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Buch der Gedanken "Tagebuch"

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12.9.2019 0:28
16 Ab 16 Jahren
Pausiert

Autorennotiz

Kurz vor weg, ich hätte gerne eine andere Schriftart gehabt aber, die gibt es hier leider nicht und so schreibe ich alles was per Hand geschrieben wurde in Comic SM und was er später per PC oder Tap oder anderen Elektronischen Möglichkeiten eingibt in Georgia

Soll meine Gedanken und Gefühle aufschreiben!

So etwas machen doch nur Mädchen und das bin ich definitiv nicht. Aber ich will den Rat einer Freundin, nein einer Bekannten folgen.

Julia weiß Bescheid, was mir in den letzten Wochen passiert ist, und gab mir diesen Rat.

Jetzt sitze ich hier an meinem Schreibtisch und schreibe.
Nennt man das nicht ein Tagebuch schreiben? Scheiße, wie ätzend hört sich das an. Nein, ich würde es Buch der Gedanken nennen, hört sich besser an.

Gut dann mal los. Ich fange von vor einem Monat an.

Dienstag, 16.05.2000 Das Ereignis

Der Morgen hat schon Scheiße angefangen, mein bester Freund Mark war krank, so hing ich in der Pause mit dem Russen Oleg ab. Oleg ist ein durchgeknallter Typ, er ist nett und mit ihm wird es nie langweilig. Man könnte meinen, er ist ein Weib, soviel wie er redet und er wechselt dabei ständig die Sprache. Es ist immer ein Mix zwischen Deutsch, englisch und russisch. Das kann sehr anstrengend sein, zum Glück habe ich nur mit Russisch so meine Probleme. Egal, nach der vierten Stunde hatten wir schulfrei. Unser Physiklehrer, Herr Walsky war auch krank. Ich bin sofort mit dem Bus zu Mark gefahren, um ihn die Hausaufgaben vorbeizubringen und um zu sehen, wie es ihm wirklich geht. Ich dachte, es sei ein Zombie gewesen, der mir die Tür öffnete und nicht Mark. Er war total blass, hatte schwarze Ringe unter den Augen und eine rote Nase vom vielen Nasen putzen. Ich gab ihm nur die Sachen, wünschte ihm eine gute Besserung, machte mich los zu Haltestelle, an der mein Fahrrad wie immer angeschlossen stand, und fuhr heim.

Zu Hause angekommen hole mir etwas zu trinken und ging die Treppen rauf in mein Zimmer. Lasse wie immer mein Ranzen neben der Tür fallen, schmiss mich aufs Bett und trank den ersten Schluck. Höre Geräusche, gehe zu meiner Tür, um sie zu lokalisieren und sie kamen aus dem Schlafzimmer meiner Eltern. Geräusche, die jeder kennt und niemand hören will. Auf der einen Seite dachte ich, dass ich das nicht hören will und auf der anderen Seite, dass es doch gut ist, wenn meine Eltern noch so verliebt sind. Ich will meine Zimmertür schließen und traue meinen Augen nicht. Eine nackte Frau rennt vom Schlafzimmer meiner Eltern, Richtung Badezimmer und es war nicht meine Mutter. Sondern die Assistentin meines Vaters, Frau Müller. Sie kicherte und lachte, blieb am Türrahmen vom Bad stehen und winkt meinem Vater zu, der darauf auch nackt zu ihr kam. Er drückt sie an den Türrahmen, sie küssten sich heftigst und verschwanden zusammen im Bad. Kurze Zeit später hört man die Dusche und immer lauter Werdendes stöhnen. Ich packte sofort meine Sachen und stürzte schon fast die Treppe runter. Schwang mich auf mein Bike und fuhr einfach los. Während der Fahrt hatte ich diese scheiß Bilder im Kopf und fuhr fast zwei Menschen um. „Sorry” brüllte ich kurz und trat dann richtig in die Pedale.

Das spätere Abendessen war eine Qual für mich, ihm gegenüberzusitzen, mit diesen Bildern im Kopf und nichts sagen zu können. Ich will das meiner Mutter so nicht antun. Zum Glück haben sie mich nicht auf meine stille angesprochen.

Freitag, 19.05.2000

Saß in der Goetheanlage auf einer Parkbank und wartete auf meine Freundin. Schrieb ihr eine SMS, wo sie bleiben würde, und bekam sofort eine Nachricht zurück.

