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Das Café

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31.10.2019 11:15
16 Ab 16 Jahren
Heterosexualität
Fertiggestellt

Autorennotiz

Hallo ihr Lieben,
die Story wird gerade komplett überarbeitet, nur das erste Kapitel ist ist schon das neue. Daher seit mir nicht böse, wenn ich sie jetzt erstmal als fertig tituliere. Wie lange ich brauche, weiß ich noch nicht.

4 Charaktere

Ella Miller

Ella ist 32Jahre alt, Baristerin von Beruf. Besitzerin des Café Crumps.

Matthew Steal

Matthew ist 34Jahre alt, Matt wird er nur genannt. Er ist Schauspieler und nennt sich John New. Vor seiner Schauspielkarriere war er bei den Navy Seals.

Benjamin und Ashten

Ben 34Jahre alt Bester Freund von Matt. As 35Jahre alt ebenfalls Bester Freund

Reika

34 Jahre alt, Japanerin. Mittbewohnerin und gute Freundin von Ella

Ich bin ein Gewohnheitstier! Einige Männer, brauchen ein Kaffee, betreiben Frühsport oder nehmen eine kalte Dusche, um wach zu werden. Ich brauche alles davon! Jogge morgens eine große Runde, absolviere im Park meine Sporteinheit, trinke dann einen Kaffee im Crumps und zum Schluss nehme ich eine kalte Dusche.

Sowie heute, ich starte meinen Montag morgen mit einer nicht so schweißtreibende Runde, die Sporteinheit habe ich ausfallen lassen und jetzt betrete ich das Cafe Crumps. Das bekannte klingeln über mir, und der betörende Duft von frisch gemahlenen Kaffee und Pancakes umhüllt mich. Begleiten mich auf meinem Weg zu den weißen Cocktail-Sesseln, die umgeben von großen Pflanzenkübel sind, und in Mitten der vier verschiedenen Sitzecken seinen Platz gefunden hat. Ich setzte mich wie immer auf einen der vier Sessel und sehe mich erst einmal um. Angefangen an der Fensterfront mit ihren vier schwarzbraunen Bistrotischen, rüber zu der mit Paravents abgetrennten riesigen weißen Lese-Kuschel-Ecke, vor der grünen Wand auf der mindestens sechs Personen platz nehmen können. Bis rüber zur anderen Seite, wo zwei auch mit riesigen Pflanzenkübel eingefasste Hollywoodschaukel steht und auf dem einen von zweien, mein Filmkollege Ryan sitzt. Der seine Käppi tief über die Augen gezogen hat und ich ihn trotzdem gut erkennen kann. Grüße ihn mit einem simplen nicken, er scheint mich auch erkannt zuhaben und nickt mir zurück. Mein Blick schweift weiter zum Tresen, der neben den Hollywoodschaukeln steht und sehe. Sie, die wahrhaft schönste Frau in diesem Café. Sie läuft gerade an mir vorbei, sieht mich für eine Sekunde mit ihren smaragdgrünen Augen an, dass ich mir wünschte, darin zu versinken und nie wieder rauszukommen. Doch anstatt bei mir stehen zubleiben, geht sie weiter zu der Lese-Kuschel-Ecke neben mir und nimmt deren Bestellung auf. Sollte sie bei ihrem Rückweg, bei mir stehen bleiben, muss ich mir vorher überlegen, was ich diesmal sagen kann, damit sie endlich mit mir spricht. Vielleicht sollte ich ein anderes Getränk bestellen? Bis jetzt habe ich immer einen schwarzen Kaffee genommen, ich könnte aber auch nach dem doch anstrengenden lauf, mir eine Cola gönnen? Die süße Abkühlung würde mir sicher gut tun. Ich schüttel leicht den Kopf, du glaubst doch nicht wirklich, die Wahl deines Getränkes entscheidet, ob sie mit dir spricht! Ich komme auch nicht dazu, mich zu entscheiden und brauch es auch gar nicht, da sie einfach an mir vorbei geht. Leicht enttäuscht hole ich mein Manuskript raus und fange an darin zu lesen, auch wenn meine Gedanken immer noch bei der hellbraun haarigen Schönheit ist, die wieder hinter dem Tresen steht. Diese Frau, die einen Kopf kleiner ist als ich, eine schlanke Figur mit den Rundungen und Kurven an den richtigen Stellen hat, hat es mir wirklich angetan. Wie sie mit flinken Handgriffen den Kaffeevollautomaten bedient, so konzentriert die einzelnen Zutaten zusammenwürfelt, um das perfekte Getränk zu kreieren, ich könnte ihr stundenlang dabei zusehen. Sie kommt wieder auf mich zu, mit einem Tablett in der Hand und schenkt mir wieder einen kurzen Blick, nur um dann an mir vorbeizugehen. Jetzt! Jetzt will ich, mich endlich auf mein Skript konzentrieren. Hebe es so hoch, so das ich nur noch die schwarze Schrift, auf weißem Papier sehe und fange an. Texthänger kann ich mir bei diesem Dreh nicht leisten. So wie es bei meinem letzten Film, der doch mittlerweile auf dem einen oder anderen Bildschirm läuft, passiert war. Rosa King, meine Managerin, die hart und auch herzlich sein kann, war davon nicht ganz begeistert „so darf das nicht weiter gehen John New, -nannte sie mich bei meinem Künstlernamen-, ich kann mich nicht immer schützend vor dich stellen. Der Text muss sitzen, sonst musst du dich wie die letzten vier Jahre wieder mit den kleinen unbedeutenden Nebenrollen zufriedengeben und das wollen wir beide nicht mehr.“, und sie hat damit so recht, deshalb darf ich mich nicht ablenken lassen. Eine gute Rolle zu bekommen ist wirklich schwer, schwerer als jedes Gefecht, das ich bei den Navy Seals hatte, ganze zwölf Jahre lang. Die Jungs würden jetzt lachen, wenn sie erfahren würden, dass ich Texte anstatt Karten studiere. Aber was tut man nicht alles, um in dem Dschungel namens Leben zu überleben!


Doch wirklich weit komme ich nicht, sehe von den schwarzen Zeilen auf, und sehe das die Schönheit direkt neben mir steht und stellt mir eine Tasse Kaffee auf dem Tisch vor mir hin. Ohne ein Wort, ohne einen wirklichen Blickkontakt und dann geht sie einfach weiter. -Okay das ist ganz neu!- Dass ich noch nicht einmal mehr bestellen muss. Gut vorher war es auch nicht wirklich besser, sie stand mal solange neben mir und wartete, bis ich endlich bestellt hatte. Es kam zwar nur ein „schwarz, Bitte” von mir, aber immer noch mehr als das jetzt. Habe ich sie die letzten Tage wohl zu oft angesprochen. Waren die üblichen Floskeln wie …

Sie sehen heute wieder gut aus …

War das da gerade wirklich …?

Vielleicht doch unangebracht? Sie hatte mir darauf auch nie geantwortet, weder gegrinst noch geschnaubt. Ich hätte es sogar verstanden, wenn sie die Augen verdreht hätte, aber selbst das tat sie nicht. Na ja, was soll ich machen? Wenn sie mir weiterhin die kalte Schulter zeigt, werde ich sie wohl in Ruhe lassen müssen. Doch ich mag die Hoffnung nicht aufgeben.


Dafür ist sie einfach der Wahnsinn! Zuerst dachte ich, sie sei ein normaler Gast in dem Café. Dass ich durch Zufall vor drei Wochen während des Joggens in der Seitenstraße fand, doch sie stand zwei Tage später hinter dem Tresen und bediente. Meinen Kaffee bestelle ich seitdem nur noch bei ihr. Sie ist der Grund, warum ich jeden Morgen meine Jogging-Runde im Crumps beende. Ich komme nicht wegen der Stars und Sternchen, die hier ein und ausgehen und deren Gesichter ich vom Set her kenne, nicht wegen der gemütlichen Sitzecken und auch nicht wegen der erstaunlichen Ruhe, die der Laden bietet, selbst wenn er mal gut gefüllt ist. Nein, sie ist es, die mich immer wieder hierher zieht, diese Frau ist, alles in allem Perfekt, wenn sie mich nur nicht ignorieren würde, noch hat sie kein einziges Wort mit mir geredet, es gibt auch Tage, da sieht sie mich nicht einmal an. Habe ich was falsch gemacht? Oder hat sie generell was gegen Männer? Das wäre wirklich schade.
Ich lege die Zwei Doller fünfzig auf den Tellerrand, nehme die Tasse in die Hand, lehne mich zurück und trinke den ersten Schluck, doch diesmal ist etwas anders. Der Geschmack des Kaffees ist viel intensiver, viel erdiger, ich hätte es schon am Geruch merken müssen, dass es nicht der Gleiche ist, den ich sonst trinke. Für einen Moment schließe ich die Augen, genieße diesen vollen Geschmack und sauge den leicht herben Duft in mich ein. Auf gewisse Weise erinnert er mich sofort an Benjamin und Ashton zwei alte Freunde, die mir aus der Navy-Zeit geblieben sind. Ich denke gerade an die Trainingseinsätze im Wald, dort mussten wir drei Monate lang ohne richtiges Essen und ordentlichen Schlafplatz überleben, das fiel uns nicht immer leicht, zu essen, was uns die Natur gab und auf dem kalten harten und manchmal nassen Boden zu schlafen. Es gab natürlich auch schöne Momente, wie jede Nacht den Sternenhimmel über sich zu haben, oder die langen Gespräche mit den Jungs am Lagerfeuer und auch mal die Streiche, die wir uns gegenseitig gespielt haben.


Ja, das war schon eine interessante Zeit, ich fange an zu schmunzeln, öffne dabei meine Augen wieder und schau zu der Kellnerin rüber, die mir noch den Verstand raubt. Sie sieht mich direkt an und lächelt schräg. Welch Ironie, dieses halbherzige Lächeln macht diese Frau noch viel hübscher und attraktiver. Sie fühlt sich ertappt und dreht sich sofort wieder weg. Ich widme mich wieder meinem Kaffee, nehme einen weiteren Schluck und genieße ihn einfach. Spüre mein Handy in dem Sport-Armband vibrieren, ich stelle die Tasse auf den Tisch, hole es raus und sehe, dass es eine Nachricht von Ben ist. Öffne diese.


Ben, Montag; 10:43 Uhr
Hi, habe gesehen, dass es deinen Film jetzt auf Blu-Ray gibt. Wie schaut’s, sehen wir ihn uns an? As ist schon total gespannt und ich irgendwie auch. Also, was ist?


Leuchten mir seine Worte entgegen, einen Augenblick überlege ich. Ein Filmabend mit den beiden? Warum nicht?


Ich, Montag; 10:49 Uhr
Wo treffen wir uns?


Tippe ich ins Handy und erhalte prompt eine Antwort.


Ben, Montag; 10:51 Uhr
Wir kommen zu dir und können danach noch was machen, wenn Lust besteht?


Ich, Montag; 10:55 Uhr
Klar,


schreibe ich zurück, schalte es aus und stecke das Handy zurück in den Sport-Armband.
Dann werde ich mir den Film zum zweiten Mal ansehen, bei dem ich meine erste etwas größere Rolle hatte. Die Premiere hatten wir schon vor Wochen und ich muss sagen, bis jetzt gefällt er mir gut. Ich sehe auf meine Uhr und es wird langsam Zeit, dass ich mich auf den Weg mache. Ich packe mein Manuskript ein, in dem ich wieder nicht zum Lesen kam, trinke den letzten Schluck vom Kaffee und stehe auf. In der Tür bleibe ich noch einmal stehen und werfe einen Blick zurück zu meiner Schönheit. Wie gerne würde ich den Film lieber mit ihr sehen.

 Matthew Steal

Es ist Samstag: Ich stehe an der Straßenkreuzung und warte.

Mein Regisseur von Get ready, Kumite, hat vier Karten für ein Karate Turnier besorgt. Als Hilfe für unseren Dreh, da geht es um einen Polizisten, der nach der Ermordung seiner Familie der Drogenmafia Rache schwört und sie mit der Kampfkunst besiegen will. Das Turnier soll helfen, besser in die Rolle zukommen. Ein kleines rotes Auto bleibt neben mir stehen. „Na, sollen wir dich mitnehmen?“ Ich sehe ins Auto und meine Filmkollegen sitzen darin. „Klar“, antworte ich und steige ein.

Wir parken an einer großen Halle, steigen aus und gehen rein. Die Halle sah von außen schon groß aus, aber von innen ist sie riesig. Sitztribünen überall an den Seiten und drei große Matten in der Mitte. Unsere Sitze sind im Abschnitt D, das ist am anderen Ende der Halle. Wir drängen uns durch das Gewusel vor den Sitzreihen. Nach einer halben Ewigkeit sind wir endlich angekommen. Brauchen auch gar nicht weit nach oben, da unsere Sitze in der zweiten Reihe sind. Sitzplatz-Nummer dreizehn ist meiner, ich setze mich und sehe mich ein wenig um. Wir haben einen direkten Blick auf die dritte Kampfmatte, die Reihe vor uns ist noch leer und für die Teilnehmer reserviert. Rechts neben den Eingang, von dem wir gerade kamen, stehen kleine Imbissbuden.

Die Reihe vor uns füllt sich gerade, sechs Typen setzen sich mit ihrem rot-weiß-Schwarzen Trainingsanzug hin. An der Seite steht der Trainer in den gleichen Farben wie sein Team und neben ihm steht eine Frau.

Sie trägt ein typisch chinesisches rotes Kleid mit einer weißen Orchidee darauf, darunter trägt sie schwarze Leggings. ‚Kämpft sie den auch?‘ Ihre Haare hat sie zu einem hohen Zopf gebunden, der Pony hört direkt über ihren Augen auf. Von ihrem Gesicht kann man leider nicht viel erkennen, da sie eine Maske trägt und dies verdeckt ihren Nase-Mund und Kinn. Aber ihre Augen, sie kommen mir bekannt vor. Dieses Grün? Obwohl, diese hier dunkler ist und gefährlicher wirken. ‚Das kann nicht sein!‘ Die Frau sieht sich um, unsere Blicke treffen sich für ein Bruchteil an Sekunden, sie sieht mich fragend an und dann wieder weg.

Der erste Wettkampf beginnt, die Kämpfer haben jetzt drei Minuten, um sich zu beweisen. Doch dieser Kampf ist nach knapp fünfzig Sekunden zu Ende. Der Sieger dieser Runde ist, schnell und schlägt präzise zu. „Man, Tobi ist diesmal wieder sehr stark. Ob Shina, ihn diesmal schlagen kann?“ Höre ich die Reihe vor mir tuscheln. Der Typ heißt wohl Tobi, er sieht eigentlich gar nicht so stark aus. Ich scheine das Gesicht fragend verzogen zuhaben, Akio einer meiner Filmkollegen, der neben mir sitzt und von dem ich nicht genau weiß, ob er Japaner oder Chinese ist. Schaltet sich ein. „Lass dich nicht von seinem Äußerem täuschen, er ist wirklich gefährlich.“ Das glaube ich ihm gerne, so schnell wie er den anderen ausgeschaltet hat. „Sag mal Akio, du weißt doch bestimmt so einiges über die Teilnehmer, oder?“ Er sieht mich zuerst fragend und dann mit einem Dicken grinst an. „Soll ich dir sagen, was Tobi eigentlich arbeitet? Das wirst du, mir nie glauben.“ Mir bleibt kurz der Mund offen, da er mich mit großen Augen anstrahlt. Das wollte ich eigentlich nicht wissen, aber ich starte trotzdem ein Versuch.

„Anwalt!“

„Nein, er ist Physiotherapeut und auch noch der beste hier in der Stadt.“

„Ah, gut zu wissen“, lüge ich ihn an und frage ihn dann doch endlich, was ich wissen will. „Weißt du vielleicht auch, wer sie ist?“ Ich zeige zu der Frau, die mich vorhin fragend ansah.

„Das? Das ist Shina. Sie ist seit zwei oder drei Jahren dabei. In Ken ist sie unbesiegbar, aber im Nahkampf leider nicht, sie macht bis jetzt immer nur den zweiten Platz. Das liegt daran, dass sie immer zu schnell aufgibt.“ ‚Shina, also? Hört sich interessant an.‘ Ich hebe gedankenverloren eine Augenbraue und sehe ab und zu wieder in ihre Richtung. „Sie hat irgendetwas Geheimnisvolles an sich, oder?“ Da hat er recht, ich nicke ihm nur zu und höre, wie sie aufgerufen wird.

Sie steigt in den Ring, verbeugt sich vor dem Gegner und vor der Jury. Ein Gong ertönt, der Kampf beginnt und ist nach dreißig Sekunden wieder zu Ende. Shina hat ihren Gegner einfach aus dem Ring gedrängt.

Die nächsten Kämpfe, die sie und Tobi bestreiten, waren immer schnell zu Ende. Jetzt haben wir die Pause vor dem Viertel Finale. Akio und ich gehen uns etwas zu essen besorgen. Wir teilen uns auf, ich besorge die Getränke und er das Essen. Die anderen beiden Kollegen von uns, sind kurz rausgegangen. Die Schlange vor den Getränken ist zum Glück nicht so lang. Vor mir steht der Trainer aus unserem Abschnitt, er strahlt eine mächtige Autorität aus. Selbst ich, der nichts mit Kampfkunst zu tun hat, würde mich vor ihm verbeugen und das, hat was zu heißen. Der Typ neben ihm, sieht aus wie eine jüngere Version von ihm, mit mehr Haare auf dem Kopf, so Anfang zwanzig vielleicht? Eine Frau mit Käppi verbeugt sich vor dem älteren und umarmt den Jüngeren zur Begrüßung. Sie sieht dann, direkt zu mir und ich musste schmunzeln, Reika die ich am Mittwoch im Café kennengelernt habe, kommt zu mir. Sie begrüßt mich mit einer leichten Umarmung. „Was machst du den hier?“ Ich erkläre ihr, dass ich die Karten von meinem Regisseur bekommen habe und frage sie gleich, was sie hier macht? Sie erklärt, dass die beiden vor uns ihr Onkel Mr. Woo und ihr Cousin Lee sind und sie dadurch bei jedem Turnier dabei ist.

Nachdem ich die Getränke haben, will ich zurück. Reika hatte auf mich gewartet, wir stoßen auf Akio, der gerade auf uns zu kommt. Wir tauschen Getränk und Essen und ich stelle ihm nebenbei Reika vor. Akio ist total begeistert ihre Bekanntschaft zu machen und quetscht sie auf dem Weg zu unseren Plätzen über alles Mögliche aus. Sie scheint sich auch gut auszukennen, da sie jede seiner fragen beantworten konnte. An unseren Plätzen angekommen, zieht mich Akio mit sich. „Komm, ich darf Shina was fragen“, sagt er noch und lässt mich partout nicht los. Wir stehen jetzt neben ihr und den anderen Team-Mitgliedern. Akio, spricht sie auf Chinesisch, Japanisch oder einer anderen asiatischen Sprache an. Ich stehe wie ein bekloppter neben ihm und esse mein Hotdog. Sehe den beiden kurz zu, sie scheint zu grinsen, zumindest konnte man das trotz Maske erkennen. Sie antwortet ihm auch, dabei sieht sie für einen Moment zu mir, unsere Blicke treffen sich wieder und ich war kurz versteinert. ‚Sie muss es sein. Warum reagiert sonst mein Körper so heftig auf sie.‘

Akio verbeugt sich vor ihr, dreht sich zu mir um und zieht mich am Arm zurück zu unseren Plätzen. „Will ich wissen, warum du mich mitgezogen hast?“ „Sorry, so wie du sie als ansiehst, dachte ich, du willst sie bestimmt mal vom nahen sehen!“, antwortet er mit einem breiten grinsen. So ein Schlitzohr, das kann ich ihm nicht wirklich übel nehmen.

Shina und Tobi werden aufgerufen, beide gehen sie hoch und stehen sich endlich gegenüber. Er leckt sich demonstrativ über die Lippen, sie hingegen zieht nur eine Augenbraue hoch und macht sich bereit. Sie verbeugen sich voreinander und der Gong ertönt. Er holt sofort zum Schlag aus, den sie gekonnt ausweicht. Die beiden schenken sich nichts, erst flogen die Hände dann die Füße, sie vergeuden keine Sekunde. Nun waren die ersten drei Minuten für den Kampf um und der Gong ertönt wieder. Die Kampfrichter werden sich schnell einig. Gleichstand, es wird um weitere drei Minuten verlängert. Der Gong läutet wieder, sie verbeugen sich und es geht los. Jetzt scheint sie die Oberhand zu haben, doch nach knapp zwei Minuten dreht sich alles wieder und er macht mehrere Treffer. Wieder läutet der Gong, die Kampfrichter versammeln sich.                                                                                                                                                           

Während sie sich noch beraten, sieht Shina kurz in unsere Richtung, Reika springt auf „Zeig es ihm, den Vollpfosten, du schaffst das.“ Die Richter haben sich entschieden, wieder Gleichstand und eine weitere Runde von drei Minuten sind anberaumt. Der Gong ertönt. So ein Schlag Abtausch, hab ich noch nie gesehen, sie scheinen beide gleich stark zu sein. Doch dann hebt sie plötzlich die Hände und Kapitulierte. „Scheiße, nicht schon wieder“, höre ich Akio neben mir fluchen. Sie kommt mit gesenktem Kopf von der Matte. Mr. Woo, legt seine Hand auf ihre Schulter, sagt ihr noch etwas und sie verschwindet dann zu den Kabinen.

