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Bewertung
Statistik
| Sätze: | 1.810 | |
| Wörter: | 29.382 | |
| Zeichen: | 168.162 |
Genre: Drama, Boys Love, Romance, Coming of Age, Angst, Dark, Crime
CN: Depression, Selbstmordversuch, seelischer Missbrauch, Gewalt, sexistisches Mobbing
FSK: 18 (brutale aber KEINE ganzen detailierten Sexszenen, da Olli ein Sadist ist bei seinen Jungs! Zu Simon ist er zärtlich!)
Supportcharas: Sara Eriksson | Felice Ehrencrona
OC: Oliver (Ollie) Sanders
Supportsongs: YOUNG ROYALS Soundtrack | OMAR RUDBERG Songs (besonders: Dying | Wille's Song)
Storyline:
Wille und Simon haben sich 'Auf Wiedersehen' gesagt und beide gingen getrennt ihrer Wege.
Kronprinz Wilhelm soll sich auf Schloß Solliden auf seine 'Kronprinz-Schule' konzentrieren, doch seine Gedanken sind nur bei Simon.
Er schreibt ihm Nachrichten, die Simon auch ließt, aber nie darauf antwortet.
Um eine Reaktion zu bekommen, beginnt Wilhelm ihm Briefe zu schreiben - doch die werden plötzlich alle im Schloß zurück gegeben mit dem Vermerk "Empfänger unbekannt verzogen!"
In seiner Verzweiflung kontaktiert Wilhelm zuerst Felice, die in seinem Namen dann Sara anschreibt. Von ihr erfährt Wilhelm eine für ihn Welt zerstörende Nachricht.
Simon hat durch den Unfall das Gedächtnis verloren und glaubt, das er schon immer in Göteborg gelebt hat und Ollie sein Freund ist. Beide werden ein Paar und Simon ist so glücklich, das Sara es nicht mehr über's Herz bringt, ihm die Wahrheit zu sagen. Doch Simon's Gedächtnis ist nicht komplett gelöscht - sondern Bruchstücke kommen immer wieder hervor. So kann er sich zwar nicht mehr an Wilhelm erinnern, aber die Liebe zu ihm ist immer noch tief in seinem Herzen verborgen. In ruhigen Momenten scheint Simon zu spüren das er nicht nach Göteborg gehört und das Ollie nicht der ist, nachdem sich sein Herz so sehnt.
CHARAKTER:
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KRONPRINZ WILHELM (17) --- Actor: EDVIN RYDING 
genannt "Wille" von Freunden und denen, den er es anbietet.
Nach der endgültigen Trennung von Simon ist der junge Prinz am Boden zerstört und beschließt mit seinen Eltern zum Sommersitz 'Schloß Solliden' zu fahren, um sich dort abzulenken, bevor er seine 'Ausbildung' zum Kronprinzen in einer "Kronprinz-Schule" am königlichen Hof antritt.
Zwischendrin schreibt er Simon noch Nachrichten, wie es ihm geht, was er gerade macht und das er ihn vermisst.
Er sieht das Simon die Nachrichten ließt, bekommt aber selbst keine zurück.
Daher beschließt Wille ihm Briefe zu schreiben - doch die werden mit dem Vermerk 'Empfänger unbekannt verzogen' zurück geschickt von Sara, die Wilhelm schließlich über Felice kontaktiert.
Sie erklärt ihm dann warum Simon nicht mehr antwortet.
Nachdem Wilhelm ihn nach langer Suche in Göteborg gefunden hat, bestätigt sich Sara's Geschichte das Simon nach einem mißglücktem Selbstmordversuch sein Gedächtnis verloren hat.
Er versucht es mit Triggerworten und Erinnerungen, denn Simon erkennt ihn absolut nicht mehr. Auch als sich Wilhelm mit Ollie um ihn prügelt, steht Simon auf der Seite seines neuen Boyfriends. Wilhelm beschließt dieses Mal richtig um ihn und ihre Liebe zu kämpfen - denn Simon schwebt inwissend in großer Gefahr!
SIMON ERIKSSON (17) --- Actor: OMAR RUDBERG
Simon zieht nach der Trennung von Wilhelm mit seiner Mutter nach Göteborg, um dort neu anzufangen.
Doch die Liebe zu dem Kronprinz und Sehnsucht nach ihm läßt ihn nicht los und er fällt in ein tiefes Loch aus Depressionen und Selbsthass. Als er es kaum noch erträgt fleht er das Universum an, ihn von diesen Qualen zu erlösen.
Seine Selbstmordgedanken schreibt er in einem Song - bis er sie nicht mehr aushält und von einer Brücke, in einem Waldstück in den darunter liegenden Fluß springt.
Nachdem er wieder zu sich gekommen ist, kann sich Simon an nichts mehr erinnern, durch eine Kopfwunde vom Sprung. Damit wurde sein Wunsch erfüllt!
Ein für ihn fremder Junge kümmert sich aufopfernd um ihn und Simon glaubt, das er und Ollie ein Paar sind und er schon immer in Göteborg gelebt hat. Doch sein Herz schreit immer mehr nach Wilhelm und ohne das er es bemerkt, kommen seine Erinnerungen langsam zurück.
Das bringt ihn in eine ungeahnte Gefahr, denn der liebevolle Boyfriend beginnt immer öfter ihm nun körperlich weh zu tun und sperrt ihn sogar ein, aus Angst Simon könnte ihn verlassen.
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OLIVER SANDERS (19) - Actor: EDVIN RYDING
Ollie ist nach außen hin nett und freundlich anderen gegenüber und hat verblüffende Ähnlichkeit mit Kronprinz Wilhelm.
Er arbeitet in einem Jugendzentrum als Ansprechpartner für überwiegend homosexuelle Jungs, die von Mitschülern oder anderweitig gemobbt werden.
Doch Olli ist nicht der, der er vorgibt zu sein!
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LOVING YOU IS A LOSING GAME
"Auf Wiedersehen, Simon"
Als wäre die Zeit für einen Moment stehen geblieben, standen sich der Kronprinz und Simon gegenüber. Ihre Augen spiegelten sich ineinander "Wiedersehen" flüstete Simon halbwegs zurück, da der Kloß im Hals drohte ihm die Stimme zu verweigern. Tränen drohten aufzusteigen, doch beide unterdrückten diese und versuchten sich zusammen zu reißen. Besonders für Wilhelm war es schwer sein Gegenüber, den er nie ausgesprochen als die 'Liebe seines Lebens' bezeichnete, nun gehen lassen zu müssen "Ich hoffe du hast einen schönen Sommer"
Er versuchte zu schmunzeln. Ebenso wie Simon "Danke Wille" Ihm brach das Herz, doch für ihn gab es kein zurück mehr und machte nun einen klaren Schnitt "Du auch"
Dann drehte er dem Prinz den Rücken zu und wollte am liebsten los rennen.
Jedoch konnte er es nicht und entschied sich für einen respektvollen Abschied, auch wenn ihm das Herz mit jeder Sekunde, die er in Wilhelm's Nähe stand, noch mehr schmerzte und zerbrach. Simon lief den Weg herunter. Er spürte Wilhelm's Blicke im Rücken und drehte sich ein letztes Mal zu ihm um. Mit wehmütigem Blick schaute der Prinz ihm nach. Es war vorbei.
Das Märchen endete jetzt und hier.
~
Um Luft ringend saß Wilhelm aufrecht. Es war dunkel in seinem Zimmer, das er nun erkannt hatte. Eine leichte kühle Luft kam durch das Fenster herein. Er schaute sich um. Das war nicht sein Schlafzimmer im Schloß, sondern das Zimmer im Sommersitz Solliden.
Jetzt konnte er es riechen. Die Luft war leicht salzig. Das Schloß lag am Meer. Hier auf Öland, mit der nächstgrößeren Stadt Borgholm in der Nähe, verbrachte die königliche Familie immer den Sommer. Normalerweise würde Wilhelm dem nächsten Tag entgegen fiebern, denn hier war er immer mit Erik am Strand ausgeritten und dann zum Garnelen und Krabbenfischen, schon früh morgens raus gefahren. Doch das war nun vorbei und statt das Freizeitangebot zu nutzen, das ihm die Auszeit sonst bot, schloss sich der junge Kronprinz in seinem Zimmer ein und verkroch sich.
Gerade hatte Wilhelm wieder von dem Abschied geträumt. Er atmete inzwischen wieder normal. Seufzte tief und vergrub den Kopf zwischen den angewinkelten Beinen.
Sein Herz fühlte sich schwer an.
Seit 4 Tagen war er nun schon hier.
Jede Nacht träumte der Prinz von dem wohl schönsten Jungen, den er je in seinem Leben gesehen hatte und der ihm klar gemacht hatte, das es für ihn keine Rolle gespielt hatte, das Wilhelm ein Prinz war. Simon hatte nur den Jungen und den Mitschüler in ihm gesehen.
Er hatte sich ihm nicht angebiedert, um unbedingt mit ihm befreundet sein zu wollen.
Ehr das Gegenteil war der Fall gewesen!
Doch jetzt hätte Wilhelm alles dafür gegeben Simon's freche Kommentare zu hören.
Stattdessen mußte er sich nur mit seiner wunderschönen Stimme in seinem Handy zufrieden geben. Simon hatte 2 Songs für ihn geschrieben. Einen hatte er online hochgeladen und die abgewandelte Version davon nur Wilhelm als nachträgliches Geburtstagsgeschenk geschickt.
Als 'Wille Song' betitelt war er ganz oben in seiner Playlist zu finden.
Wilhelm nahm sein Handy vom Tisch und drückte auf Play, nachdem er sich die Kopfhörer in die Ohren gesteckt hatte. Simon's einzigartige, glockenhelle und warme Stimme erklang während sich der Prinz wieder in sein Bett einigelte und seinen Tränen freien Lauf ließ. Er hatte geglaubt zu wissen, was ein gebrochenes Herz ist und wie sich Sehnsucht anfühlten, doch wurde eines Besseren belehrt.
Nicht einmal Erik's Tod hatte sein Herz nun so zerbrochen, wie die Trennung von seinem geliebten Simon.
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Ein dumpfer Aufprall ließ Linda aufschrecken, als sie gerade die Wäsche im Nebenraum zusammen legte "Simon?" klopfte Linda rufend an die Tür "Ist alles in Ordnung, mein Schatz?" "Hmmm" kam nur als Antwort "Ich habe nur etwas fallen gelassen" "Schläfst du immer noch nicht?!" Seufzend und traurig strich Linda an der Tür entlang "Es ist schon spät. Versuche etwas zu schlafen" "Ich kann nicht schlafen und will es auch nicht. Ich träume sobald ich einschlafe von Wille..." seufzte er und tippte weiter auf seinem Laptop "Und deswegen schlafe ich nicht!"
Linda spürte das es keinen Zweck hatte und ging. Simon wischte sich über das Gesicht.
Sein Blick ging zum Boden, wo seine Tasse lag, die er ausversehen in einem Sekundenschlaf vom Tisch gefegt hatte, beim plötzlichem wieder Aufwachen "Fuck" Er drückte sich die Handflächen ins Gesicht und ließ den Kopf auf die Arme sinken. Die Augen füllten sich mit Tränen.
Der schwarzgelockte Junge summte eine Melodie vor sich hin und schlief dann vor seinem Laptop sitzend und auf den Tisch gelehnt, ein.
Eine Nachricht blinkte auf. Die wohl Hundertste seit dem Tag, an dem sich die endgültig Lebewohl gesagt hatten. Seit dem Tag an dem Simon's Herz komplett zerbrochen war.
Schwerfällig öffneten sich die wunderschönen, schokoladenbraunen Augen "Wille..."
Er drehte das Handy um, damit er das Display sehen konnte beim einschalten
"Gute Nacht Simon. Ich Liebe Dich!"
Simon seufzte und drückte das Handy wieder aus. Nun konnte er die Tränen nicht mehr zurück halten und weinte.
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Vergeblich wartete Wilhelm auf eine Reaktion, nachdem er sah das sein Ex-Freund die Nachricht gelesen hatte. Genau wie alle anderen vorher. Er spürte den Schmerz. Denn es war auch sein eigener, der ihm gefühlt die Brust zusammendrückte, als würde ein Tonnenschweres Gewicht darauf liegen "Simon... Ich träume jede Nacht von dir"
Er legte sich zurück auf das Bett und schaltete wieder den Song an. Simon's Stimme zu hören machte die Sache zwar nicht besser, doch für die knappen 3 Minuten konnte Wilhelm alles vergessen, bis ihn die Ruhe des dunklen Zimmers wieder eingeholt hatte
"Die Sehnsucht nach dir zerreist mir das Herz"
Das Erste was Wilhelm am Morgen tat war seine Nachrichten checken. In der Hoffnung das Simon doch noch antwortete. Aber wieder war das Display leer geblieben. Seufzend legte Wilhelm, sich die Hand über das Gesicht wischend, das Handy zur Seite und stand aus seinem Bett auf.
Jedoch nicht, um wie seine Eltern zu frühstücken, sondern nur um das eigene Badezimmer aufzusuchen. Man hörte die Dusche laufen, dann Wasser im Waschbecken abfließen und die Klospülung wurde betätigt. Dann kam der Prinz wieder heraus. Seine noch leicht feuchten Haare waren durch das Handtuch wild durch einander gerubbelt. Er trug nur eine Jogginghose.
Zwar von adidas doch mehr zum Wohlfühlen für die Couch, oder zum Joggen.
Genau das tat Wilhelm jetzt. Er steckte sein Handy ein, das ihm als MP3 Player diente.
Nahm die Kopfhörer aus der dazugehörigen kleinen Box und steckte sie in die Ohren.
Zog sich seinen HILLERSKA Pullover über und verließ das Zimmer, um im angrenzenden Waldgebiet nun joggen zu gehen. Er rannte die Strecke jeden Tag. Fast immer zur selben Zeit.
Mit harten Beats in den Ohren. Bis zur Erschöpfung lief er. Manchmal hörte man ihn schreien. Durch die Stille die hier herrschte, wurde das Echo weit getragen.
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Kaum hörbar und ehr lethargisch lag Simon singend auf seinem Bett. Er schaute zur Decke.
Seine Augen waren rot umrandet und richtig angeschwollen vom vielen Weinen. Die sonstige Kraft in seiner Stimme war fast verschwunden "Men du var min revolution. Innan allt föll samman. Föll samman, föll samman..." "Simon?" Linda setzte sich zu ihm auf das Bett "Liebling, wir wollen in einer halben Stunde los fahren" Besorgt fuhr ihm seine Mutter zärtlich durch die wuscheligen Locken "Also wenn du nochmal auf die Toilette mußt---" "Ist gut Mama"
Etwas schwerfällig versuchte sich der Junge aufzurichten, doch mußte durch einen Schwindelanfall kurz Inne halten "Simon, ist alles in Ordnung?" "Ja, ich habe noch nichts gegessen und zu wenig getrunken. Alles ok!" log er und ging ohne sich um zu drehen, ins Badezimmer.
Er warf sich Wasser ins Gesicht und kam ein paar Minuten später wieder nach Draußen.
Schnell war Sara vom Küchentisch aufgesprungen und fiel ihrem Brüderchen um den Hals
"Mach's gut kleiner Bruder. Ich komme in ein paar Monaten nach, wenn alles abgewickelt ist" "Ok" nickte Simon. Vom Türrahmem aus sah Linda, wie sich das wieder versöhnte Geschwisterpaar fest in den Armen hielt. Beide teilten das gleiche Schicksal, nachdem ihre jeweils Erste Liebe endgültig zerbrochen war. Dann verabschiedete sich Sara von ihrer Mutter "Bis bald!"
Sie winkte dem gemietetem Umzugslaster nach. Ja, vielleicht schon bald würde sie ihnen nachreisen.
3 Monate später
Zum 2. Mal klopfte Linda am frühen Morgen an die Zimmertür, an der ein kleines Schild mit Musiknoten und der Name SIMON darauf, hing "Simon, Aufstehen!" rief sie "Du kommst sonst wieder zu spät zur Schule! Also raus aus den Federn, junger Mann!"
Im Zimmer, das eigentlich heller und größer als sein Altes in Bjärstad war, regte sich zwischen Kissen und Decke ein lockiger Kopf. Der noch verschlafende Junge seufzte tief "Wofür denn?"
Er drückte sich das Kissen über den Kopf und murmelte den Rest "Ich bin krank!"
Lust oder ehr Appetitlos stocherte Simon in seinen Cornflakes auf dem Teller herum, nachdem er es doch geschafft hatte ausfzustehen.
Zumindest sein Körper saß am Tisch. Seine Seele war rastlos und sein Herz in Bjärstad.
Hektisch lief Linda zwischen Küche und Wohnzimmer hin und her "Denkst du bitte daran den Müll mit raus zu nehmen wenn du gehst?" "Hmmm" "Ok, Bis heute Abend mein Schatz"
Simon zwang sich zu einem Lächeln und einem "Hab dich lieb Mama"
Den Rest der nun aufgeweichten Cornflakes schüttete er ins Waschbecken, spülte nach und nahm die beiden Mülltüten, um sie hinter dem Haus in die Tonne zu werfen. Dann ging er zurück ins Haus, schloß die Tür ab und verkroch sich in seinem Zimmer.
Seit dem Umzug nach Göteborg war Simon noch tiefer in Depressionen verfallen, als damals in Bjärstad, als er nach Wilhelm's 'Verrat' in ein tiefes Loch gefallen war.
Und der Schulwechsel war auch nicht wie gehofft ein Neuanfang gewesen.
Jeder neue Tag war eine Tortour geworden, nachdem nun auch der Letzte Kevin gecheckt hatte WER da neu an die Schule gekommen war. Simon hatte einen halben Tag seine Ruhe gehabt, bis die Vorhersehbare Katastrophe begann.
Dann kamen Sprüche wie "Hey Simon, wie war es denn mit dem Kronprinz zu ficken?"
oder "War er königlich im Bett?" Unter Gelächter gingen die in seinen Augen geistig zurück gebliebenen Pupertierten dann ihrer Wege.
Anfänglich hatte er diese Sprüche und ekelhaften Fragen noch ignorieren können, doch das Mobbing wurde schlimmer und auch die Fragen und Bemerkungen immer widerlicher.
Man rief ihm hinterher "Lust auf ein neues Video?" oder auch schön: "Machst du's auch mit normalen Jungs?"
Weinend hatte er sich auf dem Klo dann eingeschlossen und wünschte sich zum Ersten Mal sterben zu wollen, während er an der Tür herunter gerutscht war und in seinen Tränen gefühlt ertrank.
Jetzt saß er vor seinem Laptop und schrieb seine Gedanken auf, um sie zu Song's zu verarbeiten. Er war inzwischen 17 Jahre alt und trotz seiner dauerhaften Trauer in den Augen, immer noch wunderschön. Noch etwas, auf seinen neuen Mitschüler sehr neidisch waren und ihn deswegen mobbten. Er würde die Schule heute wieder schwänzen.
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"---prinz?" Keine Reaktion! Also versuchte es die ältere Dame, die ihn gerade am Hof unterrichtete, noch einmal "Kronprinz!"
Wilhelm schreckte aus seinem Gedanken hoch. Vielmehr aus den Erinnerungen, die er mit den Fotos verband, die er gerade anschaute, anstatt dem Staubtrockenem Unterrichtsstoff zu folgen. Wilhelm seufzte und legte den Kopf auf die auf dem Tisch liegende Arme "Ich brauche eine Pause..." Ohne auf die Erlaubnis zu warten, schob der Prinz den Stuhl nach hinten weg und lief zügig aus dem Raum.
Obwohl der Saal sehr groß war, hatte er das Gefühl gehabt das die Wände näher kamen.
Mit einer Panikattacke saß Wilhelm weinend, die Beine fest angezogen in einer abgedunkelten Ecke im Oberen Bereich des Schlosses. Draußen prasselte ein Endsommer Gewitterregen auf das Dach und der Wind peitschte den Regen gegen die Fensterscheiben. Genauso fühlte sich der junge Prinz. Er war aufgestanden und öffnete das Fester. Schloß die Augen und ließ sich vom Regen berieseln. Es fühlte sich an wie Freiheit.
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Um den Eindruck zu erwecken, er wäre in der Schule gewesen, täuschte Simon vor gerade vom Bus zu kommen. Die neue Schule lag genau wie das Hillerska Internat, wenige Minuten Fahrt vom Wohnort entfernt. Doch er rannte nicht durch den Regen, um nicht nass zu werden, sondern lief langsam hindurch. Er blieb stehen und ließ sich mit geschlossenen Augen den Regen ins Gesicht prasseln. Es fühlte sich wie eine Befreihung an und er fing an dieses kurze Gefühl zu genießen. Dann vermischten sich seine Tränen mit den Regentropfen, so das man sie nicht mehr unterscheiden konnte "Bitte ... Erlöse mich von diesem Schmerz. Ich will ihn nicht mehr spüren!" flehte er das Universum an.
Die Tür klickte und Linda schaute von ihrer gemütlichen Sitzposition auf der Couch auf
"Hallo mein Schatz" "Hej Mama" Sie sah ihn an.
Die sonst so schönen schwarzen Locken war glatt und der Regen, den er mit ins Haus gebracht hatte, tropfte von den Haarspitzen "Oh mein Gott?!" lächelte sie und holte ihm ein Handtuch
"Bist du in den Platzregen gekommen?" "Hm" Simon rieb sich das Gesicht und die Haare ab "Gerade als ich ausgestiegen bin fing es an" Die durchnässte Jacke hing er über die Stuhllehne in der Küche "Hab den Regenschirm vergessen" "Wie war's in der Schule?" Simon setzte sein schönste Fake-Lächeln auf, das er inzwischen perfekt beherrscht "Gut"
Lügen konnte er noch perfekter "Es ist toll dort und alle sind freundlich" "Das freut mich"
Linda rieb seinem Arm auf und ab als Zeichen für ihren Support. Simon schmunzelte breit und ging dann in sein Zimmer.
Hier hinter der verschlossenen Tür konnte er weinend auf die Knie fallen. Er riß sich den komplett durchnässten Pullover vom Leib und warf ihn auf den Boden. Er umschlang sich selbst und drückte die Fingernägel fest in die Haut. Es begann zu schmerzen.
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Den Arm über das Gesicht gelegt, hatte Wilhelm sich in sein Zimmer zurück gezogen und hörte 'seinen' Song in Schleife. Während er auf dem Bett lag, überollten ungezählte neue Tränen seine Wangen. Er konnte nicht aufhören. Zu lange hatte er seine Tränen unterdrückt.
Wieder hatte er Simon Nachrichten geschrieben.
Wieder hatte er gesehen, das Simon sie gelesen hatte.
Wieder kam keine Antwort zurück.
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Ja Simon laß die Nachrichten. Immer und immer wieder. Besonders die "Ich Liebe Dich!" Nachrichten laß er sich mindestens gefühlt 100 Mal am Tag durch. Er schloß die Augen
"Ich hab uns nie aufgegeben!" waren seine Worte zu Wilhelm gewesen.
Diese Hoffnung lebte in ihm.
Sie wachte mit ihm auch und ging mit ihm schlafen.
Linda hob den Kopf. Diese glockenhelle Stimme gehörte ihrem Sohn, der gerade wieder einmal seinen Schmerz in einem Song verpackte und dazu auf seinem Keyboard die dazu gehörige Melodie spielte. Sie schaute mitleidig zu der Zimmertür. Dann schlug sie die nächste Seite der Tageszeitung um.
Der Polizeibericht über ein paar vermisste Jungs aus der Gegend um Göteborg, ließ ihr einen leichten Schauer über den Rücken laufen. Die Fotos zeigten 5 sehr attraktive Jungen im Alter zwischen 14 und 16 Jahre alt. Der Jüngste, der gerade einmal 14 war, sah ihrem Simon zum Verwechseln ähnlich.
Schwarze große Locken, aber stechend blaue Augen. Sommersprossen, die sich über die Wangen verteilt hatten, wie ein Band und er war heraus stechend Bildhübsch "Gleich 5 Jungs sind verschwunden?! Das ist ja zum fürchten" murmelte sie vor sich hin, ehe sie weiter blätterte und es vergessen hatte.
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Immer wieder hämmerten die Fäuste gegen die Tür "Olli! Olli bitte mach auf! Ich laufe auch nicht mehr weg, ich verspreche es!" wimmerte der sehr hübsche Junge mit den großen blauen Augen, die voller Tränen waren "Bitte laß mich raus" Er rutschte an der schon leicht mit Moos bedeckten Holztür herunter "Ich will nach Hause"
Der nach Moder riechende Kellerverschlag war schon seit Wochen sein unfreiwilliges Zuhause, seit er versucht hatte seinen älteren Freund zu verlassen. Genau dieser Junge mit den kurzen blonden Haaren, saß auf dem Bettrand und vergrub immer wieder den Kopf zwischen den angewinkelten Armen "Sei still!" schnaufte er. Dann hob er den Kopf. Es war still!
Er stand auf und lief zur Tür "Kai?" Leise konnte er ein Wimmern hören "Olli..." hickste der schwarzgelockte Teenager "Bitte mach die Tür auf und laß uns reden" "Also gut!"
