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A Host´s Life

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21.02.26 11:14
16 Ab 16 Jahren
Fertiggestellt

Manchmal bringen ganz banale Dinge das eigene Weltbild ins Wanken und oft  beginnt Widerstand auch ganz genauso: Im Kleinen , mit winzigen Veränderungen des  eigenen Denken und Handelns .
Mit einer simplen Zigarette die im Schützengraben mit einem feindlichen Soldaten geteilt wird,  oder auch einfach nur mit einem Stück Kuchen....

***



((Diese Öffnung im Zentrum ist kontraproduktiv. Auch dein Verstand gibt mir keine Erklärung dafür außer Tradition und Ästhetik. M e n s c h e n ! Es ist typisch für euch alles verkehrt zu machen))
((Nimm dir doch erst mal ein Stück und entscheide d a n n , ob alles verkehrt ist.))
Schlug ich Issrin vor und dachte mir gleichzeitig; dass diese Situation hier eigentlich gar nicht mehr verrückter werden könnte.
ich meine ein außerirdisches Wesen, dass mir vor zwei Wochen meinen Körper, ja mein gesamtes Leben gestohlen hatte, mich seither in meinem eigenen Kopf als Geisel hielt und damit bedrohte auch meine Familie an seine Artgenossen auszuliefern um mich unter Kontrolle zu halten, saß jetzt gerade an unserem Tisch in unserer Küche, zusammen mit meiner Mama und meiner Schwester und ich bot ihm sozusagen Kuchen an...
Einen Gugelhupf mit Rosinen um genau zu sein...


((Das ist  nicht nötig. Dank deinen Erinnerungen weiß ich alles über den Geschmack. Ich weiß dass es ungesund ist für diesen Körper.))
Gab Issrin  ablehnend zurück.

 

Natürlich "hörte" ich sie nicht wirklich, denn es gab auch kein richtiges Geräusch zu den Worten. Es hörte... nein, fühlte sich viel mehr an, wie Gedanken.

So, als würde ich selbst für mich über etwas nachdenken, aber es war eine absolut fremde Gedankenstimme und auch absolut nicht meine eigenen Gedanken. Ich konnte ihr ebenfalls so antworten,, wenn ich das was ich "sagen" wollte direkt an sie "richtete"...

Sie konnte zwar auch alles andere "hören" und sehen was in meinem Kopf vor sich ging, immer und ganz egal, ob ich es wollte oder nicht, aber wenn ich es so machte wie gerade jetzt, wußte Issrin sofort, dass meine Gedanken direkt für sie bestimmt waren. Das Schlimme daran: Niemand außerhalb meines Kopfes nahm Notiz von unserem "inneren Dialog".

Ich war der ultimative Sklave: Unsichtbar, nicht zu hören. Die Fremdsteuerung durch den Yirk war so total, dass ich nicht einmal blinzeln konnte..

Zu Anfangs hatte ich natürlich gekämpft.
Ich hatte versucht zu kämpfen gegen dieses Ding in meinem Kopf.
Der Gedanke ein Alien in mir zu haben, war widerlich gewesen.
Die Dinge die dieses Alien mir ein paar Tage nach meiner ersten Infestation gezeigt hatte, Erklärungen, wo sie sehr bildhaft ausschmückte, wie es ihr überhaupt möglich war, meinen Körper zu kontrollieren, waren widerlich gewesen  und daran hatte sich auch absolut nichts geändert.
Doch im Gegensatz zu meinen ersten Tagen als "Wirt" sah ich Issrin inzwischen nicht mehr nur als ekligen , außerirdischen Parasiten,  sondern vor allem als Person!
Als meine Geiselnehmerin, die viele Möglichkeiten hatte  mir das Leben zur Hölle zu machen und meinen Angehörigen das gleiche anzutun.

Deswegen hatte ich körperlichen Widerstand inzwischen auch fast aufgegeben, nicht aber den Geistigen denn es gab etwas, gegen dass sie trotz aller Macht die sie über mich hatte nichts tun konnte: Kommunikation!

Sie konnte nichts dagegen tzun, dass ich sie ansprach und deshalb nervte ich sie, widersprach ihr und verwickelte sie in Gespräche wann immer ich konnte.
Manche Diskussionen die sich dadurch entwickelten, das muss ich  nach dem ich den ersten Schock überwunden hatte leider zugeben, waren nicht einmal uninteressant  und manchmal hatte ich sogar das Gefühl ein wenig zu ihr durchzudringen.


((Ja, da hast du wahrscheinlich recht,)) sagte ich,

(( Kuchen i s t  unnötig und ungesund.
Genauso wie die Schüssel Chips die du gestern fast alleine aufgegessen hast.
Genauso nutzlos wie eineinhalb Stunden in der Badewanne zu liegen, oder meine Bücher zu lesen!))
(( Natürlich ist es das . Aber alles so zu tun wie d u es tun würdest ist Teil meiner Tarnung. Du und deinesgleichen , ihr füllt den Tag mit Sinnlosigkeiten! ))
Giftete Issrin zurück und versuchte ihre Scham mit Wut zu überspielen.
Gleichzeitig stand sie auf, ohne überhaupt irgendetwas angerührt zu haben und schob energisch den Sessel zurück.

 

"Was du willst schon gehen? Dabei hast du doch noch gar nichts gegessen . Ist dir etwa nicht gut? "
Fragte meine Mama und runzelte verwirrt die Stirn.
"Nein, Mama, aber weißt du, ich ich hab noch ein bisschen was für den Freundschaftsklub zu tun. Lauter organisatorisches Zeug und es ist schon ziemlich spät. Sie verlassen sich auf mich und brauchen es morgen."
Sagte Issrin mit meiner Stimme.
Wie perfekt  sie meinen Ton traf!
Alles so sagte wie ich es gesagt hätte...


Ja, mittlerweile fing ich zwar an mich daran zu gewöhnen, aber trotzdem schockierte die Tatsache dass etwas...Jemand der so vollkommen anders war als ich, in jederlei Hinsicht, haargenau so wie ich klingen konnte...

"Okay Lou, es freut mich wirklich dass du so verantwortungsvoll geworden bist seit du Vollmitglied beim Freundschaftsklub bist ," sagte meine Mutter  .
"Aber es ist doch sicher nicht so eilig damit, dass du nicht mal Zeit hast, ein Stück Kuchen zu essen, oder deiner Familie, die du kaum noch siehst, ein bisschen zu erzählen wie dein Tag war."
Gleichzeitig sah sie mich fest an und ich kannte diesen Blick samt Tonfall nur zu gut, es bedeutete null Verhandlungsspielraum.

((Noch mehr sinnlose Konversation.))
Issrins lautlose Gedankenstimme "seufzte" genervt in meinem Kopf..
Sie fühlte sich wütend an und vor allem  gehetzt als ihr klar wurde, dass ich recht hatte .
Was auch immer sie zu tun hatte, dass es eilig war und spätestens morgen fertig sein musste schien zumindest zu stimmen.
Morgen, wenn wir wieder am Pool waren, in der riesigen unterirdischen Kommandozentrale ihrer Leute.

Der Ort wo sie ihren nassen, kalten schneckenartigen Körper das erste Mal in meinen Gehörgang gezwängt hatte und gewaltsam in mein Gehirn eingedrungen war, während andere- ebenfalls von Yirks besetzte Leute mich festhielten. Ein wahr gewordener Alptraum voller Käfige mit weinenden schreienden Menschen wohin wir alle drei Tage gingen .


((Na ja Issrin, ich bin eine Naschkatze und einfach so meinen Kuchen stehen zu lassen , wirkt verdächtig und unhöflich noch dazu . Ich meine du hast dich in den letzten Tagen ziemlich rar gemacht und sie macht sich eben Sorgen um mich, was sicher überhaupt erst der Grund für sie war sich nach einem zwölf Stunden Arbeitstag noch an den Ofen zu stellen. Wenn du also nicht willst, dass meine Mama dir noch mehr Fragen stellt als sie sowieso schon vorhat, würde ich an deiner Stelle essen und mal mit ihr reden.))
((Ich w e i ß was du denkst, Mensch! Du musst nicht jeden deiner Gedanken direkt an mich richten)) Schnauzte Issrin mich an.  

Sie war wütend über meinen "schnippischen Tonfall", aber zumindest nahm sie sich jetzt endlich etwas auf den Teller.
Zornig rammte sie die Gabel in das Kuchenstück und schob sich etwas davon in meinen Mund.
Durch die Fremdsteuerung der Yirk nahm ich leider nur wenig wahr.
Alles war wie gedämpft und fühlte sich unwirklich an, so als käme es von weit her, aber trotzdem merkte ich, dass der Kuchen noch ein bisschen warm war. Der Teig fühlte sich  flaumig  und saftig an und war verdammt süß.
Der weiche Staubzuckerfilm schmolz in meinem Mund und vermischte sich mit der leicht säuerlichen Note der Rosinen während sich ein Hauch Zimt über alles legte.
Es war herrlich!  

Genauso wie ich es in Erinnerung hatte und ich merkte auch sofort dass Issrin davon vollkommen überwältigt wurde. Hastig schob sie sich noch ein Stückchen in den Mund und noch eins. Sie genoss es! Mein Gehirn wurde kurzzeitig praktisch von ihren Gefühlen überschwemmt.
Issrin Neun-Acht-Fünf vom Ya-Terash-Pool hatte eindeutig eine Schwäche für "menschliche Dinge", das hatte ich relativ schnell herausgefunden  auch wenn sie es mir gegenüber natürlich  nicht zugeben wollte. Immerhin waren Menschen ja minder und primitiv.

Es gab keinen Anlass Zeit für unsere "sinnlosen " Tätigkeiten zu verschwenden.
Na ja, Zeit ließ sie sich dieses Mal auch wirklich nicht denn Innerhalb von wenigen Minuten war alles von meinem Teller verschwunden.