Das Turnier ist zu Ende, Tobi ist Sieger. Wir verlassen die Tribüne, ich gehe noch kurz zu Reika und verabschiede mich von ihr. Dann gehen wir vier wieder zurück zum Auto. Meine Kollegen schmeißen mich an der gleichen Kreuzung raus, an der sie mich vorher eingesammelt hatten. Ich verabschiedet mich von Akio mit einem kumpelhaften Faustschlag, den anderen nicke ich nur zu und bedanke mich, das sie mich gefahren haben.

In meiner Wohnung wieder angekommen, gehe ich in die Küche und hole mir ein kaltes Getränk. Schmeiße mich auf mein Sofa und lasse das Turnier auf mich wirken. Es ist wirklich anders, als im Fernsehen. Dort sieht man nur die Technik, aber eben gerade, hat man die Leidenschaft und die Hingabe gespürt.

Mein Handy holt mich in das hier und jetzt zurück, ich habe eine Nachricht bekommen.

Heute, Tanzbar um einundzwanzig Uhr. Also Duschen, gut aussehen und los geht's As, ich antworte.

Tanzbar?

Klar! Wir trinken, die Frauen tanzen. Haben wir alle was von! (dickes smily Emoji) bis gleich.

Ich musste leicht schmunzeln.

‚Gut, bis gleich. Gönnen wir uns mal den Spaß.‘

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Ella Miller

Man könnte meinen, ich habe nichts anderes zu tun, als auszugehen. Aber heute brauche ich das so dringend, mein Tag war wirklich scheiße. Ich möchte mir meine Freundinnen packen und feiern. Mia kann leider nicht, sie hat ihre Schwiegereltern da. So gehe ich mit Reika allein in unsere Lieblingsbar.

Dort angekommen begrüßen wir erst mal Philipp, den besten Barkeeper, geben ihm unsere Taschen und bekommen sofort zwei Cocktails. Bleiben erst mal an der Bar stehen, sehen uns um und die Tanzfläche ist voll, auch die restliche Bar ist gut gefüllt. Mein Blick bleibt an einem Stehtisch, der in der Nähe des Ausgangs stehen, hängen. Dort stehen drei große, nein riesige Männer, sie stechen bei der Masse mit ihrer Größe wirklich raus. Zwei von ihnen kann man gut erkennen, sie sehen wirklich gut aus.

Der eine ist blond und hat ein sehr weiches Gesicht, sieht aber trotzdem sehr männlich aus. Der andere hat dunkle Haare und ein sehr markantes Gesicht, er lächelt gerade und das macht ihn schon sehr charmant. Den dritten im Bunde kann ich nicht erkennen, da er mit dem Rücken zu uns steht. Ich stupse Reika in die Seite und zeige in die Richtung der drei, obwohl es nur noch zwei sind, der Blonde ist auf einmal verschwunden. Sie fängt an zu strahlen, sieht wieder mich an und nickt mir zustimmend zu. Wir haben fast den gleichen Männergeschmack, nur sie mag eher die weichen Typen, die viel Kuscheln und oft einen Witz auf den Lippen haben. Ich stehe zwar auch auf Kuscheln und Witze nur alles in Maßen, ich bin eher der ruhige Typ, unterhalte mich gerne und bin sehr sportlich aktiv, das sollte mein Partner auch sein. Nur leider sind die, die sportlich sind und gut aussehen absolut oberflächlich und Ich-bezogen und das braucht keine Frau. Ist zwar schön so ein Adonis neben sich zuhaben, aber nicht, wenn er kein Innenleben hat.

Ich sehe mich noch etwas weiter um und gelange dann doch wieder an diesen Tisch. Der blonde ist jetzt auch wieder da, der der mit dem Rücken zu uns stand hat sich umgedreht und kommt zur Bar. Ich ziehe die Augenbrauen hoch und verdrehe die Augen, ‚will er mich Ärgern? Warum läuft er mir ständig über den Weg? Nicht nur, dass ich ihn jeden Tag im Café sehe! Nein, jetzt auch schon in meiner Lieblingsbar?‘ An wem ich denke? Na, von wem wohl! John New, ich fühle mich langsam von ihm verfolgt. Wirklich!

Er steht genau neben Reika und bestellt Bier für sich und seine Kumpels. Reika stupst ihn an. „Hey, du auch hier?“, schreit sie ihn an, da es hier sehr laut ist! Er grüßt sie, mit einer leichten Umarmung, schaut kurz zu mir, grinst, doch ich drehe mich genervt weg. Reika tippt mich an, nach dem er gegangen war und fragt, was das Gerade war? „Nichts, nur muss er immer da sein, wo ich bin?“ „Quatsch, du hast schon Verfolgungswahn. Jetzt komm mal runter, lass uns lieber Tanzen. OK?“ Versucht, sie mich zu beruhigen.

Nichtmal zehn Minuten auf der Tanzfläche werden wir von zwei Männern angetanzt. Doch die lassen wir links liegen, wir haben keine Lust dazu. Jedes Mal, wenn Reika, Mia und ich in einer Bar sind, kommen die Männer und wollen tanzen oder einen ausgeben. Das, was sie aber wirklich beabsichtigen, würden sie nie direkt sagen. Selbst wenn sie es täten, wären wir uns zu schade dafür.

Eine knappe Stunde später: „Ich muss von der Tanzfläche, ich glühe.“ Reika will noch weiter tanzen, ihr Lieblings Lied spielt gerade. Ich gehe zur Bar, setze mich auf einen der freien Hocker und bekomme von Philipp ein neues Getränk. Drehe mich zur Tanzfläche und schaue ihr beim Tanzen zu. „Hallo, hübsche Frau. Du kannst dich gut auf der Tanzfläche bewegen, bist du überall so beweglich?“, werde ich von der Seite angesprochen. Ich Dreh mich um und schaue einem schmierigen Typen ins Gesicht. Ich kann seine Gedanken lesen, er denkt, dass hier wird was. ‚igitt!‘ Ich drehe mich wieder weg, ohne einen Ton zu sagen. Doch er lässt nicht locker, er stellt sich vor mich. „Dein Getränk ist gleich leer, soll ich dir ein neues bestellen?“ „Nein danke, ich brauche nichts.“ „Ach komm schon, jeder braucht was?“ Ich rücke auf meinem Hocker so weiter nach hinten, dass ich fast runterfalle. Zum Glück steht jemand hinter mir und hält mich so vor dem Sturz ab. Mein Blick ist immer noch auf diesen Typen vor mir gerichtet, auf einmal spüre ich eine Vibration, an meinem Rücken, die mir durch und durch geht. Ein Kribbeln breitet sich in meinem ganzen Körper aus und ich bekomme eine leichte Gänsehaut. ‚Oh oh, das war keine gute Idee, so weit zu rutschen.

Diese Vibration entstand, durch ein Knurren oder Brummen. Ich sehe mich nicht um, mein Blick ist immer noch direkt auf dem schmierigen Typen vor mir gerichtet und sein Gesicht, verzieht sich auf einmal. Das eben war eindeutig ein Knurren! Denn es vibriert erneut, nur diesmal spüre ich es nicht nur, sondern kann ein Knurren deutlich hören. Der Typ vor mir wird ganz blass und verschwindet sofort.

Ich drehe mich um, will mich bedanken oder eher entschuldigen und sehe dem Mann, der hinter mir steht auf die Brust. Ich musste den Kopf in den Nacken legen, um in sein Gesicht zusehen. Dieses Gesicht grinst mich schräg an, ich muss tief durch Atmen, wieder dieser John! Er steht so nah vor mir, dass ich ihn riechen kann und verdammt! Er riecht wirklich gut. Sein Grinsen wird breiter, ich nicke hoch und schaue ihn, fragend an. ‚Was grinst er so doof?‘ Er schüttelt ganz leicht den Kopf, unsere Blicke vertiefen sich kurz. Seine eisblauen Augen, kommen viel intensiver zur Geltung, wenn er mir, so nah steht. Sein Blick wandert, kurz zu meinem Mund und dann wieder zurück in meine Augen. Ich beiße leicht auf meine Unterlippe und ziehe dabei eine Augenbraue hoch. Sein ganzes Gesicht grinst, seine Augen strahlen, er drehte sich zum gehen. Kommt mir aber noch mal ganz nah ans Ohr. „Heiß“, sagt er mit seiner tiefen rauen Stimme und geht zu seinen Freunden zurück. Ich schaue ihn nur fragend hinterher. ‚Was war das denn?‘ Mein ganzer Körper reagiert heftig darauf, ein Kribbeln breitet sich über und unter meiner Haut aus und mein Herz fängt auf einmal an zu rasen, so als wäre ich mehrere Kilometer gelaufen.

„Was ist dir denn passiert? Süße hast du ein Gespenst gesehen?“ Reika steht neben mir und nippt an ihrem Getränk. Ich konnte nicht sofort reagieren, sie stupst mich darauf an. „Sorry nein, ein Gespenst hab ich nicht gesehen. Ich hatte nur gerade eine Begegnung der Dritten-Art mit John New, mehr nicht!“ „Dritte-Art? Das musst du mir erklären.“ Grinst sie mich an und das tat ich dann auch. Ihr grinsen wurde dabei immer breiter. „Na, hast du dich verguckt?“ „Nein“, sagte ich energisch, „wie kommst du darauf? Er hat mir nur geholfen mehr nicht!“, versuche ich mich zu erklären. „OK, wenn du das sagst. Also mein Körper würde nicht so reagieren, wenn mir jemand nur hilft!“ Sie trinkt ihr Glas aus und zerrt mich zurück auf die Tanzfläche. Wir tanzten und tranken den restlichen Abend weiter, ohne weitere Störungen.

•••

Mir dröhnt der Schädel, das waren eindeutig zu viele Cocktails gestern. Ich nehme eine Aspirin, gehe unter die Dusche, ich muss gleich ins Café zur Frühschicht. Lasse Reika heute schlafen, ich packe meine Sachen und mach mich auf den Weg. Ich brauche zu Fuß fünf Minuten, gehe in die Seitengasse um von der Hintertür in den Laden zukommen. Jack und Mia warten dort schon auf mich. „Guten Morgen, geht es dir nicht gut? Du siehst aus wie drei-Tage-Regenwetter“, begrüßt mich Jack. „Doch! Alles in Ordnung ist gestern nur spät geworden.“ ‚Ja und wie spät? Wir sind erst kurz vor zwei nach Hause. Aber schlafen konnte ich nicht, musste die ganze Zeit an dieses eine Wort und den Blickkontakt denken. „Heiß.“ Was hatte das zu bedeuten?‘ Ich schließe die Tür auf und wir gehen rein. Schalte alles ein und ich koche erst mal für alle einen Kaffee. In der zwischen Zeit kommen noch zwei Küchenhelfer, Clara und eine weitere Kellnerin. Wir leerten die Tassen und Mia schließt den Laden auf.

Ich schnappe mir gleich, den Laptop und verziehe mich ins Büro. Die Buchhaltung wartet auf mich. Da ich immer noch einen leichten Schädel habe, wollte ich nicht vorne bleiben.

Nach fünf Stunden vor dem Bildschirm bin ich endlich fertig und ich habe alles, eindeutig zulange liegen lassen. Habe Rechnungen beglichen, bereitete die Löhne vor, gab neue Werbung in Auftrag und kümmerte mich um die Steuer, sowie um die Versicherungen. Jetzt muss ich nur noch mit meinem Kaffee Lieferanten telefonieren.

Aber jetzt, hole ich mir etwas zu essen aus der Küche und brauche Leben um mich. Setze mich mit meinem Salami-Schinken-Käse Croques an meinem Lieblingstisch. Ich beiße in das Baguette, schließe dabei die Augen und genieße einfach das leckere Essen, schalte kurz ab, atme tief durch.

Nachdem ich meine Augen wieder öffne, fühle ich mich irgendwie beobachtet. Ich sehe mich um und erkenne niemanden, der zu mir sieht. Leicht Stirn runzelnd, esse ich weiter. Die Tür vom Laden geht auf und zwei große Männer kommen in den Laden. 'Sind das nicht, die Männer von gestern? Die Freunde von John? Wenn sie hier sind, ist er bestimmt auch nicht weit weg? Warum interessiert es mich, ob er in der Nähe ist? Wieso wird mir auf einmal so heiß? Mein Puls schießt in die Höhe. Hat dieser Mann wirklich seit gestern, so eine Wirkung auf mich?', verrückte Gedanken, ich schüttele leicht den Kopf. ‚So ein Quatsch! Alles gut‘, versuche ich mich zu beruhigen. Ich nehme einen Schluck von meiner Cola.

Es dauert wirklich nicht lang, da kam John in den Laden. Er sieht sich um, seine Freunde geben ihm ein Zeichen, er geht zu ihnen und begrüßt sie mit einem Handschlag. Sie sitzen vor der grünen Wand auf der Wohnlandschaft. Mia steht auf einmal neben mir am Tisch. „Na, alles klar? Bist du fertig, dann nehme ich das mit.“ Ich sehe zu ihr hoch und nicke. Sie nimmt den Teller in die Hand und bleibt noch neben mir stehen. Ich sehe sie fragend an, „Ella? Kannst du vielleicht eine Bestellung für mich machen?“ „Ja klar“, sagte ich und stehe auf, gehe zum Tresen.

Auf dem Weg dort hin binde ich meine Haare zusammen. Ich mag es nicht, wenn sie mir bei der Arbeit im Gesicht hängen. Hinter dem Tresen schaue ich mir die Bestellung an und lege los. Es war keine gewöhnliche, da hat sich ein Tisch die verschiedenen Spezialsorten gewünscht. Die nur ich zubereiten kann, da noch keiner die Weiterbildung gemacht hat. Ich muss gestehen, dass ich solche Bestellungen wirklich gerne mache. Bei diesen Sorten kann ich etwas kreativ sein.

Es hat zwar etwas gedauert, aber ich bin jetzt fertig. Gebe Mia ein Zeichen, gehe zu meinem Platz zurück und nehme auf dem Weg dorthin mein Haargummi wieder raus. Doch bevor ich mich hinsetze, fühle ich mich wieder beobachtet. Ohne mich noch einmal um zusehen, klappe ich meinen Laptop auf und starte mein E-Mail-Programm. Beobachte nebenbei, wo Mia die Bestellung hinbringt. ‚Habe ich es doch gewusst! John und seine Freunde bekommen die Spezial Kaffees.‘ Ich sehe den drei kurz zu, da ich wissen will, wie ihnen der Kaffee schmeckt.

Er scheint so gut anzukommen, wie ich es gehofft hatte. Der dunkel Haarige rutscht auf dem Sofa etwas runter und liegt fast darin. Der blonde hält die Tasse fest, als wäre es der größte Schatz. Und John? Er schließt die Augen und genießt einfach. Wie beim letzten Mal, als ich ihm einen anderen Kaffee hingestellt hatte. Nachdem er seine Augen wieder öffnet, sieht er direkt zu mir. Ich wollte wegsehen, konnte es aber nicht. Er hatte wieder dieses Grinsen von gestern im Gesicht. Das irgendwie Süß und doch nervig ist. Ich beiße mir leicht auf die Unterlippe und muss trotzdem grinsen. Seine Augen werden größer, er setzt sich gerade hin und sieht mich für einen Moment weiter so an. Ich schüttle leicht den Kopf. ‚Ich muss mich auf meine Arbeit konzentrieren‘, ermahne ich mich selbst, sehe wieder auf meinen Laptop, versuche mich zu fokussieren, doch es gelingt mir nicht. Was ist das nur zwischen uns, seit gestern?

Matthew Steal

Scheiße, was war das denn? Da sieht sie zu uns, grinst leicht und beißt sich dabei auch noch auf die Unterlippe. Wenn sie wüsste, was das gerade in mir ausgelöst hat. Am liebsten würde ich zu ihr gehen und sie einfach um den Verstand küssen. Schade nur, dass es der Anstand verbietet. Ich merke immer mehr, wie ich ihr verfalle, dass ich den Blick nicht mehr von ihr wenden kann. Bevor ich vorhin das Café betreten habe, sah ich sie durch das Fenster, wie sie ihr Baguette gegessen hat. Sie hat es total genossen und sie sah so zufrieden aus, der Wahnsinn. Dann als sie vom Tresen zurück zu ihrem Platz gelaufen ist, hat sie ihre Haare so schwungvoll geöffnet. Es sah aus wie in dieser einen Shampoo Werbung. Sie macht das doch mit Absicht? Sie will mich noch total verrückt machen. Ich muss einen kühlen Kopf behalten, sonst gehe ich wirklich noch zu ihr rüber.

Um mich abzulenken, sehe ich zu Ben und As, die beiden sind noch total geflasht vom Kaffee. „Und Jungs, hab ich zu viel versprochen?“ Sie schütteln beide den Kopf und grinsen mich an. Ben, der links neben mir sitzt und auf dem Sofa heruntergerutscht war, setzte sich wieder auf und schlägt mir auf mein Oberschenkel. „Du hast gar nicht erwähnt, das die Aussicht auch nicht schlecht ist“, und zeigte mit dem Kopf, Richtung Ella. ‚Ja, ich kenne jetzt ihren Namen, Reika hat es mir verraten.‘ Ich sehe Ben an und ziehe eine Augenbraue hoch. „Was! Sie ist heiß!“, ergänzt er.

As der links neben Ben sitzt, stellt seine Tasse ganz langsam auf den Tisch. Sein Blick starr auf die Tür gerichtet sagt, dass er gerade seine Traumfrau sieht und Blitz-verliebt ist. Ben und ich sehen gebannt auf die Tür, die Frau, die dort reinkommt, war keine geringe als Reika. Diese sieht zu Ella, wirft ihr einen Luftkuss zu und kommt zu uns rüber. „Na ihr drei! Ihr seht ja gegen Gesetzt zu mir, richtig fit aus!“ „Du hast uns, heute Morgen nicht gesehen!“, entgegnete ich ihr, während ich sie zur Begrüßung umarme und bekomme gleich, einem bösen Blick von der Seite. Ich sehe zu As, der mich weiterhin vernichtend ansieht. Im selben Moment spricht Ben zu ihr. „Das ist Jahre langes Training, das kann nicht jeder.“ Sie kneift die Augen etwas zusammen, setzt sich auf den freien Sessel neben As und sieht Ben dabei ganz gebannt an. „Und wie sieht, dieses Training aus?“ „Es gibt nur eine Regel“, mischt sich As sofort ein. Sie sieht zu ihm und ihr Blick hat sich von gebannt auf an schmachtend geändert. „Wir essen ein rohes Ei und gehen dann joggen, um den berauschten Kopf wieder freizubekommen.“ Ben versucht sich bei dem Gespräch einzubinden aber Reika´s Blick galt nur As. Ich glaube, da haben sich zwei gefunden. Er winkt mit dem Kopf Richtung Hollywoodschaukel, sie nickt, beide stehen auf und verlassen uns. „Was war das denn, jetzt?“ Ben war leicht enttäuscht, dass sie mit As gegangen ist und ihn nicht mehr beachtet hatte. „Lass den Kopf nicht hängen, wer weiß, vielleicht kommt deine Traumfrau auch noch.“ Versuche ich ihn aufzumuntern, er grinst und schaut zu Ella. „Wenn sie nicht schon da ist!“ So ist Ben, wurde enttäuscht und sucht sich gleich die nächste. Aber in diesen Moment hätte ich ihm am liebsten den Kopf abgerissen. Ich zeige ihm eine junge Frau, die gerade hinter dem Tresen steht und einen Kunden abrechnet. „Ja, die ist auch nicht schlecht“, sagt er und steht auf. Oh man, er ist wirklich schnell zu befriedigen.

Ich trinke den Rest meines Kaffees aus und sehe noch einmal zu ihr. Ich kann es einfach nicht lassen, wenn ich weiß, dass sie in meiner Nähe ist. Sie telefoniert, tippt sich dabei nachdenklich mit einem Stift an die Lippen. Doch auf einmal wird ihr Blick böse, nimmt das Handy vom Ohr und knallte es auf dem Tisch. Sie scheint sich zu ärgern, da sie die Fäuste ballt und das Gesicht verzieht. Dann atmet sie zweimal tief durch, nimmt ihr Handy wieder an sich und telefoniert weiter. Jetzt ist sie entspannter, grinst ab und an, dann verabschiedet sie sich freundlich und knallt das Handy trotzdem auf den Tisch. Flucht. ‚Mit wem hat sie da telefoniert? Und um was ging es wohl?‘ Die junge Frau, die unsere Bestellungen vorhin aufgenommen hatte, geht zu ihr. Sie redet ruhig auf sie ein, berührt sie sachte an der Schulter und versucht sie so zu beruhigen, es gelingt ihr auch.