Der blonde Junge, der der verschollene Zwillingsbruder von Kronprinz Wilhelm hätte sein können, schloß die Kellertür auf "Aber versuchst du auch nur einen Trick, sperr ich dich wieder ein!"
"Nein, ich laufe nicht weg, versprochen" piepste das zarte Stimmchen, das übrig geblieben war nach all den Rufen und Weinen.
Die Tür wurde geöffnet und das große blaue Augenpaar mit den roten Umrandungen schaute dem blonden größerem Jungen ins Gesicht "Hunger?" fragte er mit kühlem Unterton und der schwarzhaarige Junge nickte. Der Zwilling des Kronprinzen verließ kurz die Waldhütte auf seinem Motorad. Kaum das er aus dem Sichtfeld verschwunden war, rannte der Junge namens Kai durch das Haus. Panisch rüttelte er an allen Fenstern und den beiden Türen. Doch sie waren fest verschlossen und er damit immer noch eingesperrt.
Er saß in der Falle!
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Unter der Dusche versuchte Simon sich wieder etwas aufzuwärmen. Es tat ihm auch gut.
Er vergaß kurz die Zeit. Dann spielte automatisch der gestern Nacht niedergeschriebene Song in seinem Kopf "... now I'm drowning... without you..." Er schloß die Augen "Are we done for sure?
Is it overboard ..." Sein Kopf begann zu hämmern. Er sah alles vor sich, als würde ein Film vor ihm ablaufen.
Der Erste Kuß, der so verkrampft im Halbdunkel der Schule im Fensterabsatz passiert war.
Simon's und Wilhelm's Erster Kuß überhaupt!
Wie sie sich total unerfahren, langsam heran getastet hatten, einander näher zu kommen.
Keiner hatte es gesehen oder ahnte es auch nur im Entferntesten.
Wie sie, mit aufgeregtem Kribbeln im Bauch und völlig ungeplant, in Wilhelm's Zimmer ihr Erstes Mal gehabt hatten. Beim Gedanken daran begann Simon schneller zu atmen und er wischte sich die Tränen weg. Sein Herz krampfte sich wieder zusammen und er rang um Luft.
Auf dem Boden sitzend weinte er noch einmal seinen ganzen Schmerz heraus. Denn er traf eine stumme Entscheidung, die seinen ganzen Mut erfordern würde.
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Gelangweilt saß Wilhelm neben den Pressesprechern, die ihm heute den Umgang mit den sozialen Medien auf anderer Ebene gezeigt hatten.
Denn Presse und Medien waren für den angehenden Thronfolger nun ständige Begleiter.
Nächstes Jahr sollte Wilhelm, Schweden's neuer König werden, wenn es nach der amtierenden Königin Kristina ging. Ganz gleich wie schlecht es dem Kronprinz mit dem Druck dabei ging!
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Aus der Waldhütte konnte man Laute vernehmen die sich zwischen Schmerz und Stöhnen abwechselten. Der schwarzhaarige Junge krallte sich mit den Händen in das Bettlaken fest.
Die Kette mit dem kleinen schwarzen Herz, die er um den Hals trug, schwang dabei auf und ab während sich sein älterer Geliebter an ihm austobte, bis er die Befriedigung bekam die er gewollt hatte. Dabei hatte er den jüngeren Teenager an den Locken festgehalten und nach oben gezogen. Das war schmerzhaft gewesen, was seinen Freund aber keinesfalls interessiert hatte, da er gerade seine Extase erreichte hatte und ihn dann wieder nach unten auf das Bett stieß.
Der Jüngere lag japsend auf dem Bett. Er schniefte, da es schmerzhaft für ihn gewesen war, statt wie zu Beginn ihrer Beziehung schön und befriedigend "Was heulst du jetzt rum?" fragte der blonde Junge, während er sich wieder die Hose hochzog "Zieh dich an und dann komm runter!" "Wo...Wo gehst du hin, Olli?" "Pissen!"
Die Tür fiel ins Schloß. Der schwarzhaarige Junge gehorchte und lief langsam die knarzenden Holztreppen herunter. Dort am Tisch in der improvisierten Küche saß der blonde Junge
"Setz dich!" Wieder gehorchte der sehr hübsche Junge und schaute ihn von unten her mit seinen großen Wasserblauen Augen an "Olli..." "Du hast versucht abzuhauen!" "Nein!" "LÜG MICH NICHT AN!"
Der blonde Junge hatte ihm mit der Hand schneller, als er der schwarzhaarige Junge reagieren konnte, ins Gesicht geschlagen. Komplett darüber erschrocken, war er vom Stuhl gefallen und hielt sich die Wange. Bedrohlich stand der Blonde nun über ihm "Du wolltest mich verlassen!" "Nein Olli" wehrte er ab und rutschte von ihm weg "Das wollte ich nicht. Ich war nur erschrocken"
Ihm liefen Tränen die Wangen entlang "Bitte sei mir nicht böse"
Um die Situation zu beruhigen, rutschte er halbwegs auf den Knien zu ihm und umschlang seine Taille "Ich liebe dich Olli" kuschelte sich an ihn "Aber bitte schlag mich nicht mehr. Ich mach auch alles was du willst!"
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Auf dem Kalender sah Simon das heute das Schulfest war und er daher die Schuluniform tragen mußte. Sie bestand aus einer Blaugrauen Jacke ähnlich wie seine Hillerska Uniform.
Einem weißen Hemd. Einer blauen Krawatte und einer weißen Hose. Heute mußte er mal wieder anwesend sein, auch wenn es nicht lange sein würde. Während seine Mutter die frische Wäsche zusammen legte, schaute Simon sie mit schwermütigem Blick an. Es tat ihm leid, was er ihr antun würde, doch er konnte es einfach nicht mehr ertragen. Und sie würde es auch erst am nächsten Tag erfahren, da sie später zur Nachtschicht gehen würde. Es würde ihr das Herz brechen.
Er setzte sein Lächeln auf, schulterte den Rucksack auf und wünschte ihr einen schönen Tag, wie sie es ebenfalls tat "Hab einen schönen Tag, Liebling" "Hm, Danke Mama!"
Linda strich ihm noch einmal über die Wange "Vielleicht wartet ja eine neue Liebe hier irgendwo auf dich" Simon nickte "Bestimmt!" und ging dann aus der Tür. Doch statt zur Bushaltestelle zu laufen, lief er um das Haus herum, kletterte wieder leise in sein Zimmer und schrieb unter Tränen einen Brief
"Ich ertrage das alles nicht mehr. Es tut mir leid! "
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Schreiend, weinend und um sein Leben flehend, versuchte sich der schwarzhaarige Junge aus dem schmerzhaften Griff des Blonden zu entziehen "Olli, laß mich los. Wo willst du denn mit mir hin?!" "Sei still Kai und komm mit!" "Aber wohin denn?! Wir sind hier mitten im Wald und ich habe keine Schuhe an" wimmerte der Junge mit den großen blauen Augen.
Tief im Wald brachte der blonde Junge namens Olli ihn nun zu einer abgelegenen Stelle.
Hier waren kleine Erhebungen im Boden zu sehen.
Vier Stück.
Sie sahen aus wie ... Gräber!
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Langsam lief Simon den Waldweg entlang. Er wischte sich immer wieder die Tränen weg, die ihm über die Wangen kullerten. Sein Vorhaben machte ihm selbst Angst. Seine Schritte lenkten ihn immer tiefer in den Wald, denn er hörte Wasser rauschen. Es war ein kleiner Wasserfall, der in einen Fluß mündete, der hier lang floss. Von weitem konnte Simon eine hölzerne Brücke erkennen.
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Kräftig wehrte sich der am Boden liegende Junge, gegen die Hände die ihm den Hals zudrückten "Was machst du da Olli? Ich kriege keine Luft mehr. Warum machst du das?" fragte er immer wieder "Ich bin doch erst 14?! Bitte mach das nicht" "Du nervst!" zischte der Blonde und drückte fester zu. Noch einmal riß Kai die Augen auf, denn er spürte eine Nässe auf seinen Wangen.
Er schaute hoch zu seinem Freund.
Die Nässe die er für Regen gehalten hatte, waren Tränen gewesen.
Noch einmal versuchte sich Kai zu wehren und schlug Olli gegen die Arme, doch der Blonde war zu stark und seine Arme fielen auf den Blätterbedeckten Boden. Seine blauen Augen waren geschlossen und der Kopf zur Seite gedreht. Der gerade einmal 14 Jährige Junge war tot.
Erwürgt von seiner Ersten Liebe, oder zumindest hatte er ihn dafür gehalten.
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Tief atmete Simon durch. Er stand auf der Brüstung der Brücke und schaute nach unten ins Wasser. Sein Herz klopfte stark. Die Angst kam wieder hoch und fing an schneller zu atmen. Tränen kullerten wieder über seine Wangen. Er drückte den Kopf in den Nacken.
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Schnell begrub der blonde Junge seinen getöteten Geliebten hier auf seinem 'Friedhof' wie er den Platz selbst betitelte. Seine Hände wurden durch den durchnässten Boden vom Regenschauer letzte Nacht, immer schmutziger. Mit Blättern bedeckte er die Stelle.
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Simon schloss die Augen. Er spürte die Sonne auf seiner Haut. Den Wind, der durch seine lockigen Haare fuhr und mit einer Kringellocke spielte, die ihm im Gesicht hing. Er wischte sie weg.
Dann konzentrierte er sich nur noch auf das Rauschen des Windes in den Bäumen und des Wassers unter ihm. Es spielte keine Rolle ob der Fluss eisigkalt war und sehr tief.
Er atmete tief durch "Ich liebe dich Wille!" flüsterte er "Lebwohl!"
Es platschte laut, als der Junge von der Brücke sprang.
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Leise knatterte der Motor des schwarzen Motorads über den Waldweg. Der blonde Junge bog in einen stärker bewaldeten Weg ein und erreichte die Holzbrücke. Hier im Wasser des Flusses, konnte er sich die vom Erdreich beschmutzten Hände waschen. Das war auch der Grund, warum er hier entlang fuhr. Er stieg von dem Motorad ab und lief den kleinen Hang hinunter. Er tauchte die Hände in das eisige Wasser.
Kniff kurz die stahlblauen Augen zusammen "Fuck ist das kalt!" und wusch sich dann die Hände. Ein langer Streifen Schmutz zog sich nun im Wasser entlang. Er stand auf und schaute zufällig auf die andere Seite des Ufers. Dort sah er etwas liegen, das wie ein Körper aussah
"Was ist das denn?!"
Er holte sein Minifernglas aus der Hosentasche und erkannte eine Person. Da er wußte, wo es einen Übergang im Fluß gab, der nur Knietief war, lief er bis zu der Stelle und watete dann in das Wasser hinein.
Er erreichte die andere Seite und lief nun näher zu dem vermeintlich leblosem Körper hin
"Hej? Ist alles in Ordnung? Brauchst du Hilfe?!" fragte er und hockte sich leicht über den Jungen, um seinen Puls an der Halsschlagader zu fühlen "Ok, tot ist er nicht" bestätigte er sich selbst und drehte nun den Kopf des bewußtlosen Jungen, da er nur den Hinterkopf mit den schwarzen Locken sah, in seine Richtung "Was ist..."
Nun das Gesicht des fremden Jungen zu sehen, ließ ihn kurz die Sprache verlieren.
Die Stahlblauen Augen musterten Simon einmal von oben nach unten und wieder zurück
"Wow... Oh mein Gott" Er beugte sich über Simon und streichelte seine Wange
"Du bist echt wunderschön!"
Er zog ihn nach oben und da Simon leicht eine Feder war, hatte er ihn schnell im Arm.
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Schreiend war Wilhelm aufgeschreckt "SIMON!"
Schnell atmend schaute er sich um und rutschte dann wieder zusammen "Wo bist du? Warum antwortest du mir nicht?" Er vergrub den Kopf zwischen den angewinkelten Beinen.
Der Prinz war zu Besuch bei einem diplomatischem Bankett im Nachbarland Norwegen und dort bei einem entfernten Verwandten untergekommen. Er saß im Sand des Ufers, das zu einem Fjord gehörte und dort sitzen geblieben, nachdem er eine Joggingrunde gemacht hatte.
Sein Herz fühlte sich an als würde es ihm zerdrückt werden.
Er konnte sich das nicht erklären, doch er spürte das Simon etwas zugestoßen sein mußte.
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Mit schweren Schritten durch das Gewicht auf seinen Armen, lief der blonde Junge zurück zur Waldhütte. Er drückte die Klinke mit dem Ellenbogen herunter und trat sie mit dem Fuß zu.
Legte den immer noch bewußtlosen Jungen auf die Couch ab. Fühlte noch einmal seinen Puls und deckte ihn dann zu. Schnell lief er dann zurück zur Brücke, um sein Motorad zu holen. Länger als 10 Minuten hatte es nicht gedauert. Als er zurück gekommen war, lief er zu seinem Erste Hilfe Koffer und kümmerte sich um die Kopfwunde den fremden Jungen.
Dann entkleidete er ihn um die durchnässten Sachen gegen frische und vorallem trockene zu tauschen "Bist du von der Brücke gesprungen?" fragte er leise, in der Hoffnung der ihm unbekannte Junge würde aufwachen.
Alle bisherigen Jungs, mit denen er eine Liebesbeziehung gehabt hatte, bis ihm seine Spielzeuge langweilig geworden waren und sie ihn wegen seiner gewalttätigen Art beim Sex dann verlassen wollten, hatte er aus dem Jugendzentrum gekannt, in dem er arbeitete. Dort kümmerte er sich um die unerfahrenen, unsicheren noch in ihrer Sexualität unterdrückten Teenager.
Besonders den noch sehr jungen Jungs konnte er schnell den Kopf verdrehen, durch seine große Ähnlichkeit zu Kronprinz Wilhelm und mit seiner charmanten Art. Er löste in den Jungs die Fantasie aus, das sie mit dem Prinz zusammen sein konnten, denn Olli behandelte seine 'Opfer' anfänglich liebevoll und bereitete ihnen beim Ersten Mal ein schönes Erlebnis, so das sie von ihm abhängig und ihm hörig wurden. Doch lange konnte er die Maske nicht behalten und zeigte sein wahres Wesen. Das sadistische und besonders beim Sex sehr dominante, das seine ausgesuchten sehr hübschen 'Spielzeuge' dann verschreckte und sie ihn verlassen wollten.
Ihm rauchte schon gefühlt der Kopf, während er den Jungen ansah "Verdammt, wo habe ich dieses Gesicht schon einmal gesehen?! Nicht im Jugendzentrum!" sprach er mit sich selbst und fotografierte ihn dann mit dem Handy. Per Bildersuche schaffte er es und hielt sich die Hand vor den Mund "Das ist doch nicht möglich!" Immer wieder verglich er die Fotos und setzte sich dann zu ihm "Simon Eriksson!"
Nach der Bestätigung sah er es nun auch deutlich "Ja, du bist es wirklich!"
Vorsichtig strich Olli ihm eine der nun getrockneten Locken zur Seite "Du bist in real echt noch viel schöner als auf den Fotos und natürlich in dem Video" Er klickte es an und schaute die wenigen Sekunden, die Simon damals ungewollt berühmt gemacht hatten. Schon damals hatte er von dem sehr schönem Jungen geträumt und sich an Wilhelm's Stelle gewünscht.
Ganz langsam kam Simon zu sich und schlug mit flatternden Augenlidern, die Augen dann auf "Argh mein Kopf" "Bleib liegen!" rief Olli und kam von der Küche in den Wohnbereich gelaufen
"Du hast vielleicht eine Gehirnerschütterung" "Was ist passiert?"
In Slow Motion, gegen die Anweisung des blonden Jungen, setzte sich Simon auf
"Hier!" Irritiert schaute Simon den Jungen an, der ihm ein Glas Wasser hin hielt "Danke"
Olli setzte sich neben ihn und strich ihm eine der Locken zur Seite. Simon zuckte erst von ihm weg, doch ließ es dann geschehen.
Die Berührung löste einen Sturm in ihm aus, doch er konnte sich nicht erklären warum.
Als er die Augen wieder öffnete schaute er in das Eisblaue Augenpaar sich gegen über
"Tut...Tut mir leid. Bist du... Bist du mein Freund?!" "Was?" "Ich kann mich gerade nicht erinnern" lächelte Simon etwas überfordert. Doch es war eine Vertrautheit zu dem blonden Jungen und nachdem er nickte und "Ja!" gesagt hatte, biß sich der Lockenkopf verlegen auf die Lippe
"Und wie war dein Name?" Zuerst lachte der blonde Junge, dann strich er Simon über die Wange "Oliver!"
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Fassungslos schaute der Kronprinz zu der kleinen Kiste, die von einem der Bediensteten vor der Schlosstür gefunden worden war. Sie stand auf dem Tisch im kleinen Salon. Der Inhalt war ihm bestens vertraut. Alle Briefe, die er Simon vor 2 Monaten geschrieben hatte, lagen darin.
Keiner war geöffnet worden und jeder hatte den Vermerk >Zurück an den Absender< darauf gestempelt "Was?!"
Er drehte einen der Briefe immer wieder um "Wieso steht da >Empfänger unbekannt< Was soll das heißen?" "Vermutlich das dort niemand mehr wohnt" zuckte die junge Frau die Schultern und widmete sich weiter dem Gläser polieren für die Gäste heute Abend.
Erschrocken drehte sich Wilhelm um und rannte dann zu seiner Lieblings Helferin in der Not "MALIN!" rief er schon von weitem, so das die Blonde junge Frau sich schon zu ihm umschaute "Wilhelm?!" "Ich muß sofort zu Simon's Haus!" "Aber die Königin hat angeordnet, das Sie im Schloss bleiben, Hoheit!"
"DAS IST MIR SCHEIß EGAL!" schrie der sonst so ruhige Prinz und schaute sie jetzt mit Tränen in den Augen an "Irgendwas stimmt bei Simon nicht und ich muß sofort zu ihm!" "Also gut, Komm!" Die Autotür schlug zu und der schwarze Limousine fuhr vom Platz.
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Kichernd, da Simon kitzlig war, versuchte er sich aus der Liegeposition zu befreihen
"Olli bitte, ich bin kitzelig" "Ich weiß" log er und beugte sich dann zu Simon, auf dessen Hüften er saß, herunter "Das hast du mir in unserer leidenschaftlichen Nacht gesagt" "Daran kann ich mich nicht erinnern um ehrlich zu sein" Er biss sich auf die sinnlichen Lippen und schlang seine Arme um Oliver's Nacken "Vielleicht sollten wir das dann wiederholen!" säuselte er zurück und Simon lachte. Sein helles Lachen schien im ganzen Haus zu hallen. Oliver neigte seinen Kopf zur Seite, Simon schaute zu ihm hoch. Seine Schokobraunen spiegelten sich in den Eisblauen.
Langsam schlossen sie die Augen und küssten sich.
Es war ein Kuß voller Verlangen. Voller Liebe. Voller...
Simon wußte nicht was es war, doch etwas ließ seinen Herzschlag schneller werden.
Doch es hatte nichts mit dem zu tun, was er gerade fühlte während des Kusses. Oliver legte sich mit ihm auf das Bett. Er begann Simon's Hals entlang zu küssen, was Simon aufseufzen ließ.
Er krallte sich mit den Fingern in das Bettlaken, als Oliver sich an seinem Hals fest gesaugt hatte, während Oliver's Hand sich zwischen Simon's Schenkel schob. Er seufzte tiefer und kniff die Augen zu. Drückte den Kopf ins Kissen und stöhnte auf, als sich die Hand nun in seine Hose schob. Zu Oliver's Überraschung war Simon schnell erregt und bereit für den Sex.
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Mit immer schnelleren Schritten rannte Wilhelm nun zu dem Haus, Humlegränd 1E und blieb dann entsetzt stehen "W-was?!"
Alles in dem kleinen Vorgarten war leer. Das Fenster das in die Küche zeigte ebenso.
Wilhelm drehte sich zur Seite. Dort war das Fenster zu Simon's Zimmer. Er drückte die Nase gegen die Fensterscheibe. Das Zimmer war leer! Geschockt fuhr sich der Prinz durch die Haare "Nein!"
Er bekam eine Panikattacke "Nein Nein Nein... Simon... Wo bist du?"
Urplötzlich hatte er eine Szene vor Augen "Meine Mutter hat gemeint, das wir vielleicht umziehen müssen" hörte er die Stimme klar und deutlich in seinem Ohr "Er ist weg" murmelte er immer wieder vor sich hin und begann zu zittern. Sein Atmen wurde immer unregelmäßiger.
Eine solche starke Panikattacke hatte er noch nie gehabt und sackte zu Boden.
Auf den Knien sitzend rang er um Luft. Dann spürte er eine Hand auf seiner Schulter "Wilhelm?"
Er schaute erschrocken hoch "Sara?!"
Das Mädchen zwang sich zum lächeln "Felice hat mich angerufen und mir gesagt, das du die Briefe bekommen hast"
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Immer lauter stöhnend, sich in dem Rücken seines Liebhabers festkrallend, während er auf seinem Schoß saß, drückte Simon den Kopf in den Nacken und genoß es, wie Oliver ihm am Hals dabei saugte, während er gerade seinen Höhepunkt erreichte. Er sank leise lachend in Olivers Armen zusammen, der ihm die Stirn und Wange küßte "War's schön?" wurde er gefragt und mit erröteten Wangen nickte Simon. Sie fielen beide auf das Bett, wobei Simon's Lachen so glücklich klang, das Oliver sich entschlossen hatte, die Lüge aufrecht zu erhalten.
Vor 2 Monaten hatte Oliver den fast ertrunkenen Simon aus dem Fluß gezogen. Ihn zu sich in die Waldhütte gebracht, verarztet und dann später nach Hause gefahren. Dort war Linda schon fast krank vor Sorge gewesen. Doch Oliver, dessen Aussehen sie erschreckt hatte wegen der verdammten Ähnlichkeit zu Wilhelm, hatte sie schnell zur Seiten ziehen und ihr alles erklären können "Er hatte einen Unfall und dabei ist wohl sein Gedächtnis etwas ausgefallen. Er kann sich nicht mehr erinnern, wo er vorher gelebt hat und er hält mich für seinen Freund"
Kurz schaute Olli zu ihm "Und... Es wäre wohl auch das Beste für ihn, wenn es dabei bleibt. Wie es aussieht scheint er eine traumatische Erfahrung gemacht zu haben, was seine Erinnerungen jetzt unterdrückt" Dem mußte Linda zustimmen "Ja das denke ich auch" "Ich bin Olli"
Der Blonde reichte ihr die Hand "Freut mich Sie kennen zu lernen, Frau Eriksson?!" "Linda" lächelte sie. Simon kam aus dem Badezimmer und kuschelte sich an Oliver's Arm "Worüber redet ihr?"
Er schaute verliebt zu Oliver hoch "Über mich?" Der Blonde Junge lächelte "Ja mein Süßer.
Ich komme gleich hinterher" Oliver und Simon küßten sich und er lief dann vor sich hin singend zu seinem Zimmer.
Immer noch sehr überrascht musterte Linda den großen Jungen. Oliver schmunzelte "Ja ich weiß! Ich höre es täglich" "Es ist verblüffend!" "Ja" Linda schaute kurz ob Simon's Tür geschlossen war. Nachdem das der Fall war stellte sie die Frage der Fragen "Was ist passiert?"
Dann erhielt sie die Antwort in Kurzgeschichte und Oliver schloss die Tür zu Simon's Zimmer.
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"Was soll das heißen, er ist nach Göteborg gezogen?" wiederholte Wilhelm. Sara setzte sich seufzend neben ihn "Mama und Simon sind vor 3 Monaten dorthin gezogen. Ich habe mich um den Verkauf und den Rest gekümmert. Ich werde in 2 Tagen nach reisen und bin eigentlich nur nochmal hergekommen um zu schauen... ob wieder ein Brief angekommen ist" "Hast du sie zurück geschickt?" Es herrschte kurz Stille bis Sara antwortete, was ihr allerdings sichtlich unangenehm war "Ja... Ich wollte euch beide den Schmerz ersparen. Simon hat deine Nachrichten gelesen und immer gleich angefangen zu weinen" "Und wenn er die Brief gelesen hätte..." "Ja" "Verstehe" Wilhelm wischte sich die Tränen weg "Wie... Wie geht es ihm?"
Sara senkte den Kopf "Anfänglich nicht gut... Er hat sehr geweint und nicht mehr gesungen, doch dann---"
Schnell bedeckte Sara ihren Mund "Tut mir leid, ich muß jetzt los" "Warte!" Wilhelm hielt sie leicht an der Hand fest "Was ist denn jetzt mit Simon?" Er ließ sie los "Bitte sag es mir. Geht es ihm gut?" Der Prinz spürte das seine ehemalige Klassenkameradin ihm etwas verheimlichte.
Doch nicht in schlechter Absicht, sondern um ihn zu schützen. Sara strich sich eine ihrer länger gewordenen Haare hinter die Ohren
"Wilhelm... Simon hat jetzt einen neuen Freund..." Der Prinz zuckte zusammen "...und ist sehr glücklich mit ihm" Sie lächelte "Er sieht dir zum Verwechseln ähnlich, was erschreckend ist"
Wieder fühlte es sich für Wilhelm an, als würde der Boden unter ihm aufbrechen
"Neuer Freund?"