((Anscheinend esst ihr nicht oft Kuchen dort wo du herkommst ))
Stellte ich fest und musste in Gedanken lachen, bereute es im selben Moment aber auch gleich wieder, denn im Grunde waren wir nach wie vor Fremde und Feinde zusammen in einem Körper.
Wenn sie wollte, konnte Issrin ziemlich grausige Dinge mit mir anstellen und ich kannte sie noch zu wenig, um zu wissen  wie weit ich gehen konnte ohne bestraft zu werden.

Zu meinem Glück schien die Yirk meine "Unverschämtheit" aber entweder nicht ernst genug zu nehmen, oder war durch den Kuchen weit genug besänftigt,  um etwas dagegen zu unternehmen.
Ja, zu meiner Verwunderung sprach sie sogar mit mir und nahm sich noch ein Stück während sie gleichzeitig auf die Fragen meiner Mama antwortete.
Fragen über meine Lehrstelle, die Berufsschule .ob ich Probleme hätte... Das Alltägliche eben.


((Nein. Ich hatte andere Dinge zu tun. W i c h t i g e Dinge. Das selbe gilt in der Zeit wo ich  hier bin ))
 ((Wichtige Dinge?... Wie zum Beispiel sich  wieder mit diesem extrem flachen Computerding zu beschäftigen dass du am Pool bekommen hast? ))
((Ja.))
((Okay, und was machst du da eigentlich ? Ich meine seit zwei Tagen starrst du darauf. Erfasst du damit irgendwelche Daten? Warum musst du immer wieder zum Pool ich...-))
((Was ich tue geht dich nichts an. Warum ich den Pool aufsuche geht dich nichts an!))
((In Ordnung, keine Fragen mehr. Was würdest du davon halten dir ein bisschen  von der Sahne zu nehmen?)) schlug ich stattdessen vor, oder besser gesagt, ich bettelte. Bs auf den kleinen Chips- Exzess am Vortag, ernährte Issrin meinen Körper nämlich sehr ausgewogen und gesund...
Verboten gesund !
Ich vermisste einfache Dinge wie Sahne oder  Schokolade .
Vor allem Schokolade!


((Das werde ich nicht tun))
((Warum nicht?,Es schmeckt noch besser damit, oder fällt Sahne auf seinen Kuchen zu tun bei euch unter ein Schwerverbrechen?))
((Nein. Aber es zu tun weil  d u  es willst .))
((Na gut, dann keine Sahne für den Wirt ))
Ich seufzte in Gedanken und gab mir Mühe nicht allzu enttäuscht zu sein. Gleichzeitig  verfolgte ich schweigend die Gespräche "außerhalb".

Die Bedenken meiner Mutter hatten sich inzwischen allem Anschein nach ziemlich zerstreut und meine kleine Schwester schenkte sich zum zweiten Mal Milch nach.
"Hast du nachher noch Lust eine Runde zu spielen?" Sagte sie plötzlich und sah mich hoffnungsvoll an.

Vor meiner Besetzung durch Issrin waren sie und ich uns ziemlich nahe gewesen und hatten viel zusammen gemacht. Jetzt deckte sich das allerdings leider nur sehr selten mit den Plänen meiner Yirk und Emily war dementsprechend verwirrt und enttäuscht als "ich" sofort den Kopf schüttelte.
"Nein, du hast doch vorhin gehört wie ich zu Mama gesagt hab , ich muss noch was für den Freundschaftsklub machen . Vielleicht Morgen wenn du von der Schule kommst, dann kannst du dir meine Zeichnungen auch mal ansehen, ich hab da nämlich wieder so eine Idee die richtig gut werden könnte."
Zeichnungen?, was für Zeichnungen?!

"Achso,"
Emilys Miene hellte sich nur geringfügig auf .
" Du meinst wahrscheinlich die Aliens. Hab ich schon gesehen und schaut interessant aus . Hab auch gar nicht gewusst dass du so gut zeichnen kannst. Die Notizen waren ja echt der Hammer... Willst du dazu vielleicht  auch was schreiben?"
Aliens? , S c h r e i b e n  ?!
Irgendwas musste Issrin gemacht haben während ich geschlafen hatte denn ich hatte weder vom einen noch vom Anderen etwas mitbekommen.  

"Vielleicht. Wenn dann gebe ich dir auf jeden Fall Bescheid und du kannst mal probelesen. Würde mich wirklich sehr interessieren was du davon hältst."
"Wieso ich?"
"Na ja du weißt ja, als kleiner Science-Fiktion-Freak und meine Lieblingsschwester..."
"Ha, ha ha, ich bin ja auch deine einzige Schwester."
"Eben deshalb."
Issrin knuffte Emily freundschaftlich in die Schulter .

((Was hast du vor?))
"Oh ja das wäre cool wenn du wieder schreibst. Ehrlich gesagt hab ich mir schon gedacht dass Schreiben  wäre bei dir jetzt wegen dem Freundschaftsklub sowieso abgehakt."
"Nee, nicht wirklich abgehakt, aber ich habe einfach weniger Zeit als früher für Geschichten, das ist alles. Wirklich komplett wegkommen von der Schreiberei und dem Ganzen das könnte ich mir doch gar nicht vorstellen. Außerdem beschäftigen sich beim Freundschaftsklub auch ziemlich viele Leute mit na ja... Sci-Fi-Kram."
"Ach? Sag bloß das sind in Wirklichkeit lauter Trekkies die einfach gern am Lagerfeuer sitzen."
Emily schüttelte den Kopf und lachte über ihren eigenen Witz.
"Nicht so ganz, aber du bist ziemlich nah dran."
((Issrin!))
" Sag´ mal Em, welche von  meinen Zeichnungen hat dir eigentlich am Besten gefallen?"
((I s s r i n!))
"Hm..."
Nachdenklich kaute Emily auf der Unterlippe.
Mit der Gabel schob sie nachdenklich die Krümel auf ihrem Teller hin und her.
 "Die Maks glaube ich. Vier Hände zu haben wäre manchmal sicher cool und dann noch diese eine Spezies...Yi...Yü- Wie spricht man das nochmal aus?"
"Yirks."

((WAS?!))
((Dachtest  du nicht gerade , ich sollte mir Zeit für etwas Sinnloses nehmen?. Etwas M e n s c h l i c h e s  tun ? Jetzt  tue ich genau das))
Spottete Issrin .
Lachte in meinem Kopf als sie merkte, wie schockiert ich war.
..."Yirks?, Klingt irgendwie nach Schluckauf. "  
Meine Mama kicherte  während ich starr vor Schreck fassungslos zusah.  Zusehen musste...
Nein, nein, nein. Das hier konnte einfach nicht wahr sein, Durfte nicht wahr sein.
Issrin hatte versprochen sie in Ruhe zu lassen, wenn ich kooperierte und das hatte ich getan.
ich hatte absolut nichts getan um das hier zu verdienen !

((WARUM TUST DU DAS?!))
(( Zu meinem Vergnügen und weil es etwas ist  was  d u tun würdest. Deiner Sippe droht keine Gefahr.))
Mama...Emily... Nein...
 (( B e r u h i g e  dich.))

Obwohl da immer noch Spott war, fühlte ich  auch Belustigung. Ich wusste dass sie die Wahrheit sagte.
Das hier war anscheinend nur eine Art Experiment  , ein "Spiel" das Issrin mit meiner Familie spielte.
Das änderte jetzt natürlich nicht wirklich was daran dass ich  immer noch wütend war,  aber zumindest entspannte   ich mich etwas und lenkte auch meine Aufmerksamkeit wieder auf  Emily die Mama inzwischen mit gespielter Ernsthaftigkeit fest in die Augen blickte und sagte:
"Also du solltest dich wirklich  nicht über die Yirks lustig machen, Mama. Sie sind  immerhin die Herren der Taxxons, die Bezwinger der Hork Bajirs . Herrscher über die Nahara, Ssstrams und die Maks"
"Ja und bald auch Eroberer der Erde und der Menschen"

Issrin lachte wieder, dieses Mal aber für alle gut hörbar und zwinkerte Emily verschwörerisch zu.
"Ach ja? und womit erobern diese "Yirks" die Erde., etwa mit vielen Raumschiffen und Strahlenkanonen?"
"Nein. Aber es ist auch kein richtiger Krieg , vielmehr sowas wie eine Invasion. Sie übernehmen die Körper der Menschen indem sie über das Ohr bis ins Gehirn eindringen . Erst einmal dort,  kontrollieren sie ihn und zwar vollständig. Der Mensch existiert danach zwar noch und ist auch bei vollem Bewusstsein, aber er ist absolut wehrlos"
"Igitt,"
Angewidert schüttelte Mama den Kopf und stellte ihren leeren Teller in die Spüle bevor sie mit einer vollen Tasse Kaffee wieder zurück an den Tisch kam.
"Klingt ja nach ziemlich bösen , ekligen kleinen Dingern über die du da schreiben willst  "
"Also ich mag sie". Sagte Emily zu "meiner" Verteidigung.
"Ich meine die Yirks sind anders als wir, aber anders heißt nicht immer gleich böse und sie führen ja eigentlich auch nur Krieg  weil sie hören, sehen und sich frei bewegen wollen. Ganz genauso wie alle anderen Spezies,.
Lous Geschichte würde doch gar nicht funktionieren, wenn  die ganzen anderen Alien-Rassen  oder zumindest die Menschen, das einfach nur mal kapieren würden, oder Lou?...  "

Issrin antwortete nicht .
Stattdessen blinzelte sie verwirrt und für einen Moment war sie ganz in ihre Gedanken versunken.
Aus "Spaß" war ernst geworden.
((Na, hat da jemand einen wunden Punkt getroffen?)) Fragte ich hämisch.
Jetzt war es an mir ein bisschen spöttisch zu sein.
((Nein, keinen wunden Punkt. Ihre Antwort hat mich nur überrascht.  Aber vermutlich ist sie einfach zu jung um die Konsequenzen des beschriebenen Szenarios zu begreifen. Es dauert so unglaublich lange bis eure mentalen Kapazitäten vollständig ausgereift sind.  Sie versteht nicht. ))
((Oh doch, Issrin,  sie versteht es, grade w e i l  sie so jung ist und ich auch.
Weißt du, mir ist sogar v o l l k o m m e n   klar, warum ihr Yirks das alles hier  tut und ich will jetzt auch nicht behaupten, dass ich es nicht genauso machen würde, wenn ich an deiner Stelle wäre , aber...-  .))
(( Halt den Mund , K a l l e k. M e n s c h! Du kannst dir nicht einmal ansatzweise vorstellen,an meiner Stelle zu sein. Eure Spezies ist minderbemittelt und schwach. Eure mentalen Fähigkeiten sind unseren unterlegen und eure Technologie ist rückständig. W i r  haben j e d e s  Recht !  )) Zischte Issrin böse .
Sie fühlte sich wütend an aber da war auch noch etwas.