Sorry, habe total vergessen dir Bescheid zugeben. Ich werde nicht kommen und muss dir auch unbedingt was sagen. Ich hoffe, du ..., die Nachricht hört auf. Scheiß 130 Zeichen. Eine Zweite trudelte ein.

... verstehst das? Ich habe mich verliebt. Das ist ja wirklich etwas Schönes. Das Doofe ist, nur nicht in dich! Ich mache mit dir ... und wieder piepte es.

... Schluss, um mit Philipp zusammen zu sein. Wir können Freunde bleiben. Bis dann. :-)

Klar! Mit der will ich gar nichts mehr sein!

Dieser Tag war für'n Arsch, obwohl das Unwirklichste kam, erst noch. Meine Stalkerin setzte sich neben mich. Na ja Stalkerin ist vielleicht zu hart, sie steht total auf mich, aber ich absolut nicht auf sie. Ich erkläre kurz, wer sie ist: Sie heißt Julia, das weiß ich von ihren Briefen, die sie mir ans Fahrrad geklebt hatte oder sie mir in den Rucksack steckte. Sie ist kleiner als ich, ihre Haare hat sie immer streng nach hinten gebunden. Sie trägt eine feste Zahnspange mit grünen Gummibändern drin. Also überhaupt nicht mein Fall. Ich sehe sie leider öfters, als mir lieb ist. Zum Beispiel, wenn ich mit dem Bus von der Schule, nach Hause fahre, da sie an der gleichen Haltestelle aussteigt wie ich. Angesprochen hatte sie mich, bis dahin noch nie.

Ich war total genervt, Freundin weg und sie sitzt neben mir und starrt mich an. „Was!“ pampte ich sie an und sie war, überrascht „Nichts.” flüsterte sie, dann Kurze stille „ist alles in Ordnung mit dir?” Sie sah mich fragend an, aber irgendwie auch so als wüsste sie Bescheid. „Du fragst dich bestimmt, warum ich dich das frage? Geht mich eigentlich nichts an, aber du siehst aus, wie sieben tage Regenwetter. Manchmal tut es gut, einfach darüber zureden.” wieder Kurze stille, sie atmet einmal tief durchOk, du musst mir nichts sagen, wenn du nicht willst. Kann ich auch gut verstehen, wir kennen uns ja gar nicht. Ich lasse dich dann lieber wieder allein.” Sie stand auf und wollte gehen. Ich weiß nicht, warum ich es tat, aber „Warte! Du heißt, Julia stimmt's?” Sie nickte und setzte sich wieder. Ich erzählte ihr, dass meine Freundin gerade per SMS mit mir Schluss gemacht hat. Sie verdreht die Augen „wie feige, so etwas sollte man immer persönlich machen!” Ich stimmte ihr mit einem Kopf nicken und einem „Hm” zu.

Sie sah mir direkt in die Augen, „da ist doch noch etwas, das dich bedrückt, oder?” Ich war geschockt, sie kennt mich nicht, wusste aber, dass da noch etwas ist, selbst Mark hat nichts gemerkt, als ich bei ihm war. Auch diese Story über meinem Vater erzählte ich ihr. Ich weiß immer noch, nicht warum ich das tat, ob es an der Situation lag, wie sie vorher reagiert hatte oder ob es in den Moment an ihrer ruhigen Art lag, die sie ausstrahlte, ich weiß es wirklich nicht. Doch jetzt sah sie mich leicht geschockt an und fragte, ob ich ihn schon darauf angesprochen habe. Ich verneinte, „vielleicht solltest du das tun, damit er weiß, dass er aufgeflogen ist. Auch deine Mutter sollte es wissen, das ist sonst nicht fair. Sie denkt, alles ist gut und er macht weiter damit."

Sie hatte recht, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Aber es ist einfacher gesagt als getan. Sie kennt meinen Vater nicht.

Samstag, 20.05.2000

Ich hatte den Mut, meinen Vater auf die Affäre anzusprechen und ihm ein Ultimatum zu stellen. Entweder er erzählt es meiner Mutter oder ich tue es. Habe das getan, als meine Mutter mit meiner Schwester einkaufen war.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass er mich an die Wand im Flur neben der Treppe drückte. Er schnitt mir mit seinem rechten Unterarm die Kehle zu, mit der linken Hand zeigte er mit dem Finger auf mich und sagte. „Wenn du irgendetwas deiner Mutter erzählst, haben wir beide, ein großes Problem miteinander.” seine Augen funkelten vor Hass und ich habe ihn noch nie so gesehen. Selbst nicht an dem Tag, als Mark und ich meine Schwester in der Stadt vergessen hatten.

