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Das Haus

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29.9.2018 16:08
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

In einer Kleinstadt, die wohl irgendwo in Deutschland liegen musste, lag am Ende einer Straße ein kleines Haus. Der Garten war geradezu überfüllt von Blumen, Bäumen und Büschen, sodass man den gepflasterten Weg vom Gartentor zur Haustüre auch nur finden konnte, wenn man wusste, wo er war.

Die Türe, vor der ein quietschbunter Fußabstreifer mit der Aufschrift „Home Sweet Home“ lag, war verschlossen, den die Hausbesitzerin war mit ihrem Hund auf einen Spaziergang gegangen. Und diese dauerten für gewöhnlich ziemlich lange, da das Frauchen fast jeden in der Kleinstadt kannte und sehr viele Bewohner um diese Uhrzeit im Park waren, genau wie ebendiese Hausbesitzerin.

Und obwohl kein Mensch oder Tier mehr im Haus waren, hörte man doch Stimmen aus der Tür dringen.

Folgte man ihnen durch die Haustüre und durch den Flur, erblickte man eine kleine, aber gemütlich eingerichtete Küche, welche eine Theke von dem angrenzenden Ess- und Wohnzimmer trennte.

Hier musste die Quelle der Stimme liegen, aber man sah keinen einzigen Menschen, noch nicht einmal eine Fernseher oder ein Radio war angelassen worden.

An der Verbindung von Küche und dem Flur lehnte ein altes verrostetes Fahrrad an der Wand. Es hatte schon bessere Tage gesehen, vor langer Zeit einmal hatte es wohl einen grünen Lack besessen. Dieser war nun aber fast komplett abgeblättert oder von braunem Rost verschlungen worden. Da es vor ein paar Tagen geregnet hatte und die Frau mit ihm zu ihrer Arbeit gefahren war, konnte man auf dem Boden eine Spur sehen, die von der Haustüre bis zu dem Platz an der Wand führte.

Auf der Küchentheke, welche aus einem schwarzen Stein gefertigt war, stand neben zahllosen Briefen, Rechnungen und Dokumenten eine kleine Mikrowelle. Ihre durchsichtige Türe war offen und auf der Drehscheine stand ein Teller mit Nudeln und Tomatensoße,aber als die Mikrowelle vor einer halben Stunde geschlossen wurde und die Frau die richtige Zeit eingestellt hatte, hatte sie gar nichts gemacht. War wohl ein technischer Defekt. Daraufhin wurde im Internet nach einem Ersatz gesucht worden.

Gegenüber der Mikrowelle auf der anderen Seite der Theke stand ein terrakotta farbener Topf mit einer Pflanze darin. Es war wohl eine Aloe Vera. Allerdings war kaum noch Leben in der Pflanze vorhanden. Es stand zwar direkt daneben eine bunte Gießkanne mit Wasser darin, aber viel zu selten bekam sie auch etwas davon zu spüren. Man nahm sich viel zu selten die Zeit einmal auf die kleine Pflanze zu achten und so durstete sie vor sich hin. Die nette Figur in ihrem Topf konnte daran auch nicht mehr viel ändern.

An einem der Stühle, die um den Esszimmertisch herum standen, hingen weiße Engelsflügel. Die Frau hatte sich das letzte Fasching als Engelchen verkleidet, weil sie hoffte so endlich ihrem Traumprinzen kennen zu lernen. Als dies nicht geklappte hatte, war sie spät in der Nacht nach Hause gekommen und hatte sie die Flügel achtlos auf den Stuhl geworfen und es waren ein paar Federn abgegangen und zu Boden gesegelt. Es schien als hatte sie die Flügel schon komplett vergessen, denn nicht einmal ihr Blick streifte sie ab und zu.

Auf dem Tisch lag eine knallpinke Frisbeescheibe, sie war für den Hund gekauft worden und hatte durch die rege Verwendung auch viele Bissspuren. Eine kleine Ecke war sogar schon ab, als die Frau damals gemerkt hatte, dass ich Hund das Teil der Plastikscheibe gefressen hatte, war sie sofort zum Tierarzt gefahren. Aber auch die kleinen Nichten, welche manchmal zu Besuch kamen, spielten gerne mit dem Frisbee fangen und werfen, obwohl das früher oder später in einem der Büsche oder Bäume des Gartens endete.auf der andern Seite des Tisches befand sich eine große grüne Obstschale, welche aber nur spärlich gefüllt war. Nur Apfel, Mandarinen und eine einsame Banane langen in der Schale.

Die Banane war schon ungefähr ein Woche alt, warum die Frau sie gekauft hatte, wusste selbst nicht so genau, denn normalerweise mochte sie keine Bananen. Aber irgendwas an jenem Tag hatte sie wohl dazu bewogen und als vor zwei tagen ihr Hund sich auf den Tisch gelehnt hatte und mit seine rauen Zunge darüber geschleckt hatte, war die Chance der Banane gegessen zu werden endgültig auf null gesunken. Nun war sie schon braun und in ihrem Inneren sicher sehr matschig.

Es sah sogar so aus als wären die restlichen Früchte von ihr abgerückt.

