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Eine Freundschaftsgeschichte

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02.07.21 11:30
6 Ab 6 Jahren
Pausiert

 

Eine Freundschaftsgeschichte 

 

Es war Dienstag, der 4. Juli 2017, ein strahlender Sommertag. Ich machte mich gerade auf zur Schule. Auf dem Weg sah ich Florian, den neuen in meiner Klasse. Doch im nächsten Moment verfinsterte sich meine Miene. Meine ehemalige Freundin Julia lief neben Florian her. Ehemalige darum, weil ich und Julia beide Florian etwas mehr als nur mochten. Irgendwann hatten wir uns so verstritten, dass wir unsere Freundschaft beendet hatten. Seitdem herrschte immer noch ,,Krieg“ zwischen uns. So einfach wollte ich mich allerdings nicht geschlagen geben. Ich beeilte mich, die beiden einzuholen und als ich neben Florian angelangt war, rief ich: ,,Hi, Flo!“ ,,Hey, Hanna!“, kam es zurück. Julia schien sichtlich verärgert. Ich grinste sie nur frech an. Endlich kamen wir an der Schule an. ,,Bis dann!“, rief er noch und verschwand dann. ,,Tschau!“, rief ich ihm hinterher. ,,Halt dich von ihm fern!“, zischte Julia und verschwand ebenfalls. Auch ich machte mich auf den Weg.  

 

Als es nach der 6. Stunde klingelte, packte ich mein Zeug und lief hinaus. Auf dem Schulhof sah ich Flo. ,,Hey!“, rief ich. Er drehte sich zu mir um. ,,Heute schon was vor?“, fragte ich. Er wollte gerade antworten, da kam Julia. ,,Ja, hat er!“, zischte sie, ,,wir zwei wollten nämlich noch etwas unternehmen!“. ,,Ach ja? Was denn?“, fragte ich scheinbar interessiert. ,,Geht dich gar nix an!“, Julia funkelte mich hasserfüllt an, ,,ich hab gesagt, du sollst dich von ihm fern halten!“. Sie schupste mich völlig überraschend und ich stolperte zu Boden. ,,Julia, hör auf!“, versuchte Flo sie zu beruhigen. ,,Das ist nicht dein Kampf!“, versuchte Julia etwas ruhiger zu sprechen, ,,lass uns das klären!“. Lea, eine andere Freundin von mir, half mir auf und ich zischte: ,,Du willst also einen Kampf? Hier hast du ihn!“. Ich stürtzte mich auf sie und sie stürtzte nun ebenfalls auf den Boden. Wir rauften uns auf dem Boden und es stellten sich immer mehr Schüler um uns rum um zuzusehen. Nun etwas bestimmter rief Florian: ,,Hört auf!“, wir waren aber zu sehr mit dem jeweils anderen beschäftigt, sodass wir ihn nicht hörten. Mit einer Kraft, die wir beide ihm niemals zugetraut hätten, zog er uns auseinander und wieder hoch. Wir hatten beide ganz schön was abgekriegt, doch Florian kümmerte sich nicht darum und schrie nur wütend: ,,Was ist los mit euch!? Um mich kann man doch nicht einfach kämpfen und wer gewinnt bekommt mich oder was!?“, immer noch sauer und gleichzeitig schuldbewusst blickten wir beide zu Boden, ,,Ihr führt euch auf wie zwei kleine Kinder und dabei dachte ich dass ihr schon 14 seid!“. Er lies unsere Hände los und ging Heim. Betroffen sahen wir erst ihm nach und dann uns an. Langsam gingen die Schüler und Schülerinnen Heim oder wieder in die Schule zum Nachmittagsunterricht. Wir liesen uns von den Schulsanitätern versorgen und gingen dann ebenfalls Heim.  

 

Bis Samstag herrschte zwischen Flo, Julia und mir Funkstille. Am Sonntag klingelte das Telefon. Ich sah drauf: ,,Julia“, stand dort. Ich nahm ab. ,,Ja?“, fragte ich vorsichtig in den Hörer. ,,H-hey..“, kam es zögernd zurück. Ich stutzte. So hatte ich Julia noch nie erlebt. ,,Hey…“, flüsterte ich zurück. ,,Wie geht’s dir so?“, fragte sie. Da ich sofort wusste, was sie meinte, antwortete ich: ,,Passt schon, langsam werde ich wieder. Und wie geht’s dir so?“ ,,Genauso“, sagte sie nur. ,,Hör zu…“, begann sie, ,,ich möchte mich wieder mit dir vertragen. Ich meine, es ist doch wirklich total blöd sich um ihn zu streiten. Es ist seine Entscheidung. Wenn er dich liebt, werde ich das akzeptieren. Wenn er mich liebt…“ ,,Ist das ebenso okay für mich…“, ergänzte ich.  

,,Und wenn er keinen von uns liebt, ist das doch auch nicht so schlimm…“, sprach Julia weiter, ,,ich will nur nicht, dass ein Junge schuld daran ist, dass wir nicht mehr befreundet sind. Du bist mir wirklich wichtig…“. Ich staunte, wie nett Julia auf einmal wieder war. So war sie schon lange nicht mehr gewesen. Und wenn ich ehrlich war, wollte ich auch keinen Streit haben. ,,Du bist mir auch sehr wichtig…“, sprach ich schließlich. ,,Also wieder Freunde?“, fragte sie. ,,Wieder Freunde…“, flüsterte ich.  

 

Am Montag liefen wir zusammen zur Schule und entschuldigten uns bei Florian. ,,Ihr seid also wieder Freunde?“, bemerkte er. ,,Das sind wir!“, riefen wir gleichzeitig und grinsten uns gegenseitig an. ,,Na dann…“, er lächelte. Dann flüsterte er zu Julia: ,,Ach ja, da wäre noch was…“, beugte sich zu ihr runter und küsste sie. Sie erwiderte seinen Kuss und als Flo sprach: ,,Sorry, muss dann mal…“ und verschwand blickte sie ihm noch völlig aufgelöst und verträumt hinterher. Ich grinste sie an und freute mich für sie, war aber eigentlich gar nicht traurig oder eifersüchtig. Wir grinsten uns nochmals an und verschwanden in unsere Klasse… 

 

Ende 

 

Die Idee ist mir irgendwann im Religionsunterricht gekommen…;-) 

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Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Alltag, Nachdenkliches und Freundschaft gelistet.