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Das Tattoo - Der Dämon im Verborgenen

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8.12.2019 12:00
12 Ab 12 Jahren
Pausiert

Autorennotiz

Für meine Verhältnisse Kurzgeschichte ca.8/9 Kapitel.
Mein erster Versuch hier , wird also noch überarbeitet

6 Charaktere

Martin Robra

Martin Robra ist ein offener hilfsbereiter junger Theologe in der Gemeinde von Pfarrer Brauning. Er ist verheiratet mit Selina und ist eng mit ihrem Bruder Teiny Meat, einem Mechaniker befreundet. Die Gemeinde liebt ihn und sein unkonventionelles Auftreten, so dass er des öfteren die Sonntagspredigten führen darf. Doch ist er auch nicht frei von Fehlern, denn er hat ein Alkoholproblem, weshalb er desöfteren in Schwieigkeiten gerät.

Selina (Sally) Robra

Selina "Sally" Olby wurde 1929 geboren. Sie hat einen älteren Bruder, Victor, der von allen nur Teiny Meat genannt wird. Nach Kriegsende wird sie wie zuvor ihr Bruder von ihrem Onkel, der eine Fleischerei betreibt aufgenommen. Seit 1946 ist Selina als Erzieherin tätig und lernt hier auch Pfarrer Brauning und etwas später seinen Studenten Martin Robra kennen.

Pfarrer Enrico Brauning

Ziehvater von Martin Robra

Vic (Teiny Meat) Olbry

Bruder von Selina

Leonard Danoe

Leonard wurde von Pfarrer Amselm Marks im tiefsten Winter als Säugling in den Armen seiner Mutter am Weiher gefunden. Um nicht das selbe Schicksal wie sein Vater zu erleiden, bestand für ihn eine Art Vermittlungsverbot. So wurde Brauning zu seinem Ziehvater und er nahm sich raus auch regelmäßig die Nonnenschülerinnen zu ärgern. Er lernte viel von Amselm , auch sich um Menschen zu kümmern denen es nicht gut ging oder welche die körperlich behindert waren. Amselm gab ihn nicht auf bis er plötzlich und unerwartet verstarb.

Magaret

gehört zu den Kindern die die längste Zeit im Kinderheim leben, sie will mal Lehrerin werden und beschließt eines Tages sich nur zusammen mit Leonard adoptieren zu lassen. Amselm gewährt ihr den Wunsch
Zeitlinie der Episoden unabhängig vom Erscheinen oder Länge
1. Das Tattoo ⚤ ( Nebengeschichte / ca. 1953)
Status : in Arbeit
Hauptpersonen = Leonard , Martin Robra
Die Geschichte beginnt Anfang der fünfziger Jahre, als der junge Theologe Martin Robra einen Brief, mit dem letzten Willen, seines ehemaligen Mentors erhält und gebeten wird für kurze Zeit die Leitung eines Kinderheimes zu übernehmen, welches nach Ende des Krieges, auch Opfer der Zeit beherbergt....
2. Seewind ⚤( Nebengeschichte / ca. 1961- 64 )
Status : demnächst
Hauptpersonen = Die drei Musketiere 
Nach dem letzten heißen Sommertagen verfolgen die drei Freunde ihren gemeinsamen Traum.
3. Meine dunkle Seite ⚤ ( Nebengeschichte /ca. 1978/2005 )
Status : in Arbeit
Hauptperson = David
Dennis Romano meint es nur gut, doch Dennis Romanao stellt zu viele Fragen über die Vergangenheit. Eine dieser Fragen lautet : "Wer ist Annie Murdock?" Es entspinnt sich ein Netz aus Intriegen und Opfern, welches Leben kosten wird.
4. Gegen den Strom 1 - Riptide ⚤( Hauptgeschichte )
Status : abgeschlossen , beendet

Mädchen sind anders, denn Mädchen bringen Unglück…doch Christo kann den Vorurteilen seiner älteren Brüder nichts abgewinnen, denn sein bester Freund heißt Joanie und gehört jener Gattung an, die man auch als das unbekannte Wesen kennt. Tag um Tag verbringen die Nachbarskinder miteinander bis ein schweres Unglück die Idylle ein für alle Mal zerstört und das ist nur der Anfang…

