fresse* aber er hat es wohl geschafft. Iruka hat mich drum gebeten, ob wir darauf achten könnten, dass *Na! Der kleine Pisser* auch nicht den Termin verschläft.«
Kae freute sich für Naruto, grinste dabei aber auch amüsiert.
»Iruka also, ja?«
Mamiya seufzte,
»So ein gehässiges Grinsen kenne ich gar nicht von dir. Aber ja. Iruka war vorhin kurz da.«
»Nur kurz?«
Mamiya kniff die Augen zusammen und sah Kae böse an.
»Werd nicht frech, Fräulein.«
Der frisch gebackene Ge-Nin sah wieder zur Sonne.
»Wieso macht ihr beide euch das Leben schwer, wenn ihr euch offensichtlich sehr gerne mögt?«, fragte sie und dachte kurz an Ran und Baki – schob den Gedanken allerdings schnell wieder zur Seite.
»Naja«, Mamiya atmete tief durch.
»Weil es einfach nicht funktioniert. Wir waren schon immer gute Freunde und haben auch versucht noch mehr zu sein, aber es funktioniert einfach nicht. Wir sind uns viel zu ähnlich und geraten deshalb  ständig aneinander. Und wenn man sich immer nur streitet, nagt das an einem. Wir haben es oft versucht, aber es hat nie funktioniert. Deshalb haben wir beschlossen, es zu lassen und Freunde zu bleiben, bevor wir noch anfangen uns zu hassen.« Kae hörte ihr aufmerksam zu, während Mamiya  den Kopf in den Nacken legte und in den Himmel sah.
»Ich bin nur noch nicht bereit dazu eine einfache Freundschaft zu führen. Das braucht Zeit. Innerlich habe ich wohl noch immer nicht damit abgeschlossen.«
»Du hast beschlossen, dass es keinen Sinn macht so an jemanden zu hängen, aber tust es trotzdem noch?«, fragte Kae weiter, während sie in die Ferne starrte und mit ihren Daumen langsam über ihr Halsband strich. Mamiya zuckte mit den Schultern.
»Ja, es ist kompliziert. Vielleicht ist das ein erwachsenen Ding, oder so. Wenn du mal erwachsen bist, weißt du vielleicht-«, sie sah zu ihr und stockte, als sie sie ansah. In diesem Moment ließ Kae erschrocken von ihrem Halsband ab und wurde rot.
Na, wahrscheinlich kannst du es sehr wohl schon nachvollziehen. Schließlich trägst du es immer noch jeden Tag und schützt es, als wäre es dein größter Schatz. Wahrscheinlich ist es das auch. Dachte Mamiya und beschloss Kae nicht noch weiter in Verlegenheit zu bringen und sie nicht darauf aufmerksam zu machen. Sie hatte es ohnehin schon selbst verstanden. So ließ sie sich schließlich auf den Rücken fallen und hob ihren Arm in die Luft, als würde sie nach den Wolken greifen wollen.
»Irgendwann treffe ich bestimmt einen guten Kerl.«
Kae sah über ihre Schulter zu ihr. Mamiya schien nachdenklich und ließ den Arm wieder sinken.
»Weiß nur noch nicht, wie ich dann erkenne, dass es auch wirklich passt.«
»Ich mach dann so – », Kae formte mit ihrem Daumen und ihrem Zeigefinger ein O, als Mamiya sie ansah.
»Dann weißt du, dass es wirklich passt.«
Mamiya fing an zu lachen, war gleichzeitig aber auch gerührt.
»Das ist gut. Dir vertraue ich. Wenn du sagst, es ist gut, dann ist es auch gut.« Auch Kae lächelte.
»Dann ist es ja geklärt.«
Mamiya nickte.
»Ich glaube, es ist Zeit. Ich hole Ira und Maze, damit ihr Naruto abholen könnt.«
»Okay.«

