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Das ist nicht mein Universum!?

8
17.8.2019 13:34
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

Autorennotiz

Eine komplette Neufassung dieser Idee & ein bisschen von meinem Magic-AU-Projekt übernommen, wenn auch einiges anders ist~

Die ganze FF-Idee entstand eigentlich mal aus dem Gedanken, dass ich mich mal an UshiOi versuchen wollte (& nebenbei mehr KuroYaku schreiben muss xD) und jah~ X3

Da das hier ne Paralleluniversum-FF ist, sind die Charaktere vielleicht etwas anders als man es kennt...aber das meiste bleibt, denke ich :D

Leise Stimmen drangen zu ihm durch, während er immer noch das Gefühl hatte, als wenn sich um ihn alles drehte.

Warum war ihm eigentlich so schwindelig?

Wieso fühlte er sich so merkwürdig?

„Tooru!

Diese Stimme.

Langsam öffnete er seine Augen und versuchte etwas zu erkennen, während er langsam seine Lippen bewegte. „Nee- ... san?“, brachte er mit einer kurzen Unterbrechung heraus.

„Uh, dir geht es gut! Das ist super“, sagte eine weitere, diesmal viel zu laute, aufgebrachte Stimme, was dazu führte, dass sich Tooru gegen den Kopf fasste.

Wer war das?

Er war sich ziemlich sicher, dass er die Stimme schon einmal gehört hatte, aber in dem Moment konnte er sie nicht zuordnen.

Außerdem sorgte dieser laute Ton dafür, dass sein Kopf schmerzte.

Warum hatte er überhaupt diese heftigen Kopfschmerzen? Wo war er hier eigentlich?

„Wo ...?“, fing er an, öffnete nun langsam doch seine Augen und versuchte, etwas zu erkennen, zuckte allerdings zusammen, als er zwei große Augen vor sich erkannte, zusammen mit einem viel zu wilden, roten Haarschopf, den er nun wirklich wiedererkennen musste.

Warum war dieser Mittelblocker von Shiratorizawa bei ihm?

„Ahhh, ich bin so froh, dass es unserem Stammzuspieler gut geht!“, grinste dieser ihn breit an, „dir geht es doch gut, oder, Tooru-chan? Sag, dass es dir gut geht! Oh und du wirst Wakatoshi nicht sagen, was passiert ist, oder?“

Tooru blinzelte ihn weiterhin an, legte den Kopf schief und versuchte die Informationen, die er von dem anderen bekam, aufzunehmen. So gut er es mit diesen Kopfschmerzen tun konnte.

Warum nannte dieser Mittelblocker ihn eigentlich ‚Tooru-chan‘? Und wieso sollte er seinem Rivalen, wer weiß was, nicht erzählen? Und wieso war er überhaupt mit ihm hier?

Sein Kopf ruckte zur Seite. Hatte er nicht vorhin die Stimme seiner Schwester gehört oder war das nur ein Teil seines Traums gewesen? „Was ...“,

„Keine Sorge! Du kannst dich heute ausruhen, damit du die nächsten Tage wieder fit bist!“, sagte dieser schräge Mittelblocker grinsend weiter, „kann ich dich alleine lassen? Dir geht es doch wieder besser, oder? Falls etwas ist, du weißt ja, wo du mich findest, Tooru-chan!“

Bevor er auch nur etwas darauf erwidern konnte, sah er bereits, wie dieser verrückte Kerl aus dem Zimmer verschwand und die Tür hinter ihm zurück ins Schloss gezogen wurde.

Ein wenig seufzte Tooru und ließ sich zurück auf das Bett fallen, auf dem er lag. Scheinbar war er in einem Krankenzimmer?

Nur wo?

Wie erklärte sich das, dass er diesen merkwürdigen Mittelblocker der Shiratorizawa gesehen hatte, der ihn auch noch so vertraut angesprochen hatte?

Tooru!“

Er zuckte zusammen, als er erneut eine Stimme so dicht bei sich hörte, dass er sich hektisch umsah, allerdings war niemand sonst in dem Raum.

Hörte er jetzt schon Stimmen?

Langsam wurde das hier nur verrückter.

Tooru, du hörst mich, oder?

Er drehte seinen Kopf zur Seite und in Richtung der Tür des Krankenzimmers, auch, wenn er nicht wusste, ob diese Stimme wirklich aus der Richtung kam.

„Wer ... was bist du?“, stellte Tooru schließlich die Frage, zog seine Augenbrauen zusammen.

„Ich bin du“, sagte die Stimme zur Antwort.

Tooru blickte nur noch verwirrter vor sich, hob eine Augenbraue. Was wurde denn hier gespielt?

Erst hatte er eine sehr seltsame Begegnung mit dem Mittelblocker von Shiratorizawa – er hatte bestimmt einen skurrilen Traum – und jetzt hörte er die Stimme von jemandem, der behauptete er zu sein.

Das musste einfach ein merkwürdiger Traum sein!

„Das ist kein Traum, Tooru.“

Er zuckte unmerklich zusammen, als sich diese Stimme erneut bemerkbar machte. Scheinbar konnte diese Person, die eine Traumversion von ihm war, seine Gedanken lesen oder so etwas in der Art.

