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Drei Küsse

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7.4.2017 23:37
12 Ab 12 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

Geschrieben für Happily Ever After

Drei Küsse
777 Worte | Lily x Marlene
 



Marlene und Lily teilen drei Küsse; was nicht sonderlich viel ist, wirklich nicht.

Der erste schmeckt nach Neugierde.

(Sie sind zum ersten Mal in Hogsmeade, und natürlich haben sie nicht nur Butterbier getrunken. Lily ist nicht gerade der Typ Mensch, der sich gerne auf Parties herumtreibt, aber sie hat sich dennoch dazu überreden lassen ihre Freunde zu begleiten; nun sitzt sie in der Ecke eines Pubs, ihr ist etwas schwindelig, Sirius schenkt ihr gerade Elfenwein nach, Na komm schon, sei nicht so eine Spießerin, Evans, und alles, woran sie denken kann, ist, wie hübsch Marlene am anderen Ende des Tisches lächelt, während sie sich mit Marie Zabini unterhält.
Auf dem Heimweg hakt Marlene sich bei ihr ein, Lily hilft ihr dabei das alkoholbedingte Schwanken ein wenig auszugleichen, das Klackern ihrer High Heels klingt ihnen nach und Lilys Wangen glühen, wobei sie sich nicht sicher ist, ob der Alkohol oder der betörende Duft nach Marlenes Parfüm und kühler Winterluft und beiläufiger Nähe daran Schuld trägt.
Später, im Schlafsaal, sitzen sie lange nebeneinander auf Lilys Bett. Sie unterhalten sich im Flüsterton, um die anderen nicht aufzuwecken, und irgendwann fragt Marlene geradeheraus: „Darf ich dich küssen?“ Lily sagt nicht nein, sie lächelt nur verlegen, beugt sich vor und legt ihre klammen Hände in Marlenes Nacken, um sie zu sich heranzuziehen. „Gott, das wollte ich schon die ganze Zeit tun“, murmelt Marlene, ohne sich wirklich von ihr zu entfernen, die Augen noch immer geschlossen. „Ich wollte schon immer mal wissen, wie deine Lippen sich anfühlen.“ Und der Kuss endet nicht, sie lachen nur beide kurz auf; dann fahren sie unbeirrt fort.)

Der zweite schmeckt nach Kirschlipgloss.

(„Dein Lipgloss ist hübsch“, bemerkt Lily. Sie sitzt auf dem Bett ihrer Freundin, sie besucht zum ersten Mal eine reine Zaubererfamilie zuhause, es ist alles ganz seltsam und aufregend und sie muss einfach irgendetwas sagen, um die Stille zu durchbrechen; also entscheidet sie sich für ein Kompliment und lächelt. „So schön kirschrot.“
Marlene, die gerade noch ihre Tasche ausgeräumt und ihre Sachen verstaut hat, lässt sich neben ihr in ihre Kissen sinken. „Schmeckt auch nach Kirschen“, grinst sie. „Und würde dir bestimmt auch gut stehen.“ Marlene mit ihrem hellblonden Haar, ihrer Alabasterhaut und den dunkelroten Lippen, die den perfekten Kontrast in ihrem schönen Gesicht darstellen. Marlene, wunderschön wie eh und je.
„Ehrlich? Findest du?“, hakt Lily nach. „Klar“, erwidert Marlene kichernd, „aber du darfst es auch gerne ausprobieren, wenn du dir unsicher bist.“ Lily will sich gerade bedanken und sagen wie nett sie das findet, aber dann liegen diese schönen Kirschlippen plötzlich an ihren, und ehe sie sich versieht, hat das Rot auf sie abgefärbt, und der Geschmack nach Kirschen ebenso.)

Der dritte schmeckt nach dem perfekten ersten Kuss.

(Es ist der Abend ihres Abschlussballs. Sie tragen lange elegante Kleider, ein Bisschen mehr Make Up als gewöhnlich, schicke Hochsteckfrisuren und hochhackige Schuhe, und es ist eindeutig mehr Marlenes Welt als Lilys, aber im Endeffekt stehen sie beide in der Ecke und beobachten die anderen, während die Paartänze an der Reihe sind, denn sie sind beide ohne Begleitung da; nicht, weil sie niemanden abbekommen hätten, ganz gewiss nicht, sondern vielmehr aus mangelndem Interesse an allen, die sie gefragt haben.
„Warum tanzt du nicht mit Potter?“, fragt Marlene irgendwann, als sie zu lange nebeneinander gestanden haben, um kein Gespräch miteinander anzufangen. „Weil ich nicht will“, antwortet Lily wahrheitsgemäß. Marlene lacht leise auf. „Warum tanzt du nicht mit Sirius?“, gibt Lily die Frage zurück. Marlene kopiert ihre Antwort kurzerhand und lügt nicht, als sie sagt: „Weil ich nicht will.“ Dieses Mal ist es Lily, die lachen muss. Sie prosten sich gegenseitig zu und leeren ihre Drinks.
„Willst du mit mir tanzen?“, will Marlene plötzlich wissen. Die Frage kommt unerwartet; Lily errötet, aber sie sagt wieder nicht nein und sie nimmt Marlenes Hand, als diese sie mit der klassischen Geste zum Tanzen auffordert. „Ich bin nicht sonderlich gut im Tanzen“, murrt Lily, „nur so als Vorwarnung.“ Aber Marlene rollt bloß mit den Augen und zieht sie näher an sich heran, eine Hand in ihrer ruhend, die andere an ihre Taille gelegt. „Red keinen Unsinn.“ Die Blicke sind ihnen egal, es spielt ein langsames Lied, zu dem selbst Lily sich rhythmisch bewegen kann, und ihre Augen funkeln und Marlene lächelt und alles ist perfekt, als sie sich einen Moment zu lang ein Bisschen zu tief in die Augen sehen und jene Lippen sich wie von alleine treffen. Wie der erste Kuss, den sich beinahe jedes Mädchen erträumt, und von dem ein Kribbeln ausgeht, das bis in die Magengrube zieht und das Herz zum Flattern bringt.)

Marlene und Lily teilen drei Küsse; was vollkommen genügt um sich tausend weitere zu wünschen.

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Kurzbeschreibung

Marlene und Lily teilen drei Küsse. Der erste schmeckt nach Neugierde, der zweite nach Kirschlipgloss und der dritte nach dem perfekten ersten Kuss.

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Diese Fanfiction wurde mit Alternativuniversum, Fanon und Crackship getaggt.