Autor
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Bewertung
Statistik
| Sätze: | 71 | |
| Wörter: | 1.255 | |
| Zeichen: | 7.290 |
Setting:
Shadowrun, Denver, Dezember 2064 (kurz nach dem Crash 2.0)
"In 10 Metern rechts in die Gasse, dann die 2. Tür links."
Seit dem ... Vorfall schien Moxie immer zu wissen, wo sie sich aufhielt, das war zwar etwas beängstigend, aber in der momentanen Situation sehr hilfreich. Moxie hatte einen Hilferuf an Lucky geschickt, da sie jemand verfolgt. Natürlich ist diese daraufhin gleich losgerannt.
Über den Nassen Boden schlittern, bog sie in die Gase ein und fand tatsächlich 2 Türen zu ihrer Linken. Kurz bevor sie die 2. erreichte, hörte sie, wie diese sich entriegelte. Schon vernahm sie einen Ruf
"Hab ich dich!"
Lucky gab noch einmal alles und schoss durch die Tür der Lagerhalle. Dort fand sie ihre Freundin, als diese gerade von einem, ihr unbekannten, Mann festgehalten wurde.
"Lass die Finger von ihr!"
Der Mann wandte sich ein bisschen überrascht zu ihr um, ohne Moxie loszulassen. Als er sie erblickte verstärkte sich seine Überraschung. Lucky war diesen Blick gewohnt, ihre Hasenmaske war selbst in dieser verrückten Stadt ein Blickfang.
Wegen diesem Blick wurde sie sich jedoch bewusst, dass das Display auf der Aussenseite ihrer Maske noch im Automatikmodus war und ihre Gesichtszüge mit einem Pixel-Gesicht kopierte. Schnell schaltete sie es mit einem mentalen Befehl um, auf ein Preset das bedrohlicher wirkte.
Der Mann fasste sich schnell wieder und erwiderte lediglich "Misch dich nicht ein."
Dabei zog er Moxie vor sich, damit Lucky nicht auf dumme Gedanken kam.
"Was willst du von ihr? Was hat sie dir getan?"
"Leute wie sie geben ein hübsches Kopfgeld."
Lucky wusste nicht weiter, sie konnte zwar gut rennen, aber sie sah keine Möglichkeit ihre Freundin zu befreien, also redete sie drauf los.
"Du brauchst sie leben, oder? Lass uns fair Kämpfen, ohne dass sie in der Schusslinie steht."
Anscheinend hatte sie genau das richtige gesagt, denn der Mann zeigte ein wölfisches Grinsen und schien mit sich selbst zu hadern.
Schliesslich fesselte er Moxie mit einem Kabelbinder an ein Rohr und ging dann gemütlich auf Lucky zu. Ihre Freude über die erkaufte Zeit verflog schnell, als ihr bewusst wurde, was sie sich da eingebrockt hatte. Es war offensichtlich, dass dieser Mann aus Spass auf die Jagd ging und viel Erfahrung hatte.
Er vollführte eine Geste und fasste sich an ein Amulett. Lucky erstarrte und ihr Herz, das ohnehin schon am Rasen war, schien noch wilder zu pochen.
Es war wieder wie bei dem Überfall und sie stand einfach nur da. Damals konnte sie sich erst wieder bewegen, nachdem sie mit einem Knüppel im Gesicht getroffen wurde. Zum Glück war ihre Maske so gut gepanzert, sonst wäre sie vielleicht nicht mehr am Leben.
Während der Mann immer näher kam, starrte sie ihn bloss an. Sein Grinsen schien stetig weiter zu wachsen. Ihr Blick fiel auf das Amulett, waren das Knochen? Er schien keine Waffen zu tragen, aber das beruhigte sie keines Wegs und schliesslich schaute sie ihm in die Augen. Kalte, erbarmungslose Augen, deren Aufmerksamkeit voll und ganz auf sie gerichtet war. Er kam immer näher und näher.
Wie aus weiter Ferne hörte sie einen Ruf, sie konnte die Worte nicht verstehen, aber sie erkannte die Stimme. Richtig, Moxie brauchte sie!
Endlich rührte sie sich und weil er schon so nahe gekommen war, konnte sie ihn während einem Sekundenbruchteil teilweise Umrunden. Nun war ihre Freundin nicht mehr in der Schusslinie. Noch in der gleichen Bewegung zog sie ihre Waffe. Zum Glück hatte sie dies, seit dem Kauf der Maschinenpistole, oft geübt.