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Zeitgleich gab sich Simon seinem wie er immer noch glaubte, liebsten Freund hin und genoß wie er es mit ihm tat. Sie verschlangen ihre Finger ineinander und Oliver küsste Simon in den Nacken und in den Rücken. Dann umschlang der Blonde ihn immer fester und presste sich an ihn
"Wie weit bist du?" hauchte er dem Lockenkopf ins Ohr "Gleich" kam keuchend von Simon.
Beide lachten kurz und ließen sich dann japsend auf's Bett fallen. Sie lachten und seufzend kuschelte sich Simon an seine Brust "Oh Gott ich hoffe wir waren nicht zu laut" Er versteckte den Kopf zwischen den Handflächen "Das ist peinlich" Oliver drehte sich auf die Seite und stützte sich mit dem Ellenbogen ab "Wir haben doch nichts Schlimmes gemacht" Er schubste Simon leicht an, der sich kichernd unter der Bettdecke nun versteckte.
Irgendwann war er eingeschlafen. Oliver spielte mit einer Locke. Er mußte kurz an Kai denken, der Simon's jüngerer Zwillingsbruder hätte sein können, den er vor Zwei Wochen umgebracht hatte. Wie alle anderen jüngeren Geliebten vorher. Er streichelte Simon's Arm entlang und zog ihn näher an sich heran. Leise seufzte der Junge und schien etwas zu flüstern im Schlaf. Es war kaum hörbar, doch Oliver erkannte es klar und deutlich "Wille" Unter seinen Wimpern sammelten sich Tränen.
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Da Sara die Zeit hatte, war sie mit Wilhelm ins Schloss zurück gefahren. Überwältigt davon drehte sie sich immer wieder um, während sie dem Prinz folgte "Wow kaum zu glauben das mein Brüderchen hier hätte leben können, wenn ihr euch nicht getrennt hättet" "Ja..." "Oh..."
Sie knischte mit den Zähnen "Tut mir leid. Ich bin manchmal gefühlsmäßig ein ziemlicher Trampel" "Dafür kann sie wunderbar zuhören!"
Schnell drehte sich das Mädchen um, denn diese Stimme gehörte ihrer Allerbesten Freundin, die zur Unterstützung mit zu Wilhelm gekommen war
"Felice" Sara fiel ihr freudig in die Arme "Schön dich zu sehen" "Ja, ich bin gerade zu Besuch"
Das Trio setzte sich zusammen und redete.
Sara erzählte Wilhelm nun was passiert war "Sein Name ist Oliver Sanders. Simon nennt ihn Olli und er ist sehr liebevoll zu meinem Bruder"
Während Sara sprach, begann Wilhelm sich innen im Mund auf die Lippe zu beißen. Was er immer tat, wenn er nicht wusste, wohin mit seinen Emotionen und der Panik. Jedes Wort, das Sara über den Jungen namens Oliver erzählte, traf ihn, wie ein Messer, das tiefer in die Wunde gebohrt wurde. Es war kaum aushaltbar zu hören, wie SEIN Simon nun mit einem Anderen zusammen war.
Ihm kniff sich halbwegs der Magen zusammen, denn er musste es einfach wissen
"Schläft er auch mit ihm?"
Zuerst wollte Sara ihn nicht darauf antworten. Oder ihn belügen.
Doch das würde es nicht besser machen. Sie nickte leicht "Sie sind seit 2 Monaten zusammen, was denkst du?!" Wilhelm ballte die Hand zur Faust und biß die Zähne zusammen "Das man auch 2 Monate zusammen sein kann ohne Sex!" Sara legte den Kopf schief "Sprach er und vernaschte meinen Bruder, noch bevor er mit ihm zusammen war!" Der Prinz war sich durch die Haare fahrend aufgesprungen "FUCK!"
Er lief zur Wand und schlug dagegen "Das ertrage ich nicht!"
Felice kam langsam auf ihn zugelaufen und legte ihm die Hand auf den Rücken
"Hey, die Hauptsache ist doch das es Simon gut geht, Oder?"
In Tränen ausbrechend hielt sich Wilhelm in den stützenden Armen seiner besten Freundin fest "Ich will ihn wieder haben" "Simon erinnert sich nicht mehr an dich. An Nichts mehr, was vor dem Sturz war. Er glaubt, das er schon immer in Göteborg gelebt hat und das Olli seine große Liebe ist. Er hat so viel gelitten. Jetzt hat er seinen Frieden gefunden und kann wieder lachen"
In Sara's Stimme hörte man das es ihr wehtat, als sie beschlossen hatte, die Wahrheit ebenso vor ihrem Bruder geheimzuhalten "Ich werde ihm auch nichts von dir erzählen"
Zustimmend nickte Wilhelm.
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Die Tasten des Laptops klapperten. Simon's Finger rasten regelrecht darüber. Es klopfte an seiner Zimmertür "Ja komm rein" rief er und schaute nur kurz auf. Oliver beugte sich zu ihm herunter "Hej" Sie gaben sich einen Kuß zur Begrüßung "Hej" Simon speicherte die Datei ab und klappte den Laptop zu "Ich geh nur schnell ins Badezimmer, dann können wir los" "Ist gut"
Ihre Hände festhaltend und langsam loslassend, liefen sie aneinander vorbei. Während Simon im Bad war, schaute sich Oliver in seinem Zimmer um "Du hast es schön gemütlich hier"
Simon, der sich vor dem großen Spiegel etwas schminkte, fiel der Kajalstift aus der Hand.
Dieses Wort war wie ein Flashback. Kurz schien er durch sein Spiegelbild hindurch zu sehen "Danke" sprach er langsam. Schüttelte dann den Kopf und machte weiter.
Fertig geschminkt mit schwarzen Augen und kirschroten Lippenstift drehte er sich einmal um die eigene Achse "Wie sehe ich aus?" Die schwarze Jeans mit den Strasssteinen an den Seiten, das dunkelrote Hemd mit den Netzeinlagen paßte super dazu "Sehe ich aus wie ein Vampir?"
Oliver lachte leise "Oh ja! Damit wirst du der Blickfang auf der Party!" Simon trat an seinen Freund heran. Auch Oliver hatte dunkel geschminkte Augen und schwarze Kleidung, mit Glittereinsätzen "Wir werden das Traumpaar des Abends sein. Jeder wird mich um meinen wunderschönen Freund beneiden!" Oliver legte den Arm um Simon's Hüfte "Und wer es wagt mit dir zu tanzen, den bringe ich um!" "Uhhh" Simon lachte. Er ahnte nicht das sein vermeintlicher Geliebter das Ernst gemeint hatte - denn er betrachtete Simon nun als sein Eigentum!
Im Jugendzentrum fand heute eine Halloween Party statt und da die meisten Jugendlichen dort keine Medien konsumierten, würde auch niemand Simon erkennen. Diese Angst, das ihn jemand wieder erkannte, machte Oliver jeden Tag fertig. Doch jetzt war es später Abend und Simon war sehr dunkel um die Augen geschminkt. Die sonst so schönen Locken, waren mit Gel etwas zurück gestylt. Er sah wirklich wie ein anderer Mensch aus. Oliver musterte ihn "Simon, mein Liebster..."
Er holte aus seiner Lederjacke eine kleine flache Schachtel heraus "Ich möchte dir etwas schenken!" Der Junge drehte sich um und sah den Inhalt.
Eine Kette mit einem kleinen schwarzen Herzanhänger.
Oliver holte sie heraus und legte sie ihm um "Dankeschön" Simon schaute sich im Spiegel an
"Die ist wirklich wunderschön" Oliver schmunzelte.
Da Oliver lange nicht mehr im dem Haus gewesen war, wußte er auch nichts von den Polizeilichen Ermittlungen wegen der 5 vermissten Jungs.
Er sah die VERMISST Flugblätter mit den Fotos der Teenager, die spurlos verschwunden waren. Der Erste vor einem halben Jahr.
Ein rothaariger Lockenkopf namens FELIX SANDSTRÖM im Alter von 16 Jahren. Und der vorerst Letzte war seit 4 Monaten verschwunden und gerade einmal 14 Jahre alt.
Sein Name war KAI ANDERSEN und auch er war hier vorher im Jugendzentrum gewesen.
Simon bemerkte das sein Liebster vor den Flugblättern stand "Das klingt gruselig" "Hm?"
Oliver drehte sich um. Simon zeigte auf die Fotos "Die 2 da sehen mir ziemlich ähnlich. Das finde ich gruselig. Und sie sind noch so jung... Hoffentlich leben sie noch und---" "Bestimmt!"
In Oliver's Ohren begann es zu rauschen und er hörte ihre Todesschreie, bevor er sie erdrosselt oder erschlagen hatte. Er sah ihre Gesichter als würden sie vor ihm stehen.
5 sehr hübsche Jungs, die alle durch seine Hand gestorben und im Wald verscharrt worden waren "Olli?"
Er hob den Kopf "Ist alles Ok?" Simon schien besorgt, doch der Blonde schüttelte den Kopf
"Es ist nichts. Na ja ich kannte diese Jungs"
Mitleidig schmiegte sich Simon an seinen Arm, ehe er dann daran leicht rüttelte "Komm laß uns tanzen" Simon's Augen strahlten und Oliver folgte ihm in den großen Raum, aus dem auch laute Musik schon dröhnte.
Etwas erschrocken zuckte Simon zusammen, als 2 Jungs ihn leicht zu sich herum drehten und durch die Lautstärke etwas lauter sprachen "Kai" "Oh mein Gott, wir dachten schon du---" "Entschuldigung, aber ich heiße nicht Kai" Die beiden musterten ihn "Was?!" "Ich heiße Simon!"
Um die Situation zu retten, legte Oliver seinen Arm um ihn "Das ist nicht Kai und jetzt verzieht euch!" "Aber du siehst genauso aus, wie mein kleiner Bruder!" beharrte der Junge, der ihn zuerst angesprochen hatte "Er ist seit über 2 Monaten verschwunden und du..." Er zeigte auf Oliver "...warst mit ihm zusammen als er verschwand!" Dann ging er auf Oliver los "Wo ist er? Wo ist mein Bruder?!" "Woher soll ich das wissen?" zischte Oliver und schubste den brünetten Jungen von sich weg "Gehen wir vor die Tür!" Er schaute zu Simon "Ich bin gleich zurück" "Ok"
Warum wußte er nicht, doch in Simon's Magen grummelte es. Nicht vor Hunger, sondern einem Gefühl, das er nicht einordnen konnte.
Draußen auf dem Hinterhof des Jugendzentrums, packte Oliver den Jungen und drückte ihn gegen die Wand, während er weiterhin mit seinen Beschuldigungen kam "Du hast ihn im Abstellraum gefickt und danach ist er verschwunden!" "Vermisst du etwa deinen kleinen Sandsack?!"
Oliver verpasste ihm einen Kinnhaken "Ich weiß, was du mit Kai gemacht hast. Er hat mir alles erzählt!" Der geschlagene Junge war zu Boden gegangen und spuckte das Blut aus, ehe Oliver ihn wieder hochhob "Du hast ihn missbraucht und jedes Mal wenn er es nicht wollte, extra hart vergewaltigt. Du hast ihn gezwungen deinen Schwanz zu lutschen und ihn geschlagen, wenn er es nicht gut gemacht hatte"
Mit jedem Faustschlag in die Magengrube offenbarten sich mehr Widerlichkeiten "Zum Glück war Kai nicht dein echter Bruder, sondern nur dein Stiefbruder!" Der letzte Schlag des kräftigen Blonden hatte dem Jungen den Rest gegeben "Und jetzt verpiss dich hier, sonst bringe ich dich um!"
Er spuckte neben ihm auf den Boden und ging dann wieder zurück zur Party. Sein Kumpel half ihm auf "Sagte er Kai WAR?"
Innen kam ihm Simon entgegen gelaufen "Olli, du blutest" Er fühlte die aufgesprungene Lippe, die er von einem Schlag kassiert hatte "Oh, kaum der Rede wert. Außerdem stelle ich doch einen Vampir dar, oder?" Simon nickte "Ja"
Arm in Arm liefen sie zurück und verzogen sich in eine weniger beleuchtete Ecke. Hier konnten sie ungestört rumknutschen. Oliver knabberte an Simon's Hals, was er kichernd und leicht seufzend genoss "Ich dachte, ich bin der mit den angeborenen Eckzähnen" "Das heißt ja nicht das ich dich, meinen kleinen Vampir, trotzdem nicht auch vernaschen kann" "Das kitzelt" kicherte Simon.
Oliver hauchte ihm erregt ins Ohr "Wollen wir kurz verschwinden?" "Was hier?!"
"Es gibt hier einen kleinen Abstellraum. Dort kommt keiner rein, wenn er..." Er klapperte mit einem Schlüssel "...den hier nicht hat!"
Simon biss sich grinsend auf die Unterlippe und nickte "Ok!" Sie verschwanden sich küssend und dabei lachend durch die Hintertür.
Als Oliver mit einen kräftigen Druck Simon gegen die Wand drückte, zuckte der Lockenkopf kurz zusammen. Irritiert schaute Oliver ihn an "Was hast du?" "Ich... Ich habe das Gefühl, das ich das schon einmal erlebt habe" Er schaute den vermeintlichen Freund an und suchte die Antwort in seinen eisblauen Augen. Das Bild verschwamm und die Augenfarbe wechselte in ein Hongigoldenes Braun für einen Augenblick
"Na ja" säuselte Oliver "Wir haben es ja auch schon oft ziemlich wild " Er griff Simon's Taille und zog ihm das Hemd aus einander, nachdem er es ihm geöffnet hatte "Komm her mein Süßer!"
Die Tür schloß sich hinter ihnen.
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Nachdem Wilhelm die Vorhänge zugezogen hatte, blieb er stehen und verharrte in dieser Position "Ich gehe mit Sara mit, wenn sie..."
Felice, die auf dem Sofa gesessen und ein Modemagazin durchgeblättert hatte, schaute auf
"Was? Du willst mit nach Göteborg fahren?" "Ich muß ihn finden!" "Wille..."
Felice schloß das Magazin "Glaubst du deine Mutter erlaubt das?" "Das ist mir egal!"
Der Prinz holte seine braune Tasche und fing an Sachen hinein zu stopfen "Ich werde Simon finden und nach Hause holen! Und dann..." Er schaute seine beste Freundin mit festem Blick an "...verzichte ich auf den Thron und brenne mit ihm durch!" Ein zartes Schmunzeln umspielte Felice Lippen.
Sie verstand ihren Besten Freund natürlich und auch seine Beweggründe "Du liebst ihn wirklich sehr, hm?" "Simon ist die Liebe meines Lebens!"
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Mit einem kräftigen Ruck setzte Oliver seinen Liebsten auf die abgestellte Kommode. Da sie nahe an der Außenwand stand, konnte man es ryhtmisch klacken hören. Simon hatte sich fest an Oliver gepresst und die Fingernägel tief in seine Haut im Rücken gedrückt. Dadurch das die Musik so laut war, übertönte sie beide. Simon kicherte und lehnte den Kopf gegen Oliver's Schulter.
Er konnte den warmen Atem daran spüren und griff in Simon's Locken "Das war der heißeste Quickie den wir bisher hatten!" Als Reaktion lachte Simon leise und atmete tief aus.
Nachdem sie sich wieder angezogen hatten, standen sie noch sich innig küssend im Raum. Danach gingen sie Händchen haltend, als wäre nichts geschehen zurück zur Party.
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Tief seufzte Wilhelm "Ich kann hier nicht einfach rumsitzen und nicht so tun, als wäre es mir egal!" "Ich verstehe es ja Wille, aber hälst du das denn wirklich für eine gute Idee? Sara hat gesagt, das Simon sich an nichts mehr erinnern kann" Der Blick von Felice war eine Mischung aus Verständnis, Besorgnis und Wehmut "Was, wenn du es schaffst und er sich an dich erinnert, aber dann wieder totunglücklich ist!"
Sie legte dem Prinz die Hand auf die Schulter "Mal ehrlich Wille, würdest du das denn wollen?
Das er wieder weint und ein gebrochenes Herz hat? Würdest du dich dann wirklich besser fühlen?" Er senkte den Kopf und wischte sich die Träne weg, die ihm über die Wange lief
"Weißt du was er zu mir gesagt hat, bevor er am Abend gegangen ist?" Felice schüttelte den Kopf, denn Wilhelm hatte es nie erwähnt "Vielleicht funktioniert es einfach nicht!" Sie schluckte und nickte "Wow das ist hart! Aber auch irgendwie typisch Simon"
Das brachte Wilhelm zum schmunzeln "Seine direkte Art war das, was mich so beeindruckt hatte. Ich dachte nur: Er singt wie ein Gott, ist schön wie ein Engel und sagt dir knallhart ins Gesicht das er dich Scheiße findet und deine Familie hasst - Ich will ihn heiraten!"
Diese Erinnerung ließ ihn zusammen sacken.
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Es war einige Minuten nach Mitternacht. Die Party war für die Minderjährigen hier nun beendet. Simon wartete draußen auf Oliver, der noch einmal auf's Klo gegangen war. Es nieselte leicht und Simon spürte eine Schwere auf sich. Er schloss die Augen. Der sanfte Regen platschte auf sein Gesicht und er summte eine Melodie vor sich hin. Von weitem wurde er von Oliver, der ihn suchte, beobachtet "Ach hier steckst du?!"
Etwas erschrocken zuckte Simon zusammen und wischte sich das Gesicht mit dem Ärmel der kuscheligen lilafarbenen Jacke ab. Man konnte deutlich die Tränenspuren sehen "Alles ok?" fragte Oliver und legte seinen Arm um ihn. Simon nickte und versuchte zu lächeln "Manchmal da überkommt mich so eine seltsame Traurigkeit" "Ja" "Dann möchte ich einfach nur im Regen stehen" "Klingt nach Depressionen"
Irritiert sah Simon ihn an "Hast du Psychologie studiert?" Oliver lachte leise "So ähnlich. Ich leite hier die Gruppen und Einzelsitzungen mit den Jungs. Und viele sind wie du!" "Schön, hochbegabt und können gut singen?" Beide lachten und Oliver nahm Simon in die Arme.
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Es klopfte an der Zimmertür des Prinzen "Wilhelm?" fragte Farima und trat nach 3 Sekunden ein "Denkst du bitte daran das du morgen früh bei der Sitzung---" "Nein, ich fahre nach Göteborg!"
kam postwendend, ohne das er sie aussprechen ließ, von ihm. Überrascht schaute Farima in ihrerm Terminplaner nach "Aber ich habe für Morgen keine Reise verzeichnet?!" "Ich fahre mit Sara und suche Simon!" Sie schaute zu Felice, die auch nur mit den Schultern zuckte "Weiß die Königin davon?!" "Natürlich nicht!" grinste Felice und fasste einen Entschluß "Weißt du was Wille?"
Er drehte sich zu ihr um, während er ein Buch in der Tasche verstaute "Ich komme mit!" Sie nahm ihr Handy und tippte an Sara eine Nachricht Doch die erhoffte Antwort wurde zur Enttäuschung
Felice ließ das Handy sinken "Wille, du kannst wieder auspacken" Er sah sie an "Sara ist schon losgefahren!" "Was? Wie jetzt schon losgefahren?!" Der Prinz schaute zu Farima und wieder zu Felice "Dann fahre ich eben al---" "Wilhelm!" fuhr Farima jetzt dazwischen "Du kannst nicht einfach so in eine andere Stadt fahren, ohne deine Mutter um Erlaubnis zu fragen!" "Mama wird NEIN sagen und ich werde am Ende trotzdem fahren!" Irritiert und sprachlos suchte Farima Unterstützung bei Felice, doch sie zuckte nur mit hochgehobenen Armen, die Schultern
"Das ist der Einfluß von einem ziemlich süßen Jungen namens Simon Eriksson!"
Wie gesagt standen Wilhelm und Felice am nächsten, noch sehr frühen Morgen, am Bahnhof in Stockholm. Malin hatte sie gefahren.
Die Königin hatte es ihm verboten, doch am Ende eingesehen, das sie ihren Sohn nicht mehr davon abhalten konnte, sich auf diese Reise zu begeben. Und er hatte Felice bei sich. Er war also nicht alleine und vollkommen Hilflos. Seine Kreditkarte war ordentlich gefüllt, für Tickets, Verpflegung und Übernachtungen "Paß auf dich auf und Viel Glück das du Simon findest" waren ihre überraschenden Worte gewesen. Dabei hatte sie seine Wange entlang gestreichelt und ihn dann umarmt.
Jetzt standen er und Felice auf dem Bahngleis, für den Schnellzug, der sie beide nach Göteborg bringen sollte.
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Noch total verschlafen rieb sich Simon die Augen, während er in die Küche schlurfte, von wo aus die klappernden Geräusche kamen "Morgen" brummte er und gähnte. Er hatte bei Oliver übernachtet. Oliver drehte sich erschrocken um "Simon?! Hej" Er stellte die zweite Tasse Kaffee auf den Tisch "Guten Morgen. Frühstück ist gleich fertig" gab ihm einen Kuß, den Simon auch kichernd erwiderte. Dann kuschelte er sich an seinen vermeintlichen Freund "Die Nacht war schön" flüsterte er mit roten Wangen. Sich wieder dem Frühstück widmend schlug Oliver das Ei an den Pfannenrand und zerteilte es dann über der brutzelden Pfanne "Dann erinnerst du dich an deinen Schwur?" Verlegen spielte Simon mit dem kleinen Herz an der hübschen Kette, die er seit gestern um den Hals hängen hatte "Ja" "Gut"
Für einen Moment waren die ohnehin schon Eisblauen Augen des Blonden so kalt wie Eis, ehe er sich wieder der Spiegeleier widmete "Willst du sie weich oder fest?" Simon schlang seine Arme um Oliver's Taille "Ich will eigentlich was ganz Anderes" säuselte er "Deswegen fand ich es schade das ich allein im Bett war" "Ich mußte auf's Klo und dann wollte ich dich noch schlafen lassen..."
Er hatte sich zu Simon umgedreht und die Arme um seinen Nacken geschlungen "...nachdem ich dich die halbe Nacht wach gehalten hatte!" Simon kniff sich verlegen die Lippen zusammen.
Dann grinste er frech "Na gut, dann geh ich jetzt erstmal duschen" und rannte kichernd davon.
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Auf dem Bahnsteig fuhr der Schnellzug nach Göteborg ein. Da sie vorher einen Platz je reserviert hatten, konnten sich Felice und Wilhelm in ein geschlossenes Abteil setzen. Hier störte niemand. Wilhelm behielt aber noch Sonnenbrille und Basecap auf. Für 3 Einhalb Stunden war das jetzt eine Hoffentlich-erkennt-mich-keiner Tortur für den jungen Kronprinz. Er hörte Musik. Felice laß ein mitgebrachtes Buch. Ab und zu musste sie Wilhelm aufbauen, wenn ihm die Tränen die Wangen entlang liefen. Sie erkannte das es an dem Song lag, den er in Schleife hörte
"Was hörst du da?" Ohne etwas zu sagen, reichte Wilhelm ihr einen der In Ear Kopfhörer.
Sie brauchte 2 Sekunden und sah ihn dann völlig perplex an "Ist das... Ist das wirklich Simon?" "Ja... Er hat mir den Song nachträglich zum Geburtstag geschenkt" "Das klingt echt schön"
Wilhelm nickte. Wischte sich die Tränen weg "Ich ertrage den Gedanken nicht, das er sich nicht mehr an mich und an uns erinnert und stattdessen mit einem anderen jetzt zusammen ist.
Und das er mit ihm glücklich sein soll" "Aber ist das nichts Gutes?" "Sara hat gesagt das irgend etwas nicht mit diesem Oliver stimmt und das macht mir Angst!" Felice nickte und gab ihm den Kopfhörer zurück "Wir sind bald da!"
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Da Simon nicht mehr Schulpflichtig war, spielte es keine Rolle das er nicht mehr zur Schule ging. Dafür machte er sich im Haushalt nun nützlich, wenn seine Mutter Früh und Spätschichten hatte. Er wünschte ihr einen schönen Tag und war heute besonders aufgeregt. Nach nun fast über 3 Monaten würde er endlich seine große Schwester wiedersehen.
Als hätte sie es gespürt, bekam Sara Schluckauf und musste leise lachen "Ja Brüderchen, ich denke auch die ganze Zeit an dich" Sie schaute schnell auf ihr Handy, als sie an einer Baustellenampel im kurzen Stau stand "Noch knapp 2 Stunden, dann bin ich da"
Sie legte es wieder in ihre Tasche, die auf dem Beifahrersitz parkte. Die 6 Stunden Autofahrt über die E4 Autobahn, waren schneller vorbei gegangen, als sie gedacht hatte.
Zeitgleich brauchten Wilhelm und Felice nur halb so lange mit dem Schnellzug.