Ben kommt zurück und berichtet mir, dass er heute ein Date mit Clara hat. So heißt die Kellnerin am Tresen. Ich höre ihm nicht ganz zu, bin gedanklich woanders. As kommt zu uns zurück. „Na, Jungs alles klar?“ „Bei mir schon, nur er ist ganz woanders“, Ben zeigt auf mich. Ich sehe die beiden nur fragend an. „Was! Alles gut! Was machen wir als Nächstes?“ Sie zucken beide mit den Schultern. „Ich habe den Kaffee schon bezahlt. Lass uns besser erst mal raus hier, wenn ich noch länger bleibe, mach ich einer der Frauen hier, einen Heiratsantrag.“ Bens Blick schweift im Café umher. „Gut dann lasst uns gehen.“

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Ella Miller

Es ist Montag: Ich komme irgendwie nicht aus dem Bett. Zum Glück hat der Laden morgen zu. Nachdem mein Wecker noch einmal klingeln wollte, stehe ich doch lieber auf. Ziehe mich an und brühe mir schnell eine Tasse Kaffee auf. Bin gerade in irgendetwas Nasses rein getreten und muss meine Socken umziehen! Mit frischen Socken an den Füßen verlasse ich mein Zimmer und stoße mit einem nackten Riesen zusammen. Mein Blick ist zuerst auf seine nackte Brust gerichtet, doch dann schaue ich hoch in grün-blauen Augen, die mich erschrocken ansehen. Es war der blonde Freund von John, sein feines Gesicht entspannt sich etwas und er fängt an zu grinsen. Natürlich so ein Grinsen, wie es die Surfer Jungs nur können. Ganz unbeeindruckt von der Thematik wünsche ich ihm einen guten Morgen. Er wünscht mir auch einen und geht in Reika's Zimmer zurück. Ich konnte nicht anders, sah ihm kurz hinterher. ‚Warum haben Männer so einen Knack Po, das ist nicht fair!‘ Ich grinse, schüttele leicht dem Kopf. Jetzt bin ich zwar immer noch total müde, beneide aber meine Mitbewohnerin über ihren Fang.

Im Café angekommen, war die Nebentür leicht geöffnet. Gehe vorsichtig rein, sehe mich um und es war niemand zusehen. Höre plötzlich Geräusche, aus dem Lager, die Tür dort steht ganz offen. Ich luge vorsichtig um die Ecke und was ich dort erblickte, kam mir von zu Hause bekannt vor. Wieder ein knackiger Männer Po, der Beine und Arme um sich geschlungen hatte. Ich ziehe mich etwas zurück, höre nur noch einen kurzen Aufschrei und dann war es vorbei.

Ich gehe leise zur Nebentür zurück und knalle sie laut zu, damit sie mich auf jeden Fall hören. „Schnell, da ist jemand!“ „Wo ist mein Shirt?“, höre ich sie sagen und gehe extra langsam in den Laden. Beide saßen sie eng nebeneinander auf der Wohnlandschaft. „Guten Morgen. Was macht ihr denn, schon so früh hier?“ Sehe Clara und ihr Date an. Ihr Date ist der dunkel haarige Freund von John. ‚Echt jetzt? Ach egal, eins muss man John lassen, er hat wirklich gut aussehende Freunde.‘ Clara entschuldigt sich bei mir und erklärt, dass sie die Zeit vergessen hatten und dann hier geblieben sind. Ich gehe hinter den Tresen und setze erst mal Kaffee auf. Jack kommt gerade rein, „Morgen. Was ist denn hier los?“, sieht zuerst zu Clara und dann zu mir. „Nichts Besonderes Clara ist mit ihrem Date...“ „Ben!“, funkt er mit tiefer Stimme dazwischen, und zwar so, dass ich ihn ja nicht vergessen sollte. „Okay, Clara und Ben haben gestern Abend noch einen Kaffee getrunken und die Zeit vergessen.“ Jack sieht zu den beiden und dann wieder zu mir, zuckt mit den Schultern „Okay“. Und verschwindet mit seiner Tasse in die Küche. Ich schenke den anderen auch eine Tasse ein, lehne mich an meinen Tresen, doch bevor ich meinen trinke, muss ich schmunzeln. Was war das für ein verrückter Morgen, jetzt bin ich wirklich wach!

Der Laden ist erst seit einer halben Stunde auf und mir geht schon die Milch aus. Ich gehe ins Lager, um Nachschub zu holen. Greife nach dem Milch-Karton, ziehe dabei eine Zuckerdose mit und diese rollt sofort unter das Regal. Ich stelle den Karton ab, gehe auf die Knie und will den Zucker holen. Doch das Erste, was ich spüre, ist nicht die Dose, sondern etwas Weiches. Ich hole es raus und es ist eine schwarze Kelvin Klein Unterhose, musste sofort an heute Morgen denken, ob die Ben gehört? Genau in diesen Moment kommt Jack rein. „Was machst du da unten, auf dem Boden?“ ,Ja es sah komisch aus, wie ich da unten hocke und ein auf geheimnisvoll mache‘. Ich fühle mich ertappt, drehe mich leicht zu ihm, stopfe die Unterhose in meine Gesäßtasche. Sehe zu ihm hoch, während ich nach der Zuckerdose greife. „Die...“ zeige ihm die Dose. „...ist mir runter Gefallen.“ Stehe wieder auf, stelle die Dose ins Regal zurück. Nehme meinen Karton mit Milch, gehe wieder raus, als wäre nichts Weiteres passiert. ‚Ich habe keine Boxershorts gefunden! Ich weiß nicht, wovon ihr sprecht!‘ Gehe wieder nach vorne.

Jetzt ist es bereits Mittag: Der Laden brennt. Also nicht wirklich, er ist nur total voll. Mir fehlt genau jetzt eine Bedienung, Clara wäre eigentlich hier. Hatte ihr aber heute freigegeben, da sie von der Nacht beschissen aussah! Ich schreibe Reika eine Nachricht, ob sie für Clara einspringen kann. Ich habe leider keine Zeit, um auf ihre Antwort zu warten. Mia bittet mich gerade, das Tablett mit den drei Kaffees zu Tisch fünf zubringen. Ich schnappe mir das Tablett und mach mich los. Erkenne die Drei sofort, die dort sitzen. Habe mich schon gewundert, warum John heute Morgen noch nicht da war, wie eigentlich jeden Morgen. Stelle mich zwischen John und Ben. Zum Glück haben alle drei, das Gleiche bestellt, so konnte ich die Tassen einfach verteilen. Ich stelle erst dem blonden Mann von heute Morgen, seine Tasse hin, dann Ben und zum Schluss John. Ich bemerke nur, dass Ben mir an den Po gegangen ist, oder soll ich eher sagen, an meine Gesäßtasche. ‚war, also doch seine!‘ Sehe kurz John an und er sieht Ben finster an. Drehe mich zu Ben, zwinker ihm zu und seine braun-grünen Augen wurden groß, sein Grinsen breit. Ich klemme mir das Tablett unter den Arm und gehe zurück zum Tresen.

Matthew Steal

Sein Ernst jetzt!‘ geht er Ella an den Hintern. ‚Hatte er heute Morgen nicht genug von Clara bekommen.‘ er grinst und zuckt leicht die Schultern. „Sie hatte was, das gehörte mir“, verteidigt er sich und ich belasse es dabei.

As und Ben haben mir vorhin erzählt, dass sie einen aufregenden Morgen hatten. Ben ist fast von Ella erwischt worden, als er mit Clara im Lager zugange war und As, ist mit ihr zusammengestoßen, nackt. Sie wäre dabei ganz cool geblieben, so als wäre, es das Normalste, einen nackten Mann in seiner Wohnung zu haben.

„Wie geht es mit den Mädels weiter? Trefft ihr sie noch mal?“ As will, Reika weiter Treffen und sie besser kennenlernen. Ich sehe zu Ben, er zuckt mit den Schultern, „weiß nicht genau. Die Nacht war gut aber, sonst verbindet uns nichts, die Gespräche mit ihr waren langweilig.“

Genau in diesen Moment betritt Reika das Café. As grinst über das ganze Gesicht. Sie strahlt auch, winkt uns zu und geht zum Tresen, schleudert ihre Tasche in eine Ecke. Nimmt sich ein Tablett mit Bestellungen und verteilt diese. Danach geht sie an Ella vorbei, die gerade dabei ist, einem Kunden sein Essen hinzustellen und Reika gibt ihr einen saftigen Klaps auf den Hintern. „Hier bin ich Süße“, lacht sie los. Ella zuckte nicht mal, sieht sie nur grinsend an und schüttelt dabei den Kopf. ‚Ich hatte auf einmal Bilder in meinem Kopf. Sie und ihren Hintern, den sie mir vorhin schön Präsentierte, während sie, Ben den Kaffee hingestellt hatte. Am liebsten hätte ich Hand anlegen, ob er ohne Hose auch so stramm ist, wie mit?‘ Ich muss tief durchatmen, um die Kontrolle nicht zu verlieren. Lange halte ich diesen Abstand nicht mehr aus.

Ich werde zum Glück von meinem Handy, aus den Gedanken gerissen, es ist meine Schwester. Ich drehe mich leicht zur Seite und nehme das Gespräch mit einem „Liz, was gibt's?“ an.

„Hey Bruderherz, was würdest du sagen, wenn ich dich für eine Woche besuchen komme? Alleine, ohne Kinder?“

„Wirklich! Ohne die Jungs?“

„Ich hätte etwas mehr Freude erwartet! Und ja ohne die Jungs!“

Ich muss grinsen, sie hört sich auf einmal so ernst und auch enttäuscht an.

„Natürlich würde ich mich freuen, ohne Frage. Die Frage selber hatte mich nur überrumpelt.“ Gestehe ich ihr.

„Na, wenn dich die Frage schon so überrumpelt. Was sagst du dann, wenn ich schon hier am Flughafen stehe und auf dich warte?“

Ich ziehe beide Augenbrauen hoch,

„Dein Ernst jetzt?“

„Jaha! Kommst du mich jetzt holen?“

„Und ob, ich mach mich sofort auf den Weg.“ Freue mich, sie wieder zusehen. Irgendwie hab ich sie schon vermisst. Ich stehe auf, packe mein Handy in die Hosentasche, „wir sehen uns. Liz ist da!“, sagte ich noch kurz und gehe mein Kaffee bezahlen.

Nachdem ich meine Schwester Liz ‚Kurzform von Elizabeth‘ beim Flughafen abgeholt habe, was bestimmt auch für Aufsehen gesorgt hat. Da sie mich nicht Schwester-like begrüßt hat, sondern mir, wie eine verliebte Frau in den Arm gesprungen ist. Ihre Arme umklammerten meinen Nacken und ihre Beine hatte sie um meine Taille geschlungen. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie mich küsste. Doch zum Glück hat sie das nicht getan. Ich kann verstehen, dass sie mich vermisst hat, wir haben uns das letzte Mal vor acht Monaten gesehen. Vorher haben wir sieben Jahre zusammengelebt, sie hatte zuvor bei unserer Mutter gewohnt. Doch unsere Mutter hat sie nach einem heftigen Streit rausgeworfen. Es hat ewig gedauert, bis sie mir den Grund dafür genannt hatte. Liz war zu der Zeit ungewollt schwanger, ihr Typ hatte sie verlassen, nach dem er es erfahren hat, und unsere Mutter duldete das nicht. So kam sie zu mir und großer Bruder, wie ich bin, obwohl ich mein eigenes schweres Paket zu tragen hatte, war ich für sie da. Jetzt sitzen wir im Wohnzimmer, bestellen uns eine Pizza und haben den Fernseher eingeschaltet. Während wir auf die Pizza warten, spreche sie auf ihr Tattoo an, das ich vorhin zufällig, auf ihrem Rücken gesehen habe. Sie erzählt, dass sie es erst seit zwei Wochen hat. Diese Zeichen wären japanisch und bedeuten Liebe, Mut und Ehre. Passt irgendwie zu ihr. Ich kenne keine Frau die soviel Liebe versprüht wie sie keine, die so mutig ist, den Scheiß hinter sich zulassen und weiterzumachen und dafür hat sie wirklich die Ehre verdient, die ihr zusteht. „Auf was hast du jetzt Lust?“, frage ich sie, da wir vor Netflix sitzen und noch nichts angemacht haben. Sie suchte sich einen Film aus, den wir aber dann doch nicht sehen, weil wir uns über alles Mögliche nebenbei unterhalten haben.
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Ella Miller

Heute ist so ein Morgen, der so gar nicht läuft. Ich weiß jetzt schon, dass mir irgendetwas passieren wird. Ob es gut oder schlecht ist, kann ich nicht sagen. Wie ich darauf komme? Zuerst geht meine Kaffeemaschine zu Hause kaputt, dann finde ich meinen Gürtel nicht, so rutscht mir als diese doofe Hose und als wäre es nicht genug, kommt der Lieferant heute nicht. So muss ich schnell in den nächsten Supermarkt, Milch und Kakaopulver besorgen. Gut, dass hier die Läden vierundzwanzig Stunden geöffnet haben.

Komme mit Verspätung im Café an. „Mensch Ella, wo bleibst du denn? Der Laden hat schon seit einer halben Stunde auf.“ Mia steht mit den Händen in der Hüfte vor mir. „Sorry Mia, der Lieferant kommt heute nicht und ich musste noch schnell ein paar Dinge besorgen. Ich gehe schnell nach hinten, räume das weg und komme sofort wieder.“

Vorne wieder angekommen sehe ich, dass der Laden richtig voll ist. Es hat sich schon eine Schlange vor dem Tresen gebildet, ich gehe hinter den Tresen zu Mia, ziehe meine Schürze an und wir beide arbeiten so schnell, wie es geht die Bestellungen ab. ‚Wenn mir nicht als diese doofe Hose rutschen würde, wäre ich bestimmt schneller, brauche ganz dringend einen Ersatz Gürtel.‘ Wir haben den ersten Ansturm hinter uns und ich erlaube mir meinen ersten Kaffee. Mia kommt zu mir und will wissen, was den heute los sei, ich wirke leicht durch den Wind. Ja stimmt, sonst bin ich viel Ruhiger. Wenn ich könnte, würde ich viel lieber in mein Bett zurück, aber das geht ja leider nicht, da sich Clara und eine andere Kellnerin für heute krankgemeldet haben. Stimmt ja, das kommt noch zu meiner Nichts-läuft-so-wie-sonst-Liste dazu, ich hoffe, sie ist somit voll. Mehr kann und will ich nicht ertragen.

Lehne mich an die Arbeitsplatte, auf die der Kaffeevollautomat steht, und nehme einen Schluck von meinem Kaffee. Sehe dabei aus dem Fenster und erblicke John, er kommt heute mit weiblicher Begleitung an gejoggt. Beide sind sie völlig außer Atem, kommen zum Tresen und ich überlasse diese Bestellung lieber Mia. Die beiden nehmen ihre Gläser und setzten sich in die Cocktail-Sessel. Sie unterhalten sich, lachen und dann sehen beide zu uns rüber. ‚Ich frage mich warum? Und ich frage mich auch, warum es mich stört, dass er mit ihr hier ist. Wer ist sie?‘

Aber, das werde ich bestimmt gleich erfahren, da sie aufsteht und mit einem breiten grinsen, zu uns an den Tresen kommt. Mia wird genau jetzt von Jack in die Küche gerufen, um eine Bestellung abzuholen. Diese junge Frau, mit ihren blonden schulterlangen Haaren, ihrem Engel gleichem Gesicht, diesen dunkelblauen Augen und mit dieser Hammer Figur, steht jetzt vor mir und strahlt mich an. „Hi, ist das dein Café?“, ich nicke ihr Verhalten zu und sehe sie dann fragend an. „Gefällt mir, diese verschiedene Sitzbereiche. Ist irgendwie eine Mischung aus Café und zu Hause.“ Ich muss schmunzeln, „das war Absicht.“ Sie sieht sich noch einmal genauer um und dann wieder zu mir, mit einem leicht erstaunten Gesicht.

„Ist nicht so wie die meisten Cafés, wollte für mich etwas ganz Besonderes.“

„Und das ist dir gelungen, es ist wirklich toll. Meinem Bruder gefällt es auch, er schwärmt seit Wochen von nichts anderem.“ sie nickt in Johns Richtung. Erleichterung macht sich breit. ‚Ihr Bruder also! Warum interessiert mich das?‘ so langsam spielt mir mein Verstand einen Streich.

„Okay“

„Er erzählte auch, dass du ihn ignorieren würdest. Ist da was dran?“ Na sie ist aber direkt. Gefällt mir irgendwie. Ich kenne sie eigentlich gar nicht, aber aus irgendeinem Grund gehe ich darauf ein. Ich sehe kurz in seine Richtung und beiße mir unbewusst von innen gegen die Lippe. Sehe wieder zu ihr. „Ich behandele ihn wie jeden anderen Gast auch. Er hat zwar ein paarmal, versucht ein Gespräch zu beginnen, aber ich habe dafür nicht die Zeit und die Lust auch nicht unbedingt.“

„Aha, ich kann dir versichern, dass er nicht wie die anderen Typen ist. Er kann schwierig sein aber nicht schmierig!“ Sie muss wegen ihrer eigenen Aussage lachen und das steckt gerade an, ich muss wirklich grinsen und schüttelte leicht den Kopf. ‚Es ist leicht verrückt, aber aus irgendeinem Grund mag ich diese Situation gerade.‘

„Nein jetzt mal Ernst“, sagt sie und sieht mich neutral an „er ist wirklich ein guter Mensch, das kannst du mir glauben.“

‚Warum versucht sie, ihn mir schmackhaft zu machen?‘ „Komm, das sagst du nur, weil er dein Bruder ist. Wenn ich den Wingman spielen müsste, würde ich das auch so sagen.“ Sie sieht mich empört an, hält sich die Hand auf die Brust „ich bin doch nicht sein Wingman! Wenn dann eher Wingwomen!“ und prustet wieder los, jetzt muss ich auch lachen. ‚Diese Frau gefällt mir, sie hat wirklich Humor und sie scheint auch sehr offen zu sein. Ich kenne sie zwar nicht und brauche eigentlich immer sehr lange, um mit jemandem warm zu werden. Aber bei ihr ging das irgendwie ganz schnell, so wie mit Reika damals in Japan, sie hatte mich im Lebensmittelladen angesprochen.‘

„Dein Lachen steckt an, weißt du das?“

„Wirklich? Das ist gut zu wissen.“ Grinst sie mich breit an „ich will dich nicht weiter von der Arbeit abhalten. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann noch mal.“ „Ja bestimmt würde mich freuen.“ Sie zwinkert mir zu, dreht sich zum Gehen. Doch bevor sie ganz rum ist, sieht sie noch einmal zurück. „Ach übrigens, ich heiße Liz.“ „Ella“ sie grinst wieder und geht dann zu ihrem Platz zurück. John hatte von dem Ganzen nichts mitbekommen, er steht draußen und telefoniert., Soll ich ihr wirklich glauben, dass er ein guter Kerl ist? Ich weiß nicht, nach der Pleite mit Paul bin ich da wirklich sehr vorsichtig geworden. Er war am Anfang auch ein guter Kerl und jetzt das größte Arschloch der Welt.’ meine Gedanken überschlagen sich gerade. Egal, ich muss ins Lager sehen, ob wir noch Kaffee haben und mich auf die Arbeit konzentrieren.

Komm aus dem Lager, mit zwei Säcken Kaffeebohnen auf den Arm, die jeweils fünfzehn Kilogramm wiegen. Die jeweils fünfzehn Kilogramm wiegen. Stoße mit jemandem zusammen, der gerade aus der Herren Toilette kommt. ‚Das passiert mir in der letzten Zeit öfters, dass ich mit jemandem zusammenstoße.‘ Sehe hoch, da die Person groß ist und es ist John. Bevor ich mich entschuldigen kann, tat er es. Ich sah ihn wohlwollend an und wollte weiter, drehe mich um. „Warte!“, sagte er sehr zaghaft. Ich bleibe stehen, drehe mich wieder zu ihm um. Er kommt mir etwas näher, „ich kenne dein Geheimnis“ flüstert er mir zu und geht etwas zurück, um meine Reaktion zu sehen. Doch ich sehe ihn nur fragend an, verstehe nicht, was er meint. Er kommt mir wieder etwas näher „Deine Augen, würde ich überall erkennen, auch wenn du dein Gesicht hinter einer Maske versteckst.“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch, atme tief durch. ‚Drei Jahre lang fällt es niemandem auf, John ist bei einem Turnier dabei und weiß es sofort! Entweder ist die Tarnung nicht geglückt oder er ist ein guter Beobachter.‘ „Okay. Dann musst du mir deins verraten. Damit wir quitt sind!“ Fordere ich ihn auf. „Das ist fair“, er verzieht dabei leicht das Gesicht zu einem Okay, damit habe ich nicht gerechnet. Er atmet einmal tief durch, geht sich mit der rechten Hand durch die Haare. „Mein Name ist nicht John New, sondern Matthew Steal, alle die mich kennen, nennen mich nur Matt.“ Ich muss leicht schmunzeln, John passte auch irgendwie nicht ganz zu ihm. Matt schon eher „und das stimmt auch?“, will ich wissen und sehe ihn leicht skeptisch an. „Natürlich! Ich hätte keinen Grund, dich anzulügen.“ Ich nicke ihm zu, will weiter gehen, da langsam diese Säcke immer schwerer werden. Er bemerkt es, kommt auf mich zu und nimmt mir einen ab. Wir gehen gemeinsam nach vorne und er legt mir den Sack auf den Tresen, „danke, fürs Tragen“, sagte ich recht leise, er grinst mich an und geht zu Liz zurück. Ich sehe, ihm kurz hinterher ‚vielleicht ist er doch nicht so ein schlechter Kerl. Aber vorsichtig werde ich trotzdem bleiben, nur weil er jetzt mein Geheimnis kennt. Heißt es nicht gleich, dass ich ihm trauen werde.‘ Ich muss gestehen, dass ich seine Stimme wirklich mag, sie war so ruhig und tief.