Eigentlich kann er mir keine Angst mehr einjagen, da ich etwas größer bin als er, aber in diesen Moment hatte ich wirklich, eine scheiß Angst und das gebe ich nicht gerne zu. Er ließ mich zusammengesackt und eingeschüchtert zurück. Was hatte ich mir dabei gedacht, meinen Vater, der Karate Meister ein Ultimatum zustelle. Blöde Idee.

Mittwoch, 24.05.2000

Ich hatte es Mark erzählt, als wir in der Goetheanlage auf Oleg warteten. „Echt jetzt, mit seiner Assistentin? Ist sie scharf?” „Was!?” Ich sah ihn fragend an. „Sorry, war ne doofe Frage. Es wäre wohl besser, du vergisst das Ganze.” „Sicher? Und meine Mutter?” wollte ich wissen, hoffe das Er ein Rat für mich hat. „Willst du im Krankenhaus landen?” Das wollte ich bestimmt nicht. Aber irgendwie war das nicht, dass was ich hören wollte. Ich brauchte eine Lösung, nicht den Rat mich rauszuhalten.

Nachdem Oleg endlich da war, spielten wir wie immer etwas Football oder Baseball. Oleg der Typ, der vor niemanden Angst hat und sich auch von niemandem irgendetwas sagen lässt, war nach seinem letzten Wurf ganz klein. Er hatte ein kleines Mädchen getroffen und du glaubst nicht, wer auf ihn zu gestampft kam. Julia! Sie, die einen Kopf kleiner ist als er, steht vor ihm und tippt ihm auf der Brust herum, sagt irgendetwas, dass ich nicht verstehen konnte. Er ist dann zu dem kleinen Mädchen und hat sich entschuldigt. Mark hat ihn auf die Situation angesprochen, außer ein „ist doch egal” hat er nichts dazu gesagt.

Ich bin später zu Julia und schon wieder wusste ich nicht, warum, ich das tat. Erzählte ihr, wie mein Vater reagiert hatte und ob sie jetzt wüsste, wie es weiter gehen soll. Sie riet mir meiner Mutter hinweise zugeben, damit sie selber ins Grübeln kommen würde, das werde ich mal versuchen.

Mittwoch, 31.05.2000

Ich hatte meiner Mutter die ganze Woche Fragen gestellt wie: „Was macht Papa gerade? Mit wem ist er unterwegs? Machst du dir keine Gedanken, sie ist hübsch?” Oder so ähnlich, aber sie tat so unbeeindruckt. Doch sie besuchte ihn spontan und er war nicht da. Ich dachte, jetzt hat sie ihn, aber er konnte es am Abend erklären.

Was sollte ich tun? Sollte ich Julia noch einmal fragen?

Freitag, 02.06.2000

Da sehe ich, Julia fast jeden Tag im Bus, aber heute, wo ich sie um Rat fragen will, ist sie nicht da! War später mit Mark zum Zocken verabredet, vielleicht hatte er doch noch ein Tipp für mich?

Mittwoch, 07.06.2000

Ich war wieder in die Goetheanlage gefahren, hoffte, dass sie heute da ist, und ich hatte Glück. Sie saß mit einem Mädel zusammen auf der Parkbank und unterhielten sich, lachten sogar. Als sie mich dann sah, stockte sie in der Bewegung. Ich stand noch etwas abseits von ihr, sie kam auf mich zu und sah mich fragend an.

Nachdem ich ihr alles erklärt hatte, musste sie erst mal überlegen. „Was würde passieren, wenn du es ihr erzählst, während er dabei ist? Also was würde er dann tun? Du scheinst ja etwas Angst vor ihm zuhaben, ist er so böse und schlägt sofort zu? Ich hatte ihr erklärt, dass er nicht böse ist, aber das er Karate kann und ich mich ungern mit ihm angelegt hätte. „Macht er bei den Turnieren mit? Wenn das der Fall ist, darf er dich nicht einfach angreifen. Er hat einen Eid abgelegt. Schwächere zu respektieren und wenn er, dass nicht macht, kann er vom Turnier ausgeschlossen werden.” Sie musste weg, da sich einer der beiden kleinen Mädchen auf die sie aufpasste, in die Hose gemacht hatte. Dafür hatte ich jetzt ihre Nummer. Ich fragte mich nur, woher sie das wusste, dass er dann ausgeschlossen wird?

