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Gefangen hinter Klostermauern

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18.04.21 10:29
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

Sankt Benedikt, das alte Kloster, welches heutzutage als Jungenschule diente und Platz bot für all jene, die als schwer zu erziehen galten. Geführt wurde sie mit strenger Hand, scharfen Regeln und den wachsamen Augen Pater Joels. Unterstützung fand er durch den Schulleiter. Ein alter Greis, der viel zu viel Zeit hatte und es sich zur Aufgabe gemacht hatte, aus verdorbenen Jungs anständige Männer zu machen. Einige Misserfolge gab es zu jedoch zu verbuchen, nicht jeder der Schüler hatte es geschafft und doch galt das Sankt Benedikt für viele Eltern als letzte Hoffnung.

„Heiliger Vater gib mir auch heute die nötige Kraft", murmelte Pater Joel betend wie jeden Morgen vor dem Altar, ehe sich die ersten Schüler einfanden und auf den hölzernen Sitzbänken Platz nahmen. Darunter auch William. Ein Musterknabe und eigentlich falsch an dieser Schule. Pater Joel erinnerte sich noch genau an den Tag, als ihn seine Eltern herbrachten und keine andere Möglichkeit sahen. Roms Eliteschulen waren voll und irgendwohin musste der damals dreizehnjährige Junge mit dem schüchternen Blick hin. Schon damals war ihm klar, dass dieser Junge anders war, sich fügte und allen Erwartungen nach die Regeln einhielt.

Pater Joel seufzte, ließ den Blick durch die Reihen gleiten und blieb an Benjamin hängen. Braune, verwuschelte Haare, ein müder Blick und doch wirkte der Junge recht umgänglich. Wären sie doch nur alle so, er würde Gott die Füße küssen und dem Genuss von Fleisch abschwören. So aber bildeten nicht einmal eine handvoll Jungs die Ausnahme. Nur drei und der Dritte saß unweit zwischen zwei der Schlimmsten dieser Schule. Für weitere Gedanken war keine Zeit, nach und nach strömten immer mehr Schüler ein und es war Zeit, für die morgendliche Andacht.

Teilnehmen war Pflicht. Nur an den Wochenenden stand es den Jungen frei, selbst zu entscheiden und auch nur dann, wenn sie sich die Woche über nichts zuschulden kommen ließen. Dann war es auch möglich die Familie zu besuchen oder für länger in die Stadt zu gehen. Sonst war das nur mit Absprache möglich und in Ausnahmefällen mit Begleitung eines Lehrers. Ansonsten wurde auf Gehorsam Wert gelegt, Fleiß und ein entsprechendes Benehmen.

Nicht alle kamen dem nach und Pater Joel schlug so manches Mal die Hände über dem Kopf zusammen. Gestern erst hatten es zwei der Jungs gänzlich übertrieben und gehörten eigentlich der Schule verwiesen. Pater Joel hatte den Vorfall bisher jedoch nicht gemeldet und rang mit seinem schlechten Gewissen. Er selbst war einmal jung, hatte die ein oder andere Erfahrung gesammelt und doch waren Anstand und Moral das höchste Gut an dieser Schule und dem Leiter dieser wichtig. Noch wichtiger als Fleiß und Gehorsam. Vielleicht würde er noch einmal ein Auge zudrücken und die Jungs in der Hoffnung auf Besserung auf seine Weise bestrafen. Noch einmal glitt sein Blick durch die Reihen, dann trat er vor und forderte die Jungs mit milder Stimme zum Gebet auf.

Mit nichts außer einem Koffer und Rucksack war er losgezogen und nun sah Nicholas sich um und betrachtete dieses Gebäude. War es jetzt ein Kloster oder eher Schule? Vielleicht eine Mischung aus beidem. Sein Onkel hatte ihn vor ein paar Monaten hier angemeldet und das nach dem Tod seiner Eltern. Er kam damit nicht klar. Oder vielmehr damit, was er dauernd machte. Partys bis zum Abwinken. Er rauchte, trank und kiffte sich die Birne weg. Doch am übelsten waren seine Sex-Experimente. Er hurte sich durch die Gegend. Ihm schien es egal zu sein, ob Frau oder Mann. Manchmal hatte er sogar beides gleichzeitig. Wie oft hatte sein Onkel ihn in der letzten Zeit dabei erwischt? Irgendwann war es zu viel, Nicholas wurde fortgeschickt und nun stand er an dieser Schule und ging hinein. „Hallo? ... ist hier jemand?"

Wohin sollte das noch führen? Diese Frage stellte sich Pater Joel und war nach der Andacht und dem Frühstück mit seinem Latein am Ende. Ebenso der Schulleiter selber, der die Akte des neuen Schülers zu den anderen legte und einen mehr als lauten Seufzer von sich gab. „Nun gut, hier herrschen andere Sitten. Zudem gibt es hier Regeln und diese halten wir stets ein. Bei Verstoß drohen Konsequenzen und je nach Grad des Verstoßes, fällt auch die jeweilige Strafarbeit aus." Der Schulleiter sah strengen Blickes den Schüler vor sich an, dann aber lächelte er. „Hier werden wir dich schon wieder auf den rechten Pfad lenken. Mit der Hilfe Gottes und dem wachsamen Auge des Paters Joel."
Dieser nickte stumm, trat jedoch bereits vor zur Tür und öffnete sie. „Komm, mein Junge. Ich werde dich zu deiner Klasse begleiten und dir den Tagesablauf erklären." Draußen auf dem Gang war es still, keiner rannte wild durch den Flur, alles saß gesittet im Klassenzimmer oder aber in der Bibliothek. Der Tag begann also bereits um halb sechs und das aus dem Grund, dass man den eine halbe Stunde später bereits in der Kapelle zu stehen und dem Gottesdienst beizuwohnen hatte. Danach gab es Frühstück und pünktlich um acht begann der Unterricht.
Nicht viel anders als in seiner alten Schule, außer das es da keine Regeln gab und keinen Pastor. Gino, welcher wie ein typischer Italiener wirkte, dazu aber blaue Augen besaß, war jetzt schon genervt von dem ganzen Ablauf, sagte aber nichts, sondern sah lediglich zur Tür, durch die ein weiterer Junge kam und sich suchend umsah. Noch jemand, der wohl neu war, kritisch von Pater Joel angesehen wurde, ehe er auf den blonden Jungen zuschritt und ihn ansah. „Wir pflegen es im ruhigen Ton zu sprechen und wir klopfen zuvor an." Das wurde ja immer besser und noch bevor Gino etwas sagen konnte, kamen zwei weitere Jungs auf sie zu. Jedoch schweigend und einer hatte die Nase tief in seinem Buch vergraben.
„Ihr kommt gerade sehr gelegen und könntet den Jungen das Büro der Schulleitung zeigen." Der Pater deutete auf Nicholas, schritt schon mit Gino weiter und fragend sahen William und Pedro sich nun an. „Eigentlich muss ich noch in die Bibliothek und hab nicht wirklich die Zeit."
Pedro der deutlich größer war, nickte knapp, wandte sich an Nicholas und reichte ihm die Hand. „Dann komm mal mit. In dem Kasten hier kann man sich dann doch ziemlich gut verlaufen, wenn man sich nicht auskennt."

Nicholas hob beschwichtigend die Hand. „Ähm sorry, wusste nicht, dass hier so eine Stille herrscht. Schlimmer als in einer Bücherei", grinste der Blondschopf mit den blauen Augen und sah sich um. Diese Jungs waren kaum älter als er und doch schienen sie gehorsam zu sein. Die langen Kutten sahen echt heiß aus, ließen sich sicher schnell heraufziehen und wenn er Glück hatte, trug der Besagte keine Unterwäsche.
Bei dem Gedanken kam Nicholas nicht mehr aus dem Lachen heraus und Pedro sah ihn fragend an. „Findest du es hier so lustig oder wie?", fragte er verwundert und bekam von dem Gefragten die Hand geschüttelt.
„Nein ... haha ... viel mehr hab ich mich gefragt, ob ihr unter der feschen Robe noch Unterwäsche tragt!"

William, der die Frage noch vernommen hatte und ebenso das Gelächter, schüttelte mit dem Kopf und doch tat ihm Pedro leid, dass er sich scheinbar mit jemandem befassen musste, der scheinbar nur Blödsinn im Kopf hatte. Wobei Blödsinn noch untertreiben ausgedrückt war. Damit musste sich vorerst aber Pedro befassen, der stocksteif dastand und sich fragte, ob er die Frage nach Unterwäsche richtig verstanden hatte.
„Entweder ist dir die Sonne nicht bekommen oder aber du hast einen Clown gefrühstückt." Den Kopf über den Anderen schüttelnd trat er einen Schritt zurück und drehte sich auf dem Absatz um. „Kommst du dann oder willst du da Wurzeln schlagen?"" Nochmals warf er einen Blick über seine Schulter, ehe er vorging und sich seine Gedanken machte.

„Kommen? Jetzt und hier? Holla die Waldfee ... da geht aber jemand ran. Weißt du, so schnell kann ich jetzt hier auch nicht. Zumal ich mich hier nicht zu Hause fühle. Na ja egal das ist ja kein Hindernis. Aber du und ich, wir kennen uns kaum und ich weiß ja auch nicht ... bequem ist es sicher nicht, wenn wir es hier auf der Treppe treiben!", erklärte sich Nicholas gespielt verlegen und doch gefiel ihm die Vorstellung verdammt gut.
Er konnte sich sogar gut vorstellen, mit wem er es treiben würde. Dieser andere Typ, er kannte den Namen nicht, gefiel ihm irgendwie und irgendwo war es eine sehr verruchte Sache, es heimlich zu treiben! Sein Grinsen wurde immer größer.

Rangehen, Treppe, bitte was treiben? Wovon sprach dieser blonde Kerl hinter ihm überhaupt? Pedros Hirn arbeitete auf Hochtouren, ehe es ihm dämmerte und er sich lautstark räusperte. Scheinbar noch so einer, der nur Sex im Kopf hatte und davon hatten sie hier mittlerweile zu viele und langsam machte es auch keinen Spaß mehr, sich mit diesen Jungs überhaupt zu befassen. Da wunderte es ihn auch nicht, dass William sich lieber in seine Lektüre oder in die Bibliothek flüchtete.
Zwar gab es hier strenge Regeln, aber es kam oft genug schon vor, dass sich an diese nur selten einer hielt. Besonders draußen nicht und schon gar nicht am Wochenende. Pedro seufzte. „Hör mal, wir sind eine Jungenschule, dazu eine katholische und es gibt hier Regeln. Strenge Regeln, die bei Nichtbeachtung hart bestraft werden." Eine Antwort erwartete er gar nicht erst, klopfte, nachdem er am Büro des Schulleiters angekommen war an, und betrat auch erst nach Aufforderung den Raum. „Noch ein neuer Schüler", erklärte er knapp, ehe er Nicholas am Arm packte und in das kleine Büro zog.
„Noch einer? Ich wurde von einem Schüler unterrichtet, nicht aber von zweien." Der Schulleiter seufzte, erhob sich hinter seinem Schreibtisch und lief nachdenklich durch das Büro. „Wo bringen ihn unter? Alle Zimmer sind bereits belegt und ..."
„Nicht alle. William hat noch Platz", fiel Pedro dem alten Greis unerlaubt ins Wort, worauf dieser grummelnd nickte. „Gut, gut, aber nächstes Mal lässt du mich ausreden und jetzt bring ihn erstmal rauf und alles Weitere besprechen wir später."
Ohne ein Wort wandte sich Pedro ab, öffnete die Tür und schob Nicholas auch schon wieder raus auf den Gang. „Bringen wir erstmal deine Sachen rauf und gehen dann zum Unterricht."

Für Nicholas ging das alles viel zu schnell. Wie ein Paket von der Post wurde er hin und her geschoben, konnte den alten Sack hinter seinem Schreibtisch nicht Mal richtig mustern und stand schon wieder im Gang mit diesem anderen Jungen. „Pedro ... klingt sonderbar und verklemmt. Ob du das auch bist? Aber echt lustig, dass ihr für mich kein Platz habt, wo ich doch vor Monaten angemeldet wurde. Und ... mh ... William? Das klingt nach einem seltsamen Streber, der kein Spaß versteht", sagte er seufzend. Doch als sie in einem ruhigen Gang waren, pinnte Nicholas ihn regelrecht an die Wand und sah ihn durchdringend an.
„Also ... Pedro ... Pass mal auf. Worte wie Hart ... Regeln ... Maßregeln ... züchtigen und bestrafen ... ist echt mein Ding. Aber sicher nicht so, wie IHR es hier handhabt. So wie ihr den Jungs mit dem Stock auf die Hand haut, prügel ich sie lieber mit meinem harten Stock. Also ... lass dir Mal eins gesagt sein, Kutten-Pedro, so leicht bekommt ihr mich nicht klein!"

Was war bitte so lustig, dass der Andere hinter ihm das Lachen anfing? Pedro rollte sichtlich genervt mit seinen braunen Augen und schüttelte energisch den Kopf über Nicholas. Das Lachen würde ihm schon noch vergehen, ebenso seine dämlichen Sprüche, die alles andere als witzig waren. Wo kam der überhaupt her, so wie er sprach bestimmt aus schwierigen Verhältnissen und die Erziehung war scheinbar gründlich daneben gegangen! Einzig was William betraf hatte der Andere recht, aber dazu sagte er nichts, sondern wollte die lange, breite Treppe nach oben laufen und fand sich jedoch an einer der kalten Klostermauern wieder.
Was sollte das denn jetzt wieder? Zu Scherzen war er nicht aufgelegt, funkelte Nicholas daher wütend an und versuchte ihn von sich zu schieben. Jedoch stoppte er in seiner Handlung und nun war er es, der anfing zu lachen. Da stand dieser Zwerg vor ihm fast zwei Köpfe kleiner und wollte ihn hier ernsthaft einschüchtern? Zu komisch, ja wirklich und doch sagte Pedro auf den Kosenamen nichts, sondern schritt, nachdem alles gesagt war, einfach weiter.
„Mir ist es ziemlich egal, was du hier treibst und mit wem. Lass dich nur nicht dabei erwischen", riet er Nicholas ruhig an, ehe er die Tür zu Williams Zimmer öffnete und einen Schritt zurücktrat. Nicht sonderlich groß, aber es war alles da. Zwei Betten, zwei Schränke und ebenso zwei Schreibtische an denen man seine Hausaufgaben machen konnte. Ansonsten gab es nicht viel zu sehen, außer noch einem Bücherregal, welches aber kaum einer nutzte. Abgesehen von William.

Also damit hatte Nicholas nicht gerechnet. Er sollte bitte was nicht? Sich nicht erwischen lassen? Das hieß, er durfte hier gemütlich weiter ficken wen und wann er wollte und dieser Pedro würde dicht halte? Das hieße doch nur ... mh? Er tat es sicher selbst auch. Dieser Gedanke gefiel ihm und er musste noch mehr grinsen, hob zum Abschied die Hand und schmiss sich auf sein steinernes Bett. Scheiße war das unbequem. „Danke ... Kutten-Pedro ... ich werde beim Wichsen an dich denken!", rief er ihm keck zu.

Kutten-Pedro war jetzt schon ein Name, der ihm sauer aufstieß und dennoch schmunzelte er gelassen, als der Andere sich einfach auf das Bett fallen ließ. „Dir ist schon klar, dass wir Unterricht haben und das wir anwesend sein müssen? Schwing also deinen Arsch aus dem Bett und komm gefälligst mit." Auf den Rest ging er gar nicht erst ein, hörte er bereits Gelächter und Gepfeife hinter sich und das konnten wieder nur Elias und Adam sein.
„Was machst du bei William am Zimmer? Gucken, ob er in keines seiner Bücher hereingefallen ist, oder sind da andere Absichten?", flötete Elias, ein Junge, der diese hässlichen Tunnel im rechten Ohr trug, direkt über den gesamten Gang, wich aber Adams Schlag aus, der auf den ersten Blick wie ein Schrank wirkte und ihn mahnend ansah.
„Nicht so laut, sonst steht der Kuttenvogel wieder auf der Matte und lässt uns das Wochenende nachsitzen."
„Mir doch egal", erwiderte Elias und staunte nicht schlecht, als er an Pedro vorbei ins Zimmer sah. „Na Holla, wen haben wir denn da?"

Kutten-Pedro war jetzt schon ein Name, der ihm sauer aufstieß und dennoch schmunzelte er gelassen, als der Andere sich einfach auf das Bett fallen ließ. „Dir ist schon klar, dass wir Unterricht haben und das wir anwesend sein müssen? Schwing also deinen Arsch aus dem Bett und komm gefälligst mit." Auf den Rest ging er gar nicht erst ein, hörte er bereits Gelächter und Gepfeife hinter sich und das konnten wieder nur Elias und Adam sein. „Was machst du bei William im Zimmer? Gucken, ob er in keines seiner Bücher hereingefallen ist, oder sind da andere Absichten?", flötete Elias direkt über den gesamten Gang, wich aber Adam aus, der ihm in die Seite schlug und mahnend ansah.
„Nicht so laut, sonst steht der Kuttenvogel wieder auf der Matte und lässt uns das Wochenende nachsitzen."
„Mir doch egal", erwiderte Elias und staunte nicht schlecht, als er an Helmut vorbei ins Zimmer sah. „Na Holla, wen haben wir denn da?"

„Unterricht? Ach ja ... da war ja was", lachte Nicholas und stand doch wieder auf, kramte in seiner Tasche und nahm Stift und Block. „Ist ja gut ... dann komm ich halt mit, Kutti!", lachte er noch immer und sah die anderen, insbesondere Elias. Sein Grinsen wurde breiter bei den Worten der Anderen. Also war es hier hinter verschlossenen Türen doch nicht so katholisch, wie man nach außen hin vorgab. Dieser Elias wirkte interessant mit seinen frechen, blauen Augen und dem Tunnel im rechten Ohr.
Gesellig stellte Nicholas sich neben ihn, ganz dicht und sah ihm keck in dir Augen. Oh ja, die Luft brodelte so heiß wie in einem Hochofen eines Kohlekraftwerks. „Ich bin Nicholas. Größe siehst du ja selbst. Nachname bedeutet mir nichts und ... na ja ... Leistung kannst du gerne heute Abend haben. Ich habe da einiges aufm Kasten, wenn du verstehst?" Er zwinkerte ihm zu. „Kutten-Pedro hat ja keine Lust."

Kutti? Erst Kutte und jetzt nochmal ein neuer Kosename? So langsam war es dann doch mal genug und Pedro war irgendwie sogar froh, dass scheinbar Elias nun mehr auf dem Schirm stand, als er selber. Den Blicken nach zu urteilen schien da was im Busch zu sein und das schien auch Adam zu merken, der mit den Augen rollte.
„Nicholas?" Elias Grinsen wurde eine Spur breiter. „Auf dem Kasten hast du also etwas? Nun ja, wir werden sehen." Zwar klangen seine Worte wie Desinteresse, an seinen Augen sah man aber deutlich die Neugier, das Interesse und deutlich die aufkommende Lust, welche Elias hinter einem Lachen versteckte. Kutten-was? „Wieso trägst du noch immer die Gebetskutte?"
„Keine Ahnung, vielleicht, weil ich Mister Kotzbrocken rumführen musste!", erwiderte Pedro bissig, ehe er sich die Kutte über den Kopf zog, in die Ecke pfefferte und abrauschte, als sei der Teufel persönlich hinter ihm her.
„Entweder hat er schlechte Laune, oder Christopher hatte keine Zeit", schmunzelte er über den Abgang von dem braunhaarigen Riesen, ehe er sich lässig bei Nicholas einhakte. „Zehn Minuten haben wir noch bis zum Unterricht und zu spät kommen ist nicht ganz mein Ding."