Irgendetwas dass ich nicht ganz zu fassen bekam und sie störte.
Ich spürte es, auch wenn ich noch nicht wusste was es war.
An Emily gerichtet sagte sie aber: "Hey, weißt du was? Ich sag´  dir einfach wann ich anfange es aufzuschreiben okay?"
"Okay,"
Emily gähnte .
"Aber ich glaub ich geh jetzt trotzdem mal ins Bett. Durch das Rum sitzen bin ich doch ein bisschen müde geworden. Wolltest du nicht auch ins Bett und vorher noch was für den Freundschaftsklub machen?"
"Ja wollte ich und werd´ ich auch,  aber erst esse ich noch brav meinen Teller leer. Der Kuchen ist nämlich wirklich wieder ganz toll geworden, danke Mama!"
"Nichts zu danken. Es war schön wieder einmal mit  dir zu reden."

Ohne jede Vorwarnung kam meine Mutter zu mir herüber und umarmte mich.
Issrin hätte sie am liebsten angewidert von sich gestoßen, aber ich genoss es.
Genoss dass sie nichts dagegen machen konnte wenn sie ihre Tarnung nicht auffliegen lassen wollte,  
Leider dauerte es nicht so lange wie ich mir gewünscht hätte und nach einer gefühlten halben Minute ließ sie mich wieder los.  
"Gute Nacht meine Große und arbeite nicht mehr zu lange. Nichts und niemand ist es wert dass du dich dafür zu Grunde richtest, merk dir das!."
War das letzte was meine Mutter sagte bevor sie im Wohnzimmer verschwand und die Tür hinter sich zumachte . Emily folgte kurze Zeit später.

Ich hörte noch wie die alten Holzstufen knarzten als sie nach oben in ihr Zimmer ging, dann war ich mit Issrin allein in der Küche.
 Ganz in der Rolle der pflichtbewussten Tochter räumte sie den Tisch ab und spülte das wenige Geschirr. Nur mein Teller ließ sie bis zu letzt stehen.
Als sie fertig war setzte sie sich schließlich wieder auf meinen Platz und aß weiter.
Langsam, so als hätte sie plötzlich alle Zeit der Welt dafür.
((Wolltest du nicht noch was erledigen Issrin?)) Fragte ich schließlich mies gelaunt  als sich die ersten Spuren meiner Erschöpfung zeigten und auch mein Körper müde wurde. ((Das werde ich, D a n a c h .))
Noch ehe ich wusste was passierte sah ich  wie Issrin nach dem Löffel in der Sahneschüssel griff, um sich dann abschließend und ohne  sich weiter um mich  zu kümmern ,   eine winzig kleine Portion davon auf den Teller zu häufen .
Soviel also zu ihren Prinzipien ...
Verbrechen begangen. Ich hoffe dir schmeckt die Henkersmahlzeit !

 Fehler sind nicht immer schlecht.
Gerade durch sie kann mit ein bisschen Glück etwas wirklich Großes entstehen.
Eis am Stiel wurde beispielsweise nur durch einen Fehler entdeckt, genauso wie der Teebeutel  oder auch der Herzschrittmacher.
Manchmal machen uns gerade  die Fehler in unserem Leben einiges klar...

***


Das  Büro war klein.
Nur wenige Quadratmeter groß und ein Container. Nur einer von vielen  hier unten im Yirkpool-Komplex.
Ich hatte sie schon ein paar mal gesehen wenn Issrin von einem weiter in der Stadt entfernten Zugang aus den Yirkpool aufsuchte und die "Yirkbahn" benutzte um Zeit zu sparen.


Das war eine Art Röhrensystem, das auf für mich vollkommen unverständliche fast schon magische Weise zirka sechs Meter in der Luft zu schweben schien und aus einem durchsichtigen Material, vielleicht auch aus einer Art Kraftfeld bestand.
Man betrat diese Röhren durch einen Fallschacht und Innerhalb glitten eine Menge Plattformen mit atemberaubender Geschwindigkeit dahin, auch wenn es keinen Ruck beim Anfahren gab sobald man sich in einen der vielen Stühle auf der Plattform setzte, keinen Fahrtwind.


Es hieß natürlich auch nicht wirklich "Yirkbahn"  aber ich nannte es so, weil ich keinen anderen Namen dafür hatte.    
Normalerweise fand ich es zumindest interessant damit zu fahren.
Aber dass Issrin heute nach ihrem Besuch am Pool nicht wieder nach oben gegangen,  sondern zusammen mit zwei anderen Yirks hier her in die "Containerstadt" gekommen war  und jetzt alle drei schweigend den älteren Mann vor ihnen anstarrten, der an einem metallenen Schreibtisch saß und ohne eine Miene zu verziehen,  Daten in einen Holo-Bildschirm eingab , war bisher noch nie passiert.

Es machte mich nervös.
Issrin selbst war auch nervös .
Ich konnte es fühlen, denn in diesen "Büros" arbeiteten meistens hochrangige Yirks.
An einem ihrer  "guten" Tage hatte Issrin mir das einmal erklärt, deshalb war es auch nicht schwer für mich zu begreifen , Dass es sicher kein gutes Zeichen war, hier zu sein.
 
Wie hatte Issrin diesen Mann noch gleich genannt Sub-Visser? und war da nicht auch noch eine längere Zahl dabei gewesen ? Ja!,
Aber  leider konnte ich mich nicht daran erinnern, genauso wenig wie an die Namen der anderen beiden Yirks

Alles was ich sah, war ein  unscheinbarer älterer Fremder mit schon ein bisschen dünnen graubraunen Haaren ,und dunklen Augen.
Er trug eine schwarze Hose, ein elegantes Hemd und eine Krawatte wie man es vielleicht als Bankangestellter oder Versicherungsberater anhatte.
Die anderen beiden  neben mir waren ein schlaksiger Junge mit hellblonden Haaren.
Er war  allerhöchstens zwölf  .
Die andere Person war wesentlich älter.
Vielleicht Mitte dreißig und eine kleine mollige Frau mit rotbraunen schulterlangen Locken.
Sie hatte weiche, freundliche Gesichtszüge  und jede Menge Sommersprossen auf ihrer hellen Haut.
Nein, keine normale Person, nicht nur e i n e   sondern zwei.  Ein Controller! Ein Sklave   der Yirks und gefangen in ihrem eigenen Körper. Genauso wie ich.

Nach fast drei Wochen hatte ich das bereits realisiert, aber es war nach wie vor schwer für mich,  keine Menschen in meinen Leidensgenossen zu sehen und dabei war es auch ganz egal wie oft ich es mir vorsagte.  
Yirk, Yirk, Yirk!  
((Sei still, Mensch. Du störst meine Gedanken.))
Issrin!

Erschrocken fuhr ich mental zusammen, als sie ihre Aufmerksamkeit kurz von dem anderen Yirk weg und stattdessen auf mich richtete . Ihre mentale Stimme klang gereizt, sie fühlte sich gestresst an drohend.
Gleichzeitig hielt sie meinen Körper ganz still.
Sie wagte kaum zu atmen als der fremde Controller endlich von seiner Arbeit aufsah.
"  Ich denke, ihr wisst warum ich euch heute hier herbeordert habe, mitten durch das gesamte Poolgelände.
Oder genauer:  Warum   ich mich hier her bemüht habe, in das  unkomfortable kleine Büro eures Nessirks anstatt ihm meine Nachricht an euch zukommen zu lassen oder sie einfach ins Poolinterface unter euren Dienstnummern einzuspeisen? - Yaplin Neun-Acht-Fünf?"
"Nein Sub-Visser.  Möglicherweise waren unsere Leistungen...ungenügend."


Die rothaarige Frau sprach klar und deutlich während sie stramm stand aber trotzdem  hörte ich  ihre Angst. "Ungenügend? Nun nicht direkt. Carlan hat gute Arbeit geleistet , du hast gute Arbeit geleistet. Jeweils ein Körper von Carlans und alle deiner Wirtsfamilie wurde uns bereits zur Verfügung gestellt. Du hast sogar einige andere Menschen zu unserer Organisation gebracht und zwei davon haben die Absicht demnächst Vollmitglieder zu werden. Außerdem habt ihr euch bisher gut an diese menschlichen Körper angepasst und erregt keinen Verdacht.
Aber ihr seid dennoch nebeneinander eingegliedert worden, als ihr in die Einheit meines vierten Nessirks versetzt wurdet. Als Initianten ersten und dritten Grades  wisst ihr was das bedeutet,nicht wahr,  Issrin Neun-Acht-Fünf vom Ya-Terash-Pool?"