5. Gegen den Strom 2 - Branding ⚤ ⚣ ( Hauptgeschichte )
Status : in Arbeit

Christo bricht mit seinem alten Leben und alten Vorsätzen. So bestimmen fortan kleinere Liebschaften sein Leben, die auch Ärger in seinem engsten Freundeskreis mit sich bringen. Als er aus seinem alten zu Hause auszieht und sich ein neues Domiziel sucht, scheint sein neuer Anfang besiegelt. Kurzer Hand beschließt er gemeinsam mit Amelie, bei einem Freund  ein zu ziehen. Plötzlich steht dessen Ex  in der Tür und die neuen Bekannten sind sie sich alles andere als grün…

6. Sonnenseite ( Nebengeschichte 2007)
Status : demnächst
Hauptperson = Tobias
Tobias zieht mit seiner kleinen Schwester Naddie, nach der Trennung seines Vaters, vorerst zu seinen Grosseltern und das inmitten des Schuljahrs. Auch wenn er es mehrfach versucht, fühlt er sich nicht zu Hause, da mann ihn in der Schule mobbt. Sein Grossvater sorgt dafür das er in einem Sportverein unter kommt, doch kann er nur wenig mit körperlicher Ertüchtigung anfangen, insbesondere als er hier auf seine Erzfeindin Kaya trifft. Seine Welt sind und bleiben die Bücher.  Kaya blamiert ihn vor der Trainingsgruppe und erkennt in ihm zu spät ihre alte Kindergartenliebe. Sie entschuldigte sich kleinlaut, was nicht mal ihr Bruder Philip so von ihr kennt. Durch Kaya Attacke ist es schwer für Tobias Anschluss zu finden , er will zurück in sein altes Leben, das Kaya wieder seine beste Freundin wird ändert auch nichts daran das er Heimweh hat.
7. Gegen den Strom 3 - Confrontation ⚤( Hauptgeschichte )
Status : demnächst
Christo kehrt von seinem Selbstfindungstrip zurück, das Amelie mit Jerome mittlerweile eine Beziehung führt trifft ihn hart, doch sie haben sich arrangiert und er schlägt mit einem neuen Job bei Laurent auf, umso überraschter als er dort auf seine alte Liebe trifft.
8. Ein Tag im September ( Nebeneschichte )
Status : demnächst
Hauptpersonen = Christo, David & Laurent
Christo geht mit Laurent und David auf einen Segelturn, an dessem Ende sich die Katastrophe offebart. Die Oberfächlichen Beziehungen zueinander sind nicht grundlos.
9. Vor 24 Stunden, ⚤⚣ ,(Nebengeschichte 2015)
Status : demnächst / Letzte der Sechs Nebengeschichten zu Riptide - Das Ende​
Hauptpersonen = Amelie, Tobias, Joanie, Laurent, Robin & Dennis
Amelie steht kurz vor ihrer Hochzeit. Doch dann verschwindet ihr Bruder Tobias  nach einem Streit mit seinem Vater und alles droht ins Wasser zu fallen. Ein Unglück jagd das Nächste und die Familie droht endgültig auseinander zu brechen. Gedanken und Gefühle sind immer schwer zu verstehen, was den Einen verletzt lässt den anderen unbekümmert und im Grunde folgt man nur dem Leben.
Robin : ...wollte ich das du aufhörst dich zu zerstören
Amelie : ...wollte ich dir sagen wie sehr ich dich liebe
Joanie : ...wollte ich dich nicht wiedersehen
Philip : ...wollte ich vergessen
Dennis : ...wollte ich sterben

und jetzt?...
Tobias : ...wird alles gut ?

 

 

Pfarrer Brauning war schon ein alter Mann, ein Mann des letzten Jahrhunderts wie er immer zu Betonen pflegte. Doch seine Gemeinde liebte ihn. Er hatte schon so manche Schwäche die das Alter so mit sich brachte, doch im Kopf war er noch genauso ein Jungspund, wie der junge Theologe der ihm nachfolgen sollte.

Martin Robra ihn hatte Brauning zu sich geholt, aufgebaut und während seiner Ausbildung begleitet und Martin war ihm dafür dankbar und doch war es eine andere Lehre welcher der junge Mann recht konservativ folgte. Als er sich seine Frau Selina verliebte, bat er sie schon nach kurzer Zeit seine Frau zu werden und sie sagte ja. Damit folgte sie seinem Leben mit welchem sie vorher kaum etwas zu tun hatte.

