Fanfictions > Bücher > Der Herr der Ringe > Unmögliche Liebe

Unmögliche Liebe

22
20.02.20 22:08
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

2 Charaktere

Glorfindel

Der Noldo Glorfindel ist respektive war einer der Fürsten des Verborgenen Königreiches von Gondolin. Er starb bei der Verteidigung der Stadt im Kampf gegen einen Balrog, kehrte jedoch im Dritten Zeitalter ins Leben zurück. Von da an gehörte er zum Hausvolk Elronds von Bruchtal. Er gilt als einer der mächtigsten Elben des Dritten Zeitalters.

Erestor

Erestor ist ein Elb aus Bruchtal. Er war zur Zeit des Ringkriegs Elronds ranghöchster Berater und nahm am 25. Oktober 3018 D. Z. an Elronds Rat teil. Er war nicht dafür den Ring zu zerstören, sondern wollte ihn, evtl. mit Tom Bombadils Hilfe, vor Sauron verbergen. Nach dem Ringkrieg begleitete Erestor mit mehreren Elben Arwen nach Minas Tirith, wo sie am Abend des Mittsommers 3019 D. Z. ankamen.

Triggerwarnungen: Emotionaler Schmerz

Personen:
Glorfindel - will Erestor seine Liebe gestehen und hat keine Ahnung was auf ihn zukommt.
Erestor - weiß von Glorfindels Gefühlen und versucht sie im Keim zu ersticken bevor es schlimm enden kann, obwohl er sich damit sehr großes Leid verursacht.


