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Geburt

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1.7.2017 19:17
6 Ab 6 Jahren
In Arbeit

Das Pochen um mich herum war gleichmäßig und rhythmisch. Es hatte etwas sehr beruhigendes. Etwas, was mich immer müder werden ließ und mich zum Schlafen einlud. Hier drinnen war es schön ruhig und warm. Aber es war auch dunkel. Sehr dunkel.

Mir reichte es! Ich war schon eine Ewigkeit hier drinnen gefangen. Mir wurde es zu viel. Und der Platz wurde auch immer enger. Mittlerweile war hier nur noch Platz für mich und diese komische Schnur, die aus meinem Bauch wuchs. Ich begann die Wände meines Gefängnisses abzusuchen in der Hoffnung, einen Ausweg zu finden. Doch über mir und neben mir war nichts. Außer dem entspannenden Pochen. ich hörte genauer hin und wurde mit der Zeit immer müder. Ich wollte gerade..

Als ich wieder aufwachte, war ich immer noch in meinem Gefängnis. Aber irgendetwas hatte sich verändert. Ich wusste nur noch nicht, was es war. Eine innere Stimme riet mir, weiter unten nach einer Öffnung zu suchen. Ich wusste nicht, woher ich dieses Wissen hatte, aber mir war klar, dass es stimmte. Ich drehte mich also nach unten. Um mir die Arbeit zu erleichtern, trat und schlug ich gegen die Wände. Sie antworteten in dem sie sich immer wieder zusammenzogen und entspannten. Die Stimme die mir dazu riet, sagte mir auch, dass wenn ich erst einmal draußen war, es kein zurück mehr für mich gab. Das war mir egal. Ich war schon mein ganzes Leben hier drinnen gefangen. Und ich wollte raus!

Also bewegte ich mich nach unten. Allmählich bekam ich Angst, da die Bewegungen der Wände dafür sorgten, dass ich noch weiter nach unten rutschte. Ich war mir nicht mehr ganz so sicher, ob ich dass wollte. Nach einer Weile des Nachdenkens gewann doch die Neugier. Ich wollte wissen wie es draußen war. Und dann kam das größte Hindernis für mich. Ich musste mich durch eine Öffnung zwängen. Eine Öffnung die gerade mal so groß war wie eine große Zitrone. Wie sollte ich das nur jemals schaffen? Die Öffnung war so klein und ich so groß. Aber mir blieb nichts anders mehr übrig. Die Bewegungen der Wände um mich herum ließen mir nichts anders übrig. Langsam kam ich voran. Sehr langsam.

Und...was war das? Etwas kaltes streifte meinen Kopf. Ich hatte Angst. Und dennoch war ich neugierig. Ich war gespannt. Aber...was war das denn jetzt schon wieder? Etwas zog an mir. Erst hatte ich Angst, es könnte mir weh tun. Doch allmählich begriff ich, dass mir dieses Ziehen nur half. Es wurde auf einmal sehr kalt. Vor lauter Schock fing ich an zu weinen. Es war so kalt. Am liebsten wollte ich zurück. Dahin wo es warm war. Aber das ging nicht. Und das wusste ich auch. Etwas weiches, fremdes wurde um mich gelegt und dann lag ich da. Ich lag in dem weichen Etwas und hörte wieder das rhythmische Pochen. Diesmal jedoch sehr viel leiser. Außerdem hörte ich, wie jemand sagte: "Hallo Mira!"

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Chilas Profilbild Chila

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