Neben der Ostschale liegt ein Parfumflakon umgefallen auf einer Zeitung. Normalerweise benutzte die junge Frau eher selten ein Parfum, sie vergisst es sehr oft oder findet es einfach zu kostbar um es für einen ganz normalen Tag zu verwenden. Der Flakon hat ein leichte rosane Farbe und auf dem Parfum steht der Name, Chanel No. 5. Vor einigen Jahren hatte sie es in einem Kaufhaus gesehen und sie war sehr neugierig darauf gewesen wie es wohl riechen würde. Da es ihr so sehr gefallen hatte, beschloss sie es zu kaufen, auch wenn es nicht gerade billig gewesen war. Es war für bestimmte Anlässe gedacht. Dennoch verspürte sie heute morgen den Drang es zu benutzen und nahm es aus ihrem Schlafzimmer mit in zum Esstisch.

In der Mitte von Esszimmer und Wohnzimmer, wo beider Räume ineinander übergingen, lag ein ziemlich mitgenommenes Kuscheltier. Schon mehrmals wurden die Löcher der kleinen Fledermaus genäht und durch den stürmischen Umgang mit ihr hatte sie auch schon über die Hälfte ihres Füllmaterials verloren.die Fledermaus war schon so alt wie der Hund, als die Frau ihren Welpen von dem Züchter abgeholt hatte, war sie an einem Schaufenster eines Spielzeugladens vorbeigekommen und der Welpe war verrückt gewesen nach dem Stofftier, das das Fenster schmückte. So kaufte es um ihrem neuen Haustier die Eingewöhnung in das neue Zuhause zu erleichtern. Wie oft hatte sie die Fledermaus schon gewaschen, weil der Hund sie mit in den Schlamm genommen hatte.

Auf dem gläsernen Wohnzimmertisch lag ein in der Eile hingeworfener schwarzer Geldbeutel. Er war halb unter die Fernsehzeitschrift gerutscht und das war wohl auch der Grund gewesen, warum die Frau ihn vergessen hatte. Der Geldbeutel hatte schon bessere Tage gesehen. Mit Münzen zum Platzen gefüllt und an den Ecken von dem Vielen einstecken und herausziehen abgewetzt.

Aus ihm schaute ein kleiner orangefarbener Notizzettel heraus. Es war eine Einkaufsliste, auf der nur die Worte Ordner, Textmarker und Buntstifte standen. Ihn hatte sie zusammen mit dem Geldbeutel übersehen.

Das Wispern dauerte an.

 

(Zeitungsausschnitt)

Brand in dem Schreibwarengeschäft Müller

Gestern war es aus unerklärlichen Gründen zum einem Brand in dem Schreibwarengeschäft gekommen. Die Suche nach der Brandursache dauert weiter an. Unter den Opfern des Brandes befinden sich eine Frau aus dem Ort und einer der Angestellten des Ladens. Beide starben an einer Rauchvergiftung und waren kurze Zeit nach dem Eintreffen der Rettungskräfte tot.

 

 

Alle Genstände des Hauses flüsterten Erinnerungen an ihren besonderen Menschen, ihren Besitzer, und das Wispern erfüllte das ganze Haus und den Garten. Es wehte durch ein offenes Fenster und der Wind trug es über die Stadt. Vor dem Gartentor konnte man einen Hund mit einer Leine liegen sehen.

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Larlysias Profilbild
Larlysia Am 07.11.2019 um 15:14 Uhr
Hi! Ich finde, du hast die Wohnung super beschrieben. Jedoch hat mich die Geschichte nicht gegruselt - sie hätte aus jeder anderen Geschichte aus jedem anderen Genre stammen können. Du beschreibst hier einfach eine leere Wohnung, nachdem die Bewohnerin gestorben ist. Das ist eine alltägliche Situation, die nicht gruselt. Außerdem fände ich es besser, wenn du den Zeitungsausschnitt ausformulieren und beschreiben würdest, was genau passiert ist!
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Goths Profilbild
Goth Am 25.08.2019 um 14:39 Uhr
Die Story hat potential. Sie ist leider nur nicht ganz effektiv, um angst zu machen. Dazu kommt, dass die Story, nicht wirklich eine Story ist. Die meisten der Sätze sind nur Beschreibungen, und das macht es weniger effektiv. Es gibt keine Protagonisten die eine Aktion erfüllen und sie in Gefahr bringen, und davon kommt das meiste des Horrors. Es fehlen Aktionen, die von einem Protagonisten ausgeführt werden, dies ist das Hauptproblem. Es gibt keine Personen die etwas unternehmen. Und es fehlen viele Aktionen. Es fühlt sich mehr an, als ob man in einem Haunted Museum ist und einfach nur Gegenstände betrachtet. Wenn du willst können wir uns privat darüber unterhalten. Mehr anzeigen

Autor

magicblues Profilbild magicblue

Bewertung

2 Bewertungen

Statistik

Sätze:44
Wörter:1.223
Zeichen:7.097

Kategorisierung

Diese Story wird neben Mystery auch im Genre Horror gelistet.