„Nehmen wir mal an, du redest die Wahrheit und das hier ist wirklich kein Traum ...“, murmelte Tooru, zog seine Mundwinkel ein wenig in die Höhe, „wo bin ich hier und was soll das?“ Als wenn er allerdings glaubte, dass das hier wirklich kein Traum wäre. Natürlich musste das ein Traum sein.

Ich habe dich hierhin beschworen, weil ich dich brauche, damit du eine Bindung mit Ushiwaka-chan eingehst“, sagte die Stimme ruhig weiter.

Tooru weitete seine Augen, als er realisierte, was sein anderes Ich da gesagt hatte.

Beschworen? Bindung? Zu Ushiwaka? Was?

Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber vorher kann ich dich nicht zurückbringen.

Immer noch etwas zu geschockt und verwirrt starrte Tooru vor sich, ohne das er wirklich wusste, wo er eigentlich hinstarrte, da er immer noch niemanden sehen konnte. Er wusste gerade nicht einmal, was ihn von diesen Informationen am meisten schockieren sollte.

„Was meinst du damit, du kannst mich nicht zurückbringen? Wohin zurück überhaupt? Wo bin ich hier?“

„Zurück in deine Welt“, sprach diese Stimme weiter, „diese Hexe verhindert, dass ich noch einmal einen solchen Zauber wirken kann, solange er mir nicht hilft. Aber dazu brauche ich jemanden, der mir ähnlich ist, um ihn an mich zu binden.

Tooru sah einfach nur geschockt vor sich, schüttelte den Kopf, während er nicht so ganz wusste, wie er das alles einordnen sollte. Andererseits glaubte er auch nicht, dass diese Stimme, sein anderes Ich, ihn anlog. Es fühlte sich an, als wenn er ihm die Wahrheit sagte, egal, wie unglaubwürdig das alles klang.

„Du bist also ... du beherrschst Magie?“, fragte er schließlich langsam nach, „oh und, was für eine Hexe?“

„Einige hier besitzen Magie ...“, erwiderte diese Stimme, während er ein Seufzen mitschwingen ließ, „diese Hexe ... hat etwas vor und will dadurch die Macht über diese und vermutlich auch deine Welt bekommen.“

Kurz schluckte Tooru, schüttelte den Kopf. Das klang alles so wirr und dennoch fühlte er, dass es die Wahrheit war. Vielleicht glaubte er dieser Stimme auch, weil sie in gewisserweise Er war? „Aber was ... was kann ich tun? Ich habe keine Ahnung von Magie. Oder das diese überhaupt existiert.“

„Ich weiß. Aber deswegen brauche ich dich. Du bist der Schlüssel, damit ich eine Verbindung zu Ushiwaka-chan aufbauen kann. Aber dazu ... musst du – müssen wir – ihm näher kommen.“

Tooru seufzte und verdrehte etwas die Augen. Wie sollte er das machen, wenn sie Rivalen waren? Wenn er den anderen hasste und am liebsten keine Sekunde mit ihm zu tun haben wollte, sondern ihn einfach nur besiegen wollte? „Ich werde kaum eine Bindung zu meinem größten Feind aufbauen.“

Hier ist er nicht dein Feind. Du bist auf der Shiratorizawa und ihr – wir – sind Teamkameraden, nur noch nicht mehr.“

Toorus Augenbraue zuckte, als er die Stimme das sagen hörte und er hoffte allzu sehr, dass er gerade wirklich einfach nur den schlimmsten Traum aller Zeiten hatte. Konnte Iwa-chan ihn nicht einfach gleich wecken, damit sie zusammen zur Schule gingen und er merkte, dass er nicht in einer Welt war, in der Magie existierte?

„Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber das hier ist kein Traum.“

 

–––

 

Mit mehrfachem Blinzeln starrte er zu dem rotleuchtenden Edelstein, dessen Strahlen dafür sorgte, dass er seine Augen wieder ein wenig schließen musste.

Was war das für ein Leuchten?

War er nicht bis vor wenigen Minuten noch in der Sporthalle der Nekoma gewesen?

Langsam öffnete er wieder seine Augen, versuchte, etwas zu erkennen, allerdings war der Raum um ihn herum abgedunkelt und er bemerkte, dass er sich nicht einmal bewegen konnte.

Seltsam.

Warum war es so dunkel?

Wieso konnte er sich nicht bewegen?

„Entschuldige die Behandlung, Tetsurou.“

Seine Augen weiteten sich, als er die Stimme hörte.

Yakkun?

Warum redete Yakkun so mit ihm und wieso klang die Stimme des Liberos so seltsam?

„Yakkun, was–“, fing er an, konnte aber kein weiteres Wort herausbringen, als er spürte, wie ihm die Stimme versagte.

Was ging hier vor sich?

Wieso war alles, was er sehen konnte, dieses helle, rote Leuchten?

„Es dauert nicht mehr lange, Tetsurou“, sagte Yaku schließlich weiter und erst jetzt hob Tetsurou ein wenig verwirrt eine Augenbraue.

Seit wann nannte Yakkun ihn eigentlich beim Vornamen? Er hatte immer mehr das Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Nur konnte er es nicht einordnen oder genauer beschreiben.

Wenn er sich wenigstens bewegen oder etwas sagen – fragen – konnte. Oder wenn er den anderen überhaupt sehen konnte, dass er sich sicher war, dass es sich wirklich um Yaku handelte.