Kurze Zeit später standen die Mädchen vor Narutos Wohnungstür. Nach einer ganzen Weile und einige Male klopfen, öffnete er endlich die Tür. Er stand noch dort im Schlafanzug und rieb sich verschlafen die Augen.
»Hä? Was macht ihr denn hier?«
»Wir sind euer persönlicher Abholdienst, gnädiger Herr.«, erklärte Maze und stemmte die Hände in die Hüfte. Doch Naruto verstand noch nicht ganz.
»Abholdienst?«
Ira seufzte.
»Für das P-p-p-p-p-passfoto. Für unseren Ausweiß. Du solltest dich umziehen, sonst k-k-k-k-kommen wir zu spät.«, sagte sie und sah neidisch auf Narutos Schlafmütze.
Seine Augen weiteten sich erfreut, als er endlich begriff, worum es ging.
»Ah ja!«, rief er.
»Davon hat Sensei Iruka noch gesprochen. Ich habe mir da was für überlegt! Wartet hier auf mich, ja?«, er warf die Tür wieder ins Schloss und ließ die Mädchen ratlos zurück.
»Das kann nichts Gutes bedeuten, oder?«, fragte Maze, freute sich aber schon darauf. Sie liebte Narutos Streiche. Ira schüttelte den Kopf, während Kae die Arme verschränkte und seufzte.
»Na dann warten wir mal.«

Während die Kinder sich auf den Weg gemacht hatten, klopfte es bei den Oki  Geschwistern an der Tür. Shigure öffnete diese und sah Genma, der mit seinen  Händen in den Taschen vor der Tür stand und ihn gelangweilt ansah.
»Hi.«, kam nur kurz von ihm.
»Hallo.«, begrüßte auch Shigure ihn kurz angebunden.
»Ist Mamiya auch da?«, fragte Genma, während er über Shigures Schulter sah. Dieser trat einen Schritt zur Seite, damit er eintreten konnte – was er auch direkt tat.
»Hallo Genma.«, begrüßte Mamiya ihn, während sie am Esszimmertisch Zwiebeln schnitt, um das Mittagessen vorzubereiten. Sie rieb sich die Augen, die langsam anfingen zu tränen.
»Wow, das ist ja fast so schlimm wie in die heißen Quellen zu fallen, nur das es in den Augen brennt und *nicht im Arsch!* äh ich meine nicht auf der Haut.«
Genma stockte und musste sich sichtlich ein schmunzeln verkneifen. Mamiya bemerkte dies und stand auf, um sich die Hände zu waschen.
»Du darfst ruhig lachen. Ist schon in Ordnung.«
»Später vielleicht.«, antwortete Genma, konnte sich aber ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
»Der Hokage wünscht euch beide zu sprechen.« Mamiya drehte ihren Kopf zu ihm.
»Wen? Shigure und mich?«
Genma nickte, während er auf seiner Nadel herum kaute.
»Beeilt euch. Er möchte euch sofort sehen.«, er drehte sich um und lief wieder zur Haustür.
»Was möchte der Hokage denn?«, fragte Shigure, der nicht sonderlich begeistert zu sein schien. Genma blieb nicht stehen, als er antwortete.
»Das möchte er euch selbst sagen.«
Shigure sah zu Mamiya und war natürlich nicht begeistert.
»Hab auch kein Bock.«, gab Mamiya zu, während sie sich die Hände abtrocknete.
»Hoffen wir mal, dass es sich um etwas ganz banales dreht. Wird schon schief gehen. Komm, wir bringen es schnell hinter uns.«, achtlos warf sie das Handtuch auf denn Esstisch und verließ mit Shigure die Wohnung.