„Mh ... zehn Minuten noch ... also mein Rekord waren sieben und das war echt heftig. Na ja ... er war halt nen ziemlich schneller Lutscher und eigentlich hab ich es lieber länger und gemütlicher", brabbelte Nicholas emsig vor sich her und sah Pedro wütend abrauschen. „Entweder ist der Kerl da mehr als prüde oder aber der hat ne Latte sondergleichen und mag sich erstmal noch einen wedeln gehen. Na ja ... ich finde es noch heraus. Aber Mal zu dir ... Elias. Wenn du wüsstest, wie gut ich aus den Augen der anderen lesen kann, wüsstest du, was mir deine feurigen Blicke sagen. Also ... zehn Minuten sollten reichen? Soll ich dir unter die Kutte oder magst du meinen kosten?"

Der Rekord lag also bei sieben Minuten. Interessant, aber nicht ganz das, was Elias eigentlich gemeint hatte und er daher kurz zu Adam sah, der hoffnungslos überfordert mit der Schulter zuckte. „Pedro ist an sich nicht wirklich prüde. Er ist nur ein treudoofes Kamel und ist anders als Adam oder als ich es bin." Ein überlegenes Grinsen schlich sich auf seine Lippen, ehe er Nicholas am Saum seines Shirts zu sich zog. „Du kannst später unter meine Kutte. Jetzt ist Unterricht und ich hab keine Lust schon wieder zu spät zu kommen", betonte er ruhig und ließ von seinem Gegenüber ab.
An sich hatte er nichts gegen eine schnelle Nummer, aber heute Morgen hatten sie ausgerechnet bei dem schlimmsten Lehrer Unterricht und nur eine Minute zu spät kommen, konnte verheerende Strafen mit sich ziehen.
„Kommt ihr jetzt?" Auch Adam war langsam etwas nervös, sah auf seine Uhr und dann wieder zu beiden Jungs. „Ich will ja nicht hetzen, aber der Alte wartet und dazu Geschichte."
„Geschichte", äffte Elias gelangweilt nach, dann aber grinste er. „Ist das nicht Willys liebstes Fach? Bestimmt steht er dann wieder so unbeholfen niedlich an der Tafel und will uns was über die Römer erzählen."
„Der kann mir mal was von seiner Anatomie erzählen. Die ist wesentlich interessanter", schwärmte Adam, ehe er sich auf dem Absatz umdrehte und schon voreilte.
Elias sah ihm kopfschüttelnd nach. „Na komm, die Römer oder was auch immer, warten."

Der Neue hörte aufmerksam zu und nickte. Dann wurde er sich schon fest im Kragen gepackt und bekam eine deftige Ansage, auf die er sich jedoch freute. Normal war er der dominante, aber dieser Elias hatte etwas und dieser Pedro wohl auch. Vorfreudig dachte Nicholas darüber nach, wohl bald nicht nur unter EINE Kutte huschen zu dürfen. Aber dieser Adam schien auch Recht angenehm, obwohl er den Eindruck machte, etwas zurückhaltender zu sein.
Aber als sie sich über William ... oder wie auch immer unterhielten, funkelten beide Augenpaare. Dies machte nun auch Nicholas neugierig und der Lehrer könnte ihn mal sicher am Arsch. So schlimm war der bestimmt nicht. Wahrscheinlich wollten sie ihm nur Angst eintreiben. Aber nicht mit ihm, er grinste vor sich her und folgte den beiden.

Scheinbar hatte der Neue eine Schwäche für Kutten oder aber der fand das hier alles witzig und nahm es nicht ganz so ernst. Das tat Elias zwar auch nicht, aber etwas mehr Anstand war dann doch gefragt, wenn es darum ging, sich das Wochenende zu retten und nicht bei diesem grummeligen Priester Joel zu verbringen. Einmal hatte gereicht und noch mal wollte er keinesfalls Bänke putzen, die voll von Staub waren.
Kurz schüttelte sich Elias, schritt hastig weiter durch das alte Kloster Gemäuer und gerade noch so, schafften sie es zusammen ins Klassenzimmer.
„Das war knapp."
Adam ließ sich auf seinem Stuhl nieder, ebenso Elias, der die wenigen Minuten noch nutze und sich zu Christian umdrehte, der genau hinter ihm und neben Nils saß. „Und, Erfolg gehabt?"
Der blonde Sonnyboy mit den verwegenen, blauen Augen schüttelte den Kopf. „Da war nichts zu machen, aber ich bleib dran. Aufgeben ist nämlich nicht."
Elias nickte, wollte noch etwas sagen, doch genau in diesem Moment kam Mister Jenfeld in den Klassenraum und knallte schwungvoll seine Tasche auf das Lehrerpult, ehe er damit begann die neuen Geschichtsbücher zu verteilen. „Ich hoffe, ihr habt die Ferien sinnvoll genutzt, denn dieses Jahr werden wir ein paar Reisen zu bekannten, geschichtsträchtigen Orten machen." „Und zu welchen?", wollte Jamie gelangweilt wissen.
„Unter anderem besuchen wir Palermo, Pompeji und einen Ort, den ich aber jetzt noch nicht verraten werde."
„Nicht Palermo", stöhnte Elias. „Ich hab keine Lust auf alte runzlige Mumien."

Nicholas setzte sich, nachdem auch er das Klassenzimmer betreten hatte, irgendwo hin wo ein freier Platz war. So viele neue Gesichter, vor allem ... süße Gesichter auf einem Haufen. Das war ja das reinste Schlaraffenland. Innerlich leckte er sich die Lippen und fing vor seinem gewichtigen Auge an die Jungs abzuklappern. Sie schienen sich zu kennen, wirkten vertraut. Er hatte auch mitten im Jahr in dieses beschissene Kloster gewechselt oder eher wurde er hierher gesteckt, um brav zu werden.
Dabei bekam er einen neuerlichen Lachanfall, der durch das Zimmer hallte und vom Lehrer Aufmerksamkeit bekam. „Findest du etwas lustig daran? Diese Orte haben alle eine historische Geschichte und sind sehr wichtig", fing dieser ruhig an, doch Nicholas schüttelte den Kopf.
„Ne, ne ... alles fit im Schritt. Hab da nur Kopfkino und so gehabt. Haha ... aber Herr Lehrer. Mal ne Frage, wenn wir schon Mal zu diesen Mumien fahren, würde es mich echt brennend interessieren, wie sie Sex miteinander hatten?" Kaum waren seine Worte aus seinem Mund, vernahm er schon ein empörtes Raunen im Raum.

Mumien und Sex? William und Jamie sahen sich fassungslos an, während Denek zu husten begann und Mühe hatte, diesen einzustellen. Erst, als Justin ihm kräftig auf den Rücken klopfte, hörte er auf und sah entsetzt zu dem Neuen, der die Frage scheinbar wirklich ernst meinte. „Sicher hatten sie auch mal Geschlechtsverkehr, aber das ist lange her und nicht alle hatten diesen. Es gibt dort auch die Abteilung der Jungfrauen und ebenso die der Kinder."
„Rosalie", murmelte William leise vor sich hin, worauf Herr Jenfeld nickte.
„Ja, auch Rosalie liegt dort begraben. Eine der schönsten und besterhaltenen Mumien, die man je gefunden hat", erklärte der jung wirkende Lehrer, ehe er sich Nicholas näherte und ihn mit hochgezogener Augenbraue ansah. „Ich denke, ein Aufsatz darüber ist mehr als angebracht. Ich erwarte diesen dann bis morgen."
Er entfernte sich, nahm die Anwesenheitsliste zur Hand und klapperte die Namen der Jungs ab. Benjamin Bambus, Justin Saratow, Tom Hausten und Ashton Menage waren genauso anwesend, wie Elias Tyler, Christian Lindgren, Nils Tetum, Jamie Surreal, Adam Arietta, Denek Kokain, Christopher Müller, Sven Barett, Pedro Schmitt und auch William Tudor saß an seinem Platz. Alle da und doch waren da zwei neue Gesichter in seiner Klasse. „Stellt euch bitte vor. Wir wollen ja immerhin wissen, mit wem wir es hier zu tun haben und vor allem warum."

Nicholas hörte dem eher stupide Gelaber zu und gähnte leicht, nickte immer wieder und tat so als würde er hinhören. Als sie ihr Gespräch beendeten und der junge Lehrer beim ihm stand, hatte es etwas verdammt elektrisierendes. Diese Autorität, die er ihm gegenüber brachte, gefiel ihm. Es hatte etwas anderes und er war ein Typ der auf Herausforderung stand. Als dann auch noch der Aufsatz folgte, grinste er nur breit und legte die Hand theatralisch auf die Stirn. „Ein Aufsatz bis morgen und das Thema ... Mumien-Kamasutra ... mmh ja das kann ja was werden. Hoffentlich reicht mir da meine Tinte. Nicht, dass ich mir noch ein wenig was leihen muss. Sie würden es mit mir doch sicher tun?"
Nicholas spielte mit dem Feuer, das wusste er aber er hatte sich schon die Hände so oft verbrannt, dass es diesmal hier schlimmer sein sollte, ahnte er nicht. Immerzu sah er zu den Anderen, die nervös tuschelten. Waren hier denn alle so prüde? Das könnte ja heiter werden. Er wartete noch kurz und erhob sich dann. „Also ... mein Name ist ... Nicholas. Einfach nur Nicholas. Ich bin noch nicht alt aber durchaus erwachsen und meine Geschlechtsreife habe ich schon erreicht. Mein Vater brachte mich hier her, um mir ein paar Manieren beibringen zu lassen. Bin Mal gespannt, wie das so klappt."

Mumien – was? Herr Jenfeld blinzelte einige Male, dann aber wurde er zornig und so langsam riss ihm die Hutschnur. Dieser Junge war nicht nur frech, er war obendrein auch noch dreist und schien keinerlei Manieren zu haben. Allein sein Gerede zeigte von einer niedrigen Erziehung aber da konnte man sicher noch etwas machen. „Dein Vater? Mir ist da was von einem Onkel zu Ohren gekommen, aber ist wohl das Gleiche und beide haben, was dich angeht, kläglich versagt. Jedoch bist du hier in guten Händen und wir werden dir schon noch Manieren beibringen." Jeder im Klassenraum wusste, was das hieß und keiner sagte auch nur ein Wort, sondern schluckte, als der Lehrer langsam zu seinem Pult ging und nach dem Zeigestock griff.
„Deine Tonart gefällt mir nicht und sie zeigt, dass du ungehorsam und frech bist. Zehn Schläge sollten vorerst genügen. Herr Jenfeld drehte sich um, trat lauernd auf seinen Schüler zu und sah ihn streng an. „Strecke deine Hände aus und ich warne dich nur einmal. Solltest du dich weiterhin als Klassenclown aufspielen, dann erhöht sich deine Strafe um fünf Schläge."

„Onkel ... Vater ... sowas in der Art. Er ist kein übler Kerl aber er hat es nicht so mit Jungs, die am anderen Ufer des Nils schwimmen", erklärte Nicholas und sah zu, was der Lehrer tat. Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf und nickte. „Aha ... okay ... ja, ich gebe es schon zu Meister, das ich verdammt ungehorsam bin. Aber hey, mich gleich schlagen? Bist du jetzt Masochist oder in welchem Zeitalter lebt ihr?", wunderte er sich und hielt dennoch seine Arme zurück.
„Was ist, wenn ich es nicht tu? Wohin bekomme ich dann den Stock? Gesicht? Rücken? Oder machen wir das wie bei kleinen Kindern, dass du mich übers Knie legst? Würde mir sogar gefallen, wenn deine böse Rute über meinen blanken Arsch oder IN meinen blanken Arsch fährt!" Nicholas wusste wie er provozieren konnte. Das war sein Gebiet!

Das Eis, auf welchem er sich jedoch befand, wurde dünner, sehr dünn, drohte einzubrechen und das sahen auch alle anderen, die schweigend auf ihren Plätzen saßen und nicht mal einer sah hin oder bewegte sich. Es war, als würde die Zeit still stehen und nur Nicholas und der Lehrer wären im Klassenzimmer, der langsam aber sicher genug hatte, mit der flachen Hand zuschlug, ehe er sich entfernte. „Raus, aber sofort! Verschwinde und geh mir aus den Augen. Geh und sortiere die Bücherei nach Alphabet."
Jeder wusste, dass das Stunden, wenn nicht sogar Wochen dauern würde. Die Bibliothek war seit Jahren das reinste Chaos, kein Buch stand an seinem Platz, lag entweder auf den Tischen oder aber es stand im falschen Gang. "William du wirst mitgehen und sollte er sich weigern, will ich das unverzüglich wissen!"
Dieser nickte lediglich, obwohl er keinerlei Lust hatte, sich aber auch nicht auflehnen wollte. Schweigend erhob er sich daher von seinem Platz, schritt zur Tür und wartete, dass Nicholas ihm folgte.

„Echt jetzt, Keule? Was das denn für ne Strafe? Schade, dabei dachte ich, du versohlst mir meinen süßen Hintern!", neckte Nicholas provokativ und warf Herrn Jenfeld Blicke zu, die ganze Bibel Bände sprachen. Heiß und wild und doch aggressiv und herausfordernd. Er hob beschwichtigend die Hände in die Luft und seufzte gestellt eingeschnappt. „Herrje, wenn ich aber jetzt gehe, dann verpasse ich doch den Unterricht des ehrwürdigen Papstes, Luke. Himmel, dann werde ich aber nicht ins Abendgebet mit eingeschlossen, oder?"
Nicholas schüttelte den Kopf und merkte, dass die Lämmer schön ihre Klappe hielten. Aus dem Augenwinkel sah er dem Anderen zu. „Nun denn ... war mir eine Ehre, Majestät. Wir sehen uns und vergiss deinen Stock nicht."

Ehrwürdiger Papst? Fast hätte Elias angefangen zu lachen, er verkniff es sich jedoch und biss sich eisern auf die Zunge, um nicht doch noch das Kichern anzufangen. Das verging ihm sogar schnell wieder, denn als Nicholas sich erhob, noch einen flotten Spruch nachlegte und zur Tür ging, rutschte Herrn Jenfeld doch noch der Zeigestock aus und traf mit voller Härte zu. „Raus, ehe ich mich ganz vergesse!"
„Autsch", rutschte es dem blonden Lockenkopf Christopher heraus, der sich rasch die Hand vor den Mund schlug und bedauernd den beiden nachsah. William hingegen rollte lediglich mit den Augen, schloss die Tür und ging vor. Schlimmer als Elias noch, der war anfangs genauso, hatte es aber schnell gelernt, den Mund im Klassenzimmer zu halten und doch waren ihm Regeln nach wie vor egal. Ebenso Adam und noch ein paar andere, an die er keinerlei Gedanken verschwendete.
Nicht jeder genoss eben die Erziehung, die er selber genossen hatte, dazu in England und an einer Schule, die sich andere nicht mal leisten konnten. „Mit deiner großen Klappe kommst du hier nicht weit. Eher trägt es dazu bei, dass wir dich ganz schnell wieder los sind, was ich durchaus begrüßen würde", redete William dann aber doch, wenn auch leise, da in den anderen Klassenzimmern Ruhe herrschte und er diese nicht stören wollte.

Nicht jeder genoss eben die Erziehung, die er selber genossen hatte, dazu in England und an einer Schule, die sich andere nicht mal leisten konnten. „Mit deiner großen Klappe kommst du hier nicht weit. Eher trägt es dazu bei, dass wir dich ganz schnell wieder los sind, was ich durchaus begrüßen würde", redete William dann aber doch, wenn auch leise, da in den anderen Klassenzimmern Ruhe herrschte und er diese nicht stören wollte.

Nicholas knurrte schmerzlich, da der beschissene Zweig noch seine Finger erwischte. Der verfickte Idiot ... das würde er ihm sicher heimzahlen! Aber jetzt war erstmal William dran. Mal sehen, was der so für ein Typ war. Eher sah er harmlos aus, anders als Elias und Pedro. Bei den Gedanken an Elias musste er grinsen. Wie er wohl im Bett war? Aber das sollte Nicholas bald wissen.
Erregt und in voller Vorfreude biss er sich auf die Lippen und stöhnte laut auf, als er sah, was das Problem in der Bibliothek war, die sie nun erreicht hatten. „Meine Klappe ist groß, das stimmt, aber nicht nur zum Reden, da passen selbst die größten und härtesten Schwänze rein, die du je gesehen hast. Na ja ... wobei ... so ne Milchschnitte wie du ... bist sicher noch ganz glatt am Sack", frotzelte Nicholas und setzte sich auf einen Tisch.

Wenig beeindruckt von dem Chaos in der Bücherei, betrat William diese und stieg über einen Stapel herumliegender Bücher. Scheinbar hatte Pater Joel wieder gelesen und nichts weggeräumt. Man kannte es bereits, dass er nicht der ordentlichste Mann in diesem Kloster war. Das würde hier wohl länger dauern und scheinbar war Nicholas noch immer auf Krawall gebürstet und teilte ordentlich aus. „Du musst nicht von dir auf andere schließen. Was und wie viel du bei wem gesehen hast, interessiert mich nämlich so gar nicht." William schnappte sich eins der Bücher, drehte es um, las den Titel und stellte es rasch in jenes Regal, in welches es hingehörte.
„Und jetzt seh zu, dass du langsam mal anfängst, ehe das Milchgesicht andere Saiten aufzieht." Provokation war er bereits gewohnt, besonders unterhalb der Gürtellinie und doch bisher war er darauf nie eingegangen und hatte so gar kein Interesse außer an Bildung und Büchern. Daher zog er auch ein Buch aus dem Regal, setzte sich an Fenster und begann zu lesen. „Na hopp, ich hab dich im Auge und glaub mal nicht, dass ich dir helfe."

Nicholas blieb noch eine Weile sitzen und hob dann doch seinen müden Hintern. Ihn platt sitzen, dieses schöne Exemplar, wollte er sicher nicht. Er seufzte jedoch und fing gemütlich an zu sortieren. „Mh ... okay ... das ist ja sehr spannend hier. Krass, dass die Bücher nicht schon tot sind", lachte er lauthals und stellte sich nun genau hinter die süße kleine Schnitte.
Ja, er hatte etwas, etwas verdammt anziehendes. Ein Blick von ihm fiel zur Tür, die nun etwas um die Ecke lag. Also waren sie nicht im direkten Sichtfeld anderer. Beide Arme stemmten sich in seine Hüften und er atmete noch einmal tief durch. „Sooo soooo ... du hast auch andere Seiten? Ist ja interessant!"

