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A Host´s Life

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02.02.26 15:09
12 Ab 12 Jahren
In Arbeit

Manchmal bringen ganz banale Dinge das eigene Weltbild ins Wanken und oft  beginnt Widerstand auch ganz genauso: Im Kleinen , mit winzigen Veränderungen des  eigenen Denken und Handelns .
Mit einer simplen Zigarette die im Schützengraben mit einem feindlichen Soldaten geteilt wird,  oder auch einfach nur mit einem Stück Kuchen....

***



((Diese Öffnung im Zentrum ist kontraproduktiv. Auch dein Verstand gibt mir keine Erklärung dafür außer Tradition und Ästhetik. M e n s c h e n ! Es ist typisch für euch alles verkehrt zu machen))
((Nimm dir doch erst mal ein Stück und entscheide d a n n , ob alles verkehrt ist.))
Schlug ich Issrin vor und dachte mir gleichzeitig; dass diese Situation hier eigentlich gar nicht mehr verrückter werden könnte.
ich meine ein außerirdisches Wesen, dass mir vor zwei Wochen meinen Körper, ja mein gesamtes Leben gestohlen hatte, mich seither in meinem eigenen Kopf als Geisel hielt und damit bedrohte auch meine Familie an seine Artgenossen auszuliefern um mich unter Kontrolle zu halten, saß jetzt gerade an unserem Tisch in unserer Küche, zusammen mit meiner Mama und meiner Schwester und ich bot ihm sozusagen Kuchen an...
Einen Gugelhupf mit Rosinen um genau zu sein...


((Das ist  nicht nötig. Dank deinen Erinnerungen weiß ich alles über den Geschmack. Ich weiß dass es ungesund ist für diesen Körper.))
Gab Issrin  ablehnend zurück.

 

Natürlich "hörte" ich sie nicht wirklich, denn es gab auch kein richtiges Geräusch zu den Worten. Es hörte... nein, fühlte sich viel mehr an, wie Gedanken.

So, als würde ich selbst für mich über etwas nachdenken, aber es war eine absolut fremde Gedankenstimme und auch absolut nicht meine eigenen Gedanken. Ich konnte ihr ebenfalls so antworten,, wenn ich das was ich "sagen" wollte direkt an sie "richtete"...

Sie konnte zwar auch alles andere "hören" und sehen was in meinem Kopf vor sich ging, immer und ganz egal, ob ich es wollte oder nicht, aber wenn ich es so machte wie gerade jetzt, wußte Issrin sofort, dass meine Gedanken direkt für sie bestimmt waren. Das Schlimme daran: Niemand außerhalb meines Kopfes nahm Notiz von unserem "inneren Dialog".

Ich war der ultimative Sklave: Unsichtbar, nicht zu hören. Die Fremdsteuerung durch den Yirk war so total, dass ich nicht einmal blinzeln konnte..

Zu Anfangs hatte ich natürlich gekämpft.
Ich hatte versucht zu kämpfen gegen dieses Ding in meinem Kopf.
Der Gedanke ein Alien in mir zu haben, war widerlich gewesen.
Die Dinge die dieses Alien mir ein paar Tage nach meiner ersten Infestation gezeigt hatte, Erklärungen, wo sie sehr bildhaft ausschmückte, wie es ihr überhaupt möglich war, meinen Körper zu kontrollieren, waren widerlich gewesen  und daran hatte sich auch absolut nichts geändert.
Doch im Gegensatz zu meinen ersten Tagen als "Wirt" sah ich Issrin inzwischen nicht mehr nur als ekligen , außerirdischen Parasiten,  sondern vor allem als Person!
Als meine Geiselnehmerin, die viele Möglichkeiten hatte  mir das Leben zur Hölle zu machen und meinen Angehörigen das gleiche anzutun.

Deswegen hatte ich körperlichen Widerstand inzwischen auch fast aufgegeben, nicht aber den Geistigen denn es gab etwas, gegen dass sie trotz aller Macht die sie über mich hatte nichts tun konnte: Kommunikation!