Nicht, dass er es bezweifelte. Dazu kannte er den anderen inzwischen zu gut. Sie waren schließlich bereits in ihr drittes Jahr an der Nekoma gekommen und hatten außerdem gelernt, miteinander auszukommen. Erst recht, nachdem sie wussten, dass sie das gleiche Ziel hatten.

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als er etwas Kaltes an seinem Hals spürte und unweigerlich zusammenzuckte.

Du solltest dich besser nicht wehren.“

Was war das für eine Stimme? Wieso fühlte sie sich so vertraut an?

Das kalte Gefühl an seinem Hals war relativ schnell wieder verschwunden, allerdings spürte er stattdessen etwas anderes. „Wa–“, brachte er, mit einem heftigen Husten unterbrochen, aus, ein wenig erschrocken, dass er überhaupt wieder Sprechen konnte. „Yakkun, was–“,

„Ich muss doch dafür sorgen, dass du mir gehorchst“, sagte Yaku daraufhin, bevor sich der Raum, in dem sie sich befanden, etwas erhellte.

Tetsurou blinzelte gegen das gedämpfte, rötliche Licht, allerdings konnte er dadurch schließlich wenigstens erkennen, dass er in einem Raum saß. An den Seiten befanden sich Regale mit seltsamen Gefäßen. Außerdem war an einer Seite des Raumes noch ein größeres Bücherregal. Vor ihm stand Yaku, während er einen schwarzen Umhang über die Schultern geworfen hatte. Darunter trug er ein dunkelrotes Hemd und eine schwarze Hose. An dem Gürtel, den er umhatte, war etwas befestigt, was ein wenig wie ein unförmiger Stab aussah.

Seine Augen wirkten eine Spur dunkler, als Tetsurou es gewohnt war, allerdings schob er das eher auf dieses Licht, was in dem Raum war. Neben ihm auf der Lehne eines Sessels saß eine komplett schwarze Katze, an dessen linkem Ohr ein goldener Ohrring befestigt war. Außerdem hatte sie ein Halsband umgelegt, welches er allerdings nur erahnen konnte, weil ein dunkelroter Edelstein daran funkelte.

„Was meinst du damit, dass ich dir gehorchen soll?“, entgegnete Tetsurou schließlich, nachdem er den anderen gemustert hatte. Irgendetwas ging er vor sich und er konnte es sich absolut nicht erklären. Aber das von Yaku etwas ausging, was ihm nicht geheuer war, das konnte er mehr als deutlich erkennen. Davon ab, dass er immer noch gefesselt war und sich nicht bewegen konnte.

Yakus Lippen verzogen sich zu einem Grinsen und er trat einen Schritt auf ihn zu, beugte sich zu ihm runter und fuhr mit einer Hand zu Tetsurous Kinn, sorgte dafür, dass er seinen Kopf etwas anhob, um dem Libero entgegenzusehen. „Ich muss dafür sorgen, dass du mir bis zum nächsten Vollmond nicht entkommst. Aber ich kann dich auch nicht hier einsperren.“

„Was– du bist nicht Yakkun“, entgegnete Tetsurou und verengte seine Augen, sah ihm direkt entgegen, so dass er diesmal auch etwas in den braunen Augen erkannte, was etwas heller leuchtete. Irgendwas stimmte hier nicht. Auch, wenn der andere so sehr nach seinem Freund und Teamkameraden aussah, so war er doch so verschieden.

Yaku zuckte mit den Schultern und ließ ihn langsam los, drehte sich ab und ging zu dem Sessel, auf dem die Katze seelenruhig saß und ihn einfach nur beobachtete. „Ich bin zumindest nicht der, den du kennst“, erwiderte er ruhig und streichelte der Katze etwas über den Kopf, bevor er sich auf dem Sessel niederließ und ein Bein über das andere schlug, „du bist mein Werkzeug, um die Macht zu bekommen, nach der ich strebe, Tetsurou.“

Einen Moment weitete Tetsurou seine Augen, bevor er ernster den Kopf schüttelte: „Vergiss es, Yakkun. Als wenn ich irgendetwas für dich wäre!“

„Du hast keine Wahl“, sagte Yaku und grinste ihn einfach nur seelenruhig an, bewegte kurz eine Hand, worauf Tetsurou spürte, wie sich seine Fesseln lösten und er ein wenig blinzelte.

„Was?“, fragte er nach, bewegte seine Arme ein wenig freier und sah auf den Boden, bevor sich sein Blick auf Yaku richtete. Langsam bewegte er sich auf den anderen zu, während er seine Augen verengte. „Yakkun, wie kommst du dazu–“, bevor er weitersprechen konnte, spürte er, wie er von einer Macht zu Boden gedrückt wurde und etwas unsanft nach vorne fiel. Er stützte sich mit seinen Händen auf dem Boden ab und hob seinen Blick an, um Yaku anzufunkeln.

„Ich habe dir gesagt, du wirst mir gehorchen“, sagte Yaku in einem dunkleren Tonfall, „... vielleicht bin ich dann auch ein wenig netter zu dir, Tetsurou.“

„Yaku, was–“, fing Tetsurou an, hob seinen Kopf und blickte vom Boden aus zu dem anderen auf, während er spürte, wie ihn etwas daran hinderte, sich wieder aufzurichten, „wer bist du?!“

„Ich werde in einem Monat der mächtigste Hexer dieser Welt sein“, sagte Yaku und sah ihn mit einem hinterhältigen Grinsen an, „und du wirst eine wichtige Aufgabe auf meinem Weg dahin besitzen.“

Tetsurou weitete ein wenig seine Augen, als er den anderen musterte und sich langsam wieder aufrichten konnte. Seine Augen wanderten von Yaku zu der Katze, die ihn aus goldgelben Augen ansah, während sie ihren Schweif aufstellte.