War es das, was mir heute passieren soll? Dass ich das erste Mal mit ihm rede? Wenn das so ist, habe ich mein Soll erreicht und jetzt kann es bitte Berg aufgehen.‘

Matthew Steal

Wir sitzen im Auto, auf dem Weg zur Paintball-Halle, bei der Ben, As und ich uns einmal in der Woche treffen. Der alten Zeiten willen, um von dem stressigen Alltag Abstand zu gewinnen. Während der Fahrt versucht Liz herauszufinden, wie es dazu kam, dass Ella mit mir gesprochen hat. „Jetzt sag es mir doch endlich! Du kannst es eh nicht lange für dich behalten.“ Ich sehe sie kurz an, atme tief durch, überlege, ob ich es ihr wirklich sagen soll, und denke gleichzeitig an Ellas Stimme. ’Sie war zart, sehr angenehm und doch sehr bestimmend. Ich hätte niemals mit dieser Reaktion von ihr gerechnet, alles auf eine Karte hatte ich gesetzt und sie mit meiner Behauptung konfrontiert. Dachte zuerst darüber nach, ob sie es wirklich sein kann, doch dann tat ich es einfach und hatte auch noch recht. Gut, sie hat es mir nicht offiziell bestätigt, aber durch ihre Gegenfrage nicht abgestritten.‘ „Hey Matt, wo bist du wieder mit den Gedanken? Sagst du es mir jetzt?“ ,Liz lässt nicht locker, bei so etwas kann sie ganz schön stur sein. Sie wollte es sich auch vorhin nicht nehmen, mich beim Dreh, als auszuquetschen. Jedes Mal, wenn ich eine kleine Pause hatte, stand sie neben mir und löcherte mich mit fragen. Sie hatte sogar schon ihre eigene Theorie aufgestellt, wie es gewesen sein könnte.‘ Sie stupst mich wieder an, fuchtelt kurz mit der Hand und sieht mich dabei fragend an. „Okay, ich verrate es dir. Ich kenne ihr Geheimnis und sie dadurch jetzt auch meines.“ „Welches Geheimnis hat sie denn?“ „Musst du alles wissen? Ich werde dazu jetzt nichts sagen.“ Sie nickt einfach nur und weiß genau, dass ich jetzt nicht mehr nachgeben werde.

An der Halle endlich angekommen, kommen auch schon Ben, Reika und As auf uns zu. Wir gehen gemeinsam rein, melden uns an und bekommen von dem jungen Mann hinter dem Tresen die Ausrüstung. Das Reika und As gemeinsam ein Team bilden, war von vornherein klar. Nur dass Liz mit Ben ein Team bildet, war nicht klar. Dachte sie, ist bei mir, aber nach dem er vorhin um sie Ecke kam, strahlte ihr Gesicht wie früher. Liz mochte ihn damals schon, nur da war sie uninteressant für Ben. Er meinte immer, dass er das nie machen würde, da sie meine kleine Schwester ist. Aber das ist jetzt auch mehr als zehn Jahre her und sie hat sich ganz schön verändert und das nicht nur innerlich. Nur, ob ich das gutheißen soll. Weiß ich nicht. Ich kenne Ben, er ist kein Typ für was Längeres. Egal, sie sind alt genug und jetzt geht es erstmal ums Spiel.

Wir haben uns umgezogen und wollen loslegen, da werde ich auf die Schulter getippt, drehe mich um und Akio steht hinter mir.

„Fehlt euch zufällig noch ein Mann? Mein Kumpel hat mir kurzfristig abgesagt und ich wäre sonst alleine.“ „Zufällig ja, so muss ich nicht allein gegen die vier antreten.“ Zeige dabei kurz zu den anderen. „Ach komm schon, als könntest du das nicht alleine schaffen.“ klopft mir As auf die Schulter und zwinkert mir zu. „Aber im Zweier-Team ist es wirklich besser. Von mir aus bist du dabei“, sagte er zu Akio. Ich stelle Akio noch allen vor und das Spiel beginnt.

Wir laufen draußen auf freiem Waldgelände herum, hier und dort gibt es, einzelne Verstecke. Sowie auch kleine Hütten und in so einem sitzen wir zwei jetzt. Wollen gerade die Taktik besprechen, da geht die Tür auf und Akio wird getroffen. Liz kommt vorsichtig rein, zielt auf mich, doch ich war schneller. Sie geht leicht neben der Tür zu Boden, „Du schießt wirklich, auf deine kleine Schwester?“, winselt sie, ich grinse sie leicht an „Sorry kleines, im Krieg gibt es keine Verwandtschaft.“ Sehe vorsichtig aus dem Fenster neben der Tür, lege mich auf dem Boden und stoße die Tür weit auf. Schüsse fliegen über mich hinweg und ich lokalisiere sie sofort, schieße und treffe. Ben fällt zu Boden und winselt. Ich gehe geduckt, in seine Richtung und sehe, dass ich ihn in die Weichteile getroffen habe „Tschuldige“ flüstere ich ihm zu und klopft ihm dabei leicht auf die Schulter. Ich gehe geduckt weiter und es dauert nicht lange, da habe ich die anderen beiden auch ausgemacht. Es wäre so einfach, sie gleichzeitig zu erwischen, da sie beide so nah beieinanderstehen. Schieße, und treffe As zuerst am Rücken. Reika sieht sich panisch um, doch bevor sie mich sieht, hat sie schon einen bunten Klecks auf ihrer Brust. Ich gehe zu ihnen, erkundige mich kurz, ob es Reika gut geht, sie scheint so perplex zu sein, das sie nur nickt. Wir gehen gemeinsam zu der Halle zurück, Ben, Akio und Liz gestoßen gerade zu uns dazu. Ben, As und ich gehen voraus und die beiden haben gerade den gleichen Gesichtsausdruck wie ich. Wie jedes Mal, wenn wir spielten, obwohl wir meist nicht wirklich spielten. War eher eine Verarbeitung von unserer Navy Zeit. Wir drei waren bei den Scharfschützen und zu dritt unschlagbar, hatten uns für fünf Jahre verpflichtet, doch ich musste früher raus aus privaten Gründen. Die Jungs sind noch die letzten zwei Jahre geblieben und haben danach in ihrem jetzigen Job Fuß gefasst. Aber so richtig abschalten und alles hinter uns lassen, konnten wir irgendwie auch nicht. Nachdem wir uns wieder getroffen haben, haben wir den Entschluss gefasst, einmal in der Woche herzukommen. In den Moment, wenn wir die Ausrüstung anziehen und das Feld betreten, sind wir im Kampfmodus. Aber wenn wir es wieder verlassen und die Ausrüstung abgegeben haben, sind wir wieder die Alten. Das tut uns wirklich gut, nur ob wir es wirklich irgendwann mal als Spiel sehen, weiß ich nicht.

Nachdem umziehen, gingen Akio und ich zusammen raus. Die anderen warteten schon auf uns. „Habe ich dir nicht gesagt, dass du das auch alleine schaffst!“ Mault mich As von der Seite an, die anderen drei sehen mich auch leicht böse an. „Entschuldigung ich kann doch nichts dafür, Berufskrankheit nennt man so was, oder?“, ich ziehe die Augenbrauen dabei fragend nach oben, As und Ben fangen an zu lachen und klopfen mir auf die Schulter. Liz verdreht die Augen, Akio und Reika sehen mich nur Fragen an „wir war früher bei den Scharfschützen.“ Erkläre ich den beiden und zeige zwischen Ben, As und mir hin und her. Die beiden nicken „Zur wieder Gutmachung lädst du uns alle zum Essen ein!“, fordert Ben mich auf.

Wenig später saßen wir alle in einem Imbiss. Unterhielten uns und waren sehr ausgelassen. Akio verabschiedet sich danach von uns „Das war ein gutes Spiel. Auch wenn ich viel zu früh raus war.“ sieht dabei Liz grinsend an, sie zuckte nur mit den Schultern und verzieht das Gesicht leicht zu einem, sorry‘. „Wenn ihr beim nächsten Mal wieder jemanden braucht?“, sieht dabei mich an „meld dich mal.“, ich nicke ihm nur zu. Nachdem er gegangen war, meinte Reika, das sie Lust hat, Tanzen zu gehen. So straffen wir uns am Abend in der Tanzbar vom letzten Mal.
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Ella Miller

„Schau mal, wer da drüben ist.“ Mia nickt in die Richtung der Stehtische. Matt, Liz, Ben, Reika und As stehen dort. ,ja mittlerweile weiß ich, wie der nackte Mann aus meiner Wohnung heißt. Er ist die letzten zwei Tage bei uns gewesen. As hatte mich gestern überrascht, er stand im Anzug vor mir. So als Werbeagentur Manager sollte man im Anzug gut aussehen und das ist hier der Fall. Es steht im besser als dieser Schlabber-Surfer-Look, den er sonst so trägt.‘ Mia geht rüber, um Reika zu grüßen, dafür kam Liz zu mir. Sie bestellt sich was zu trinken, „so schnell sehen wir uns wieder“ strahlt sie mich an. Sie mustert mich und schüttelt leicht den Kopf. „Was?“ Sie atmet tief durch „die Jeans steht dir wirklich gut.“ Greift um mich und kneift mir kurz in den Hintern „hm, nicht schlecht und das Shirt steht dir auch.“ Ihr Strahlen wird breiter. Sie ist wirklich sehr direkt und das mag ich irgendwie bei ihr.

„Schade, ich hätte gern mehr gesehen und vielleicht ich auch mitgemacht. Das wäre das Paradies für mich. Ihr zwei und ich“ sagt eine Stimme hinter mir und tätschelt mir leicht am Po. Ich drehe mich leicht zu der Stimme und sehe einem Schleimi ins Gesicht, etwas größer als ich, dunkelbraune kurze Haare und sein Gesicht gleicht dem eines dieser Models. Der Typ kann seine Hände irgendwie nicht von mir lassen, jetzt liegt sie auf meiner Taille. Ich habe so die Schnauze voll von solchen Typen, drehe mich komplett zu ihm um und kneife ihn in den hinter. „Du wüsstest doch gar nicht, was du mit uns anstellen solltest! Wir sind nicht die niedlichen Dinger von nebenan, wir mögen es etwas härter.“ Flüstere ich ihm ins Ohr und drücke so fest in seinem Hintern, wie ich nur kann. Er drückt sich von mir weg, reibt sich mit einer Hand den schmerzenden Hintern und die andere hebt er in die Luft und verzieht sich. Liz stellt sich vor mich und schüttelt grinsend den Kopf „ich hätte mich das nie so getraut, ich mag dich jetzt schon, wirklich.“ Ich grinse sie nur leicht an. Nehme mein Glas in die Hand und mache automatisch einen Schritt nach hinten, ich spüre, dass jemand hinter mir steht. ,es würde mich wundern, wenn es nicht wieder Matt wäre.‘ Ich sehe über meine Schulter direkt nach oben und blicke in ein mich angrinsendes Gesicht. ,wusste ich es doch.‘ Matts grinsen wurde etwas breiter so, als wolle er sagen „hast du gut gemacht, kleines“, ich nicke ihm mit einem leichten Grinsen zu. Sehe ihn weiter über die Schulter an und nehme meinen Strohhalm von dem Getränk in den Mund, trinke das Glas aus. Stelle es auf die Bar zurück, sehe noch, wie seine Augen größer wurden, und angefangen haben zu funkeln. Blicke noch einmal kurz zu Liz und gehe dann auf die Tanzfläche. Während ich gehe, höre ich noch ein „verdammt!!!“ von ihm.

Auf der Tanzfläche realisiere ich erst, was ich gerade getan habe. ,noch aufreizender ging es nicht, oder? Was habe ich mir dabei nur gedacht?‘ Meine Wangen werden warm, sogar richtig heiß. Gut, dass es dunkel ist, so sieht niemand meine Röte. Ich werde von Liz angetanzt und so aus meinen peinlichen Gedanken gerissen, wo rüber ich sehr froh bin. Wir tanzen dann zusammen, sie macht eine Drehung, dabei fällt mein Blick auf ihren Rücken und ihr Tattoo. „Hast du das schon lange?“ Sie dreht sich zu mir um und sieht mich fragend an „Das Tattoo, auf dem Rücken, hast du das schon lange?“, wiederhole ich meine Frage.

„Nein, erst seit zwei Wochen. Warum?“ ich drehe meinen linken Arm, sodass sie unter meinen Oberarm sehen kann, und zeige ihr dadurch meins, sie reißt die Augen auf. „Ich wusste genau, dass uns etwas verbindet. Seit wann hast du deins?“ „Schon etwas länger als vier Jahre. Hat deins eine Bedeutung?“, will ich wissen, da es bei mir so ist. Sie nickt und zeigt an, dass wir doch von der Tanzfläche runtersollten. Ich stimme zu, dort lässt es sich schlecht reden und wir gehen kurz raus vor die Tür.

Sie erzählt mir, ihre Geschichte, die es wirklich in sich hat. ,ist bestimmt nicht leicht eine alleinerziehende Mutter von Zwillings Jungs zu sein.‘ „Und deins, auch eine Geschichte?“ „Geschichte nicht gerade, ich nehme es eher als Leitfaden.“ Sie sieht mich auf einmal wie ein kleines Kind an, das auf den Weihnachtsmann wartet. „Ich erzähle es dir. Also, Liebe steht für, immer freundlich und zuvorkommend sein, auch an scheiß Tagen. Mut bedeutet, zu dem stehen, was man sagt, denkt und fühlt und Ehre, bekommen die, die es wert sind.“ „Das finde ich gut, so habe ich das noch nicht gesehen. Lass uns wieder reingehen.“ „Ja ist gut, wird auch langsam kalt“ Sie nimmt meine Hand und wir gehen gemeinsam wieder rein. Wir laufen an dem Stehtisch vorbei und ich grüße Reika, As und Ben. Matt kann ich gerade nicht sehen. Ben krallt sich Liz und zerrt sie auf die Tanzfläche, Reika Mia und ich gesellen uns dazu.

Nach knapp einer Stunde kann ich nicht mehr und gehe zur Theke zurück und bekomme von Philipp einen neuen Cocktail. Nehme gerade den ersten Schluck und habe wieder das Pech! Es steht ein Schönling vor mir, der total von sich überzeugt ist. „Hey Sweet, magst du vielleicht mit mir tanzen?“ Ich verdrehe nur die Augen und drehe mich auf dem Hocker um. Hoffe, dass dieser Typ verschwindet, atme tief durch, doch es hilft nichts. Er kommt mir sehr nah, so nah, dass ich schon dabei bin, die Faust zu ballen „komm schon, so wie du tanzt, willst du doch bestimmt mehr von einem Mann als nur kuscheln.“ Ich schaue den Typen an, versuche Ruhe zu bewahren und erkläre ihm, das ich keine Lust auf Small Talk, Dirty Talk oder sonst was mit ihm zu haben. Er lässt einfach nicht locker, ich soll mich nicht so anstellen. Er greift nach meiner Hand und zerrt mich hinter sich her, doch da wurde er auf einmal aufgehalten. Matt steht direkt zwischen uns, sagte irgendetwas zu dem Schönling, doch der Sucht Streit. Matt baut sich bedrohlich auf, er muss ihn mit ernster Miene angesehen haben, denn der Typ lässt mich los und verschwindet

Ich stelle mich neben ihm und er sieht diesen Typen noch finster hinterher. Mir gefror das Blut und es läuft mir eiskalt den Rücken runter. Er sieht wirklich sehr bedrohlich aus, selbst ich würde mich nicht trauen, ihm zu widersprechen. Dann sieht er zu mir und sein Gesichtsausdruck wird plötzlich warm, schon fast liebevoll besorgt. Genau diese Wärme durchströmt mich sofort, ich lege mein Kopf leicht schräg und beiße mir unbewusst auf die Unterlippe. Er zieht eine Augenbraue hoch, ich muss grinsen und schüttel leicht mit dem Kopf. Sein Blick wandert zu meinem Mund, dann wieder zurück in meine Augen. Dann wieder zu meinem Mund, sein Kiefer drückt er zusammen und meine Lippen fühlen sich so trocken auf einmal ab, dass ich mir kurz über die Lippen lecke. Er kommt mir etwas näher, legt seine Hand auf mein Kinn, drückt mein Gesicht leicht nach oben und küsst mich. Während sich unsere Lippen berühren, vergesse ich alles um mich herum. Ich habe das Gefühl, ganz alleine mit ihm hier zu stehen und das fühlt sich gerade wirklich gut an. Ich lege meine Hände auf seine Brust und halte ihn, nein mich fest, da meine Knie leicht weich werden. Drücke mich dann wieder weg, bevor ich die Kontrolle verliere. Beiße mir leicht auf die Unterlippe ,oh wow, was war das den? So etwas habe ich noch nie bei einem Kuss gefühlt. Es hatte sich einfach und auch richtig angefühlt, ob es sich bei einem weiteren Kuss genauso anfühlt?‘ Doch, bevor ich irgendwie logisch reagieren konnte, grinse ich ihn an und verlasse die Bar.

Die kühle Luft lässt mich wieder klar denken. ,Was macht dieser Mann nur mit mir? Will ich das alles überhaupt? Auch wenn es wirklich gut war.‘ Während ich nach links gehe, Richtung Heimat hole ich mein Handy raus, um Mia eine Nachricht zu schreiben, dass ich mich nach Hause mache. Ich biege die Erste links ab, werde am rechten Arm festgehalten, schwungvoll umgedreht, und bevor ich irgendwas sagen oder tun kann, werde ich geküsst. Wieder vergesse ich alles, um mich herum. Er macht mit mir einen Schritt nach hinten und drückt mich damit an die Wand. Sein Kuss wird intensiver, fordernder und ich verliere fast den Verstand. Löse mich von ihm, obwohl ein Teil von mir es wirklich nicht will. Sehe ihn an, schüttle leicht den Kopf, drücke mich an ihn vorbei und greife dabei nach seiner Hand. Ziehe ihn leicht hinter mir her, noch zwei Straßen weiter und schon stehen wir vor meinem zu Hause.

Wir gehen rein, ich schalte das Licht ein. Ziehe wie immer, meine Schuhe aus und lege meinen Schlüssel in die Schale auf der Kücheninsel. Drehe mich zu ihm um und beobachte ihn, wie er sich gerade umsieht. (Wenn man bei uns in die Wohnung kommt, steht man sofort in der Küche und von hier geht dann alles ab. Rechts hinter der Eingangstür ist unser Bad, wenn man nach links zwei Stufen runtergeht, steht man in unserem riesigen Wohnzimmer. Geht man, aber durch die Küche steht man vor zwei Türen, die eine hat ein Wolkensticker drauf, das ist mein Zimmer und die andere Tür mit dem Stern drauf, das ist Reika's Zimmer. Unsere Zimmer sind zum Glück auch sehr groß.) Ich sehe ihn immer noch an, seine Augen sind zwischendurch mal größer geworden, doch jetzt sieht er mich wieder an, „zieh bitte deine Schuhe aus“ „hier wohnst du?“ „Ja mit Reika zusammen.“ ,Warum, habe ich sie erwähnt? Wir sind nicht zum Quatschen hier!‘ Er nickt zum Glück nur und geht nicht darauf ein, er kommt zu mir und bleibt kurz vor mir stehen, ums Trennen nur noch Zentimeter. Er sieht an mir vorbei, ich kann, aber gar nicht so wirklich darauf achten, wohin sein Blick führt. Da sein Duft mich hypnotisiert, er entführt mich in den wilden Amazonas direkt unter einen warmen Wasserfall und ich könnte schwören, zu spüren, dass er mich berührt, obwohl immer noch diese quälenden Zentimeter zwischen uns sind. „Welches ist deins? Wolke oder Stern?“ Dringt seine tiefe und ruhige Stimme zu mir durch. Ich drehe mich nicht um, sehe ihn direkt an „Wolke“, flüstere ich und lasse mich wieder von seinem Duft in den Amazonas entführen.

Sein Blick löst sich von dieser Tür und wandert direkt in meine Augen. Meine Konzentration und Vernunft sind dahin, wir sehen uns einfach nur an und ich will jetzt mehr. Gehe auf die Zehenspitzen, lege meine linke Hand in seinen Nacken und ziehe ihn leicht zu mir runter. Küsse seine Unterlippe, seine Hände wandern zu meiner Taille, ziehen mich leicht zu ihm und er fängt an zu brummen. Mein ganzer Körper vibriert, ich bekomme eine leichte Gänsehaut und mein Puls schießt dabei ihn ungeahnte Höhen. Ich intensiviere den Kuss, seine Hände, die zuvor noch auf meiner Taille lagen, wandern zu meinem Hintern und er greift ordentlich zu. Ich seufze auf, Asse aber vom Kuss nicht ab und er hebt mich hoch auf seine Hüfte. Umklammere ihn, unterbrechen den Kuss immer noch nicht werde sogar fordernder und er bewegt sich mit mir auf der Hüfte in die Richtung meines Zimmers. Er hält mich nur noch mit einem Arm fest, mit dem anderen öffnet er die Tür, geht rein und schließt die sie mit seinem Fuß hinter sich.

Matthew Steal

Ich werde durch eine zarte Berührung auf meinem rechten Oberkörper geweckt. Ella zeichnet mit ihrem Zeigefinger mein Tattoo nach, das ich dort und auf meinem rechten Oberarm habe. Öffne langsam die Augen, beobachte sie, wie sie weiter die Linien auf meiner Brust nachmalt. Sie grinst, sieht mich direkt an und ich muss automatisch auch grinsen. Diese Frau ist einfach der Wahnsinn, selbst total verschlafen sieht sie einfach süß aus. Die Nacht war eindeutig zu kurz für uns beide, aber ich könnte mich an solche Morgende gewöhnen. ,Dieser Morgen wird voraussichtlich einmalig bleiben!‘ ich schiebe schnell diesen Gedanken beiseite und will den Moment einfach genießen.