Samstag, 10.06.2000

Es war der ideale Tag, um meinen Vater auffliegen zulassen. Meine Mutter hatte Frau Müller zum Essen eingeladen. Sie saßen alle drei in der Küche und unterhielten sich. Ich stand schon im Türrahmen, aber ich konnte es nicht. Hatte wirklich schieß, was ist, wenn ihm sein Eid egal ist? Ich zog mich wieder zurück und rief Julia an. Sie versuchte, mir Mut zumachen, aber es half nicht. Sie bot mir sogar an, mal dabei zu sein. So als Hilfe, wenn die Stimme versagt. Auf der einen Seite finde ich, das Angebot gut, aber auf der anderen Seite, hätte ich sie nicht einmal einweihen dürfen. So langsam finde ich, sie ganz nett. Mal sehen, was ich mache.

Sonntag, 18.06.2000

Also gestern wollte Mark dabei haben, wenn ich es meiner Mutter erzähle. Aber er ist ein größerer Schießhase als ich.

Ich saß etwas später bei meiner Schwester Lena im Zimmer, am Fenster und schaute raus. Ich dachte, ich sehe nicht richtig, auf der anderen Straßenseite lief Julia mit einem Hund entlang. Ich holte mein Handy raus und schrieb ihr.

Na gehst'e gassie? ;-)

Sie holte ihr Handy aus der Jacke und schaute sich dann um, tippte drauf los.

Ja! Wer bist du? Und woher weißt du das? : O

Stimmt, das war gerade meine erste Nachricht an sie. Ich schrieb ihr, wer ich bin und das ich sie gesehen hatte. Fragte sie, ob sie zufällig Zeit hätte. Sie antwortete wieder, dass sie erst den Hund wegbringen muss, aber danach Zeit hätte. Ich wartete vorne am Tor auf sie. Nachdem sie dann kam, erzählte sie mir, dass sie sonntags mit den Hunden der Waumauinsel gassie geht.

Wir gingen rein, auf dem Weg dort hin erzählte ich ihr, was ich vorhatte, und sie bestärkte mich noch. Meine Eltern, Julia und ich saßen in der Küche am Esstisch. Ich stellte ihnen erst mal Julia vor und erklärte, dass sie hier ist, um mir zu helfen. Dass ich ihnen etwas sagen muss und sie mich dabei unterstützt. Meine Mutter verstanden im ersten Moment nicht was ich ihr erzählte, sie dachte, es wäre etwas Schlimmes passiert oder das ich mich Outen will oder so. Sie redete wie ein Wasserfall auf mich ein. Ich versuchte sie zu beruhigen, dass mir auch gelang. Sie saß mir gegenüber und schaute mich gebannt an, mein Vater verzog die ganze Zeit nicht einmal seine Mimik. 'tue ich wirklich das Richtige?' Julia saß neben mir und stupste mich kurz an, nickte mir wohlwollend zu.

Ich atmete tief durch, fasste den Mut zusammen und erzählte es ihr. Sie sah mich unglaubwürdig an, sah dann kurz zu meinem Vater, dann zu Julia und zum Schluss wieder zu mir. Mein Vater stritt alles ab, ich würde fantasieren und mir das alles einbilden. Ich erklärte, dass ich sie gesehen habe, an dem Dienstag. In diesen Moment platzte meinem Vater der Kragen, ich soll nicht lügen. Die Wahrheit sollte ich sagen, ich hatte in den Moment die Stimme verloren und wusste nicht, was ich tun sollte. Julia mischte sich plötzlich ein, sagte etwas leise zu ihm. Das ihn in seiner Rage stocken ließ. Dafür explodierte plötzlich meine Mutter. Julia riet mir, es wäre besser ins Wohnzimmer zugehen, damit sie es allein klären könnten. Wir gingen und ich hörte, wie sie schrie und tobte, er versuchte, sich zu erklären aber die letzten Worte von meiner Mutter waren nur „Hau endlich ab! Ich ertrage das nicht noch einmal” und das tat er auch.