Martin half in seiner Gemeinde wo er konnte, wenn es etwas zu reparieren gab , war Martin der Erste der den Hammer schwang. Für Ältere übernahm er Wochenendeinkäufe oder für die Kinder die Sonntagsschule. Er war immer da, denn er war Pfarrer Braunings rechte Hand. Und dieser junge Mann hatte nur ein schweres Problem, er war dem Alkohol verfallen. Es gab Zeiten da hatte er sich im Griff, an anderen trank er was ihm unter die Finger kam, aber nur vom Besten. Brauning duldete es, obwohl er selbst bis auf sein abendliches Glas Wein abstinent lebte, erwartete Martin an jedem Morgen pünktlich bereit und seine Arbeit zu verrichtete. Selina fragte Martin nie nach dem Grund für seine Trunksucht, sie sah den Mensch dahinter und stand ihm bei wenn er es Mal wieder übertrieben hatte.

Der dicke braune Umschlag lag ganz oben auf einem Staplel von unbezahlten Rechnungen und Anträgen, als Brauning sich endlich der Beantwortung widmete, es war Ende des Monats und dieses Mal war er dran den Papierkram zu erledigen. Das Sigel des braunen Umschlags kannte er und er öffnete ihn.

Martin klopfte an an der Bürotür seines Mentors.

"Sie wollte mich sprechen Vater!" Noch in schwere Arbeitssachen gekleidet trat Martin ein.

"Setz dich!" Pfarrer Brauning beobachtete ihn erwartungsvoll. Seine Miene war nicht zu entziffern und Martin schwitzte um das was ihn erwarten würde.

"Hab ich etwas verbrochen?"

"Nein... ich hoffe doch nicht! ... Aber dein Verhalten lässt auf anderes schließen. Sei es drum. Ich habe dich wegen einer anderen Sache hergebeten und ich verstehe dich, wenn du es nicht machen möchtest, aber wir haben noch viel gut zu machen."

"Was ist geschehen!"

"Dieser Brief ist heute gekommen, er ist für dich? Eigendlich für uns beide, aber ..." Er überreichte ihm ein weisses Briefcuver.

"Für mich? Wer sollte mir schreiben!" Martin schien irritiert und er blickte auf den Absender, aber es stand nur ein Name darauf und das war nicht seiner. "Ist er von Vater Amselm?"

"Sieh nach!" Brauning saß ruhig in seinem Sessel und beobachtete Martin wie er den Brief las.

"Wann ist es passiert?" Er zeigte keine Regung.

"Die Beerdigung war vor ein paar Tagen... warum ich die Post erst heute bekommen habe ist mir ein Rätsel ... aber eines steht fest ... ich bin zu Alt um nach Lohmen zurück zu kehren, selbst wenn es nur für wenige Wochen sein sollte...."

"Deswegen haben sie mich gerufen? Ich ... Wir ... ich hab ihm versprochen nie zurück zu gehen."

"Wenn ich ein paar Jahre jünger wäre, aber ich kann nur schwerlich reisen, zudem vertrage ich die Luft da unten nicht ... und ich habe beschlossen dich als meinen Vertreter dort hin zu schicken bis ein vollwertiger Nachfolger gefunden ist... ein paar Wochen, wenn nicht sogar Monate kann es dauern..."

"... wenn ich nicht möchte ...", unterbrach Martin leicht verwirrt.

"... dann ist es deine Entscheidung ..."

"Es jetzt über zehn Jahre her, als Vater Amseln uns das letzte Mal besucht hat, ich dachte immer das sie der Erste sind der geht, so krank sie immer waren!"

"Nicht nur du Junge! Er ist zwanzig Jahre jünger als ich , lebt gesünder ..."

"... was erwarten sie von mir?"

"Ich gar nichts ... ich habe nur darüber nachgedacht ... und es deine Möglichkeit gebührend Abschied zu nehmen, nicht nur von unserem alten Freund!"

"Eigentlich habe ich abgeschlossen, mit allem, ich bin heute ein anderer Mensch!"