Ihm begegneten blaue Augen und er hielt sie mit seinem Blick fest. Nicht er hatte auf dieses Treffen bestanden. Es war Glorfindel gewesenund Erestor hatte wirklich alles getan um es nicht tun zu müssen. Er wollte nicht hier sein. Und er war sich nicht sicher, ob er das Treffen überstehen würde. Seine Laune war schon den ganzen Tag auf dem Tiefpunkt und Erestor versuchte zwanghaft seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Es wurde immer nur noch schlimmer. Wieder schaute er Glorfindel in die Augen. Darin lagen so viele Gefühle. Und jedes einzelne traf ihn wie ein Schwertstich in sein Herz.
Liebe. Hoffnung. Freude. Glück. Vertrauen.
Erestor konnte jedes genau sehen und verbarg seine eigenen anscheinend nicht so mangelhaft wie er selbst dachte. Oder Glorfindel achtete darauf in seiner Euphorie nicht, war zu beschäftigt mit sich slbst. Erestor spürtedie Traurigkeit wie sie durch seinen Körper kroch und sich langsam um sein Herz legte.
Er wollte das nicht tun. Er hasste es, dazu gezwungen zu sein.
Seine Hände verkrampften sich und er ballte sie im Sichtschutz seiner Robe zu Fäusten. Er würde ihm wehtun.
Glorfindel machte Anstalten die Stille zu brechen und Erestor kam ihm zuvor. Als er anfing zu sprechen, konnte er ihm nicht mehr in die Augen sehen. Er schaffte es einfach nicht. Erestor senkte seinen Blick. "Glorfindel, ich weiß, weshalb Ihr Euch mit mir treffen wolltet. Ihr müsst den Grund nicht aussprechen."
Sonst bricht mir das Herz oder ich kann nicht mehr das Richtige tun, dachte Erestor bei sich und vollendete damit seinen Satz still.
Er war so schrecklich ruhig im Moment, wie die Stille vor einem gewaltigen Sturm. Erestor betete, dass seine Stimme weiter fest und ohne ein Zittern blieb. "Ich kann nicht mit Euch zusammen sein. Es geht nicht und wird wohl nie möglich sein."
Erestor sah nicht wie auf einen Schlag die Hoffnung, Freude und das Glück aus Glorfindels Blick wichen. Sein Gegenüber war wie versteinert. In tiefer Schockstarre nach der Euphorie. An die Stelle von Hoffnung trat Verzweiflung, Freude wurde zu Trauer und das Glück verschwand.
Erestor konnte es sich vorstellen und doch war die Wirklichkeit als er einen kurzen Blick riskierte unendlich schreckllicher und schmerzvoller. Es gabihm das Gefühl in der Mitte seines Körpers zu brechen. Er liebte diesen Elben mehr als alles andere auf Arda und er verletzte ihn. Verletzte ihn tief und unverzeihlich und noch war er nicht am Ende. Er würde ihn zerstören.
Erestor krallte sich fester in seine Robe. Eigentlich fühlte er sich jetzt schon unendlich erschöpft.
Er begann wieder.
"So eine Liebe darf nicht sein, Glorfindel, das wisst Ihr so gut wie ich."
Sein Körper schmerzte immer mehr und seine Seele hatte tiefe Schnitte. Es tat so weh. Er musste sich zwingen weiter gerade zu stehen.
Glorfindels Stimme zitterte. "Was wollte ihr damit sagen?" Man konnte seinen Schmerz, seine Qualen hören.
"Die Liebe zu dem gleichen Geschlecht wird geächtet. Sie wird bestraft."
Es war die Wahrheit. Erestor konnte sich noch an das Pärchen erinnern, dass in einem Dorf nicht weit von hier gelebt hatte. Lange Zeit war es gut gegangen, sie lebten ihre Liebe im Geheimen aus, doch nicht für immer. Den einen Eleben erstachen sie mit mehreren Dolcheen gleichzeitig. Der Andere konnte zwar fliehen, doch ging er einige Zeit später am Schmerz zugrunden, seinen Geliebten verloren zu haben. Es war ein grausames Ende gewesen und Erestor hatte damals seine Pflicht verflucht den Bericht lesen zu müssen. Danach war er wütend und traurig gewesen, einige Tränen hatten das Papier des Berichts benetzt und waren getrocknet, als er ihn für das Archiv abgeheftet hatte.
Das passierte mit Liebenden des gleichen Geschlechts. Damals hatte auch Elrond desn Bericht gelesen. Es betrübte ihn, auf diese Weise Elben verloren zu haben und die Gewalt, das hatte Erestor sehen können, doch mehr auch nicht. Selbst Elrond konnte sich nicht gegen sein Volk und deren Meining stellen. Und manchmal hatte Erestor den Verdacht, dass er es in diesem Fall außer um die unnötige Gewalt verhinden zu können, auch gar nicht wollte.
Glorfindel musste auch davon gehört haben und dennoch wollte er es nicht sehen.
Sie würden für ihre Liebe brennen.
Sein eigenes Leben war Erestor dabei egal, er würde es geben um mit Glorfindel vereint zu sein, aber er konnte den Anderen nicht sterben sehen oder mit der Gewissheit leben für seinen Tod verantwortlich zu sein. Er konnte es einfach nicht und könnte es wahrscheinlich auch nie nur für den Bruchteil eines Augenblicks ertragen.
Erestor wappnete sich und begegnete dann Glorfindels Augen, in denen sich auch seine eigenen Gefühle, wenn auch für dem Moment sicher in seinem schmerzenden Herzen vergraben, widerspiegelten. Er konnte sehen wie der stolze Krieger vor ihm mit den Tränen kämpfte und es schnitt ihm tief in sein Herz.
"Das ist nicht gerecht." Glorfindels raue Stimme brach die schwere Stille, die sich gebildet hatte seit Erestor die Tatsache ausgesprochen hatte.
Nein, das war es nicht. Es war so ungerecht wie es nur sein konnte. Aber keiner der Beiden würde es ändern können.
"Das ändert nichts an der Tatsache." Erestor fühlte sich seltsam distanziert von sich selbst, als würde er sich selbst sehen wie aus der Ferne von jemanden anders als ihm gelenkt. "Ich kann nicht mit Euch zusammen sein und werde es auch nie, Glorfindel."