Warum hatte er nur so ein ungutes Gefühl, dass das nicht alles war, wo er hier reingeraten war? Vermutlich musste er wirklich schauen, dass er von dem Hexer wegkam, aber wie, wenn er ihn scheinbar kontrollieren konnte?

Wo war er hier gelandet?

Was war das für eine Welt?

Wer war Yaku Morisuke in dieser Welt und was genau hatte er mit ihm vor?

Als er am nächsten Tag aufwachte, hoffte Tooru so sehr, dass alles, was am vergangenen Tag gewesen war, einfach nur ein beschissener Traum gewesen war.

Wie sollte er sich auch erklären, dass er plötzlich in einer Welt aufwachte, in der Magie existierte und wo er eine Bindung zu seinem ärgsten Rivalen aufbauen sollte?

Er schüttelte den Kopf und richtete sich auf, seufzte, als er an der Seite seines Zimmers die Schuluniform der Shiratorizawa hängen sah. Es war also wirklich kein Traum.

Warum hasste ihn sein Leben so sehr?

Seine Stimmung war deutlich gesunken, als er sich ins Bad bewegte, um sich fertigzumachen. Am liebsten würde er sich einfach wieder in sein Bett verziehen und unter der Decke verkriechen. Aber das würde diese ganze Sache vermutlich nicht wieder zurechtrücken.

Vermutlich wäre es besser, wenn er diese Bindung zu Ushiwaka-chan einfach schnell hinter sich brachte, um zurück in seine Welt zu kommen und danach einfach gar nichts mehr damit zu tun zu haben.

Nachdem er geduscht und sich fertig gestylt hatte, blinzelte er überrascht. Warum hatte er eigentlich schon den ganzen Morgen nichts mehr von seinem Ich aus dieser Welt gehört?

Er konnte ihm ja wenigstens ein wenig mehr von dieser Welt erzählen und was er tun sollte, anstatt ihn einfach in diese Welt zu holen und sich dann nicht mehr zu melden.

Dabei hatte Tooru absolut keine Ahnung, wie das hier funktionierte oder ob es wirklich so einfach war, wie er es sich vorstellte. Na gut, einfach. Er brauchte eigentlich einen Plan, wie er überhaupt mit seinem – in dieser Welt – Teamkameraden umgehen und mit ihm reden sollte.

Er hob seinen Kopf und sah in den Spiegel über dem Waschbecken, blickte in sein eigenes Gesicht, dass er zu einer Grimasse verzogen hatte. Wie sollte er bitte eine Bindung zu Ushiwaka-chan aufbauen?

Du wirkst, als müsstest du mit dem Teufel persönlich reden und ihn zu einer Verbindung bringen.

Tooru zuckte merklich zusammen, als er die Stimme hörte, bevor er wieder vor sich sah. „Du meldest dich also auch mal!“ Er verschränkte seine Arme vor der Brust und starrte missmutig sein Spiegelbild an.

Ich werde ab jetzt nur noch über Spiegel mit dir sprechen können, falls du also etwas wissen willst ...“

Er seufzte und entspannte sich ein wenig. Das erklärte, wieso er ihn seit dem gestrigen Abend nicht mehr gehört hatte.

„So schlimm ist es nun auch wieder nicht.“

Kurz grummelte Tooru, als er den anderen hörte. Wie konnte es nicht so schlimm sein, mit der Person eine Bindung einzugehen, die er insgeheim hasste? Er seufzte, als er spürte, dass es nichts brachte, darüber mit ihm zu reden. Stattdessen fielen ihm die Worte dieses Mittelblockers wieder ein. „Was meinte dieser Typ gestern eigentlich, dass ich niemandem erzählen soll, was passiert ist?“

Oh“, fing die Stimme an, während er ein wenig lachte, „Satori-chan denkt, dass er dich beim Training unglücklich getroffen hätte. Lass ihn einfach.

Tooru nickte etwas vor sich hin, während er darüber nachdachte. Eigentlich wusste er gar nicht so wirklich, ob er überhaupt mit ihm mehr Kontakt als nötig haben wollte.

Noch eine Sache“, sagte sein anderes Ich nun etwas ernster aus, „es gibt da jemanden, der neu an die Shiratorizawa kam und als Einziges magische Kräfte besitzt. Ich hab ihm gesagt, dass er zu mir kommen kann, wenn etwas ist. Du kannst ihm erzählen, dass du aus einer anderen Welt bist, aber sonst niemandem.“

Überrascht hob Tooru eine Augenbraue, während er weiterhin sein Spiegelbild ansah. Eigentlich dachte er, dass in dieser Welt es nichts Besonderes war, wenn doch Magie existierte.

Es wird dennoch nicht als normal angesehen und wir halten es vor normalen Sterblichen geheim.“

Tooru blinzelte überrascht, nickte allerdings erneut. Also war es besser, wenn er sich so unauffällig wie möglich benahm? Er sollte sich dann wohl besser nicht anmerken lassen, dass er diese Schule eigentlich hasste.

