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Kurz und gut

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20.10.20 21:43
6 Ab 6 Jahren
In Arbeit

Autorennotiz

Beiträge für die Gedrabbelte-Fandom-Staffel.
Autorennotizen:
triggerxhappy.blogger.de/stories/2747643

„Wer konnte denn sowas ahnen?!“

 

Tifa stemmte sich verzweifelt gegen die Eingangstür ihrer Bar und schrie auf, als die Invasoren ihre Ladung stattdessen durch eines der Fenster in den Schankraum warfen. Elena saß am Tresen, nicht im Geringsten bemüht, bei der Verteidigung zu helfen: „Das hast du dir selbst zuzuschreiben! Wer hat behauptet, nicht alles im Leben wäre käuflich?!“

 

„Ich meinte mich persönlich, nicht jeden verdammten Blumenhändler des Planeten!“

 

Elena musterte betont das Meer aus Rosenblüten, welches bereits dreiviertel des Bodens bedeckte: „Das nächste Mal weißt du‘s besser. Ein Rufus Shinra ist leicht herauszufordern – aber nur schwer wieder zu bändigen.“

Ryuji hockte schon eine ganze Weile auf der massiven Eisenkette, die als Geländer die Promenade des Biwa-Sees umrundete, als sich plötzlich Hände von hinten über seine Augen legten.

 

„Rate!“

 

Natürlich nahm der Dämon die Gelegenheit wahr und schoss wie ein Pfeil aus dem Wasser. Ryuji warf sich herum direkt auf Asumi, während er sein Shikigami beschwor und den Angreifer damit zurück in die Fluten stieß. Er starrte entnervt auf sie hinab: „Ich weiß nicht, was du hier machst, aber mach es woanders!“

 

Er wollte mehr sagen, doch ihr sternenfunkelnder Blick erinnerte ihn nur daran, wie verrückt sie war – nach ihm.

Das obszöne Objekt starrte ihn mit einer Frechheit an, die nur sehr schuldige und moralisch vollkommen unberührte Naturen aufzubringen schafften. Nicht minder spöttisch drang die Stimme Kaitos, der ihm gegenübersaß und schadenfroh jeden seiner mühsam zusammengehaltenen Gesichtszüge studierte, an seine Ohren: „Komm schon, sei tapfer. Ehrenschulden, weißt du doch.“ Eine Erklärung war unnötig, Saguru begriff die Auswirkungen einer verlorenen Wette durchaus.

 

Aber er trank nur Tee. Er mochte nur Tee. Er genoss die milde Bitterkeit. Ohne Zucker, herzlichen Dank. Und Kaitos selbstentwickelter Kakao war ... berüchtigt.

 

Er nahm einen Schluck. Die Süße zog ihm die Eingeweide zusammen. Kaito lachte nur.

„Wird dir eigentlich nie langweilig bei deinem Hippieleben?!“

 

Die Frage kam aus dem Nichts, wodurch sein Mundwerk schneller reagierte als der Verstand und Rufus einen reichlich stupide klingenden Laut der Verwirrung ausstieß. Reno jedoch nutzte die Gelegenheit zum Lustigmachen nicht, gestikulierte stattdessen frustriert umher: „Ich brauche allerhöchstens eine Stunde in deinem Büro, um die Wände hochzugehen! Feiner Zwirn, feines Essen, feine Ausdrucksweise und Spaß nur, wenn er vornehm ist! Sowas von öde, yo!“

 

„... Yuppieleben“, berichtigte Rufus tonlos, „Du meinst Yuppieleben, Reno.“

 

Der Turk blinzelte, formte ein stummes „Oh“ und rollte sich wieder auf der Couch zusammen, als sei nichts gewesen.

Das Licht, das auf das Dunkel folgte, war ernüchternd. Sie erkannten weniger, dass niedere Gefühle sinnlos waren, als dass sie es in ihren Seelen spürten. Mehr waren sie nicht mehr. Oder musste es heißen, sie waren endlich nicht weniger?

 

Sie wanderten durch das Paradies. Obwohl sie noch rätselten. Es fühlte sich nicht nach Hölle an, doch sie waren allein miteinander in einem Idyll, wie zur  letzten Ruhe geschaffen.

 

Einerlei.

 

Sie rasteten. Reine Gewohnheit, Erschöpfung Illusion. Doch sie genossen das Beisammensein, und so saß Howard im Gras, Yus Kopf im Schoß, schwarze Strähnen streichelnd. Es war friedlich.

 

Bis in alle Ewigkeit.

Leises Scherenschnippen erfüllte den kleinen Raum mit Leben. Summen gesellte sich manchmal hinzu, doch das war alles. Spike, Ed, Ein – sie alle waren fort. Und er allein auf diesem plötzlich viel zu großen Schiff. Nur Faye war noch eine Weile mit ihm gereist. Möglicherweise, um der eigenen Trauer Herr zu werden. Nun war auch sie gegangen. „Ist besser so“, dachte Jet bei sich, „diese verdammten Idioten hätten mir irgendwann die Bebop auseinandergenommen. Und Faye war eh ‘ne Hexe.“ Lange starrte er auf den Bonsai hinab.