Meine Mutter weinte in der Küche, ich dankte Julia und sie verabschiedete sich. Ich ging zu meiner Mutter und versuchte sie zu beruhigen und mich zu entschuldigen. Später am Abend habe ich mich bei Julia per SMS bedankt. Wir schrieben noch etwas und dann gab sie mir den Rat, alles aufzuschreiben.

Montag, 19.06.2000

Ich sitze gerade in meinem Zimmer und kühle mein Auge. Warum? Ganz einfach, ich war zur falschen Zeit am falschen Ort!

Heute war um 13 Uhr zu Hause, das war genau die Zeit, in dem mein Vater seine Sachen holen wollte. Wir trafen im Flur aufeinander und ohne Vorwarnung hatte ich eine Faust im Gesicht und als wäre es nicht alles, nein, ne Backpfeife bekam ich auch noch. Er ist dann ohne Worte an mir vorbei und packte seine Sachen.

Donnerstag, 22.06.2000

Im Bus traf ich heute Julia und sie bemerkte sofort mein blaues Gesicht. Sie fragte nur „ob es doll wehtut?” Ich konnte nicht antworten und schüttelte nur den Kopf. Meine Mutter ist am Montag ausgerastet, nachdem sie es gesehen hatte. Julia und ich haben uns kurz unterhalten, mehr war nicht an diesem Tag. Morgen habe ich meinen letzten Schultag, danach geht es ins wahre Leben.

Freitag, 30.06.2000

Mein Vater war vorhin da, er und meine Mutter wollten in Ruhe klären, wie es weiter gehen soll. Ich habe nur mitbekommen, dass sie sich scheiden lassen wollen, da sie ihm das, diesmal nicht verzeihen kann. Wenn meine Schwester und ich wollen, können wir ihn jederzeit besuchen und jedes zweite Wochenende kann er uns haben. Na darauf verzichte ich erst mal. Ging etwas später in die Küche und traf meinen Vater dort! Ich dachte, ich sehe nicht richtig, er hatte ein blaues Auge und eine Schramme am Kinn. ,Wer war das denn? Aber selbst schuld! Das Karmakonto musste ausgeglichen werden.’ Ich sprach vorhin meine Mutter darauf an, doch sie meinte, es wäre bei seinem Training passiert.

Montag, 03.07.2000

Beginn der zweiten Woche der Sommerferien. Oleg und ich waren bei Mark, er hat nen Pool. Das Wasser tut bei der Hitze mal richtig gut und wir sind nicht gezwungen, mit anderen den Pool zuteilen. Die Jungs haben heute Julia kennengelernt. Sie ist zufällig vorbeigelaufen, ich hatte sie gesehen und gegrüßt. Oleg kannte sie schon, wer weiß woher? Dadurch begrüßte er sie nur sehr verhalten. Er würde es uns nie erzählen, daher überlege ich, sie mal zu fragen. Mark hat sich sofort mit ihr gut verstanden, sie schienen auf einer Wellenlänge zu sein, sie saßen fast die ganze Zeit beieinander, kicherten und flüsterten. War ein lustiger Tag.

Donnerstag, 27.07.2000

Die Ferien sind fast zu Ende und wir haben viel gemacht. Wir sind die meiste Zeit zu viert unterwegs gewesen. Julia ist echt cool, ich hätte nicht gedacht, dass sie so viel mitmacht. Sie ist mehr ein Kumpel als eine Freundin. Ich habe sie wegen Oleg angesprochen, doch sie meinte, wenn er es nicht erzählen will, wird sie es auf keinen Fall machen. So ein misst, ich bekomme das noch raus, irgendwann. Ab dem 01.08.2000 beginnt meine Ausbildung, irgendwie freue ich mich schon drauf.

Dienstag, 03.10.2000

Ich habe gerade Herbstferien und Urlaub und ich habe jetzt auch wieder eine Freundin. Ja es hat etwas gedauert, aber nach der SMS-Abfuhr brauchte ich die Zeit und dann noch die Sache mit meinem Vater. Aber zurück zu meiner Freundin, wir sind jetzt ein Monat lang zusammen, aber es fühlt sich noch ganz frisch an. Sie heißt Anastasia, ich stehe schon etwas länger auf sie. Mark kommt leider, nicht mit ihr zurecht. Anastasia meinte, dass er eifersüchtig wäre. Das glaube ich aber nicht, da er selber eine Freundin hat. Anastasia und ich treffen uns fast jeden Tag und es wird nicht langweilig.