Mit einem tiefen Seufzen atmete er durch und sah nun wieder vor sich. Es sollte wohl kein Problem sein, sich hier zu verstellen, oder? „Wer ist dieser Neuling?“

Goshiki Tsutomu.

 

Nach dem morgendlichen Gespräch frühstückte Tooru mit seinen Eltern, bevor er sich schließlich auf den Schulweg machte.

Es fühlte sich merkwürdig an, dass er nicht von Iwa-chan abgeholt wurde und sie zusammen gingen. Oder das sie gar nicht auf der gleichen Schule waren. Er konnte sich nicht einmal vorstellen, dass es eine Welt gab, in der er nicht mit ihm befreundet war, aber es schien fast so.

Vielleicht sollte er darüber mal mit seinem Ich aus dieser Welt sprechen, wenn er wieder die Gelegenheit dazu hatte.

Kurz vor dem Gelände der Shiratorizawa seufzte er und sah etwas nachdenklicher auf. Wie sollte er das nur angehen? Wie sollte er so tun, als wenn alles in Ordnung war und wie sollte er noch dazu eine Bindung zu Ushiwaka aufbauen?

„Tooru-chan“, wurde er von einer lauten, aufgeweckten Stimme aus seinen Gedanken geholt und sah kurz darauf, wie ein roter Haarschopf neben ihm auftauchte, „ich bin so froh, dass es dir gut geht! Würdest du länger ausfallen, wer weiß, was ...“, er schüttelte sich und legte ihm dann einen Arm über die Schultern, „ah, aber so weit kommt es ja nicht!“

Tooru seufzte und zwang sich zu einem Lächeln, während er ihn ansah. „Mir geht es bestens, Satori-chan!“

„Hmhm“, nickte Satori breit grinsend, „das klingt nach meinem Tooru~! Dann kann uns ja nichts aufhalten!“

„Bestimmt nicht“, erwiderte Tooru, während er ihn von der Seite her ansah. Wenn niemand Verdacht schöpfte, kam er bestimmt auch gut an Ushiwaka-chan dran und konnte diese Verbindung zu ihm aufbauen, um so schnell wie möglich zurück in seine eigene Welt zu kommen!

„Guten Morgen Satori, Oikawa“, hörte er die Stimme hinter sich, die unzweifelhaft zu seinem Rivalen gehörte.

„Morgen Wakatoshi!“, sagte Satori und ließ Tooru los, um sich umzudrehen, „wie du siehst, geht es Tooru-chan blendend! Gar nichts passiert!“

Tooru warf dem überdrehten Mittelblocker einen fragenden Blick zu, während er sich daran erinnerte, was ihm erzählt worden war. Vielleicht hatte sein Ich aus dieser Welt recht, dass es ihm mal guttun würde. „Guten Morgen Ushiwaka-chan~“, entgegnete er dann allerdings fröhlich, ohne sich etwas anmerken zu lassen, „ich hoffe, du bist heute auch so gut in Form.“

„Hm“, machte Ushiwaka und sah ihn kurz an, bevor er sich ohne ein weiteres Wort abwandte, „kommt, wir haben nicht ewig Zeit.“

Tooru hob eine Augenbraue, zuckte dann allerdings mit den Schultern. Warum wunderte es ihn eigentlich, dass er nicht auf ihn einging? Er fragte sich, wie es Satori schaffte, mit dem anderen so eng befreundet zu sein. Andererseits lag es vermutlich eher an Satori, dass sie befreundet waren.

Schließlich zuckte er mit den Schultern und folgte den anderen. Er musste ja nur dafür sorgen, dass er eine Bindung zu Ushiwaka-chan aufbauen konnte und danach konnte er diese Welt wieder hinter sich lassen und sich darauf konzentrieren, ihn zu besiegen, so wie er es schon immer vorhatte.

 

–––

 

Mit einem lauteren Seufzen starrte Tetsurou an die Zimmerdecke, während er die Arme hinter seinem Kopf verschränkt hatte.

Es war noch zu früh, aber er konnte absolut nicht mehr schlafen.

Er rollte sich auf dem Futon auf die Seite und sah zu dem Hexer und dessen schwarzer Katze, die neben ihm auf dem Bett zusammengerollt lag.

Es war unheimlich, wenn er daran dachte, was Yaku mit ihm tun konnte und was er scheinbar vorhatte. Auch, wenn Tetsurou noch nicht so ganz dahinter stieg, was Yakus wirklicher Plan war.

Langsam stand er auf und machte einen Schritt auf den anderen zu, beobachtete die schlafende Gestalt des Hexers. So wirkte er einfach nur niedlich und gar nicht unheimlich.

Seine Gedanken schwenkten zu einem ihrer vergangenen Trainingscamps, wo er Yaku ein wenig beobachten konnte. Er hatte im Verlauf ihres zweiten Jahres gemerkt, dass er den anderen mochte. Seitdem hatte er nur mehr einen Grund gesucht, um dem anderen nahe zu sein, selbst wenn sie sich eher stritten.

Langsam kniete er sich neben das Bett auf den Boden, um den anderen ein wenig genauer zu mustern. Er spürte, dass er ihm nicht so einfach vertrauen durfte. Eigentlich war es vermutlich besser, wenn er sah, dass er von ihm wegkam. Nur war das nicht so einfach, wenn er von Yaku kontrolliert werden konnte, so wie der andere es wollte.