Sie mußten sich erst einmal nun orientieren, wo sie lang laufen mußten, um aus dem Bahnhof wieder heraus zu kommen. Auf dem Vorplatz angekommen seufzte Felice "Ich brauch jetzt erst einmal einen großen starken Kaffee!" "Da vorne!" Wilhelm zeigte auf eine Bäckerei, die auch Frühstücksangebote hatte "Einen großen Kaffee bitte. Milch und Zucker. Viel Zucker" bestellte sie und fiel fast um beim Preis "Das sind 98,14 Kronen. Sie können allerdings auch in Euro bezahlen, wenn sie möchten" "Und wieviel sind das?" "Dann wären es 8.99€" "Klingt irgendwie besser" lachte sie leise und legte ihre Kreditkarte auf den Scanner.
Beide verzogen sich in eine Ecke, damit niemand den Kronprinzen erkannte. Sie holte einen gekauften Reiseführer der Stadt heraus und tippte die Adresse von Simon's neuem Zuhause in ihr Z-Flip ein "Also laut Plan müssen wir mit der U-Bahn bis zur Station Liseberg fahren und dann..." Sie fuhr mit dem Finger über den Stadtplan "Wie hieß das wo Simon jetzt wohnt?"
Wilhelm zuckte die Schultern, doch Felice hatte mit sich selbst gesprochen "Johanneberg"
"Also zuerst nach Liseberg und dann nach Johanneberg?" "So steht es zumindest hier. Sara sagte etwas von einer Buslinie, die dann von dort aus weiterfährt nach Guldheden. Das ist eine Wohnsiedlung mit einem großen Park in der Nähe und unsere Haltestelle heißt 'Westrings Gata' oder so ähnlich. Ich kann Sara ja noch einmal fragen"
Seufzend drückte Wilhelm die Stirn gegen den Tisch "So finden wir Simon nie!"
Leise lachend legte Felice ihm den Arm um die Schulter "Hey Wille, du bist nicht allein und jetzt etwas mehr Zuversicht bitte und laß uns die Haltestelle suchen!" Nach einer halben Stunde standen sie am Bahnsteig und stiegen in die Erste Linie ein, die zum Vergnügungspark Liseberg fuhr, um dort umzusteigen in den Bus, der sie zum Stadtteil brachte.
Der weiße Volvo Kombi bog in die Straße ein, wo sich das Wohnviertel Guldheden befand.
Sara parkte hier. Nahm ihre Tasche vom Nebenplatz. Schloß das Auto ab und lief ein paar Minuten, einen kleinen Weg herunter, bis sie zu einem Haus in der Straße kam.
Ein kleines Häuschen mit einem großen Garten und einem langen begrünten Weg.
Simon stand schon wartend, immer strahlender grinsend auf dem Weg.
Dann hielt ihn nichts mehr und er fiel seiner 'lang verschollenen' Schwester in die Arme und versuchte nicht all zu sehr zu weinen.
Lachend drückte Sara ihr Brüderchen an sich "Du kleine Heulsuse" "Du bist doof. Ich hab dich vermisst!" schniefte er und das Geschwisterpaar lief zum Haus. Sara schaute sich überrascht um "Wow, das ist ja noch viel schöner als auf den Fotos" "Ja Mama und ich haben uns viel Mühe gegeben. Der Garten hat sogar einen kleinen Teich mit Seerosen und Fröschen" berichtete Simon, halbwegs schon in der Terassentür stehend. Zusammen schauten sie sich den Garten nun an und Sara sah, wie liebevoll alles hergerichtet war "Es ist wirklich sehr schön geworden. Wenn man bedenkt wie leer alles vorher aussah" "Ja Großmutter konnte sich nicht um das Haus kümmern und jetzt ist es zu einem gemütlichem Zuhause geworden. Viel besser als in der engen kleinen Wohnung vorher" Sara sah ihn an. Daran erinnerte er sich?
Der Bus fuhr davon. Felice und Wilhelm standen nun mitten in einem völlig unbekannten Wohngebiet "Und wie jetzt weiter?" fragte der Prinz, denn vergeblich versuchte Felice ihre beste Freundin zu erreichen "Mailbox" Sie seufzte kurz "Hier irgendwo muß es aber sein" "Bist du sicher das es hier ist?" Felice schaute schnell auf ihre Notizen "Westrings Gata" laß sie sich selbst noch einmal vor. Wilhelm schulterte sich seinen Rucksack wieder auf "Na dann" Er schaute sich um "Sind ja nur an die 1000 Wohnungen und Häuser hier" "Eigentlich müssen wir nur nach Sara's weißem Volvo Ausschau halten!" Sie hakte sich bei ihrem mutlosem besten Freund ein
"Na komm. Das wird schon!"
Erschrochen drehte sich Sara um, als es an der Tür klingelte. Simon rannte halbwegs hin und fiel Oliver in die Arme. Küssend begrüßten sie sich und Sara trat einen Schritt zurück. Denn den Doppelgänger des Kronprinzen nun in echt zu sehen, war wirklich seltsam.
Sie musterte ihn. Oliver hatte einen kürzeren Haarschnitt. Seine Haare waren auch viel blonder als die von Wilhelm. Er hatte kein Muttermahl an der Lippe wie der Prinz. Dafür eine kleine silberne Klemme im rechten Ohr. Seine Augen war eisblau und wirkten genauso kalt.
Doch er war genauso charismatisch wie der Kronprinz. Um Simon nicht zu verunsichern, da er seit seinem 'Unfall' sich nicht mehr an sein Leben in Bjärstad erinnerte, spielte sie mit
"Schön dich wieder zu sehen" Sie lächelte, doch spürte die Kälte die von ihm ausging, trotz seines freundlichem Lächeln's "Hej Sara. Lange nicht gesehen!" Sie nickte und drehte sich dann zu Simon um "Mist, ich habe dein Geschenk im Auto vergessen. Ich hole es schnell" Sie verließ das Haus und atmete tief durch, nachdem sie außer Sichtweite war "Der Typ macht mir Angst"
Mit der "Du nimmst die Seite und ich die" Taktik liefen Felice und Wilhelm nun die Straße ab.
Denn leider hatte Felice keine Hausnummer und Sara's Handy hatte keinen vollen Akku mehr.
Sie konnte sie nicht erreichen und sie mußten es auf diese Art versuchen. Doch je länger sie ergebnislos blieben, desto mutloser wurde Wilhelm. Er warf seinen Rucksack auf den Boden und kickte die Steine weg, die hier lagen "Das ist doch sinnloser Schwachsinn! Wie sollen wir Simon hier finden?"
In seiner Verzweiflung begann er zu weinen "Ich habe ihn schon zweimal verloren und so wie es aussieht, soll das auch so bleiben!" Mitleidig schaute Felice ihn an "Ich versuche Sara immer wieder zu erreichen, aber wie es aussieht ist ihr Handy momentan aus. Hier in der Nähe ist ein kleines Hotel. Wie wäre es wenn wir es für heute gut sein lassen und uns erst einmal ausruhen?" Sie reichte ihm die Hand "Oder willst du schon aufgeben?" "Nein" Wilhelm wischte sich die Tränen weg "Ich bin hier um Simon zu finden und ihn wieder daran zu erinnern, wer ich bin und was wir hatten!" Zufrieden lächelte Felice "Na siehst du!"
Sie machten kehrt und liefen die Straße zurück.
Nur wenige Schritte von ihnen nun entfernt, in einer Kurve der Straße, schloss Sara gerade ihr Auto auf und setzte sich hinein. Sie atmete tief durch und holte vom Rücksitz die kleine Papiertasche. Darin war eine lilafarbene Tasse mit den goldenen Buchstaben SIMON und ein Stoffbär mit einem Herz, auf dem I LOVE YOU stand. Beides Erinnerungsstücke, die beim Umzug verloren gegangen waren, doch Sara hatte sie beim Aufräumen gefunden und nun mitgebracht.
Zurück im Haus, sah Sara wie Simon auf Oliver's Schoß saß und die beiden sich beim küssen nicht stören ließen. Simon fuhr ihm dabei durch die Haare. Genauso wie er es immer bei Wilhelm getan hatte. Sara runzelte die Stirn. Vielleicht konnte sich Simon's Unterbewußtsein an den Prinz erinnern, doch sein Trauma verhinderte das diese Erinnerung zurück kehrte?!
Sie stellte die Tasse auf den Tisch und den Teddybär "Schau mal was ich noch gefunden habe bei Papa" log sie, um ihren Bruder zu schützen. Sofort hellte sich das hübsche Gesicht auf
"Oh meine Tasse" Er nahm sie in die Hand "Die hat Papa mir geschenkt als ich 5 war"
"Das stimmt!" Also schien es tatsächlich so zu sein, das sein Gehirn nur die Gefühle für Wilhelm durch den Sturz und die Verletzung, entfernt hatte.
Erschöpft ließ sich Felice auf das Bett fallen. Dumm das es nur noch ein Doppelzimmer gegeben hatte, doch auf der anderen Seite war sie froh, das sie Wilhelm nicht allein lassen musste.
Der Prinz schaute aus dem Fenster. Es zeigte zu einem entfernten Waldgebiet "Du bist mir so nah und trotzdem kann ich dich nicht finden" "Morgen schaffen wir es bestimmt" versuchte Felice ihm wieder Mut zu machen "Und dann hat Sara ihr Handy bestimmt auch wieder eingeschaltet. Sie hat es garantiert nur ausgeschaltet damit sie sich auf die Fahrt konzentrieren kann" "Ja vielleicht" nickte der Prinz und ließ sich in ihre Arme fallen "Was wenn er sich wirklich nicht an mich erinnert und es nichts ändert, das ich hier bin? Was mache ich dann?" Da sich eine leichte Panikattacke ankündigte, begann Wilhem sich die Brust zu reiben, zum Beruhigung.
Das war seine größte Angst überhaupt.
Die Tür öffnete sich wieder "Sorry, ich habe die Tüte nicht gleich gefun---" Sara stieß nur auf Stille und Leere im Haus "Simon?" Sie suchte in allen Zimmern nach ihrem Bruder, doch keine Spur. Dann hörte sie ein vertrautes Kichern im Garten und sah wie Simon von Oliver hochgehoben wurde und dabei so strahlend lachte, das sich selbst die Sonne beleidigt hinter Wolken versteckte und sich weigerte heraus zu kommen.
Sie senkte den Blick. Wann hatte sie ihren Bruder das letzte Mal so glücklich gesehen und lachen gehört?
Sie erinnerte sich eigentlich nur an das Leid und den Schmerz, den er mit der Liebe zu Wilhelm erfahren hatte.
An den Hass der ihm entgegen geschlagen war. Die Drohbriefe und Morddrohungen im Internet. Die bitteren Tränen, die er geweint hatte wegen des Videos. Und wie jeder neue Streit mit dem Prinz ihm immer mehr das Herz gebrochen hatte.
Jetzt war er 'frei' und strahlte wieder. Und Oliver - der erschreckende Ähnlichkeit mit Wilhelm hatte - war der Grund dafür.
Sie stellte die Tüte auf den Tisch und lief dann mit nach draußen "Sara" winkte Simon ihr zu "Komm her" Er schien über etwas sehr aufgeregt zu sein und zeigte ihr dann, mit einem "Pssst" Zeichen den Grund. Er und Oliver hatten unter dem Laubhaufen eine kleine Igelfamilie entdeckt, die sich das heruntergefallene Obst der Bäume schmecken ließ. Die Igelkinder schmatzten das es eine wahre Pracht war. Simon giggelte wie ein Kind und Sara sah, wie seine Augen leuchteten
"Süß oder?!" "In meiner Waldhütte habe ich manchmal auch Eichhörnchen" erzählte Oliver und hatte damit Simon zum Quietschen gebracht "Wirklich?" Dann bedeckte Simon die Igel wieder vorsichtig mit dem Laub "Lassen wir sie in Ruhe" und nahm Oliver's Hand. Der Blonde ließ sich von ihm ins Haus zurück ziehen, denn jetzt wollte Simon wissen, was seine Schwester ihm mitgebracht hatte.
Schnell wurde es dunkel, nachdem der Oktober nun zu Ende war. Noch 2 Monate bis Weihnachten. Wilhelm schaute ehr durch die Fensterscheibe hindurch statt hinaus zu der schönen Aussicht mit dem Waldgebiet. Er lehnte die Stirn gegen das Glas und strich mit der Hand darüber. Es hatte angefangen zu regnen und zog seine ohnehin schon betrübte Stimmung noch tiefer.
Seine Handfläche malte einen Regentropfen nach, der an der Glasscheibe entlang floss "Simon..." flüsterte er dabei. Felice schaute von ihrem Buch auf.
Ihre Lippen umspielte ein leichtes mitfühlendes Schmunzeln "Morgen finden wir ihn!"
Nur halbwegs schaute der Prinz über die Schulter zu ihr. Dann griff er sich seine Jacke und verließ das Zimmer. Er brauchte diesen Moment für sich. Das kannte Felice inzwischen und rannte auch nicht gleich hinterher. Wilhelm hatte seine Kopfhörer in den Ohren und lief langsam die Straße entlang. Er lief ohne zu wissen wohin.
Er konnte in der Dunkelheit, nur von den Straßenbeleuchtungen erkennen, wie ein Blonder Junge einen kleinen Weg herauf gelaufen kam.
Er hielt einen Motoradhelm in der einen Hand. Er war zu weit von dem Prinz entfernt, als das Wilhelm ihn sehen konnte. Er sah nur wie der Junge seinen Helm aufsetzte, auf sein Motorad stieg und an ihm dann vorbei fuhr. Und Wilhelm hatte seine Kapuze von der Jacke aufgesetzt um sich Erstens vor dem Regen zu schützen und Zweitens damit ihn niemand erkannte. Dann stutzte der Prinz und lief etwas schneller.
Auf dem Parkplatz stand ein weißer Volvo Kombi. Mit dem Kennzeichen OWF 001 und einem BJÄRSTAD Aufkleber auf der Heckscheibe.
Immer schneller rannte er nun zu dem Auto "W-Was?!"
Durch Felice's Beschreibung wußte er wie das Auto aussah. Der Volvo hatte vorne noch 2 zusätzliche Scheinwerfer angebracht. Innen die Sitzbezüge waren grau mit leichter Melierung und Felice hatte mit Rotstift auf das Handschuhfach HILLERSKA FOREVER geschrieben.
Genau das stach Wilhelm ins Auge "Oh mein Gott, das ist es! Das ist Sara's Auto!"
Aufgeregt holte er sein Handy aus der Jackentasche und schrie fast hinein, nachdem Felice den Anruf entgegen genommen hatte "Felice! Sara's Auto steht hier!!!" "Was? Wille schrei mir bitte nicht so ins Ohr. Wo bist du?" Der Prinz schaute sich um "Ähm..."
Links kein Straßenschild und Rechte Seite auch keins
"Ich bin eine Straße herunter gelaufen und" "Ok, ich schaue ob ich dich entdecke" Sie seufzte und beendete das Gespräch. Manchmal war der Prinz wie ein kleines Kind.
Ihn rufend kam Felice die Straße herunter gelaufen "Wille?" und sah ein winkendes Etwas im Halbdunkel. Er lief ihr entgegen.
In Haus klingelte das Telefon auf Sturm und Simon sah, da es seine Mutter war, die so verzweifelt versuchte ihn zu erreichen. Er reichte es dann an Sara weiter "Ja Hallo, Mama? Oh Ok ich hole dich ab. Ich bin gleich da!" Sara klickte das Gespräche weg "Mama hat den Bus wohl verpasst und der nächste fährt erst in einer Stunde. Bei dem Regen würde sie sich den Tod holen!" "Ja" stimmte ihr Simon zu und Sara griff ihre Schlüssel "Bis gleich" Simon winkte ihr nach.
Freudestrahlend, trotz das er inzwischen Patschnass war, erzählte Wilhelm seiner besten Freundin von der Entdeckung "Das ist es!" "Bist du dir sicher?" "Ja, es ist alles wie du es beschrieben hast. Der Aufkleber und das Hillerska Forever das du geschrieben hast"
Nun war auch Felice davon überzeugt, das Wilhelm das Auto wirklich gesehen hatte. Sie lächelte und beide liefen zum Parkplatz.
Binnen weniger Sekunden starb Wilhelm's Strahlen.
Dort wo der weiße Volvo gestanden hatte, herrschte jetzt gähnende Leere. Man sah nur noch den trockenen Bereich, der langsam vom Regen an den nassen Boden angeglichen wurde "Aber..."
Er gestikulierte hin und her, doch Felice sah ihn lächelnd an "Was?!" fragte er irritiert "Wir haben Sara wohl nur um einige Minuten verpasst" ergänzte sie und nahm ihn in die Arme "Du hast Simon gefunden! Auch wenn ich dich damit aufgezogen habe das du alleine völlig hilflos gewesen wärst, hast du mir gerade das Gegenteil bewiesen! Komm, wir warten hier. Vielleicht kommt Sara ja gleich wieder?!" Nickend folgte Wilhelm ihr zu einem Unterstand. Von hier aus hatten sie den Parkplatz gut im Blick.
Gefühlt erfroren durch den rapiden Themperaturabfall und den Regen, wurde das Warten zur Qual "Sollen wir nicht doch lieber wieder ins Hotel gehen und ich rufe Sara an, sobald sie ihr Handy wieder---" "Ich gehe hier nicht weg!" protesterite der Prinz sofort "Und wenn ich mir den Tod hole!" Felice nickte "Du bist so nah dran Simon zu sehen, hm?" "Ich vermisse ihn so sehr das es schmerzt" "Wie lange ist es jetzt her seit ihr euch das letzte Mal gesehen habt? 5 Monate?"
Da sie richtig lag nickte der Prinz und wischte sich die Tränen weg "Eine halbe Ewigkeit! Wir haben uns bei der Abschlußfeier 'Auf Wiedersehen' gesagt und Simon hat sich noch einmal umgedreht, bevor er aus meinen Blick verschwunden ist. Dann bin ich mit meinen Eltern nach Solliden gefahren und habe Simon jeden Tag geschrieben. Er hat die Nachrichten gelesen, aber nie geantwortet" Er holte das Handy aus der Jackentasche "Ich glaube das es ihn genauso geschmerzt hat wie mich und er nicht wußte, was er antworten sollte. Und dann auf einmal hat er sie nicht mehr gelesen..."
Scheinwerfer blendeten die beiden, als ein Auto die Straße hochgefahren kam. Wilhelm stand auf "Oh bitte laß das Sara sein" flehte er das Universum an - das wohl ein Einsehen mit ihm hatte, denn plötzlich hupte das Auto. Felice hob die Hand und winkte, während Wilhelm alles wie in Zeitlupe erlebte. Der Volvo hielt vor ihnen an. Sara hatte das Fenster geöffnet und lachte "Was macht ihr denn hier?"
Felice und Wilhelm sahen sich an und Wilhelm sprach es aus "Simon suchen!" Sara und Felice fielen sich lachend in die Arme. Die beiden nun richtig schwesterlichen Freundinnen hatten sich seit knappen 2 Monaten auch nicht mehr gesehen. Wilhelm wurde von Sara gebeten einzusteigen, nachdem Felice ihn am Arm gezerrt hatte, da der Prinz urplötzlich irgendwie schwerhörig geworden war.
Im Auto wurden sie von Linda begrüßt, die Sara eben von ihrer Schicht im nahegelegenen Krankenhaus abgeholt hatte "Hej Wilhelm. Und Hallo Felice. Ich habe euch beide ja schon ewig nicht mehr gesehen" "Hallo Linda" nickte Wilhelm und gab ihr die Hand. Auch Felice grüßte so zurück.
Es folgte die Frage was sie beide hier machten und warum sie sich nicht angemeldet hatten. Felice schaute zu Sara "Weil jemand sein Handy nicht eingeschaltet hat" Sara kniff die Lippen zusammen "Mein Akku ist irgendwie kaputt. Er lädt nicht mehr richtig. Deswegen muß ich mein Handy immer wenn ich es nicht benutze, ausschalten" erklärte sie "Und Simon..." Wilhelm zuckte zusammen bei diesem Namen "...hat eine neue Nummer und ein neues Handy!" "Wieso das denn?" traute sich Wilhelm leise zu fragen. Linda senkte den Kopf.
Stille herrschte, bis Sara es aussprach "Er... Er hat versucht sich das Leben zu nehmen"
Der Prinz schluckte hart "Bei dem Sturz in den Fluß ist er mit dem Kopf auf einem Stein aufgeschlagen und hat sein Gedächtnis teilweise verloren. Und der Junge der ihn gefunden hat..." Sara seufzte "Simon glaubt das Oliver sein Freund ist und schon immer hier gelebt hat. Deswegen mußten wir alles an Bjärstad quasi auslöschen und dazu gehörte auch sein altes Leben"
"Es ist so unheimlich das er aussieht wie du, Wilhelm" stimmte Linda dem zu, was Sara vorher erzählt hatte. Sie fuhr zurück auf den Parkplatz "Irgend etwas stimmt nicht mit ihm. Er ist manchmal so kühl und man bekommt Angst bei seinen Augen, die wie Eis aussehen!"
Die 4 liefen nun den kleinen Weg zu der Siedlung herunter. Hier weiter unten standen ein paar vereinzelte Häuser. Vor einem ehr kleinerem blieben sie stehen "So, hier wohnen wir jetzt"
"Ich glaube..." Linda schaute Wilhelm an "...das ist keine gute Idee. Wir wissen nicht wie Simon reagiert wenn er dich sieht" "Finden wir es einfach raus!" zuckte Felice die Schultern. Dem stimmte Sara und dann auch Linda zu "Na gut"
Die Tür öffnete sich und der Prinz betrat das Haus, in dem die verlorene Liebe seines Lebens, nach seinem Umzug nun wohnte. Er schaute sich um. Es war genauso liebevoll und sehr zum wohlfühlen eingerichtet, wie das Haus in Bjärstad. Von hinten aus seinem Zimmer kam Simon gelaufen und stockte, als er die beiden 'Fremden' sah, denn er konnte sich nicht an Felice erinnern.
Wilhelm schlug das Herz zuerst bis zu Hals. Dann wandelte sich das Gefühl zu dicken Steinen im Magen. Er konnte kaum schlucken, so sehr steckte ein gefühlter Kloß in seinem Hals "Simon!"
Der bildschöne Junge mit den großen schwarzen Locken und den noch größeren Schokoladenbraunen Augen zuckte leicht zusammen.
Seinen Namen mit DIESER Stimme zu hören, schien etwas in ihm auszulösen. Er war wie erstarrt. Trug einen lilanen Hoddie, was Wilhelm zum schmunzeln brachte "Manche Dinge ändern sich eben einfach nie" Den Fremden im Blick behaltend, umarmte Simon seine Mutter und flüsterte ihr zu "Wer ist das?" Linda strich ihm durch die Haare "Ein Schulfreund von Sara und ihre Beste Freundin" "Aha" kam nur von ihm. Doch er konnte nicht aufhören Wilhelm zu mustern "Er sieht ein bischen aus wie Olli" dann drehte er sich um und lief wieder in sein Zimmer.
Enttäuscht zog Wilhelm die Karte durch den Türschloßscanner. Er hatte ja nicht mit einer Umarmung gerechnet, aber das Simon ihn die ganze Zeit wie Luft behandelt hatte, hatte ihn sehr hart getroffen. Mit einem Trick hatte Sara ihren Bruder aus dem Zimmer bekommen, der säuselnd verliebt mit seinen Freund telefoniert hatte und dann beim Pizza essen mit dabei war.
So hatte Simon auch Felice 'kennen gelernt' und gab Wilhelm sehr abweisend nur Antworten bei dem Kartenspiel. Linda hatte sich dazu gesetzt und versuchte zu vermitteln, doch es nützte nichts. Simon blieb Wilhelm gegenüber kühl und schaute ihn noch nicht einmal an.
Ihm beistehend legte Felice den Arm um ihren besten Freund "Hey, das wird schon. Immerhin kennt er jetzt deinen Namen und hat, wenn auch sehr kurz, mit dir geredet" "Er hat sie vergessen..." Tränen tropften auf den Boden "Er hat unsere Liebe komplett vergessen"
Der Prinz sackte auf den Boden und hielt weder Tränen noch Wut und Enttäuschung darüber zurück "Er hat einfach alles vergessen!"
Immer wieder schlug er mit der Faust auf den Boden "Einfach so" Seine Hand schmerzte "Ausgelöscht, als hätte nichts davon jemals existiert" Langsam wußte Felice auch nicht mehr wie sie Wilhelm nun aufmuntern konnte "Verdammt..."
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Schon reichlich betrunken stellte Oliver die Flasche Schnaps auf den Tisch. Er rang um Luft und fuhr sich immer wieder durch die Haare.
Warum war mit Simon alles so anders? Die 5 vorherigen Jungs waren nur Spielzeuge für ihn gewesen, bis sie ihm zu langweilig wurden und er sie dann 'los werden' mußte.
Doch irgendwie hing ihm der Mord an dem noch so jungem Kai nach. Er schaute auf den Tisch. Vor ihm lag die Doppelseite der lokalen Zeitung. Die Polizei suchte wieder nach den 5 vermissten Jungs. Es gab keinerlei Ermittlungserfolg, geschweige denn eine heiße Spur oder einen Verdächtigen. Die Fotos waren groß gedruckt. Mit dem Vermerk VERMISST darunter.
5 ziemlich hübsche Jungs im Alter zwischen 14 und 17 Jahren.