Scheinbar hatte Nicholas bisher nicht wirklich viele Bücher in der Hand gehabt. Allein, dass er sie für tot halten würde, grenzte schon an Dummheit und William fragte sich ernsthaft, an welcher Schule er vorher war. Sicherlich an der Baumschule, dritter Ast rechts. „Bücher werden höchstens alt und staubig. Sterben tun sie eher selten." Eher deren Schreiber und doch lebten sie durch ihre Bücher und Geschichten weiter und erzählten diese auch noch Jahrhunderte später weiter. Sicher aber war das Nicholas zu hoch.
Bildung brauchte man ja nicht, man konnte sich bestimmt auch hoch schlafen, um an sein Ziel zu kommen. William klappte sein Buch zu, drehte sich um und erst da bemerkte er, dass der andere hinter ihm stand. „Ich hab auch andere Seiten, ja, allerdings ziehe ich diese eher selten bis gar nicht in Betracht." Und das war gelogen, ohne dabei rot zu werden. Er hatte zwar eine andere Seite, aber nicht diese und schon gar nicht das Interesse daran, sich auf ein Niveau zu stellen, was nicht nur anmaßend, sondern auch noch billig war.

„Himmel, dass du jedes Wort auf die Goldwaage legst. Denkst du allen Ernstes, ich bin aus dem 18. Jahrhundert? Scheinbar versteht hier wohl niemand meinen Humor, was echt schade ist. Würde echt einiges lustiger machen, in dieser verstaubten Einöde", kam es genervt von Nicholas. Der Andere musste ihn ja für total hohl halten. Dumm und gut im ficken, oder was? Aber der Blonde würde ihm schon zeigen, was er drauf hatte und das nicht nur im Bett und unter der Dusche. Denn er hatte vor, es ALLEN zu beweisen und diese Anstalt hier mit einem perfekten Zeugnis zu verlassen. Das entsetzte Gesicht seines bekloppten Onkels war sein Ziel und sich hier alles unter den Nagel zu reißen, was es an Ärschen gab. Und das war nicht gerade wenig.
Sein erstes Ziel stand schon vor ihm. Nicholas lauschte weiterhin seinen Worten und kicherte. „Mh ... wem willst du DAS denn bitte erzählen? Du siehst zwar aus, als würdest du nicht mal ne Fliege erschlagen, aber so Jungs wie dich kenne ich nur zu gut. Was spricht denn gegen ein bisschen von deiner anderen Seite? Wir werden nicht entdeckt und dein Gott da oben sieht auch mal woanders hin. Da lobe ich mir doch, dass es mir mein Gott zulässt und mich nach meinem Tod immer noch bei sich willkommen heißt." Nicholas rechte Hand legte sich um Williams Hüfte und zog ihn eng an sich heran. Er war in Spiellaune, wie so oft.

Vielleicht nicht das Jahr achtzehnhundert, aber sicherlich das fünfzehnte, denn das wäre deutlich interessanter und familiärer gewesen. Wobei der Humor damals trocken und tödlich sein konnte. „Dein Humor zieht bei einigen leider nicht und bei mir schon mal gar nicht. Die Zeit der Hofnarren war da deutlich unterhaltsamer", erwiderte William daher genauso genervt und schüttelte abermals den Kopf über seinen Mitschüler. Woher kam der bitte? Aus dem Ghetto? Er war sich fast sicher, dass Nicholas keinerlei Erziehung genossen hatte und mit dem ICE durch die Kinderstube gefahren war. Seine alten Mitschüler hatten deutlich mehr Klasse, wussten sich zu benehmen und doch musste er vor drei Jahren die Schule wechseln, weil einer seiner Brüder es dann doch gewagt hatte, ihr Ansehen in den Dreck zu ziehen.
Reine Schutzmaßnahme hatte es geheißen, immerhin waren Ariel und William einmal sehr vertraut gewesen. Zu schade, dass sein sechs Jahre älterer Bruder einen Weg eingeschlagen hatte, den er nicht nachvollziehen konnte und wollte. Er war dafür zu brav und da waren Fliegen das kleinere Übel. William grinste der Worte wegen, die Nicholas von sich gab, ihn versuchte anzustacheln doch mal die andere Seite zu zeigen. „Du kennst Jungs wie mich also, ja? Nun, dann müsstest du wissen, dass ich in einer ganz anderen Liga spiele, als du es tust."
William pokerte hoch, fast schon zu hoch und doch stoppte er die Hand Nicholas, hielt diese fest und drehte sich warnenden Blickes um. „Vorsicht, du hast keine Ahnung, mit wem du hier spielst. Verbrenn dir also nicht die Finger." Unterstreichend drückte er etwas fester zu, ließ dann aber los und lächelte unschuldig. „Such dir jemanden aus deinem Stand. Elias oder Adam. Ich bin eher die gehobene Klasse gewohnt."

„Hofnarren?", wiederholte Nicholas leise und dachte kurz darüber nach. Also mit so etwas verglichen zu werden, war dann sogar für ihn unter seiner Würde. William mochte zwar Recht behalten, dass er nicht wirklich erzogen war, doch eines ließ er sich nicht nachsagen, er war keinesfalls dumm und noch weniger spielte er in der untersten Liga. Er würde ihm sicher schon zeigen, wie gut er in seiner Liga spielte. Warum hielten ihn alle denn immer für einen Hinterwäldler? Er würde es nicht zugeben, nein nicht vor anderen und sicher nicht vor dieser kleinen Milchschnitte hier, aber sowas verletzte ihn. Eigentlich gab es kaum bis niemanden, der ihn wirklich kannte. Der den ANDEREN Nicholas kannte, den er hinter der Maske aus Arroganz und Dominanz versteckte. Es war zu seinem eigenen Schutz.
Die Hand an seiner, der Druck des Anderen ließ ihn seltsam neugierig werden. Da lag Kraft dahinter, welche er William nicht angedacht hatte. Vielleicht war er doch nicht so zu unterschätzen. Aber genau dieses Unwissen über ihn machte den jungen Mann so neugierig. „Elias ... Adam? ... Mh ... ja ... vermutlich wären sie für einen schnellen Fick dabei. Wenn ich im Lotto gewinne, ist sogar n Dreier mit Adam drinnen, was ich echt geil finden würde. Aber ich sag dir mal eines", fing er an und stieß seine Hand weg, nur um beide seiner Arme gegen das Regal zu donnern und William so zu drehen, dass dieser ebenso gegen das Regal mit dem Rücken krachte. Ihm war alles jetzt egal.
Er trat so nach William, dass dieser zu Boden rutschte und nun warf auch Nicholas sich zu Boden. Seine Beine zu jeder Seite von Williams Oberschenkeln und demonstrativ auf seinem Schoss sitzend. „Soooo ... Milchschnitte! Du kennst mich nicht. Spuckst solche Töne und hältst dich für etwas Besseres. Wenn du ehrlich in einer anderen Liga spielst, dann beweise es mir!" Der Blonde griff das Kinn des Anderen. „Keine Angst, ich fürchte mich sicher nicht, dass ich mir an deiner kleinen Flamme die Finger verbrenne!"

Den Hofnarren musste er hoffentlich nicht auch noch erklären, dachte William sich, ehe er das Gesicht verzog und sich angeekelt schüttelte. Wie konnte man bitte nur so sprechen, sich verbal mitteilen und das über Dinge, die andere nicht mehr in Betracht zogen? Er war ratlos, zum Teil aber auch überfordert und das lag mehr an der Art, wie sein Mitschüler mit ihm sprach. „Du willst mir ... „William stockte mitten im Satz, kam der Schmerz und die rabiate Seite dann doch zu schnell und ehe er richtig reagieren konnte, krachte er gegen das Regal, welches genau hinter ihm stand. Toll, ganz toll, lobte er sich gedanklich, wollte sich abstoßen und landete jedoch hart auf dem Boden. Wie ein nasser Sack, nur dass der Aufprall dann doch zu hart war und ihn keuchen ließ. „Sag mal hast du sie noch alle?", fluchte er endlich mal, merkte das jedoch ziemlich schnell und schellte sich innerlich selbst.
Dahin war die gute Erziehung und das nur wegen dieses Idioten, der ihn gnadenlos provozierte und wohl dachte, das würde ihn in irgendeiner Form beeindrucken. Das tat es nicht. Ganz sicher nicht und zeigen würde er ihm schon mal gar nichts. „Ich muss dir gar nichts beweisen", zischte er gefährlich leise, wollte Nicholas arroganten Blicken ausweichen und doch war er wieder schneller, griff nach seinem Kinn und löste ungewollte etwas in ihm aus, was er verdrängt und beinahe schon vergessen hatte. Der wahre Grund warum er die Schule verlassen hatte, tauchte direkt vor seinen Augen auf, er sah nicht mehr Nicholas, er sah ihn. Seinen Peiniger, seinen Schulfreund, den er glaubte, zu kennen.
Patrick, dessen Eltern im Beirat saßen, in der Schule einiges zu sagen hatten und er aus Scham gelogen hatte. Sie alle hatten gelogen, Ariel als Grund genannt und doch wussten drei Leute ganz genau, wie es sich wirklich zugetragen hatte. William schluckte, sein Körper krampfte, wirkte im nächsten Moment völlig steif und begann zu zittern. Die Hand lag nicht mehr an seinem Kinn, sie griff nicht mehr in sein Gesicht, sondern direkt in seinen Schritt. Er wollte schreien, doch legte sich eine zweite Hand auf seinen Mund, hinderte ihn daran und ein lüsternes Grinsen legte sich auf die Lippen seines Mitschülers.
Stell dich nicht so an. Du willst es doch auch. Ich seh doch deine Blicke. Worte, die er vergessen hatte, die nun wieder in seinen Ohren klingelten und Brechreiz in ihm auslösten. Er hatte genug, er wollte das nicht und schon gar nicht wollte er sich erneut zum Opfer machen. William schlug um sich, schubste Nicholas von sich runter und rannte aus der Bibliothek raus. Er sah nicht mal hinter sich, rannte den Flur zur Treppe entlang, runter und direkt stieß er mit Pater Joel zusammen, der einen völlig fertigen und aufgelösten Jungen vorfand.
„Beruhige dich. Es ist alles gut", redete er auf ihn ein, doch William schüttelte den Kopf, wich aus und schlug heftig um sich. So kannte Pater Joel ihn nicht, doch sein geschultes Auge sagte ihm, dass irgendwas nicht stimmte. „Gehen wir ein Stück und reden", bot er an, doch wieder kam nur ein Kopfschütteln. Pater Joel seufzte, sah nach oben und wieder zu William. „Wenn du etwas zu beichten hast, meine Tür ist stets offen und egal was es ist, ich unterstehe der Schweigepflicht und werde dich ganz sicher nicht dafür verurteilen oder bestrafen."
„LASS MICH IN RUHE!", schrie William ihn jedoch an, stieß ihn weg und noch ehe der Pater reagieren konnte, rannte er raus in den Hof, zum Tor und auf die Straße.

So kannte er William nicht, doch sein geschultes Auge sagte ihm, dass irgendwas nicht stimmte. „Gehen wir ein Stück und reden", bot er an, doch wieder kam nur ein Kopfschütteln. Pater Joel seufzte, sah nach oben und wieder zu William. „Wenn du etwas zu beichten hast, meine Tür ist stets offen und egal was es ist, ich unterstehe der Schweigepflicht und werde dich ganz sicher nicht dafür verurteilen oder bestrafen."
„LASS MICH IN RUHE!", schrie dieser ihn jedoch an, stieß ihn weg und noch ehe der Pater reagieren konnte, rannte William raus in den Hof, zum Tor und auf die Straße.

Nicholas wurde unsanft zur Seite gestoßen und verstand die Welt nicht mehr, aber das war eine echt heftige Reaktion von William, die sicher von ganz tief in ihm rührte. Verärgert, dass er dem Anderen so übel mitgespielt hatte, stand er auf und seufzte. So sollte das hier allerdings nicht laufen. Immerzu schaffte er es negativ aufzufallen. Dabei war es tief in seinem Herzen etwas ganz anderes, dass ihn zu so etwas trieb. Es war nichts anderes als Einsamkeit. Auch wenn er ein ganz schönes Großmaul war, gerne herumhurte und wilde Partys feierte, so war er innerlich allein.
Große Gefühle ließ er schon lange nicht mehr zu. Liebe! Pah ... wer brauchte diese denn schon? Gefühle waren einem oft nur im Weg und trübten die Sinne und die Wahrnehmung auf wichtige Sachen im Leben. Der Blonde tat es unter Spaß ab und belanglosen Sex zum Zeitvertreib und Befriedigung der Gelüste. Dennoch ahnte er, als er den Kleinen vorhin das erste Mal sah, dass die Gefühle, die er verbergen wollte, nun drohten auszubrechen. Doch dagegen würde er sich wehren. Nicholas verließ die Bibliothek und ging auf sein Zimmer.

Während William planlos durch Rom irrte und Nicholas im Zimmer verschwand, setzte sich gnadenlos der Unterricht fort und das bis zum Mittagessen. Normal hatten sie dazwischen eine Pause, doch fiel diese aus und einige der Jungs grummelten still und leise in sich hinein. Wem sie das zu verdanken hatten, wussten sie alle. Besonders Elias und Adam, die wissende Blicke austauschten und innerlich mehr als böse grinsten. „Dann holen wir uns doch mal gehobene Lektüre", flötete Adam bereits auf der Treppe, die er beinahe schon sportlich nach oben in den dritten Stock nahm.
„Du und lesen? Ich lach dann später über den kranken Witz", erwiderte Elias, der nicht minder eilig nach oben schritt und doch enttäuscht in den leeren Raum sah.
„Wo sind die hin?" Adam, der hinter ihm stand, sah in die Bibliothek, doch weit und breit kein William und auch kein Nicholas. „Vielleicht sind sie weiter hinten."
Elias aber schüttelte den Kopf. „Glaub ich nicht. Denk mal nach, Adam", kam es von Elias, der nochmals grob durch den Raum spähte und es dabei beließ. „Entweder sind die hinten und vögeln oder Nicholas hat sich dünne gemacht und ich vermute zweiteres, da wir beide Will sehr gut kennen und wissen, dass der niemanden an sich ran lässt."
Adam dachte nach. Darüber, wo Nicholas sein könnte und warum William genauso wenig anwesend war. Normal verbrachte er Stunden mit Büchern. „Irgendwas sagt mir, dass hier was nicht stimmt."
„Mir auch", erwiderte Elias knapp, ehe er beschloss im Zimmer, der beiden nachsehen zu wollen. „Gehen wir und notfalls müssen wir das eben dann melden." Melden war Pflicht, wenn Schüler verschwanden und das wusste auch Adam, dem das allerdings weniger gefiel. Nicht gemeldete Fälle konnten herbe Strafen mit sich ziehen und Elias hatte bereits eine davon absitzen müssen und sprach bis heute nicht darüber, was genau die Strafe war.
Adam fragte jedoch nicht nach, er merkte auch so, dass es seinem besten Freund mehr als unangenehm war und er war kein Mensch, der unnötig Salz in eine Wunde streute. Nachdenklich schritten die beiden Jungs zu Williams Zimmer und öffneten langsam die Tür. Lediglich Nicholas fanden sie darin vor, der auf seinem Bett lag und die Decke anstarrte.
„Musst du nicht Bücher sortieren?", fragte Elias direkt nach, sah sich im Zimmer um und runzelte offensichtlich die Stirn. „Und wo hast du überhaupt William gelassen? Oben ist er nämlich nicht und zum Mittag ist er auch nicht."

Die Decke war verdammt langweilig, aber Nicholas wollte im Moment nichts anderes tun. Er dachte weder an eine Strafe, noch daran, dass Elias und der Andere ihn verpfeifen würden. Alles was ihm im Kopf herumspukte war William. Seine Reaktion war heftig. Zu heftig, als dass da nicht mehr dahinter steckte. Hatte er etwa irgendwann schlechte Erfahrungen gesammelt? Er war immerhin nicht unschuldig, das hörte Kevin aus ihrem Gespräch heraus. Vielleicht hätte er ihm folgen sollen? Nein ... der Andere würde das schon hinbekommen. Er hatte ja so seine Päpste und Kutten-träger.
Adam und Elias bemerkte er nur am Rande und hob eine Augenbraue, erzählte ihnen knapp was passiert war und erntete ein Seufzen von Adam. „Du kannst hier nicht hereinlaufen und wie wild um dich schießen. Wir haben hier Anstand, Sitten und Regeln, an die wir uns zu halten haben." Bei seinen Worten grinste Nicholas spöttisch und nickte. „... Und was ist mit dir ... Elias? Wie stehst du zu ein wenig ... SPASS?"

Adam sprach von Regeln und Anstand? Fast hätte Elias laut gelacht, doch angesichts der Erzählungen verging ihm das dann doch. Zwar hatte er auch schon den ein oder anderen Spruch abgelassen, aber körperlich war er William nie angegangen und auch sonst keiner der Jungs. Man wusste aber auch nicht viel über ihn. Nur, dass er aus England stammte, auf einer Eliteschule war und diese plötzlich von einem Tag auf den anderen gewechselt hatte. Warum war genauso unklar, wie die Tatsache, dass er nur bei seinem Onkel lebte und nicht wie angenommen bei seinen Eltern.
Elias hatte es nur am Rande aufgeschnappt, ebenso, dass es wohl noch zwei Brüder gab und einer nicht ganz dem entsprach, was man sich für sein Kind wünschte. Mehr war selbst ihm nicht bekannt und ebenso wenig Adam, der zusammenzuckte, als Elias ihn doch noch in die Seite pikste und verwirrt ansah. „Zwick mich nicht immer, du blöde Sau."
„Stehst du doch drauf. Genauso wie auf Anstand und Moral." Verwegen grinste Elias, dann aber wandte er sich Nicholas und dessen Angebot zu. Es ging also um Spaß und Spaß hörte er gerne. Besonders bei Jungs, die nicht nur heiß aussahen, sondern auch genau wussten, was sie wollten. Allerdings musste diese Art von Vergnügen dann doch warten, da er zum einen Hunger und auf das Frühstück verzichtet hatte und zum anderen mussten sie William finden, ehe bekannt wurde, dass dieser verschwunden war.
„Sorry, aber der Spaß muss wohl erstmal hinten anstehen", entschuldigte er sich. „Wir müssen erstmal das entlaufene Reh finden, ehe der Alte es merkt oder schlimmer noch, Pater Joel." Beim Gedanken an diesen schüttelte es ihn und angewidert verzog er das Gesicht, ehe er sich abwandte und Adam am Ärmel seines Hemdes packte. „Am besten teilen wir uns auf. Weit kann er bestimmt noch nicht sein."
Adam nickte stumm vor sich hin, ehe er die Treppe runterlief und direkt mit Pedro zusammenprallte. „Will ist verschwunden."
„Ach, was du nicht sagst? Ist mir ja noch gar nicht aufgefallen", erwiderte Adam gereizt, ehe er sich an dem Größeren vorbeidrängte. Pedro rollte genervt mit den Augen, ehe er Adam und Elias einholte und aufhielt. „Ihr braucht nicht zu suchen. Der Alte weiß es bereits und ist am Toben." „Wie, der weiß es? Woher?", mischte sich Elias ein.
„Er ist Pater Joel in die Arme gelaufen und er hat ihn in einer Art und Weise erlebt, die so gar nicht zu ihm passt", erklärte Pedro, ehe er Nicholas hinter sich bemerkte und diesen ansah. „Scheinst da wohl mächtig den Bogen überspannt zu haben, was?"