Er war so anders, als der Yaku, den er kannte.

Nicht nur, dass diese Welt scheinbar Magie kannte. Es fühlte sich so anders an, wenn er Yaku ansah.

Mit einem Kopfschütteln erhob sich Tetsurou und bewegte sich aus dem Zimmer und durch die Wohnung. Er wusste, dass es vermutlich keine Möglichkeit gab, nach draußen zu kommen, allerdings änderte das nichts daran, dass er sich nicht etwas umsehen konnte.

Die Wohnung war dunkel und still, aber es war auch noch zu früh. Er war einfach zu früh wachgeworden, weil er nicht mehr hatte schlafen können. Weil ihm zu viel durch den Kopf ging.

Verwundert hob er den Blick, als am Ende des Flures ein Licht aufflackerte und eine dunkelrote Tür auftauchte. Er war sich nicht einmal sicher, ob sie vorher schon dort gewesen war, aber er hinterfragte es lieber nicht.

Wenn er wirklich in einem Haushalt war, in dem Magie existierte, war es wohl nichts, was er hinterfragen sollte.

Dennoch ging Tetsurou etwas vorsichtiger auf die Tür zu und blieb davor stehen, legte nur langsam seine Hand auf die Türklinke.

Als er die Türklinke ergriffen hatte, sprang die Tür wie von selbst auf und eröffnete ihm einen langen Gang, der von einem rötlichen Licht erhellt wurde. Wo war er hier?

Du bist auf dem Weg in sein Hexenlabor.“

Tetsurou zuckte etwas zusammen und blieb stehen, sah über die Schulter und dann neben sich, wo er die schwarze Katze erkannte, die neben ihm stand, den Schweif in die Höhe gestreckt. „Was? Woher–?“

Warum widersetzt du dich Yaku?“

Verwundert blinzelte Tetsurou, legte den Kopf etwas schief. „Warum? Was will er überhaupt von mir?“

Die Katze sah von unten zu ihm auf, schwenkte ihren Schweif von links nach rechts. „Yaku braucht dich, um seine Kräfte zu verstärken, damit ihn niemand aufhalten kann. Es tut mir leid, aber du bist nur ein Opfer für sein Ritual.

Erschrocken weitete Tetsurou seine Augen, starrte der Katze nach, die langsam weitergegangen war. Was sollte er denn davon halten? Verstand er diese Katze so, wie er sie verstehen wollte? Wollte Yakkun ihn für seine Kräfte opfern?

Er machte ein, zwei Schritte rückwärts und schüttelte den Kopf.

Er musste hier weg!

Er musste einen Weg hier raus und zurück in seine Welt finden!

Du kommst hier nicht weg. Niemand kann sich gegen meinen Hexer auflehnen.

Tetsurous Blick wanderte erneut zu der Katze, die sich nun wieder umgedreht hatte und ihn aus goldgelben Augen ansah. Der Edelstein an dem Halsband leuchtete strahlend rot.

„Es muss eine Möglichkeit geben“, murmelte Tetsurou und schüttelte den Kopf, machte einen weiteren Schritt rückwärts, „denkst du, ich warte ab, bis Yakkun mich für seine hinterhältigen Pläne missbrauchen kann?“ Es musste doch einfach einen Weg für ihn geben, wie er aus dieser Sache rauskam, oder?

Die Katze hockte sich nur seelenruhig auf den Boden und leckte sich über ihre Pfote, strich dann über ihr linkes Ohr, an dem der Ohrring hing. „Gibt es eine? Ich kenne niemanden, der so dumm wäre, sich mit meinem Hexer anzulegen.

„Ich werde eine Möglichkeit finden“, murmelte Tetsurou und verengte seine Augen, funkelte die Katze ernster an. Warum fühlte es sich eigentlich gar nicht merkwürdig an, mit einer Katze zu reden?

„Es gibt keine Möglichkeit.“

Ohne, dass er ihn vorher bemerkt hatte, trat Yaku an ihm vorbei und nahm seine Katze auf den Arm, drehte sich dann zu Tetsurou um und lächelte ihn so ruhig an, dass es wieder unheimlich wirkte.

Für einige Sekunden oder Minuten erwiderte Tetsurou den Blick des Hexers, bevor er schnaubte. „Wenn du glaubst, dass du so einfach damit durchkommst und gewinnst ...“

Yaku zuckte mit den Schultern und erwiderte seinen Blick einfach nur ruhig. „Du kannst gerne versuchen, einen Weg zurückzufinden, bevor der Monat um ist.“

Tetsurou sah ihn zurück an, verengte seine Augen und wandte sich ab. Er wusste, dass es vermutlich fast unmöglich war, Yaku zu entkommen, aber irgendeine Möglichkeit musste es doch für ihn geben, oder?

Irgendetwas, was er tun konnte, um von hier wegzukommen und nicht länger Yaku ausgeliefert zu sein, oder?

Es gibt keine Möglichkeit für dich, Tetsurou. Zumindest nicht für dich alleine.

Noch bevor er die Tür erreichte, die aus dem Gang wieder zurückführte, drehte sich Tetsurou um und blickte mit einem überraschten Ausdruck zu der Katze auf Yakus Armen, die ihn einfach nur weiterhin ruhig ansah. Genauso ruhig, wie ihn Yaku die ganze Zeit ansah.

