Fanfictions > Anime & Manga > Naruto > Stürmisch

Stürmisch

18
4.7.2017 15:24
Heterosexualität
Fertiggestellt

„Kazekage-sama!“ „Gaara!“

Gaara hörte die Stimmen kaum , die zu ihm hinauf tönten. Mit einem kaum erkennbaren Lächeln auf den Lippen hob er die Hand, um den Bewohnern Sunagakures zuzuwinken. Viele hatten sich hier und heute versammelt, um seiner Hochzeit beizuwohnen und ihre Glückwünsche kund zu tun. Der jubelnden Menge zum Trotz, die er vom Balkon aus gut überblicken konnte, hatte der rothaarige Kazekage nur Augen und Ohren für die junge Frau an seiner Seite.

Kurzes, dunkles Haar, strahlende blaugraue Augen und ein bezauberndes Lächeln auf den rosigen Lippen. Mochte sie in den Augen eines außenstehenden Betrachters auch unscheinbar, ja womöglich sogar langweilig erscheinen, so war sie doch in seinen Augen nicht nur wunderschön, sondern vor allem auch ein wundervoller Mensch. Sie hatte sein Herz im Sturm erobert – im wahrsten Sinne des Wortes.

Sie waren einander tatsächlich in einem Sturm näher gekommen – einem Sandsturm.
 

Gaara hatte gerade seine Fensterläden schließen wollen, als er die junge Bäckerin auf den Straßen gesehen hatte, die doch ansonsten menschenleer waren. Die anderen Bewohner des Dorfes hatten sich längst in ihre Häuser begeben und Fenster und Türen verschlossen, hatten sich doch schon vor Stunden die ersten sicheren Anzeichen eines schweres Sandsturmes gezeigt. Umso mehr verwunderte den Rothaarigen, dass die Bäckerin es nicht ebenso gehalten hatte. Sie lief schnell, doch hielt immer wieder inne, um nach Luft zu schnappen. Sein Blick wanderte gen Horizont, an dem sich unlängst Staub- und Sandwolken erhoben, die bald durch das Dorf fegen würden. Sehr bald. Wenn sie nicht bald in sichere Deckung ginge, würde der Sturm sie ohne jede Frage überrollen. Gaara reagierte schnell. Er wusste zwar nicht, wo die junge Frau wohnte, doch ihre Backstube wäre noch zwei Straßen weiter – das würde sie nicht schaffen.
 

Mit einem Satz sprang er aus dem Fenster und eilte zu ihr. „Komm mit“, forderte der Kazekage die Bäckerin knapp auf und griff sie dabei bereits am Arm, um sie mit sich zu ziehen. Für die Dauer des Sturms könnte sie auch bei ihm unterkommen und er wollte und würde nicht zusehen, wie sich ein Dorfbewohner in eine solche Gefahr wie diesen Sturm wagte. Schließlich war er Kazekage geworden, um das Dorf und alle, die darin leben, zu beschützen.

Die junge Bäckerin allerdings schien von ihrer Rettung nicht allzu viel zu halten. Anstatt sich seinem Ziehen einfach zu fügen, stemmte sie sich sogar noch dagegen. „Loslassen!“, forderte sie energisch, hatte sich dafür nicht einmal ihm zugewandt und somit nicht bemerkt, mit wem sie es überhaupt zu tun hatte, sondern sah sich weiter suchend um.
 

Gaara hielt einen Moment lang inne, sah dann aber den Sturm, der sich im Osten bereits über das Dorf legte wie eine goldene Decke fliegender Sandkörner, die zu einer unbekannten, wilden und bedrohlichen Weise im Wind tanzten. Er beschloss, dass er sich nun nicht weiter beirren lassen durfte und sie beide schleunigst ins Haus mussten, wenn sie dem Sandsturm rechtzeitig entgehen wollten. Nur, dass die Schwarzhaarige, die sich gegen seinen Griff sträubte, das entweder nicht wollte oder nicht gesehen hatte, was sich doch überdeutlich abzeichnete. Erste Sandkörner wirbelten schon durch die Luft und kündigten an, wie sehr die Zeit drängte.