"Ich weis ... deswegen kannst du dich deiner Aufgabe stellen, du musst nicht ewig dort bleiben, nur ein paar Wochen!"

"Eben haben sie noch von Monaten gesprochen!"

"Es ist wie es ist! Der nächste Zug fährt Sonntagabend."

"Ich nehm noch einen?" Martin saß wie jeden Samstagabend in der Kneipe doch diesmal war etwas anders. Schwer lediert hatte er sich auf seinen Platz geschleppt und hing am Tresen.

"Du solltest aufhören, oder hast du vergessen was morgen für ein Tag ist!" Sein Schwager blickte ihn eindringlich an.

"Ach halt die Klappe Teiny! Kümmere dich um deinen Scheiß und lass mich in Ruhe. Noch einen Sally. Bitte!"

"Im Moment bist du mein Scheiß Bruder und mein Schwesterchen hier wird dir nicht einen Tropfen mehr ausschenken! Ich lass es nicht zu."

"Leck mich Teiny! Ich brauch jetzt was okay?"

"Wie bitte`?" Er griff Martin über den Tresen am Kragen und besah sich sein Gesicht und die blutende Nase.

"Leck... MICH... am Arsch Teiny!"

"Oh man jetzt geht´s wieder los!" Die anderen Gäste in der Bar nahmen Abstand.

"Teiny hör auf, bevor es noch schlimmer wird!" Sally ging dazwischen und stelte Martin ein Glas Wasser hin

"Ja, hör auf Teiny! Sally ich will was Trinken, was Richtiges."

"Was ist nur los mit dir du legst dich mit meinem Bruder an und du weist du kannst nur verlieren!"

"Ich wollte verlieren, um mich wieder zu spüren, wäre es so ein kleiner Gnom gewesen, ich hätte mich nicht gewährt! Nur um zu fühlen das ich da bin."

"Du siehst echt Scheiße aus Martin Robra!" Teiny zeigte auf den Barspiegel

"Teiny du hast mir die Nase gebrochen!"

"Beruhig dich und erzähl was los ist."

 "Vor dem Pfarrer in dir hat er hoffentlich morgen mehr Respekt!"

"Ich entschuldige mich bei ihm... aber nicht heute."

"Gut so..."

"und bei dir Sally"

"Martin?"

"Ich hab keine Wahl Teiny, ich muss nach Hause... Amselm ist gestorben!"

...Dies wird meine letzte Andacht in diesem Kreis sein, und ich hoffe ihr zeigt Verständnis und nehmt mich bei meiner Rückkehr mit offenen Armen auf. Auch bei meiner Familie will ich mich entschuldigen, aber diese Entscheidung können auch sie mir nicht abnehmen. Deshalb bitte ich auch darum ihnen Respekt zu erweisen und nicht irgendwelchen Spekulationen oder Hörensagen glauben zu schenken. Dafür Stehe ich ihnen gleich Rede und Antwort wenn sie es bedürfen...

Ein wenig einsam war es an dem abgelegenen Bahnhof schon, war es unüblich das der Zug am alten Güterbahnhof hielt. Martin bedankte sich nochmal mit einem Gruß beim Zugführer und machte sich dann auf dem Weg zu seinem neuen Auftrag. Sicher folgte er einem alten Pfad, vorbei an einem ausgedehnten Weiher an dem in der Ferne mehrere Kinder spielten. Kurz blieb Martin stehen und öffnete seinen Koffer. Darin befand sich ein frischer Blumenstraus gelb - orangener Gerbera und er legte sie am Uferrand ab. Kurz blieb er stehen und sprach ein stilles Gebet, bevor er sich wieder aufmachte.

Unbeobachtet war Martin an der Uferstelle nicht geblieben und zwei der Kinder folgten ihm neugierig und natürlich bemerkte er sie. Seine Schritte wurden langsamer und dann hatten ihn die Kinder eingeholt. Er drehte sich um und die Kinder erschracken, vor dem Mann im reinen Hemd mit dem schlot weissen Haaren.

"Warum verfolgt ihr mich!"

"Wer bist du?" Sein Gesicht war trotz der Ledierung jung, viel jünger als das der Schwestern die sie betreuten.

"Wer ich bin? Wer seid ihr?", wetterte er zurück.