Aber das, was diese Katze gesagt hatte, hieß doch, dass es jemanden geben musste, der ihm helfen konnte, oder? Er hatte das jetzt nicht falsch verstanden, oder?

Als er das Training am Morgen hinter sich gebracht hatte, wusste Tooru, dass etwas nicht stimmte.

Oder schon stimmte, aber es fühlte sich alles andere als richtig an, dass Ushiwaka-chan nicht mit ihm trainieren wollte.

Oder zumindest weitestgehend dabei war eher mit den anderen des Teams als mit ihm zu trainieren.

Es störte Tooru und frustrierte ihn, obwohl er sich eigentlich freuen sollte, dass er so kaum viel mehr mit ihm zu tun hatte.

Aber das war genau das, was er gerade nicht gebrauchen konnte! Er musste schließlich dafür sorgen, dass sie eine Bindung zueinander aufbauten, auch, wenn er gar nicht so wirklich wusste, wie diese aussah.

Aber das würde sich vermutlich klären, wenn es so weit war.

Er stützte sich gelangweilt auf seinem Tisch ab, während er mit einem Ohr dem Unterricht lauschte. Seine Gedanken waren allerdings viel mehr bei Ushiwaka-chan als bei irgendetwas anderem.

Sollte er nicht froh sein, dass sie zusammenspielten?

War das in dieser Welt wirklich anders, als in seiner eigenen?

Sein Blick glitt ein wenig nach vorne durch den Klassenraum. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Ushiwaka-chan ihn hier nicht so sehr als Mitspieler wollte, wie in seiner Welt, wo er ihn regelmäßig für sein Team rekrutieren wollte.

Genervt über diese Gedanken schüttelte Tooru den Kopf. Das konnte nicht anders sein. Das war nicht anders, oder?

 

Zur Mittagspause saß er gemeinsam mit Satori beim Essen und blickte ihn aus zusammengezogenen Augen an. „Hey Satori-chan~“,

„Hm?“, kam es nebenher von dem Mittelblocker, während er an seinem Essen aß.

„Du bist doch mit Ushiwaka-chan befreundet, oder?“, fing er an und wandte sich nebenbei ebenfalls seinem Mittagessen zu, auch, wenn er gerade weniger hunger hatte, weil er sich zu viele Gedanken um diese ganze Situation machte.

„Jup“, entgegnete Satori, ohne seinen Blick zu heben, „aber du brauchst nicht eifersüchtig sein, dass ich dich vernachlässige, Tooru-chan!“

Tooru seufzte und schüttelte kurz den Kopf, grinste ihn an. „Darum geht es nicht. Findest du nicht, dass er sich irgendwie ... anders benimmt?“

„Nein?“, sagte Satori sogleich, hob eine Augenbraue und sah ihn etwas fragender an, „warum sollte er sich anders verhalten?“

„In Bezug auf Volleyball“, entgegnete Tooru und verdrehte die Augen, stützte sich auf dem Tisch ab.

Satori hob seinen Blick und sah ihn mit etwas schief gelegtem Kopf an. „Jetzt wo du es sagst ...“, erwiderte er und machte ein nachdenkliches Geräusch, „er trainiert die letzten Tage mehr mit den anderen, ja. Aber warum stört dich das?“

„Uh, eigentlich ...“, murmelte Tooru, seufzte und schüttelte schließlich den Kopf, „ah nichts.“ Warum sollte es verwunderlich sein, wenn er mal mit den anderen trainierte, wo sie sich eigentlich vermutlich bereits länger eingespielt hatten? Er konnte mit Satori immerhin nicht darüber sprechen, was war und das er nur hier, in dieser Welt, war, weil er eine Verbindung zu Ushiwaka-chan eingehen sollte.

„Bist du eifersüchtig, weil Wakatoshi mehr mit unserem Ersatzzuspieler spielt?“, fragte Satori nach, während sich das Grinsen auf dem Gesicht des Mittelblockers vergrößerte.

„Wa– Nein!“, entgegnete Tooru und starrte ihn entsetzt an. Warum sollte er eifersüchtig sein? Normalerweise würde er sowieso unter keinen Umständen jemals freiwillig mit Ushiwaka-chan spielen wollen.

„Ah verstehe“, sagte Satori, bevor er sich einfach wieder seinem Essen zuwandte und irgendwie hatte Tooru so ein merkwürdiges Gefühl, als wenn Satori sich da gerade durchaus so seine eigenen Gedanken zu machte.

Also, er war sich zumindest sicher, dass der einzige Grund, wieso er sich gerade Gedanken um Ushiwaka-chan machte, der war, dass er diese dämliche Verbindung hinter sich bringen wollte, um endlich diese Welt wieder zu verlassen und nichts mehr mit ihm zu tun zu haben.

Er wünschte sich gerade wirklich, dass er seinen besten Freund an seiner Seite hatte, um mit ihm zu beratschlagen. Wo war Iwa-chan, wenn er ihn wirklich brauchte, weil er in einer anderen Welt feststeckte?

Frustriert seufzte Tooru und ließ seinen Kopf auf den Tisch sinken. Hunger hatte er gerade absolut nicht mehr, er wollte nur einfach wieder nach Hause. Er hatte absolut keine Lust länger als nötig in dieser Welt, an der Shiratorizawa, zu sein und unfreiwilligerweise mit seinem größten Rivalen interagieren zu müssen.