„Wir müssen...“ Weiter kam Gaara nicht, denn die Bäckerin schrie erleichtert auf. „Nojiko, da bist du ja!“ Eine schwarze Katze mit weißem Bauch lief auf sie zu. Während die Bäckerin, die Gaara nun losließ, das Tier auf die Arme hob, machte Gaara wiederum sich daran, seinen Sand als ersten Schutzschild gegen die ersten eintreffenden Böen des Sturmes zu erheben. „Keine Zeit für Wiedersehensfreude“, entschied der Rothaarige, hob Frau samt Katze einfach hoch und eilte mit schnellen Sätzen, wie sie nur Ninja erlernten, durch sein Fenster.
 

Gerade noch rechtzeitig. Statt geschlossener Fensterläden war es nun Gaaras Sand, der den Sturm draußen hielt. Etwas unsanft setzte er die Frau ab, in deren Armen sich Nojiko, die Katze, wand, die sich dem schützenden Griff ihres Frauchens erwehrte und der bald eine Flucht gelang. Schnell flitzte sie unter Gaaras Bett und verbarg sich dort. Er meinte, das verängstigte Tier kurz fauchen gehört zu haben gehört zu haben, doch nun fauchte erst einmal die Besitzerin los. „Was sollte das?! Meine Kleine war no-“ Die schwarzhaarige Bäckerin unterbrach sich, erkannte sie nun doch auch, dass der Flegel, den sie eben noch nach allen Regeln der Kunst hatte schelten wollen, niemand geringeres war als der Kazekage höchstselbst und damit das Oberhaupt des Dorfes – und niemand, der sich üblicherweise mit einer Bäckerin abgab. Sie schluckte nervös.

Gaara sagte kein Wort, sondern sah die junge Frau lediglich mit unleserlicher Miene an. „Ich... Kazekage-sama, ich wusste nicht...“ Erst jetzt schien ihr nach und nach zu dämmern, was geschehen war und dass er sie gerettet hatte, heulte doch unüberhörbar der Sturm mit lautem Getöse durch die verwaisten Straßen. Eine Weile blieb es still zwischen ihnen, bis die Bäckerin schließlich ein leises „Danke“ murmelte.
 

Wieder legte sich Stille über sie wie ein Schleier, der mit jeder Sekunde schwerer zu werden schien. Während die Bäckerin den Blick in Verlegenheit senkte, starrte der rothaarige Kazekage die Frau wiederum ganz ungeniert an. Erst nach einer ganzen Weile erwiderte er: „Gern geschehen.“ Nun bemerkte der Ninja auch, dass er nicht einmal wusste, wie sie hieß, obwohl er sie jeden Mittag sah, wenn sie zur Pause gen Markt ging.

Zunächst zögerte der Rothaarige innerlich, doch dann fragte er: „Wie heißt du?“ Im ersten Moment sah die Schwarzhaarige ihn nur verdutzt an, dann lachte sie. Es war ein herzliches und freundliches Lachen, kein spöttisches und jeder andere außer Gaara, dem man solche Gefühlsausbrüche niemals abrang, wäre wohl in das Lachen eingestimmt. „Dana. Ich heiße Dana.“
 

Das Ganze war nun bald zwei Jahre her und doch kam es dem Kazekage vor, als wäre es gestern gewesen. Sie hatten sich seine Liebste und er kennen gelernt. Der Sturm hatte die ganze Nacht und den folgenden Tag gedauert, sodass sie viel Zeit gehabt hatten, zu reden und er konnte sich nicht erinnern, jemals so viel über sich erzählt zu haben – und schon gar nicht jemand Fremdes – wie in jener Nacht. Nojiko hatte sich allerdings erst nach Ende des Sturmes unter dem Bett hergewagt und war blitzschnell durch das dann offene Fenster gesprungen, um in den versandeten Straßen zu verschwinden.

Dana jedoch war noch eine Weile geblieben und es war nur das erste von vielen Treffen gewesen, die schließlich dazu geführt hatten, dass sie heute hier nun zusammen standen. Nicht als Fremde, nicht als Bekannte oder Freunde, sondern als frisch Vermählte.

Gaara lächelte sie an, ganz offen, und sie lächelte zurück. „Ich liebe dich.“

Autorennotiz

Alle Rechte an den Charakteren und dem Setting liegen natürlich bei Masashi Kishimoto, dem Autor von Naruto. Allein die Idee dieser Geschichte gehört mir.

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

Autor

Daeliss Profilbild Daelis

Bewertung

Noch keine Bewertungen

Statistik

Sätze:63
Wörter:1.166
Zeichen:6.775

Kurzbeschreibung

Eine Begegnung im Sturm erweckt einen Sturm an Emotionen in dem jungen Kazekage.