Nicholas erhob sich dann doch irgendwann und folgte den Jungs. Etwas enttäuscht zuckte er nur beiläufig mit den Schultern, als Elias sein Angebot abgelehnt hatte. Aber er würde da noch drauf zurückkommen, was ihn wieder ungemein freute. Dieses Reh schien ihnen viel zu bedeuten, was auch der Grund war, dass sie gleich wie ein Rudel Wölfe lostigerten, um es zu finden. Doch wie es sich anhörte, saß es bereits in der Falle. In der Falle vom bösen Wolf, Pater Joel. Was auch immer an ihm so schlimm war, die Milchschnitte würde es schon überleben. Aber was wäre, wenn der alte Greis ihm an die Wäsche gehen sollte? Wenn er ihn schlagen und misshandeln würde?
Daran war nun aber er schuld. Vielleicht hätte er ihn erstmal kennenlernen sollen, anstatt gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Noch eine Weile folgte er Elias, bevor er ihn am Arm griff. „Hey, warte ... Warte Mal!", kam es von ihm, bevor er Elias ruhig ansah. „Wer genau ist dieser Joel? Was macht er mit eurem Kumpel und warum hab ich jetzt den Bogen überspannt? Nur, weil ich mich ihren Worten widersetze? Wozu ihr wohl zu feige seid."

Nicholas schien entweder den ernst der Lage nicht zu verstehen oder er hatte es schweigend hingenommen, dass er Mist gebaut hatte. Pedro ließ es daher bleiben, drehte sich um und schritt dicht gefolgt von Adam eilig durch den Flur. Elias lief mit etwas Abstand hinter den beiden her, grübelte und blieb ruckartig stehen, als man ihn am Arm fasste und ansprach. Nicholas. Dazu scheinbar besorgt aber auch neugierig, was Pater Joel und dessen Methoden betraf.
Er seufzte diesbezüglich und ging jedoch erstmal auf das Verhalten ein. „Deinen eigenen Erzählungen nach, hast du William angegriffen und offensichtlich bedrängt und das meint auch Pedro, in dem er der Meinung ist, du hast den Bogen überspannt. Keine Ahnung, was du da ausgelöst hast, aber das war mehr als scheiße und ist inakzeptabel. Regel hin oder her, aber so dreist bin nicht mal ich und ich hab schon ne Menge Scheiße gebaut." Wie aber erklärte man Pater Joel und seine Maßnahmen? Elias kannte nur seine eigene, dazu die von Jamie und soweit er wusste, durfte Christian auch schon bei diesem Gesandten Gottes antraben.
Welche Strafe er bekommen hatte, wusste er nicht und Chris sprach auch nie darüber, wirkte aber immer recht steif, wenn er den Pater im Gang begegnete. „Pater Joel war selbst mal Schüler hier, hat danach studiert und ist nun ein Mann Gottes, wie man so schön sagt", erklärte er vorerst, ehe er etwas leiser wurde. „Man munkelt, dass er seine ganz speziellen Methoden hat, von denen der alte Sack nicht die leiseste Ahnung hat. Ich durfte nur putzen, aber Chris ist noch heute traumatisiert, wenn er nur den Namen hört. Es muss demnach wohl etwas ernster gewesen sein und bei Jamie gehen da auch so ein paar Sachen herum."
Was genau wusste er jedoch auch nicht, er selber hatte Glück gehabt und William war ihm scheinbar nur in die Arme gelaufen und konnte sich diesen wohl entreißen. Das hoffte er, aber es hatte sich so angehört und wenn man Gerüchten Glauben schenken mochte, dann würde er William sicher nicht anfassen ohne, da das Folgen haben würde. „Es ist zwar nur ein Gerücht, aber William soll einen Status haben, der weit mehr Türen öffnet, als man denken mag. Keine Ahnung, ob da was dran ist. Man munkelt da nur."

Munkeln klang sehr interessant. So wie Elias das ganze erzählte, war dieser Joel ein eigenartiger, vielleicht auch perverser Typ. Er hatte die höhere Schule abgeschlossen und war nun Geistlicher. Also konnte er noch kein alter Sack sein. Aber was William anging, seinen Status anging, darauf lag nun sein volles Interesse. „Na ja ... ich hab ihn angemacht. Ihn aber weder geschlagen noch befummelt noch sonst mit irgendeiner Art von Waffe bedroht und glaub mir mein Revolver ist nicht gerade der kleinste und ist verdammt zielsicher", zwinkerte Nicholas und merkte schnell, dass derartige Witze nicht angebracht waren.
Zumindest nicht in dieser Situation. Anhand Williams Reaktion, gab es da wohl irgendwo in dessen Vergangenheit einen Übergriff von irgendjemandem auf den Dunkelhaarigen, der ihn schwer traumatisiert hatte. William würde sich sicher von ihm zurückziehen. Nicholas seufzte. Der Start ging gewaltig in die Hose. Wieder seufzte er und sah Elias ruhig und doch ernst an. Nicht der leiseste Hauch von Perversität oder Schalkhaftigkeit lag in seinem Ausdruck. Aber auch weder Sorge noch Bedrücktheit konnte man lesen. Eigentlich stand Elias quasi vor einer weißen Wand, während er Nicholas fragend ansah. „Okay ... ich möchte helfen, ihn zu finden und egal, was dieser Pater Joel mit ihm vorhat, ich werde es auf mich nehmen!"
Erstaunt sah nicht nur Elias, sondern auch die Anderen ihn an, die innehielten. „Das ist wirklich ehrenhaft. Aber du weißt nicht, worauf du dich da einstellst. Du bist im Klassenzimmer schon der ersten Rüge von der Schippe gesprungen, also wartet nicht nur eine Strafe auf dich. Dazu ist das dein erster Tag hier. Ich will nichts beschönigen, aber dein Start ist echt beschissen." Nicholas nickte nur.
„Egal ... ich bin ein Ehrenmann! Spielschulden sind Ehrenschulden und für meinen Scheiß stehe ich ein!" Dass er insgeheim nur diesen Pater kennenlernen wollte, um zu wissen, was das für ein Kerl war, ahnte keiner.

Pedro sah den neuen Mitschüler ungläubig an, dann aber nickte er und doch hatte er so seine Zweifel. Die Rede war von „in die Arme gelaufen", dennoch blieb William verschwunden und das konnte nur bedeuten, dass er das Gelände verlassen hatte oder aber in Pater Joels Obhut wäre. Pedro überlegte nicht lange, zog sein Handy aus der Hosentasche und begann damit einen der vielen Regelbrüche. Handys waren zwar erlaubt, aber erst nach den Hausaufgaben und ab 18 Uhr. Einmal würde schon gehen, immerhin war ein Mitschüler verschwunden und sollte er nicht bald wieder auftauchen, dann müssten sie ohnehin auf die Hilfe der Polizei setzen. „Entschuldigung, ich suche das Büro des Schulleiters."
Pedro drehte sich um, steckte vorerst sein Handy wieder weg und sah verwirrt den jungen Mann vor sich an. Irgendwie kam der ihm bekannt vor, er hätte schwören können, dass er ihn schon einmal gesehen hatte.
„Heilige Scheiße", entfuhr es stattdessen Elias, ehe er sich an Adam wandte. „Weißt du wer das ist?"
„Jep, das ist Ariel Urbanio und er ist Pornodarsteller."
„Was macht der hier?" Elias sah zu Pedro, dem es langsam dämmerte. „Ähm ich kann es dir zeigen. Also das Büro." Elias grinste über seinen Schulfreund, ebenso Adam, der sich bereits den Bauch vor Lachen hielt, da Pedro plötzlich schüchtern und unsicher war.
„Du wirkst schon genauso wie William", lachte Adam, hielt sich weiterhin den Bauch und doch stoppte er, als Ariel direkt vor ihm stand und ihn ernst ansah.
„Findest du das witzig, ja? Genau seinetwegen bin ich nämlich hier." Wegen William war der hier oder wegen Pedro?
Elias konnte nicht ganz folgen, sah deswegen zu Nicholas und trat einen Schritt auf diesen zu. „Besser wir zeigen dem mal wo das Büro von dem alten Sack ist, oder was meinst du?"

 

 

„Entschuldigung, ich suche das Büro des Schulleiters." Pedro drehte sich um, steckte vorerst sein Handy wieder weg und sah verwirrt den jungen Mann vor sich an. Irgendwie kam der ihm bekannt vor, er hätte schwören können, dass er ihn schon einmal gesehen hatte.
„Heilige Scheiße", entfuhr es Elias, ehe sich an Adam wandte. „Weißt du wer das ist?"
„Jep, das ist Ariel Urbanio und er ist Pornodarsteller."
„Was macht der hier?" Elias sah zu Pedro, dem es langsam dämmerte. „Ähm ich kann es dir zeigen. Also das Büro."
Er grinste über seinen Schulfreund, ebenso Adam, der sich bereits den Bauch vor Lachen hielt, da Pedro plötzlich schüchtern und unsicher war. „Du wirkst schon genauso wie William", lachte Adam, hielt sich weiterhin den Bauch und doch stoppte er, als Ariel direkt vor ihm stand und ihn ernst ansah.
„Findest du das witzig, ja? Genau seinetwegen bin ich nämlich hier." Wegen William war der hier oder wegen Pedro?
Elias konnte nicht ganz folgen, sah deswegen zu Kevin und trat einen Schritt auf diesen zu. „Besser wir zeigen dem mal wo das Büro von dem alten Sack ist, oder was meinst du?"

Nicholas sah dem Ganzen ruhig von der Seite zu. Er kannte hier niemanden, diese Jungs waren auch recht verschlossen. Man hörte hier und da einen Namen, den der Blonde versuchte zu speichern, aber er fühlte sich, wie in einem Bällebad, wo er mit zehn anderen Kindern steckte, ohne deren Namen zu kennen, um Spaß zu haben und wonach das hier nicht aussah. Wieder seufzte er, wurde ruhig angesprochen und sah zu Elias.
„Mh ... schätze, so kann man es machen. Zeig du mir, wie es zu eurem Boss geht. Sollen die Anderen so lange William suchen? Ich denke, zu zweit geht das auch schneller." Mann sah Nicholas fast an der Nasenspitze an, was er mit dem Anderen machen wollte. Der Boss konnte warten, er hatte den Spaß, den er wollte, nicht bekommen und so hatte Nicholas Lust auf etwas verdammt Verbotenes, was ihn noch in Teufels Küche bringen sollte.

Eine Weile starrte Elias Ariel einfach nur an, dann aber hörte er leise Nicholas zu sich sprechen und musste sich erstmal wieder sammeln. So jemanden sah man nicht jeden Tag und schon gar nicht an einer Schule. Er ordnete rasch seine Gedanken, noch immer war William verschwunden und dieser Typ schien ihn zu kennen und war seinetwegen wohl hier.
"Ihr braucht ...", setzte Ariel an, merkte jedoch schnell, dass die beiden Jungs vor ihm wohl diskutierten und rollte genervt mit den Augen. Wirklich zugehört hatten sie eher nicht. "Könnt ihr das später diskutieren? Ich muss dringend zum Direktor und hab nicht den ganzen Tag Zeit." Elias, der sowohl Nicholas aber nun auch Ariel zugehört hatte, nickte. "Dann kommt halt beide mit", seufzte er genervt, führte beide zur großen, steinernen Treppe und schritt diese zackig rauf. "Hey, gib mir nicht die Schuld, ich kann am wenigstens dafür, was bei euch in diesem Saftladen abgeht." Ariel war sauer, folgte jedoch Elias die Treppen rauf und sah nicht gerade angetan aus. Überall diese Kreuze, Jesus hier und einen Gang weiter hing er noch einmal. Da konnte man schon mal einen an die Pimpernelle bekommen, besonders aber, wenn man dreimal der heiligen Jungfrau Maria über den Weg lief. "Schlimmer noch als ne Kirche."
"Ist ja auch ein altes Kloster, was erwartest du da?", erwiderte Elias schnippisch, ehe er endlich das Büro der Schulleitung erreichte und anklopfte. Der Alte, der dahinter saß, knurrte ein knappes "Herein" und sichtlich genervt öffnete Elias daraufhin die Tür.
"Gibt es etwas Neues von dem Jungen?", wollte der recht alt wirkende Mann am Schreibtisch wissen.
"Nein, aber hier ist jemand, der scheinbar mehr weiß", erwiderte er, nickte Ariel zu und dieser betrat kurz darauf das Büro. "Sie können sich entspannt zurücklehnen. Will ist bei seinem Onkel und wird das auch vorerst bleiben, bis wir eine andere Lösung oder Schule gefunden haben. Ansonsten kann ich Ihnen nur anraten, ihre Schüler und Lehrer besser im Griff zu haben."
Dem alten Mann fiel beinahe die Kinnlade herunter. "Was erlauben Sie sich? Meine Schule ist eine der besten in ganz Rom. Eine bessere werden Sie hier ganz sicher nicht finden."
Ariel winkte gelassen ab und grinste gehässig. "Wohl kaum. Diese Schule ist für Jungs, die alles andere als vorbildlich sind und mein Bruder gehört ganz sicher nicht dazu, da er Englands beste Schule besucht hatte."
"Ach wirklich? Und warum ist er dann nicht an dieser Schule?" Herausfordernd sah der Schulleiter auf und nun war es Ariel, der langsam einknickte. "Das hatte seine Gründe und die gehen keinen etwas an."
"Tatsächlich? Mir kam da etwas zu Ohren, was seinen Bruder betreffend ist. Sind sie nicht Darsteller für diverse Filme? Ist das nicht schlecht für das Ansehen der Familie Tudor?"
Immer mehr Fragen prasselten auf Ariel nieder und so langsam reichte es ihm dann doch. "Was ich bin geht sie einen Dreck an, das hat nichts mit William zu tun. Er ist aus einem ganz anderen Grund freiwillig von der Schule gegangen." Ariel hatte genug, er drehte sich um, verließ das Büro und achtete zudem nicht auf Nicholas und Elias, die ihm beide verwirrt hinterher sahen.
"Der Kerl ist Williams Bruder? Na das erklärt einiges", nuschelte Elias leise an Nicholas gewandt.

Nicholas sah ihn fast schon flüchten und in seinem Kopf wurde es laut. Viele Gedanken rasten gerade auf der Achterbahn seines Verstandes und wollten nicht langsamer werden. Er kannte sich hier nicht aus, das stand fest. Er war neu und wohl bei dem ein oder anderen nicht gern gesehen. Wie der Lehrer von vorhin, seinen Namen hatte er eh schon vergessen. Der Direktor hier war leider alles andere als sexy und jung.
Soße gab es hier auch nicht, also stand er wieder in einer Sackgasse und er musste immer noch mit William reden. Irgendwie war seine Reaktion auf ihn seltsam, das sorgte jedoch auch dafür, dass er für ihn noch interessanter wurde.
"Hey ... du ... Elias. Ich muss dringend pinkeln. Kannst ja schon Mal zu dem Alten rein. Egal was ist, ich nehme meine Strafe entgegen." Eilig ging er davon und suchte die Toiletten. Als er jedoch aus der Sicht des Anderen war, bog er hier und da ab und schnitt diesem Ariel prompt den Weg ab.
Dieses Mal würde er nicht den gleichen Fehler wie bei William machen. Dieses Spiel spielte er anders. Strukturiert und geplant. "Ähm ... Hi ... Ähm ... bist du nicht Ariel? Andres Bruder? Ich habe gehört ... na ja ... er wäre nicht mehr hier. Darf ich fragen was passiert ist?"

Ach so er ging aufs Klo und er würde hier schon alles regeln? Sonst setzte es aus, oder was? Nicht mal einen Tag hier und schon Sonderwünsche äußern. Nicht zu fassen. Elias rollte dementsprechend genervt mit den Augen. "Zieh schon Leine, ich mach das hier", grummelte er leise, ließ ihn abzischen und sah diesem Kopfschüttelnd nach, ehe er das Büro des Schulleiters betrat.
Ariel hingegen schlenderte, nachdem er sich gefasst hatte, ruhig durch das Gemäuer und dachte nach. Fast drei Jahre war sein Bruder nun schon hier und zuvor hatte es keinerlei Probleme mit Mitschülern gegeben. So weit war er jedenfalls informiert durch Casper, der dann doch regelmäßiger Kontakt zu William hatte. Vielleicht aber sollte er einfach Willow anrufen, sie war immerhin ... Nanu, wer störte ihn denn jetzt wieder? Ariel blickte verwunderter hinter sich, erkannte, dass es einer der Jungs von vorhin war und dieser scheinbar wissen wollte, wie es William ging, beziehungsweise, was vorgefallen war. Genau wusste er das auch nicht, er hatte nur Fetzen von dem Gespräch mitbekommen und ... "Na ja", fing Ariel daher an. "Normal rede ich nicht einfach darüber, was in meiner Familie gerade passiert, aber scheinbar seid ihr wohl sowas wie befreundet."
Ariel seufzte und lehnte sich an die Wand hinter sich. "Ich bin Williams Bruder, ja. Genau genommen einer von zwei und beide auch älter als er. Casper lebt noch daheim, ich hingegen bin vor Jahren ausgezogen und das war scheinbar ein fataler Fehler." Und was für einer, grummelte er gedanklich in sich hinein. "Scheinbar kam es an eurer Schule erneut zu einem Übergriff, der ihn massiv getriggert hat. Allerdings hat er wie damals schon nicht gesagt, wer es war." Ariel rieb sich über den Nacken, kurz sah er sich um und dann blickte er wieder zu Nicholas. "Du solltest wissen, dass ich nicht der Grund für seinen Schulwechsel war. William wollte damals nach diesem Übergriff von seiner alten Schule und das, obwohl er ziemlich beliebt war und viele Freunde hatte. Allerdings kam irgendwann der Tag, an dem er nicht mehr hinwollte, sich regelrecht sträubte und dabei kam heraus, dass ihn irgendjemand aus seiner Klasse ..."
Ariel sprach nicht weiter, eher wurde er wütend auf den Kerl, der seinen Bruder an die Wäsche wollte und kein Nein verstanden hatte. Verdammter Mistkerl und doch hatte er keine Ahnung, wer es war. Sollte er es je herausfinden, er würde ihm den Kopf abreißen und noch ganz andere Dinge mit ihm anstellen. "William ist erstmal jetzt bei unserem Onkel und wie es scheint, will er ihn an einer anderen Schule unterbringen, was aber nicht so leicht ist, da alle Schulen, die geeignet wären bereits voll sind. Keine Ahnung was wir jetzt machen, ob er zurückkommt oder ob es nicht besser wäre, wenn er zurück nach England geht."
"Er wird sicher nicht nach England zurückgehen und das weißt du." Unweit von ihnen stand plötzlich Casper und blickte Ariel zornig an.
"Du unterschätzt unseren kleinen Bruder, er ist nicht so schwach, wie du denkst, er ist einfach nur überfordert, mehr nicht." Casper kam näher, blieb jedoch direkt neben Nicholas stehen und sah diesen schief von der Seite an. "Und wer bist du, wenn ich fragen darf?"