 

–––

 

Der Tag streckte sich eindeutig zu sehr und regelmäßig hatte Tetsurou das Gefühl, dass er entweder von Yaku oder von seiner Katze viel zu genau beobachtet wurde, was es unheimlich machte.

Als wenn er keine freie Minute hatte, in der er nicht beobachtet wurde, so dass er nicht einmal die Chance bekam, mit jemandem zu reden oder einen Weg zu finden, von ihnen wegzukommen.

Frustriert ließ er sich in der Mittagspause auf einer Bank auf dem Schulhof nieder, legte den Kopf in den Nacken und sah über sich in die Baumkrone, die ihm etwas Schatten spendete.

Er war sich sicher, dass Yaku – oder dessen Katze – irgendwo in der Nähe war, auch, wenn er gerade niemanden von ihnen gesehen hatte. Den ganzen Tag bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie ihn immerhin nicht aus den Augen gelassen.

Mit einem tiefen Seufzen schloss er für einen Moment seine Augen, legte sich einen Arm über die Stirn. Wie sollte er nur hier wegkommen, um Yakus Ritual in einem Monat zu entkommen?

Er glaubte langsam wirklich daran, dass es keine Möglichkeit gab, ihm zu entkommen.

„Kuro.“

Überrascht ließ er seinen Arm sinken und öffnete seine Augen, blinzelte noch einmal irritiert, als er bemerkte, wie goldbraune Augen zu ihm sahen. Diesen gelangweilten Ausdruck in diesen katzenhaften Augen würde er überall erkennen und dennoch war er sich nicht sicher, ob er glücklich darüber sein sollte, Kenma zu sehen.

„Kenma?“, fragte er nach, setzte sich ein wenig normaler hin und drehte kurz seinen Kopf nach links und rechts, in Erwartung diese Katze oder Yaku irgendwo zu sehen. Erst langsam sah Tetsurou wieder zu seinem besten Freund. Oder der Person, die ihm in dieser Welt ähnelte.

„Wir haben nicht viel Zeit, Kuro“, sagte Kenma und seine Augen wurden eine Spur ernster.

„Moment, wer ... du bist Kenma, oder? Und du bist nicht, ... uh ...“, fing Tetsurou an, sah etwas skeptischer zu dem anderen.

„Du kommst aus einer anderen Welt“, erwiderte Kenma so ruhig und abgeklärt, dass es Tetsurou erschreckte. Also wusste Kenma davon? Aber wieso? Hatte er auch gewisse Fähigkeiten? Konnte er ihm dann überhaupt vertrauen?

„Ich verabscheue Yaku“, sagte Kenma und blickte ein wenig zur Seite, zog seine Augenbrauen zusammen, „ich will nicht, dass ich dich in deiner Welt auch verliere.“

„Was?“, fragte Tetsurou nach und blinzelte erst recht überrascht, „Kenma, was –“,

Kein Wort weiter, Kenma.“

Kenma verspannte sich und trat einen Schritt von ihm weg, drehte sich zur Seite, so dass Tetsurou ebenfalls einen Blick auf die Katze hinter seinem Freund werfen konnte, die aufrecht stand und den Schweif in die Höhe geschwenkt hatte.

„Ich werde es nicht zulassen“, sagte Kenma mit einem viel zu ernsten Tonfall, „wenn es sein muss, werde ich Yaku töten. Du wirst mich nicht daran hindern können.“

Niemand wird meinen Hexer anrühren, solange ich hier bin, Kenma.

„Dann werde ich dich auch töten.“

Tetsurou schluckte und sah auf Kenma. Warum wirkte sein bester Freund hier so verbittert und kalt, dass er so einfach davon sprach, jemanden zu töten?

Wer war Kenma in dieser Welt?

„Kenma“, flüsterte Tetsurou und erhob sich langsam, streckte seinen Arm nach ihm aus, um ihn an der Schulter zu berühren, „was– was sagst du da?“

„Entschuldige ...“, murmelte Kenma und atmete tief durch, „wir führen dieses Gespräch ein anderes Mal fort.“

Bevor Tetsurou reagieren konnte, erkannte er nur, wie Kenma vor seinen Augen verschwand und er somit nur noch zu der Katze vor sich sah. „Was– Kenma beherrscht auch Magie?“

Kenma besitzt eine andere Form von ... Magie.“ Langsam entspannte sich die Katze und drehte sich um. „Komm mit.

Tetsurou schluckte, seufzte ein wenig und folgte der Katze dann. „Wer bist du eigentlich?“

Ich bin du“, erwiderte die Katze und drehte kurz den Kopf zur Seite, während der Edelstein an seinem Halsband aufleuchtete, „überrascht? Kenma und ich haben hier kein gutes Verhältnis mehr zueinander, aufgrund was ich bin ... und was er ist.“

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Autor

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Kapitel:3
Sätze:331
Wörter:5.892
Zeichen:34.269

Kurzbeschreibung

Eine parallele Welt, in der Magie existiert und in der alles etwas anders ist, als man es kennt. Die Aufgabe: Die Welt zu retten und eine Verbindung zu deinem größten Rivalen aufbauen. Mit einem Zeitdruck, um einen Schicksalsschlag zu verhindern.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Schmerz und Trost, Angst und Zauberei/Magie getaggt.