Die Stimme des "Sub-Vissers" klang trügerisch freundlich.
Viel zu freundlich, lauernd.
Issrin erstarrte.
Ich fühlte wie meine Knie weich wurden.
In meinem Hals bildete sich ein schmerzhafter Kloß , aber mein Gesicht blieb vollkommen unbewegt wie eine Maske.
Meine Stimme zitterte nicht.


"Natürlich, Sub-Visser. Es bedeutet Verantwortung für das eigene Handeln.
Verantwortung für das Handeln der Anderen. Kein Initiant hat für seine eigenen Fehler Strafen zu erwarten. Aber dafür werden wir  diszipliniert werden, wenn der Initiant neben uns einen Fehltritt riskiert und umgekehrt. Leichte bis mittlere Fehltritte werden mit Zusatzdienst bestraft.  Schwere haben  Schmerzen zur Folge oder den Tod."
"Ganz genau, Issrin Neun-Acht-Fünf,"

Der ältere Controller beugte sich blitzschnell über den Tisch und ließ seine Handflächen gleichzeitig  so energisch auf die Tischplatte knallen dass alle drei Yirks dahinter zeitgleich zusammenfuhren.
"Und deshalb frage ich mich warum du so leichtfertig eine Bestrafung für deine Kameraden riskierst, wo sie doch bisher wirklich  ausgezeichnet gearbeitet und dich somit vor schwerwiegenden Folgen bewahrt haben. Laut deiner Akte bist du zuverlässig und präzise.
Du arbeitest schnell. Auch  dein Observator, sagt das und hat mir gegenüber  sogar Partei für dich ergriffen als ich ihn zur Rede stellte warum du dich seit wir dir einen Körper zur Verfügung gestellt haben, noch nicht einmal ansatzweise darum bemüht hast, Wirte für unsere Sache zu gewinnen.
Was ist mit den sozialen Interaktionen dieses Körpers vor seiner Besetzung ? mit seiner Familie?"

Soziale Interaktionen,  Familie...
Es dauerte einge ganze Weile bevor ich überhaupt verstand worauf dieser Yirk hinauswollte aber dann plötzlich, von einem Moment zum nächsten war mir alles klar!
Natürlich , Issrin hatte bisher niemanden rekrutiert oder für den Freundschaftsklub angeworben.
Sie ließ meine Familie in Ruhe während diese anderen beiden hier den Yirks  anscheinend eine Menge Frischfleisch geliefert hatten.

Ohne es zu wollen stellte ich mir vor, wie Issrin meine Mama und Emily unter einem Vorwand zum Freundschaftsklub locken würde , wie man sie packen und zum Pool schleifen würde wie sie es mit mir gemacht hatten.
Nein,nein, NEIN !


Panik kam in mir hoch .
Zeitgleich hatte sich Issrins Kontrolle über mich durch ihre eigene Anspannung ein wenig gelockert.
Muskeln in meinem Gesicht zuckten kaum merklich, meine Hände bebten.
((Still! ich warne dich. Wenn du es wagst  deinen Widerstand fortzusetzen, wirst du es bereuen.))
((Bitte Issrin, ich...ich werde still sein aber bitte, b i t t e   sag mir dass es nicht auf das hinauslaufen wird was ich grade denke, nicht Em, nicht meine Mutter! Alles nur nicht das!))
((S t i l l  sage ich. Deine Wünsche stehen nicht zur Diskussion. ))


Gewaltsam drängte Issrin mich zurück und verstärkte die Kontrolle.
Fingernägel gruben sich schmerzhaft ins weiche Fleisch meiner zu Fäusten zusammengeballten Hände.
"Dieser Wirtskörper ist äußerst minderbemittelt was soziale Interaktion betrifft, Sub-Visser und die Familie des Objektes  zu verschonen ist eine Vereinbarung, die ich mit dem Wirtsverstand getroffen habe, um ihn gefügiger zu machen. "
"Eine Vereinbarung?"
Der Sub-Visser lachte , doch es war kein freundliches Lachen.


"Wir treffen Vereinbarungen mit Wirten nur solange sie uns von Nutzen sind . Abgesehen davon sieht  das Infestationsprotokoll vor, möglichst schnell alle Objekte im näheren Umkreis des eigenen Wirtes dem Imperium zu zuführen. Die  Objekte die du bisher verschont hast , sind  ein Sicherheitsrisiko."
"Mit Respekt, Sub-Visser, das sind sie nicht. Der Erzeuger meines Objektes ist eine weibliche Adulte mit einem sehr niedrigen sozialen Status. Die Schwester  ist präadoleszent.  Sie...sie  sind keine Gefahr für uns. Wertlos."
"Aha, ich verstehe . Das heißt also du würdest dich widersetzen wenn ich dir befehlen würde mir diese Körper zu bringen? Du würdest dich mir widersetzen, deinem Sub-Visser und einem direkten Befehl?"
"Nein, Sub-Visser. Ich wäre nützlicher mit einem kooperativen, passiven  Wirt. Aber wenn... wenn   es verlangt wird,, werde ich...Ich werde  sie  bringen."
"Noch heute?"
"Ja, Sub-Visser ."
((NEEEEIIIIN))

Wieder liefen Zuckungen durch meinen Körper als ich mich mit aller Kraft Issrins Fremdsteuerung widersetzte. Vor Anstrengung mich unter Kontrolle zu halten lief ihr der Schweiß über das Gesicht.
Die anderen beiden Yirks starrten sie an, schockiert und kreidebleich.
Sie sahen es ebenfalls, nur der Sub-Visser schien nichts zu bemerken denn sein Blick ruhte unverändert auf Issrin und die eiskalte  Stimme blieb ruhig.
"Hm, natürlich würdest du das, aber ich denke das wird nicht nötig sein. Halte dich an deine "Vereinbarung" vorerst... Was war doch gleich dein letztes Aufgabengebiet? vor Nan, Z-Raum-Kartographie?"
"Engramm-Archivierung im passiven Dienst an Bord eines sekundären Poolschiffes, Sub-Visser"
"Oh, natürlich, nun dann betrachte die vergangenen drei Wochen als Akklimatisierungsphase in deinem neuen aktiven Leben. Ich werde auch deine Kameraden weder für deine Untätigkeit  bestrafen lassen, noch für deine momentane Verfassung,  wenn du dich ab jetzt mehr um deine Aufgabe bemühst. Dieser Planet quillt doch gerade zu über vor  Menschen  und sie sind auch  derart soziale Wesen . Eine Andeutung hier,ein Versprechen da. Es ist ganz leicht...Nochmal drei Wochen , dann will ich Ergebnisse sehen,  Ich denke wir verstehen uns."
"Ja, Sub-Visser."
"Gut, dann befolgt eure Befehle weiterhin und hört auf meine Zeit zu verschwenden damit ich endlich diesen Ort verlassen kann. Allesamt wegtreten , dakash!"


Entspannt ließ der Mann sich auf seinen Sessel zurücksinken und würdigte uns jetzt keines Blickes mehr.
Dafür wurde Issrin aber fast von Blicken seziert während sie zwischen den Beiden anderen immer noch zittrig das Büro verließ
((Rebellion, direkt vor den Augen meines Sub-Vissers, wie kannst du es wagen?! Ist dir nicht klar welche Folgen das für mich hat? , für d  i c h ?!   Sympathisieren mit Wirten, darauf steht die Todesstrafe. ))
Sympathisieren mit Wirten? I s s r i n ?! I  
Ich meine sie war weit nicht so grausam wie viele andere, aber ein Sympathisant? Nicht in diesem Universum.
((Ich bin kein S y m p a t h i s a n t . Natürlich nicht. Aber  das spielt keine Rolle , sie werden mich anklagen. ))
Sie....
Natürlich brauchte ich gar nicht erst nachfragen wen Issrin damit meinte.


"Macht sie dir immer noch Probleme, Issrin? Ich hoffe, so ein Missgeschick wie gerade eben passiert dir nicht noch einmal." Der Junge...
Seine Stimme schwankte zwischen falschem Mitgefühl und  eindeutigen Ärger während wir nebeneinander  an Reihen anderer Container vorbei zurück zur "Yirkbahn" gingen.
Issrin war ebenfalls wütend . Fühlte sich beschämt und bloßgestellt, durch mich.

"Wovon sprichst du, Carlan Neun-Acht-Neun? Soll das ein Versuch sein, mir zu drohen?"
"Nein, nicht nur ein Versuch! Bei Noor, ich spreche von deinem Wirtskörper. Ich meine du wirst doch nicht denken, wir hätten es nicht genauso gesehen wie  Sub-Visser  Zweihundertdreiundsechzig. Sie hat dich zittern lassen wie einen Wahnsinnigen, der Schweiß ist dir übers Gesicht gelaufen."
"Ja,"  mischte sich jetzt auch die Frau- der Yirk Yaplin ein.


"Deine  Hände haben auch gezittert. Zum Schluss hat sie dich sogar ein paar mal unterbrochen."
"...Sie hat sich direkt vor unserem Sub-Visser widersetzt."
"...Als er kurz davor war uns für  deine Fehler zur Rechenschaft zu ziehen. Dein Observator hat sich für dich eingesetzt aber er ist nicht unserer und wird dich nicht ewig retten können. Dann werden wir für deine Fehler büßen"
"Ja, Yaplin hat Recht. So etwas darf nie wieder passieren. Noch einmal und wir werden es melden"
" Das wird nicht nötig sein. So etwas wird nicht wieder geschehen."
 