Erestor senkte sein Haupt. Nein, er wollte und konnte Glorfindels Gesicht nicht ansehen in diesem Moment. Er fürchtete sich davor, was er sehen könnte.
"Das ist Euer Entschluss?" Es war so leise gesprochen, dass Erestor sogar daran zweifelte es überhaupt vernommen zu haben. Die Stimme war kratzig und klang gepresst. Niemals hatte Erestor Glorfindel so gehört. Und es war wegen ihm. Nur wegen ihm. Er schluckte schwer und wandte sich zu der Türe seiner Gemächer. Erestor musste es jetzt beenden. Sonst würden sie Beide am Ende nur noch mehr verletzt, als die Umstände es erlaubten. Dazu wusste er nicht wie lange er diese Rolle, diese Maske noch aufrecht erhalten konnte, noch wie er es weiter ertragen sollte.
"Würdet Ihr nun bitte gehen, Glorfindel?" Erestor war schon fast an der Türe angelangt. Verzweifelt versuchte er seine Stimme normal klingen zu lassen; er wusste nicht wie gut ihm das schlussendlich gelang. Wusste es einfach nicht.
"Ist das Euer Entschluss, Erestor?" Diesmal fragte Glorfindel lauter, verzweifelter und es hörte sich auch wirklich nach einer Frage an.
Erestor war noch nie ein Wort so schwer gefallen. Es kklammerte sich in seiner Kehle fest, wollte nicht über seine Lippen kommen. Er spürte wie seine Gefühle sich immer mehr regten un er versuchte sie niederzudrücken. Er würde es nur noch schlimmer machen. Für ihn. Für Glorfindel.
Er zwang sich dazu das Wort auszusprechen. Es kostete ihn mehr Kraft als alles, was er je getan hatte. Er kostete ihn seine Welt und die Hälfte seines Selbst. Beides starb langsam in ihm ab.
"Ja." Erestor saah wie das Wort in Glorfindel stach wie ein Schwert aus Stahl, es ihn tief verletzte. Enttäuschte und ein Stück brach.
Erestor konnte seinen Blick nicht abwenden, er wollte es mit aller Macht, doch er konnte es nicht tun. Nach dem Schock der Antwort regte sich ein Glimmen von Hoffnung in seinen Augen. Glorfindel wollte ihn nicht aufgeben, egal wie verletzt er auch war. Er gab nicht auf.
Schnell kam er näher, bevor Erestor reagieren konnte, und legte seine Hand an Erestors Wange. So verharrten sie einen Augenblick. Glorfindel suchte Erestors Blick, suchte etwas in seinen Augen. Erestor war kalt vor Angst, wenn Glorfindel etwas sah, nur einen Widerschein seiner echten Gefühle, alles wäre vorbei. Sein entrichteter Tribut umsonst. Glorfindel würde mit ihm ins Verderben laufen. Er atmete ein und aus. Verschloss all die Hoffnung, flammende Liebe, jedes Gefühl hinter eine Mauer aus Eis. Hoffentlich hielt sie auch stand.
Erestor sah Glorfindel in die Augen, Momente verstrichen.
"Liebt Ihr mich?" Erestor hatte die Fragen kommen sehen, fast schon erwartet und doch wünschte er Glorfindel hätte sie nicht gestellt. Die Hand seines Gegenübers lang immer noch auf seiner Wange. Eine zärtliche Geste voller Liebe. Er hatte es sich gewünscht, hatte danach verlangt und wies sie nun zurück. Langsam nahm er Glorfindels Hand und zg sie sanft von seinem Gesicht. Der Blick in Glorfindels Augen flatterte, die Hoffnung wich, Verzweiflung und Angst mischten sich unter. Erestor ließ die Hand los und fuhr mit seinen Händen über den Stoff seiner Robe. Einmal noch stark sein, dann war es vorbei und er würde auf ewig dieSchuld mit sich tragen, dass er Glorfindels Herz gebrochen, ihn tief verletzt hatte und vielleicht auch irreparabel.
Seine Hände ballten sich zu Fäusten und sein ganzer Körper war angespannt, einzig und alleine regiert von seinem Verstand. Er sammelte sich und machte sich bereit für den härtesten Moment in seinem langen Leben. Hoffentlich würde seine Stimmenicht zittern und er war so überzeugend wie bei diplomatischen Verhandlungen. Er sah Glorfindel in die Augen, denn das musste er tun, sonst würde es der Krieger ihm niemals glauben. Auch wenn es für Erestor unendlich schwer war und er Angst hatte davor, was er sehen würde. Er sah in die blauen Augen Glorfindels und versuchte nur daran zu denken, was er tun musste und es tat ihm im Herzen weh.
Langsam öffnete er den Mund und es kam das Wort heraus, ganz mechanisch und ohne dass er es groß merkte. Es hätte auch von jemand anderem gesprochen worden sein können.
"Nein." Erestor sah wie Glorfindel in sich zusammensank, wie der stolze Krieger und Heerführer kleiner wurde. Das lebendeíge Licht in seinen Augen, das Glitzern, verschwand. Beinahe konnte Erestor sein Herz brechen sehen. In seinem Gesicht waren nur noch immenser Kummer und Schmerz zu sehen. Dann verwandelte es sich zu einer Maske und ließ nichts mehr erahnen, was in seinem Inneren vorging. Aber das, was er erblickt hatte, reichte um Erestor entgültig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Mit gesenkten Kopf ging er Glorfindel aus dem Weg, als dieser aus der Tür rauschte.
Es liefen schon Tränen über seine Wangen als er die Türe kraftlos schloss und dann mit dem Rücken dagegensank. Er ruschte daran hinab und sank in sich zusammen. Seine Gefühle stürmten auf ihn ein. Ein Unwetter.
Der Kummer. Die bodenlose Trauer. Und immer wieder der Moment als er Glorfindels Herz gebrochen hatte. Die grausamste Tat in seinem Leben.
Tränen quollen aus ihm und tropften auf seine Robe, er kauerte sich zusammen, versuchte so den Schmerz zu verringern und doch riss er ihm fast sein Herz entzwei. Sein Gesicht hatte er in seinen Händen geborgen und immer wieder musste er daran denken wie Glorfindel seine Wange berührt hatte.
Wie er ihn zerstört hatte.
Es war einen Qual. Die reinste Qual.
Könnte er nicht lieber sterben?