Ja, was gibt es sonst noch? Oleg ist und bleibt Oleg, er lebt jetzt in Russland. Er arbeitet bei der Firma seines Onkels und es stand von Anfang an fest, dass er dort hinzieht. Ich weiß das Geheimnis immer noch nicht, werde aber am Ball bleiben. Von Julia habe ich seit den Sommerferien nichts mehr gehört, sie hat nur noch mit Mark Kontakt.

Und meine Eltern haben alles für die Scheidung eingereicht, jetzt brauchen sie nur noch das Trennungsjahr und dann ist es vorbei. 3 1/2 Monate ist es her und alle wissen jetzt Bescheid. Er lebt jetzt mit Mandy Müller, seine Assistentin zusammen. Wir dürfen, wenn wir wollen jedes zweite Wochenende zu ihm. Ich passe, bin noch nicht gut auf ihn zusprechen. Aber Lena ist immer bei ihm. Mandy hat sich bei mir entschuldigt. Ich akzeptiere sie und das war's. Ich hatte sie gefragt, wer meinem Vater, das Gesicht vermöbelt hat. Sie sagte, dass es ein junges Mädchen war, sie wollte mit ihm trainieren und hat dann ordentlich zu gehauen.

Sonst gibt es erst mal nichts Neues.

Sonntag, 11.08.2002

Ich weiß, lange her, knapp zwei Jahre. Mark stand gestern vor dem Traualtar und hat seine Freundin Edith geheiratet. Die Feier ging voll lange, Oleg war auch da. Er ist extra aus Russland hergekommen, ihm geht es dort total gut.

Es waren so viele Leute da, er erzählte mir, dass Julia auch da war. Sie habe ich gar nicht gesehen.

Egal, was gibt es noch? Ich bin gerade im zweiten Jahr meiner Ausbildung und es gefällt mir immer mehr. Ich hoffe, dass ich nach der Ausbildung übernommen werde. Ach, das mit Anastasia hat leider nicht lange gehalten, sie ist mir fremdgegangen. Warum habe ich immer so ein Pech? Aber ab jetzt kann es nur noch besser werden. Bin jetzt mit Gesine zusammen, es ist noch frisch, aber es fühlt sich richtig gut an.

Freitag, 16.07.2004

Hey, ich weiß wieder zwei Jahre her aber diesmal wird es vielleicht mein letzter Eintrag. Morgen ist mein großer Tag, ich werde Gesine heiraten. Wir sind jetzt schon länger als zwei Jahre zusammen und sie ist toll. Wir haben viel gemeinsam, lieben die gleichen Dinge und kennen die Gedanken des anderen. Seit letztem Jahr leben wir zusammen in Frankfurt und ich habe sie vor einem halben Jahr gefragt. Aber das ist nicht alles, sie macht mir auch noch das größte Geschenk überhaupt, und zwar ist sie schwanger. In der 6ten oder 7ten Schwangerschaftswoche.

Das wird morgen der beste Tag meines Lebens, besser kann es nicht werden.

So, ich denke, das waren die letzten Worte, die ich hier reinschreibe. Hoffentlich wird das Buch auf dem Dachboden nicht grün.

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LadyLydias Profilbild
LadyLydia Am 11.09.2019 um 20:14 Uhr
Mir gefällt deine Story sehr. Ich mag die Schreibweise und man merkt Direkt zu Anfang das du was damit anfangen kannst.
Yukis Profilbild
Yuki (Autor)Am 11.09.2019 um 20:29 Uhr
:-) Danke schön

Autor

Yukis Profilbild Yuki

Bewertung

Eine Bewertung

Statistik

Kapitel:17
Sätze:276
Wörter:3.630
Zeichen:20.095

Kurzbeschreibung

Schreiben wir nicht alle ein Tagebuch? Nein! Also Sebastian fing damit auf den Rat einer Bekannten an. Der Anfang fiel im Schwer doch dann Floss es einfach aus seinen Fingern. Es tat ihm Gut darüber zu schreiben. Lest es selbst was ihm wieder fahren ist und wie er damit umging.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Vermischtes, Freundschaft, Schmerz & Trost und Familie gelistet.