Issrin atmete tief durch und beschleunigte ihre Schritte doch die anderen Beiden blieben ihr auf den Fersen wie Bluthunde.
"Gut und was wirst du dagegen unternehmen?"
"Unternehmen?"
"Ja. Du wirst sie doch nicht damit davon kommen lassen , nicht wahr?.  Ich meine natürlich ist es deine Privatangelegenheit wie du deinen Wirt behandelst aber so ein Verhalten... Ich verstehe dass du etwas anderes gewohnt bist wenn man miteinbezieht woher du stammst aber dass du uns alle in Gefahr bringst, ist absolut nicht tragbar."
"Ich bringe niemanden in Gefahr. "
"Nicht? Und wie oft hast du ihren primitiven Verstand diszipliniert seit du diesen Körper übernommen hast? Laut den Erinnerungen meines Wirts lobt sie dich in höchsten Tönen sobald sie mit den anderen im Käfig sitzt. Sie sagt du bist  zumindestens fair und nicht unnötig "grausam"...Mitfühlend
" Ich habe sie nur einmal diszipliniert. Mehr war bisher nicht notwendig, Yaplin."
"Gut"


Carlan seufzte frustriert und warf Yaplin einen vielsagenden Blick zu.
"Dann ist es jetzt eben zum zweiten Mal notwendig. Issrin, es sind nur  Wirte, Körper, Werkzeuge. Der Verstand der Menschen ist verwirrend , das gebe ich zu, aber in einer Sache unterscheiden sie sich nicht von dem dümmsten Gedd:  Sie parieren nicht, wenn du ihnen nicht von Anfang an mit voller Härte klar machst, wer am längeren Hebel sitzt. Diesen Wirt zum Beispiel,“
Nicht ohne Stolz in der Stimme tippte der Junge sich an die eigene Stirn.
"Habe ich drei Tage lang fast ohne Unterbrechung diszipliniert. Eine sinnlose Rebellion hier, ein Schreien und Flehen da... Ich habe ihn für jede noch so kleine unerwünschte Regung mit vollster Härte bestraft. Seither ist er still."


"Ja. Meine hier hat ein ähnliches Theater aufgeführt wie deine. Zuerst war sie eine Freiwillige und ich muß zugeben, dass ich es nach Vier Generationen mit einem rebellischen Wirt sehr genossen habe, sie bereits innerhalb meines ersten Kandrona-Zyklus in diesem Körper erfolgreich reklassifizieren zu können. Sie hatte sich uns nur im ersten Schock widersetzt und war eigentlich mehr an uns interessiert als abgeneigt. Die Kooperation war angenehm, sinnvolle Fragen und Antworten anstelle von Rebellion und Geschrei, die Stille. Sie wollte alles tun was wir von ihr verlangen, wenn ich dafür  nur ihren geistig degenerierten Bruder und  den Rest ihrer Familie  verschone. Bedauerlicherweise störte ausgerechnet dieser Bruder eines unserer Treffen . Ich habe ihn zum Pool gebracht und auch die Infestation der übrigen Familienmitglieder überwacht, nur um sicher zu gehen. Das hat ihr derart  den Boden unter den Füßen weggezogen, dass sie seither keinen weiteren Versuch unternommen hat die Kontrolle zu übernehmen. Wozu auch? Alle die sie schützen wollte gehören inzwischen uns und jeder Mensch der etwas von ihrem Zustand mitbekommt, wird das selbe Schicksal teilen. Gleichzeitig ist mir aber auch mein Fehler klargeworden:  Durch mein Eingehen auf ihre Wünsche habe ich ihr eine Macht über mich gegeben, die kein Wirt über einen Yirk besitzen sollte, denn  wir machen keine Deals mit niederen Spezies, wir beherrschen sie! Meine Wirtin weiß das inzwischen und ich auch. Also, was wirst du tun um deinen Wirt zur Räson zu bringen ?"  


"Agitation von Emotionen ist ein gutes Mittel um sie zu brechen, Issrin. Vielleicht auch das wiederholte Aufrufen bestimmter Erinnerungsengramme" Schlug Carlan vor und klang so ungerührt als würde er gerade einen Absatz  aus einem bekannten Buch zitieren.


"Nein. Issrins Wirt ist bereits um einiges älter als deiner,  Carlan. Ausgewachsene Menschen lassen sich  in den meisten Fällen davon nicht dauerhaft beeindrucken. Am besten sie bringt uns ohne jeden weiteren Aufschub die Angehörigen dieses Objekts .
Das wird zu erst zwar für eine Menge Wirbel in ihrem Kopf sorgen, aber es wird unsere Gesamtbewertung durch den Nessirk auch erheblich verbessern und danach wird ihr Wirt ein für alle Mal verstehen wo ab jetzt sein Platz ist. Keine Hoffnung, kein Widerstand ...  "
Die Beiden redeten unermüdlich auf sie ein.

Zu meinem grenzenlosen Entsetzen fühlte ich wie Issrins innerer Widerstand gefährlich sank und ihre Wut auf mich stieg.
Mein... nein im Moment, Issrins Magen-  krampfte sich zusammen und es lief ihr eiskalt den Rücken hinunter- Ekel gesellte sich dazu, Verachtung für diese beiden anderen Yirks, auch wenn sie nichts davon nach außen hin zeigte.


" Danke für deinen Rat, Yaplin.  Aber ich  denke ich werde es weiter mit Agitation versuchen. Immerhin ist dieses Objekt schwach und seine geistigen Barrieren sind labil. Bereits ein einmaliges heftiges Beeinflussen ihrer Emotionen hat beinahe zu einer Beschädigung  ihrer mentalen Integrität geführt."
Die Stimme meiner Yirk klang jetzt mindestens so emotionslos wie die der Anderen .
Gleichzeitig "packte" sie mich.
Durchbrach meinen Widerstand mühelos  und widmete sich einer bestimmten Region meines Verstandes.
Eine die sie bisher nur ein mal berührt hatte, ein einziges Mal…


((NEIN ISSRIN!, NEIN...BITTE NICHT!))
((Alles was jetzt passiert hast du ganz allein dir selbst zuzuschreiben))
Issrins "Stimme" klang kalt aber stand in völligem Gegensatz zu ihren Emotionen. Sie hasste das was sie mir gleich antun würde....antun musste und sie fürchtete sich davor aber ich wusste sie würde es trotzdem tun.  
Meine Panik stieg ins unermessliche.
Doch es gab nichts was ich dagegen tun könnte, keinen Ort an den ich flüchten konnte.
Issrin würde mich bestrafen und ich würde es ertragen .
Mir  würde nichts bleiben als um Gnade zu betteln und  zu hoffen dass es bald aufhörte.

"Und?" Sagte Carlan mitten in meine Verzweiflung hinein.
Inzwischen standen wir auf der oberen Plattform neben dem Fallschacht und warteten auf die "Yirkbahn".
Um uns herum war es fast vollkommen still.
Ein monotones statisches Summen und die Stimme des anderen Yirks waren die einzigen Geräusche. Trotzdem hörte ich sie kaum .
" Bestrafst du sie jetzt?"
Er klang auf sadistische Weise fasziniert während er mein  - "unser" - Gesicht musterte.
"Ja"
Issrin seufzte .
"Ich denke wenige Minuten sollten bei ihrer schwachen Konstitution vollkommen ausreichend sein"
"Nur wenige Minuten?!   Also   ich denke, mehrere Wiederholungen der Prozedur in Stundenintervallen wären das absolut Mindeste was sie für ihr unmögliches Verhalten an Bestrafung zu erwarten hat."
"Ja, du hast Recht."


Issrin hob meinen Arm und blickte auf die Uhr
" Wahrscheinlich sollte ich genau das tun . Bedauerlicherweise bin ich aber nicht sehr bewandert mit dieser Disziplinierungstechnik.
Wären sechs Intervalle in den nächsten tetaʏe- nan-noorgeli ab jetzt deiner Meinung nach ausreichend? "
"Ja,das dürfte genügen. Ich würde mich allerdings nicht zu genau an diese Zeiten halten um sie in einem unerwarteten Augenblick zu treffen.

Gut dass du langsam verstehst wie es läuft, dann wirst du auch sicher nicht mehr lange deine Zeit in diesem nutzlosen Teenie-Wirt verschwenden müssen. Ich bin meinen hier dann los in ʏae Nan-Noortcali Ein neuer Taʏetai-Taʏeel'ar steht vor dir!"
Antwortete Carlan mit sichtbarem Stolz.
"Meine Glückwünsche."
Gab Issrin ziemlich einsilbig zurück.


Gleichzeitig spürte ich, dass sie log, sie mochte diesen Yirk ganz eindeutig nicht und verachtete ihn mindestens so wie Yaplin, aber dem schien es gar nicht nicht aufzufallen.
Im Gegenteil, er wirkte jetzt sogar ziemlich zufrieden.
Yaplin war es im Gegenzug dazu ganz offensichtlich nach wie vor absolut nicht.
Ihr Gesichtsausdruck sprach Bände, aber sie sagte zumindest nichts mehr als unser "Wagen" kam und wir alle schweigend auf den  schlichten Sitzen Platz nahmen .

Sofort setzte das Gefährt sich in Bewegung und fast gleichzeitig zog Issrin ihre Aufmerksamkeit von mir weg, ohne mich überhaupt wirklich berührt zu haben.
Sofort entspannte ich mich.
Zumindest ein ganz kleines Bisschen.
((Danke... danke dass du nicht getan hast was...Was  s i e  von dir verlangen.))
((Danke mir  nicht zu früh, Mensch. Solltest du dir noch einmal einen solchen Fehltritt erlauben werde ich mich gezwungen sehen, es tatsächlich zu tun.
Weiters wirst du auch  kein Wort mehr über mich gegenüber  anderen Wirten verlieren.
Sollte dich jemals wieder einer von ihnen darauf ansprechen, wirst du berichten dass ich absolut gnadenlos bin.
Du wirst berichten, dass ich dich für das kleinste Anzeichen von Widerstand foltere und bedrohe. Tust du es nicht, wird es mir nicht möglich sein deine Familie noch länger zu schonen, hast du verstanden?))
((Ja... Ja Ich habe verstanden ))
Murmelte ich immer noch wie unter Schock  und fühlte mich erschöpft.
Gleichzeitig hatte ich das Gefühl jeden Moment ohnmächtig zu werden.
Trauer übermannte mich, Verzweiflung .
Aber trotzdem war da immer noch sowas wie Hoffnung.