Nicholas hörte sich alles ruhig an, immerzu nickte er während sein Körper ruhig gegen die Wand lehnte und er versuchte so zu wirken, als interessiere es ihn wirklich. Aber als die Information fiel, dass William wohl schon unsittlich berührt wurde und das scheinbar ein Trauma in ihm auslöste, schluckte selbst er. Ariel und Casper waren seine Brüder und jetzt war er bei seinem Onkel und würde scheinbar nicht mehr zurückkehren. Daran war alleine er schuld. Irgendwie verärgerte es ihn, er wollte doch lediglich ein bisschen Spaß haben, wenn sein dämlicher Onkel ihn schon hierher stecken musste.
Als der Andere ihn schließlich ansprach, sah Nicholas ruhig zu ihm. Unweigerlich schluckte er, wieso sahen sie Jungs hier so verdammt sexy aus. Da könnte man ja nicht in Abstinenz leben. "Ich bin Nicholas. Ich bin neu hier auf der Schule und ... na ja ... ich könnte euch mit William helfen, denn ... ich ... na ja ... hab gesehen, wer ihn angepackt hat."
Verwirrt sahen Ariel und Casper ihn an. "Und warum hast du das nicht früher gesagt?", grummelte Ariel und schüttelte den Kopf.
"Na ja ... ich dachte, er wollte das. Ich wusste nicht, dass er so eine Vergangenheit hat."

Nicholas hieß er also und weiter? Casper sah ihn eine Weile an, jedenfalls so lange bis Ariel zu grummeln begann und das konnte er dann doch ziemlich gut. Meist blieb es aber dabei, dass er nur brummelte und selten zuschlug. Das war dann doch Casper seine Art und er stand kurz davor diesem Nicholas eine reinzuhauen. Allein für den Spruch, den er losließ, dass er gedacht hatte, William hätte es gewollt.
"Woran sieht man denn, dass jemand angefasst werden will, hm? Vielleicht an den Blicken, die dem Sitznachbarn gehören oder daran, dass..." Casper ballte die Faust, doch bevor er zuschlagen konnte, hielt Ariel ihn davon ab und drückte ihn mahnend an die nächste Wand. "Lass den Mist. Er hat es genauso wenig gewusst wie ich es wusste."
Casper schnaufte, schubste Ariel von sich und trat erneut wütend auf Nicholas zu. "Lass ja deine Griffel von meinem Bruder."
"Casper, es reicht." Ariel packte ihn am Kragen und zog ihn mit einem Ruck zurück. "Hast du vergessen, wer du, wer wir sind? Wo sind deine Manieren hin?" Kopfschüttelnd ließ er Casper los. "Sorry, aber er ist manchmal etwas ungehalten. Keine Ahnung, woher er das hat", entschuldigte sich Ariel, ehe er Casper nochmals zurückziehen musste, weil er offenkundig noch nicht genug hatte. "William ist erstmal bei unserem Onkel und ich denke, eine Aussprache wäre ganz gut. Immerhin scheint da ja irgendwas gewaltig schiefgelaufen zu sein."
Ariel überlegte kurz, dann aber wandte er sich an seinen Bruder und grinste. "Geh du mal zu dem alten Sack ins Büro und meld Nicholas für heute ab. Wir gehen schon mal vor."

Verdutzt sah Nicholas ihn aus großen Augen an. Dieser Casper schien ein wenig auf Krawall gebürstet und hatte selbst wohl so seine Erfahrungen aber Ariel hielt ihn gleich zurück. Sie waren wohl alle aus viel besseren Hause als er es war. Er seufzte und zuckte auf Caspers Frage hin mit den Schultern. "Na ja, wenn ich einem Typen zeigen möchte, dass ich was will, wehre ich mich bei seinen Berührungen nicht. Ich lasse ihn nah an mich, ohne Protest zu zeigen. Flirten mit den Blicken gehört dazu und ich habe mich bislang nur geirrt, was Signale angeht und ganz ehrlich, euer kleiner Sonnenschein war sicher zu Beginn nicht abgeneigt. Dennoch bin ich kein Vergewaltiger, ich tue niemandem etwas an, gegen seinen Willen!"
Nicholas sprach offen heraus, was er dachte und erntete ein tiefes Schnauben voller Verachtung von Casper, der sich schon von ihnen abgewandt hatte und losging. Passte ihm eigentlich gerade Recht gut von hier wegzukommen und diesen Nicholas mochte er jetzt schon nicht. "Dann lass uns gehen. Hoffe, der Alte wohnt nicht zu weit weg?"
Es dauerte wirklich nicht lange, bis sie vor der Tür eines angenehm großen Hauses standen. Die Fassade war weiß, die Fensterrahmen in einem dunklen braun, wie die Tür und die kleine Terrasse. Auf dem Weg hierher sprachen sie nicht, erst als Nicholas an der Tür klopfte und ein älterer Mann öffnete, schluckte er leicht. Dieser Blick war dominant und bereitete selbst ihm ein wenig Unwohlsein.

Sonnenschein, nicht abgeneigt? Wäre Ariel nicht und drängte darauf es sein zu lassen, würde er diesem Idioten derart seine Fresse polieren, dass ihn nie wieder irgendwer ansah. So aber gab er Ruhe, grummelte und tötete ihn lediglich mit Blicken in den Rücken. Solange, bis Ariel gemeinsam mit Nicholas das Kloster verlassen und die Straße betreten hatte. Im Gegensatz zu seinem Bruder war er entspannter, schwieg jedoch und führte ihn durch die schmalen Gassen Roms. Wie sein Onkel auf den Besuch reagierte, wusste Ariel nicht, ebenso wie weit er über die Missstände informiert war und ob er überhaupt wusste, dass nun all seine Neffen anwesend waren.
Ariel selber hatte unweit der Stadt einen Dreh, Casper hingegen war in einer Nacht und Nebelaktion gereist und sicher gab das noch gehörigen Ärger mit ihren Eltern. Zwar war Casper bereits 19 Jahre alt, dennoch ging er zur Schule und hatte zu Hause einige Pflichten. Einer musste den Eltern unter die Arme greifen und William hatte sich damals dagegen entschieden, hatte England verlassen und das nur, weil es einen tragischen Zwischenfall mit jemandem aus seiner Schule kam. Ariel hatte bis heute keine Ahnung, was da genau war, vor allem aber wusste er nicht, wer dafür verantwortlich war. Ariel war zu selten daheim und das seit Jahren schon. Immer auf Achse, am Ende der Welt und meist nur telefonisch zu erreichen.
Ariel seufzte, bedauerte es sehr für William nicht da sein zu können und doch war er hier, begleitete diesen Nicholas zu ihrem Onkel, der alles andere als begeistert wirkte. Sein Blick glich dem von Casper ziemlich, doch eher galt er Ariel selber und nicht Nicholas, der dennoch ziemlich steif neben ihm stand und verunsichert aussah. Sein Onkel hatte das Auftreten eines Soldaten, den Blick Heinrichs des Achten und das war erschreckend, da er genau wie Ariels Vater eigentlich aus der Blutlinie der Tudors stammte. Ariel versuchte zu lächeln. "Wir wollten zu William."
Sein Onkel sah ihn scharfsinnig an, dann blickte er zu Nicholas und wieder zurück. "Wo ist Casper?"
"Ist das wichtig? Er kommt nach, sobald er sich beruhigt hat", erklärte Ariel knapp, trat an seinem Onkel vorbei und zog Nicholas rasch hinter sich her.
"Pass bei dem auf, der lebt teils noch im Zeitalter seiner längst verstorbenen Verwandtschaft." Ohne auf seinen Onkel zu achten schritt er die Treppen rauf und zum Gästezimmer. Viel hatte sich seit seiner Kindheit nicht getan, alles glich noch wie vor Jahren und somit war es leicht Andre im oberen Stockwerk zu finden. Wie sein Onkel schon nicht begeistert war, so wenig war es auch sein kleiner Bruder und zeigte sogar deutlich eine Abneigung ihnen beiden gegenüber. "Lieblingsbruder ist wohl ziemlich weit hergeholt, wie man sehen kann", frotzelte es leise hinter Ariel und doch ließ er sich davon nicht beeindrucken, sondern trat einen Schritt auf William zu, der jedoch sofort auswich und einen Satz nach hinten machte.
"Er will keinen sehen und das solltet ihr beiden respektieren", mischte sich sein Onkel ein, der jedoch im Flur stand und sich mit hochgezogener Augenbraue das Schauspiel besah und mit dem Kopf schüttelte.

Nicholas merkte schon, was das für ein alter Sack war. Der war ja noch gruseliger, als dieser seltsame Clown der in der Kanalisation Kinder fraß. Ein seltsamer Schauer lief ihm kühl den Rücken hinab, dennoch folgte er Ariel und sah nun bald William in die Augen, der abwesend im Zimmer stand. Fast so, als hatte er sich eine schützende Mauer aufgebaut. Vor allem bösen und wie er stark vermutete, vor ihm. Jetzt konnte er es auch verstehen, er würde nur zu gerne wissen, was damals genau geschah.
Irgendwie hatte das alles einen seltsamen Verlauf genommen. Er sollte doch einfach nur auf diese scheiß Schule gehen und dachte nicht im Traum daran, jetzt hier zu stehen. Aber ein Zurück gab es nicht mehr, weshalb Kevin vortrat. "Ich bin Nicholas und würde gerne mit William reden. Nur zehn Minuten. Danach können sie mich gerne herauswerfen."

Reden wollte er? William sah Nicholas wenig begeistert an und fragte sich, ob zehn Minuten da überhaupt ausreichend waren. Nachdenklich stand er da, rechnete aus, dass diese nicht annähernd ausreichen würden und doch stimmte er schließlich zu. "Zehn Minuten und keine Sekunde länger." Seinem Bruder einen Blick zuwerfend, deutete er auf die Tür und damit an, er solle das Zimmer verlassen und diese hinter sich schließen.
Ariel kam der Aufforderung nach, ließ beide alleine und schloss wie gewünscht die Tür. William blieb mit Abstand stehen, wartete noch einen Moment und wandte sich erneut an Nicholas. "Du bleibst da vorne stehen und wage es ja nicht, näherzukommen", stellte er klar und man sah ihm mehr als deutlich an, dass er ziemlich angefressen war.
Zu Recht, immerhin hatte der andere etwas aus der Vergangenheit ans Licht getragen, was er längst vergessen, beziehungsweise verdrängt hatte. Zwar konnte Nicholas dafür nichts, dennoch mochte er seine Art ganz und gar nicht und machte das mehr als deutlich. Er stellte sogar dreist die Eieruhr auf ganze zehn Minuten, setzte sich dann auf seinen Schreibtisch und blickte ihn erneut an. "Deine Redezeit läuft bereits!"

William blieb mit Abstand stehen, wartete noch einen Moment und wandte sich erneut an Nicholas. „Du bleibst da vorne stehen und wage es ja nicht, näherzukommen", stellte er klar und man sah ihm mehr als deutlich an, dass er ziemlich angefressen war. Zu Recht, immerhin hatte der Andere etwas aus der Vergangenheit ans Licht getragen, was er längst vergessen, beziehungsweise verdrängt hatte. Zwar konnte Nicholas dafür nichts, dennoch mochte er seine Art ganz und gar nicht und machte das mehr als deutlich. Er stellte sogar dreist die Eieruhr auf ganze zehn Minuten, setzte sich dann auf seinen Schreibtisch und blickte Nicholas erneut an. „Deine Redezeit läuft bereits!"

„Mh ... verstehe. So einer bist du", kam es ruhig von Nicholas und als die Tür sich schloss, nickte er und legte die Hand an den Schlüssel. Nach einem leisen Klicken war diese nun fest verschlossen und er nahm nicht an, dass William lebensmüde aus dem Fenster springen würde. Dieser wich jedoch noch zwei Schritte zurück und zeigte schweigend auf die Uhr. Er seufzte. Er mochte so etwas nicht. Eine Aussprache unter Druck. Er setzte sich gelassen auf das Bett und schwieg. Ja, er saß die nächsten zehn Minuten einfach nur ruhig da und wartete. In Williams Augen konnte er lesen, wie irritiert und wütend dieser war und ... keine Ahnung.
Verletzt vielleicht. Als die zehn Minuten verstrichen waren, seufzte Nicholas leise und wandte den Blick zu ihm. „So, da deine zehn Minuten nun um sind, fangen meine an. Das was passiert ist, das wollte ich nicht und ich wusste das auch nicht. Du scheinst scheinbar etwas Unschönes erlebt zu haben, dass ich wieder hervorgerufen habe. Das verstehe ich so langsam aber kannst du mich nicht auch ein wenig verstehen? Deine Reaktion, deine Mimik und Gestik, zudem deine Pheromone, waren für mich alles Anzeichen dafür, dass du das auch willst. Ich hatte nie vor, dir in irgendeiner Weise Leid zuzufügen."

Misstrauisch sah William jeder noch so kleinen Bewegung seitens Nicholas zu, dennoch sagte er zu der abgeschlossenen Tür kein Wort. Ebenso, als er sich schweigend hinsetzte und die ganzen zehn Minuten einfach verstreichen ließ. Schön, er wollte also nicht. Gut, dann würde er auch nicht wollen, zog sogar sein Handy aus der Hosentasche und schrieb via WhatsApp mit seiner besten Freundin. Willow kannte er seit dem Kindergarten, sie war wie er 16 Jahre und doch lebte sie noch immer in England. Außerdem war sie seit kurzem die feste Freundin von Casper und gehörte somit quasi schon zur Familie. Sie wusste demnach alles, auch was damals passiert war und aktuell war sie bereits involviert und schimpfte per Nachrichten wie ein Rohrspatz. Allerdings half das William gerade auch nicht weiter und wo er gerade die Uhr im Auge hatte, so sah er deutlich, dass die zehn Minuten abgelaufen waren.
Und was war? Nichts war. Nicht ein Wort und jetzt sollte er zuhören? Noch dazu anhören, dass er dachte, er hätte das gewollt? Nicht sein Ernst. William wirkte im ersten Moment fassungslos, fing dann aber an zu lachen und das ziemlich laut. „Du hast ernsthaft gedacht, ich will das?", wiederholte er zwischen drei herzhaften Lachern. „Hab ich vielleicht ‚Fick mich' auf der Stirn stehen gehabt? Wohl kaum", lachte er weiter, hielt sich bereits den Bauch und schüttelte den Kopf über Nicholas. „Du musst echt noch einiges lernen, wie mir scheint. Allem voran, wie man erkennt, wann und ob jemand etwas will. Nur, weil jemand dich anguckt, heißt das nicht, dass er angefasst, oder mit dir ins Bett will!"

„Vielleicht würde es dir nicht stehen? Nein, so Schriftzüge tätowieren sich nur Idioten auf die Stirn und du scheinst definitiv keiner zu sein. Eher ein kleines Lamm, das sich in seinem Stall verkriecht und Schutz sucht. Ich weiß nicht ... was passiert ist. Sorry, man hat man es nicht erzählt. Ich mag so Themen auch nicht ansprechen, aber da es wohl eine Barriere bildet zwischen uns, sehe ich das als notwendig. Wahrscheinlich strahlt dein Körper aufgrund deiner Angst dieses „beschützt mich" Effekt aus. Das ruft in mir leider ... na ja ... ne Seite hervor, die man eher nicht sehen mag. Andere würden dich sicher schamlos ausnutzen, guten Freund spielen und dich dann im Moment des vollsten Vertrauens, ins Bett zerren und fertig machen! Und wenn du dann schreist ... ist niemand da, der dir helfen kann." Seine Hände wurden warm vor Schweiß, der durch das ständige Reiben entstand.
„Aber ich gehöre nicht zu dieser Sorte. Ich bin anders und sage klar von Anfang an, was ich will. Mir kann man sich anvertrauen. Ich schweige aber dafür nimmt man mich so, wie ich bin. Ich habe noch nie jemanden wehgetan, nicht so und auch nicht im Bett aber ich habe großes Interesse an dir. Vielleicht muss man das, was man als schrecklich empfindet, von einer anderen Seite her sehen und erleben!" Nicholas erhob sich und ging langsam auf William zu. Einen Schritt vor ihm blieb er stehen. Auch wenn er es nicht wollte, nahm er dessen Hand. „Stelle dich dem, was dich kaputt macht, sonst macht es DICH kaputt!"

Ein Lamm sollte er also sein, dem man den guten Freund vorspielte und ihn dann gnadenlos anfiel, wie der Wolf das Rotkäppchen? Interessante Theorie, die sich vor Jahren schon zugetragen hatte, mit der er erneut getriggert wurde und ihm sollte er vertrauen? William stand da wie vom Blitz getroffen, wirkte so gar nicht angetan von dem, was Nicholas redete und hatte gar nicht die Möglichkeit dem Ganzen auszuweichen. Wie auch? Hinter ihm war die Wand und seine Zimmertür war abgeschlossen. Blieb also nichts anderes übrig, als weiterhin zuzuhören und skeptisch zu bleiben. Und seine Skepsis blieb weiterhin.
„So, so, du hast also Interesse an mir. Wohl eher in dem Sinne, wie es die anderen auch haben und mich das schlichtweg nicht interessiert", erwiderte er mit hochgezogener Augenbraue, wollte sich um und somit wegdrehen und doch war Nicholas schneller, stand direkt vor ihm und nahm seine Hand. Dem stellen, was ihn kaputt machte? Wie kam er darauf, dass es das tat? Er hatte es bereits vergessen, verdrängt und ausgelöst wurde es nur durch einen dummen Zwischenfall, den Nicholas ganz allein zu verschulden hatte. Wäre er nicht gewesen, dann ... er stoppte seine Gedanken, lenkte sie in eine andere Richtung und überlegte. Was, wenn er den Spieß umdrehte?
William gefiel der Gedanke und ein Grinsen machte sich auf seinen Lippen breit. „Schön, dass du den Therapeuten raushängen lässt, aber ich denke, das wird meinem Freund nicht ganz gefallen. Der kann ziemlich eifersüchtig werden und die Beziehung steht eh schon auf der Kippe." Zwar hatte er nicht wirklich einen festen Freund, doch Nicholas würde wohl kaum bis England gucken und in seine alte Schulklasse. Vielleicht hatte er dann auch endlich seine Ruhe und das vor allen, die ihm mehr oder weniger am Hintern klebten und seiner Unschuld nachjagten.

„Dann hat er dich nicht verdient! Wenn eure Beziehung auf Messers Schneide liegt, dann wird er so dumm sein und nicht wissen, was er verpasst! Wie kann man so eine Schönheit, wie dich, gehen lassen?" Nicholas sah ihm ruhig in die Augen und konnte dem Blick standhalten. Egal wie provokativ William war.
„Ich bin weder ein Psychologe noch Arzt aber du siehst mir nicht danach aus, als wärst du über die ganze Sache hinweg. Ich vermute, du verdrängst mit deiner Art etwas, was ich wohl wieder getriggert habe. Anstatt es mir zu erklären, stellst du mich nun als den bösen dar. Das ist echt unterste Schublade. Wem willst du eigentlich was vorspielen?"
Er schüttelte den Kopf. „Ich mag Leute wie dich nicht aber du hast etwas an dir, dass dich interessant macht. Nicht im sexuellen ... nun eher ... im Menschlichen. Auch, wenn du mir sicher nicht glaubt willst."