„Hunger?“, fragt sie und setzt sich dabei auf. Ich setzte mich auch hin, tue so, als müsste ich überlegen, was genau sie meint. Ihr grinsen wird breiter, doch sie steht auf, zieht sich ein langes Shirt über und geht raus. Nachdem ich es endlich geschafft habe, meine Kleidung zusammenzusuchen, gehe ich direkt ins Bad. Muss durch die Küche und dort steht Ella. Sie befüllt gerade die Kaffeemaschine, während ich an ihr vorbeigehe, kann ich es nicht lassen und berühre sie leicht am Rücken.

Komme nach meiner Katzenwäsche wieder aus dem Bad, da steht sie am Herd und brutzelt etwas, ich stelle mich kurz hinter sie und sehe ihr über die Schulter. „Sind die Ok für dich?“, sie dreht sich leicht in meine Richtung, so berühren sich unsere Wangen etwas. „Sieht lecker aus. Wo habt ihr eure Tassen?“

Sie zeigt auf ein Regal, ich hole zwei Tassen raus und schütte uns beiden Kaffee ein. Gehe um die Kücheninsel, die mitten drin steht, herum und setze mich auf einen der dort stehenden Hocker. Ich sehe ihr dabei zu, wie sie die Teller bestückt mit Rühreiern, Speck und einem Toast. Sie stellt dann mir einen Teller vor die Nase und dem Zweiten stellt sie direkt neben mich. Holt noch Besteck; Milch und setzt sich dann neben mich. Legt mir das Besteck hin, schüttet sich Milch in den Kaffee, wünscht mir einen guten Appetit und fängt an zu essen.

Nachdem sie die erste Gabel im Mund hat, sieht sie mich an und zeigt, auf meinem Teller. ,Ok hab schon verstanden‘, nehme die Gabel in die Hand und fange auch an zu essen. Die Rühreier schmecken wirklich gut, ich genieße für eine Sekunde den Geschmack. „So gut? Ja?“, grinst sie mich breit an. „Joa, nicht schlecht.“ Versuche ich so gelangweilt, wie nur möglich rüberzubringen. „Komm schon, dein Gesicht, hat gerade etwas anderes gesagt!“ „Schon gut, sie schmecken wirklich lecker.“ Grinse ich, sie schräg an.

,Es fühlt sich gerade so unkompliziert an, wir Scherzen und das kurz nach dieser Nacht. Wir reden und agieren miteinander, so als würden wir das jeden morgen machen. Dabei hat sie mich letzte Woche noch ignoriert. Sie sitzt neben mir, in diesem langen Shirt, das gar nicht so lang ist, da ich fast ihren kompletten Oberschenkel sehe, kann. Ihre Haare hat sie einfach mit einem Haargummi zusammen geknotet und ihr Gesicht sieht noch total verschlafen aus. Das ganze Bild, das sie mir hier gerade bietet, ist eine Mischung aus süß und sexy. Und es stört sie nicht mal, dass ich sie so sehe.‘

Nachdem ich fertig bin, stehe ich auf und stelle mein Teller an die Spüle. Nehme mir eine neue Tasse Kaffee, bleibe dort stehen und sehe sie fragend an. „Was ist? Habe ich was im Gesicht?“, fragt sie mir leicht vollem Mund. Ich schüttle den Kopf „nein, ich frage mich nur gerade, warum du mich vorher ignoriert hast?“ Sie fängt leicht an zu grinsen, legt das Besteck weg, stützt ihre Ellenbogen auf die Arbeitsplatte, sodass sie ihr Gesicht auf die gefalteten Hände legen kann.

„Das stimmt so nicht, ich habe dich nicht ignoriert. Wie hätte ich sonst wissen sollen, welche Kaffee du trinkst. Ich bin nur nicht der Small Talk Typ und rede nicht gleich mit jedem.“

„Ok ist das aber nicht in einem Café Grundvoraussetzung?“ „Doch ist es, aber nur auf der Bestell-Ebene und das bekomme ich ja hin.“ Grinst sie mich leicht verlegen an. „Gut, wenn wir schon gerade so ehrlich sind, was war das für ein Kaffee, den du mir vor Kurzem einfach mal so hingestellt hast?"

Sie lächelt mich an „war er gut?“

„Ja!“ Ich kann es nicht abstreiten, er war wirklich gut. Hatte noch nie bei einem Kaffee so ein Flashback gehabt.

„Das war eine neue Sorte, die ich ausprobieren wollte, und du warst in den Moment der perfekte Kandidat. Da du ja immer einen schwarzen Kaffee bestellst.“ Ich hebe die Augenbraue.

„Also war ich dein Versuchskaninchen?“

„Nein, ich habe ihn vorher auch probiert. Aber nur, weil ich ihn gut finde, heißt das nicht, dass andere ihn auch mögen.“ Sie sieht mich neutral an.

„Also doch, Versuchskaninchen. Hast du ihn in dein Sortiment aufgenommen?“

 „Ja, musste beten und betteln. Mia meine Geschäftspartnerin war er zu stark. Dabei trinkt sie eigentlich nur Espresso. Gut kann auch daran liegen, dass sie nicht mehr alleine ist.“ Den letzten Satz hat sie mehr zu sich gesagt, als zu mir. Sie sieht wieder zu mir und hält mir ihre leere Tasse hin. Ich schütte ihr nach, „eine Frage habe ich doch noch.“ Sie stellt die Tasse vor sich, schüttet wieder Milch ein und sieht mich abwartend an.

Ich habe eigentlich ganz viele fragen, aber das ist die Einzige, die mir spontan einfällt. „Warum ist dir Ben, an den Hintern gegangen? Er meinte, dass du was hattest, dass ihm gehört.“ Sie lacht kurz auf und sieht mir dann wieder fest in die Augen. „Ja das, war auch so, er hatte doch das Date mit Clara?“ Ich nicke und höre weiter zu. „Er war mit ihr im Lagerraum und hat dort seine Shorts vergessen. Ich habe sie unter einem Regal gefunden und da Jack mein zweiter Geschäftspartner, genau dann ins Lager kam, als ich sie in der Hand hatte, habe ich sie mir schnell in die Gesäßtasche gesteckt. Und als ich euch den Kaffee gebracht habe, scheint er sie gesehen zu haben. Darum ist er mir nicht an den Hintern gegangen, sondern an die Tasche.“ „Hast du sie dabei gesehen?“ „Nicht nur das.“ Ok, jetzt kann ich ihn auch verstehen, warum er sie nicht mehr Daten wollte.

Ich atme tief durch, trinke meine Tasse aus und merke, wie mein Handy in der Hose vibriert. Liz ruft mich gerade an. Ich sehe zu Ella, sie steht in den Moment auf und räumt ihre Sachen weg. „Was gibt's?“ „Was es gibt! Wo bist du? Ich stehe vor deiner Tür und du bist nicht da? Ich will rein und dusche.“ Schreit sie mich an. Ich reiße das Handy vom Ohr und starre es kurz an. Dafür hätte sie wirklich kein Telefon gebraucht, das habe ich auch so gehört.

„Ah okay, gut ich mache mich los. Bin gleich da.“ Versuche ich, sie zu beruhigen, da sie einfach weiter schreit. Lege auf und lass es wieder in die Hosentasche gleiten. Ella steht neben mir und leer die Kaffeekanne. „Ich muss los.“ Sage ich mit einem leichten Tinnitus im Ohr. „Liz?“ „Ja, ich habe sie ausgesperrt.“ Sie drückt die Lippen zusammen und nickt. Wir gehen Richtung Tür, ich ziehe meine Schuhe an und sie macht mir die Tür auf. „Hast du heute Abend vielleicht Zeit?“, frage ich, auf der Hoffnung, dass sie Zeit hat. Ich will sie unbedingt wieder sehen. Sie schüttelt leicht den Kopf „ich habe Spätdienst bis einundzwanzig Uhr und bin danach immer total fertig.“ „Ok, dann sehen wir uns morgen früh.“ Sie schüttelt wieder den Kopf „diesmal nicht, ich habe morgen frei und werde den Tag im Dojo verbringen.“ Ich sehe sie jetzt leicht geknickt an, „Okay!“ Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und gibt mir einen Kuss auf die Wange.

Zu Hause angekommen sehe ich Liz an meiner Tür stehen. Bleibe neben ihr stehen, hole den Schlüssel raus. „Wo warst du? Und vor allem mit wem?“ Fragt sie mich verärgert, ich schließe die Tür auf und trete ein. Sie kommt hinter mir her, „ich war unterwegs und wie kommst du darauf, dass jemand dabei war?“, meine Stimme hört sich gelangweilt an, keiner Schuld bewusst. Sie stellt sich neben mich, baut sich auf, stemmt die Hände in die Hüfte und sieht mich böse an. ,Jetzt hat sie gerade was von unserer Mutter und das mag ich gar nicht‘. „Ich kenne dich zu gut und weiß, dass das dein ‚ich war, die Nacht bei einer Frau‘ Gesicht ist. Also?“ „Ja ich war bei einer Frau, ist das schlimm?“ „Nein, das ist nicht schlimm. Finde es eigentlich gut, aber hättest du mir nicht vielleicht den Schlüssel geben können? So musste ich bei As und Reika schlafen und die waren nicht gerade leise, wenn du verstehst, was ich meine!“ Ich gehe auf sie zu, bleibe vor ihr stehen, lege meine Hände auf ihre Schulter und setze meinen Hunde-Blick auf. Ziehe sie an mich ran, „sorry Schwesterchen, war nicht meine Absicht, es ging alles so schnell. Wie kann ich es wieder gut machen?“ Sie atmet tief durch und gibt ihre Haltung auf. Sackt leicht zusammen und umarmt mich auch. „Du weißt, dass ich dir nach diesem Blick nicht böse sein kann, oder? Aber es gibt da, was das du machen kannst!“ Ich drücke sie leicht weg und sehe sie fragend an. „Dafür müssen wir in die Stadt und ich hoffe, dein Konto ist voll.“ Funkelt sie mir mit einem Dicken, grinsen im Gesicht zu. ,Oh man, wenn sie das so sagt, kann es nur teuer für mich werden. Aber sie ist halt meine kleine Schwester und ich will auch, dass es ihr gut geht.‘ Ich gehe erst mal duschen, überlege die ganze Zeit, ob ich es ihr erzähle, mit wem ich die Nacht zusammen war! ...
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Ella Miller

Lasse mich nach einer großen Runde joggen und einer heißen Dusche mit dem Handtuch um den Körper auf das Bett fallen. Ich bin irgendwie fix und fertig, die Nacht war eindeutig zu kurz und der Lauf zu lang. Liege mit dem Gesicht in meinem Kissen, atme tief ein. Habe sofort ein Bild von Matt im Kopf, wie er grinsend an meiner Spüle steht und das nur, weil mein ganzes Bett nach ihm riecht. Fange augenblicklich an zu stahlen. ,Als ich heute Morgen aufgewacht bin, dachte ich zuerst, dass er gegangen ist. Aber dem war nicht so, er war noch da. Er lag auf dem Rücken tief schlafend, den linken Arm unter seinem Kopf und es gefiel mir irgendwie. Fast sein ganzer Oberkörper lag frei, so konnte ich sein Tattoo betrachten. Es war nicht übertrieben, schwarze feine Linien mit Schattierungen zogen sich über seinen rechten Oberarm über seinen rechten Oberkörper bis runter zu seinem Hosenbund. Es sah gewollt und doch durcheinander aus, gefiel mir sofort. Erinnerte mich an mein Café. Ich konnte es nicht lassen und bin mit dem Zeigefinger die Linien nach gegangen. Seine Haut war weich, warm und doch fest.‘

Dir ist doch wohl klar, dass es einmalig war, oder? Traue niemandem, ist seit fünf Jahren die Devise, zumindest bei den Männern.‘ mein Gewissen, weiß gerade selber nicht was es will, zuerst ihn und dann doch nicht. Ich stehe auf, lenken mich ab, indem ich meine Sachen zusammen suche, und mache mich auch langsam los. Meine Schicht beginnt in zwanzig Minuten.

Im Café angekommen, bin ich froh, dass ich meine Schicht mit Mia habe. Wir fangen an, die Bestellungen abzuarbeiten, da wirklich viel los ist. Die Zeit vergeht so schnell, wir haben jetzt siebzehn Uhr, Mia kommt von ihrer Pause und ich mache jetzt meine. Besorge mir etwas aus der Küche und setze mich an meinem Lieblingsplatz. Sehe aus dem Fenster und Reika kommt mit As gerade rein. Beide steuern direkt auf mich zu, wir begrüßen uns mit einer leichten Umarmung. „Hey Süße, wo bist du denn gestern so schnell hingegangen?“ „Ich bin nach Hause, war müde geworden.“ Stimmt auch irgendwie, ich konnte nicht anders und schmunzelte leicht. „Ist Matt dir zufällig, gefolgt?“ Fragt mich As, der neben mir sitzt. ,Matt hat ihnen erzählt, dass ich seinen Namen kenne, so ist das unter uns kein Geheimnis mehr. Über mein Geheimnis hat er jedoch nichts gesagt, aber As weiß durch Reika Bescheid. Ich stimmte zu, aber nur, wenn ich etwas von ihm erfahre und das habe ich auch. So ein Männerding halt werde es nicht verraten.‘

„Wieso sollte er?“ Es ist immer gut, wenn man nicht antworten kann oder will, mit einer Gegenfrage zu antworten. „Keine Ahnung er war auch auf einmal verschwunden.“ Ich zucke nur mit den Schultern, tue so, als wüsste ich nichts.

Doch Reika's Blick, ruht auf mir, sie kennt mich leider zu gut und sie ahnt bestimmt etwas. „Entschuldigt mich kurz, ich komme gleich wieder.“ „Warte ich komme mit.“ Sagt sie, springt vom Stuhl und folgt mir. Ich gehe zu den Toiletten, Mia ist auch zufällig hier. Wir drei stehen am Waschbecken, ich sehe mich im Spiegel an, Mia wäscht sich die Hände und Reika steht neben mir und verschränkt die Arme vor der Brust.

„Er ist dir doch gefolgt, oder?“

„Was? Wer?“, platzt es verwundert aus Mia.

„Matt ist Ella gefolgt und sie waren die Nacht zusammen! Das erkennt man an ihrem Gesicht.“

„Ok, wer ist Matt?“ Ich sehe Reika schräg mit zusammen gekniffenen Augen an, Mia kennt noch nicht die wahre Identität von John.

„Sorry“, flüstert Reika und zieht die Schultern hoch. Mia zieht eine Augenbraue hoch und dreht sich dann zu mir.

„Erzähl!“

„Okay, erstens Matt ist ...“ ich mache eine kurze Pause und vergewissere mich, dass wir hier wirklich allein sind.

„... John New und ...“ ich nicke leicht den Kopf, um meine weitere Aussage zu untermauern. „... ja, wir waren die Nacht zusammen. Er hat sogar bei uns gefrühstückt.“

„Wirklich?“, platzt es wieder aus Mia.

„Wie war es?“, grätscht Reika dazwischen.

„Ja, wirklich ...“ richte ich die Antwort an Mia, drehe mich dann zu Reika, die jetzt sich am Waschbecken festhält und mich durch den Spiegel ansieht.

„... und es war gut.“

„Läuft da jetzt was, zwischen euch?“, kam es wieder von Mia und beide sehen mich fragend an. Ich schüttelte leicht den Kopf.

„Nein! Es war eine einmalige Sache.“

„Sicher?“ Kam es von Reika.

Ich nicke einfach nur ‚weiß es doch selber nicht, ob ich mir da sicher sein kann. Würde mich wundern, wenn ein Mann, wie er noch weiteres Interesse hätte.‘ Sie sehen, dass ich mit den Gedanken leicht abgeschweift bin und Umarmen mich einfach.

Bitte sie darum, es für sich zu behalten, richte mich speziell an Reika. Beide nicken und wir gehen wieder raus, meine Pause ist jetzt auch zu Ende. Während ich meinen Teller hole, sieht uns As fragend an. „So ein Mädels-Ding“, sagte Reika, gibt ihn ein Kuss und setzt sich wieder neben ihm. Die beiden tuscheln noch etwas Unverständliches, ich bringe meinen Teller währenddessen in die Küche zurück. Sehe noch kurz zu ihnen und sie tuscheln immer noch miteinander. Die beiden haben sich wirklich gefunden.

Matthew Steal

Siebzehn Uhr dreißig: Ich brauchte meine Runde. Liz ist die ersten fünf Kilometer mitgelaufen, hat aber dann doch aufgegeben und ist schon mal nach Hause. Jetzt sieben Kilometer später schließe ich die Tür zu meiner Wohnung auf, sehe Liz auf dem Sofa im Handtuch eingewickelt telefonieren. „Ja ist er, hast du doch gesehen? ... Ich weiß ... ja ich glaube schon ... Ich weiß es nicht genau, da gibt es jemanden ... Ja und wie ... Sorry, da kann ich dir leider nicht helfen ... Könnte ich, nur ob, das was bringt, wenn er sich entschieden hat, lässt er sich nicht umstimmen. Du kennst ihn doch langsam.“ ,Was? Sie scheint nicht mitbekommen zuhaben, dass ich wieder da bin. Ich weiß nicht mit wem sie telefoniert oder über was genau, aber ich gehe jetzt duschen‘.

Gehe nach der Dusche zurück ins Wohnzimmer, aber nicht ohne vorher mir etwas zum Trinken, zu besorgen. Haue mich neben ihr auf das Sofa. „Seit wann, bist du wieder da?“ Ich sehe Liz an, sie hat sich mittlerweile schick gemacht. ‚Ihre Haare liegen in Locken auf ihrer Schulter und sie trägt ein dezentes Make-up, sie hat heute ihr erstes Date mit Ben. Nachdem ich sie vorhin habe vor der Tür stehen lassen, bin ich mit ihr in die Stadt. Ben hatte mir geschrieben, ob wir Lust haben, Italienisch zu essen. Da sind wir auch hin und Liz hat es die Sprache verschlagen, sie hat Ben noch nie im Anzug gesehen, was auch ein Bild für sich war. Wir kennen ihn eher so in Jeans und Shirt, locker halt aber er kam gerade erst von der Arbeit und als Immobilienmakler sollte man schon einen Anzug tragen.’ während ich in Gedanken kurz zurückdenke, sehe ich sie mir genauer an „erstens, siehst du toll aus und um deine Frage zu beantworten. Ich glaube bei dir, ging es, um ‚Ja ist er, hast du doch gesehen.‘“ Sie sieht geschockt aus „du hast mich belauscht?“

„Nein! Ich kam nach Hause und bin duschen gegangen. Das habe ich nur zufällig mitbekommen. Mit wem hast du telefoniert?“

„Mit Anna, ich soll dir auch liebe Grüße ausrichten. Ach so ...“ sie grinst und macht einen kleinen Knicks nach vorne „... danke. Ich hoffe, es ist nicht zu viel?“

„Nein genau richtig, sehr natürlich.“ Und das stimmt auch. Sie zieht sich noch ihre Schuhe an und schon klingelt es. „Ich gehe. Bis später.“

„Ist gut, was habt ihr eigentlich vor?“ „Erst was Essen und dann Kino. Eine ganz normale Verabredung halt.“

„Wem willst du, dass weiß machen. Dir oder mir? Egal habt einen schönen Abend“ sie grinst noch und weg ist sie. Ich schalte Netflix ein und sehe mal, seid Längerem meine Serie.
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Ella Miller

Samstag zehn Uhr: Ich mache jetzt erst mal Pause, Clara löst mich ab. Ich besorge mir noch schnell etwas aus der Küche, setzte mich wie immer an meinem Tisch und eine Sekunde später sitzt Liz neben mir. „Du hast mich vielleicht erschreckt.“

„Hättest du das nicht merken müssen?“ Ich ziehe die Augenbrauen hoch.

„Wie meinst du das? Wieso hätte ich das merken sollen?“ Sie rückt näher zu mir und flüstert leicht.

„Na so als Ninja! ... Die im Fernsehen spüren, so etwas doch immer!“ Ich muss schmunzeln.

„Wie kommst du darauf, dass ich ein Ninja bin?“ Sie sieht zu Matt.

„Na, weil er das ...“

„Ok also erstens, Ninjas spüren das nicht. Das ist eher so Art Instinkt und zweitens bin ich kein Ninja, sondern betreibe Kampfsport, das ist was ganz anderes.“ Unterbreche ich sie einfach. ‚Wieso hat er ihr das erzählt?

„Ah, ... er erzählte gestern nur, das du auch Karate machst und dich sogar verkleidest.“

„Wieso auch? Und ja es stimmt schon, ich verkleidet mich, aber nur um nicht erkannt zu werden, und Karate selber trainiere ich nicht, sondern generell Kampfkunst, da sind auch Elemente von Kung-Fu oder Taekwondo drin.“

„Er hat da so ein Film gesehen und irgendwie kamen wir auf dich zusprechen und dabei hat er es mir erzählt. Ich dürfte dich eigentlich gar nicht darauf ansprechen, bekomme nachher bestimmt wieder ärger. Und bist du wirklich so gut, wie er sagt?“ Ich grinse sie an, da sie ein ganz ernstes Gesicht macht.

„Ich werde ihm nicht sagen, das du mich darauf angesprochen hast und ich selber Würde sagen, Nein, bin ich nicht. Andere wiederum behaupten das schon. Ich sage es mal so, wenn ich angegriffen werde, kann ich mich verteidigen.“

„Du bist ein Schatz und wie lange machst du das schon?“

„Seit knapp fünf Jahren. Ich brauchte eine Veränderung und da war sie. Seid dem, fühle ich mich wohl, in meiner Haut.“ Sie nickt.