Sie konnte nichts dagegen tzun, dass ich sie ansprach und deshalb nervte ich sie, widersprach ihr und verwickelte sie in Gespräche wann immer ich konnte.
Manche Diskussionen die sich dadurch entwickelten, das muss ich  nach dem ich den ersten Schock überwunden hatte leider zugeben, waren nicht einmal uninteressant  und manchmal hatte ich sogar das Gefühl ein wenig zu ihr durchzudringen.


((Ja, da hast du wahrscheinlich recht,)) sagte ich,

(( Kuchen i s t  unnötig und ungesund.
Genauso wie die Schüssel Chips die du gestern fast alleine aufgegessen hast.
Genauso nutzlos wie eineinhalb Stunden in der Badewanne zu liegen, oder meine Bücher zu lesen!))
(( Natürlich ist es das . Aber alles so zu tun wie d u es tun würdest ist Teil meiner Tarnung. Du und deinesgleichen , ihr füllt den Tag mit Sinnlosigkeiten! ))
Giftete Issrin zurück und versuchte ihre Scham mit Wut zu überspielen.
Gleichzeitig stand sie auf, ohne überhaupt irgendetwas angerührt zu haben und schob energisch den Sessel zurück.

 

"Was du willst schon gehen? Dabei hast du doch noch gar nichts gegessen . Ist dir etwa nicht gut? "
Fragte meine Mama und runzelte verwirrt die Stirn.
"Nein, Mama, aber weißt du, ich ich hab noch ein bisschen was für den Freundschaftsklub zu tun. Lauter organisatorisches Zeug und es ist schon ziemlich spät. Sie verlassen sich auf mich und brauchen es morgen."
Sagte Issrin mit meiner Stimme.
Wie perfekt  sie meinen Ton traf!
Alles so sagte wie ich es gesagt hätte...


Ja, mittlerweile fing ich zwar an mich daran zu gewöhnen, aber trotzdem schockierte die Tatsache dass etwas...Jemand der so vollkommen anders war als ich, in jederlei Hinsicht, haargenau so wie ich klingen konnte...

"Okay Lou, es freut mich wirklich dass du so verantwortungsvoll geworden bist seit du Vollmitglied beim Freundschaftsklub bist ," sagte meine Mutter  .
"Aber es ist doch sicher nicht so eilig damit, dass du nicht mal Zeit hast, ein Stück Kuchen zu essen, oder deiner Familie, die du kaum noch siehst, ein bisschen zu erzählen wie dein Tag war."
Gleichzeitig sah sie mich fest an und ich kannte diesen Blick samt Tonfall nur zu gut, es bedeutete null Verhandlungsspielraum.

((Noch mehr sinnlose Konversation.))
Issrins lautlose Gedankenstimme "seufzte" genervt in meinem Kopf..
Sie fühlte sich wütend an und vor allem  gehetzt als ihr klar wurde, dass ich recht hatte .
Was auch immer sie zu tun hatte, dass es eilig war und spätestens morgen fertig sein musste schien zumindest zu stimmen.
Morgen, wenn wir wieder am Pool waren, in der riesigen unterirdischen Kommandozentrale ihrer Leute.

Der Ort wo sie ihren nassen, kalten schneckenartigen Körper das erste Mal in meinen Gehörgang gezwängt hatte und gewaltsam in mein Gehirn eingedrungen war, während andere- ebenfalls von Yirks besetzte Leute mich festhielten. Ein wahr gewordener Alptraum voller Käfige mit weinenden schreienden Menschen wohin wir alle drei Tage gingen .


((Na ja Issrin, ich bin eine Naschkatze und einfach so meinen Kuchen stehen zu lassen , wirkt verdächtig und unhöflich noch dazu . Ich meine du hast dich in den letzten Tagen ziemlich rar gemacht und sie macht sich eben Sorgen um mich, was sicher überhaupt erst der Grund für sie war sich nach einem zwölf Stunden Arbeitstag noch an den Ofen zu stellen. Wenn du also nicht willst, dass meine Mama dir noch mehr Fragen stellt als sie sowieso schon vorhat, würde ich an deiner Stelle essen und mal mit ihr reden.))
((Ich w e i ß was du denkst, Mensch! Du musst nicht jeden deiner Gedanken direkt an mich richten)) Schnauzte Issrin mich an.  