Dumm war nur einer und das war William selber. Allein deswegen, weil er es ihm nie gesagt hatte, sogar den Kontakt abgebrochen hatte und das nur, um alles und jeden hinter sich zu lassen. Und jetzt kam alles wieder hoch. Nicht nur die Sache mit Patrick, sondern auch alles, was mit seinem besten freund Alexander zu tun hatte. William schluckte. „Falls es dich interessiert, ich hab es nie jemandem gesagt. Es weiß keiner an der Schule warum ich gewechselt habe." Er atmete tief durch, wandte den Blick ab und sah stattdessen zu Boden. „Es wissen nur zwei Leute wer es war und was genau vorgefallen ist. Eine dritte Person ist dement und wird sich an den Vorfall nicht mehr erinnern und ich gebe dir daran nicht die schuld. Die trägt keiner, abgesehen von diesem Kerl selber."
Stell dich nicht so an. Ich hab deine Blicke gesehen. Worte die erneut in seinen Ohren klingelten und beinahe wie ein Presslufthammer auf ihn wirkten. Und die William endlich verstand. Er hatte sie falsch interpretiert. Genau wie Nicholas, der seine Körpersprache missverstand. „Scheinbar hab ich wirklich etwas an mir, was andere in den falschen Hals bekommen", seufzte er, mogelte sich an dem Anderen vorbei und setzte sich stattdessen auf seinen Schreibtisch. „Und jetzt? Ich hab keinen Bock mich hinzustellen und über meine Vergangenheit zu reden."

„Ich hab auch keinen Bock, mir deine ollen Kamellen anzuhören. Ich hab Besseres zu tun. Na ja, vielleicht nicht in diesem Moment, aber generell. Irgendwo hätte ich aber euch Lust, ne Runde mit dir zu plaudern, dich kennenzulernen. Scheinst ja mega wichtig hier zu sein, dass ne Hand voll mega süßer Junge dir hinterherrennen. Du siehst zwar unschuldig aus, aber ich vermute, du hast es faustdick hinter den Ohren." Nicholas wollte ihn nicht bedrängen aber es war, wie er sagte, er mochte solche Typen nicht.
Was William an sich hatte, verstand er sicher irgendwann. Er ging an ihm vorbei, setzte sich auf das Bett, zog seine Schuhe aus und warf sich schließlich auf das Laken. „Mhhh ... was ein weiches Bett. Da drinnen lässt es sich echt gut zusammen liegen!"

Über alte Kamellen reden wollte William ganz sicher nicht. Generell hatte er keine Lust mit Nicholas zu plaudern aber er war nun mal hier und so schnell schien er nicht gehen zu wollen. Er schien es sogar in Betracht zu ziehen ihn kennenzulernen. Wozu? Er hatte so gar keine Lust und sah Nicholas skeptisch an, der es sich auf seinem Bett bequem machte und locker weiter redete, als würden sie sich seit Jahren kennen. So gesehen tat das keiner in der Schule, auch Jamie nicht und er war neben Justin noch einer der wenigen, mit denen man sich normal unterhalten konnte.
„So wichtig bin ..." Das Klingeln seines Handys unterbrach ihn selber. Kurz zog er es aus der Hosentasche, warf einen Blick auf das Display und entschied sich kurz ranzugehen. „Alexander was gibt es denn? Ich hab grade keine Zeit und ..." Er seufzte und ließ den Anderen reden. „Das ist deine und nicht mehr meine Sache. Klärt das doch bitte unter euch, ja?" Genug geschwafelt, er legte auf und sah Nicholas mit hochgezogener Augenbraue an. „Du willst wissen, warum mir so viele Typen hinterherrennen?", wiederholte er die Worte, legte nachdenklich den Finger auf die Unterlippe und begann zu grinsen. „Nun ja, ich hab eben meine Qualitäten und einige der Herren wollen wohl auch mal in den Genuss kommen, meine Lippen an einer ganz bestimmten Stelle zu spüren." Hoch gepokert und ziemlich riskant, aber anders würde Nicholas wohl keine Ruhe geben und so wie er da lag und ihn ansah, kam das schon sehr der Bitte nach, sich zu ihm zu legen.
Sollte er wirklich, dazu neben einen Jungen, den er weder kannte, noch einschätzen konnte? William haderte mit sich selber, damit, was Nicholas ihm zuvor geraten hatte. Stell dich dem, was dich kaputt macht. Leichter gesagt, als getan und doch setzte sich sein Körper langsam in Bewegung und trat dichter an das Bett heran. Nur noch wenige Zentimeter trennte sie und bevor er es sich anders überlegen konnte, war sein Körper wieder schneller und lag mit Abstand zu Nicholas neben ihm auf seinem Bett.

Nicholas Augen folgten ihm auf Schritt und Tritt. Er wollte nichts auslassen, keine seiner Bewegungen verpassen, denn er hatte gelernt, das beobachten, egal in welcher Lebenslage, sehr wichtig war. Über die Worte des Anderen war er nicht wirklich erstaunt. Er sagte ja bereits, dass dieser es sicher Faustdick hinter den Ohren hatte. Wer weiß, wieso William sowas tat. Aus Lust und Gier andere Schwänze zu lutschen? Wurde er so geil bei sowas? Hatte er lieber Ältere oder Jüngere? Kleine oder Große? Eilig schüttelte er den Kopf. Warum dachte er da so intensiv nach?
Er gehörte sichtlich zu der jüngeren Gruppe und sein Schwanz war mit 23 Zentimetern erigiert ein sehr gutes Maß. Wie würde er sich wohl in seinem Mund anfühlen? Wie gut war der Andere mit seiner Zunge? Lutschte, oder knabberte er lieber? Saugte oder verbiss er sich? Herrje und seine Finger? Waren sie rau, oder eher sanft? Auf den ersten Blick wirkten sie ... na ja ... normal halt. Aber das sagte nichts über ihn aus. Die Lippen waren leicht geschwungen, denen Nicholas mehr Beachtung schenkte.
Er liebte Lippen, das war das erste, wo er hinsah, wenn er jemand Neuem begegnete. Total in Gedanken, bemerkte er nicht, wie sich sein Körper dem Anderen zuwandte und seine Finger sich selbstständig machten, um über Williams Handrücken zu streichen. Zart und ganz langsam.

Und jetzt? Schweigegelübde oder warum sagte der Andere nichts? Die Stille war irgendwie seltsam, man hörte nur das Ticken der Uhr, dazu den leisen Atem Nicholas und das unruhige zupfen an seinem Kissen. So ganz wohlfühlte sich William neben ihm dann doch nicht und Vertrauen war etwas, was er ihm derzeit nicht schenken konnte und wollte. Dafür war es viel zu früh und man kannte sich nicht. Nicht mal zwei Tage und viel geredet hatten sie nicht. Was sollte er auch mit ihm reden? Wie es schien, waren sie total unterschiedlich und über Bücher brauchte er mit Nicholas genauso wenig reden wie über Mumien oder generell Geschichte.
William seufzte, richtete sein Kissen und doch zuckte er heftig in sich zusammen, spürte etwas ungewohntes an seiner Hand und schielte fassungslos auf Nicholas, die auf seiner lag und ihn streichelte. Scheinbar in Gedanken, dennoch war sie da und löste ein Unbehagen in ihm aus, das er hastig seine Hand wegzog. Mit angefasst zu werden hatte er scheinbar noch immer ein Problem und er erinnerte sich, wie lange es gedauert hatte, dass Jamie oder Justin ihn umarmen oder die Hand reichen durften. William schluckte kurz, sah dann aber zu Nicholas. „Ich hab es nicht so mit anfassen. Tut mir leid."

„Ja, merke ich. Keine Sorge, ich tatsche schon nicht. Auch wenn du ... na ja ... ach egal. Vergiss es. Solange ich hier bin, muss ich nicht in diese seltsame Anstalt. Ist doch total krank, dass mein Alter mich hier herbringen ließ. Ey, als ich das erfuhr, hätte ich Schlappen kotzen können. Ich meine, hast du das Gebäude gesehen? Was ist das? Ein Knast oder eine Schule? Aber als ich die ganzen Jungs hier sah, fing es mir schon an, zu gefallen. Seltsam ist nur, dass hier wohl jeder sehr prüde ist. Wie soll man denn hier überleben?"
Nicholas dachte eine Weile nach. „Oder kann es sein, dass ihr es hier eher nachts miteinander treibt? So frei nach dem Spruch „im Dunkeln lässt sich gut munkeln". Das kann ich mir hier sehr gut vorstellen." Nicholas erhob sich und kniete sich vor William. „Berührungen magst du also nicht und was, wenn ich es schaffe ... na ja ... dich zu verwöhnen, ohne dich anzufassen?"

Was das hier war? Nun so gesehen eine Schule für Jungs die von anderen suspendiert und schließlich ausgeschlossen wurden. Wegen Fehlverhalten und anderen Geschichten, die William sich dann doch lieber nicht ausmalen wollte und er dennoch genau wusste, dass er an dieser Schule falsch war. „Wie du hier überleben willst?", wiederholte er die Frage und überlegte. Eigentlich ganz einfach, man hielt sich an die Regeln und doch war die Antwort nicht passend. Für Nicholas sicher nicht und die anderen Jungs sahen das ebenso. „Prüde? Mach mal halblang und achte auf die Feinheiten des Gemäuers." William kannte sie, kannte sie alle und hatte dadurch schon leider zu vieles gesehen, was er nicht sehen wollte.
„Das ist ein altes Kloster, dazu verwinkelt und verbirgt damit so manches Geheimnis." Und das wusste nicht nur er, Elias ebenso und ganz besonders aber Christopher und Pedro, denen man das am wenigsten zutraute. Genug hatte er jedenfalls mitbekommen und auch das ein oder andere gesehen, was ihm beinahe die Sprache verschlagen hatte. Auch, wenn er sich zurückhielt, ließen ihn diese Bilder dann doch eher kalt und er konnte damit nichts anfangen. Es interessierte ihn schlichtweg aber auch gar nicht und solange er hier war, rannten sie ihm nach, rissen blöde Sprüche und das reichte aus, um sich ins Abseits zu schießen.
William hatte kein Interesse an Sex, generell an Dingen, die damit irgendwas zu tun hatten und vielleicht war er auch dieses typische a-sexuelle Wesen, von dem Bastian immer sprach. Ausprobiert hatte er es jedoch nie, er hatte lediglich vor Jahren ein Mädchen geküsst, dazu die Schwester eines Freundes und doch war es jetzt nichts, was man seiner Meinung nach hätte ausweiten müssen und dann war da noch Alex. Sein Sandkastenfreund, sein Bro und irgendwann merkte William, dass er ihn anders sah und nicht mehr als nur seinen besten Freund. Umso verwirrter sah er Nicholas an, der plötzlich vor ihm kniete und ihn verwöhnen wollte und das, ohne ihn anzufassen. Er schluckte, er ahnte bereits wie Nicholas das meinte und was genau er vorhatte.
So dumm war er dann doch nicht und würde er sich darauf einlassen, würde ganz sicher seine Tarnung auffliegen. Er saß in der Zwickmühle, auf der anderen Seite aber war er schon irgendwie neugierig was genau an einem Blowjob so spannend sein sollte. Elias und Adam sprachen dauern davon und irgendwie musste dann doch irgendwas gut daran sein. Nur was? Immer mehr stieg die Neugier in ihm, seine Hände machten sich selbstständig, begaben sich auf eine noch unbekannte Reise und ohne den Blick von Nicholas abzuwenden, öffnete er den Knopf seiner Hose und zog den Reißverschluss runter.
Dann hob er die Hüfte an, streifte langsam die Hose runter und frech, wie er hin und wieder sein konnte, blickte er ihn herausfordernd an. „Dann zeig mal, was du kannst und das ganz ohne mich anzufassen."

William schluckte, er ahnte bereits wie Nicholas das meinte und was genau er vorhatte. So dumm war er dann doch nicht und würde er sich darauf einlassen, würde ganz sicher seine Tarnung auffliegen. Er saß in der Zwickmühle, auf der anderen Seite aber war er schon irgendwie neugierig was genau an einem Blowjob so spannend sein sollte. Elias und Adam sprachen dauern davon und irgendwie musste dann doch irgendwas gut daran sein.
Nur was?
Immer mehr stieg die Neugier in ihm, seine Hände machten sich selbstständig, begaben sich auf eine noch unbekannte Reise und ohne den Blick von Nicholas abzuwenden, öffnete er den Knopf seiner Hose und zog den Reißverschluss runter. Dann hob er die Hüfte an, streifte langsam die Hose runter und frech, wie er hin und wieder sein konnte, blickte er ihn herausfordernd an. „Dann zeig mal, was du kannst und das ganz ohne mich anzufassen."

Nicholas sah dem Ganzen genau zu, auch, wie William scheinbar mit dem Engel und Teufel, Verstand, Herz, dem Bauch und wem auch immer sprach, rang oder diskutierte. Bei seinen Worten, dass das Kloster doch nicht so ohne wäre, wurde er hellhörig und nickte. Das musste er doch irgendwann testen, denn das hieße, dass der ein oder andere Gang im Verborgenen lag und Platz für Spaß bot. Verbotenen Spaß. Wer sie wohl kannte? Bestimmt gab es den ein oder anderen Lehrer, der sie sich auch zunutze machte. Ob es die Lehrer unter einander oder sogar mit dem ein oder anderen Schüler trieben?
Vielleicht in Gruppen oder eher doch einzeln? Nicholas Interesse war geweckt und er hatte zumindest einen Grund hier noch etwas länger zu bleiben. William dachte sicher auch über seine Worte nach, denn als er sah, was dieser tat, schluckte er. Der unscheinbare junge Mann vor ihm zeigte eine noch nicht gesehen Seite, mit der man sicher viel Spaß haben konnte. Ein Blowjob also.
Nicholas war eher der Typ, der sie sich nahm, anstatt auszuteilen, deshalb stand er nun auf und zog seinerseits seine Hose aus, ließ sie an seinen Beinen hinabgleiten und beförderte seine Boxershorts ebenfalls zu Boden. Alleine der Anblick von Williams Penis hatte ihn ein Stück weit erregt. Sein eigenes Glied zuckte leicht und stand bereits auf halbmast. Keck leckte er sich über die Lippen und legte seine Hand an seine Erektion. „So ... so ... Blowjob. Dachtest du das, ja? Ist ja Mal süß aber dabei würde ich dich doch anfassen. Ich dachte eher du siehst mir dabei zu, wie ich es mit besorgen. Ich glaube, das würde dir auch ganz schön gefallen!"

Keine Reaktion seitens Nicholas. Vorerst jedenfalls und sichtlich verwirrt darüber runzelte William dann doch die Stirn. Lag er doch falsch oder schlimmer noch, er hatte ihn verarscht? Wäre so gesehen ja nicht das erste Mal. Leise grummelnd setzte er sich auf, griff nach seiner Hose und stutzte, als der andere sich erhob und seine eigene frech herunterzog. Was würde das denn jetzt werden? Ratlos dreinblickend sah er dabei zu, dann aber wieder weg und wieder hin. An sich gleich, aber irgendwie komisch einen nackten Jungen zu sehen, dazu halb erregt und Andre fragte sich, wie das funktionieren sollte.
Immerhin aber wollte er wohl doch etwas anderes und das veranlasste ihn, sich wieder zu entspannen. Zugucken sollte er also und sowas sollte ihm selber gefallen? Skeptisch sah er Nicholas weiterhin an. „Was soll mir daran gefallen, wenn du dir einen von der Palme wedelst?", fragte er salopp heraus und grinste.
„Sowas interessiert mich genauso wenig, als ob in China ein Sack Reis umfällt. Macht mich leider so gar nicht an", log er, zog seine Hose hoch und setzte sich auf. Kurz darauf stand er auf ganz auf, trat einen Schritt auf Nicholas zu und legte überlegend den Kopf schief. Unterstreichend schwieg er, setzte sich jedoch unbewusst in Bewegung und blieb direkt vor ihm stehen.
Nur wenige Zentimeter trennten die beiden und deutlich hörte er ihn atmen. Hektisch und abgehackt wie nach einem Dauerlauf. William biss sich auf die Unterlippe, er riskierte einen Blick nach unten und schluckte. „Sicher, dass ich dir nicht helfen soll? Allein ist doch sicher langweilig", murmelte er mehr zu sich selber, ehe er den Blick wieder anhob und Nicholas direkt ansah.

„Äh ..." Nicholas schluckte und war von der plötzlichen Wandlung, der Direktheit seitens William, etwas überrumpelt. Irgendwie passte das so gar nicht in den kleinen Film, der gerade in seinem eigenen Kopf ablief. Wichsen wäre kein Problem gewesen, aber William an sich lassen? Theoretisch wollte er nichts anderes, aber er wusste, dass er sich bei einer Zustimmung nicht zurückhalten könnte und das könnte ihn erneut zerstören. Nicholas biss sich auf seine Unterlippe und betrachtete zögerlich die schüchternen braunen Augen, die denen eines Rehs glichen.
„Ich kann nicht garantieren, dass ich mich zurückhalten kann, wenn ich dein Angebot annehme. Und ich will dir nicht wehtun", murmelte er und wählte seine Worte dabei mit Bedacht. „Aber als Entschädigung kann ich dir einen unvergesslichen Blowjob anbieten, einen, den du nie vergessen wirst und ganz sicher nicht hier. Irgendwo an einem aufregenderen Ort." Da war wieder seine übliche freche Zunge, funkelte William frech an und gab ihm einen sanften Stoß, sodass dieser zurück aufs Bett plumpste. „Lehne dich zurück und genieß die Show", zwinkerte er und streifte unterstreichend sein Shirt vom Körper. Er hatte weitaus mehr vor, als sich lahm einen von der Palme zu wedeln.
Er würde William eine unvergessliche Show liefern, die er selber mal auf einer seiner wilden Partys gesehen hatte. Einen heißen Stripper und er hatte vor für ihn zu strippen. Das würde ihn nicht nur erregen, er würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sogar kommen.

Nicholas Antwort war jetzt nicht die, die William erwartet hatte, ebenso hatte er nicht erwartet, dass er sich zögernd auf die Unterlippe biss. Also doch nur ein Dummschwätzer, wie er vermutet hatte. Ein freches Grinsen schlich sich daher auf seine vollen Lippen, welches aber rasch wieder verschwand und stattdessen ein ratloser Blick folgte.
Ein Blowjob als Entschädigung und das an einem aufregenden Ort? Sonst ging es diesem Nicholas ganz gut. Ganz rund lief der nicht und er sortierte ihn daher nun ganz in die Schublade, in die er bereits Elias und Adam gestopft hatte. Dumm, nichts im Kopf und unterhalten konnte man sich mit denen auch nicht. Typische Fälle von Sonderschülern die nur eins im Kopf hatten. Warum war er nicht einfach auf derselben Schule wie Bastian und Tony?
Er seufzte, wollte etwas erwidern und fiel mit einem Mal auf sein Bett. Was kam denn jetzt und was hieß hier bitte entspannen? Und was für eine Show? William wich gerade noch so dem Shirt aus, welches geflogen kam und robbte zum Bettende. Nicht aus Angst, sondern eher um nach seinem Handy zu greifen. „Leg schon mal los, ich bin gleich fertig", murmelte er, ehe er rasch Basti eine Nachricht schrieb, in der deutliche Hilfe stand. „Fertig", lächelte er beim Weglegen zuckersüß, richtete noch eben hinter sich sein Kissen und sah Nicholas schließlich an. „Kannst loslegen." Innerlich aber schüttelte es ihn, alles schrie deutlich, dass er abbrechen und wegrennen sollte, doch dann müsste er zum einen an ihm vorbei und zum anderen müsste er sich erklären.
So oder so saß er in der Zwickmühle oder doch nicht? Sein Handy klingelte und bei genauerem Hinsehen sah er, dass es Basti war, der anrief. „Sorry, aber da muss ich ran. Ist wichtig", log er ein weiteres Mal und nahm das Gespräch an.