Sobald die Waffe auf den Mann gerichtet war, drückte sie ab. Dieser reagiert unglaublich schnell und entkam den ersten paar Kugeln. Als der Rückstoss Lucky traf, fingen die Kugeln wild an zu fliegen und sie versuchte die Waffe wieder unter Kontrolle zu bringen. Wie durch ein Wunder traf eine der Kugeln den Mann, aber sie musste den Abzug loslassen, um wieder Zielen zu können.
Der Mann lies ein furchteinflössender Schrei hören, fast schon ein Heulen und Lucky zögerte, als sie etwas spürte. Die Luft schien sich aufzuladen und dann begann etwas in der Hand des Mannes zu knistern.
Instinktiv sprang sie zur Seite. Hätte es sich um eine Kugel gehandelt wäre sie mit einem Streiftreffer davongekommen, aber als der Zauber sie berührte, entlud er sich durch ihre Panzerung hindurch. Sie zuckte, als ihre Muskeln von dem Stromschlag getroffen wurde und sie konnte nur mit Mühe auf den Füssen bleiben. Das Display auf der Innenseite ihrer Maske begann zu flackern. Vor ihren Augen wurde es für einen kurzen Moment grell und sie schrie vor Schmerzen auf. Es dauerte etwa 2 Sekunden, bis sie sich fassen konnte und sie wusste, noch so ein Treffer würde sie nicht wegstecken können.
In seinem Zorn schien sich der Zauberer aber ein bisschen übernommen zu haben, denn als sie ihn wieder in den Blick fasste, konnte sie sehen, wie er frustriert seine Hand schüttelte. Auf dieser bildeten sich gerade Verbrennungen. Die letzten Reste des Zaubers verflogen und ihr Display fing sich wieder. Dadurch erinnerte sie sich an etwas wichtiges und mit einem Gedanken verband sie ihre Smartgun mit ihrer Maske. Gleich darauf fluteten Kampfanalysen ihr Sichtfeld.
Sie zielte erneut und drückte ab. Es kamen nur 6 Schuss. Ein Preset, welches ihr von Torik eingestellt wurde.
«Mehr als 6 Schuss kann ein Anfänger wie du eh nicht kontrollieren».
Und tatsächlich konnte sie den Rückstoss besser Handhaben. Allerdings reagierte der Zauberer noch scheinbar im gleichen Augenblick und entging der Salve. Konnte er etwa in die Zukunft sehen?
Während der Magier jetzt schnell auf sie zu kam, korrigierte Lucky die Schusslinie noch einmal und drückte wieder ab, diesmal mit einem Gedanken anstatt mit dem Abzug. Vielleicht hatte sie eine Schwachstelle in seinen Reflexen gefunden, denn er reagierte erst, als die erste Kugel abgefeuert wurde.
Diese eine Kugel traf ihn, dem Rest entging er wiederum. Aber dann war er vor Lucky und schlug ihr mit der blossen Faust direkt auf die Maske. Daran fühlte sich etwas seltsam an. Es war fast so, als hätte er durch ihre Maske hindurchgeschlagen und sie im Gesicht getroffen. Aber diese funktionierte immer noch einwandfrei, war das noch ein Zauber?
Sie taumelte zurück und verlor den Mann aus dem Blickfeld. Zum Glück war ihre Smartgun noch immer auf ihn gerichtet und das Display mit dem Feed der Waffenkamera zeigte ihn genau im Schussfeld.
Von einem Geistesblitz geführt aktivierte sie mental die Sicherung und drückte den Abzug.
Wie sie erwartet hatte, versuchte der Mann auszuweichen, aber wegen der Sicherung löste sich kein einziger Schuss. Dennoch kaufte dies ihr genug Zeit, um sich zu sammeln. Ohne auf die Prognosen ihres Smarlinks zu achten, führte sie ihre Waffe rein intuitiv und löste die Sperre. Sofort folgte eine Salve von 6 Schuss.
Sie hätte nicht sagen können, wie viele der Kugeln trafen, aber der Mann taumelte und rutschte schliesslich auf seinem eigenen Blut aus. Verzweifelt und röchelnd versuchte er aufzustehen, war aber zu schwach. Sie richtete die Waffe ein letztes Mal auf ihn und drückte ab.
Ihre Waffe klickte.
Sie versuchte nachzuladen, aber ihre Hände zitterten zu fest. Der Magier schien zum Glück keine Bedrohung mehr zu sein, also eilte sie zu ihrer Freundin und machte sich daran sie frei zu schneiden.
«Du blutest!»
«Das ist jetzt nicht wichtig, verschwinden wir schnell von hier.»
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