Sie war wütend über meinen "schnippischen Tonfall", aber zumindest nahm sie sich jetzt endlich etwas auf den Teller.
Zornig rammte sie die Gabel in das Kuchenstück und schob sich etwas davon in meinen Mund.
Durch die Fremdsteuerung der Yirk nahm ich leider nur wenig wahr.
Alles war wie gedämpft und fühlte sich unwirklich an, so als käme es von weit her, aber trotzdem merkte ich, dass der Kuchen noch ein bisschen warm war. Der Teig fühlte sich  flaumig  und saftig an und war verdammt süß.
Der weiche Staubzuckerfilm schmolz in meinem Mund und vermischte sich mit der leicht säuerlichen Note der Rosinen während sich ein Hauch Zimt über alles legte.
Es war herrlich!  

Genauso wie ich es in Erinnerung hatte und ich merkte auch sofort dass Issrin davon vollkommen überwältigt wurde. Hastig schob sie sich noch ein Stückchen in den Mund und noch eins. Sie genoss es! Mein Gehirn wurde kurzzeitig praktisch von ihren Gefühlen überschwemmt.
Issrin Neun-Acht-Fünf vom Ya-Terash-Pool hatte eindeutig eine Schwäche für "menschliche Dinge", das hatte ich relativ schnell herausgefunden  auch wenn sie es mir gegenüber natürlich  nicht zugeben wollte. Immerhin waren Menschen ja minder und primitiv.

Es gab keinen Anlass Zeit für unsere "sinnlosen " Tätigkeiten zu verschwenden.
Na ja, Zeit ließ sie sich dieses Mal auch wirklich nicht denn Innerhalb von wenigen Minuten war alles von meinem Teller verschwunden.


((Anscheinend esst ihr nicht oft Kuchen dort wo du herkommst ))
Stellte ich fest und musste in Gedanken lachen, bereute es im selben Moment aber auch gleich wieder, denn im Grunde waren wir nach wie vor Fremde und Feinde zusammen in einem Körper.
Wenn sie wollte, konnte Issrin ziemlich grausige Dinge mit mir anstellen und ich kannte sie noch zu wenig, um zu wissen  wie weit ich gehen konnte ohne bestraft zu werden.

Zu meinem Glück schien die Yirk meine "Unverschämtheit" aber entweder nicht ernst genug zu nehmen, oder war durch den Kuchen weit genug besänftigt,  um etwas dagegen zu unternehmen.
Ja, zu meiner Verwunderung sprach sie sogar mit mir und nahm sich noch ein Stück während sie gleichzeitig auf die Fragen meiner Mama antwortete.
Fragen über meine Lehrstelle, die Berufsschule .ob ich Probleme hätte... Das Alltägliche eben.


((Nein. Ich hatte andere Dinge zu tun. W i c h t i g e Dinge. Das selbe gilt in der Zeit wo ich  hier bin ))
 ((Wichtige Dinge?... Wie zum Beispiel sich  wieder mit diesem extrem flachen Computerding zu beschäftigen dass du am Pool bekommen hast? ))
((Ja.))
((Okay, und was machst du da eigentlich ? Ich meine seit zwei Tagen starrst du darauf. Erfasst du damit irgendwelche Daten? Warum musst du immer wieder zum Pool ich...-))
((Was ich tue geht dich nichts an. Warum ich den Pool aufsuche geht dich nichts an!))
((In Ordnung, keine Fragen mehr. Was würdest du davon halten dir ein bisschen  von der Sahne zu nehmen?)) schlug ich stattdessen vor, oder besser gesagt, ich bettelte. Bs auf den kleinen Chips- Exzess am Vortag, ernährte Issrin meinen Körper nämlich sehr ausgewogen und gesund...
Verboten gesund !
Ich vermisste einfache Dinge wie Sahne oder  Schokolade .
Vor allem Schokolade!