Abrupt hielt Nicholas inne. Er hatte nicht einmal richtig angefangen, da klingelte auch schon Williams Handy und der Idiot ging ran. Er war mehr als wütend. Da wollte er ihm etwas Gutes tun, bot ihm auch noch einen Blowjob an und er telefonierte seelenruhig. Und offenbar war es nichts Lebensbedrohliches ... vielleicht einfach ein Freund. Eine hinterhältige Nummer, weil er keine Lust auf ihn hatte. Dabei ... egal!
Nicholas schritt zum Bett, beugte sich frech über William und schnappte sich sein Shirt. Nachdem er es übergestreift hatte, musterte er ihn und tatsächlich war er innerlich ein wenig verletzt. „Ist das dein Ernst?", fragte er, ließ William aber gar nicht zu Wort kommen. „Notfall sieht für mich anders aus. Du hättest einfach etwas sagen können. Aber was vergeude ich hier eigentlich meine Zeit? Wechsel halt die Schule und hänge mit deinem Freund rum ... oder mit wem telefonierst du grade? Ist mir ehrlich gesagt auch total egal."
Nicholas drehte sich um, stürmte aus seinem Zimmer und knallte die Tür so laut hinter sich zu, dass beinahe die Wände wackelten. „Alles okay?", ertönte da plötzlich die Stimme des Mannes, dem das Haus gehörte. Aber ihn juckte es nicht im geringsten. Er stürmte aus der Haustür, verharrte er aber und schaute sich um. Er hatte keine Ahnung wo es langging. Statt er einfach losging, lehnte er sich gegen die Hauswand und zündete sich eine Zigarette an.

Scheinbar reichte es aus, das Gespräch anzunehmen und wenn William ehrlich war, war ihm das auch recht. Er hatte so gar keine Lust auf Nicholas und schon gar nicht auf dessen Show. Für ihn sah ein Notfall anders aus? Am Telefon? Wie sah bitte ein Notfall am Telefon aus und wie sah man das von ... Bitte was Schulwechsel und Freund? Ach ja, da war ja was. Das hatte er beinahe schon wieder vergessen, erinnerte sich aber daran, dass er zum Glück keinen Namen genannt hatte. Aber Basti als seinen Freund ausgeben? Keine gute Idee. Elias hatte ihn mal gesehen und da sah es alles anderes als nach Beziehung aus.
„Ich hab dir ..." Was redete er überhaupt, Nicholas war es doch eh egal, wer da am Handy war und so wie er abrauschte, sah er ihn wohl auch so schnell nicht wieder. Sollte er sich verpissen und am besten gleich begraben.
„Was war das denn jetzt?", wollte Basti am anderen Ende der Leitung wissen, da er sowohl die Tür, als auch Nicholas Worte gehört hatte.
„Frag nicht. Noch so ne Kerze auf der Torte der Idioten", erwiderte William sichtlich angespannt, ehe er zum Fenster trat und raussah.
„Was war denn jetzt? Muss ich mir Gedanken machen?" Basti klang wirklich besorgt, eine Hilfe hatte er bisher von William noch nie als Nachricht bekommen. „Erzähl ich dir lieber persönlich", murmelte er.
„Alles klar, wir kommen gleich rum." Damit legte Bastian auf, schnappte sich seinen Kumpel Tony und marschierte schnurstracks zu Williams derzeitigem Wohnhaus.
„Kennst du den?" Tony deutete beim Näherkommen auf einen blonden Jungen mit Zigarette im Mund.
„Nie gesehen, aber sieht schon heiß aus."
„Bei dir sieht alles, was blond ist heiß aus." Tony rollte mit den Augen, grinste jedoch, als Basti ihn in die Seite stieß.
„Herumlungern vor fremden Häusern schickt sich nicht oder wohnst du hier?"

Nicholas hatte beinahe aufgeraucht, als zwei Männer um die Ecke kamen. Beide dunkelhaarig. Natürlich konnten sie ihn nicht einfach in Frieden lassen. „Wüsste nicht, was es dich angeht", murmelte er ärgerlich, aber er war überzeugt davon, dass auch ein Hauch Schmerz in der Stimme mitschwang. William beeindruckte ihn. Das war einer der Gründe, warum er bei ihm sein wollte und leider hatte dieser auch bereits mehrmals gezielt auf seinen Gefühlen herumgetrampelt.
Er atmete einmal tief durch und trat die Zigarette aus. „Ihr kennt die Antwort doch sowieso, so zielstrebig, wie ihr auf das Haus zugekommen seid. Lasst mich raten: Einer von euch war Williams vorgetäuschter Notfall. Er täuscht ja lieber einen Notfall vor, statt mir ins Gesicht zu sagen, dass er keinen Bock auf mich hat", brummelte er weiter. „Was tut mehr weh? Die Wahrheit oder die Lüge?", murmelte er. „Fragt ihn das mal. Ich bin jetzt weg, keinen Bock mehr." Zwar kannte er den Weg nicht aber er wusste, dass es eine ganze Ecke entfernt war.

Ach ne, der Typ aus Williams Zimmer, der die Flucht ergriffen hatte. Mit dem hatte Bastian nicht gerechnet, schon gar nicht noch vor dem Haus. Kurz sah er zu Tony, der jedoch nur Bahnhof verstand und vorerst lieber den Mund hielt. Basti dagegen konnte seine Klappe nicht halten. „Ich hab zwar keine Ahnung, was du da oben veranstaltet hast, aber ja, Will hat keinen Bock auf dich."
Anderenfalls hätte er wohl auch kam diese Nachricht geschickt und erst recht nicht nach Hilfe gerufen.
„Basti lass gut sein. Der Typ hat doch nen Vogel. Wer weiß, was das für einer ist", mischte sich dann doch Tony ein.
„Na schön", seufzte er, ließ den fremden Jungen vor sich in Ruhe, der ohnehin schon wieder abgerauscht war. Komischer Kerl.
„Wo lernt Will nur immer solche Deppen kennen?" Tony sah ratlos hinter Nicholas her, ehe er sich doch umdrehte und auf den Klingelknopf drückte.
„Aus seiner Schule", murmelte Basti, ehe er Williams Onkel angrinste, der soeben die Tür geöffnet hatte und ihn streng ansah. „Wir würden gerne zu Will."
Nickend wurden sie hereingelassen. „Ihr kennt euch ja aus. Wenn ihr was braucht, ich bin unten."
„Danke, wir kommen schon klar", erwiderte Bastian, ehe er nach oben schritt und ohne anzuklopfen Williams Zimmertür aufriss. „Du siehst ziemlich scheiße aus", stellte er fest, wich Tonys Schlag aus und setzte sich lachend zu ihm aufs Bett. „Jetzt mal im Ernst, was hat der Kerl gemacht, dass du aussiehst wie ein geschlagener Hund?"
Tony sagte lieber nichts, er schloss hinter sich die Tür, setzte sich und überließ es William zu reden.
„Was der gemacht hat? Erst in der Bücherei umgenietet und dann wollte der hier ernsthaft ne Show abziehen und hat sich auszogen."
„Äh ..." Tony sah entgeistert zu Basti, dem soeben die Kinnlade herunterklappte.

Basti war sprachlos, ihm klappte sogar die Kinnlade herunter. Der Blonde unten sah zwar heiß aus und wirkte auch durchaus so, als hätte er es faustdick hinter den Ohren, aber dass er das wirklich gebracht haben sollte? So ganz glauben konnte er das nicht und er konnte es sich auch nicht vorstellen. Allerdings konnte er Williams Notruf durchaus nachvollziehen. Er selber hätte er wahrscheinlich nicht anders gemacht. Als er sich gefangen hatte, setzte er sich neben seinen Freund und stieß ihn sanft in die Seite. „Hat er dir sonst irgendwas getan?", fragte Basti. „Aber bevor du antwortest, lächle erstmal wieder. Der Idiot ist weg. Einfach die Straße lang."
Tony neben ihm brauchte noch ein wenig, bis er die Sprache wieder gefunden hatte. „Eh ... ja ... keine Ahnung wo eure Schule ist, aber bestimmt ist er jetzt schon wieder da."

Auf Bastis Frage hin schüttelte William vorerst nur mit dem Kopf. „Nein, er wollte sich anfangs nur entschuldigen und wollte wissen, warum mir alles nachrennt", murmelte er vor sich hin. „Ich hab ihn anfangs ziemlich provoziert und Sachen erzählt, die vorne und hinten nicht stimmen." Kurzum, er hatte gelogen und sich damit nur noch tiefer in den Strudel gerissen.
„Was hast du ihm erzählt?", fragte nun Tony verwirrt, da es eher nicht zu ihm passte, dass er überhaupt log.
„Zum einen, dass ich einen Freund hätte und es da aber gewaltig kriselt ..." Verstehend nickte Tony, sah aber Basti dabei an, da er durchaus merkte, dass da noch irgendwas nachkam, was Andre mehr als peinlich sein könnte. Allein seine Körperhaltung sprach dafür, das Kauen auf der Unterlippe und dem ständigen Drang die Bettdecke entfusseln zu müssen.
„Er denkt, ich tu den anderen Jungs einen blasen. Sagt man das so? William sah unsicher zu Bastian, dann zu Tony.
„Ernsthaft? Kein Wunder, dass der Kerl so sauer war. Man Will, sei froh, dass der weg ist und nicht auch noch darauf bestanden hat." Tony schüttelte den Kopf über seinen Freund, dann aber runzelte er die Stirn. „Du brauchst echt einen mehr als guten Plan um dir den vom Hals zu schaffen. Der wirkt mir nicht danach, dass er so schnell aufgibt."
So weit war William auch und daher sah er Tony bockig von der Seite an. „Ich brauch nicht nur einen Plan, ich darf mir jetzt auch noch einen Freund aus dem Ärmel zaubern, den ich nicht habe."
Tony schmunzelte und stieß ihn sachte in die Seite. „Kannst ja Bastian fragen, der spielt bestimmt deinen festen Freund. Kommt nur ziemlich komisch, wenn ihr euch so Kumpelhaft gebt."
„Basti geht nicht. Elias hat ihn bereits gesehen und weiß, dass wir nur Freunde sind."
Tony seufzte und fuhr sich durch seine kurzgeschnittenen Haare. „Und jetzt?"

Da hatte sich William wirklich mehr als nur in Scheiße geritten. Er war so in seinen Lügen verstrickt, dass er jetzt offenbar in Erklärungsnot geriet. Am liebsten würde er für ihn wirklich die Art von Freund spielen, aber er hatte schon recht. Elias hatte sie beide mal zusammen gesehen und wusste, dass alles nur rein freundschaftlich war. „Wie und jetzt?", fragte Basti und warf Tony einen Blick zu, der Bände sprach. „Du wirst seinen Freund spielen. Das ist die einzige möglich Lösung."
Tony schien davon nicht so angetan zu sein, aber er sagte nichts, was dagegen sprach und so war es beschlossene Sache.
„Aber mal etwas anderes", murmelte Basti plötzlich und musterte seinen Freund neugierig, eine Sache, die ihm schon die ganze Zeit interessierte, da er die Lügen von William nicht kannte. „Was ist passiert, dass du plötzlich Lügen erzählst? Und dann auch noch so welche? Warum verbreitest du Lügen über dich selber, die dich billig dastehen lassen und dich in solche Situationen bringen?" Eine Weile ließ er es sacken, dann setzte er sich auf und schaute direkt in Williams dunkle Augen. „Egal ob du ihn leiden kannst oder nicht ... du solltest die Lügen irgendwann richtig stellen."

Tony sollte also seinen Freund spielen und das von Basti, aber gut, Tony war keinem bekannt und damit hatte auch William kein wirkliches Problem. Tony scheinbar aber auch nicht, denn er nickte lediglich, sah zu Basti, der einige Fragen an William hatte und die Antworten darauf interessierten ihn dann auch. Lügen war eine Sünde, wusste er das denn nicht? Okay,
Tony war nicht gläubig, aber William lebte in einem Kloster, oder war es ein ehemaliges Kloster? Tony stieg nicht durch, aber einen Priester hatten sie schon. William seufzte auf die Fragen, sah Bastian aber auch nicht an. „Weißt du wie nervig das ist, wenn sie dir seit Anbeginn buchstäblich am Hintern kleben und dich in die Kiste zerren wollen? Irgendwann wird das anstrengend und man will nur noch seine Ruhe." Er wusste selber, dass er sich auf ganz dünnem Eis bewegte, seine Lüge irgendwann aufflog und vermutlich würde es wieder von vorne losgehen.
Es war nur eine Frage der Zeit, zumal Andre sich ohnehin unsicher gab oder wie ein Eisbrocken, der jeden Moment mit der Titanic zusammen schrappte. In dem Fall, war diese Nicholas und sie teilten sich ein Zimmer und da war es ein Leichtes ...
William stockte, er sah Basti an und schluckte. „Dann fängt der doch wieder an und der Rest macht munter mit", murrte er leise, zupfte einen Fussel von der Decke und warf ihn achtlos weg. „Ich bin am Arsch, aber sowas von."
„William!" Tony sah ihn entsetzt an." Wie redest du denn? Du achtest doch sonst auf deine Wortwahl."
William brummte, winkte ab und grinste schließlich. „Ich hänge einfach zu lange schon in diesem beschissenen Kloster ab."

„Tony ... du musst dringend seinen Freund spielen. Scheint, als bräuchte er dringend einen gebildeten Umgang", murmelte Bastian augenblicklich und schaute seinen Freund an. Dann blickte er wieder zu William und stockte einen Moment. Dieser hatte recht und es würde irgendwann auffliegen. Die Frage war nur wann. Und wenn es so weit war, dann würde es nicht wieder von vorne anfangen, sondern eher würde William blöd dastehen.
„Will ... ich hab dich echt gern, aber ich versteh noch immer nicht ganz deine Denkweise. Warum spielst du nicht mit offenen Karten? Meinst du nicht, die hätten damit ein Problem? Wenn deine Lüge auffliegt, würde nicht wieder alles von vorne anfangen. Ich glaube eher, dass alle sauer sein würden und dich meiden werden", formulierte Bastian vorsichtig und schaute seinen Freund direkt an. Er machte sich nur Sorgen und hoffte, dass William das auch so sah.
„Basti ... wir haben noch eine halbe Stunde, dann müssen wir zurück", sagte Tony plötzlich wie aus dem nichts und fing sich von Bastian einen strafenden Blick ein. „Alter, falscher Zeitpunkt!"
„Sorry", murrte Tony leise.

Einen gebildeten Umgang hatte er schon immer, nur seit ein paar Tagen ging dieser regelrecht flöten und das war die Schuld von diesem Pöbel, dem gemeinen Volk, wie sein Onkel immer sagte. William sagte daher nichts, aber er stieß Basti in die Rippen und sah ihn bockig an.
Mit offenen Karten spielen sagte sich leicht, besonders wenn herauskam, dass er bis auf einen Kuss so gar keine Erfahrungen hatte. Sollte er sich das wirklich antun? „Basti, dass ich noch Jungfrau bin, ist für die sicher kein Problem, eher machen die sich dann das Problem, wer sie mir als Erstes raubt und das Theater gebe ich mir echt nicht." Er wollte nur seine Schule beenden, sein Abitur machen, studieren und sich wie sein Onkel mit Mumien befassen. Alles andere war ihm da egal, auch die Jungs in seiner Klasse, die nur eins im Sinn hatten und aus denen sicher nichts werden würde. Nicht, wenn sie sich nicht endlich zusammenrissen und dem Unterricht folgten.
William seufzte, ehe er zwischen Bastian und Tony hin und her sah. „Jungs ich will euch echt nicht aufhalten, wenn ihr zurückmüsst. Es ist eh bald Wochenende und ich komm schon klar." Er stieß Bastian erneut an, dieses Mal aber vorsichtiger, ehe er sich an Tony wandte. „Dir ist klar, dass wir üben müssen."
"Üben, was denn üben?", wollte Tony verwirrt wissen, wich einem Schlag auf den Hinterkopf aus und warf William stattdessen eins seiner Kissen an den Kopf. „Küssen nicht, aber zumindest sollte ich nicht jedes Mal zusammenzucken, wenn mich jemand anfasst."
„Muss ich das jetzt verstehen?" Tony kratzte sich am Hinterkopf, ehe er das Kissen mit voller Wucht zurückbekam und beinahe aus dem Bett fiel.

Bastian verkniff sich ein Grinsen. Es sah einfach zu komisch aus, wie die beiden sich plötzlich mit Kissen bewarfen und Tony daraufhin beinahe aus dem Bett fiel. „Sorry, hab verdrängt, dass du noch Jungfrau bist", murmelte Bastian verbissen und sah William vorsichtig an. „Dann ist mit offenen Karten spielen doch die falsche Methode ... Aber mach mit Tony einfach auf Beziehung und du Tony ... stell nicht so dumme Fragen."
„Die Frage war berechtigt", verteidigte sich der Angesprochene und Bastian seufzte.
„Man fragt sowas aber nicht. Andre muss es, wenn von sich aus erzählen." Bastian musterte seinen Freund. Nach der Äußerung war für Bastian sicher, dass es da irgendetwas Unausgesprochenes gab. Statt aber nachzuhaken, grinste er. „Wir müssen gleich los. Aber am Wochenende machen wir einen Filmabend mit Pizza und wir gehen picknicken."
Tony stand vom Bett auf, musterte William und lächelte frech. „Dann hab ich meinen Freund ja bald wieder." Er legte seine Hand auf dessen Schulter und fing sich genau im selben Moment einen unsanften Schlag von Bastian ein.
„Man ... du hast deinen Kopf auch nur zum Haare tragen, oder?" Bestimmt griff er nach Tonys Hand und führte ihn zur Zimmertür. „Bringst du uns noch raus, Will?"

Wie machte man auf Beziehung? William hatte keine Ahnung, aber vielleicht sollte er einfach Christopher und Pedro im Auge behalten oder einen dieser schmalzigen Filme angucken von denen Willow immer schwärmte. Er sah schon, da kam einiges auf ihn zu, aber nur so hatte er vorerst Ruhe. William sah zwischen seinen beiden Freunden hin und her, musste dann aber lachen und winkte ab.
„Ich erzähls euch irgendwann. Tony sollte immerhin einiges wissen, aber nicht bei Pizza essen. Die will ich genießen und nicht Angst haben, dass sie wieder hochkommt", merkte er an, ehe er seine Kissen zurückholte und vom Bett aufstand.
Tonys Worte entgingen ihm dabei nicht, ebenso, dass er seine Hand auf seine Schulter legte und das dazu führte, dass er sich zu schütteln begann und einen Schritt zurückging. „Genau das meine ich", murmelte er leise. „Hat nichts mit dir zu tun, aber wie sagte ein weiser Kotzbrocken mal? Stell dich dem, was dich tötet." William rollte mit den Augen, dann aber schritt er zur Tür, öffnete sie schwungvoll und brachte seine beiden Freunde runter zur Haustür.
„Gehst du nochmal weg?", wollte sein Onkel wissen, der aus der Küche raussah und den Pfannenwender in der Hand hatte.
„Nein, erst am Wochenende", antwortete William, lächelte und sah zu, wie sein Onkel wieder in der Küche verschwand. Erwartete noch einen Moment, dann aber wandte er sich Basti zu. „Wegen Wochenende telefonieren wir nochmal oder ich telefonier mit Tony."