Glorfindel trat aus der Türe und schluckte. Er hatte es sich also nur eingebildet.
Alles, dass Erestor mehr als Freundschaft empfand oder empfinden könnte oder die Tatsache, dass seine Liebe auch nur ein kleines bisschen möglich war.
Glorfindel rannte durch die Flure ohne auch nur einen kleinen Teil davon warzunehmen und hielt erst an, als er vor seinen eigenen Gemächern stand. Er konnte sich nicht entsinnen die Türe geöffnet zu haben und hindurch getreten zu sein. Dann fand er sich vor dem Kamin wieder, schwer atmend.
Die Götter trieben ein grausames Spiel mit ihm.
Erestor.
Er konnte nur an ihn denken. Den Moment wie er seine Hand wegschob.
Wie er die Frage nach Liebe verneinte.
Neben dem Kamin schlug er mit seinen Fäusten gegen die Wand bis seine Knöchel voll Blut waren. Auf den Boden tropften ein paar einzelne Tränen.
Wieso nur hatte er geglaubt, dass Erestor ihn so lieben konnte?
Wieso hatte er so viel in sein Verhalten interpretiert?
Noch ein Schlag, der weitere rote Spuren auf der weißen Wand hinterließ.
Wieso war die Welt so ungerecht?
Er liebte Erestor so sehr, dass er nicht wusste, was er ohne ihn mit seinem Leben noch tun sollte.
Als die Wut langsam verrauchte, kam der nicht endenwollende Schmerz, Kummer so tief, dass er darin zu ertrinken drohte. Sein Kopf fiel gegen die Wand und mit den Armen um seinen Körper geschlungen, brach er zusammen.
Was gab es noch für das es sich zu leben lohnte?

Autorennotiz

Dieser Text leigt mir wirklich sehr am Herzen, auch wenn er so traurig ist und ich beim Schreiben ein paar Mal fast selbst angefangen hätte zu Weinen.

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

Autor

magicblues Profilbild magicblue

Bewertung

Die Bewertungsfunktion wurde vom Autor deaktiviert

Statistik

Sätze:142
Wörter:2.173
Zeichen:12.418

Kurzbeschreibung

Glorfindel besucht Erestor in seinen Gemächern um mit ihm über seine Gefühle zu reden. Er ahnt nicht, dass Erestor sie kennt und Glorfindels Gefühle zwar erwidert, aber keine Zukunft für sie beide sieht.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Trauer, Tragödie, Traurigkeit, Liebe, Liebesbeziehung (problematisch), OneShot, canon aware, Drama (Genre), Erestor & Glorfindel (Pairing) und Schmerz ohne Trost getaggt.