((Das werde ich nicht tun))
((Warum nicht?,Es schmeckt noch besser damit, oder fällt Sahne auf seinen Kuchen zu tun bei euch unter ein Schwerverbrechen?))
((Nein. Aber es zu tun weil  d u  es willst .))
((Na gut, dann keine Sahne für den Wirt ))
Ich seufzte in Gedanken und gab mir Mühe nicht allzu enttäuscht zu sein. Gleichzeitig  verfolgte ich schweigend die Gespräche "außerhalb".

Die Bedenken meiner Mutter hatten sich inzwischen allem Anschein nach ziemlich zerstreut und meine kleine Schwester schenkte sich zum zweiten Mal Milch nach.
"Hast du nachher noch Lust eine Runde zu spielen?" Sagte sie plötzlich und sah mich hoffnungsvoll an.

Vor meiner Besetzung durch Issrin waren sie und ich uns ziemlich nahe gewesen und hatten viel zusammen gemacht. Jetzt deckte sich das allerdings leider nur sehr selten mit den Plänen meiner Yirk und Emily war dementsprechend verwirrt und enttäuscht als "ich" sofort den Kopf schüttelte.
"Nein, du hast doch vorhin gehört wie ich zu Mama gesagt hab , ich muss noch was für den Freundschaftsklub machen . Vielleicht Morgen wenn du von der Schule kommst, dann kannst du dir meine Zeichnungen auch mal ansehen, ich hab da nämlich wieder so eine Idee die richtig gut werden könnte."
Zeichnungen?, was für Zeichnungen?!

"Achso,"
Emilys Miene hellte sich nur geringfügig auf .
" Du meinst wahrscheinlich die Aliens. Hab ich schon gesehen und schaut interessant aus . Hab auch gar nicht gewusst dass du so gut zeichnen kannst. Die Notizen waren ja echt der Hammer... Willst du dazu vielleicht  auch was schreiben?"
Aliens? , S c h r e i b e n  ?!
Irgendwas musste Issrin gemacht haben während ich geschlafen hatte denn ich hatte weder vom einen noch vom Anderen etwas mitbekommen.  

"Vielleicht. Wenn dann gebe ich dir auf jeden Fall Bescheid und du kannst mal probelesen. Würde mich wirklich sehr interessieren was du davon hältst."
"Wieso ich?"
"Na ja du weißt ja, als kleiner Science-Fiktion-Freak und meine Lieblingsschwester..."
"Ha, ha ha, ich bin ja auch deine einzige Schwester."
"Eben deshalb."
Issrin knuffte Emily freundschaftlich in die Schulter .

((Was hast du vor?))
"Oh ja das wäre cool wenn du wieder schreibst. Ehrlich gesagt hab ich mir schon gedacht dass Schreiben  wäre bei dir jetzt wegen dem Freundschaftsklub sowieso abgehakt."
"Nee, nicht wirklich abgehakt, aber ich habe einfach weniger Zeit als früher für Geschichten, das ist alles. Wirklich komplett wegkommen von der Schreiberei und dem Ganzen das könnte ich mir doch gar nicht vorstellen. Außerdem beschäftigen sich beim Freundschaftsklub auch ziemlich viele Leute mit na ja... Sci-Fi-Kram."
"Ach? Sag bloß das sind in Wirklichkeit lauter Trekkies die einfach gern am Lagerfeuer sitzen."
Emily schüttelte den Kopf und lachte über ihren eigenen Witz.
"Nicht so ganz, aber du bist ziemlich nah dran."
((Issrin!))
" Sag´ mal Em, welche von  meinen Zeichnungen hat dir eigentlich am Besten gefallen?"
((I s s r i n!))
"Hm..."
Nachdenklich kaute Emily auf der Unterlippe.
Mit der Gabel schob sie nachdenklich die Krümel auf ihrem Teller hin und her.
 "Die Maks glaube ich. Vier Hände zu haben wäre manchmal sicher cool und dann noch diese eine Spezies...Yi...Yü- Wie spricht man das nochmal aus?"
"Yirks."