Issrin schien ihr Wort immerhin tatsächlich zu halten, auch dann wenn sie deshalb von anderen Mityirks bedroht wurde und sich selbst in Gefahr brachte.
Sie schien ihr Wort zu halten, obwohl sie ein Yirk war und ich nichts weiter als ein Mensch.
Eine minderwertige Kreatur in ihren Augen, nur ein Körper.

Vielleicht lag es auch einfach daran, dass sie wusste wie sehr ihre Freiheiten eingeschränkt wären , sobald sie  ständig   von ihren Artgenossen umgeben wäre : Nie wieder Videospielabende mit meiner Schwester, nie wieder auf der Couch lümmeln und einfach ein Buch lesen, nie wieder Stundenlang in der Badewanne liegen . Nie wieder selbstgemachter Kuchen von meiner Mutter  oder schüsselweise fettige Kartoffelchips.

Denn die meisten von Issrins Leuten hielten nicht sonderlich viel von menschlichen Freizeitbeschäftigungen, beziehungsweise bedeutete "Freizeit" im Leben eines  yirkanischen Soldaten entweder, genügend Zeit um sich auf eine neue Aufgabe vorzubereiten oder eine längere Erholungsphase im Pool.
Wirte waren so etwas wie "Werkzeug" oder "Arbeitsmaterial" für sie und  dienten nicht der Erholung . Sie wurden genutzt und dann möglichst schnell für andere freigegeben wenn sie nicht mehr benötigt wurden, Punkt.
Infolgedessen hätten Issrins Vorgesetzte also bestimmt auch nicht viel übrig für Spiele deren einziger Sinn eben darin bestand, alles andere  um einen herum zumindest  eine Zeit lang zu vergessen oder für leere Kalorien.      

((Es ist wie ich ganz zu Anfangs sagte, Mensch: Ich habe die Angewohnheit meine Versprechen zu halten. Das bedeutet ich werde meinen Teil der Abmachung einhalten, solange du deinen einhälst.
Abgesehen davon sehe ich schlicht und einfach  keinen Sinn darin, deine Angehörigen für meine Artgenossen zu gewinnen. Genauso wenig wie es mir Vergnügen bereiten würde eine wehrlose schwache Kreatur zu quälen ...- Eine Kreatur wie  dich))
Issrins Emotionen schwappten auf mich über.

Da war Wut , Furcht  und Verwirrung, aber gleichzeitig war da auch eine winzige  Emotion. Ein kaum wahrnehmbarer Hauch von etwas dass Sympathie gerade so nahe kam , wie es unter den Umständen noch irgendwie möglich war .
  Issrin versuchte es  zu verbergen aber dennoch war  es da und es  galt mir,
((Ja, ich verstehe.))
Wiederholte ich  und war mindestens genauso verwirrt darüber wie sie selbst.
Ein Lächeln lag mir dabei mental auf den Lippen.
Ich wollte noch etwas sagen, war kurz davor, aber ich tat es nicht.

Warum sollte ich mein Gluck für diesen Tag auch überstrapazieren?
Meine Familie würde sicher sein vor den Yirks und ich war nicht gefoltert worden.
Den Gedanken dass Issrin von jetzt an trotzdem  Wirte rekrutieren , und ich tatenlos dabei zusehen musste wie sie andere Menschen ans Messer lieferte, nur damit Mama und Emily weiterhin sicher waren, schob ich weit von mir.  

Meine Yirk  sagte nichts mehr dazu aber das war auch gar nicht notwendig .
Allein schon dass sie meinen Körper jetzt endlich entspannte und sich etwas tiefer in den spartanischen Sitz sinken ließ. war mir Antwort genug.
Durch die rasende Geschwindigkeit mit der  die "Reiseplattform" durch die Röhre dahin glitt, verschwammen die vielen künstlichen Lichter der Yirkpool-Anlage vor meinen Augen, während der  um uns herum vorbeirauschende Komplex  wirkte wie die bizarre Miniaturversion einer unterirdischen Stadt.
Schnell warf Issrin einen Blick auf meine Armbanduhr.
Zwei Minuten waren vergangen, seit sie es das letzte Mal getan hatte.

Die endlosen Containerreihen lagen inzwischen weit hinter uns...

Die leisen Stimmen der Erinnerung lehren uns oft weit mehr, als der Donner der Gegenwart mit seinem betäubenden
Eindruck...

-Johann Michael Sailer

***


"...Hilf uns ...Oh Gott geh nicht einfach an uns vorbei und tu nicht so als würdest du uns nicht hören ! HIIIILFE! IRGENDJEMAND MUSS UNS HEEELFEN"
"...Spar dir die Luft Kumpel, Die hilft uns nicht. Sie hat ihre Seele verkauft für ein paar Stunden Freiheit und eine bessere Behandlung . Solche Menschen wie die sind noch schlimmer als die Yirks..."
"Na, macht es dir Spaß den Diener für diese  Monster zu spielen?!"
"...Verräter!"
"...Hey, schau her zu uns , HEY!. wir REDEN mit dir! "

Einer der Männer im Käfig hatte sich nach vorne gedrängt. Er war groß, kräftig und hatte eine Glatze.
Seine muskulösen Arme waren voller Tattoos. Sein Gesicht war zerschrammt und blutig. Genauso wie der dünne Kittel den er im Moment trug.  

Nachher wenn der Yirk dem man seinen Körper zugeteilt hatte, wieder zurück in seinem Kopf geschlüpft war, würde er ihn als aller erstes duschen , einen Hautregenerator einsetzen und danach mit dem eigentlichen, sauberen Gewand seines Wirtskörpers wieder raus in die obere Welt gehen als  wäre nichts passiert .
Ich wusste es, hatte es selbst viermal erlebt, vorher...

"Bei Gott , ich schwör´s , wenn ich irgendwann mal hier rauskomme bring ich dich um! Dich und auch den Rest von euch kleinen beschissenen Verrätern. Schau mich gefälligst an wenn ich mit dir rede, du kleine Schlampe! Du wertloses Stück Dreck!"
Natürlich sah ich nicht hin.
Zumindest nicht direkt und versuchte noch schneller zu gehen, aber der Weg vom Volontär-Bereich bis rüber  zum Pool war lang.
Da waren viele Käfige...
"...Da, noch ein kleines Geschenk von mir und deinen Artgenossen damit du an uns denkst wenn dein Herr und Meister dann wieder zurück in deinen hohlen Kopf kriecht "...

Etwas Warmes, Nasses  traf mich plötzlich an der Wange.
Spucke!
Eine der Gefangenen hatte mich angespuckt!



Aus den Augenwinkeln sah sie: Eine alte dünne Frau mit hüftlangen, grauen Locken die mich voller Hass anstarrte und krampfhaft die Gitterstäbe umklammerte...
Fahrig wischte ich mir mit dem Ärmel über das Gesicht.
Tränen brannten in meinen Augen als ich an  ihrem Käfig- dem Letzten in der Reihe -  vorbei ging.

Keine Ahnung, warum ich diesen Weg nahm, anstatt einfach den Rundweg, der unter dem Pool durchführte zu nehmen. Vielleicht weil ich so  besser mit meinen Schuldgefühlen klar kam wenn ich mich von ihnen beschimpfen ließ... Möglicherweise aber auch weil ich vor Kurzem auch noch einer von ihnen gewesen war .
Ich erinnerte mich.
Auch heute wo ich die Schleife trug.
Die Schleife...

Eigentlich war es ja nicht mehr als ein schmales Band aus rotem, schlichtem Stoff quer über meine Brust .
Mit einer ganz ähnlichen Schleife hatten wir in meiner Kindergartenzeit Fuchs und Hase, oder fangen gespielt
Aber trotzdem wog dieses Ding jetzt gerade mehr, als ein halber Berg es je könnte.

Fest kniff ich die Augen zusammen und versuchte an nichts zu denken. Ich wollte nichts sehen , mich nicht erinnern, schon gar nicht an meine erste Zeit als unfreiwilliger Wirt, aber die Bilder waren  plötzlich in meinem Kopf.
Sie waren noch sehr frisch und drängten nach oben, ließen sich nicht ausblenden.
Vielleicht  auch gerade wegen heute...


...(( Ich frage mich, wann du endlich deinen Widerstand einstellst. Er ist zwecklos und verschlimmert nur deine Situation.  Die meisten Menschen lernen es beim ersten Mal)) Sagte die Gedankenstimme der Yirk während sie mit meinen Fingern die Schnitte die die Hork-Bajir-Klingen an meinen Oberarmen hinterlassen hatten prüfend abtastete und mir anschließend den fadenscheinigen Kittel über den Kopf zog.
Einen von diesen grauen sackartigen Kitteln für die unfreiwilligen Wirte,  die eigentlich nicht mehr waren als  hauchdünne, lieblos zusammengeschusterte Fetzen und sobald sie naß wurden, mehr zeigten als sie verbargen

((Ich bin aber nicht Andere oder die Meisten .Ich bin ich!))
((Bedauerlicherweise. Vielleicht sollte ich diesen Körper ab jetzt völlig unbekleidet den Poolwachen übergeben, Auch wenn du dadurch deinen Widerstand nicht einstellst, wäre es zumindest eine Einsparung von Ressourcen. Diese Haare sollte ich ebenfalls kürzen lassen))

Bilder tauchten vor meinen inneren Auge auf: Ich, ein nacktes und zusammengekauertes Häufchen Elend  in den Käfigen  mit einem extremen Kurzhaarschnitt.
Ein kurzer Zoom auf mein Gesicht folgte und noch weitere Frisuren die die Yirk aus meinem Gedächtnis grub während sie diese täuschend echte Halluzination erzeugte.
((Nein, das wäre eher eine Verschlimmerung der momentanen optischen Situation.))
stellte sie schließlich lapidar fest . Ihre  mentale Stimme klang kühl und unbeteiligt, gleichzeitig verschwanden die Bilder.
Aber trotzdem nahm ich noch etwas wahr: Belustigung darüber wie geschockt ich war!
Diese Kreatur.... I s s r i n , hatte nicht wirklich vor, mich nackt in die Käfige sperren zu lassen oder etwas an meinen Haaren zu ändern... Es war nichts weiter als ein S c h e r z !  
Sie hatte einen Scherz gemacht.
Das erste Mal seit sie meinen Körper gestohlen hatte.
Das war neu.
Ungewohnt und schrecklich wie alles andere aber trotzdem auch merkwürdig.
Inzwischen wusste ich nämlich auch dass es nicht selbstverständlich war dass dieses Wesen in meinem Kopf  überhaupt mit mir sprach.