3 von ihnen wiesen eine unverkennbare Ähnlichkeit mit Simon auf.
Mit der Fingerspitze strich Oliver über das Foto von Kai. Dann schlug er die Zeitung zusammen und warf sie in den Kamin der Waldhütte.
Sein Weg führte ihn tief in den Wald hinein. Zu den Gräbern 'seiner' Jungs. Er grub im Boden und dem Laub, bis er ein kleines Herz erkennen konnte. Es war schwarz und glänzte.
Der gleiche Anhänger, den auch Simon nun trug.
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Am frühen Morgen ging Wilhelm joggen. Doch er lief tatsächlich zu dem Haus, in dem Simon lebte. Schaute zu dem Fenster mit den blauen Gardinen und den goldenen Sternen darauf
"Wohl doch nicht alles aus Bjärstad ist verschwunden" lächelte Wilhelm und zuckte zusammen, als die Gardine zu wackeln begann. Simon zog sie auf und öffnete das Fenster. Er sprang über das Fensterbrett und blieb erstarrt stehen.
Er trug einen Gelb-Orangen Hoddie. Noch etwas das Wilhelm sofort ins Gedächtnis kam, denn er erinnerte sich das Simon genau diesen Hoddie beim Schulausflug auf die Kiefernhöhe getragen hatte. Ihre Blicke hatten sich getroffen und Wilhelm's Herz raste.
Durch die Kälte des noch so frühen Morgens hatten sich Simon's Wangen rötlich gefärbt. Dann lief er über den Platz. Wilhelm lief ihm nach, doch mit Abstand und ihn leise rufend "Simon?!"
"Geh weg, ich kenne dich nicht" rief Simon, ohne sich umzudrehen "Ich bin Wilhelm, wir haben uns doch gestern kennen gelernt, erinnerst du dich?" versuchte der Prinz es freundlich, doch Simon schüttelte den Kopf und steckte sich seine Kopfhörer in die Ohren.
Nachdem Wilhelm den Abstand immer mehr vergrößert hatte, war Simon verschwunden.
Sein Weg führte ihn in das nahe gelegene Waldstück, wo er jeden Morgen joggen ging. Er lief den belaubten Weg über die Brücke entlang, doch blieb dann stehen und schaute zu dem Wasser das darunter entlang floß. Es schien eine seltsame Anziehungskraft auf ihn aus zu üben. Er hatte Wilhelm's Gesicht vor Augen.
Schüttelte den Kopf und lief weiter. Immer tiefer in den Wald hinein und klopfte dann an einer Holztür, die zu einer schönen Waldhütte gehörte. Ihm wurde geöffnet und Wilhelm, der Simon gefolgt war, sah wie sich sein Geliebter und der hier wohnende Oliver innig küssten zur Begrüßung. Dann trat Simon ein und die Tür schloß sich hinter ihm. Langsam schlich sich Wilhelm näher an die Waldhütte heran.
Die Fenster waren mit Stofflaken verhangen und vergittert. Hinter dem Häuschen konnte man durch ein Stück Stoff, das eingerissen war, ins Innere schauen. Es war ziemlich gemütlich eingerichtet. Doch hatte auch den Charme eines der Häuser, die man aus Horrorfilmen kannte.
Ganz vorsichtig versuchte Wilhelm das gekippte Fenster, das er entdeckt hatte, mit einer kleinen Eisenstange aufzuhebeln. Die Stange hatte er hier im hinteren Teil des Hauses gefunden.
Sie stammte wohl von einer der vergitterten Fenster. Er schaffte es und kletterte in Zeitlupe durch den Spalt. Auf Zehenspitzen lief er durch die Räume. Das Kichern und Stöhnen kam von oben.
Er ballte die Faust und näherte sich der Treppe. Die Stimme gehörte Simon!
Er kannte beides von ihm und je näher er es schaffte, desto enger zog sich ihm der Magen zusammen. Sein überalles geliebter Simon mit einem Kerl, der Wilhelm's böser Zwillingsbruder hätte sein können. Alles in Wilhelm schrie "Kehr um und geh!" doch er mußte es wissen.
Auch aus Selbstbestrafung, weil er ihn hatte gehen lassen, obwohl er noch eine letzte Chance erhalten hatte, als Simon ihn wie aus dem Nichts fragte, ob sie den letzten Abend auf dem Hillerska gemeinsam verbringen könnten. Doch als der Morgen angebrochen war, war Simon fort und Wilhelm in tiefer Trauer um die erneut verlorene Liebe seines Lebens.
Er konnte es kaum ertragen zu hören wie Simon in Extase immer schneller stöhnte. Wilhelm fragte sich ob er sich auch so nach hinten weglehnte und sich einfach dem Gefühl hingab, wie bei ihm.
Er schüttelte den Kopf und lief die letzte Stufe nach oben.
Ihm wurde gefühlt das Herz zuerst zerquetscht und dann in Stücke gesprengt.
Da hatte er seine Antwort! In seinem Höhepunkt japste Simon immer wieder "Ich liebe dich" bis er es nur noch schreien konnte und in Oliver's Armen zusammen gesunken war. Er kicherte und schmiegte sich an seinen Freund.
Wilhelm senkte den Kopf. Das hatte Simon zu IHM gesagt. SIE hatten sich geküsst, süß angegrinst und dann lachend sich auf das Bett fallen lassen. Sich weitergeküßt und dann die abklingende Hitze ihre Körper in einer Umarmung genossen. Er hatte Simon's Locken durchgekrault. Sich dann kurz von ihm gelöst, um sich seine Short wieder anzuziehen. Simon hatte den Kopf auf seine Knie gelegt und genoß es, wie die Finger den Prinzen mit seinen Locken spielten.
So leise wie möglich war Wilhelm geflohen und dann gerannt. Er rannte. Einfach weg von diesem Ort. Er konnte vor lauter Tränen kaum etwas sehen und übersah die Wurzel des Baumes. Doch er stürzte nicht gefährlich, denn das Laub auf dem Boden wirkte wie ein weicher Teppich und hatte schlimmeres verhindert. Der Prinz kniff die Zähne zusammen, bis sie schmerzten. Schlug immer wieder mit der rechten Faust auf den Boden und fing an zu schreien. Es mußte raus.
Aller Schmerz. Alles Leid. All jenes was er die letzten Wochen und Monate ertragen hatte, entlud sich in seinen Schreien. Vögel stiegen auf. Es waren Raben oder Krähen die in den Bäumen noch geschlafen hatten, denn im Wald hier war es noch dunkel.
Zu Tode erschrocken und wütend, weil er einfach so davon geschlichen war, schaute Felice ihren Besten Freund zuerst an und fing dann los zu poltern "Sag mal Wille hast du sie noch alle?
Ich dachte dir wäre etwas passiert! Hast du eine Ahnung welche scheiß Sorgen ich mir---"
Sie stoppte als sie die Tränen sah. Es spielte keine Rolle mehr das der königliche Prinz aussah, als hätte er ein Schlammbad genommen, da der feuchte Waldboden sehr schmutzig gewesen war. Felice legte ihre Arme um ihn und ließ ihn sich an ihr ausweinen "Shhhttt, es ist Ok!" "Simon" hörte sie unter dem schniefen heraus "Er... Er hat mit diesem ... diesem Typen ... der aussieht wie ich ... Er hat mir ihm ..." "Wille" "Ich will" hickste er und rang um Luft "ihn doch... nur wieder ... haben ..." "Du gehst jetzt erstmal unter die Dusche und dann überlegen wir uns etwas, ok?" versuchte Felice ihn zu trösten. Wilhelm nickte und schlurfte ins Badezimmer.
Unterdessen telefonierte Felice mit Sara. Sie erzählte ihr alles und erntete zustimmendes Seufzen am anderen Ende der Leitung "Ja... Simon hat sich komplett verändert. Er schminkt sich wenn er Abends weg geht mit schwarzem Eyeliner und Lidschatten um die Augen. Er sieht manchmal aus wie ein Goth oder Vampir" witzelte Sara zwischendrin, bis sie wieder ernst wurde "Olli macht mir Angst!" "Warum denn?" fragte Felice nach und erfuhr, das komischerweise 5 Jungs die Oliver kannten, plötzlich verschwunden waren "Ich habe ein ganz enges Gefühl im Magen wenn ich ihn mit meinem Bruder sehe. Seine Augen sind so eiskalt und stechend. Und er verändert ihn!"
"Wie meinst du das?" doch Felice bekam keine Antwort. Dann flüsterte Sara "Ich ruf dich gleich nochmal an. Simon ist eben zurück gekommen"
Nachdem ihr Bruder im Badezimmer verschwunden war, löste Sara ihr Versprechen ein und erstattete Bericht "Simon hat gesagt das er ins Jugendzentrum geht. Also wenn Wilhelm seine Chance nutzen will, dann jetzt!" Felice nickte "Ok, Ich sage es ihm. Danke Sara!" "Viel Glück"
"Viel Glück wofür?" fragte Simon, der hinter Sara stand und sie fast zu Tode erschreckt hatte.
Er war wie ein Goth geschminkt und das erstaunliche daran war, das es ihm ausgezeichnet stand. Er trug eine Lederjacke und auch sonst schwarze Kleidung "Gehst du zu einer Beerdigung?" fragte Sara ihn schnippisch, denn sie mochte den 'neuen' Simon nicht wirklich "Haha! So sehe ich immer aus!" Er strich sich durch die mit Gel zurück gekneteten Locken, die durch den Wetlook noch etwas vorhanden waren. Sara mußte zugeben das ihr Bruder einfach nur atemberaubend schön war und es kein Wunder gewesen ist, das sich der Prinz in ihn verliebt hatte. Doch wenn Simon damals so zur Schule gegangen wäre, hätte man ihn überhaupt nicht mehr in Ruhe gelassen. Er würde an jedem Finger einen Verehrer haben und wechselnde Boyfriends.
Noch etwas das Sara am 'neuen' Simon nicht mochte. Er war nicht mehr so schüchtern und entwickelte sich zum coolen Macho, der aber gleichzeitig seinem Boyfriend hörig zu schien sein. Denn Oliver fiel immer wieder in das gleiche Muster. Zuerst war er charmant und liebevoll zu seinen 'Spielzeugen' doch dann wurde er Besitzergreifend, fing an 'seine Jungs' zu schlagen und zu unterdrücken, bis zur Hörigkeit.
Und wenn er die Nase voll von ihnen hatte, da es ihm langweilig geworden war von ihnen zu bekommen, was er verlangte - brachte er sie um!
Simon war in der 2. Phase angekommen. Oliver begann ihn von seiner Familie nun langsam abzukapseln, um ihn ganz für sich allein zu haben.
Die nächste Stufe würde die Abhängigkeit von ihm und die Sexhörigkeit werden, gefolgt von körperlicher Gewalt, um zu bekommen was er wollte. Und zum Schluß, der vorgeschlagene Spaziergang im Wald, der mit dem Tod endete. Verscharrt in einem Erdloch von Laub bedeckt.
Ihrem Bruder nachschauend, seufzte Sara. Es hatte schon begonnen. Simon war aufmüpfig geworden und nun ein typischer 17 jähriger Teenager, der gegen alles und jeden rebellierte "Tschüß" rief er nur und die Tür knallte zu. Vor heute Abend würde er nicht zurück kommen.
Wenn überhaupt, denn manchmal rief er mitten im Abendessen an, das er bei Oliver schlief und schaltete dann sein Handy aus.
All das erzählte Sara nun Felice, bis sie es beide nicht mehr aushielten und sich auf der Straße draußen trafen, um mit Wilhelm sich etwas zu überlegen, wie man Simon 'retten' könnte.
Was Sara nicht ahnen konnte, war das das Wort RETTEN sehr treffend war.
Etwas überrascht blieb Simon halbwegs in der Tür stehen, denn als er das Jugendzentrum betrat, sah er zwei Polizisten dort stehen.
Sie befragten die Anwesenden und winkten Simon zu sich herüber. Er schloss die Tür und lief mit leicht zittrigen Schritten zu ihnen.
Wieso er ein solches Unbehangen verspürte, konnte er sich nicht erklären, doch er sah plötzlich ein Haus und ein eingeschlagenes Fenster vor sich auftauchen.
Auf dem Boden lag ein großer Stein, den man dafür benutzt hatte.
Dann verschwamm das Bild und er sah wieder die beiden Polizisten klar und deutlich.
Sofort wurde Simon in die Zange genommen "Was weißt du über die vermissten Jungs?" "Ähhh" Simon schluckte hart und versuchte cool zu bleiben "Ich bin erst vor kurzem hierher gekommen und kenne keinen von ihnen" "Aber du weißt etwas darüber?!" hakte die Polizistin nach.
Simon schaute sich um. Er erinnerte sich an den Abend als die Halloween Party hier stattgefunden hatte und Oliver sich mit einem Jungen draußen im Hof geprügelt hatte "Ich habe nur Gerüchte gehört, aber ich weiß wirklich nichts" "Du bist ziemlich nervös!" Wieder schluckte Simon und erzählte es schließlich "Ein Junge war hier und hat meinen Freund beschuldigt, das er am Verschwinden von seinem Bruder Schuld ist. Aber mein Freund hat ihm klar gemacht, das das nicht stimmt!" "Wie heißt denn dein Freund?"
Die Polizistin zückte ihren Kugelschreiber und den kleinen Block. Simon steckte die Hände in die hinteren Hosentaschen, zupfte an seiner Lederjacke und atmete tief aus, weil sie ihn sonst weiter löchern würden "Oliver Sanders"
Die Info schien bekannt zu sein, denn die beiden Polizisten nickten sich zu.
Die anderen Kids hier waren Auskunftsfreudiger und Simon hörte einige Gesprächsfetzen mit "Schon komisch aber das 3 von denen, mit den Oliver zusammen war, verschwunden sind" "Verdächtig ist auch, das Kai nun auch vermisst wird. Er war vor diesem Neuen ja mit Olli zusammen!" "Bevor Felix verschwunden ist, hatte er überall blaue Flecke als wäre er geschlagen worden" "Und bei Christian!" "Stimmt! Marcel war aber auch immer voller blauer Flecken" "Ob der Neue auch schon welche hat?" flüsterten sie und verstummten als Oliver den Raum betrat.
Er legte demonstrativ seinen Arm um Simon und küsste ihn vor allen Augen "So, ist das geklärt? Simon ist mein Freund und es geht ihm gut!"
Dann zog er den kleineren Simon, immer noch den Arm um seinen Hals gelegt, mit sich mit.
Simon schaute auf "Wieso sagen die das du mit 3 der jetzt vermissten Jungs zusammen warst und sie blaue Flecken an den Armen und im Gesicht hatten?" "Hör nicht auf den Scheiß!"
Oliver's Augen waren starr geradeaus gerichtet, als er mit Simon an den VERMISST Postern vorbei lief. Kurz drehte sich Simon danach um, doch wurde dann in den Raum gezogen. Oliver fuhr sich durch die kurzen blonden Haare und atmete tief durch "Du glaubst den Scheiß doch nicht?
Ich habe damit nichts zu tun!" "N-Nein" schüttelte Simon den Kopf, doch etwas ließ ihn nicht mehr los.
Er erinnerte sich an die Prügelei und was der andere Junge gesagt hatte. Aber er kniff die Lippen zusammen und behielt es für sich. Er stand von dem Tisch, an dem er gelehnt hatte, auf und schmiegte sich an Oliver's Rücken "Du bist so zärtlich zu mir. Wie soll ich da glauben, das du einen der Jungs geschlagen hast!" Oliver drückte Simon das Kinn hoch "Nichts davon entspricht der Wahrheit!" Er sah Simon so tief in die Augen, das dieser Angst hatte darin zu erfrieren, denn das Eisblau darin war so stechend. Sie küssten sich. Simon krallte sich dabei fest in Oliver's T-Shirt. Sein Herz raste. Er versuchte das Gefühl das sich in seinem Kopf ausbreitete, verstummen zu lassen. Doch es war stärker. Seine Gedanken reisten zurück in die letzte Nacht mit ihm.
Oliver hatte ihn gepackt und bäuchlings auf's Bett gedrückt. Dann seine Handgelenke fest zugedrückt und ihn am Hals fest gehalten. Simon versuchte jetzt mit einem dicken Band, wie Goths es tragen, um den Hals die leicht bläulichen Abdrücke zu verstecken. Er redete sich jetzt ein, das Olli einfach nur von der Leidenschaft so überwältig gewesen war und der Sex deswegen etwas härter gewesen war, als sonst. Der Lohn war eine nie zuvor erlebte Extase gewesen, die ihm noch Stunden nachhing. Also war es in Ordnung gewesen.
Doch warum fühlte er sich dann plötzlich so unwohl?!
Damit die Polizei, Simon nicht noch einmal in die Magel nehmen konnte, schleuste Oliver ihn durch den Hinterausgang. Dort stand auch sein Motorrad, mit dem sie davon fuhren. Doch nicht zu Oliver's Wohnung, sondern zur Waldhütte.
Überrascht stoppte Oliver die Maschine, als er 3 ihm bekannte Personen sah. Zumindest soweit bekannt das er Sara identifizieren konnte.
Bei den anderen beiden handelte es sich vom Aussehen her um Kronprinz Wilhelm und ein Mädchen, das Oliver nicht kannte.
Simon war abgestiegen "Sara, was machst du---" "Simon!" Sie lief auf ihren Bruder zu und umarmte ihn "Es geht dir gut!" "W-Was?! Wieso soll es mir denn nicht gut gehen?" fragte er sie völlig irritiert "Du warst verschwunden und ich dachte..." Ihr Blick ging zu Oliver "...dir ist etwas passiert!"
"Also mir geht's gut!" lächelte Simon. Er sah zu Wilhelm. Der Prinz musterte Simon auch.
Dann lief er auf ihn zu "Nimm es ab!"
Simon war irritiert "Was?" "Das Band!" zeigte Wilhelm "Du hast blaue Flecken an deinem Hals, richtig?" fragte er nach. Immer noch irritiert lief Simon einen Schritt zurück "Das geht dich nichts an!" "Doch Simon!" Jetzt schritt Oliver ein, denn ihm gefiel überhaupt nicht wie sich die Situation hier zu entwickeln drohte "Hey, laß die Pfoten von meinem Freund!" "Freund?" schrie Sara ihn fast an "Wohl ehr dein nächstes Opfer!" "Wir wissen Bescheid!" klinkte sich Felice ein
"Du bist der Mörder, nach dem hier gesucht wird!"
In Oliver's kuscheligem Pullover wurde es ihm spürbar nun wärmer "Wir waren im Jugendzentrum..." erklärte Wilhelm "...und haben erfahren das du mit allen 5 verschwundenen Jungs vorher zusammen warst!" Er schaute zu Simon "Vorher hast du sie misshandelt und geschlagen. Dann sind sie plötzlich spurlos verschwunden und jetzt willst du meinen Simon auch---" "Halt!" blockte Oliver ab "Zuerst, er ist nicht DEIN Simon, sondern MEIN Simon!"
Oliver kochte inzwischen. Er wollte weg von hier, doch die 3 Freunde, redeten nun auf Simon ein, das er sich anfing den Kopf zu halten.
Besonders Wilhelm redete stark auf ihn ein "Simon, erinnere dich! Ich bin dein Freund! Wir lieben uns! Wir haben zwar Schluß gemacht, aber ich kann nicht aufhören an dich zu denken und wollte ---"
"AUFHÖREN!" schrie der Lockenkopf "Ich glaub euch kein Wort! Ich wohne schon immer hier und Oliver ist mein Freund!" "Nein Simon!" Sara versuchte ihren Bruder zu berühren, doch er wich ihr aus "Das ist nicht wahr!"
Sie schluckte und entschied nun das es Zeit war, ihm alles zu erzählen "Du hattest keinen Unfall! Du hast versucht dich umzubringen! Du bist von der Brücke gestürzt und mit dem Kopf auf einem Stein aufgekommen. Dann hat dieser Dreckskerl dich gefunden und deine Amnesie ausgenutzt!" "Halt dein Maul!" drohte Oliver und wollte auf Sara los gehen.
Wilhelm sprang vor seine Freunde "Willst du sie etwa schlagen? Vor Simon's Augen?!"
Zischend ließ Oliver die Faust sinken, während Wilhelm ihn jetzt weiter provozierte, um sein wahres Wesen zum Vorschein zu bringen "Du hast diese Jungs in eine Falle gelockt und dann umgebracht!" "Beweise es!" grinste Oliver. Felice stützte Simon, der starke Kopfschmerzen bekommen hatte "Alles gut. Das ist die Amnesie. Du kannst dich wieder erinnern, aber es noch nicht einordnen" "Das stimmt alles nicht..." wehrte er sich. Sara nahm ihr Brüderchen besorgt in die Arme "Die Erinnerungen sind schmerzhaft, deswegen wehrt sich dein Gehirn so sehr, aber du musst sie zulassen, damit du die Wahrheit sehen kannst!" "Nein!" "Simon..."
Fest drückte Sara ihn an sich "Sieh ihn dir an!" Kurz hob Simon den Kopf "Wilhelm... Ich meine Kronprinz Wilhelm und du, ihr seid ein Liebespaar!" Damit sich die verdrängten Erinnerungen schneller hoch arbeiten konnten, redete Felice auch auf ihn ein
"Wir sind extra von Bjärstad hierher gekommen, um dich zu suchen. Wille konnte an nichts anderes mehr denken, als dich wieder zu finden und dich zu bitten, nach Hause zu kommen!"
"Hier ist mein Zuhause!" protestierte Simon und schüttelte den Kopf "Ich kenne ihn nicht!" "Doch!" "Das tust du!" wiedersprach Felice und Sara nickte ihr zu "Der Prinz und du, ihr habt euch in einander verliebt und wart glücklich mit einander"
Die Worte seiner Schwester prallten wie an einer unsichtbaren Mauer ab, denn sie erreichten Simon nicht.
Nach einigen weiteren provokaten Aussagen hatte es Wilhelm geschafft. Mit einem Satz sprang Oliver auf ihn zu "Wie wärs, wenn ich dir ein paar auf dein königliches Maul haue?!" "Du weißt also wer ich bin!" "Natürlich! Kronprinz Wilhelm!" sprach er so verachtend und abwertend aus, das der Prinz lachte "Dann brauch ich mich dir ja nicht mehr vorzustellen!" "Komm her du Wichser!" Geschickt wich Wilhelm dem drohendem Faustschlag aus und platzierte dafür einen Treffer in Oliver's Magengrube.
Die Prügelei drohte zu eskalieren, denn Wilhelm ließ alle Wut dabei heraus, während Oliver nur versuchte sein Geheimnis zu bewahren.
Beide stürzten auf den kalten und durch die verrotteten Blätter, modrigen Boden. Schnell rappelte sich Wilhelm wieder auf "Wie hast du es angestellt? Hast du ihnen vorgegaukelt, sie könnten in einem Märchen leben?" "Ich habe keine Ahnung wovon du redest!" "Hast du nach einem Simon gesucht? Drei der Jungs sehen ihm sehr ähnlich! Und der letzte verschwundene Junge könnte sein kleiner Bruder sein!" "Halt's Maul!" "Und dann war da plötzlich der Echte Simon Eriksson! Und du dachtest, du könntest ihn um den Finger wickeln!" "Wenn du nicht gleich dein Maul hälst, königliche Hoheit, dann stopf ich es dir für immer!"
Der Wahnsinn in Oliver's Augen nahm nun Überhand und er wollte auf Wilhelm einschlagen
"HÖRT AUF!" schrie Simon und kam auf beide zugelaufen "Simon" Wilhelm streckte seine Arme nach ihn aus, doch er lief zu Oliver. Er sah Wilhelm mit bösem Blick an "Wenn du wie du behauptest der Kronprinz bist, dann benimm dich auch dementsprechend und hör auf meinen Freund zu verprügeln!" "Sag's ihm Schatz!" grinste Oliver und da Wilhelm ordentlich ausgeteilt hatte, musste er sich stützen lassen. Immer noch fassungslos schüttelte Wilhelm den Kopf
"Simon! Erkennst du mich denn wirklich nicht und erinnerst dich an gar nichts mehr was wir hatten?" "Nein und laß mich in Ruhe!"
Als er gehen wollte, griff Wilhelm ihn am Arm und drehte ihn zu sich herum "It takes a fool to remain sane" wiederholte Wilhelm nun immer wieder und Simon blieb wie eingefroren stehen.
Völlig perplex konnte Simon nicht reagieren, als der Prinz ihn an sich zog "Wir haben uns in meinem Zimmer auf dem Hillerska das Erste Mal geliebt und wurden dabei von meinem Cousin gefilmt! Er stellte es an Lucia ins Internet und ich verleugnte, das ich es bin in dem Video. Du warst so verletzt, weil ich dir vorher versprochen hatte, nichts zu sagen, das du mir aus dem Weg gegangen bist. Doch am Abend des Valentinstagsball, haben wir uns geküsst und etwas später wieder versöhnt" redete Wilhelm nun mit Tränen, die ihm über die Wangen flossen
"Dann wurden wir wieder ein Paar, aber ich habe es erneut vermasselt und dich verloren!