((WAS?!))
((Dachtest  du nicht gerade , ich sollte mir Zeit für etwas Sinnloses nehmen?. Etwas M e n s c h l i c h e s  tun ? Jetzt  tue ich genau das))
Spottete Issrin .
Lachte in meinem Kopf als sie merkte, wie schockiert ich war.
..."Yirks?, Klingt irgendwie nach Schluckauf. "  
Meine Mama kicherte  während ich starr vor Schreck fassungslos zusah.  Zusehen musste...
Nein, nein, nein. Das hier konnte einfach nicht wahr sein, Durfte nicht wahr sein.
Issrin hatte versprochen sie in Ruhe zu lassen, wenn ich kooperierte und das hatte ich getan.
ich hatte absolut nichts getan um das hier zu verdienen !

((WARUM TUST DU DAS?!))
(( Zu meinem Vergnügen und weil es etwas ist  was  d u tun würdest. Deiner Sippe droht keine Gefahr.))
Mama...Emily... Nein...
 (( B e r u h i g e  dich.))

Obwohl da immer noch Spott war, fühlte ich  auch Belustigung. Ich wusste dass sie die Wahrheit sagte.
Das hier war anscheinend nur eine Art Experiment  , ein "Spiel" das Issrin mit meiner Familie spielte.
Das änderte jetzt natürlich nicht wirklich was daran dass ich  immer noch wütend war,  aber zumindest entspannte   ich mich etwas und lenkte auch meine Aufmerksamkeit wieder auf  Emily die Mama inzwischen mit gespielter Ernsthaftigkeit fest in die Augen blickte und sagte:
"Also du solltest dich wirklich  nicht über die Yirks lustig machen, Mama. Sie sind  immerhin die Herren der Taxxons, die Bezwinger der Hork Bajirs . Herrscher über die Nahara, Ssstrams und die Maks"
"Ja und bald auch Eroberer der Erde und der Menschen"

Issrin lachte wieder, dieses Mal aber für alle gut hörbar und zwinkerte Emily verschwörerisch zu.
"Ach ja? und womit erobern diese "Yirks" die Erde., etwa mit vielen Raumschiffen und Strahlenkanonen?"
"Nein. Aber es ist auch kein richtiger Krieg , vielmehr sowas wie eine Invasion. Sie übernehmen die Körper der Menschen indem sie über das Ohr bis ins Gehirn eindringen . Erst einmal dort,  kontrollieren sie ihn und zwar vollständig. Der Mensch existiert danach zwar noch und ist auch bei vollem Bewusstsein, aber er ist absolut wehrlos"
"Igitt,"
Angewidert schüttelte Mama den Kopf und stellte ihren leeren Teller in die Spüle bevor sie mit einer vollen Tasse Kaffee wieder zurück an den Tisch kam.
"Klingt ja nach ziemlich bösen , ekligen kleinen Dingern über die du da schreiben willst  "
"Also ich mag sie". Sagte Emily zu "meiner" Verteidigung.
"Ich meine die Yirks sind anders als wir, aber anders heißt nicht immer gleich böse und sie führen ja eigentlich auch nur Krieg  weil sie hören, sehen und sich frei bewegen wollen. Ganz genauso wie alle anderen Spezies,.
Lous Geschichte würde doch gar nicht funktionieren, wenn  die ganzen anderen Alien-Rassen  oder zumindest die Menschen, das einfach nur mal kapieren würden, oder Lou?...  "

Issrin antwortete nicht .
Stattdessen blinzelte sie verwirrt und für einen Moment war sie ganz in ihre Gedanken versunken.
Aus "Spaß" war ernst geworden.
((Na, hat da jemand einen wunden Punkt getroffen?)) Fragte ich hämisch.
Jetzt war es an mir ein bisschen spöttisch zu sein.
((Nein, keinen wunden Punkt. Ihre Antwort hat mich nur überrascht.  Aber vermutlich ist sie einfach zu jung um die Konsequenzen des beschriebenen Szenarios zu begreifen. Es dauert so unglaublich lange bis eure mentalen Kapazitäten vollständig ausgereift sind.  Sie versteht nicht. ))
((Oh doch, Issrin,  sie versteht es, grade w e i l  sie so jung ist und ich auch.
Weißt du, mir ist sogar v o l l k o m m e n   klar, warum ihr Yirks das alles hier  tut und ich will jetzt auch nicht behaupten, dass ich es nicht genauso machen würde, wenn ich an deiner Stelle wäre , aber...-  .))
(( Halt den Mund , K a l l e k. M e n s c h! Du kannst dir nicht einmal ansatzweise vorstellen,an meiner Stelle zu sein. Eure Spezies ist minderbemittelt und schwach. Eure mentalen Fähigkeiten sind unseren unterlegen und eure Technologie ist rückständig. W i r  haben j e d e s  Recht !  )) Zischte Issrin böse .
Sie fühlte sich wütend an aber da war auch noch etwas.

