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Sublimation

7
13.8.2019 0:10
18 Ab 18 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

Seine Hände verschränkt mit Deidaras. Deidaras Beine um seine Hüfte geschlungen. Deidaras warmer Atem an seinem Hals. Deidaras Stimme, heller als sonst. Normalerweise war Deidara laut, aggressiv, fordernd bis an die Grenze der Gewalt. Heute war er sanft. Es war besser mit nichts zwischen ihnen.
Danach blieben sie noch ein bisschen liegen, um zu Atem zu kommen. Kisame strich über die Narben auf Deidaras Brust. Schweißperlen in Deidaras Drosselgrube.

"Das war nett, hm".
Kisame nickte. Er wollte eigentlich nicht aufstehen. Es war eine angenehme Vorstellung, den Morgen zusammen zu verbringen, aber die Zeit war knapp. Nach einer gemeinsamen Mission würden Deidara und Sasori heute Richtung Suna weiterziehen, während Kisame und Itachi nach Ame zurückkehrten.
"Ich gehe duschen", sagte Kisame, rollte sich aus dem Bett und ließ Deidara allein zurück. Am Vormittag gingen sie auseinander. Kisame winkte zum Abschied.

Der Sommer war bald vorüber. Als der Herbst endete, taten sich ihre Teams das nächste Mal für eine Mission zusammen. Sie trafen sich wie verabredet am Rand einer Kleinstadt an der Küste Tsuchi No Kunis und gingen durch den Ort, um eine Herberge zu finden. So früh am Morgen waren die Straßen menschenleer. Es war totenstill und die Luft schmeckte nach Schnee. Der Nebel kroch durch die Gassen. Die Morgendämmerung hatte gerade erst begonnen, der Ort erschien vergraut und verwaschen.
Deidara und Sasori gingen vorneweg, Itachi in der Mitte, Kisame ganz hinten. Den ganzen Weg zur Herberge konnte Kisame den Blick nicht abwenden. Deidaras langes Haar, matt und fettig von der Mission. Glatte braune Haut zwischen Haaransatz und Kragen. Den ganzen Weg vom Treffen bis zur Ankunft in der Herberge hatte Deidara kein Wort mit ihm gesprochen.

Sobald sie die Schuhe ausgezogen, die Mäntel aufgeknöpft, für sechs Tage im Voraus gezahlt und das Gepäck verstaut hatten, verzog Deidara sich sein und Sasoris Zimmer und schloss die Tür ab. Kisame klopfte, hörte von drinnen Deidara "Verpiss dich!" rufen und dachte sich nichts weiter. In Gegenwart von Itachi und Sasori hielten er und Deidara Distanz.


Deidara sah erschöpft aus, urteilte Kisame am ersten Morgen. Er, Itachi und Deidara frühstückten schweigend im Gastraum. Itachi war in die Aufzeichnungen der Mission vertieft, sodass Kisame Deidara ungestört betrachten konnte. Er war dünner als früher, fand Kisame. Er hatte tiefe Augenringe. Und seine Art, sich zu bewegen, hatte sich verändert. Ständig zog er die Schultern hoch, den Kopf ein, und beugte sich vor. Deidaras einzige Reaktion auf Kisames Lächeln bestand darin, seinen Tee herunterzustürzen und in sein Zimmer zurückzukehren.


Während der nächsten Tage versuchte Kisame immer wieder, mit Deidara zu sprechen, allerdings war es ziemlich aussichtslos, Deidara zum Reden bringen zu wollen. Sobald Kisame sich näherte, ging Deidara, wortlos und mit geballten Fäusten. Er behandelte Kisame, wie er auch Itachi gegenüber auftrat: Als müsste er sich beherrschen, ihn nicht anzufallen. Irgendwann dachte Kisame: Er wird schon kommen, wenn er will.

Es dauerte zwei weitere Tage.
Kisame saß auf der Terrasse, die den kleinen Garten im Innenhof der Herberge einfasste, trank Tee und sah den Wölkchen nach, die sein Atem in der eisigen Luft bildete. Vom Gastraum her fiel Licht nach draußen. Der Abend dämmerte. Im Halbdunkel war es gemütlich.
Deidara setzte sich kommentarlos neben Kisame.
“Willst du Tee?”
“Behalt dein‘ Scheiß”, sagte Deidara. Dann: “Du machst es dir leicht.”
“Was?"
“Du bist nicht besser als Itachi, hm."
Deidara schien einen Punkt in der Ferne zu fixieren. Er kramte in seinen Manteltaschen.
“Die ham mir’n Bild mitgegeben. Ultraschall oder so, hm.”
“Zeig.”
Auf dem körnigen Foto, das Deidara ihm reichte, erkannte Kisame nur Flächen- schwarz, weiß, grau, Testbild. Ein ähnliches Foto hatte er in seiner Jugend gesehen, vor Jahrzehnten in Kirigakure.
“Ist erst paar Wochen her, hm. Das war deine Idee damals. Das ist deine Schuld, hm.”
“Hast du’s vor Sasori versteckt?”, fragte Kisame leise. Deidara lachte gehässig.
“Ha! Ja, klar”, antwortete er. “Wie dumm bist du? Ich hab’s ihm gesagt. Es hat nur lang gedauert, wen zu finden, der's machen konnte.”
“Verstehe”, sagte Kisame leise.
“Ein’ Scheißdreck verstehst du, hm.”
Die Erinnerung verschleierte Deidaras Blick; er zog den Kopf ein und knöpfte den Mantel zu. Kisame musste eigentlich nicht hören, was Deidara zu erzählen hatte, denn in Kiri gab es das auch. Solche Ärzte, illegale Praxen in Kellern und Hinterhöfen, kaltes Licht, Fliesenböden. Und fensterlose Wartezimmer, in denen nur Plastikstühle standen.
“Hattest du ‘nen Namen?”
"Wozu?", fragte Deidara zurück.
Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander. Dann sagte Deidara: “Ich dachte, du solltest das Bild haben. Ich hab’s ja gesehen.”
“Danke”, erwiderte Kisame.
“Sah schon fast fertig aus. Finger und Zehen und alles. Deine Haut."
Kisame wusste nicht, was er sagen sollte. Er hielt das Bild in Händen und dachte an Deidaras Wärme, seine Berührungen, seinen Geruch. Und an das, was sie gehabt hatten- einander, und das.
“Bleib mir fern, hm. Ich hab' genug von dir."

Deidara stand auf und ging zurück in den Gastraum. Bis es dunkel wurde, blieb Kisame sitzen und betrachtete die Aufnahme. Schwarze, graue, weiße Flächen, dazwischen Flocken und Körnchen. Eine Rundung, und noch eine, und eine Einbuchtung- Stirn, Nase, Mund. Er stellte sich vor, wie Deidara auf einem Plastikstuhl in einem kahlen Zimmer saß, etwas Kleines im Arm, und es mit dem Bild verglich. 
Finger und Zehen und alles. Vielleicht ein Gesicht.

Das wäre unseres gewesen, dachte Kisame, in einem anderen Leben.

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Kurzbeschreibung

Eine Oneshot-Sammlung zu meinem Lieblingsheadcanon (Trans!Dei), in ähnlicher Form schon auf Fanfiktion zu finden. R18, sporadische Updates, Crackpairs, OCs.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Transgender, Drama (Genre), OneShot-Sammlung, OneShot und Crackship getaggt.

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