"Ich bin Magaret und das ist Leo!", stocksteif standen sie vor ihm.

"Hallo ich bin Martin!" Er lächelte sie freundlich an und wuschelte dem Jungen durchs Haar.

"Hey, nichts durcheinander bringen, das sehen die Schwestern nicht gerne!" Magaret richtete alles wieder.

"Was ist mit deinem Gesicht passiert?" Leo schien neugierig auf den Fremden.

"Ich hab mir die Nase gebrochen!"

"Warum?" Wieder eine Frage die Martin nicht verstand und er lachte.

"Warum man sich die Nase bricht, sowas passiert eben?"

"Wer hat das getan?"

"Spielt keine Rolle, ist jedenfalls meine Schuld gewesen..."

"Willst du einen von uns haben?" , fragte Leo Martin forsch und brachte ihn wieder zum Schmunzeln.

"Sei still! Du wirst nie adoptiert! Dummie!"

"Warum nicht? Er ist ein Junge kann anpacken! Ist das nicht gefragt ?"

"Leo wollen alle, aber sie kriegen ihn nur mit mir hat Amselm gesagt, wenn dann musst du mich auch mitnehmen das das klar ist!"

"Tja dann sieht es so aus, das ihr beiden wohl noch eine Weile hier bleibt."

"Och Margie musst du immer dazwischen hauen!" Leo blickte sie böse an.

"Ihr zwei könnt mir doch sicher zeigen wo es zur Ordensleitung vom Heim geht?"

"Klar ich zeig ihnen den Weg! Komm Leo!" Er blickte zu ihr auf, sie schnappte sich seinen Arm und Magareth zog ihn hinter sich her. Natürlich wusste Martin wo es lang ging, aber einiges war verändert und er lies sich gerne von den Kindern führen. Amselm hatte Recht, die Beiden zu trennen wäre ein Verbrechen, dessen war sich Martin sicher.

"Guten Tag. Ich bin Schwester Hannah, Mutter Katharine ist noch in der Stadt unterwegs ... sie ist heute Abend zurück! Worum geht es?" Die Schwester saß vor einem Stapel Papiere.

"Vater Braunning schickt mich, man hatte ihm einen Brief zu kommen lassen, das er hier gebraucht wird. Ich soll für ein paar Wochen die Leitung übernehmen, bis alles weitere geklärt ist, auf Grund seiner Krankheit ist es ihm nicht möglich an zu reisen und ich wollte mich vorstellen, mein Name ist Martin Robra!"

"Sie sehen nicht aus als hätten sie vor länger zu bleiben?" Hannah besaß eine gute Auffassungsgabe.

"Nur so lange wie nötig! Meine Gemeinde braucht mich und schulde Vater Braunning noch einen Gefallen."

"Sie scheinen mir recht jung wenn ich das sagen darf, was bringt einen Mann dazu jemanden hier her zu schicken, der seine eigenen Probleme nicht im Griff hat?"

"Es war sein Wunsch und dem werde ich nachkommen und ich hoffe, das sie meine Arbeit überzeugt."

"Am besten sie nüchtern erst mal aus, ich gebe ihnen Bescheid, wenn die Mutter Oberin zurück ist!"

"Dann zeigen sie mir mein Zimmer!"

"Wir haben nicht viel Platz, sie bekommen Vater Amselms Zimmer!"

"Sie scheinen mir gegenüber etwas feindseilig wenn ich das bemerken darf!"

"Ich bin ehrlich und es wird an mir geschätzt das ich die Wahrheit sage. Was bringt es ihnen, wenn etwas beschönige?" Sie schloss die Bürotür.

Mehrer der Kinder liefen feigsend an Leonard vorbei der einen verkrüppelten Mann im Rollsthuhl durch den breiten Flur schob. Einer der älteren Jungen trat auf ihn ein. Mit Magaret an seiner Seite hätten sie es nie gewagt ihn so zu behandeln. Schwester Hannah identifizierte den Übeltäter und folgte ihm nach.

"William Danoé ! Komm sofort hier her!"

Doch die Kinder waren so aufgedreht und verspotteten die Schwestern und Leonard, liefen um ihn herum.

"Mary, Mary - Bloody Mary - liegt an einem Bächlein tot, ach Mary Mary welche Not!"