Doch jetzt bin ich hier und ich will dich nicht noch einmal verlieren!" "Laß mich los!" stemmte sich Simon gegen die Umarmung "Laß die Pfoten von ihm!" fauchte Oliver und schlug auf Wilhelm ein. Felice schrie "WILLE!"
Der Prinz ging zu Boden. Es knirschte unter ihm. Es klang als wäre etwas zerbrochen.
Als Wilhelm, der sich bei dem Sturz mit der Hand abgestützt hatte, wieder nach Oben drückte, knackte es erneut und etwas Weißes, poröses kam unter seinem Fuß zum Vorschein.
Entsetzt, nachdem Wilhelm es in die Hand genommen hatte, ließ er es fallen "Scheiße was ist das?!" war seine Reaktion, doch er wußte es schon "Sind das... Knochen?"
Mit langsamen Blick nach unten schob er nun mit dem Fuß die Blätter zur Seite. Immer mehr Knochenteile kamen zum Vorschein. Anscheinend hatte ein Fuchs hier gegraben und sie nach oben gebracht "Fuck!"
Simon schaute zu Oliver. Er sah gleichgültig aus "Ist wohl ein Tier was hier verreckt ist" "Nein!" Sara schüttelte den Kopf "Das sind menschliche Knochen" Oliver verspottete sie "Bist du Anthropologin oder was?!" "Nein, aber unsere Mutter ist Krankenschwester und hat Simon und mir als wir klein waren etwas beigebracht" Nun stand ihm auch noch Felice gegenüber "Du hast Glück das es hier kein Netz gibt, sonst hätte ich jetzt die Polizei gerufen!" Völlig unbeeindruckt rief Oliver nach Simon, der auch zu ihm gelaufen kam "Glaubt was ihr wollt!" und verschwand mit ihm auf dem Motorrad.
Immer mehr schoben die 3 die Laubhaufen zur Seite und gruben in der Erde. Immer mehr Knochen und nun ein Schädel erblickte dabei das Tageslicht "Verdammte Scheiße!" fluchte Felice
"Der Typ ist ein Serienmörder!" "Und Simon sein nächstes Opfer!" "SARA!" schrie Wilhelm, doch nicht wie sie glaubte weil sie ohne nachzudenken gesprochen hatte, sondern weil der Prinz etwas in seinen zittrigen Händen hielt.
Es war eine Kette mit einen schwarzen kleinen Herz daran "Die gleiche Kette wie Simon?!"
"Das heißt alle seine Opfer tragen eine und wenn wir eine Leiche gefunden haben ... " "... haben wir alle 5" kam monoton von Felice, die erschrocken hochgesprungen war "Das ist dieser Junge von dem letzten Poster"
Unter der kalten Erde kam die noch sehr gut erhaltene Leiche von Kai zum Vorschein
"Fuck ey, der sieht aus wie Simon als er noch jünger war!" Sara hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund und unterdrückte ihr Würgen "Und auch er hat die Kette um!"
"Läuft noch jemanden ein eiskalter Schauer dabei über den Rücken?" fragte Wilhelm und schaute in die Richtung, in der das Motorrad verschwunden war.
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Irritiert schaute Simon, als das Motorrad nicht dort hielt, wo er geglaubt hatte "Warum hast du mich nicht nach Hause gebracht?" "Du schläfst heute Nacht hier! Deine Schwester wird dir jede Menge Lügen erzählen und dich gegen mich aufhetzen, wenn ich dich nach Hause bringe. Die soll sich erstmal beruhigen!" "Aber meine Mama macht sich Sorgen, wenn ich nicht nach Hau---" "SIMON!" schrie Oliver ihn an und raufte sich die kurzen blonden Haare "Simon" versuchte er es noch einmal ruhiger "Diese Leute versuchen dich von mir zu trennen und erfinden nun Geschichten, weil ich zufällig mit den Jungs zusammen war. Doch nichts davon entspricht---"
"Ich weiß" lächelte der Junge und wurde fest in die Arme gezogen.
Doch in der Umarmung wirkten Wilhelm's Worte.
Simon konnte es verschwommen vor sich sehen. Sie standen sich innig küssend auf einem Flur und kicherten dann. Die Szene wechselte in ein großes vornehmes Haus.
Nein, es war ein prunkvolles wunderschönes Schloss.
Und Wilhelm stand in einem Navyblauem Anzug vor ihm. Das Bild wurde klarer.
Ja, er war ein Prinz!
SEIN Prinz!
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Nachdem sie aus dem Wald heraus gelaufen waren und Felice die völlig aufgelöste Sara stützen mußte, rief Wilhelm nun die Polizei, sobald er eine stabile Funkverbindung hatte.
Er erklärte ihnen alles. Wo die Leichen zu finden waren und das ein weiterer Junge nun in Lebensgefahr schwebte "Sein Name ist Simon Eriksson! Er ist 17 Jahre alt. Ungefähr 1.70 groß, schwarze lockige Haare und seit neustem dunkles Make-up um die Augen" beschrieb Wilhelm ihn. In der Hoffnung, das es es noch nicht zu spät war.
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Unter der heißen Dusche überrannten Simon Dinge, die er vorher verdrängt hatte. Er fing leise an den Song zu singen, den er vor seinem Selbstmordversuch geschrieben hatte
"I've been Dying for you..." und sah Bilder vor sich. Er hörte Wilhelm's Stimme, die ihn rief und drehte sich um. Er konnte schemenhaft erkennen, wie sie am See gelegen hatten, vor ihrem endgültigem Bruch "Nein, ich will mich nicht daran erinnern" flüsterte er zu sich "Es tut zu sehr weh" Er flehte sich selbst an "Ich will das nicht noch einmal ertragen... Bitte nicht..."
"Simon!"
Er zuckte zusammen und erkannte Oliver. Er blutete von der Schlägerei an der Lippe und sein T-Shirt war leicht zerrissen am Oberarm, als der Prinz ihn fest gehalten und einen Kinnhaken verpasst hatte "Ist alles in Ordnung?" "J-Ja" "Ich habe uns Spaghetti mit Bolognese gemacht"
"Ich bin gleich fertig" lächelte Simon ihn an. Oliver schloss die Tür wieder.
Simon lehnte dagegen und umschlang sich, denn alle Schockworte hatten sein Gehirn so stark getriggert, das nun alles zurück kam "Wille..."
Der Prinz drehte sich um. Felice sah ihn an "Hm?" "Ich glaube ich habe Simon gehört" Er schüttelte den Kopf "Ich bin übermüdet und immer noch im Schockzustand" seufzte er.
Die 3 standen an der Brücke, während die angerasten Streifenwagen mit Spurensicherung und dem Sicherstellen von Beiweismaterial, sowie dem Leichentransport nun beschäftigt waren.
Die 3 hielten sich umarmt, um den Schock besser ertragen zu können
"Hoffentlich geht es Simon gut"
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"Schmeckt es dir nicht?" Aus seinen Gedanken schreckte Simon hoch "Was?" "Du stocherst nur rum" zeigte Oliver mit der Gabel zum immer noch gefüllten Teller "Ich hab keinen Hunger"
Simon lehnte sich zurück "Warum sind die Jungs verschwunden mit denen du zusammen warst?"
"Sie waren Ausreißer und sind wahrscheinlich wieder zu ihren Eltern zurück gegangen. Jetzt iss, deine Spaghetti werden kalt!" "Es ist schon komisch, das die Polizei immer wieder zu dir---" "SIMON!"
Der Junge zuckte zusammen, denn einen solchen Tonfall hatte er von ihm noch nie gehört
"Halt jetzt den Mund und iss deine Spaghetti!" Eingeschüchtert durch den stechenden Blick tat er es. Oliver nahm seine Hand "Es tut mir leid das ich dich angeschrieen habe, aber ich werde seit dem Verschwinden von Felix immer wieder damit genervt und langsam reicht es"
Er lächelte, doch Simon konnte nun sehen wie kalt und emotionslos es war "Es ist alles in Ordnung. Ich werde dir nichts tun"
Wie leer diese Worte waren verstand der Junge nun. Nichts an Oliver war echt. Sein ganzes Wesen war völlig emphatielos. Doch um sich selbst zu schützen, nickte Simon "Ich weiß" Er zwang sich die nun kalten Spaghetti zu essen.
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Nun wußte auch Linda Bescheid. Sie hielt ihre Tochter in den Armen, während Felice und Wilhelm zusammen gekuschelt auf der Couch versuchten damit klar zu kommen, was sie heute erfahren hatten und um nicht Kopflos zu werden, um die Sorgen um Simon.
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Dafür drohte Oliver seinen Verstand zu verlieren. Er hatte in den Nachrichten von den Leichenfunden gehört und wusste, das es nicht mehr lange dauern würde, bis die Polizei vor seiner Tür stand. In die Waldhütte konnte er auch nicht zurück, denn dort würden sie auch sein.
Er lief wie ein Tiger im Käfig umher "Was mach ich jetzt?! Simon wird nicht aufhören Fragen zu stellen und lange kann ich ihn nicht mehr davon überzeugen das ich unschuldig bin" Er schaute zu dem schlafenden Jungen "Ich muß alle Spuren verwischen und ... ihn loswerden!"
Im fahlen Licht der Nachttischlampe konnte man die blauen Flecken an seinem Hals und die Quetschungen an den Handgelenken erkennen. Oliver war dieses Mal sehr rücksichtslos gewesen. Bis Simon ihn weinend angefleht hatte, ihn los zu lassen und ihn nicht mehr am Hals zu packen dabei.
Oliver saß vor seinem Laptop und mietete ein kleines Auto. Sagte wo es abgestellt werden sollte und weckte Simon. Total verschlafen rieb der Lockenkopf sich die Augen "Was ist denn los?"
"Du wolltest doch nach Hause" "Ähm ja" Schnell zog er sich an, während Oliver ihm ein Glas Wasser hin stellte. Dankbar nahm Simon es und trank es leer. Stellte es zurück in die Spüle.
Zog seine Schuhe an, griff seine Tasche und atmete plötzlich schneller "Oh" "Was ist?"
fragte Oliver ihn, doch für Simon klang seine Stimme, als wäre sie weit weg. Er griff sich an den Kopf "Mir ist ... auf einmal so ... schwindlig" "Vielleicht bist du zu schnell aufgestanden?!"
"Ja... vielleicht..." Nun mußte er sich schon an der Stuhllehne festhalten, um nicht umzukippen.
Bei Marcel und Felix hatte Oliver ungerührt zugesehen, wie sie durch die verabreichten KO Tropfen immer taumeliger wurden und sie dann zu Boden sackten. Doch Simon fing er auf und hob ihn auf die Arme.
Das abseits geparkte Auto stand unter einer kaputten Straßenlaterne. So konnte keiner sehen, wie der Blonde einen Jungen auf den Armen trug und ihn hinten auf die Rückbank legte. Es dauerte eine Weile bis Oliver die Tür schloss. Er hatte Simon die Arme auf dem Rücken gefesselt.
Die Füße ebenso und den Mund mit Klebeband zugeklebt. Dann eine Decke über ihn ausgebreitet, um ihn vor Blicken zu verstecken.
Schwerfällig blinzelte Simon, als er langsam wieder zu sich kam. Ihm war schwindlig und übel. Seine Arme und Füße wiesen noch Spuren von den Fesseln nach. Über seinem Mund fühlte sich ein Spannungsgefühl an. Er drehte den Kopf zur Seite. Erkannte ein Zimmer, das ihm allerdings fremd war. Er selbst lag auf einem Bett oder ehr eine Matratze, die bezogen war und wie ein Bett wirkte "Wo bin ich?!" fragte er sich den wohl bekanntesten Satz, den jedes aufgewachte Entführungsopfer in beinahe jedem Film schon einmal gesagt hatte "Uh mein Kopf"
Er griff mit beiden Händen danach und sah, das auf dem kleinen Tisch vor der Matratze ein kleiner Tisch stand. Darauf lagen Tabletten.
Daneben stand ein großes Glas Wasser. Simon erkannte das es Aspirin war, was da bereit lag.
Er setzte sich langsam auf und tapste zur Tür.
Drückte die Klinke herunter und --- nichts geschah. Die Tür war abgeschlossen "Was?!"
Er versuchte es erneut, doch alles rütteln und klinken nützte nichts. Sie ließ sich nicht öffnen.
Dann versuchte er es mit Klopfen und Rufen "Hallo? Olli?! Ich glaube du hast mich ausversehen ein..."
Simon stockte. Oder hatte der Blonde es etwa mit Absicht gemacht "Hey!" hämmerte er nun gegen die Tür "Lass den Scheiß! Mach auf!"
Oliver saß auf dem Boden in dem ziemlich herunter gekommenen Haus. Er hielt sich die Ohren zu - denn Simon's Rufe ließen bei ihm auch wieder Erinnerungen aufsteigen, die er Jahrelang verdrängt hatte.
Erinnerungen, die ihn Nacht schweißgebadet immer noch hochschrecken ließen.
Als sein sadistischer Vater fast jede Nacht in sein Zimmer gekommen war, um ihn sexuell zu missbrauchen. Er war 5 Jahre alt gewesen. Seine Mutter hatte nur zugesehen und sich weggedreht.
Sie hatte keine Chance gegen ihren gewalttätigen Ehemann, der nicht nur Dauerbesoffen war, sondern sich auch zukokste und dann meist grundlos anfing Frau und Sohn zu schlagen.
Zu Misshandeln und das ohnehin schon komplett verschreckte Kind, körperlich zu missbrauchen.
Das prägte Oliver und er entwickelte eine Soziophatische Ader. Emphatielos begann er kleine Tiere zu töten und jüngere Kinder zu verletzen.
Bis er im späten Teenageralter die große Ähnlichkeit zu Kronprinz Wilhelm begann für sich zu nutzen und zum Ersten Mal einen Jungen mit zu sich nach Hause nahm. Er setzte ihn unter Drogen, sperrte ihn ein und 'vergnügte' sich mit ihm, bis er ihm zu langweilig wurde.
Dann erwürgte er ihn und verscharrte die Leiche im Garten des Hauses.
Das war sein Erstes Opfer gewesen, von dem niemand etwas wußte.
Sein Name war irgendwas mit einem B und einem A oder I gewesen.
Oliver konnte sich kaum noch daran erinnern. Es war Jahre her. Man würde auch nichts mehr von ihm finden
"Sei still" flüsterte Oliver sich selbst zu, während er immer wieder gegen seinen Kopf hämmerte mit den Fäusten. Simon's Rufe waren zu Schreien geworden "LASS MICH FREI!"
Irgendwann überkamen Simon die Tränen und er rutschte an der Tür herunter "Bitte Olli, lass mich raus" Er umklammerte sich auf dem Boden sitzend und schluchzte. Er wußte, das alles was die Polizei und Wilhelm gesagt hatten, der Wahrheit entsprachen und Oliver ein Serienmörder war, der seine 'Spielzeuge' irgendwann dann tötete.
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Da Sara alles von Simon in ihrem Zimmer aufbewahrt hatte, zeigte sie nun Wilhelm die ganzen Songtexte, die ihr Brüderchen geschrieben hatte in seinem Leid "Jedes Einzelne handelt von dir" Sie zeigte auf eines "Das hier hat er ständig vor sich hingesungen. Ich fand es wunderschön" Wilhelm laß die Zeile "Dying" flüsterte er. Sara nickte "Ja, Simon ist gestorben an dem Tag, als er hierher kam. Er gehört nicht nach Göteborg! Er gehört zu dir nach Bjärstad!"
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Sich umschlungen an der Tür lehnend, schreckte Simon hoch, als er Oliver's Stimme hörte
"Simon? Geh von der Tür weg!" erklang ein Befehlston, der ihm Angst machte.
Der Junge gehorchte und stand auf "Ich sitze auf den Bett" "Wenn du versuchst mich zu verar---" "Nein"
Simon schüttelte den Kopf. Er war sehr intelligent und wusste, das es besser war mitzuspielen.
Die Tür öffnete sich und Oliver trat mit einem gefülltem Tablet ein. Das Simon die Wahrheit gesagt hatte, konnte Oliver nun sehen "Ich dachte du hast Hunger" "Den hab ich wirklich" versuchte Simon zu lächeln. Oliver stellte das Tablett ab. Statt Gläser, in dem einmal Wasser und einmal Cola eingefüllt waren, gab es Plastikbecher und zum Essen hatte Simon nur Plastikbesteck bekommen. Das frische Essen war noch dampfend warm "Lass es dir schmecken!"
"Warum essen wir nicht zusammen?" fragte Simon und sah Oliver mit einem sehnsüchtigem Blick an "Und nach dem Essen..." Er rückte etwas näher zu ihm heran "... schauen wir einen Film und dann gehen wir schlafen" "Iss bevor es kalt wird!" herrschte Oliver ihn an und stand auf.
Das verführerische in seiner Stimme hatte Oliver dazu gebracht, Herzklopfen zu bekommen.
15 Minuten später kam Oliver wieder ins Zimmer. Der Teller war leer. Die Becher auch.
Simon schlief tief und fest zusammen gesunken an dem Tisch. Oliver's sonst so kalter Blick war voller Angst. Angst, das die Dosis Schlafmittel nicht lange genug wirken würde. Er legte Simon auf dem Bett ab und deckte ihn zu "Hier wird dich niemand finden!" Schnell räumte er das Tablett weg und schloß die Tür wieder ab.
Auch wenn Simon, nun durch die unter das Essen gemischten Schlaftabletten schnell eingeschlafen war, träumte er nun von seinem 'früherem' Leben in Bjärstad.
Er konnte es deutlich sehen. Ein sonniger warmer Tag. Die Verabschiedung der Abiturienten, die feierten auch wenn sie wußten, das der Tag für die Erst und Zweitklässler ein Abschied für immer war. Simon stand, nachdem der Prinz ihn gerufen hatte, ihm nun gegenüber.
Mit einem Abstand zu ihm, da er ihn näher nicht ertagen konnte. Er hätte sonst geweint.
Sie redeten ruhig mit einander, doch sie spürten auch wie jedes Wort sie mehr und mehr schmerzte. Jeder Blick, der sich in ihren Augen spiegelte, stach wie Glassplitter ins Herz
"Auf Wiedersehen Simon" sprach der Prinz mit gebrochener Stimme, während ihm das Herz noch einmal entzwei brach "Wiedersehen" war die wortkarge Antwort gewesen, die Simon ihm gegeben hatte. Er war schon halbwegs auf dem Weg zurück, um zur Bushaltestelle zu laufen.
Während des Weges, überrannten Simon Erinnerungen. Wie alles begonnen hatte mit dem Prinz. Wie glücklich sie waren, bis die Bombe geplatzt war.
Der tiefer werdende Riss zwischen ihnen und die sanfte Versöhnung am Valentinstag.
Die erneute Bombe, dieses Mal von Wilhelm selbst da er es satt hatte, nach der Pfeife des königlichen Hof's zu tanzen und die Welt über seine Gefühle für Simon zu belügen.
Keiner hatte es gesehen, wie er immer mehr zu schluchzen begann und sich schließlich an der Mauer lehnend, den Arm über die Augen gelegt und einfach laut geweint hatte.
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Ergebnislos rückte die Polizei wieder ab. Seit Stunden observierten sie nun die Wohnung von Oliver, doch es tat sich nichts. Wilhelm fuhr sich durch die Haare "Das darf doch nicht wahr nicht sein! Der Kerl kann sich doch nicht in Luft auflösen!" schrie er die Uniformierten an "Er hat meinen Freund als Geisel und wird ihn umbringen, wie die anderen 5 Jungs!" "Wir verstehen die Besorgnis eure Hoheit, aber wir sind mit unseren Ermittlungen in einer Sackgasse" versuchte eine Polizistin den Kronprinz zu besänftigen "Wir tun alles um Simon Eriksson zu finden!" "Offensichtlich nicht genug!" Wilhelm rieb sich die Brust, denn er drohte eine heftige Panikattacke zu bekommen "Simon ist seit Einem Tag verschwunden!" "Wir fahnden schon nach Oliver Sanders!"
Das war dem Prinz nicht genug und er ging.
Nachdem die Polizei verschwunden war, schlich sich Wilhelm mit Felice, die ihn versuchte davon abzuhalten, zur Wohnung "Wille, sag mir nicht das du einbrechen willst!" "Es muss einen Hinweis geben, den sie übersehen haben!" Der Prinz knackte mit einer Nagelfeile das Schloß, was Felice zum erstaunen brachte "Ich frage jetzt nicht woher du kannst!" "Hat mir Erik beigebracht, als wir damals nach unseren Weihnachtsgeschenken gesucht hatten und sie eingeschlossen waren" Beide betraten die Wohnung "Leuchte mal hierher" Felice klickte die Taschenlampe an und Wilhelm durch suchte Blätter und Zettel auf dem Schreibtisch. Er fand unter dem Stapel einen Briefumschlag.
Er öffnete ihn. Holte Fotos heraus. Jedes zeigte Oliver mit einem der 5 getöteten Jungs. Darauf zu sehen waren Umarmungen, Küsse, Solofotos der Jungs.
Was auffiel, war das jeder eine Kette mit schwarzen Perlen und einem schwarzen kleinen Herzanhänger trug. Die im Wald gefundenen Leichen hatten genau diese Ketten um den Hals.
Felice hörte den Freund leise aufschreien und lief zu ihm "Was ist?" Wilhelm hielt ihr das Foto entgegen. Es zeigte Simon!
Er lag auf dem Boden und schaute mit seinem dunklem Make-up in die Kamera. Das Foto fesselte Wilhelm und Felice schmunzelte leicht "Simon ist wirklich unglaublich schön" "Ja..."
Sanft strich Wilhelm über das Foto "Das ist er" steckte es ein und suchte weiter nach irgend einem Hinweis, der ihm half, Simon's momentanen Aufenthaltsort zu finden. Doch selbst nach 3 Stunden waren beide nicht weiter gekommen.
Frustriert warf Wilhelm alles von dem Tisch. Dabei lösten sich aus einem Ordner einige Zettel. Felice hob ihn auf "Sieht aus wie der Kaufvertrag eines Grundstück's. Gekauft vor 20 Jahren von Arne Sanders" "Hier ist eine Todesanzeige. Arne Sanders. Gestorben vor knapp 5 Jahren"
Wilhelm holte sein Smartphone heraus "Mysteriöser Leichenfund. Eine verkohlte Männerleiche wurde in einem ausgebrannten Haus entdeckt. Bei dem Toten handelt es sich nach DNA Untersuchung um den von Interpol gesuchten US Soldaten Andrew Sanderson"
"Arne" grübelte Felice und laß mit ihm gemeinsam den Artikel "Er hat seinen Namen in einen skandinavisch klingenden verändert. Und aus Sanderson hat er Sanders gemacht!" "Aber wieso wurde er von Interpol gesucht?!" Auf Wilhelm's Frage zuckte Felice die Schultern.
Dann schauten sie sich den Kaufvertrag genauer an "Wo ist das?" "Keine Ahnung..." Doch dann nahm Felice ihr Handy und rief jemanden an
"Hej Felice hier. Ich bräuchte mal eine Auskunft über ein Grundstück" Schmunzelnd hörte Wilhelm zu, denn seine Beste Freundin war sehr trickreich, wenn es darum ging durch Bekanntschaft an eine bestimmte Information zu kommen.
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Mit tränenfeuchten Wangen lag Simon, noch schwerfällig durch die verabreichten Schlafmittel, sich den Kopf haltend, auf der Matratze. Nun hatte er alle Puzzleteile wieder zusammen "Wille" schniefte er "Mein Prinz..." Er rutschte an den Rand und wankte zur Tür "Olli?" rief er leise
"Bist du da?" Stille war die einzige Antwort die er bekam. Er klopfte leise "Bitte Olli, ich muss auf die Toilette"
Der blonde junge Mann stand auf und lief zu der Tür "Pinkel in die große Flasche!"
"Olli... Liebster, bitte las mich raus und über alles reden, ok?" Simon versuchte so ruhig wie möglich zu sein.
Die Tür wurde auch aufgeschlossen "3 Schritte von der Tür weg und die Hände nach vorn gestreckt!" lautete die Anweisung "Verstanden" Simon versuchte zu lächeln. Dann lief er langsam zu ihm und schmiegte sich in seine Arme. Etwas ängstlich, da er nicht mehr wußte, ob er seinem Freund noch vertrauen konnte. Aber er musste mitspielen, wenn er am Leben bleiben und nicht so enden wollte, wie die 5 vermissten Jungs, die im Wald verscharrt waren.
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Ungläubig schauten die Polizisten Wilhelm und Felice an "Sagten Sie wirklich, das ein von Interpol gesuchter Mörder unerkannt hier gelebt hat und in dem Haus, in dem die Leiche gefunden wurde, vielleicht ihr Freund gefangen gehalten wird?" Wilhelm nickte "Das paßt alles zusammen!"
Wieder schaute die Polizistin den Kronprinz an "Woher haben Sie diese Information?" Felice winkte ab und verbiss sich das Grinsen "Das wollen Sie wirklich nicht wissen!" "Bitte, Sie müssen Simon finden! Er ist in diesem Haus, da bin ich mir ganz sicher!" "Wir haben Ihnen die Information gegeben, jetzt sind Sie an der Reihe, die Adresse zu finden!" blaffte Felice die Frau an
"Oder wollen Sie warten, bis dieser durchgeknallte Wahnsinnige Simon umgebracht hat?"