Die anderen Leute aus den Käfigen hatten mir gesagt, dass die meisten unfreiwilligen Wirte keine Antworten  auf ihre Fragen bekamen.
Sie führten keine Gespräche mit ihren Yirks und nach Issrins erstem Poolbesuch  hatte ich mir das in meiner Verzweiflung auch gewünscht.
Endlich Stille!
Nie wieder zu hören wie sie...e s... dieses D i n g meinen Namen sagte.  
Zwei Tage hatte ich es durchgehalten allein zu sein mit meinen Gedanken, während ich von Menschen umgeben war die mit Issrin sprachen und nicht mit mir.
Menschen die sie ansahen aber nicht mich und es war schrecklich gewesen.

In vollkommener Isolation zu leben, gefangen in meinem eigenen Kopf und gleichzeitig einer anderen Kreatur so nahe zu sein, dass ich sogar einen Teil ihrer Emotionen beinahe ständig  wahrnehmen konnte ohne mit irgendjemand zu sprechen oder auch nur  beachtet zu werden, fühlte sich an als wäre man lebendig begraben, ein Hirngespinst oder ein Geist.
Ja, von der einzigen Kreatur die einen hören konnte angeschwiegen zu werden,  war eine besonders grausame Art von Folter.
Vielleicht nicht für alle vernunftbegabte Kreaturen in diesem Universum aber zu mindestens für Menschen wie mich und anscheinend auch für Yirks wie Issrin denn sie war froh gewesen als ich sie schließlich angefleht hatte, wieder mit mir zu sprechen.
Heftige Emotionen, ganz besonders aber Freude , Wut, Angst, Ekel und Überraschung, schien sie  nämlich nicht vollkommen vor mir verbergen zu können.
Ich fühlte sie als wären es meine eigenen.

Deshalb konnte ich manchmal zumindest erahnen was die Yirk dachte , auch wenn ich ihre Gedanken natürlich nicht so sehen konnte wie sie meine solange sie es nicht wollte.  
Fühlen!...
((FASS MICH NICHT AN!))
Meine Hände krampften kurz als ich versuchte Issrin daran zu hindern mich weiter zu berühren und wären wir in diesem Moment in der "oberen Welt" gewesen , hätte  sie mich allein schon für meinen "Tonfall" bestraft .
Mein Rebellionsversuch gegen ihre Kontrolle hätte meiner kleinen Schwester vielleicht sogar ihre Freiheit gekostet aber so verstärkte die Yirk nur halbherzig die Kontrolle über mich während sie das Wasser aufdrehte und den völlig zerschlissenen Kittel achtlos zur Seite warf.

Der Duschraum in dem wir uns befanden,war eigentlich nichts weiter als ein Loch im Boden von oben bis unten ausgekleidet mit langweiligen graugrünen Fliesen.
Einpaar lieblos angebrachte flackernde Leuchtstoffröhren tauchten alles in  blasses schummriges Licht.

Es war zwar sauber aber primitiv, auf das Simpelste reduziert , und wir waren natürlich auch nicht allein.
Mindestens zwei Dutzend andere Yirks reinigten gerade ihre Wirtskörper und der Lärm durch das Stimmengewirr das sich mit dem Plätschern des Wassers mischte war ohrenbetäubend.
Natürlich waren wir alle gemischtgeschlechtlich.
Männer und Frauen vollkommen nackt wie am Tag ihrer Geburt auf engstem Raum ...
Yirks kannten keine Scham.

Schweigend ließ Issrin den Blick schweifen während sie meinen Körper wusch.
Ihre Handgriffe waren inzwischen routiniert und sie nahm zumindest genügend Rücksicht auf mich und meine "lächerlich unnötigen Regungen" indem sie die für mich unangenehme Situation  nicht unnötig ausdehnte.
Sie bemühte sich auch weder meine blauen Flecken zu fest zu berühren noch die Schnittwunden aber trotzdem...

Wenn Issrin mit mir fertig war, würde sie ein raues weißes Handtuch um meinen Körper schlingen und im Nebenraum meine Kleider abholen während einpaar  Hork-Bajir-Controller den Duschraum notdürftig aufräumten und für den nächsten Schwung Human Controller frei machten.
Die Yirks würden jeden einzelnen der zerfetzten Kittel entsorgen .

Sie würden dank ihrer hochentwickelten Technologie  jede einzelne Schramme ihrer Wirtskörper verschwinden lassen können bevor sie das Poolareal verließen.
Kein einziger blauer Fleck würde bleiben, kein Beweis.
Mein Körper würde wieder nach oben gehen und weiterleben als wäre nichts passiert, bis Issrin mich dann drei Tage später wieder hier her brachte...



Ein stechender Schmerz in meinem rechten Ohr und das leider nur zu vertraute Gefühl langsam aber sicher am ganzen Körper gelähmt zu werden, rissen mich aus den trüben Gedanken über meinen  dritten Yirkpool-Besuch.
Inzwischen kniete ich nämlich am Reinfestations-Pier und seit diesem Nachmittag im Unfreiwilligen-Duschraum war viel Zeit vergangen , auch wenn ich nicht genau sagen konnte wieviel.
Es musste bestimmt schon die dritte Woche sein ... Oder war es die Vierte?, die  Fünfte?...
Hatte ich Issrin vor ihrem Sub-Visser vorgestern in Verlegenheit gebracht ? War es vor vier Tagen oder vor einer Woche passiert?

Egal wie angestrengt ich darüber nachgrübelte, Ich wusste es einfach nicht mehr.
Die Tage verschwammen ineinander zu einer endlosen Aneinanderreihung aus hell und dunkel, schlafen und wach sein, bis ich nur noch mehr verwirrt war.

Keine Ahnung , aber ich schätze Zeit verliert einfach ihre Bedeutung wenn man an nichts mehr denken muss. Wenn man keine Verpflichtungen mehr hat und auch keine Termine. Wenn man nicht mehr zu bestimmten Zeiten aufsteht oder auf den Kalender schaut weil es sowieso keinen Zweck hat, weiter an solchen Kleinigkeiten festzuhalten.
Alles verliert an Bedeutung wenn man nichts weiter mehr ist als ein Körper.

Ein bisschen was von Issrins Sekret kam wieder aus meinem Ohr.
Es war warm und eklig.
Fühlte sich an wie rohes Eiklar und lief auch mindestens so zäh über meine Wange bis zum Kinn runter von wo es dann in  einem langen dünnen  Faden wie in Zeitlupe auf meine Schulter tropfte.
Direkt auf die rote Schleife, wo es gut sichtbar ein paar dunkle Flecken hinterließ.

Lässig fuhr meine Hand über das Gesicht, entfernte den Schleim und wischte sich danach in die Jeans.
Nein nicht mehr meine Hand, sondern jetzt Issrins.
Wieder...

((Seit dieser Körper mir zugeteilt wurde, sind  sechsundfünfzig Tage vergangen. In dieser Zeit habe ich zwanzig mal den Pool aufgesucht. Seit fünfzehn Tagen und fünf Stunden giltst du als observierter Voluntär .))
Half die Gedankenstimme meiner Yirk  plötzlich meinem Gedächtnis auf die Sprünge und riss mich schlagartig  aus meinen eigenen Gedanken.
((Warum erinnerst du mich eigentlich daran, Issrin?Wäre es nicht besser für dich wenn ich verwirrt wäre und völlig orientierungslos?)) Fragte ich wütend-erstaunt über die unerwartete Antwort.
((Für andere Yirks möglicherweise ,nicht für mich. Ich bevorzuge Wirte die geistig rege sind und zumindest fähig zu einem Mindestmaß an Kommunikation. Abgesehen von meinen persönlichen Präferenzen kann ein aktiver Wirt unter gegebenen Umständen Dinge  erkennen oder bemerken, die  seinem Yirk entgehen .))
((Was?! ))
Mein letztes bisschen Wut wurde von noch mehr Erstaunen abgelöst.
((Du meinst damit zwei Hirne sind besser als eines!))
((Einfach formuliert aber korrekt. Präziser wäre es zu sagen,  da ich jeden deiner Gedanken lesen kann wie meine eigenen, assistierst du mir solang du aufmerksam bist, ganz egal ob  bereitwillig oder nicht. Daher ist es nur logisch dass Ich etwas gegen deine Orientierungslosigkeit unternehme.))
Sagte Issrin und lachte in Gedanken  während sie meinen Körper aufrichtete und vom Pool wegging.
Gleichzeitig überflog die Yirk routiniert meine Erlebnisse seit sie meinen Körper verlassen hatte:
Meine Gespräche im Voluntärbereich mit Benjamin...
Meine Erinnerung an Leah .