"Bist du in Ordnung!" Er half Leonard beim Aufstehen. Doch der kümmerte sich nur den Mann im Rollstuhl.

"Ja, ... sie haben seinen Stuhl beschädigt!"

"Du kümmerst dich um ihn!"

"Er ist mein Onkel Luis!" Martin blickte ihm in die Augen und Stille beherrschte den Moment. Als die Kinder wieder vorbei liefen.

"Mary ... Mary "

"Phi ... Phi ...Phi", keuchte Luis aufgeregt.

"Dein Onkel?" Martin schnappte den Übeltäter der Gruppe und zischte ihn mit einem bösen Blick an.

"Du bist jetzt still William Danoé!" Er war so überrascht das er starr vor Angst vor dem Fremden Mann war. "Entschuldige dich und dann ist alles wieder gut . Okay!"

"Entschuldigung Schwester Hannah!" William war kleinlaut.

"Entschuldige dich bei Leo!"

"Aber der ist ein Bastard?"

"Seid ihr das nicht alle, die ihr hier seid?" Martin spürte die Kälte die sich ausbreitete.

"Tut mir Leid Leo!"

"Gib ihm die Hand!" Er packte Williams Hand doch Leonard die Hand zu reichen, Leonard sah keinen Grund es anzunehmen und Martin lies los.

"Du kannst gehen!"

"Mary Mary - Bloody Mary! Leo ..."

"Phi...Phi...Phi

Die Worte ließen Leonards Augen ergrauen, es war nichts von dem da wie er ihm am Morgen kennengelernt hatte.

Wortlos schob er Luis mit dem kaputten Rollstuhl davon und wollte sich nicht mehr helfen lassen. Martin hatte ihn in eine Situation gebracht mit der er nicht zurecht kam.

Das Zimmer von Amselm besaß nur wenige persönliche Sachen, doch niemand hatte es gewagt sie in all der Zeit nach seinem Tod anzrühren. Ein Tisch mit bequemen Stuhl und darüber, was ihn verwunderte, ein katholisches Kreuz.

"Darf ich Fragen wie Vater Amselm verstorben ist? Es wurde in ihrem Brief nicht erwähnt." Er durchstreifte das Zimmer, dabei glitten seine Finger über den kleinen engen Eingangsflur , bis zur kleinen Bettnische.

"Keine Sorge nicht nicht seinem Bett passiert..." Schwester Hannah gehörte zu einer anderen Generation, sie hatte viel entbehren müssen.

"Das dachte ich auch nicht!"

"Er war zum Blaubeeren sammeln in den Wald gegangen, der Zug muss ihn erwischt haben, einen Abend später hat man ihn nur wenig entfernt von den Schienen im unteren Dorf gefunden!"

"Blaubeeren? Um den Kindern eine Freude zu machen..."

"Was soll daran so besonders sein?"

"Sie sind noch nicht lange hier in diesem Orden Schwester Hannah, oder? Nun bin ich ehrlich, sie haben einfach keine Ahnung, was Blaubeeren Kindern bedeuten können."

"Naja es sind erst drei Jahre ... und ich habe gelernt, was ausserhalb dieser Mauern geschiet, geht mich nichts an!"

Sie blickte ihn an.

"Wie sind sie hier her gekommen Schwester?"

"Ich bin hier weil ich hier gebraucht werde ... und ihm Grunde unterstütze ich Mutter Katharine, weil sie mich darum gebeten hat, sie ist oft krank und das Geschehene macht es nicht besser!"

"Wer hätte das gedacht ... da haben wir zwei doch etwas gemeinsam!" Er lächelte sie an und sie erwiederte seine Geste. "Wir wollen nur diesen Ort beschützen!"

"Mal sehen ob Mutter Kaharine sie früher empfängt!"

"Wo ist Amselm beerdigt? ... Ich würde ihn gerne heute Nachmittag die Ehre erweisen?"

"Neben der kleinen Kirche am See, sie haben doch Leonard kennengelernt, er kann sie bestimmt dort hinführen! Er ist es der die Grabstätten pflegt."

"Nein ... es ist nicht nötig! Ich denke ich weis wo ich seine Ruhestätte finde!"

"Dann sehen wir uns zum Nachmittag, es wartet viel Arbeit auf sie!"