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"Beeil dich!" "Ja, ich bin gleich fertig" antwortete Simon, während er versuchte das Fenster zu öffnen. Doch es war verschlossen "Fuck!"
Wieder klopfte es an der Badezimmertür "Bist du ins Klo gefallen?" "Haha! Du kannst aufschließen. Ich stehe an der Wand" Die Tür öffnete sich und Simon schaute ihn unschuldig an "Was hast du so lange hier gemacht?" herrschte Oliver ihn an "Ich war pinkeln und habe dann meine Hände gewaschen?!" zuckte Simon die Schultern. Mit einer winkenden Handbewegung sollte Simon nun aus dem Badezimmer kommen.
Er schmiegte sich in seine Arme "Lass uns zusammen einen Film schauen und dann ins Bett gehen" lächelte und schaffte es Oliver zu erweichen.
Etwas anderes blieb Simon auch nicht übrig, als Gute Mine zum bösen Spiel zu machen.
Während Oliver den Film schaute, die Arme um Simon geschlungen und ihn immer versuchend auf seinen Schoß zu ziehen, kamen die Erinnerungen immer stärker zurück.
Er wußte wieder das er und Wille, wie er den Prinz nannte, sich getrennt hatten aufgrund einer Situation in der sich Simon von seinem königlichen Freund verraten gefühlt hatte und er aus welchen Grund auch immer, sich an einen anderen Kerl gehängt hatte. Er war genauso falsch wie Oliver gewesen.
Doch Oliver war gelungen, was dieser - wie hießt er doch gleich - Typ, zum Glück NIE geschafft hatte. Er verkniff sich ein kleines schadenfrohes Schmunzeln. Dafür musste er es gleich mit 'seinem Freund' tun, um die Fassade aufrecht zu erhalten. Er seufzte leise und kletterte von selbst auf Oliver's Schoß "Ich hab keine Lust mehr auf den langweiligen Film"
Er küßte ihn am Hals entlang "Lass uns ins Schlafzimmer gehen und etwas viel interessanteres machen" flüsterte Simon verführerisch und kicherte dabei "In der Stellung hab ich das lange nicht mehr gemacht" Zu seinem Glück ließ sich Oliver darauf ein und schleppte den lachenden Simon ins Schlafzimmer.
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Der Polizeicomputer ratterte. Felice hatte, nachdem sie die gewünschte Information bekommen hatte, sofort weiter geleitet.
Immer mehr grauenvolle Details über den US Soldaten kamen nun ans Licht.
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Ganz vorsichtig wand sich Simon aus der festen Umarmung, schlich sich auf Zehenspitzen und in Zeitlupe, nachdem er seine Kleidungsstücke geschnappt hatte, aus dem Raum. Vor der Tür zog er sich schnell die Jeanshose an. Zog das T-Shirt über. Schlüpfte in seine Socken und Schuhe. Schnappte sich die Jacke und schloss die Haustür auf. Wieder ganz vorsichtig wollte er sie schließen, doch der Schnapper an der Tür wollte nicht schließen.
Oliver schlief, da Simon ihn richtig ausgepowert hatte. Doch das klacken als die Tür nun doch schloß, weckte ihn.
Schnell schreckte er hoch. Neben ihm war es leer "Simon?" Er erhielt keine Antwort und schaute in den Flur. Dort fehlten ein paar Schuhe und die Jacke, die zuvor dort hang "Verflucht!"
Er zog sich noch schneller als Simon an und rannte aus dem Haus "SIMON" schrie er.
Erschrocken drehte sich der Junge um. So schnell hatte er nicht damit gerechnet, das Oliver aufwachen würde "Fuck"
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Der Computer piepte. Die Polizistin, Felice und Wilhelm schauten auf den Bildschirm. Es gab einen Treffer in der Datenbank was das Haus anging. Mit allen dazu gehörigen Daten und der Adresse zu dem Haus.
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Da Oliver das Gebiet kannte, holte er Simon ein und schnitt ihm den Weg ab.
Der Junge schrie auf, als Oliver ihn am Arm zu fassen bekam.
In seiner Wut, weil nun sogar Simon ihn verlassen wollte, holte Oliver aus und schlug ihm mit der Hand kräftig ins Gesicht. Simon ging zu Boden und fiel in den vom Frost bedeckten Laubboden.
Es knirschte dabei. Hier draußen herrschten Minusgrade.
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Mit Blaulicht rasten die Streifenwagen durch die Nacht. Ausnahmsweise durften Zivilisten mitfahren, den Wilhelm hatte klar gestellt, das er unter keinen Umständen auf der Polizeiwache warten würde. Jetzt ging es nur noch darum Simon zu retten.
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Mit festem Griff an die Kehle, versuchte Oliver nun Simon zu erwürgen
"Nein bitte hör auf. Du liebst mich doch?! Und ich... ich liebe dich auch" "Nein tust du nicht!
Ich weiß das du dich wieder an alles erinnerst und nur noch zu deinen Prinz zurück willst"
fauchte der Blonde und drückte noch fester zu, während er selbst die Zähne zusammen biss
"Und ich kann dich nicht gehen lassen! Deswegen muß ich dich töten!"
Tränen tropften auf Simon herab. Daher versuchte er an sein Gewissen zu appelieren
"Du wolltest doch immer mich haben, deswegen hast du auch Kai zu deinem Freund gemacht. Weil er mir so ähnlich sah, stimmt's?" "Sei still Simon"
---
Die Polizeiwagen trafen am Haus ein. Polizisten stießen, als sie das Haus sahen, die Tür ein "POLIZEI!" riefen sie, doch das Haus war leer.
Wilhelm schreckte hoch als er einen Schrei hörte "Das war Simon's Stimme" "Bist du sicher?" Felice stand noch der Schreck im Gesicht, als der Schrei erklungen war. Der Prinz nickte
"Ganz sicher!"
Wie in Zeitlupe und Zeitgleich spielte sich alles ab.
Wilhelm rannte seinem Gefühl folgend der Stimme nach.
Die Polizei durchsuchte die Räume und fand das Zimmer, in dem Simon eingesperrt gewesen war.
Sie fanden die Kette, die Simon sich vom Hals gerissen und unter das Bett geschmissen hatte, als mögliche Spur.
Noch einmal schrie Simon auf "NEIN BITTE TU'S NICHT"
Felice wies die anderen Polizisten an, dem Kronprinz zu folgen. Mit der Waffe im Anschlag blieben sie hinter je einem Baum stehen, während Wilhelm nun den Platz erreichte.
Er sah wie Oliver über Simon kniete. Die Hände an seinem Hals immer fester zu drückte, aber vor Tränen kaum noch das wunderschöne Gesicht des Jungen, denn er so sehr begehrt hatte, sehen zu können. Simon schloß die Augen und die Hand, die noch nach Oliver's Jacke gegriffen hatte, fiel zu Boden. Erschrocken ließ Oliver von ihm ab "Simon...?" fragte er und wurde im nächsten Moment von Wilhelm zur Seite gerissen.
Da Simon sich nur tot gestellt hatte, stützte er sich auf "Wille?"
Er sah wie die beiden Jungs, die Zwillinge hätten sein können, rangelten - bis Wilhelm dem eigentlich stärkeren Oliver mit einem Kinnhaken zu Boden streckte.
Simon stand auf, klopfte sich den Schnee und Bodenmatsch von der Kleidung "Wille"
Der Kronprinz drehte sich um und schloß Simon fest in seine Arme.
Die Polizei richtete ihren Waffen auf Oliver "Keine Bewegung!" "Hände hoch!" erklangen die Befehle.
Der Blonde Junge kniete sich mit erhobenen Händen auf den Boden. Sein Blick, während man ihm Handschellen anlegte, wich nicht von Simon.
Immer noch mit angstvollen Augen schaute er zu ihm, während er sich an den Prinz klammerte und von ihm in das lockige Haar geküsst wurde "Dir geht's gut... Gott sei Dank!"
Mit beiden Armen hielt Wilhelm ihn umschlungen. Simon schaute ihm jetzt in die Augen.
Jene Bernsteinfarbenen Augen, die er immer in Flashbacks gesehen hatte und schmiegte sich erleichtet, das nun alles vorbei war, an Wilhelm.
Nun liefen ihm die Tränen. Tränen der Angst. Tränen der Erleichterung.
Tränen des Schmerzes - denn die echten Gefühle für Oliver waren ja damit nicht einfach mit einem Fingerschnipsen verschwunden. Zusammen liefen sie mit den beiden Polizisten und dem festgenommenen jungen Mann zurück zum Haus. Mit einem Lächeln rannte Felice auf die beiden zu und umarmte Simon "Oh ich bin so froh das du lebst" "Danke"
"Simon" Alle drehten sich zu Oliver um "Es tut mir leid" "Sperren Sie den bloß ein und werfen Sie den Schlüssel weg!" zischte Felice, Simon am Arm entlang streichend. Schwer atmend schaute Simon seinem 'Freund' nach, der von der Polizei ins Einsatzfahrzeug gedrückt wurde.
Die Türen schlugen zu und der Streifenwagen fuhr davon.
Felice rief Sara an, schaute während sie ihr die frohe Nachricht erzählte, zu dem wahrhaftigen Paar "Ja, es scheint ihm gut zu gehen. Dieser Dreckskerl wollte ihn umbringen. Er hat ein paar sehr deutlich sichtbare Hämatome am Hals. Er wollte ihn wohl erwürgen, wie all die anderen Jungs, die er umgebracht hat!" "Und mein Bruder wäre sein nächstes Opfer geworden"
"Ich weiß nicht... Bei ihm scheint es dieser Oliver ernst gemeint zu haben" Felice lächelte, als sie sah, wie sich Simon an Wilhelm, der ihn hoch gehoben hatte, schmiegte "Du kommst jetzt erst einmal mit uns mit. Badest, schläfst etwas und morgen kannst du dann auf dem Polizeirevier deine Aussage machen" "Ok" Damit waren auch die beiden Polizisten einverstanden, die Simon eigentlich sofort befragen wollten.
Doch mit einem Kronprinz Wilhelm, der gerade der Liebe seines Lebens eben jenes gerettet hatte, legte man sich gerade besser nicht an.
Dank der etwas illegalen Ermittlungsmethoden von Felice und Wilhelm konnte die Polizei endlich ein Gesicht zu den 5 ermordeten Jungs zuorden und erfuhr, nun auch Details was Verschwinden und Ermordung betraf. Oliver saß in Handschellen auf dem Rücken im Verhörraum.
Er gab nur Preis was er sagen wollte. Bei manchen Fragen zuckte er nur die Schultern oder schwieg ganz. Eine Frage jedoch brachte ihn dazu vom Stuhl hoch zu springen
"War Simon Eriksson Ihr nächstes Opfer?" "Halten Sie die Klappe!" zischte er "Sie wollte ihn töten!" "NEIN!" schrie Oliver, während die beiden Polizisten die Verhörmethode änderten
"Sie drohten ihn zu erdrosseln!" "Er sollte nur mir gehören!" "Deswegen wollten sie ihn töten!"
"Das hätte ich nicht gekonnt" "Und jetzt liegt er wieder in den Armen des Kronprinzen!" provozierte der Detective eine Reaktion von Oliver, doch wurde überrascht. Der Blonde setzte sich wieder hin und schaute zur Seite. Eine Träne tropfte auf den Boden. Ab nun schwieg er, egal was man versuchte, um ihn zum reden zu bringen.
Man brachte ihn in seine Zelle, schloss die Zellentür und überließ ihn sich selbst. Oliver legte sich auf die Pritsche, denn Bett konnte man das nicht nennen, da er noch in Untersuchungshaft saß.
Frisch gebadet, saß Simon mit dem kuscheligen Bademantel umhüllt, auf dem Bett. Wilhelm saß hinter ihm und knetete mit einem Handtuch die schwarzen Haare trocken, die langsam wieder mehr ins Lockige wechselten. Ganz zärtlich drückte er die nassen Haare "Ich finde es immer noch lustig das deine Haare glatt werden, wenn sie nass sind" flüsterte er dabei, da Simon momentan keine lauten Geräusche und Stimmen ertragen konnte.
Simon drehte sich, den Blick über der Schulter zu dem Prinz um. Seine Blicke musterten ihn.
Auch Wilhelm blieb an Simon's Augen hängen.
Beugte sich zu ihm etwas nach Vorn. Er konnte Simon's Atem auf seinen Lippen spüren, doch Simon drehte dann Kopf weg "Tut mir leid..."
Wilhelm schüttelte den Kopf "Ist schon gut" Er streichelte ihm die Wange entlang "Wir haben Zeit!" Der Kronprinz seufzte, lächelte und stand auf "Ich gehe schnell duschen, dann können wir reden oder einen Horrorfilm gucken" "Hm" nickte Simon. Er schaute Wilhelm mit Herzklopfen nach.
Die Erinnerungen an die einstige Liebe war fast vollständig wieder als Puzzleteil zurückgekehrt - doch etwas fühlte sich noch seltsam an.
Der Junge stand auf und schaute in den Nachthimmel. Ihm lief eine Träne die Wange entlang. Langsam realisierte er was heute passiert war und das er es nur einem Zufall zu verdanken hatte, das er noch lebte. Er zeichnete die sichtbaren Striemen an seinem Hals mit der Hand nach, die er in dem Fensterglas erkennen konnte. Er legte sich die Hand selbst passend darauf und schloß die Augen.
Oliver hatte es immer getan, wenn sie Sex gehabt hatten und ihm nie dabei geschadet.
Doch vor ein paar Stunden wollte er ihn mit dem gleichen Griff nun töten. Simon erschrak und riß die Augen auf. Er spürte die Wärme in seinem Rücken und wie er umschlungen wurde "Wille" flüsterte er und suchte nach den Worten, die er ihm sagen wollte. Liebevoll kuschelte sich der Prinz an ihn "Laß uns schlafen gehen. Den Film können wir auch noch morgen gucken" "Ist gut"
Die Wache auf der Polizeidienststelle lief gerade seine Runde. Er schaute in die Zellen.
Klopfte an, bekam Antwort oder öffnete die kleine Luke an der Zellentür. Wenn er sich vergewissert hatte, das alles in Ordnung war, lief er weiter. Er bog ab in den nächsten Gang und klopfte an die Tür des Neuzugang's "Häftling Nummer 44!" rief er und wartete auf das "Anwesend" was allerdings ausblieb.
Der Mann öffnete die Klappe und sah geschockt was in der Zelle passiert war. Er griff sein Funkgerät "Ich brauche hier Hilfe und einen Krankenwagen!" plärrte er hinein.
Dann schloss er zitternd die Tür auf und rannte zu dem jungen Mann, der sich mit einer Schlinge, die er aus seinem Bettlaken gerissen und geknüpft, in seiner Zelle erhängt hatte.
Der Wachmann schnitt die Schlinge durch. Der herbei geeilte Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Beim herumlaufen, stieß der Wachmann gegen einen Brief, der wohl in der Eile vom Tisch herunter gefallen war. Darauf stand der Name SIMON und ein kleines schwarzes Herz daneben gemalt.
Jener Simon, der jetzt in den Armen des Kronprinzen schlief. Der ihm durch die schwarzen Locken kraulte. Seine Stirn immer wieder küsste und ihn fest umschlungen dann hielt, bis er selbst eingeschlafen war.
Am Morgen wachte der Prinz als Erstes auf. Wie immer eigentlich. Doch heute war alles anders. Denn er spürte ein Gewicht auf seiner Brust.
Und etwas feuchtes auf der Haut. Der bei ihm schlafende Simon weinte. Zitterte leicht.
Wilhelm umschlang ihn und Simon, der jetzt wach war, verbarg sein Gesicht in den Armen des Kronprinzen "Es tut mir leid" "Weine so viel wie du willst, wenn es dir hilft" "Ich...Ich muß mich fertig machen für meine Aussage bei der Polizei" schniefte Simon, wischte sich über die Nase und verließ das Bett.
Wilhelm schaute ihm nach, legte sich seufzend wieder zurück in das Kissen. Griff sich das Handy vom Nachttisch und sah, das es mindestens 10 Anrufe von Felice gegeben hatte "Oh wow"
Er drückte auf Anruf annehmen und fragte nach "Hej, was ist denn passiert?"
"Wille!" schrie Felice fast ins Telefon "Gott sei Dank! Ist Simon in der Nähe?" "Hm?"
"Es geht um... Oliver!" "Was ist mit ihm?" fragte Wilhelm irritiert und schaute sich um.
Simon war noch unter der Dusche und bekam es nicht mit "Wille... Oliver hat"
Sie atmete tief durch "Er hat sich in seiner Zelle erhängt!" "Was?"
Da Wilhelm mit dem Rücken zu Simon stand, bekam er nicht mit, wie sein Ex-Freund ins Zimmer getapst kam "Dieser Kerl ist tot? Erhängt?"
Ein lautes Poltern erschreckte Wilhelm und er fuhr herum. Das Handy noch am Ohr und nun in Simon's weit aufgerissene Augen schauend. Er hatte seine Kleidung vorher umschlungen gehalten. Da seine Schuhe dabei gewesen waren, hörte man den dumpfen Aufprall, als diese zu Boden gefallen waren. Er atmete schneller und schaute Wilhelm an "Was... Was ist mit Olli?!" "Simon..." "SAG'S MIR!" Der Prinz sah wie sein Liebster zitternd den Rest der Kleidung umklammerte.
Wie ihm nun Tränen die Wangen entlang flossen "Olli... ist tot, stimmt's?" fragte er nach.
Wilhelm nickte "Er hat sich das Leben genommen, um dich frei zu geben" Er senkte den Kopf "Damit du wieder glücklich werden kannst" Mit den Händen fuhr sich Wilhelm durch die Haare "Verdammt, er hat dich wirklich ernsthaft geliebt!" Simon schaute zur Seite.
Auf dem Polizeirevier wurde Simon der Brief übergeben. Wilhelm legte den Arm um ihn "Ich bringe Simon nach Hause!" Die Polizei war damit einverstanden, da Simon unter Tränen seine Aussage gemacht hatte, während er Wilhelm's Hand hielt.
Linda hielt ihren Sohn so fest wie lange nicht mehr im Arm "Oh mein Gott mein Schatz, dir geht's gut" "Ja Mama. Wille hat mich gerettet!"
Auch Sara umarmte Simon und flüsterte ihm ins Ohr wie leid es ihr tat, das sie nichts tun konnte. Simon schüttelte den Kopf "Du hast mich gewarnt, aber ich war blind vor Liebe oder dem was ich dafür hielt zu dem Zeitpunkt"
Felice hielt ihren anderen besten Freund im Arm, nachdem Sara ihr Brüderchen losgelassen hatte "Du wirst mir fehlen!" "Hm wieso?!"
Überrascht schaute Felice ihn an "Fährst du nicht mit Wille nach Bjärstad? Er muß morgen wieder abreisen!"
"Stimmt das?" fragte Simon, als er zur Couch gegangen war, auf der Wilhelm saß und etwas in seinem Handy nachschaute. Der Prinz schaute auf "Hm?" "Das du morgen nach Hause fährst?" Wilhelm nickte nach ungefähr 2 Sekunden Starre "Ähm ja, ich bin ja nur hierher gekommen um dich zu suchen und das ist mir gelungen" lächelte er leicht geknickt "Wenn auch nicht so, wie erwartet. Aber jetzt bist du in Sicherheit und du kannst dich auch wieder an alles erinnern"
"Und warum gehst du dann weg?" Simon brach fast die Stimme weg "Warum willst du mich dann wieder alleine lassen?" "Weil ich dich nicht dazu zwingen kann in dein altes Leben---" "Heißt das du willst mich nicht mehr?" "So hat er das nicht gemeint" lächelte Felice "Aber Wille hat jetzt ein anderes Leben begonnen und du auch" Simon wischte sich die Tränen weg.
Er fühlte sich schrecklich "Ich hätte niemals hierher kommen dürfen, aber ich habe es in Bjärstad nicht mehr ausgehalten. Alles hat mich an Wille erinnert und das konnte ich nicht mehr ertragen" Wilhelm stand auf und nahm ihn in die Arme "Ich weiß... Ich habe es auf Schloss Solliden auch kaum ausgehalten und bin fast wahnsinnig geworden, als du meine Nachrichten nicht mehr gelesen hast. Und nicht zu wissen warum, hat mich fast durch drehen lassen" Er strich ihm durch die Locken "Aber ich wünsche mir das du morgen mit mir kommst. Du kannst in einem eigenen Zimmer solange wohnen" Simon nickte, als er seinem Ex-Freund in die Augen sah "Haben da deine Eltern nichts dagegen?"
Leise kicherte Wilhelm. Für Simon spielte es keine Rolle das Wilhelm's Eltern die königlichen Regenten des Landes waren. Er sah sie nur als seinen Vater und seine Mutter "Nein, meine Mutter hat sich verändert. Sie macht eine Therapie und hat mir auch erlaubt, hierher zu kommen"
Kurz schaute er zu Felice "Also mehr oder weniger" In Simon's Augen glänzten noch Tränen und er gab ihm nun die Antwort "Ok!"
Am frühen Morgen verabschiedeten sich Felice und Sara von Wilhelm und Simon. Linda umarmte beide fest "Paß gut auf meinen kleinen Schatz auf" "Jetzt noch mehr als vorher" versprach Wilhelm. Er umarmte Felice "Und du willst noch hier bleiben?" Seine beste Freundin nickte
"Wir wollen morgen in den Vergnügungspark gehen der hier in der Nähe ist. Zum Verarbeiten und etwas BBF Time verbringen" Sara lächelte "Ja, wir haben viel zu bereden" Sie drückte sich an Felice's Arm "Und wollen unsere Freundschaft wieder neu aufbauen" "Das verstehe ich" nickte der Prinz Sara zu. Simon nahm seinen Koffer "Tschüß, hab euch lieb" winkte er.
Das Taxi kam pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt und brachte beide zum Bahnhof. Mit dem Schnellzug ging es zurück nach Stockholm, wo schon Malin mit der Limousine auf beide wartete.
Sie hatte sich gewünscht das Wilhelm mit Simon auftauchte und lächelte, als sie den Lockenkopf erkannte. Von Stockholm aus fuhren sie dann in die Richtung der alten bekannten Gegend.
Die letzten Meter in der Limousine wurde Simon unruhig. Es weckte unschöne Erinnerungen hierher zu kommen, doch Wilhelm nahm seine Hand, so wie es vorher umgekehrt gewesen war "Nervös?" "Hm" "Sie hat mir Glück gewünscht und als ich ihr alles erzählt hatte, war sie sehr froh das es dir gut geht" Simon rückte etwas näher und lehnte sich gegen Wilhelm's Schulter.
Wie Wilhelm gesagt hatte, schaute Kristina den schwarzhaarigen Jungen voller Sorge aber auch Erleichterung an "Simon, es ist so schön dich wieder zu sehen. Verzeih mein Verhalten an Wilhelm's Geburtstag. Ich hoffe dir geht es soweit gut?!" "Ähm..." Leicht verbeugte sich der Junge "Danke Majestät. Und ja, ich bin okay" Zu seiner Verwunderung, da sie ihm die Hand gereicht und er sie genommen hatte bei der Verbeugung, zog sie ihn sanft in die Arme "Ich freue mich das du hier bist" "Vielen Dank" Sie legte ihm die Hand auf die Wange. Lächelte und nahm dann (endlich) ihren Sohn in die Arme.
Auch die Hofangestellten Farima und Minou freuten sich über den Gast. Simon durfte sich ein eigenes Zimmer, wie versprochen, aussuchen.
Das wurde ihm sogar höchstpersönlich von der Königin zugesprochen. Es war in Nähe der Räume des Kronprinzen gelegen.
Vorsichtig tapste er in das große Schlafzimmer. Wilhelm bemerkte ihn nicht, da er gerade seinen Koffer auspackte. Der Prinz versprürte nur eine sanfte Wärme in seinem Rücken. Fast automatisch legte er seine Hände auf Simon's. Keiner von beiden sprach ein Wort.
Sie brauchten es auch nicht. Sie mussten sich so gesehen jetzt erst wieder kennenlernen.
Wilhelm drehte sich zu Simon um "Willst du ein Bad nehmen?" "Hm" nickte der Lockenkopf, denn Wilhelm sah jetzt das Simon einen kuscheligen Bademantel trug und entschied das Gleiche zu tun
"Ähm ich glaube ich werde das auch tun" "Mit mir?" "Na klar. Der Whirlpool ist groß genug für uns Zwei. Ich such nur schnell meine Sachen zusammen, dann komme ich nach" Simon nickte mit einem zarten Lächeln "Ok, ich geh schon ... mal vor" zeigte er in Richtung der Tür, die zu Wilhelm's persönlichem Badezimmer führte, das mit Dusche und einem elypsenförmigen, wie eine Badewanne aussehendem Pool ausgestattet war. Der Prinz hatte nicht übertrieben, was die Poolgröße anbelangt hatte, wie Simon nun deutlich sehen konnte "Oh wow"
Er legte das Handtuch über die Wandheizung, damit es schön warm war, wenn er wieder aus dem Wasser steigen würde. Sich umschauend überlegte er, welche der auf einem hölzernem Tablet stehenden Badeöle, er benutzen könnte. Sich durch die Flaschen schnuppernd, entschied er sich für die mit Rosenöl, sowie die mit Milch und Honig abgefüllte. Hier fiel ihm die Entscheidung schon schwerer, bis Wilhelm sie ihm abnahm "Milch und Honig"
Simon drehte sich kichernd um "Ja, die hätte ich jetzt auch genommen" Er löste den Deckel und gob den Inhalt in das einlaufende, sehr warme Wasser. Der Duft stieg sofort auf. Wilhelm machte es Simon nach. Das Handtuch fädelte er durch die beheizten Stäbe der Wandheizung.