Leah...
Ein Neuzugang der an diesem Tag das erste mal bei den Freiwilligen gesessen hatte.
Zusammen mit Ben hatte ich mich um sie kümmern müßen, so wie er sich am Anfang  zusammen mit Zeze um mich gekümmert hatte.
Die anderen Volontäre waren schon auf die hintersten Tische geflüchtet sowie sie von Weitem unsere roten Schleifen gesehen hatten und das vollkommen verstörte Mädchen die sich an meinen Arm klammerte, während Ben uns den Weg durch die Menschenmassen am Pool freischaufelte.
Armes Mädchen.
Armes K i n d! ....

Sie war gerade dreizehn geworden  und hatte über ein halbes Jahr in den Käfigen verbracht, bis auf einen Schlag ihre gesamte Familie zu Controllern gemacht worden war.
Inzwischen war  sie auch schon dreimal einem neuen Yirk zugeteilt worden, aber keiner von ihnen hatte jemals mit ihr gesprochen, bis zu der einen Nacht vor fünf Tagen wo sie die Stille nicht mehr länger ertragen hatte und fast verrückt geworden war bei dem Gedanken, dass ab jetzt wo ihre Mama, ihr Papa und die zwei Brüder auch den Yirks gehörten, niemand jemals wieder ihren Namen sagen würde.
Sie würde nicht mehr existieren, weder für ihre Freunde, noch für ihre Feinde...
Für Niemanden, niewieder, besonders weil  ihr momentaner Yirk seit ihrer Infestation  dafür sorgte dass sie immer möglichst weit weg von ihren Eltern untergebracht wurde, solang er sich im Pool aufhielt und ihr älterer Bruder in seiner Verzweiflung innerhalb kürzester Zeit zu einem Freiwilligen geworden war.

Mitten in ihrer Verzweiflung hatte der neue Yirk plötzlich mit ihr gesprochen.
Ihr angeboten sie ab jetzt zumindest  zur Kenntnis zu nehmen und einen regelmäßigen Kontakt zu ihrem Bruder zu arrangieren, wenn sie mit ihm kooperierte und den Widerstand aufgab.
Leah hatte natürlich sofort abgelehnt und den Yirk beschimpft.
Zu mindestens zwei Tage lang...

...Wir hatten auch über Milan gesprochen, den tollpatschigen Pechvogel von Lehrling den Issrin an meinem Arbeitsplatz zu einem Treffen des Freundschaftsklubs eingeladen hatte.
Milan der es schaffte jede noch so kleine Arbeit die man ihm auftrug verkehrt zu machen,
Milan, der so gut wie nie den Mund aufkriegte und vor Nervosität zu stottern anfing wenn man ihn etwas fragte .
Milan, der keine Freunde hatte oder zumindest keine von denen ich wusste.
Milan, der seit Issrin ihn angeworben hatte Feuer und Flamme für die Tarnorganisation der Yirks war und zu jedem Treffen kam ...

 


((Du hast heute gute Arbeit geleistet,  die neue Freiwillige einzuweisen. Weit besser als erwartet und Leah ist klug. Klüger als andere. Der Yirk dem der Körper zugeteilt wurde, hat sein Wort gehalten und sie wird schon bald nicht mehr in die Käfige zurückkehren wollen. Genauso wenig wie du...))

Lob ?...
Lob von i h r...
E c h t  jetzt?!
Wenn sie es sich doch einfach nur sparen würde.
Den verdammten Mund halten würde...
Meine verfluchten Erinnerungen durchblättern würde wie immer, ohne irgendwas dazu zu sagen.

Verdammt nochmal, ich  bin das Letzte.
Ich hab mich nicht dagegen gewehrt, nicht mal ein bisschen.
Ich brauche kein Lob von ihr oder sonst irgendeinem Yirk.
Zur Hölle sollen sie fahren, alle miteinander!


((Soll d a s deine Antwort sein, Mensch? Würdest du lieber freiwillig  zurück gehen zu den Schreiern und dem Wahnsinn anstatt dem Imperium zu assistieren? Denkst du dieser stumme Protest würde irgendjemandem helfen, dir oder deiner Familie? Ich könnte das arrangieren. Allerdings wirst du danach kein zweites mal wieder herauskommen und  dieser  andere Mensch... Er ist eine Belastung für andere und sich selbst. Deine Artgenossen sollten uns dankbar sein dass wir sie von ihm befreien... Du  s e l b s t  hast mehr als einmal gedacht, dass  er so wie er jetzt ist, keinen Platz in eurer Gesellschaft finden wird .  M e i n e r  Gesellschaft wird er nützlich sein, trotz allem. Auch er könnte von einem Yirk profitieren. Wir könnten Milan  helfen wenn er freiwillig kommt. ))
Kommentierte Issrin mein Mitleid .  
Etwas dass sie nur sehr selten tat solange ich meine Gedanken nicht direkt an sie richtete- mit ihr "sprach".


Meine Erinnerung musste also irgendetwas in ihr berührt zu haben, auch wenn ich nicht wusste was es war und ihre Stimme hart und ernst  klang. Letzteres besonders als sie über Milan sprach und sogar seinen Namen verwendete anstatt ihn als "Objekt"  oder " Wirt" zu bezeichnen.

Ihr Verhalten  verwirrte mich, aber ich antwortete trotzdem, nutzte die Gelegenheit zur Kommunikation weil es das einzige war, das ich tun konnte.
Die einzige Waffe die ich hatte ohne dass sie mir jemand nehmen konnte.
((Ja , Issrin, Leah kann jetzt zumindest ihren Bruder sehen, weil sie freiwillig ist und du hast auch recht was mich betrifft , zumindest ein bisschen. Ich meine , am Anfang habe ich mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Ich wollte nicht freiwillig dein Wirt sein, auf gar keinen Fall, eigentlich will ich das jetzt immer noch nicht,  aber du hast mir nicht wirklich die Wahl gelassen und jetzt...))
((Jetzt verstehst du dass es Vorteile mit sich bringt, freiwillig zu sein.))

In Issrins Stimme schwang Triumph mit und nicht nur das : Sie war stolz auf sich selbst, fühlte sich in ihrem Verhalten mir gegenüber bestätigt, ich konnte es fühlen ,während sie nach meinen Emotionen tastete.
Ärger kam in mir hoch.
Ärger über ihre Arroganz und wie leicht sie in mir lesen konnte.
Ärger darüber, wie wenig die  Yirks von Privatsphäre hielten, gesetzt dem Fall dass sie überhaupt das Konzept davon verstanden, aber ich gab mir gleichzeitig auch große Mühe diese Gefühle weit von mir weg zu schieben und sie nicht direkt an  Issrin zu richten, während ich fortfuhr :
(( Nein. Ich habe  dieselbe  Entscheidung getroffen wie Leah, weil du mich dazu gezwungen hast und  bin nur dabei geblieben weil ich Zeze und Ben nicht ans Messer liefern wollte, oder meine Familie ))
((Nicht nur das. Du hast es auch aus anderen Gründen getan. Versuche nicht es zu leugnen!))
Issrin lachte in meinen Gedanken und war mindestens so belustigt wie ich mich für das schämte, was ich als nächstes sagte:
((Das versuche ich gar nicht. Ich  w e i ß  dass ich es nicht länger ausgehalten hätte in der wenigen freien Zeit die ich  habe eine Gefangene zu sein . Ich wollte Ruhe für mich und ich will auch nicht mehr zurück. Aber das ändert nichts daran dass ich mich nach wie vor dafür schäme so egoistisch zu sein und nach eurer Pfeife tanzen zu müssen.
Gott...Ich habe mich auch nicht gewehrt als du den armen Milan rekrutiert hast weil ich keine Wahl hatte , nach wie v o r  keine habe. Weil ich w e i ß was passiert wenn ich mich wehre. Aber trotzdem ist es ein Unterschied ob ein Erwachsener solche Entscheidungen trifft oder ein K i n d ! Es falsch  ein Kind mit der Liebe zu  seinen nächsten Menschen zu erpressen, Issrin! Leah zu einer solchen Entscheidung zu zwingen war g r a u s a m  und Milan...kann sein dass ich das über ihn gedacht habe... J a ! ich hab es gedacht!  Aber deshalb verdient er es noch lange nicht, dass man ihm seinen Körper und seine Freiheit nimmt und was meinst du mit helfen? Ihn zu einem Gefangenen in seinem eigenen Kopf zu machen, zählt für mich jedenfalls nicht dazu!  ))
((Und noch mehr menschliche Ethik.))
Issrin seufzte.
Gleichzeitig klang ihre Stimme aber mehr müde als wütend.

(( Es gibt keine Möglichkeit dich daran zu hindern  Widerstand zu leisten, nicht wahr Mensch?. Egal wie ich dich behandle. Ob ich dir eine Fessel abnehme, du wirst nie aufhören, Widerstand zu leisten.))
((Ja, willkommen in meinem Kopf, Issrin!))
Sagte ich und musste gleichzeitig in Gedanken lachen.
((Ich meine wie du schon richtig gesagt hast, bin ich ein Mensch und die meisten von uns sind ziemlich hartnäckig schätz´ ich mal)) ...

Autorennotiz

A/N Die Fanfiction ist zur Jugendbuchreihe "ANIMORPHS",
(( )) Steht für "Gedankensprache" zwischen Lou und Issrin.
Human-Controller: Bezeichnung für einen Yirk, der einen menschlichen Körper kontrolliert.

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Kapitel: 3
Sätze: 551
Wörter: 10.852
Zeichen: 64.142

Kurzbeschreibung

Wenn man von einem Tag auf den anderen sein Leben verliert und jede Art von Macht, ja sogar die Kontrolle über den eigenen Körper, dann gibt es nicht mehr viel, woran man sich klammern kann. Die Versuchung einfach aufzugeben ist unglaublich groß. Doch es gibt Waffen, die oft nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind. Eine davon ist Menschlichkeit. --- Kurze Einblicke in das Leben eines Human-Controllers.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Science Fiction, Fantasy und Fanon getaggt.

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