Martin blickte aus dem Fenster, in Reih und Glied machten sich Kinder auf zur Armenküche im Dorf, hintendran die Brigarde der alten und schwachen Heimbewohner um ihrer einmaligen täglich warmen Mahlzeit bei zu wohnen.

Ohne die Kinder herrschte ein unsägliche gespenstige Stille in den Schlafräumen. Bett für Bett schritt er ab bis er zu einer kleinen Nische kam die durch ein Bettlaken von den anderen getrennt war. Ja ... hier gehörte jedem das, was auch dem anderen gehörte und doch schien dieses kleine Fleckchen anders zu sein. Dieses Bett in der Ecke, welches dem Kind zu stand, das am längsten im Heim wohnte, war Leonard´s Reich. Ein altes Foto welches vielleicht seine Mutter zeigte, klemmte unter dem Fensterbrett, auf denen Handgeschnitzte kleine Holz - und rosafarbene Quarzfiguren lagen, wie man sie für Schach benutzte. Daneben ein kleiner verschlissener lederner Einband mit losen Blättern und ebenfalls ein altes Foto was Amselm und seinen jüngeren gesünderen Brauning mit einer Schaar unbekannter Kinder zeigte.

Diese Luft in diesen Räumlichkeiten war alt und unverändert und so vertraut.

Martin bewegte sich keinen Zentimeter und starrte aus dem ermodrigen Fenster, welches mit alten Zeitngsbelagen abgedichtet worden war.

"Sie werden uns also die nächsten Wochen unterstützen?" Erklang eine weibliche Stimme von der Mitte des Raumes und riss den jungen Mann aus seinen Träumen.

"So gut ich kann?" Erstellte eine Figuren mit der seine Finger gespielt hatten zurück auf das Fensterbrett.

"Glauben sie nicht das es hier einfach wird!"

"Dessen bin mir bewußt! Ich werde auch nur bleiben solange es nötig ist. Aber es gibt eine Menge zu tun, der nächste Winter kommt all zu früh und bis dahin wollen wir sehen das alles geregelt ist." Er stand auf und als sich ihre Blicke trafen, zog die Frau geschockt die Hand zurück und trat zwei Schritte zurück, während er aufrecht still vor ihr blieb.

"Martin, heissen sie jetzt?"

"Ja, Martin Robra!"

"Sie führen ein anständiges Leben Martin Robra?" Der Schreckmoment legte sich und sie baute sich wieder Kerzengerade auf.

"Ich bin nur hier Mutter Oberin, weil Amselm es wollte ... Er war es der wollte das wir uns Treffen. Wenn es nach mir gegangen wäre, ich wäre nie zurück gekehrt. ... und nun finde ich hier den Grund vor vielleicht doch länger zu bleiben."

"Der Krüpplige bekommt nicht mit was um ihn herum geschieht ..."

"Ich rede nicht von Luis ... der ist mir egal, wie es mir ein Mensch nur sein kann."

"Sie sollten wieder gehen ... und wir finden einen anderen Weg."

"Ich kann nicht, ...hier muss sehr viel repariert und ausgebessert werden. ... vorallem unterm Dach bei den Schlafräumen, wenn das geschafft ist sehen wir weiter ... Mutter Oberin. Sie werden doch nicht ihre eigene Eitelkeit, vor das Gemeinwohl anderer stellen."

"Sie halten sich von ihm fern ... ebenso von Magareth, oder den anderen Mädchen und wenn sie mit ihrer Arbeit fertig sind verschwinden sie!"

"Jawohl. Ganz wie sie wünschen!" Er lächelte arrogant und starrte wieder aus dem Fenster.

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JoKas Profilbild JoKa

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Kapitel:3
Sätze:343
Wörter:3.648
Zeichen:21.426

Kurzbeschreibung

Die Geschichte beginnt Anfang der fünfziger Jahre, als der junge Theologe Martin Robra einen Brief, mit dem letzten Willen, seines ehemaligen Mentors erhält und gebeten wird für kurze Zeit die Leitung eines Kinderheimes zu übernehmen, welches nach Ende des Krieges, auch Opfer der Zeit beherbergt....

Kategorisierung

Diese Story wird neben Religion auch in den Genres Krieg, Freundschaft und Tragödie gelistet.

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