Dann stellte er die mitgebrachten Badeschuhe auf den Boden und fing an sich bis auf die Boxershort zu entkleiden.
Er prüfte die Wasserthemperatur und stellte den Whirlpool an. Es blubberte. Er fügte dem Wasser ein Schaumbad hinzu und zu guter Letzt, drückte er auf den Farbwechsler, der in kleinen Lämpchen seitlich im gesammten Pool angebracht war "Oh cool" erklang Simon begeistert
"Das ist noch nicht alles" zwinkerte Wilhelm ihm zu "Ich kann noch Kerzen anzünden und Musik einschalten wenn du magst" in der Hoffnung, durch eine romantische Atmosphäre, Simon wieder etwas näher zu kommen. Doch wie Wilhelm es erwartet hatte, schüttelte Simon den Kopf.
Er stieg als Erstes ins Wasser und quietschte auf "Ohhh ist das schön warm" Er setzte sich, zog die Beine fest an und errötete zart, als der Prinz zu ihm ins Wasser kam "Oh ja! Aber wir haben auch auf 42 Grad eingestellt" "Wärmer als im See, hm?!" fragte Simon, ihn nun ins Gesicht schauend und seufzte "Damals dachten wir noch, das es ein Abschied war..." "Ja..."
Beide sahen sich an und lächelten mit etwas Wehmut bei der Erinnerung. Wilhelm nahm seinen Mut zusammen und rutschte zu Simon "Soll ich dir den Rücken waschen?" "Hm klar gerne" kicherte er, während der Prinz den Schwamm ins Wasser tauchte und sanft die Haut abtupfte
"Du bist verletzt..." "Ja..." Simon senkte den Kopf "Ich bin gestürzt als ich vor Ol ... Ihm weg gerannt bin"
Damit das kein Thema wurde, lenkte Wilhem ab "Das Öl ist sehr weich und riecht echt gut"
Noch näher rückte Wilhelm und Simon drückte den Kopf gegen das Schlüsselbein des Prinzen "Wird das ein Vorspiel?" "Kommt darauf an" Sie kicherten und lachten. Doch dann sahen sie sich tief in die Augen. Wilhelm, der noch hinter Simon saß, beugte sich zu ihm herunter.
Nur noch einen Atemhauch waren ihre Lippen von einander entfernt. Simon legte den Arm hinter Wilhelm's Nacken und hob den Kopf an.
Seit langem war es ihr erster Kuß. Zunächst noch zaghaft, doch dann immer inniger.
Wilhelm zog Simon näher an sich heran. Leise murrte er dabei, doch nur weil er in seiner eigenen Welt versunken war. Ohne sich von einander zu lösen dabei, kletterte Simon auf Wilhelm's Schoß.
Nichts Neues für ihn und dennoch war es kribbelig prickelnd. Der Schaum hatte sie fast eingehüllt und bedeckte die Wasseroberfläche.
Nur für einen Moment hatte Simon den Kuß unterbrochen. Nur um die weiche Haut des Prinzen dann unterhalb des Ohrläppchens zu saugen, was Wilhelm's Schwachstelle war, wie Simon heraus gefunden hatte. Wilhelm verkniff es sich es zu laut zu genießen "Simon..." "Hm?"
"Du mußt jetzt nicht auf Teufel komm raus ein Vorspiel provozieren. Wir haben die ganze Nacht!" "Willst du mich denn nicht?"
Er klang unsicher, doch Wilhelm streichelte ihm den Rücken entlang "Das hab ich nicht gesagt!"
Er umfasste seine Taille "Du bist so dünn" Simon seufzte "Mir war in der letzten Zeit nicht so nach Essen... Er hat es als Betäubungsmittel benutzt!" "Verstehe"
Damit die Stimmung nicht komplett gekillt wurde, küsste Wilhelm seinen Nacken und seinen Hals entlang. Simon schloss die Augen. Er erinnerte sich an eine ähnliche Situation in Wilhelm's Internatzimmer und mußte schmunzeln. Er flüsterte "Das Wasser wird langsam kalt"
"Dann sollten wir raus und und in unser schönes warmes Bett gehen" schlug der Prinz vor.
Simon nickte und stand auf. Er griff sich das Handtuch und wickelte es sich um die Taille.
Kurz schaute er über die Schulter. Wilhelm hatte seine Augen nicht von ihm gelassen, war aber trotzdem etwas rot geworden, bei der Aussicht auf eine Liebesnacht mit ihm. Simon kniff die Lippen zusammen um sich ein grinsen zu verkneifen. Drehte sich weg und hörte nur ein kräftiges Wasserschwallen. Wilhelm stand neben ihm, griff sich das andere vorgewärmte Handtuch und hüllte sie beide in ein großes, kuscheliges ein. Simon kicherte.
Wilhelm knetete ihm die glatten Haare durch, bis die ersten Locken sich langsam wieder formten "Ich finde es so lustig, das du im Wasser glatte Haare hast" Simon zuckte die Schultern und ließ sich die Prozedur sichtlich gefallen.
Das süße Lachen von Simon, der von Wilhelm halbwegs zurück ins Schlafzimmer geschleppt wurde, hallte den ganzen Ganz entlang. Da er sehr leicht war, konnte der Prinz ihn ohne Probleme tragen. Simon hatte die Arme um seinen Nacken und die Beine um seine Taille geschlungen
"Willst du mich jetzt vernaschen?" hauchte er Wilhelm entgegen, während dieser sich nach hinten wegfallen ließ, als er sich auf das Bett gesetzt hatte. Simon blieb auf seinem Schoß sitzen
"Fast wie damals" "Du erinnerst dich?" "Ja... Wir waren in deinem Zimmer nachdem ich mir Sorgen um dich gemacht hatte und dann..." Sie lächelten sich an. Wilhelm griff den Gürtel des weichen Bademantel, den Simon trug und öffnete ihn. Nur in einer schwarzen, engen Boxershort saß Simon vor ihm, wurde umschlungen und auf den Rücken gedreht. Sie küssten sich nun so hingebungsvoll, wie damals. Als wäre alles davor nie geschehen.
Simon ließ sich völlig fallen, nachdem Wilhelm ihn am Hals saugte und gleichzeitig die Hand in seine Boxershort schob, um ihn zu verwöhnen.
Er spürte das Kribbeln in der Magengrube und wie seine Erregung wuchs, durch Wilhelm's Berührungen. Sie küßten sich, dann wanderte der Prinz an seinem Oberkörper herab, zog ihm die Boxershort herunter, was Simon laut stöhnend kommentierte.
Er krallte sich ins Bettlaken, dann in Wilhelm's Haare und stöhnte im gleichen Rythmus.
Immer tiefer drückte er den Kopf in den Nacken und bog sich durch "Oh mein Gott...Wille" keuchte er. Seine Atmung verlangsamte sich und er drehte den Kopf zur Seite. Legte sich den Arm über die Augen und kicherte leise. Er spürte die Lippen, die sich in Sekundenabständen in Form von Küssen, von seinem Bauch bis zur Brust bewegten. Simon schaute ihn mit sehnsüchtigem Blick dabei an "Wie konnte ich DAS vergessen?!" In seiner Stimme war so viel Schmerz zu hören. Wilhelm erreichte den Hals und Simon schloss, es seufzend genießend, die Augen.
Drehte den Kopf dann wieder in seine Richtung und nachdem sie sich in die Augen gesehen hatten, versanken sie in einem innigen Kuß. Um nun seinem Drang, mit dem schönen Ex Ex-Freund endlich nach all dem Leid, den Tränen, der Trauer und der Angst um ihn, zu schlafen riß sich der Prinz die eigene Short nun herunter.
Simon kniff grinsend die Lippen zusammen "Langsam Wille, ich gehe nirgendwo hin!" kicherte er und nach einem kräftigem Ruck, mit dem der Prinz ihn zu sich heran zog, genossen sie einen langen Kuß. Doch dieser war mehr als nur Zuneigung. Er war hungrig. Verschlingend.
Nicht zaghaft, sondern ehr wie ein Raubtier das seine Beute erlegt hatte. Dieses Gefühl löste in Simon's Magengrube einen Sturm aus, dem er nicht mehr entkommen konnte. Auch Wilhelm konnte der Welle, die ihn gerade zu überollen drohte, entkommen.
Der Wunsch und die schon oft durchgespielte Fantasie wurde Wirklichkeit.
Endlich konnte er ES mit Simon in seinem eigenen Bett erleben!
Nicht im Bett seines Internatszimmers, wo sie ihr Erstes Mal erlebt hatten oder die Versöhnungen passiert waren.
Nicht in Simon's Bett, in dem sie ihr Zweites Mal gehabt hatten, immer mit der kribbeligen Angst, erwischt zu werden.
Nein, dieses Mal war es das königliche Bett des Kronprinzen!
Wie oft hatte Wilhelm schon davon geträumt. Es war zum greifen nahe gewesen, als Simon zugesagt hatte seinen Geburtstag mit ihm im Schloss zu feiern und dort zu übernachten.
Doch dann kam wieder das Leben dazwischen und machte alles zunichte.
In seiner immer stärker werdenden Erregung kratzten Simon's Fingernägel leicht Wilhelm's Schulterblätter bis zum Steiß entlang.
Exakt in diesem Moment erkannte Simon den gravirenden Unterschied zwischen Oliver und Wilhelm. Der vermeintliche Boyfriend hätte jetzt das Tempo verdoppelt für sein eigenes schnelles Vergnügen, während Wilhelm jede Sekunde auskostete und Simon mit Küssen zwischendrin, wenn er kurz stoppte um den Höhepunkt hinaus zu zögern, verwöhnte. Simon schlang seine Arme um Wilhelm's Nacken, zog ihn näher zu sich heran "Wille" hauchte er ihm entgegen "Ich liebe dich, mein Prinz!" Er versuchte ihm noch in die Augen zu schauen, doch mußte sie zukneifen und presste den Kopf ins Kissen "So seeehr" "Ich... dich auch... Simon. Mehr... als alles... andere auf dieser Welt!"
Wilhelm versagte genauso die Stimme und beide kicherten wenige Sekunden später.
Sahen sich wieder in die Augen, lächelten noch etwas schneller atmend und küssten sich dann. Wilhelm, noch über Simon abgestützt grinste "Ich glaube Felice hat Recht!" "Womit?!" "Das wir nie so richtig Schluß mit einander machen!" Simon runzelte die Stirn "Wann hat sie das gesagt?" Wilhelm legte seinen Kopf auf Simon's leicht verschwitzer Brust ab "Als ich mich bei ihr ausgeheult hatte"
Fest, mit Armen und Beinen - egal was gerade zwischen passiert war, umschlang Simon ihn
"Laß uns das vergessen! Es ist nie passiert!" "Gern" seufzte Wilhelm, hob den Kopf an und flüsterte ihm etwas ins Ohr, was Simon sehr stark erröten ließ. Dann nickte er und sie wechselten die Position. Wilhelm schaute zu Simon hoch, streichelte ihn an der Taille und griff seinen Po fester
"Oh Simon... Mein wunderschöner Simon..." stöhnte der Prinz, dem Rythmus seines Liebsten angepasst. Simon kicherte, bevor er sich herunterbeugte, damit sie sich küssen konnten.
Wilhelm's Arme umschlangen seine Hüfte fest. Er spürte das ihn gleich eine heiße Welle überrollen würde. Und das Simon's immer höher werdende Stimme, ihm das gleiche Vergnügen versprach.
Mit schnellen Schritten liefen die Bediensteten auf und ab. Auf Anweisung der Königin sollte für den morgigen Tag eine Konferenz einberufen werden.
Von alle dem bekam das Liebespaar nichts mit. Der Prinz hielt Simon fest umschlungen in seinen Armen. Küsste seine Stirn, streichelte zwischendrin durch seine Locken, die etwas klamm an seiner Stirn klebten. Wilhelm konnte ihn durch die Stille im Zimmer atmen hören.
Simon's Ohr lag genau auf der Höhe, auf der Wilhelm's Herz schlug. Es hämmerte noch ziemlich kräftig, genauso wie er selbst ungleichmäßig keuchte. Der Prinz zog die Bettdecke über ihn
"Damit du dich nicht erkältest, mein Schatz" "Oh mir ist gerade seeehr warm" grinste Simon, stützte den Kopf auf "Sehr warm!" betonte er noch einmal. Seine Augen strahlten und er begann zu kichern. Wilhelm drehte Simon auf den Rücken zurück. Sie küssten sich und liebten sich noch einmal - bis sie vor Erschöpfung eng umschlungen eingeschlafen waren.
Es war noch früher Morgen, als Simon sich total verschlafen die Augen rieb. Er schaute sich um und erkannte, nachdem sich seine Augen an das blendende Licht gewöhnt hatten, das Schlafzimmer des Kronprinzen. SEINES Prinzen!
Er lächelte, denn Wilhelm hielt ihn sanft in den Armen. Doch Simon war nicht grundlos wach.
Er musste auf die Toilette, doch verließ in seiner Müdigkeit, das Zimmer durch die Haupttür und verlief sich. Er irrte durch die Gänge. Er sah Licht und hörte Stimmen, die ihm halbwegs bekannt vorkamen. Der Sicherheitschef der Königin, Jan-Olof und die Pressesprecherin Farima waren ihm ein Begriff. Sie hatten die Tür zu dem Besprechungszimmer nicht richtig geschlossen und Simon schlich sich, warum auch immer, an um zuzuhören, worüber sie sprachen.
Er hörte den Namen des Prinzen, hörte was die Königin mit ihren Beratern, die nun um den Tisch versammelt waren, redeten.
Den Kopf tief gesenkt, hatte er nun genug gehört. Wischte sich die Tränen weg und fand überraschend zurück ins Zimmer.
Der Prinz schlief noch tief und fest. Ganz leise packte Simon seine Sachen zusammen.
Ihm liefen die Tränen über die Wangen.
Er wollte nicht gehen, doch was er gehört hatte, traf ihn tief und er sah keine andere Zukunft.
Er schlich sich, mit einem Blick zurück über die Schulter, zur Tür "Leb wohl Wille und vergiss niemals, wie sehr ich dich liebe. Und vergiß UNS nicht!"
Langsam blinzelte Wilhelm und versuchte ganz leise zu sein. Er freute sich schon darauf Simon zu wecken und mit ihm zu kuscheln. Biss sich auf die Lippen um das Grinsen zu unterdrücken.
Setzte sich auf und glaubte, sein Liebster hätte sich unter der Decke verkrochen
"Mein kleiner Morgenmuffel" Er griff vorsichtig nach der Decke "Simon?!" zog sie mit einem Lächeln hervor und war irritiert "Simon?"
Noch nahm der Prinz an das er nur auf der Toilette war, doch als auch nach 10 Minuten kein Simon ins Zimmer zurück kam, beschloss Wilhelm sich selbst auf die Suche nach ihm zu machen. Er zog eine Jogginghose, ein T-Shirt, seinen Bademantel über und schlüpfte in die Hausschuhe. Verließ das Zimmer und fragte sich durch die Räume "Simon? Simon wo bist du?!"
Immer panischer rannte er nun auch die Gänge enlang
"SIMOOON" wurden seine Rufe lauter und langsam auch etwas panischer "WO BIST DU?" hallte es von den Wänden des Schlosses herab.
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Mit Tränen in den Augen bezahlte Simon sein Ticket nach Göteborg. Er wollte einfach nur wieder zurück nach Hause. Doch sein Finger war schon das Zweite Mal in der Versuchung beim Bestellvorgang auf den Button >Abbrechen< zu drücken.
Hinter ihm stand eine Frau, die drängelte "Junge mach hin, mein Zug kommt gleich!" zickte sie. Simon schaute sie kurz an und konnte beim nächsten Blinzeln nicht verhindern, das ihm die Tränen herab kullerten. Er hielt sein Handy an den Scanner und das bezahlte Ticket erschien auf dem Display.
Die Frau musterte ihn "Ist alles in Ordnung" "Hm" kam nur von Simon, der nun den Automaten verließ. Sie grübelte etwas laut "Das ist doch der Freund des Kronprinzen?!" Wie erstarrt blieb Simon stehen. Seine Augen konnten nichts mehr erkennen vor lauter Tränen "Nicht mehr!" und er rannte davon.
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Wie im Trance schloss Wilhelm die Tür hinter sich. Dann rutschte er daran herunter
"Wieso? Warum bist du ohne ein Wort einfach gegangen?" Vor der Tür klopfte die Königin an "Wilhelm? Die Besprechung beginnt. Kommst du bitte?"
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Mit schwerem Blick schaute Simon auf die Anzeigetafel. Der Schnellzug nach Göteborg wurde noch nicht angezeigt. Wegen des momentanen Schneesturms auf der Strecke, hatten viele Züge Verspätung oder fielen ganz aus. Sein Zug war sehr weit zurück gefallen. So als wollte eine höhere Macht, das Simon hier blieb.
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Mit der Faust schlug Wilhelm auf den Tisch vor dem versammelten Hof "NEIN! ICH WILL DAS NICHT!" Alle starrten ihn erschrocken an. Ihm liefen Tränen die Wangen entlang "Ich heirate nicht um die Thronfolge zu sichern! Ich liebe Simon und ich will das alles hier nicht!"
Mit wehmütigem Blick schaute die Königin ihn an, während alles aus dem Prinz heraus brach
"Mir ist klar, das mich niemand ernst nimmt, weil ich erst 17 Jahre alt bin und schon von der 'Liebe meines Lebens' spreche, aber das mit Simon und mir, das fühlt sich einfach an wie eine schicksalhafte Begegnung und..."
Er schaute auf die Tischplatte, auf die seine Tränen tropften "...ich möchte nicht ohne ihn leben!"
Er schaute auf "Es tut mir leid, aber ich bin raus!"
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Simon's Zug erschien auf der Anzeigetafel. 45 Minuten Verspätung.
-
Wilhelm rannte die Treppen herunter und stieg in die bereitstehende Limousine "Ich muß ganz schnell nach Stockholm zum Bahnhof!" gab er seinem Fahrer den Befehl.
Den wohl letzten offiziellen als Kronprinz!
Immer die Uhr im Blick drängelte sich Wilhelm, den Bahnhof entlang laufend, durch die entgegen kommenden Menschen. Manche erkannten ihn "Ist das der Kronprinz?"
Er selbst reagierte nicht darauf.
Er hatte gesehen, das der Schnellzug nach Göteborg in 5 Minuten ankommen würde.
Während er die Treppen hochrannte, um zu dem Gleis zu kommen, hörte er die Ansage das der Zug gerade einfuhr.
Durch die Verspätungen, standen gefühlt Hunderte Menschen hier auf dem Bahnsteig.
Verzweifelt suchte er nach einer Person die Simon ähnelte. Die meisten der hier Wartenden schauten auf ihre Handys und blockierten den Weg mit ihren großen Koffern.
Der Zug war schon halbwegs in den Bahnhof nun eingefahren. Immer wieder reckte Wilhelm den Kopf um über die Menschenmasse hinweg zu sehen.
Der Zug kam zum stehen. Passagiere stiegen aus und nachdem die ältere Frau, der Simon mit dem Koffer geholfen hatte sich bedankt hatte, schmunzelte er nur in seiner typischen liebevollen Art und wollte gerade einsteigen, als er seinen Namen hörte
"SIMON!"
Diese Stimme ließ alles in ihm erstarren und er drehte sich um "Wille?"
Er suchte in der Menge, doch wurde dann von einem Mann in den Zug geschubst
"Willst du hier Wurzeln schlagen?" giftete er ihn an und drängte sich an ihm vorbei.
Mit einem seltsamem Gefühl im Magen ging Simon zu seinem Platz. Er schaute auf sein Handy.
In 3 Minuten würde der Zug abfahren.
Die Türen schlossen sich. Er hörte wieder seinen Namen "SIMOOON" und sah nun als er zum Fenster heraussah, den Prinz der den Bahnsteig entlang rannte "SIMON BLEIB HIER!" rief er.
Die Trillerpfeife für die Abfahrt erklang. Der Zug setzte sich ganz langsam in Bewegung.
Wilhelm sah dem Zug, der nun den Bahnhof immer schneller verließ, nach "Simon..."
Er wischte sich die Tränen weg "Scheiße... Fuck..."
fluchte er leise und drohte auf die Knie zu fallen vor Verzweiflung. Er war weg. Die Liebe seines Lebens war erneut aus seinem Leben verschwunden, ohne das er etwas dagegen tun konnte.
Er rieb sich leicht die Brust und atmete schneller.
Wie sollte er denn ohne ihn noch weiter leben?
"Wille"
Er glaubte zu halluzinieren und drehte sich langsam um. Durch die Tränen sah er alles verschwommen. Wischte sich die Augen trocken und sah ihn nun klar vor bzw. hinter sich stehen.
Mit einem sanften Lächeln und etwas unsicher stand Simon da.
Er war kurz vor der Abfahrt ausgestiegen, jedoch aus einem anderen Waggon, da ihm der Weg durch Menschen auf den Gängen, versperrt gewesen war.
Wilhelm holte tief Luft "Ich will kein König sein!"
Simon's Augen füllten sich mit Tränen "Und ich werd auch kein Kronprinz!"
Leise schniefte Simon "Hast... Hast du das meinetwegen getan?"
doch der Prinz schüttelte sofort den Kopf "Nein, meinetwegen!" und fügte hinzu was ihn grundliegend bewegte "Ich will mit dir zusammen sein!"
Simon's Gesicht hellte sich auf. Der Prinz grinste "Sicher, das du über mich hinweg bist?"
Zart errötet zog Simon den Kopf etwas ein, doch schmunzelte "Klar, was denkst du denn!"
Wilhelm biss sich auf die Lippen und lief mit einem Satz zu ihm. Beide fielen sich in die Arme
"Aber die Pläne, die der Hof---" "Nein Simon!" schüttelte der Prinz den Kopf und lächelte strahlend "Ich bin kein Kronprinz mehr! Soll sich August damit rumschlagen, wie er es schon immer wollte. Mich interessiert das alles nicht mehr!" Er schlang seine Arme fester um Simon's Taille
"Jetzt gibt es nur noch dich und mich!"
Er strich ihm den Rücken nach oben. Dann den Nacken und die ersten Locken entlang
"Ich liebe dich!" Simon lief eine Träne, dieses Mal vor Glück die Wange entlang "Ich liebe dich!" Noch einmal sahen sie sich tief in die Augen, bevor sie in einem Kuß versanken.
Lächelnd öffnete Malin beiden die Tür "Wohin Hoheit?" fragte sie, zwinkerte dann und lud Simon's Reisetasche in den Kofferraum, wo schon 2 von Wilhelm lagen. Er schaute Simon an
"Nach Hause!"
Simon nickte "In unser neues Leben!"
Malin nickte und der Fahrer gab GÖTEBORG in sein Navi ein "Das wird aber eine lange Fahrt?!" "Das macht nichts" Wilhelm griff Simon's Hand "Ich habe alles was ich brauche, bei mir!"
Simon kicherte und kuschelte sich in Wilhelm's Arme. Die schwarze Limousine fuhr los.
Wilhelm schrieb eine Nachricht an Felice
"Wir kommen nach Hause!"
Sie lächelte und zeigte Sara die Nachricht "Die Jungs sind heute Abend hier" "Dann müssen wir ja eine Willkommensparty veranstalten!" rief Sara begeistert.
Simon flüsterte Wilhelm etwas ins Ohr und er schaute ihn mit leuchtenden Augen an
"Ja, bitte sing es mir vor" "Ok"
Simon küsste ihn und seine glockenhelle Stimme erklang.
ENDE
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DYING
[Refrain]
I've been dyin' for you, just the way you wanted me to
When I said I wasn't cryin', I confess that I was lyin'
Baby, I've been dyin', oh
[Strophe]
I swallowed up my feelings, I'm a shipwreck in a bottle
I swore I wouldn't say it but I'm breaking every promise
Now I'm drownin' without you (Without you, love)
[Pre-Refrain]
Are we done for sure?
Is it overboard?
If I tell you that
[Refrain]
I've been dyin' for you, just the way you wanted me to
When I said I wasn't cryin', I confess that I was lyin'
Baby, I've been dyin', oh
[Outro]
I've been dyin' for you, just the way you wanted me to
When I said I wasn't cryin', I confess that I was lyin'
Baby, I've been dyin'
All for you
All for you
I've been dyin'
gesungen von Omar Rudberg
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| Sätze: | 1.810 | |
| Wörter: | 29.382 | |
| Zeichen: | 168.162 |
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