Kurze Zeit später betraten die Geschwister das Haus des Hokages und liefen direkten Weges zu dessen Büro.
»Vielleicht sind wieder Kinder aufgetaucht, die wir aufnehmen sollen.«, überlegte Shigure, der schon den ganzen Weg darüber gegrübelt hatte, was Hiruzen nur von ihnen wollen könnte.
»Das wärs. Dann bräuchten wir aber eine neue, größere Wohnung.« Mamiya klopfte an die Tür des Zimmers des Hokages und wurde wenige Sekunden später auch schon hinein gerufen. So öffnete sie die Tür und betrat mit ihrem Bruder den Raum. Beide stockten abrupt, als sie sahen, dass nicht nur der Hokage anwesend war, sondern auch einige der bedeutsamsten Jo-Nin des Dorfes. Asuma Sarutobi, Kurenai Yuhii und Kakashi Hatake.
»Kommt herein – Mamiya und Shigure. Keine falsche Scheu.«, bat Hiruzen sie herein. Shigure kam der Einladung sofort nach – mehr oder weniger freiwillig, während Mamiya kurz stockte. Doch dann folgte sie ihrem Bruder. Dabei musterte sie die anwesenden Jo-Nin und blieb schließlich bei Kakashi hängen. Sie spürte plötzlich diesen Druck im Brustkorb, der immer dann kam, wenn ein Tic aus ihr herausbrach. Bitte nicht jetzt! Dachte sie erschrocken - doch es war schon zu spät. Sie sah Kakashi direkt in die Augen und rief:
»*Sollen wir uns siezen, duzen oder direkt bumsen?*«
Mamiyas Herz blieb stehen vor Scham, während Kurenai verwundert die Augen aufriss und Asuma in seinen Bart schmunzelte. Kakashi hingegen Übergang Mamiyas obszönen Kommentar und sagte stattdessen:
»Ich freue mich auch dich kennenzulernen. Sensei Mamiya.«
Während Mamiya vor Scham am liebsten im Erdboden versunken wäre, hatte Shigure das bemerkt, was an Mamiya  vorbeigegangen war.
»Sensei?«, fragte er verwirrt. Und auch bei Mamiya schien es nun angekommen zu sein. Wie? Sensei? Hiruzen nickte und sagte mit ruhiger Stimme:
»Ich habe euch hier versammelt, um euch mitzuteilen, dass ihr auserwählt wurdet, die frischen Ge-Nin unter euren Fittichen zu nehmen und auszubilden. Jeder von euch bekommt ein Dreierteam zugeteilt.«
Während Kurenai, Asuma und Kakashi ruhig und unbeeindruckt schienen, starrten Mamiya und Shigure den Hokage ungläubig an.
»Sensei? Wir?«
Was für eine Katastrophe. Das konnte nur schief gehen.

Autorennotiz

Willkommen zu meiner neuen Naruto-Fanfiktion: »Seelen - Die Schwestern aus der Wüste 2«. Die Fortsetzung zu meiner ersten Fanfiktion »Die Schwestern aus der Wüste«. Die Fanfiktion schließt sieben Jahre nach den letzten Ereignissen an und spielt innerhalb Naruto Classics. Achtung: Die Fanfiktion bricht teilweise den Canon der eigentlich Geschichte von Naruto Classic. Beispielsweise gibt es bei der Chu-Nin-Auswahlprüfung Gegnerkonstellationen, die es in der eigentlichen Geschichte von Naruto nicht gibt.

Jeden Freitag wird ein neues Kapitel veröffentlicht. :)

Ich wünsche euch auch hier viel Freude beim Lesen und danke jedem, der sich die Zeit nimmt, in diese Fanfiktion einzutauchen.
Feedback, Theorien und Gedanken sind immer willkommen! :)

Alle hier verwendeten Charaktere und das ursprüngliche Werk gehören ihren jeweiligen Rechteinhabern. Diese FanFiktion dient rein der Unterhaltung und wird nicht kommerziell genutzt.

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Autor

Micahs Profilbild Micah

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Kapitel: 2
Sätze: 569
Wörter: 5.924
Zeichen: 33.920

Kurzbeschreibung

Fortsetzung der Fanfiktion: »Die Schwestern aus der Wüste«. Sieben Jahre nach der Flucht aus Sunagakure haben sich die Schwestern Kae und Maze gut in Konohagakure eingelebt. Nun steht ihnen der Abschluss an der Ninja-Akademie bevor – der sie zu vollwertigen Kunoichis macht und das Leben der Mädchen noch mal von Grund auf ändert. Sie kommen in neue Teams, erfüllen zugeteilte Missionen und werden schließlich mit der Chu-Nin-Auswahlprüfung konfrontiert. Eine Prüfung, die neue und alte Geister aufweckt. Achtung! Bricht teilweise den Canon von Naruto Classic!