„Das war bestimmt anstrengend, oder?“

„Am Anfang ja, aber mittlerweile nicht mehr. Es sei ich lerne neue Techniken, wie gestern zum Beispiel.“ Schiebe das Oberteil an meiner Schulter zur Seite, da habe ich gestern die meisten Schläge abbekommen.

„Autsch!“
„Nein so schlimm ist das nicht, der Muskelkater macht mir mehr zu schaffen.“ Zwinker ich ihr zu, sie grinst.

„Ok jetzt mal was anderes. Wie kam es eigentlich am Mittwoch zu diesem Kuss? Ich habe es gesehen, während ich mir, was zu trinken geholt habe.“ Ich merke, dass meine Wangen rot werden, da sie unglaublich warm sind.

„Wenn ich das wüsste? Es ist einfach passiert.“ Sie fängt an zu strahlen.

„Einfach passiert, ja? Und wie war es?“ „Ganz ok.“ Sagte ich recht gelangweilt. ‚Auch, wenn es total untertrieben ist. Ich muss gestehen, wenn er mich noch mal so küsst, dann ... Ach, ich weiß auch nicht. Es war schon sehr gut‘. Sie sieht mich leicht geschockt an, fängt sich aber schnell wieder. Schüttelt den Kopf und fängt wieder an zu strahlen.

Sie erzählt mir, dann das Sie seit vorgestern und gestern ein Date mit Ben hatte und er total Gentleman-like noch nichts versucht hat. Sie haben sich zwar schon geküsst, aber mehr noch nicht. „Er meinte, dass er sich Zeit lassen will, da ich nicht irgendwer bin. Ist das nicht süß?“ Ich nicke, ja irgendwie ist das schon süß. Es gibt also doch tolle Männer, wenn das zwischen ihr und Ben, klappen sollte? Dann freue ich mich für sie.

„Du ich würde gern noch weiter mit dir reden. Muss aber noch ein paar Sachen erledigen.“ Sagte ich und zeige auf mein Tablet, das neben mir liegt und sie nickt „ist gut. Was ich dich noch fragen wollte. Kann ich vielleicht deine Nummer haben? Ich würde gern mit dir in Kontakt bleiben, wenn du nichts dagegen hast.“ „Klar können wir machen.“ Ich trage meine Nummer bei ihr ein und sie klingelt mich sofort an. „Jetzt hast du auch meine.“ Sie drückt mich noch einmal und geht zu Ben und Matt zurück. Ich klappe mein Tablet auf und fange an zu arbeiten.

Meine Schicht ist zu Ende und ich stehe seit einer gefühlten Ewigkeit vor meinem Kleiderschrank und finde nicht die Hose, die ich suche. ‚Matt hat mich vorhin gefragt, ob ich heute Abend Zeit habe, mit ihm essen zu gehen. Ich habe ja gesagt, da ich ihn doch kennenlernen will. Irgendetwas ist seit letztem Freitag und ich rede nicht von der Sache am Mittwoch, obwohl ich sie auch nicht vergessen kann. Ich kann nur nicht deuten, ob es körperlich oder mehr ist.‘ habe die Hose doch noch gefunden, sie war ganz weit unten im Schrank. Gehe noch schnell ins Bad und dann bin ich fertig. So jetzt noch eine halbe Stunde. Ich weiß nicht, ob das der erste Anflug von Nervosität ist? Hm? ‚Ping‘ macht mein Handy eine Nachricht, von Liz.

Hey, alles klar bei dir? Habe gehört, Matt holt dich bald ab. Wie kam es denn dazu?

Hey zurück, bei mir ist alles gut. Er hat gefragt und ich stimmte zu, so wie das gemacht wird. Total altmodisch halt. (Zunge raus streckendes Smiley)

Ach so! Deshalb kam es mir unbekannt vor. (Zwinker Smiley)

Und bei dir alles gut?

Ja soweit schon. Vermisse nur meine Kurzen etwas.

Oh arme Liz (trauriger Smiley) du siehst, sie ja bald wieder.

Ja, stimmt am Montag. Aber wieso weiß ich jetzt schon, dass ich euch dann vermissen werde?

Weil du in so kurzer Zeit, neue Freunde gefunden hast? (Fett grinsender Smiley) und eine Woche echt kurz ist? (Heulender Smiley) ich brauche noch unbedingt deine Adresse, falls ich dich mal besuchen will.

Du bist süß, die schick ich dir. Ich würde mich freuen, wenn du mich besuchen kommst. Schon komisch, wie schnell wir uns verstanden haben, oder?

Stimmt, Mittwoch das erste Mal getroffen und gesprochen und es fühlt sich an, als würden wir uns eine Ewigkeit kennen.

Ich finde das irre. Habe ich, bis jetzt noch nie so gehabt. Du?

Ja bei Reika in Japan. Ich habe sie beim Einkaufen getroffen und zack Wohnen wir seit zwei Jahren zusammen. Ok wir zwei müssen jetzt nicht zusammenziehen, aber den Kontakt sollten wir auf jedenfalls aufrechterhalten.

(Daumen hoch) dem stimme ich zu. Auf jeden Fall. Reika durfte ich ja auch schon kennenlernen und sie find ich auch toll. Sie ist so Positiv und versprüht eine Fröhlichkeit. Du weißt hoffentlich, was ich meine, oder?

Ja ich weiß, sie ist eine Stimmungskanone.

Wir schreiben noch etwas weiter, ich habe in der Zeit was getrunken. War auf Toilette und habe eine Waschmaschine angemacht. Ach und nicht zu vergessen eine Einkaufsliste geschrieben. Ich war zwar gestern Einkaufen, aber habe die Hälfte vergessen.

Ich will dich nicht abhängen. Aber dein Bruder steht vor der Tür. Schreibe ich ihr noch.

Gehe raus, sehe Matt, der an seinem Auto lehnt. „Du siehst aus, als würdest du schon ewig auf mich warten.“ Er grinst, kommt leicht auf mich zu, haucht mir einen Kuss auf die Wange „sicher, dass es nicht, so ist.“

Matthew Steal

 Zweieinhalb Stunden ging unser Date beim Italiener. Das Essen war lecker, die Gespräche anregend und sie interessiert mich, jetzt noch mehr. Unsere Gespräche bezogen sich auf. Welcher Highschool warst du? Bis zu, welches College hast, du besucht? Dann wurde sie angerufen und ist gefragt worden, ob sie die Frühschicht morgen übernehmen könnte. Aus diesem Grund sitzen wir jetzt wieder in meinem Auto und schweigen.

Stille, unerträgliche Stille füllt den Raum. Ich ertrage sie nicht mehr und frage, ob sich ihre Arbeitszeit täglich ändert? „Nein, wöchentlich. Ich habe nur mit Mia getauscht, da ihr Arzt zuerst keinen anderen Termin hatte, aber jetzt kann er doch früher und deshalb der Rücktausch.“ Wir halten vor ihrer Tür, ich schalte den Motor aus und drehe mich zu ihr. „Du bist sehr oft im Café? Ich sehe dich jeden morgen und auch ab und zu mal abends dort.“ Sie dreht sich zu mir, sieht mir direkt in die Augen und grinst dabei. „Manchmal schon!“, sagte sie leise und wieder diese Stille, nur diesmal ist sie erträglich. Aber auch nur, weil ich jetzt in ihre wunderschönen tiefgrünen Augen sehen kann.

,Ich Trottel beende den Blickkontakt. Musste es aber tun, sonst wäre sie hier nicht mehr heil rausgekommen.’ Sie hat sich zwischendurch auf die Unterlippe gebissen und total süß dabei geguckt! Ich weiß nicht warum, aber es macht irgendetwas mit mir, wenn sie das tut und das schon vom ersten Tag an. Sie sieht kurz auf die Uhr im Radio. „Ich muss los, war ein netter Abend. Danke.“ Dreht sich zur Tür, nimmt den Griff in die Hand und sieht noch einmal über ihre Schulter zu mir. „Das schreit nach einer Wiederholung!“, sagt sie lächelnd und zieht dabei die Augenbrauen mehrmals hoch. Sie fängt an, über sich selbst zu lachen, versteckt ihr Gesicht in beide Hände und ich muss schmunzeln. Das sah gerade wirklich süß aus, wie sie sich schämt. „Scherzkeks ...“ versuche ich die Lage zu beruhigen. „... aber das können wir gerne machen. Du weißt bis jetzt mehr von mir, als ich von dir“, gebe ich zu. „Mag sein, mein Leben, ist auch bei Weitem, nicht so interessant wie deins.“ „Das beurteile ich lieber selbst. Was ich bis jetzt weiß, finde ich schon interessant.“ Zwinkerte ich ihr zu und fragte sie auch gleich, was sie morgen nach der Arbeit macht? „Mein Dad hat Geburtstag und da fahre ich hin.“ „Ok.“ „Ich muss jetzt wirklich los, wir sehen uns bestimmt morgen nach deiner Runde.“ Ihr Blick wirkt leicht traurig. „Ja, werden wir“, sagte ich noch und kann nicht aufhören zu grinsen, sie kommt mir näher und will mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange geben. Doch ich drehe mich im selben Moment. So spüre ich, ihre vollen Lippen auf meine. Ich lege meine Hand auf ihre Wange und ziehe sie dadurch näher zu mir. Dieser eigentliche flüchtige Abschiedskuss wurde dann doch länger und intensiver. Nach zwei weiteren kurzen Küssen löst sie sich von mir, steigt aus und winkt mir zum Abschied. Ich warte noch, bis sie in ihrer Tür verschwunden ist, und fahre dann los.

Sie grinste doch auch die ganze Zeit? Ja, das tat sie! Und dann noch dieser ach so flüchtige Kuss. Ich will mehr, mehr von ihr, nicht nur nach dieser Nacht. Nein, generell. Sie ist witzig, schlagfertig und charmant. Mir ist nur aufgefallen, dass sie nicht ganz offen war. Was ist ihr wohl passiert, dass sie sich so verschließt? Es gab Gesprächsthemen, die hat sie einfach abgeblockt oder ist gar nicht darauf eingegangen. Ich selber war so offen, wie es nur ging, nur diese eine Sache behalte ich noch für mich. Dafür will ich sie noch viel besser kennenlernen, bevor ich es ihr sage.‘

 

Nach meiner morgendlichen, diesmal kleinen Runde, komme ich wie immer im Crumps an und gehe direkt zur Theke. „Guten Morgen, du siehst aus, als bräuchtest du das.“ Begrüßt sie mich und hält mir ein Glas Wasser hin. Ich nicke, nehme das Glas und unsere Hände berühren sich für einen Bruchteil an Sekunden, und ein Stromschlag durchzuckt meine Adern. Ich trinke das Glas in einem Schluck aus. Stelle es wieder hin, sehe sie skeptisch an. „Das ist aber kein normales Wasser? War ich wieder dein Versuchskaninchen?“ Sie legt ihren Kopf schräg und grinst. „Tschuldige, es war Apfel/Gurken Wasser“, sie kommt mir etwas näher, stützt sich auf dem Tresen ab. „Und? Hat es geschmeckt? Oder eher nicht so?“ Bei ihrer zweiten Frage schüttelt sie leicht den Kopf und sieht mich mit großen Augen an. Ich muss schmunzeln, „ungewohnt erfrischend“, gab ich zu. Ihr grinsen wird breiter. „Gut. Danke für deine ehrliche Antwort!“ Sie stellt mir dann eine Tasse Kaffee hin. Ich nehme ihn und brauche sie nicht zu fragen, ob es DER Kaffee ist, da ich es schon rieche. Setze mich diesmal auf die Hollywoodschaukel neben den Tresen. Sie nimmt sich auch eine Tasse, sieht sich im Laden um, der recht leer ist, und setzt sich neben mich. Wir nehmen beide einen Schluck. Ich schließe für einen Moment die Augen, lasse mich nach hinten fallen, da ich sofort wieder in eine Erinnerung bin. Diesmal war es der Geburtstag von Sue, meine damalige Verlobte bei der Navy. Ich höre ein leises Kichern neben mir, sehe zu ihr und sie lächelt total süß, zuckt gleichzeitig mit den Schultern. Ich ziehe eine Augenbraue hoch, um einen fragenden Blick aufzusetzen. „Ich frage mich nur, an was du wohl denkst?“ Ich muss grinsen und nehme sie mit in meine Gedankenwelt des Kaffees. ‚Erzählte ihr aber nur kurz vom Waldcamping und einem Geburtstag.‘

Ich frage sie, wann sie nachher zu ihrem Vater will? „So um sechzehn Uhr“, sagte sie kurz, während sie aufstehen muss, um einen Kunden zu bedienen. Sie setzt sich wieder zu mir, „ich habe gerade eine Nachricht von Liz bekommen, ob ich Lust habe, zum Paintball!“ „Die Nachricht, habe ich auch bekommen. Und hast du?“ „Ich weiß nicht, hab das noch nie gemacht. Habe nur davon gehört, tut das wirklich so doll weh, wenn man getroffen wird?“ „Geht, es zieht halt, du bekommst ein Schutzanzug. Es kommt nur darauf an, wo man getroffen wird. Dann sind blaue Flecken vorprogrammiert.“ „Wegen der blauen Flecken mache ich mir keine Sorgen, bekomme ständig welche vom Training. Mir geht es nur um den Schmerz, wenn er aber nicht so schlimm ist. ...“ Sie zuckt kurz mit den Schultern „... Warum nicht, wird bestimmt lustig.“ „Ich kann dir jetzt schon sagen, dass wir beide ein Team bilden werden.“ Sie sieht mich mit großen Augen an und grinst. „Ok, du bist doch gut, oder?“ Ich wiege leicht den Kopf hin und her. Sie muss wieder aufstehen, sieht mich noch einmal an, bevor sie zum Tresen geht, und schenkt mir ihr bezauberndes Lächeln. Ich antworte As, schreibe ihm auch gleich, dass Ella mitkommt. Sie setzt sich kurz darauf wieder neben mich. „Ich habe den Jungs Bescheid gegeben, das du mitkommst.“ Sie nickte und wir tranken unsere Tassen aus.

Danach mache ich mich wieder auf dem Heimweg, davor haben wir noch ausgemacht, dass ich sie abhole. Sie ist sofort einverstanden und meinte, dass die Geografie kein Freund von ihr ist. Dann passt das, wir treffen die anderen gegen zwölf Uhr.

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Ella Miller

Ich bin jetzt umgezogen und bereit für das Spiel. Wir schließen uns einer größeren Gruppe an. Sie veranstalten ein Wettkampf, mit insgesamt sieben Teams aus jeweils drei Mitgliedern. Alle sind sie in Farben eingeteilt, unsere Gruppe ist gelb, zumindest sagt es, das gelbe Band an meinem rechten Oberarm. Meine Gruppe besteht wie vorhergesagt aus Matt, Doug und mir. Doug ist ein selbst ernannter Paintball Profile. Er weist uns in die Wettkampfregeln ein, wenn man an den Armen oder Beinen getroffen wurde, kann man weiter spielen. An der Brust, Rücken oder sogar am Kopf ist man raus.

Bevor wir rausgehen, erklärt uns Doug seine Strategie. Ich verstehe zwar gar nichts, was Doug erzählt, aber ich versuche, einfach nicht getroffen zu werden. Matt sagt nichts dazu, er nickt einfach nur, aber sein Gesicht verrät mir, das er irgendwie in einer anderen Welt zu sein scheint. Egal, wir gehen raus und verschanzen uns hinter dicke Bäume. ‚Wir stehen in einem groß eingezäunten Waldstück, mit kleinen Hütten oder Bunkern zum Verstecken. Perfekt für so ein Spiel.‘ Es ertönt eine Hupe und das Spiel beginnt.

Ich sehe mich kurz um, weiter entfernt im Geäst blitzt etwas auf. Höre ein Schuss und stoße Doug mit dem Fuß zur Seite, er sieht mich zuerst geschockt und dann wütend an. Er mault, warum ich das getan hätte? Was soll das Ganze? In der Zeit als Doug meckert, schießt Matt und trifft den Angreifer. Ich verziehe währenddessen das Gesicht, da ich am inneren Oberschenkel getroffen wurde. Doug realisiert jetzt erst, was passiert ist und anstatt sich zu bedanken, sagt er nur „Gut du kannst weiter machen, bist nicht tödlich verletzt.“ ‚Danke Doug du mich auch, die Kugel tat wirklich weh und ich kann zu hundert Prozent sagen, es wird ein blauer Fleck.‘ Ich sehe kurz zu Matt, nicke ihm leicht mit zusammengedrückten Lippen zu, um mich zu bedanken. Er nickt nur zurück und flüster „tut es sehr weh?“ Ich schüttel nur dem Kopf, es hat eigentlich auch nur kurz gezogen, der Schreck als solcher war größer. Während ich zu ihm sehe, bemerke ich einen weiteren Schützen. Hebe die Waffe nur ein wenig, ziele und schieße. „Getroffen!“, freue ich mich, natürlich leise. Matt dreht sich um und staunt nicht schlecht.

Dieser Ort ist nicht ganz sicher, daher gehen wir weiter. Nach zwei weiteren Treffern von Doug und einen von Matt, verstecken wir uns hinter einem Erdhügel. Ich sehe zu Doug, er ist total, aus der Puste. Dann zu Matt, sein Blick ist ernst und abgeklärt, er scheint sich eine Strategie zu überlegen, kein Wunder nach seiner Zeit bei den Navy Seals. Er streckt kurz den Kopf in die Höhe, Kugeln pfeifen an ihm vorbei und er zieht sich schnell zurück. Sieht zu uns „Es, sind zwei Blaue, einer auf elf, der andere auf zwei Uhr. Doug kümmerst du dich um zwei Uhr, dann erledige ich elf.“ er nickt zum Verständnis, beide Positionieren sich zum Schuss und ich sichere unseren Rücken ab. Was auch gut war, da ich Ben sehe, der sich zum Schuss bereit macht und auf Matt zielt. ‚Die anderen Mitspieler abzuschießen, war für mich kein Problem, aber Ben? Ich kenne ihn noch nicht so gut, um zu wissen, wie er darauf reagiert. Was mache ich da jetzt? Es ist doch nur ein Spiel, oder? Also bleibt mir keine andere Wahl, als mein Team zu schützen.‘

Matt gibt Doug ein Zeichen, beide gehen hoch und schießen. Ich Ziele mit der einen Hand auf Ben und mit dem anderen fasse ich nach Matt's Weste. Ben und ich schießen, ziehe im selben Moment, Matt zu mir und mein Blick, bleibt auf Ben gerichtet. „Getroffen!“, flüster ich „Scheiße!“ Höre ich Doug maulen, muss mein Kopf hochdrücken, sehe zu ihm rüber und sein Helm trieft voll, von blauer Farbe. ‚Oh nein, er ist getroffen, heißt das, der Blaue lebt noch?‘ Ich sehe ihn einfach nur fragend an, Matt erhebt sich und fragt ihn. „Ja, ich habe ihn nicht getroffen, er ist weiter gerannt. Habe aber nicht gesehen wohin.“ Wir hocken wieder nebeneinander, Doug nimmt sein Armband ab. „Lasst euch nicht erschießen!“, sagt er und geht in die Richtung des Eingangs. Ben läuft auch im selben Moment an uns vorbei und ich könnte schwören, dass er mir zu gezwinkert hat. ‚Aber warum? Egal, das heißt, nur dass er nicht böse ist, oder?‘

Matt sieht zu mir und zeigt an, dass wir nach links laufen, ich nicke und losgeht es. Wir kommen auf eine kleine Lichtung, Matt hält mich an und zeigt, dass uns zwei entgegenkommen. Es sind As und Reika, sie haben uns noch nicht entdeckt. Es fällt ein Schuss und Reika ist getroffen, der Schuss kam eindeutig von Links. Ich suche den Schützen und habe ihn auch sofort gefunden, es ist der Blaue, der Doug getroffen haben muss. Ziele auf ihn, denke mir nur ‚du Blödie hast meine Freundin getroffen‘ und schieße. Habe ihn nur am Arm getroffen, zeige Matt an, dass ich in seine Richtung gehe und er nickt nur. Matt hat die ganze Zeit As im Blick, der natürlich nur nach dem Angreifer schaut. Ihn aber nicht ausfindig machen kann, Matt muss das ausgenutzt haben. Ich höre einen Schuss hinter mir, As ist getroffen und ich bin nicht mehr weit vom blauen Schützen entfernt.

Wir stehen uns nun gegenüber, uns trennen noch drei Meter und es fallen zwei Schüsse. Ich sehe sofort an mir runter ... Nichts, gar nichts, er hat mich nicht getroffen, blicke zu ihm rüber und sehe gelbe Farbe auf seiner Brust. Drehe mich zum Gehen und will zu den anderen zurück, sehe, dass seine Kugel mich knapp verfehlt hat. Sie zerplatzte am Baum neben mir, genau auf Kopf Höhe. Bei Matt wieder angekommen, kommen auch Reika und As zu uns. As klopft Matt auf dem Rücken und Reika läuft neben mir. „Danke, dass du mich gerecht hast“ „Klar, Schwester“ versuchte ich abgebrüht rüberzubringen, sie grinst und wir gehen alle zum Eingang zurück. Das Spiel ist zu Ende, laut der Hupe, die über uns ertönte. Am Eingang angekommen, sehe ich die anderen dort sitzen, die einen haben die Farbkleckse auf der Brust oder am Helm Einzelne auf dem Rücken. Der Veranstalter des Wettkampfes, erklärt, dass es ein gutes Spiel war und es ein Team gibt die überlebt haben. Er zeigt in unsere Richtung, ich sehe zu Matt hoch, der wirklich riesig ist, und ich könnte schwören ein leichtes schräges Grinsen erkannt zuhaben. Er sieht zu mir, hält mir die high five Hand hin und ich klatsche ab. ‚Wieso war mir gerade nach mehr zumute? Während des ganzen Spiels standen wir uns so nah, berührten uns sehr oft. Das fühlte sich sehr vertraut und gut an. Ella! Jetzt komm mal wieder zu dir! Es war nur eine Nacht und das war's! Oder könnte, da vielleicht doch mehr sein?‘ Ich schüttle leicht den Kopf. ‚Quatsch, jetzt komm mal wieder runter!‘

Nachdem umziehe, wollen die anderen den gewonnenen Diner-Gutschein einlösen. Halb drei und ich schließe mich dem an, muss mir ja nicht unbedingt was bestellen.