 

Aber er wünschte, sie wäre wieder zurück.

 

Er wünschte, die alten Zeiten wären wieder zurück.

Asumis Zunge klebte im Mundwinkel, als sie ihren Honda NSX kontrolliert in die letzte Runde schlittern ließ. Ryujis Toyota Lexus brauste ohne nennenswerten Abstand hinterdrein, scherte aus und versuchte, an ihr vorbeizuziehen. Schonungslos lenkte sie ihm ihren Wagen in die Seite und schob ihn damit in die Leitplanke, was ihn kurz die Kontrolle verlieren ließ. Der heftige Dreher und seine damit verbundene Orientierungslosigkeit verschafften ihr einen entscheidenden Vorsprung. „Haste gedacht, was?“, rief sie triumphierend, wagte sogar, schadenfroh zu kichern, aber einen Seitenblick zu riskieren, um seine Reaktion auszutesten, traute sie sich nicht, befürchtete sie doch, wertvolle Sekundenbruchteile einzubüßen, „So einfach wird ich‘s dir nicht machen!“

 

Ohne auf die Provokation einzugehen, kaute Ryuji gelassen auf seinem Kaugummi herum, lenkte gegen und beschleunigte wieder. „Hattest du nicht ‘nen Auflauf im Ofen?“, erwiderte er stattdessen, „Irgendwie riecht‘s hier nämlich arg verbannt.“ Seine Kontrahentin wurde kreidebleich, warf schreiend den Controller von sich, sprang auf und hastete zur Tür hinaus.

 

Ryuji überholte den nur noch langsam ausrollenden Honda und brachte den Rest der Strecke ungestört hinter sich. Die Fanfare des Siegers donnerte aus den Lautsprechern und übertönte fast den frustrierten Ruf aus der Küche.

 

„Oh du verdammter LÜGNER!“

 

Selbstzufrieden blies Ryuji eine Kaugummiblase.

 

Zu.

 

Einfach.

Saguru bedankte sich bei seiner Haushälterin für die frischen Snacks und manövrierte das Tablett vorsichtig die Treppe hinunter zum Hinterhof. Er stieß die Wintergartentür auf und wollte eben seine Rückkehr ankündigen, als sich ihm eine unerwartete Szene eröffnete.

 

Aoko und Kaito hockten Schulter an Schulter im Schatten des Sonnenschirms. Sie klaubte ein Sushi mit den Fingern auf und bot es ihm an, und er nahm es sachte mit dem Mund entgegen. Die Wangen seiner Freunde leuchteten rot.

 

Lautlos ließ Saguru die Tür wieder zuschnappen. Und entschied mit einem Schmunzeln, dass die Snacks auch einige Minuten später noch frisch sein würden.

 

PS: Dieser Beitrag ist ein bisschen auch für Yuki entstanden. Sie erwähnt in ihrem LSB, sie würde es toll finden, wenn es zwischen Aoko und Kaito knistern würde, ich sah diesen Prompt und dachte: „Warum nicht?“ Obwohl sie wahrscheinlich etwas Längeres und besser Ausgearbeitetes im Sinn hatte *lach*. ¯\_(ツ)_/¯

„Du kannst aufhören zu lachen“, murrte Rufus und stand mit so viel Anmut aus dem Wagen, wie es die Situation zuließ, „so lustig war es nicht.“

 

Reno trank die Luft in flachen, verzweifelten Schlucken, dazwischen japsend hervorstoßend: „Oh doch! Oh mein Gott, das war es! Das war es!“

 

Tseng schnaubte: „Das nächste Mal solltest du nicht behaupten, ebenfalls ein Fan von Marlenes Lieblings-Zeichentrickserie zu sein, nur um dich anzubiedern. Kindern ist es egal, wen sie zum Spielen einspannen.“ Er tippte sich diskret an die Halsschlagader.

 

Rufus wischte mit hochrotem Kopf den Rest pinkfarbenes Glitzerzeug weg: „Es schien eine gute Idee.“

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SuYeon Am 01.05.2020 um 19:06 Uhr Mit 11. Kapitel verknüpft
Was für ein mieser Move!!! Also echt! Da kann man nur den Kopf schütteln.
Ich hoffe, bei der nächsten Runde kriegt er, was er verdient hat: Eine saftige Niederlage!
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SuYeon Am 29.02.2020 um 13:52 Uhr Mit 10. Kapitel verknüpft
Q.Q Armer Jet. Er tut mir richtig leid. Einsam zu sein ist nicht schön. Hoffentlich finden er und seine ehemaligen Begleiter eines Tages wieder zusammen.

Autor

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Statistik

Kapitel:9
Sätze:89
Wörter:1.128
Zeichen:6.961

Kurzbeschreibung

Es gibt viele wunderbare Charaktere und viele spannende Universen. Warum sich auf eines beschränken?

Crossover

Diese Fanfiction wird neben Sonstiges - Anime & Manga auch im Fandom Sonstiges - Games gelistet.