 

„Gehst du nochmal weg?", wollte sein Onkel wissen, der aus der Küche heraussah und den Pfannenwender in der Hand hatte.
„Nein, erst am Wochenende", antwortete William, lächelte und sah zu, wie sein Onkel wieder in der Küche verschwand. Er wartete noch einen Moment, dann aber wandte er sich Basti zu. „Wegen Wochenende telefonieren wir nochmal oder ich telefonier mit Tony."

Dass William so locker damit umging, hätte Bastian nicht erwartet. Eher, dass er Tony böse Blicke zuwarf oder ihm sogar etwas Passendes antwortete. Stattdessen winkte er ab, versprach sogar, dass er es erzählen würde und führte beiden raus, wechselte unterwegs ein paar Worte mit seinem Onkel und stand anschließend mit ihnen vor der Haustür.
„Du musst deine Angst überwinden ... weißt du, wie ich mich jedes Mal zusammen reißen muss, dich nicht zu umarmen? Du bist mein bester Freund und ich habe dich noch nie umarmt", erwiderte Bastian leise und senkte seinen Blick.
„Wir melden uns", murmelte Tony.
„Und was machst du noch heute Abend? Versuchst du nochmal mit dem komischen Vogel zu reden? Immerhin teilt ihr euch ein Zimmer", fügte Bastian hinzu. Er machte sich schon ein wenig Sorgen. William teilte sich mit ihm ein Zimmer und da sollte er halbwegs im grünen Licht mit ihm stehen, ansonsten konnte das möglicherweise sehr unangenehm werden.

Beste Freunde, die sich nicht mal umarmten. Traurig aber wahr und der Blick sagte alles. William ging daher auf Basti zu und tat etwas, was er noch nie getan hatte. Er umarmte ihn. „Mach dir keine Sorgen, ich bleib die nächsten Tage bei meinem Onkel und das weiß der Rektor auch."
Tony nickte, aber er wunderte sich schon, dass er von sich aus Bastian umarmte. „Kann es ein, dass du weniger ein Problem mit Nähe hast, wenn diese von dir ausgeht?", fragte er daher.
„Ja, wenn ich auf Leute zugehe, fällt es mir leichter, aber auch das braucht seine Zeit", erklärte sich William, ehe er Basti losließ, auf Tony zuschritt und auch ihn umarmte. „Wir sehen uns am Wochenende."
Genau in dem Moment ging die Haustür auf, Casper trat ein und misstrauisch sah er sich die Szene an. „Hab ich was verpasst, oder was wird das hier?", wollte er wissen und sofort schob William Tony von sich und sah seinen älteren Bruder an. „Stell dich nicht so an, das sind Bastian und Tony und ich hab dir schon mehrmals von beiden erzählt."
„Jetzt lass die Jungs doch mal in Ruhe. Komm lieber in die Küche und hilf deinem alten Onkel."
William grinste frech, ließ seinen Bruder vorbei und brachte seine Freunde nach draußen. „Sorry, aber Casper ist manchmal schlimm. Dabei ist er nur zwei Jahre älter als ich und doch spielt er sich schlimmer auf als Ariel", entschuldigte er sich, ehe er die Tür hinter sich zuzog und sich eine Zigarette ansteckte.

Bastian war überrascht, als William ihn plötzlich umarmte, aber er lächelte und schlang seine Arme um seinen besten Freund. Nachdem er sich gelöst hatte, trat er auf Tony zu, ehe er von seinem großen Bruder unterbrochen wurden. Bastian verkniff sich ein Lachen und lehnte sich gegen die Hauswand. Er zündete sich wie Andre eine Zigarette an und zog genüsslich daran. „Ein wenig Abstand tut dir bestimmt gut. Und morgen sind wir wieder da und können auch über Nacht wegbleiben", murmelte Bastian zwischen seinen Zügen.
„Das übliche Wochenendprogramm", fügte Tony hinzu und stellte sich neben Bastian.
„Will ... wir kriegen das hin", versprach Bastian einfühlsam und berührte sanft dessen Unterarm. „Du wirst sehen, bald hast du keine Angst mehr vor Berührungen."

Über Nacht wegbleiben ging in seiner Schule nicht wirklich, auch an den Wochenenden nicht und wenn, dann nur nach Absprache mit den Eltern. William hatte Glück, dass er seine bei seinem Onkel verbringen konnte und wenigstens dann ein bisschen zur Ruhe kam. Außerdem befassten sich beide dann mit ihren Mumien und vergaßen dabei schon mal die Zeit. „Klingt nach einem Plan. Dann muss mein Onkel dieses Mal seine Mumien alleine betrachten und mir tut es auch gut, mal etwas anderes zu machen", seufzte William und ignorierte Tonys angeekeltes Gesicht.
Was des einen Leidenschaft war, war noch lange nicht jedem seine Leidenschaft und Mumien machten vielen Ängste, oder aber sie zollten ihnen nicht den nötigen Respekt. Umso mehr freute sich William auf Palermo aber noch mehr auf das Wochenende mit gebildeten Freunden. Vielleicht hatte Basti recht und seine Phobie würde bald ein Ende haben. Wobei es keine richtige war, aber das eine führte meist zum anderen, wie man so schön sagte. „Wirklich Angst hab ich ja nicht mal", murmelte er. „Es ist nur so, dass meist das eine zum anderen führt und das ist eben etwas, was ich absolut nicht brauche."
„Irgendwann schon, ob du nun willst oder nicht", erwiderte Tony darauf hin. „Irgendwann kommt der oder die Richtige und dagegen ist man machtlos." Tony grinste dabei und sah zu Basti, dann aber wieder zu William, der den Kopf schüttelte.
„Ich bleib lieber bei meinen Mumien, die beißen nicht und halten ansonsten eher den Mund."

Bastian rauchte schweigend auf. Ab und an huschte ihm ein Grinsen danke Tonys Aussagen über die Lippen. Mehr aber nicht und sich einmischen wollte er sich auch nicht. Dann aber lieferte William ihm eine ziemliche Vorlage und Bastian verkniff sich ein breites Grinsen. „Dürfte aber ziemlich einseitig verlaufen und ohne Körperliches. Sorry ... aber ich denke mehr als zuhören kann die nicht."
Bastian trat seine Zigarette auf dem Boden aus und stieß sich dann von der Hauswand ab. Er musterte William und es fiel ihm echt schwer, seinen Freund jetzt alleine zu lassen. William wirkte so ... ihm fiel kein passendes Wort dazu ein. „Was willst du jetzt noch machen?"
„Du hast aber keine Mumien in deinem Zimmer, oder? Weil wenn doch, dann überleg ich mir nochmal, ob ich deinen Freund wirklich spielen will."
„Tony ... Mumien sind total interessant und nicht gruselig. Außerdem ist es voll historisch. Stell dir doch nur mal vor, man würde in den Pyramiden Ägyptens Mumien finden."
„Ich find die Dinger gruselig und ich versteh noch immer nicht, was du an denen so toll findest."
Kopfschüttelnd wandte Bastian sich ab und trat vor Andre. „Bis morgen ... und lass dich nicht ärgern", murmelte er und lächelte aufmunternd. Bevor er William noch gegen seinen Willen zur Verabschiedung umarmte, trat er zurück, packte Tony bei der Hand und führte ihn die Auffahrt hinunter. Erst mit sicherem Abstand drehte er sich nochmal zu William um. Es fiel ihm wirklich schwer seinen besten Freund jetzt so zurückzulassen.

Einseitig war mehr als okay, die Bildung stand im Vordergrund und zuhören war sicherlich nicht das Schlechteste, weswegen William grinste." Immerhin kann sie sich dann nicht beschweren oder zickig werden." Nur einer der Vorteile, die ihm einfiel und doch schwieg er über die restlichen. Das könnte er auch am Wochenende erklären und es war an der Zeit, dass Basti es endlich erfuhr und ebenso Tony. „Was soll ich mit einer Mumie in meinem Zimmer? Legal ist das nicht." William schmunzelte, folgte den Worten Bastians und musste ihm recht geben. Mumien waren nicht nur faszinierend, sie waren ein Teil Geschichte.
„Mumien waren auch mal Menschen wie du und ich. Sie sind bedeutende Geschichte und nicht jede Mumie ist gruselig", erwiderte William ernst, ehe er seine Zigarette ausmachte und seine Aufmerksamkeit wieder Bastian schenkte.
Ärgern lassen würde er sich nicht, ganz sicher sogar, immerhin war er den Rest der Woche freigestellt und würde den Abend entweder mit lesen verbringen oder aber er sah sich Game of Thrones auf Netflix an.
„So leicht lasse ich mich dann doch nicht ärgern", antwortete er Basti, ehe er langsam zur Haustür trat, sich nochmal umdrehte und beiden zuwinkte. Kurz darauf betrat er das Haus, schritt in die Küche und schnappte sich neben der Gurke ein Brett und fing an zu schneiden.
„Und, was steht am Wochenende an?", fragte Casper, während er das Dressing für den Salat machte.
„Film gucken und Pizza essen", erwiderte William seinem Bruder und hörte ein gespielt empörtes Schnaufen.
„Ich dachte ja, wir besuchen Rosalie. Aber bitte, dann iss halt Pizza."
„Rosalie läuft uns nicht weg, sie liegt seit mittlerweile 100 Jahren in ihrem Sarg und wird es auch die nächsten Jahre."
Casper grinste, während William durch die Haare gewuschelt bekam.
„Das war nur ein Spaß. Es freut mich, wenn du etwas mit deinen Freunden machst und die Toten auch mal tot sein lässt."

Nach Stunden kam Nicholas endlich in dem Kloster an, wirkte ziemlich außer Atem und noch dazu wütend und genervt. Was fiel diesem Schwarzhaarigen auch ein, ihn einfach so abblitzen zu lassen? Wütend stieß er die Türen des Klosters auf und stapfte hinein. „Wo ist er?", fragte er den nächstbesten, der ihm über den Weg lief. Er hatte ihn schon gesehen.
Ein Blondhaariger mit Cap auf dem Kopf und einem ziemlichen frechen Grinsen im Gesicht. „Wer?", fragte dieser.
„Dieser Vogel mit dem ich ein Zimmer teilen muss. William oder so."
„Woher soll ich das wissen?", entgegnete er gelassen.
Nicholas wusste seinen Namen nicht mehr, aber Namen merken war ohnehin nicht sein Talent. Es war ein Wunder, dass er Williams und Elias Namen kannte. Elias mit ihm hatte er doch heute ein Fickdate gehabt, vierzehn Uhr, wenn er sich recht erinnerte. „Und Elias? Wo ist der?"
„Alter ... chill mal, rauch eine und dann such ihn einfach. Ich bin nicht deine Auskunft." Der Blondhaarige richtete seine Kappe und wandte sich ab. Er ließ Kevin einfach so im Raum stehen.
„Ey! Ich hab dich was gefragt!"
„Und ich hab nicht geantwortet!"
Gegen seinen Willen musste Nicholas frech Grinsen. Der Spruch war gut und er musste ihn sich unbedingt merken. Statt darauf zu antworten, wandte er sich ab und ging den Korridor entlang. Wenn er sich recht erinnerte, war es der Weg, der direkt in sein Zimmer führte. Er konnte sich jedoch auch irren.
„Was willst du hier?", fragte ein Lockenkopf.
„Geht dich nichts an."
„Lass ihn Christopher", erwiderte ein Braunhaariger.
Nicholas atmete einmal tief durch. „Ihr seit mir echt egal. Ich such Elias."

Elias suchte er? Was wollte er denn von ihm jetzt? Christopher sah zu seinem Freund, dann wieder zu Nicholas, der ziemlich ungehalten wirkte. „Komm mal runter. Elias müsste in seinem Zimmer sein oder aber er ist mit Adam irgendwo hier im Kloster."
„Sein Zimmer ist schräg gegenüber von dem, in dem du wohnst", erklärte Pedro zusätzlich, ehe er die Tür zu seinem Zimmer aufmachte und doch in dieser stehenblieb. „Wir wollten Hausaufgaben machen."
Christopher seufzte, packte Nicholas jedoch am Arm und zog ihn hinter sich her und das bis zu Elias Zimmer. „Klopfen kannst du sicher selber, oder?", fragte er, wartete aber gar nicht erst auf eine Antwort, sondern stapfte zu Pedro, der frech grinsend das ganze beobachtet hatte.
Innen hörte man Elias, er schien entweder zu telefonieren oder aber er führte Selbstgespräche und das ziemlich laut. Dann aber kam Adam zu Wort und fast hörte es sich an, als würden die beiden diskutieren, sich beinahe streiten und das kam selten vor. Ebenso, dass Adam die Tür aufriss, an Nicholas vorbeirauschte und lauthals „Arschloch" durch den Flur brüllte.

Völlig überrumpelt stolperte Nicholas hinter dem Lockenkopf her, der ihn bis vor Elias Zimmertür zog. Ganz nett eigentlich, aber eine Antwort hätte ihm dann doch gereicht. Genervt strich er sein Shirt glatt und hob seine Hand zum Klopfen, als die Tür aufgerissen wurde und ein wütender Adam an ihm vorbeistürmte. Er konnte gerade noch rechtzeitig zur Seite springen, trat dann aber in Elias Zimmer, stellte sich vor ihn und grinste.
„Hier bin ich. Sorry es hat echt lange gedauert. Erst die Scheiße in der Bibliothek, dann Andre und seine Probleme und dann verlauf ich mich auch noch im Wald ... man das ist echt ein Scheiß Tag", redete Nicholas rücksichtslos drauf los und ließ sich achtlos auf ein Bett fallen. Dann schaute er zum ersten Mal Elias an und stellte fest, dass er anders wirkte als heute Mittag. Kein freches Grinsen und Schimmern. „Und was war hier los? Was hast du mit dem Schrank getan?"

Das war heftig gewesen und völlig fassungslos sah Elias seinem besten Freund nach, der soeben wutentbrannt ihr gemeinsames Zimmer verlassen hatte. Er dauerte eine Weile bis er sich gefasst hatte, den Kloß in seinem Hals heruntergeschluckt bekam und stattdessen Kevin ansah. Wo kam er jetzt her und was brabbelte er wie ein Wasserfall von seinem Tagesablauf?
Elias wusste doch bereits was vorgefallen war, neu aber war, dass Nicholas William scheinbar gefolgt war und sich dabei im Wald verlaufen hatte.
Was sollte er dazu groß sagen? Selber schuld vielleicht? Er grinste vor sich hin und sah Nicholas abschätzend an. „Mein Angebot? Sorry, aber das stand heute Mittag und nicht erst am Abend. Was zur Hölle rennst du eigentlich William nach? Stalkst du ihn jetzt?", fragte er frech heraus, versuchte sich somit abzulenken und nicht weiter an den Streit mit Adam zu denken.
Wobei dieser noch nicht vom Tisch war und er ganz genau wusste, wie nachtragend Adam sein konnte. Das konnte Tage gehen, wenn nicht sogar Wochen. „Welche Probleme hat unser Herzchen denn? Hat er seine Schulbücher nicht gefunden oder schlimmer noch, er hat die Hausaufgabe vergessen?"

Nicholas hörte ihm aufmerksam zu, dann aber schnappte er empört nach Luft. „Aber ... hast du an deinem Schwanz eine Uhr installiert? Abends bekommst du keinen hoch, nur nachmittags?", fragte er frech und musterte Elias neben sich eingehend. Dann aber seufzte er auf und machte es sich auf dessen Bett bequem. „Ich hab keine Ahnung, ich steig bei ihm nicht durch. Irgendwie redet der so einen Müll ..."
Er strich über die Decke, dann riss er die Decke an sich und lächelte Elias frech an. „Man ... warum kann ich nicht mit dir in einem Zimmer sein, du bist nicht so langweilig wie der." Er hatte Elias Bemerkung mit dem Stalken schon wahrgenommen, aber ging nicht direkt darauf ein. Elias verhielt sich mehr als seltsam und das merkte er, obwohl er ihn nicht einmal vier Tage kannte.
„Ich stalke ihn nicht. Seine Brüder haben mich mitgenommen ... zum Entschuldigen. Total dumm ... Aber was war hier eben los?", fragte er erneut nach und es juckte ihn nicht im geringsten, dass Elias Privatleben ihn eigentlich null anging. Frech schaute er zu ihm auf und stieß ihn in die Seite.

Wie es schien, war Nicholas ziemlich frech, fragte direkt nach seinem gesundheitlichen Befinden und ob er abends keinen mehr hochbekam. Schon ziemlich dreist und vorerst sagte Elias nichts dazu. Jedenfalls so lange nicht, bis er es sich auf seinem Bett bequem machte und die Decke an sich riss.
„Ach so, er redet also Müll?" Elias griff nach dem Zipfel seiner Decke und zog daran. „Kann es sein, dass du seinem gehobenem reden nicht ganz folgen kannst? Adam ist da genauso dämlich, dabei drückt er sich einfach nur gebildeter aus." Innerlich grinste Elias, er selber konnte das genauso gut aber hier waren einfach alle gleich und da wandte er sicher keine gehobene Wortwahl an. Eingehend sah er Nicholas an, merkte durchaus, dass er angefressen und launisch war. „Wieso willst du mit mir in ein Zimmer? Ich bin weder lustig noch ein Pausenclown. Wenn der demnach ist, dann geh zu Jamie oder geh Nils auf den Sack."
Noch ganz andere Namen lagen ihm auf der Zunge, doch Elias sah Nicholas erstaunt an. „Warte, was? Du warst bei der Lordschaft? Du verarschst mich doch!" Er log, niemand war bisher bei William gewesen und warum sollte dessen Onkel ihn noch hereinlassen, wenn er längst Bescheid wusste, was an der Schule los war?
Skeptisch sah er Nicholas an, dann aber zuckte er weg und griff seine Hand. „Lass den Scheiß. Mir ist nicht danach mich raufen zu wollen und was mit Adam los ist, das musst du ihn schon selber fragen." Besonders gut gelaunt war Elias nicht, ließ es deutlich raushängen und doch konnte Nicholas nichts dafür. „Sorry, ist derzeit alles ein bisschen scheiße", entschuldigte er sich, stand von seinem Bett auf und trat zum Fenster, welches er kurz darauf öffnete.

 

 

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Kapitel:9
Sätze:1.734
Wörter:23.463
Zeichen:134.402

Kurzbeschreibung

William gehört nicht wie seine Mitschüler hinter dicke Klostermauern. Er ist viel zu brav, gebildet und gehörte bis vor einigen Jahren noch einer der besten Eliteschulen Englands an. Jetzt sitzt er in Rom, hinter den Mauern eines alten Klosters und muss sich mit Nicholas herumgeschlagen, der alles andere als in Williams Liga spielt.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Drama, Entwicklung und Freundschaft gelistet.