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Vollmond

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25.09.18 14:46
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Der volle Mond schien blass auf den Wald, dessen Bäume fast alle keine Nadeln mehr hatten. Es standen nur noch die Skelette der Tannen und Fichten, auf einem Ast saß einsam eine Eule und als sie schrie, drang ihr Laut schauerlich durch die Nacht. Im Unterholz raschelte es und ein Rabe, der vorbeiflog, warf einen gespenstischen Schatten auf den, mit trockenen Nadeln bedeckten Waldboden. In der Nähe knarrte einer der Bäume als würde er sein Leben aushauchen und endlich diesem verwunschenen Ort entkommen wollen. Der See, der sich in der Mitte des Waldes befand, beherbergte in seinem Wasser keine Fische, an den Ufern ragten aus dem Moos und teilweise auch aus dünnem Gras, die Gräten der Fische, die einmal in dem See gelebt hatten.

Maden krochen über einen toten Körper, der auf das weiche Moos gebettet, neben den Fischgräten lagen. Das Blut war schon längst im Boden versickert. Füchse und Wölfe hatten einen Teil des Fleisches gefressen. Durch die Bäume huschte ein schwarzer unkenntlicher Schemen.

In der Nähe des Sees war ein Straße, die nur selten genutzt wurde, allerdings waren die Bäume nahe ihr auch nicht so kränklich wie sie es am See waren, sie waren nahezu gesund.

Ein paar Kilometer die Straße entlang befuhr ein azurblauer Beetle die Straße, am Lenker des Autos saß eine junge Frau und hörte gerade sehr laut ein Lied im Radio als das Radio rauschte, je näher sie dem See und den kranken Bäumen kam, desto mehr Störungen gab es im Radio. Schließlich ging der Radio gar nicht mehr und auch das Auto wurde immer langsamer. Die Frau wunderte sich und versuchte ihr Auto durch gutes Zureden zum weiterfahren zu überreden.

Als der Abstand zum See am geringsten wurde, stoppte das Auto und Rauch stieg unter der Motorhaube hervor. Die junge Frau wollte gerade den ADAC mit ihrem Handy rufen, als sie feststellte, dass ihr Handy keinen Akku mehr hatte und sich nach ein paar Sekunden abschaltete. Sie wartete nach kurz in ihrem Beetle und dachte darüber nach, was sie tun sollte und kam zu dem Schluss, dass es wohl am besten wäre, wenn sie ausstieg und mal einen Blick unter die Motorhaube warf.

Als sie die Tür öffnete schlug ihr die kalte Nachtluft entgegen und sie bereute es, dass sie vor dem Losfahren nicht noch eine Jacke mitgenommen hatte. Die Arme um ihren Körper geschlungen stieg sie aus und schlug die Türe ihres Autos zu.

Sie konnte die ganzen Nachtgeräusche aus dem Wald hören, vernahm das knacken in den Bäumen und das Rascheln des Unterholzes. Ein Schrei von einer Eule. Etwas verängstigt ging sie zur Vorderseite ihres Autos. Eigentlich konnte sie nicht viel machen, sie hatte nicht gerade viel Ahnung von Automotoren und Technik und selbst, wenn sie nun feststellen könnte, was defekt war, würde sie nicht viel daran ändern können, das das Auto nicht weiterfuhr. So berührte sie Motorhaube und zog die Hand augenblicklich wieder zurück, sie war ganz heiß. Zum Glück hatte sie sich nichts verbrannt, ihre Hand sah aus wie immer und um ihr Handgelenk baumelte ein silbernes Armband

Die Frau spürte wie sie in den Wald gezogen wurde, vielleicht fand sie darin ja etwas, was ihr helfen würde. Sie entfernte sich von der Straße und ging immer tiefer in den Wald hinein. Allmählich veränderten sich die Bäume um sie, sie hatten immer weniger Nadeln und wurden Kümmerlicher. Ihr wurde unheimlich zumute, doch irgendwas befahl ihr noch weiter zu gehen. In ihrem näheren Umkreis ein schwarzer Schemen. Fischgräten unter ihren Schuhen. Ein Blick auf den See.

Die Bäume wogten sacht in der aufkommenden Prise, ein Schrei gellte durch die Nacht, war es der von einer Eule oder konnte es von einem Menschen sein? Vom See her hörte man ein Platschen. Der Vollmond stand hell am Himmel.

 

Die Sonne stand hoch am Himmel und ein Auto fuhr die Straße entlang, als der Fahrer einen azurblauen Beetle sah blieb er stehen, stieg aus und schaute, ob jemand darin saß. Er konnte keinen sehen und da der Schlüssel steckte, probierte er, ob der Wagen noch lief. Der Beetle sprang an.

Die Sonne schien auf den See um ihn herum waren die Bäume gesund und es lebten Eichhörnchen und Vögel auf ihnen. An dem Ufer wuchs Schilf und Frösche quakten. Nur in dem See selbst lebten immer noch keine Fische. Und auf dem Grund glitzerte etwas Silbernes im Sonnenschein.

Autorennotiz

Meine erste Geschichte überhaupt. Enstanden ist sie damals zum Teil in einer Deutschstunde über die schwarze Romantik.

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LaylaMalfoys Profilbild
LaylaMalfoy Am 10.11.2019 um 18:34 Uhr
Liebe magicblue!
Was für eine schauerliche Geschichte! Du hast den Spannungsbogen sehr gekonnt aufgebaut. Besonders die Einleitung hat mir sehr gut gefallen, denn darin hast du die Umgebung und die Stimmung super beschrieben. :)
Ein, zwei Rechtschreib- oder Zeichenfehler konnte ich entdecken, ansonsten haben mir die Formulierungen gefallen.
Liebe Grüße
Layla

Autor

magicblues Profilbild magicblue

Bewertung

2 Bewertungen

Statistik

Sätze:33
Wörter:779
Zeichen:4.257

Kategorisierung

Diese Story wird neben Mystery auch im Genre Horror gelistet.