Im Diner haben wir einen Ecktisch bekommen. Rechts neben mir sitzen Reika und As. Auf meiner linken Seite sitzt Matt und Liz und Ben sitzen uns gegenüber. Ich habe mir nur ein Eistee bestellt, Reika, As, Matt und die anderen beiden, haben sich ein Burger mit Pommes und einem Getränk bestellt. Kurze Zeit später kommt die Bedienung mit dem Essen und den Getränken. ‚Oh das ist fies, das Essen riecht echt lecker. Sonst sind die Burger im Diner immer so wabbelig und riechen verbrannt, aber diese sehen toll aus und riechen göttlich.‘ Ich ärger mich gerade, dass ich mir keinen bestellt habe. Liz scheint meinen Blick gesehen zu haben, „magst du die Hälfte von meinen haben? Ich schaffe ihn eh nicht ganz.“ Ich drücke meine Lippen leicht zusammen und nicke. Sie schneidet ihn durch und hält mir die Hälfte hin. „Danke, das ist lieb von dir“ das dickste Grinsen steht in meinem Gesicht geschrieben.

Beiße in die Burger Hälfte und er schmeckt so gut, wie er riecht, einfach göttlich. Ich scheine dabei ein komisches Gesicht gemacht zuhaben oder lag es vielleicht an dem Geräusch? Nachdem mir dieses göttliche Etwas, die Kehle runter glitt, drückte sich ein genussvolles „hmm“ nach oben. Auf jeden Fall spürte ich den Blick von Matt auf mir, ich sehe zu ihm rüber und sein Grinsen wurde ganz breit. „Schmeckt, ja?“, ich nicke nur und widme mich dem Rest vom Burger.

Wir haben jetzt kurz nach drei, ich muss langsam los. Das Geschenk von zu Hause holen und noch die Bahn rechtzeitig erwischen. Sonst brauche ich ewig zu meinem Vater, er lebt außerhalb der Stadt. Selbst mit dem Auto braucht man etwas mehr als eine halbe Stunde. Ich will gerade aufstehen und mich verabschieden, da steht Matt mit auf und bietet mir an, mich zufahren. „Ich habe dich hierher gebracht, also bringe ich dich auch zurück.“ Waren seine Worte.

Verabschiede mich dann von allen, Liz und Reika werden ordentlich gedrückt. Reika flüstert mir nur noch ins Ohr „Süße, wenn du mich brauchst, ruf mich einfach an Okay. Ruckzuck und ich bin, da um dich zu retten.“ Das ist so lieb von ihr, sie weiß, dass ich nachher nicht alleine mit meinem Vater bin. Mein Ex Paul und meine Schwester July sind nämlich auch da!

Wir steigen wieder in seinem Auto, ich wollte mich gerade bedanken, dass er mich fährt. Da fragt, er mich, während er sich anschnallt. „Du hast wirklich, noch nie Paintball gespielt?“, und lächelt mich dabei schräg an. „Nein, war heute Premiere für mich.“

„Dann scheinst du ein, Naturtalent zu sein. Das war wirklich gut.“ Lobt er mich und ich fühle mich geschmeichelt.

„Danke, deine Treffer, waren aber auch nicht übel.“ „Nicht übel! Ja?“, sagte er leicht lachend, ich nickte.

„Ja, nicht übel. Triffst du immer dein Ziel?“, er lacht auf.

„Meist, ja“

„Liegt das, an deinem Training, bei der Navy?“ Er sieht mich jetzt etwas länger an, zum Glück, ist die Ampel Rot.

„Ja auch, die meiste Erfahrung, habe ich aber, im Einsatz gemacht.“ Er sagte es leicht wehmütig. Sein Blick wirkt traurig. Ich kann nur erahnen, wie schwer es war. Ich überlege gerade, was ich sagen könnte, um das Thema zu wechseln.

„Der Burger vorhin war wirklich gut, oder?“, durch bricht er, wieder das schweigen. ‚Jedes Mal, wenn ich überlege, was ich sagen könnte, übernimmt er plötzlich und unterbricht die Stille. Wofür ich ihm sehr dankbar bin.‘

 „Ja, war er und der schreit, nach einer Wiederholung.“

„Kann es sein, dass du gerne wiederholst?“, fragt er mich und schaltet den Motor dabei aus. ‚Was? Schon da?‘

Ich erinnere mich an gestern, da hatte ich es auch gesagt, jetzt muss ich schmunzeln.

„Ich wiederhole gerne Sachen, die mir gefallen.“ Erwidere ich schnell. Er grinst mich schräg an.

„Gut zu wissen.“, und zwinkert mir zu. Ich lächele ihn leicht verlegen an.

„Danke, dass du mich gefahren hast.“

„Immer wieder gerne.“

Er bekommt dieses süße Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht. Wenn ich das sehe, muss ich auch automatisch grinsen und würde ihn am liebsten dafür küssen. „Gut, dann mach ich mich mal langsam los. Sonst bekomme ich nachher die Bahn nicht.“

„Wohnt er weit weg?“, fragt er mich plötzlich, bevor ich aussteige. „Außerhalb der Stadt, wieso?“ „Soll ich dich vielleicht hinfahren? Dann brauchst du dich nicht wegen der Bahn so abzuhetzen.“ „Würdest du das wirklich machen? Also mich hinfahren? Damit würdest du mir wirklich helfen“ „sonst würde ich es dir nicht anbieten!“ ich muss leicht grinsen, das ist wirklich lieb von ihm, geben ihn einen schnellen Kuss auf die Wange und steige aus, um das Geschenk zu holen.

Ich mag es neben ihm im Auto zu sitzen und muss gestehen, dass ich gerne Zeit mit ihm verbringe. Er ist lustig, wortgewandt und auch etwas frech, ich mag das wirklich. Er ist vielleicht doch mehr, als nur diese eine Nacht. Nur wie viel?‘

Matthew Steal

Nach einer halben Stunde Fahrt stehen wir nun vor einem Bungalow. Sie wollte sich gerade verabschieden, da klopft es an ihrer Scheibe. Ein älterer Herr mit braunen/grauen Haaren, die an den Schläfen schon weiß sind, macht ihr die Tür auf, sie sieht mich mit großen Augen an. ‚Ich denke, das ist ihr Vater.‘ Sie steigt aus und umarmt ihn. Sie reden miteinander, kann kaum verstehen, um was es geht, da beugt er sich in mein Wagen. „Sind sie ein Freund von Ella?“ Ich nicke nur, was hätte ich sonst tun sollen. „Gut, dann kommen sie, loskommen sie!“ Fordert er mich auf. Ich schalte den Motor aus und steige aus, sehe fragend zu ihr. Sie grinst nur und geht Richtung Haus. Reiche ihrem Vater die Hand, richte ihm meinen Glückwunsch aus und stelle mich ihm vor. „Reinhold“, sagt er kurz und knapp. Wir laufen nebeneinander zum Haus, „Matthew, mögen sie Sport? Haben sie die Playoffs gesehen?“ „Oh, nein dazu habe ich keine Zeit und es interessiert mich nicht wirklich“, gebe ich offen zu, er klopft mir auf die Schulter, grinst breit „gut, das ist gut, dann brauchen wir ja nicht darüber zu reden.“ Er zwinkert mir leicht zu „mich interessiert es auch nicht, aber nicht meinem zukünftigen Schwiegersohn erzählen.“ Er lacht kurz auf und bittet mich dann rein.

Halb sechs, „War nett, dich kennenzulernen und hoffe, wir sehen uns bald wieder.“ Verabschiedet sich Reinhold von mir. „Ich würde mich freuen, liegt nur nicht in meiner Hand“ und sehe dabei zu Ella. Sie schüttelt nur den Kopf, „Bei so einen Spruch, lieber nicht. Das müsste ich mir zweimal überlegen“, sagt sie und zwinkert mir dabei zu. Sie umarmte ihren Vater zum Abschied, dann sitzen wir wieder in meinem Auto und sie winkt ihm noch ein letztes Mal zu. „Danke“, sagt sie kaum hörbar, ich sehe kurz zu ihr rüber, bevor ich den Motor starte, und bestätige es mit einem Nicken und einem „hm“. Fahre dann los.

Wir stehen wieder vor ihrer Tür, sie steigt aus und dreht sich noch einmal zu mir um. „Hast du Hunger?“ Ich sehe zu ihr rüber und in zwei mich anstrahlende große grüne Augen. Wir gehen gemeinsam rein, „Dein Dad, ist ein sehr interessanter Mann“, sage ich, während ich meine Schuhe ausziehe. Sie steht direkt vor mir, zieht ihre Unterlippe ein und beißt sich leicht drauf, sie hat wieder diesen verdammt heißen Blick drauf. „Ja, das ist er, willst du jetzt wirklich über meinen Dad sprechen?“ Ich minimiere den Abstand zwischen uns, ziehe sie mit der Hand an ihrer Taille zu mir, sehe zu ihr runter und schüttel dem Kopf. Sie legt ihre Hand auf meine Brust, zieht mich zu sich runter und wir küssen uns. ‚Wenn das die Antwort auf ihre "hast du Hunger" frage war dann, ja habe ich riesigen Hunger.‘

Wir liegen in ihrem Bett, kuscheln, und es klingelt an der Haustür. Sie steht auf, zieht sich ein langes Shirt über und verlässt das Zimmer. Kurz darauf kommt sie wieder und hat neben einem breiten Grinsen noch eine große Pizza Schachtel in der Hand. „Ich hoffe, du isst eine Salami, Schinken, Paprika, Pilz Pizza?“ Ich musste leicht schmunzeln, nickte nur, griff dabei nach meinen Sachen und ziehe mich schnell an.

Ella beobachtete mich beim Essen, bis ich sie fragend ansah. „Du siehst aus, als würden dir tausend fragen im Kopf herumschwirren.“ Ja da hat sie recht. Vorhin auf Reinholds Geburtstag kamen noch zwei weitere Gäste, einmal ihre jüngere Schwester July mit ihrem Verlobten Paul. Das Verhalten zwischen den beiden und Ella schien angespannt zu sein und ich fragte mich die ganze Zeit warum. Ich bin nur am überlegen, ob und wie ich es anspreche. „Ja mag sein, ich frage mich, was zwischen dir, deiner Schwester und ihrem Verlobten vorgefallen sein mag? Die Situation war sehr angespannt.“ ‚Gerade heraus, ob das so gut war?‘ Ihr Blick spricht tausend Worte, nur werden sie auch ihren Mund verlassen? „Du musst mir, die frage nicht beantworten“, gebe ich noch schnell hinterher. „Nein, schon gut. Ich erzähle es dir.“ Sie legte ihr Pizzastück zurück in den Karton und trinkt noch ein Schluck von ihrem Glas.

„Bis vor fünf Jahren war Paul noch mein Freund. Ich habe ihn während meiner Collegezeit kennengelernt. Nach weiteren drei Jahren haben wir gemeinsam eine Bar eröffnet. Alles lief weitere drei Jahre lang super. Dachte ich. Doch dann bin ich eines Tages früher nach Hause, um ihn zu überraschen. Zu Hause fand ich überall Kleidung auf dem Boden und ich wusste schon, was mich in meinem Schlafzimmer erwarten würde. Bin trotzdem rein. Das Schockierende war nicht die Tatsache des Betruges, sondern mit wem er es tat.“

„July!“ Unterbrach ich sie und sie nickte.

„Nachdem sie sich angezogen hatten, haben sie mir erzählt, das es schon ein Jahr lang so gehen würde und Paul hat sich unsterblich in sie verliebt. Ich konnte ihnen irgendwie nicht böse sein, zwischen mir und Paul lief es schon lange nicht mehr wirklich gut. Wenn wir miteinander Zeit verbracht haben, ging es immer nur um die Arbeit oder um oberflächliche Dinge. Der Betrug als solcher war nicht das Problem, das, was sie danach mit mir abgezogen haben, war viel schlimmer.“ Sie atmete tief durch, nahm einen neuen Schluck, sah zum Bettlaken vor sich. Ich gebe ihr die Zeit, die sie braucht, um mir den Rest zu erzählen.

„Eine Woche nach der Offenbarung, bemerkte ich, das mein Konto, das Konto der Bar, die Kasse und all meine versteckten Reserven weg und ausgeräumt waren. Um es auf den Punkt zubringen, sie haben mich nicht nur betrogen. Nein sie haben mich ausgeraubt und sich abgesetzt.“

„Scheiße und du konntest die Bar nicht weiterführen?“ Warf ich wieder ein.

„Doch konnte ich, bis zum Monatsende. Ich hatte nur die Rechnung ohne die Geldeintreiber gemacht, die Paul mir verschwiegen hatte. Sie kamen immer Mitte des Monats, ganz früh und wollten ihr Geld, das ich natürlich nicht hatte. So haben Sie mir die Bar, kurz und klein geschlagen und ich konnte nichts tun, als zuzugucken. Ich habe dann mit Mias und Jacks Hilfe versucht, alles zu verkaufen was ging. Von dem Geld, das ich noch bekam, habe ich mir sofort ein Flugticket nach Japan gekauft. Ich musste einfach hier weg, konnte die Stadt nicht mehr sehen. Alles Erinnerte mich an Paul und July und Japan war ein Ort, da wollte ich immer schon mal hin.“

„Ich wäre auch geflüchtet. Wusste jemand Bescheid, dass du gehst?“

„Ich habe meine Eltern vom Flughafen aus angerufen, sie wussten von den Eintreibern und das July und Paul jetzt zusammen waren. Was sie nicht wussten, war die Story mit dem Geld und das war ein Ding zwischen mir und den beiden. Mia habe ich eine Nachricht geschickt, bevor ich mein Handy weggeworfen habe. Warum ich das tat, kann ich dir heute gar nicht mehr sagen.“ Sie lacht kurz auf und sieht mich direkt an.

„Etwas Gutes hatte das Ganze ja, ich habe so Reika kennengelernt. Sie war in den Moment meine Rettung. Gab mir ein Schlafplatz, übersetzte für mich. Half mir sogar beim Lernen und stellte mich ihrem Onkel vor! Es hat lange gedauert bis, ich wieder auf eigenen Füßen stand. Habe angefangen, zu trainieren, nebenbei in einem Café gearbeitet und mir so das Handwerk einer Baristerin angeeignet. Nachdem ich mit Reika, ihrem Onkel und Lee wieder hier hergeflogen bin. Hatte ich zuerst ein komisches Gefühl, aber als ich Mia und Jacke dann am Flughafen sah, war da dieses Gefühl von zu Hause. Mit Paul und July hatte ich bis letztes Jahr kein Kontakt gehabt. Erst auf der Beerdigung meine Mum, habe ich sie wieder gesehen.“

„Das mit deiner Mum tut mir leid“ warf ich kurz ein, setzte mich hinter sie, schlinge ihr mein Arm um den Bauch und sie lässt es zu. Sie sah in den Moment so traurig aus, dass ich irgendwie nicht anders konnte.

Während ich sie in meinen Armen hielt, erzählte sie mir, wie ihre Mum gestorben ist.

„Sie hatte einen Arbeitsunfall, ist gestürzt und hat sich dabei den Kopf angeschlagen. Der Arzt gab ihr Medizin, eine Woche Ruhe und sagte, dass es ihr bald besser gehen sollte. Ich bin seitdem jeden Morgen bei ihr gewesen, um nach ihr zusehen, da mein Dad arbeiten musste. Doch eines Morgens wachte sie nicht mehr auf. Laut der Obduktion hatte sie ein Aneurysma im Kopf, das ist geplatzt und so ist sie ohne Schmerzen im Schlaf gestorben. Ich habe sie gefunden und diesen Anblick sowie die Tatsache, dass es vorbei war, hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Meine Mum war meine Vertraute, mein Fels in der Brandung und meine Freundin und dann war sie auf einmal weg.“ Das kann ich mir gut vorstellen, ich habe zwar nicht meine Mutter verloren, aber dafür meine erste große Liebe und das fühlt sich genauso beschissen an. Sie erzählte mir dann auch, dass sie ihre Trauer runterschlucken musste, um für ihren Dad da zu sein. Er scheint in ein ganz tiefes Loch gefallen zu sein, er hat seine Arbeit gekündigt und wollte nicht mehr. Nur durch die Hilfe von Ella, Reika und Mia hat er es wieder geschafft, normal zu leben und heute merkt man nichts mehr von den damaligen Gedanken.

Ich zog sie noch näher zu mir, versuchte ihr mit leichten Streicheleinheiten, Trost zu spenden und es scheint auch zu funktionieren. Sie kuschelt sich jetzt richtig in meine Arme und ich fand es an der Zeit, ihr von Sue zu erzählen.

Kurz vor Mitternacht, wir liegen mittlerweile zusammen gekuschelt auf ihrem Bett. Jeder geht seinen Gedanken nach und ich frage mich die ganze Zeit, warum Reinhold diese eine Behauptung aufgestellt hat?

„Wieso behauptet dein Vater, dass du und July Zwillinge sein könntet?“ Durchbreche ich die Stille. Sie löst sich von mir, greift nach ihrem Handy und setzt sich neben mich hin. Sucht etwas darin und erklärt mir nebenbei, „Weil wir früher gleich aussahen, die gleichen Haare, die gleiche Figur. Fehlten nur noch die gleichen Klamotten und du hättest uns nur noch durch den Charakter unterscheiden können.“ Ich musste schmunzeln, während ich mich auch hinsetzte, und konnte mir das überhaupt nicht Vorstellen. Sie hält mir das Handy hin, ich sehe mir das Bild an und kann es nicht glauben. Da steht sie mit dunkelbraunen langen offenen Haaren, durch ihre viel zu weite Kleidung kann man nicht wirklich erkennen, wie es darunter aussah. Außer an ihren Beinen sieht man, dass sie etwas korpulenter war und wenn ich mir sie damals genau ansehe, würde ich sogar sagen, dass sie etwas langweilig rüberkommt. Das einzige, das sich nicht verändert hat, sind ihre Augen, die sind unter den dunklen Haaren wirklich gut zuerkennen sind.

„Ich liebe deine Augen“, sagte ich geistesabwesend, während ich mein Blick nicht vom Bild lassen kann. Sie schaltet das Handy aus, legt es wieder weg. Kommt mir ganz nahe, so das sich unsere Nasenspitzen fast berührten, und sieht mir ganz tief in die Augen. „Ich mag deine Augen auch.“ Haucht sie mir an die Lippen und küsst mich.

 

Ich werde durch die hereinkommenden Sonnenstrahlen geweckt, sehe zu meiner Rechten und da liegt sie. Sie liegt auf dem Bauch, die Decke ist ihr bis zum Po runtergerutscht und Haarsträhnen liegen ihr wild im Gesicht und auf dem Rücken herum. Ich fasse ihr leicht an die Stirn, um die Haare aus ihrem Gesicht zu streifen, und klemme sie, hinter ihr Ohr. Wenige Sekunden später macht sie die Augen auf, ich kann nicht anders und gebe ihr einen leichten Kuss auf die Wange. Spüre, wie sie anfängt zu grinsen, nehme wieder Abstand und sehe sie einfach nur an. Diese nackte Schönheit neben mir, die so gut wie nicht bedeckt ist, fängt an, sich zu strecken. Stützt sich auf ihre Ellenbogen ab und sieht mich noch leicht verschlafen an. „Gute Morgen“, flüstert sie. „Morgen“, antworte ich kurz und knapp. „Kaffee?“ „Hm“ bekomme ich nur raus, nicke noch dabei. Sie drückt sich jetzt ganz hoch, steht auf, geht zu ihrer Kommode und holt sich ein Tank Top und eine Leggings raus. Diese zieht sie sich auch sofort an, sieht noch einmal zu mir und geht dann Richtung Küche.

Ziehe mich auch an und folge ihr in die Küche. Sie steht vor der Kaffeemaschine und hat sie gerade angedrückt. Ich gehe zu ihr, küsse sie im Nacken und sie zuckt zusammen. ‚Meine Bartstoppeln scheinen zu Kitzeln, das kommt davon, wenn man sich zwei Tage nicht rasiert.‘ Stelle mich neben sie vor die Spüle und schaue Richtung Wohnzimmer, sehe an einer Wand, ein selbst gemaltes Bild von einer Skyline.