Irgendetwas dass ich nicht ganz zu fassen bekam und sie störte.
Ich spürte es, auch wenn ich noch nicht wusste was es war.
An Emily gerichtet sagte sie aber: "Hey, weißt du was? Ich sag´  dir einfach wann ich anfange es aufzuschreiben okay?"
"Okay,"
Emily gähnte .
"Aber ich glaub ich geh jetzt trotzdem mal ins Bett. Durch das Rum sitzen bin ich doch ein bisschen müde geworden. Wolltest du nicht auch ins Bett und vorher noch was für den Freundschaftsklub machen?"
"Ja wollte ich und werd´ ich auch,  aber erst esse ich noch brav meinen Teller leer. Der Kuchen ist nämlich wirklich wieder ganz toll geworden, danke Mama!"
"Nichts zu danken. Es war schön wieder einmal mit  dir zu reden."

Ohne jede Vorwarnung kam meine Mutter zu mir herüber und umarmte mich.
Issrin hätte sie am liebsten angewidert von sich gestoßen, aber ich genoss es.
Genoss dass sie nichts dagegen machen konnte wenn sie ihre Tarnung nicht auffliegen lassen wollte,  
Leider dauerte es nicht so lange wie ich mir gewünscht hätte und nach einer gefühlten halben Minute ließ sie mich wieder los.  
"Gute Nacht meine Große und arbeite nicht mehr zu lange. Nichts und niemand ist es wert dass du dich dafür zu Grunde richtest, merk dir das!."
War das letzte was meine Mutter sagte bevor sie im Wohnzimmer verschwand und die Tür hinter sich zumachte . Emily folgte kurze Zeit später.

Ich hörte noch wie die alten Holzstufen knarzten als sie nach oben in ihr Zimmer ging, dann war ich mit Issrin allein in der Küche.
 Ganz in der Rolle der pflichtbewussten Tochter räumte sie den Tisch ab und spülte das wenige Geschirr. Nur mein Teller ließ sie bis zu letzt stehen.
Als sie fertig war setzte sie sich schließlich wieder auf meinen Platz und aß weiter.
Langsam, so als hätte sie plötzlich alle Zeit der Welt dafür.
((Wolltest du nicht noch was erledigen Issrin?)) Fragte ich schließlich mies gelaunt  als sich die ersten Spuren meiner Erschöpfung zeigten und auch mein Körper müde wurde. ((Das werde ich, D a n a c h .))
Noch ehe ich wusste was passierte sah ich  wie Issrin nach dem Löffel in der Sahneschüssel griff, um sich dann abschließend und ohne  sich weiter um mich  zu kümmern ,   eine winzig kleine Portion davon auf den Teller zu häufen .
Soviel also zu ihren Prinzipien ...
Verbrechen begangen. Ich hoffe dir schmeckt die Henkersmahlzeit !

Autorennotiz

A/N Die Fanfiction ist zur Jugendbuchreihe "ANIMORPHS",
(( )) Steht für "Gedankensprache" zwischen Lou und Issrin.
Human-Controller: Bezeichnung für einen Yirk, der einen menschlichen Körper kontrolliert.

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Sätze: 191
Wörter: 3.377
Zeichen: 19.298

Kurzbeschreibung

Wenn man von einem Tag auf den anderen sein Leben verliert und jede Art von Macht, ja sogar die Kontrolle über den eigenen Körper, dann gibt es nicht mehr viel, woran man sich klammern kann. Die Versuchung einfach aufzugeben ist unglaublich groß. Doch es gibt Waffen, die oft nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind. Eine davon ist Menschlichkeit. --- Kurze Einblicke in das Leben eines Human-Controllers.

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