Mir wird eine Tasse Kaffee hingehalten. „Das ist die Skyline von Tokio, Reika hat sie gemalt“, erkläre sie mir. Sie wusste sofort, was ich mir angesehen habe. „Das sieht toll aus“ und trinke meinen ersten Schluck. Drehe mich zu ihr hin, strahle sie an und sage ... „Erzähl, was machst du sonst so, an deinem freien Tag?“ Sie überlegt kurz, sieht zu mir hoch, grinst mich schräg an. „Ich gehe meist, nach meinem ersten Kaffee, eine Runde joggen, dann wird ausgiebig gefrühstückt, um danach ab ins Dojo zum Training.“ „Also beim Joggen und Frühstücken wäre ich dabei.“ Sie drückt sich von der Arbeitsplatte ab, mustert mich und legt ihre linke Hand an ihr Kinn und überlegt. „In Jeans lässt es sich schlecht laufen. Ich hätte da, aber vielleicht eine Hose für dich.“ ‚Ok, in Jeans lässt es sich wirklich nicht gut laufen. Kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie eine Hose für mich hat?‘ Sie geht an mir vorbei und verschwindet in ihr Zimmer. Nach knapp fünf Minuten kommt sie wieder raus, hat wirklich eine Hose gefunden. Bleibt mit ihr, vor mir stehen und hält sie mir hin. „Anprobieren“, befiehlt sie und nickt Richtung Bad. Na schön, tue ich ihr den gefallen und probiere sie an, nehme die Hose an und gehe ins Bad. 

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Ella Miller

Perfektes Timing, ein halb nackter As kommt gerade aus Reikas Zimmer. Ich schütte mir, den Rest Kaffee in die Tasse und wollte sie gerade trinken. Da wird sie mir schon aus der Hand genommen. „Danke!“, sagt er und nimmt einen großen Schluck. Gibt mir die Tasse zurück und geht weiter an den Kühlschrank! „Habe ich doch gern gemacht“, erwidere ich und trinke den letzten Schluck aus. Er greift in den Kühlschrank, holt zwei Flaschen Wasser, geht wieder Richtung Zimmer und beim vorbei Laufen bekomme ich einen Kuss auf die Wange. (In der kurzen Zeit, die wir uns kennen, haben wir sofort gemerkt, dass wir uns super verstehen. Er ist durch und durch eine Knalltüte, aber er kann auch sehr streng und ernst sein. Das mag ich an ihm, dass er sein Herz auf der Zunge trägt.) Kurz nach dem er wieder weg ist, kommt Matt um die Ecke und präsentiert sich. Ich kann nicht anders und muss anfangen zu kichern. Er fragt mich, warum ich so eine Hose im Schrank habe? Na das kann ich schnell beantworten „Die hatte ich mal für mich online bestellt und sie fiel, viel größer aus, als sie sollte und zurückschicken, wollte ich sie dann auch nicht.“ Er lächelt mich an, sein Grinsen wird immer breiter. Das sieht aus, als würde er es sich gerade vorstellen, wie ich in dieser Hose verschwinde. „Lach nicht, lass uns lieber gehen. Bevor Reika und As laut werden“, maule ich ihn schon fast an. Wir ziehen unsere Schuhe an und ich bin froh, dass wir jetzt gehen. Reika und As werden gerade aktiv. Draußen auf der Straße ist noch nicht viel los. Ich drehe mich nach links und laufe los, die gleiche Strecke wie immer. Mal sehen, wie weit er mitkommt.

Wir bleiben stehen, Matt geht in die Beuge, stützt sich an seinen Knien ab und ringt nach Luft. Ich sehe auf meine Armbanduhr, wir sind erst fünfzehn Kilometer gelaufen. „Was denn, schon kaputt?“, sehe ihn an und konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. Er sieht mich mit knallrotem Kopf an. „Ja, denke schon. Außerdem habe ich jetzt riesigen Hunger.“ Er hat es kaum ausgesprochen, da knurrt auch mir der Magen. Er richtet sich wieder auf und kommt mir etwas näher, „wie ich höre, geht es dir nicht anders.“ Geht wieder etwas auf Abstand und zwinkert mir zu. Er nimmt meine Hand, zieht mich leicht hinter sich her, in ein nobles Wohngebäude, das direkt vor uns liegt. Der Portier, öffnet uns die Tür und grüßt Matt ganz freundlich, er zieht mich weiter zum Fahrstuhl. ‚Wohnt er hier? Ist er mit Absicht genau hier stehen geblieben?‘ Ich kann mich kaum konzentrieren, mein Magen knurrt schon wieder, so laut das jeder es hören müsste. Gut, das wir schon im Fahrstuhl stehen, sein Grinsen wurde immer breiter.

Oben angekommen, stehen wir kurz darauf vor einer Tür. Matt hält immer noch meine Hand, doch er lässt sie los, um seinen Schlüssel aus der Hosentasche zu holen. Die Tür wird aufgeschlossen, er zeigt mir an, dass ich vorgehen soll. Ich stehe jetzt in einem riesigen Wohnzimmer, mit der größten Fensterfront, die ich kenne. Der Ausblick ist der Wahnsinn, man sieht direkt in ein Meer aus Grün. Das muss schön sein, morgens aufzuwachen und in diesen großen grünen Park zu sehen. Ich gehe wie eine Motte zum Licht darauf zu, bleibe direkt vor der Scheibe stehen, um es mir noch genauer anzusehen. Es ist so faszinierend und es hat mich sofort in seinen Bann gezogen, trotzdem spüre ich die Präsenz von Matt hinter mir. Die Wärme, die er ausstrahlt und dieser betörende Duft, der meine Nase kitzelt und mich wieder so vieles verlangen lässt. Wie kann er, nach dem langen Lauf, immer noch so gut riechen? Ich will gar nicht wissen, was ich gerade rieche. Meine Kleidung, ist so durch geschwitzt, dass sie nur so an mir klebt, wie Esspapier an der Zunge.

Sein Gesicht taucht neben meinem auf, ich sehe kurz zu ihm rüber. „Schön, dieser Ausblick, oder?“ „Hmm“, kann ich noch gerade von mir geben und blicke wieder raus. „Macht es dir was aus, wenn ich vor dem Frühstück schnell unter die Dusche springe?“ Ich drehe mich leicht zu ihm um, wie gern würde ich jetzt sagen, „kein Problem“, aber ich fühle mich selber gerade nicht wohl in meinen klebrigen Klamotten und fände es blöd, alleine so zu kleben. Nur, wie sage ich ihm das? „Wenn du magst, kannst du auch duschen gehen. Ich gebe dir Sachen von mir.“ Er hat es schon wieder getan, kann er Gedanken lesen? Ich antworte darauf sofort, „gern das wäre nett.“ Er nickt mir zu und verschwindet kurz in einem Flur, der vom Wohnzimmer ab geht. Kommt nach kurze Zeit wieder „komm, ich zeig dir, wo du Duschen kannst.“ Ich folge ihm, in den langem Flur, wo vier Zimmer abgehen. Er geht mit mir, in das letzte Zimmer auf der rechten Seite. „Hier ist es“, sagt er und hält mir die Tür auf. Jetzt stehe ich, in einem Raum, mit beigen Wänden und dunklen Möbeln. Von Stil her gefällt es mir gut, in dem Raum gibt es nicht viele Möbel, ein großes Bett, eine Kommode und ein Einbauschrank. Neben dem Schrank geht eine weitere Tür ab, da ist das Bad. Matt hat es mir gerade erzählt, er hat mir wirklich Wechsel Sachen auf das Bett gelegt. Irgendwie süß von ihm. Ich drehe mich zu ihm um, nicke, zeige ihm, dass ich alles verstanden habe. Er grinst mich nur an, dreht sich um und geht in das Zimmer mir gegenüber.

Das scheint wohl sein Zimmer zu sein, ich schließe die Tür. Sehe mir die Sachen an, die er mir hingelegt hat, ein Shirt, eine Boxershorts und eine Trainingshose, ich werde alleine im Shirt verschwinden, so groß wie es ist. Egal gehe erst mal ins Bad, lege mir alles zurecht und ziehe dann meine Kleidung aus. Gehe in die Duschkabine, drehe das Wasser auf, warte, bis es die angenehme Temperatur hat und gehe darunter. Lasse mir das angenehme Nass über mein Gesicht und dem Rest des Körpers laufen. Greife zum Shampoo, drehe der Brause den Rücken zu und shampooniere meine Haare ein. Lege meinen Kopf nach hinten, damit das Wasser es einfach ausspülen kann, ohne dass ich viel machen muss. Bin also mit meinem Gesicht unter Wasser, höre, aber wie die Tür der Kabine geöffnet wird. Wische mir die Seife aus den Augen, doch bevor ich sie öffnen kann. Wird mein Gesicht von zwei große Händen umfasst und seine Lippen küssen mich fest!

Nachdem wir fertig mit Duschen waren und uns in die superweichen Handtücher gerollt haben. Ist er rüber in sein Zimmer gegangen, aber nicht ohne mir noch einen Kuss zu schenken! Ziehe mir die Shorts und das T-Shirt an und es ist wirklich ganz schön groß. Halte mir die Trainingshose vor und darin würde ich total verschwinden, entscheide mich, nur das Shirt zutragen. Fühle mich auch gerade total wohl und warm ist mir auch. Gehe den langen Flur entlang Richtung offene Küche, die direkt am Wohnzimmer angrenzt. Binde mir dabei die Haare zu einem hohen Knoten zu. In der Küche angekommen, steht er schon an der Kaffeemaschine und befüllt sie. Ich fühle mich wirklich gut, stehe hinter ihm und umarmen ihn einfach. Er dreht sich um und umarmt mich auch, gibt mir sogar einen Kuss auf den Scheitel und drückt mich ganz fest an sich.

Mit dem Frühstück fertig, sitzen wir mittlerweile im Wohnzimmer auf der schönen großen Couch. Ich sitze zusammengerollt neben ihm, habe die Beine mit unter das Shirt genommen und höre ihm gebannt zu. Er erzählt gerade von seiner Navy Zeit, wie alles angefangen hat, wie er Ben und As kennengelernt hat und wie die meisten Aufträge waren. Er kam auch noch einmal auf Sue zusprechen. Gestern Abend erzählte er mir, dass sie nicht nur seine Verlobte war, sondern auch seine große Liebe. Sie war auch bei der Navy, aber nicht wie er bei den Scharfschützen, sondern sie war auf einem Flugzeugträger stationiert. Der Flugzeugträger wurde angegriffen und gesunken, es hat ihm das Herz zerrissen, als er es erfahren hat. Man merkt ihm selbst heute noch an, dass es absolut nicht spurlos an ihm vorbeigeht und genau das ist es auch, was ich an ihm mag. Dass es ihm nicht stört, auch mal seine sensible Seite zu zeigen.

Matt kommt sehr ehrlich rüber, trotzdem habe ich immer noch das Gefühl, das da noch etwas ist, das er nicht erzählen will. Auch wenn er sagt, dass da nichts wäre. „Vielleicht suche ich nach einem Problem, wo keins ist? Ich sollte ihm vertrauen.“

Wir Sitzen noch lange auf der Couch, Unterhalten uns, lachen auch ab und zu. Es gibt auch Momente, da schweigen wir uns an und sehen uns tief in die Augen. Ich muss sagen, dass ich mich doch daran gewöhnen könnte. Er interessiert mich schon und es gibt noch vieles, das ich von ihm wissen will. Mal von dem absolut und wahnsinnigen Nächten mal abgesehen.

Die Zeit rennt so schnell, wir haben jetzt schon nach sechzehn Uhr. Ich gehe ins Gästezimmer zurück, mir wird langsam kalt und ich wollte auch einfach mal sehen, was mein Handy sagt. Ziehen mir meine Sachen wieder an, die mittlerweile wieder trocken sind, nur seine Unterwäsche lasse ich an. Schaue auf mein Handy und ich habe einen versäumten Anruf sowie eine Nachricht von Mia. Während ich nach vorne gehe, lese ich mir die Nachricht von Mia durch. Sie lässt fragen, ob ich mal wieder Zeit für ein Abendessen hätte. Jack habe lecker gekocht und ich muss gestehen, dass ich schon lange nicht mehr bei ihr war und da auch irgendwie hinwill. Ich schreibe ihr darauf zurück, dass ich mich riesig freue und mich auch bald auf dem Weg machen werde. Matt steht im Wohnzimmer am Fenster, schaut auch auf sein Handy. Ich bleibe neben ihm stehen und sein Blick ist finster auf das Gerät gerichtet, „Alles Ok?“, frage ich ihn und lege meine Hand auf sein Unterarm. Er schüttelt leicht den Kopf, „Ja, nichts Schlimmes, ich muss nur gleich einmal telefonieren.“ „Ah ok, dann passt es ja, dass ich losmuss. Mia hat gefragt, ob ich heute Abend Zeit für sie habe.“ Er dreht sich zu mir, legt seine Hände auf meine Taille und zieht mich zu sich, beugt sich etwas runter und gibt mir einen Kuss auf die Stirn. Ich stelle mich darauf auf die Zehenspitzen und gebe ihm einen Kuss auf die Wange. „Sehen wir uns morgen früh?“, flüstere ich schon fast. Er nickt, ich gehe zur Tür, ziehe meine Schuhe an und mach mich dann auf den Weg.

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magicblues Profilbild
magicblue Am 12.06.2019 um 13:46 Uhr Mit 1. Kapitel verknüpft
Hallo:)

Also die Grundidee der Geschichte finde ich echt nett, die hat durchaus Potenzial, auch wenn sie sich nicht sehr von den meisten Liebesromanen unterscheidet (Dummerweise habe ich davon leider schon zu viele gelesen, als das mich sowas noch groß von den Socken haut). Durch seine Perspektive ist mir Matthew leider etwas unsympathisch geworden, er wirkt ein wenig wie ein Macho auf mich, wenn ich ihn so lese. Andererseits wirkt er durch Ellas Augen auch gar nicht so, sondern eher nett (mal abgesehen von ihren durchkommenden Ängsten und Vorurteilen). Ella kann ich eigentlich als Figur ganz gut verstehen. Allgemein finde ich, solltest du die Geschichte etwas entschleunigen, versuche in einem Kapitel weniger verschiedene kurze Szenen unterzubringen und die Szenen dafür etwas länger auszugestalten. Und lass den Leser auch ein wenig die Sachen entdecken, zum Beispiel, dass Matthew Schauspieler ist und nicht unter seinem richtigen Namen spielt. Oder dass Ella den Laden nicht alleine betreibt und Freundinnen hat. „Verstreue“ solche Information etwas im Text. Der geneigte Leser kann ruhig ein bisschen mitdenken. Zu den eher handwerklichen Sachen, wie Rechtschreibung, Grammatik und so weiter habe ich dir eine PN geschickt.
Lustig finde ich übrigens, dass sich die Freundin von Ella den Film ausgesucht hat, weil der Schauspieler gut aussieht. Das ist ein nettes kleines Detail. Solche Details machen Geschichten lebendig:) Ich bin gespannt, was mit ihrem Exfreund noch passiert und vor allem passiert ist.
Ich lese dann mal weiter.

LG,
magicblue
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Augureys Profilbild
Augurey Am 12.06.2019 um 20:04 Uhr
Hallo Yuki!
Heute bin ich endlich mal dazu gekommen, hier wieder reinzulesen (oder besser gegesagt den ersten Teil). Wie ich sehe, hast du versuchst, ein paar meiner Tipps umzusetzen, insbesondere was das "Bitte mehr Setting" angeht, was mich erstmal ziemlich freut. Zu sehen, dass jemand Vorschläge annimmt und willens ist an der Geschichte zu arbeiten, macht echt Freude Reviews zu schreiben und ich wollte einfach mal zurückgeben, dass ich das großartig findfe, dass du da so offen bist. Leider wie das manchmal so ist, ist mein Tipp mit dem "mehr Setting" wohl nicht ganz so angekommen wie ich das meinte. Denn jetzt hast du für das Cafe zwar deutlich mehr Settingsbeschreibung, aber es steht für sich allein und ist weniger in die Handlung eingebunden, was von mir nicht so beabsichtigt war mit dem (mea culpa, manchmal ist es schwer, zu vermitteln, was man meint) Und magicblue muss ich im Bezug auf Matthew, die Geschwindigkeit und das selbst entdecken lassen auch recht geben. Ich weiß, so ein Gemecker kann nerven, gerade wenn man bereits überarbeitet hat. Ich hoffe, du bist trotzdem nicht böse drum. Weißt du was, wenn du mir den ersten Teil (also Mathews POV) per PN schickst, würde ich mich - falls du Interesse hast - bereiterklären, das mal in einer Art und Weise umzuschreiben, wie ich es eigentlich meinte. Etwas direkt zu sehen ist vielleicht hilfreicher als abtrakte Tipps. Natürlich nur, wenn du möchtest. Trotz der Kiritk wünsche ich dir einen tollen Tag. Auch wenn die Geschichte noch verbesserungsfähig bist, bist du trotzdem eine klasse Autorin, denn du bist bereit, dran zu arbeiten. Grüße, Augurey :)
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Augureys Profilbild
Augurey Am 24.05.2019 um 20:01 Uhr
Hallo Yuki,

Durch einen dir wohlbekannten Thread ^^ bin ich zu deiner Geschichte gekommen. Da du so aktiv im Forum bist, hatte ich mir gleich vorgenommen, bei dir reinzulesen, aber bis zum Y dauerte es eine Weile. Zuerst muss ich vorrausschicken, dass Romance nicht so mein Genre ist, weswegen ich wirklich nur das erste Kapitel gelesen habe. Aber der Schauspieler, der sich in die Cafe-Bedienung verliebt, ist eigentlich eine ganz nette Idee, die ein schönes, leichtes „Sommerkino“ ergeben könnte.

Was mir allerdings auffällt: Du schreibst, wie übrigens viele Schreib-Neulinge, eher beschreibend-zusammenfassend als szenisch. Matts Teil ist ja gerade zu Beginn eine vor allem Zusammenfassung, was er bisher erlebt hat, ohne dass du ein bestimmtes Ereignis zu einem bestimmten Zeitpunkt ausbreitest. So ist dein Text zwar gespickt mit Information, aber wenig eindrücklich. Ein Beispiel dafür wäre auch Ellas Perspektive: Du erzählst zwar Ella treibt, wer ihre Freundinnen sind, die ihr im Laden helfen, dass sie sich mit ihnen per SMS verabredet und so weiter, aber auf ihr Innenleben gehst du nicht wirklich ein. Und kaum sind sie im Kino, sind sie auch schon wieder draußen, also im Bezug auf den Textfluss. Und die wenigen konkreten Szenen, die vorkommen, bestehen fast nur aus Dialog und inneren Monologen ohne dass sich viel vom Setting, in der sie stattfinden, zeigt.

Das alles – und versteh das bitte nicht als Angriff, sondern nur als Rückmeldung – macht die Geschichte etwas langweilig. Letztlich will ein Leser ja in deine Welt eintauchen und mit allen Sinnen mitgenommen werden. Gerade zu Beginn, nach dem ersten Absatz, glaube ich, würde der Geschichte eine konkrete Szene, in der Matt seinen Kaffee trinkt und Ella dabei anhimmelt, ganz gut tun. Die W-Fragen, Sinneseindrücke (was ist zu hören, sehen, riechen, schmecken) sowie das Stichwort Innenperspektive dürften helfen, eine solche Szene aufzubauen. Informationen lassen sich dann auch galant als Nebensatz einbringen. Zum Beispiel könnte Matt, während er seinen Kaffee trinkt, darüber nachdenken, dass es jetzt schon der xte Kaffee ist und sie ihn einfach nicht beachtet. Wenn du dich eingehender damit beschäftigen willst, wie sich Geschichten eindrücklicher und spannender gestalten lassen, kannst du mal nach „Show, don’t Tell“ googlen. Wunder dich nicht, wenn du allerorts mit Infos dazu zugeballert wirst, wenn du danach suchst. „Show, don’t tell“ ist derzeit DIE goldene Regel, die sämtliche Creative Writing Schools lehren und über die die ganze Literaturszene spricht. Manches ist da auch etwas übertrieben, aber um generell zu verstehen, was eine Szene spannend macht, ist es eigentlich ein gutes Prinzip.

Und ja, vom Inhalt abgesehen, wäre da noch das Problem, das du im Forum angemerkt hast mit den Zeitformen. Zudem sind einige Rechtschreib- und Grammatikfehler drin, die den Lesefluss zuweilen hemmen. Hier würde vielleicht ein Betareader helfen, wenn du sie durch eigenes Korrigieren nicht findest.

Soweit zur Kritik und ich hoffe, du nimmst mir meine Ehrlichkeit nicht krumm. Wie gesagt meine ich es nicht böse. Selbst die Größten haben mal klein angefangen. Zumindest und das will dann abschließend positiv bemerken, scheint Matt zumindest so auf den ersten Blick ein ganz freundlicher, netter Typ zu sein. Das ist mal eine angenehme Abwechslung zu den vielen Machos, die derzeit leider das Romance-Genre dominieren und ich wünschte, es gäbe wieder mehr solche Figuren.

Liebe Grüße, Augurey
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Yukis Profilbild
Yuki (Autor)Am 25.05.2019 um 0:30 Uhr
Wow, ich sag einfach nur wow.

Danke für deine Ehrlichkeit, damit kann ich doch ENDLICH mal was anfangen.

Werde versuchen deine Tipps zu beherzigen.

Und Ehrlichkeit ost immer gut, werde deswegen jetzt nicht böse/sauer oder gekränkt sein. Ich brauche Feedback um besser zu werden. �

Autor

Yukis Profilbild Yuki

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Statistik

Kapitel:9
Sätze:1.937
Wörter:24.679
Zeichen:136.003

Kurzbeschreibung

Matt ist ein Mann, der jede Frau haben könnte. Doch er will nur die eine, die Frau aus dem Café Crumps. Er weiß nichts von ihr, nur das sie die schönsten grünen Augen hat, die er niewieder vergessen kann. Schafft er es, sie für sich zu gewinnen? Lest es hier. Viel Spaß

Kategorisierung

Diese Story wird neben Abenteuer auch in den Genres Liebe und Freundschaft gelistet.

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