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Bunte Vielfalt

25
21.01.22 17:53
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
Homosexualität
In Arbeit
 

Ihr gebt mir ein Wort und ich schreibe ein Kapitel mit weniger als tausend Worten und baue dieses ein. Simple Worte, aber es können auch ausgefallene sein oder ein ganzer Satz, den ich einbauen muss.

Bisher habe ich Augenweide, honett, Schmerz, Baum, Bananenmüsli, Haarausfall, Bandana und ein Holztier, womit sich schon einiges schreiben lässt, aber noch nicht genug. Ihr seid also gefragt, könnt mich und meine kreative Ader unterstützen und hinterher bei Gefallen der Idee lesen, was ich mit eurem Wort verfasst habe.

Mittlerweile kamen dank einer lieben Freundin noch die Worte Gesundheit, Liebe, Treue, Leidenschaft und Vertrauen dazu und ich kann somit schon 13 kleine Geschichten schreiben.

Außerdem würde ich gerne endlich mal einen Text haben, der die 200 Kapitel erreicht und das könnten wir gemeinsam schaffen, wenn ihr mir fleißig Wörter nennt und mich in meinem Vorhaben unterstützt. Ich habe mir außerdem meine Jungs aus der funny Moments WG in Prag dazugeholt, man muss sie aber nicht kennen, da es Namen sind und ich knapp auf ihre Äußerlichkeiten eingehe. Hier kann es also gay zugehen, aber auch normal, lustig oder auch mal traurig. Es hängt sehr von den Worten ab.

Zu vielen Worten sind mir ganz spontan schon süße Ideen eingefallen, aber auch lustige und schmerzhafte. Ich denke, ich kann das Buch hier gut mit Kapiteln füllen und ihr braucht nicht ellenlang die Geduld oder Angst zu haben, dass ich Monate für ein Kapitel brauche.

 

1. Augenweide ✔
2. honett ✔
3. Autor ✔
4. Schmerz ✔
5. Baum ✔
6. Bananenmüsli ✔
7. Gesundheit ✔
8. sterben ✔

 

7. Haarausfall
8. Bandana
9. Holztier
11. pikiert
12. Liebe
13. Treue
14. Leidenschaft
15. Vertrauen
16. Egoistisch
17. mutig
18. tollkühn
19. liebend
21. idiotisch
22. kaltherzig
23. Heimweh
24. Schuld
25. unsterblich
26. mysteriös
27. magisch
28. bedeutend
29. Angst
30. Tatort
31. Unfall
32. orientalisch
33. Zirkus
34. mickrig
35. listig
36. halbherzig
37. verschlossen
38. tief
39. spät
40. nostalgisch
41. neurotisch
42. hyperaktiv
43. Schule
44. Gesang
45. hypnotisch
46. sterblich
47. missverstanden
48. unordentlich
49. katastrophal
50. verstorben
51. Erbe
52. hinterhältig
53. beliebt
54. Schatten
55. Zeit
56. Verantwortung
57. positiv
58. sexistisch
59. Wald
60. Nacht
61. weit weg
62. unkontrollierbar
63. offensichtlich
64. zielstrebig
65. verdächtig
66. langfristig
67. verschollen
68. Alltag
69. Tod
70. reich
71. idealistisch
72. betont
73. Geburt
74. Kraft
75. Leugnung
76. operativ
77. Tarnung
78. Abschaum
79. Warnung
80. Quelle
81. jung
82. alt
83. reisen
84. arbeiten
85. hinrichten
86. herzig
87. Geschwister
88. umwandeln
89. aphoristisch
90. Eisenbahnscheinbewegung
91. Leere
92. Weltall
93. Ruhe
94. Schock
95. Überleben
96. Glück
97. Irre
98. Ordnung
99. Konflikt
100. Dekoration
101. Zucht
102. Umräumen
103. Nahtoderfahrung
104. Ablenkung
105. Alberei
106. Traum
107. Wut
108. Konstruktivismus
109. Parallelen
110. Spaß
111. Gefühle
112. Nähe
113. Kulturpessimist



Nochmal ganz lieben Dank für diese Auswahl und damit ihr nicht zu lange warten müsst, werde ich mich jetzt gleich an das erste Wort vagen und eine kleine nette Geschichte schreiben. Wie gesagt es werden immer nur bis zu 1000 Wörter und das sollte machbar sein. Nun ganz viel Spaß beim Lesen oder mitmachen.

 

 

Eine Tasse Tee würde ihr guttun, von innen wärmen und die nebligen Gedanken vertreiben. Vielleicht auch gleich noch ganz andere Dinge, aber das Leben war kein Wunschkonzert und schon gar kein Ponyhof. Lea seufzte leise, nahm die rote Tasse und setzte sich zurück an ihren Schreibtisch. Sie wollte unbedingt noch heute das Kapitel fertigstellen und mindestens ein Weiteres beginnen. So der Plan für den heutigen Tag, der nicht nur grau und trist war, sondern auch nass und kalt.

Keine besonders gute Kombination, jetzt den Teufel schon an die Wand malen war jedoch keine Option und hielt sie nur davon ab, weitere Zeilen verfassen zu wollen. Lea stellte ihre Gesundheit öfter zurück, quälte sich mit Kopfschmerzen durch Textpassagen und wunderte sich am nächsten Tag, was sie für einen Mist zusammengeschrieben hatte. Retten konnte sie nichts davon, musste es löschen oder ganz umschreiben, damit es zum Rest passte.

Lea hatte sich heute jedoch vorbereitet. Sie trank nicht nur Tee und gönnte sich Pausen, neben ihr lagen auch Kopfschmerztabletten. Nur für den Notfall, der bei diesem Wetter sehr schnell bittere Realität werden konnte. 

 

 

"Müsst ihr wieder rangeln?" Lea sah scharf zu ihren Kollegen herüber, ehe sie sich mit dem Kopf schüttelnd wieder ihrem Worddokument widmete und an ihrer Geschichte schrieb.

"Nimm mal den Stock aus dem Arsch", grinste Tony gelassen, wich aber schon gekonnt dem Kugelschreiber aus, den er beinahe an den Kopf geworfen bekam.

"Sei nicht so frech", grummelte Lea hinter ihrem Laptop, doch wirklich böse war sie nicht. Sie kannte Tony, dazu seine freche Art, die er gerne und oft zum Besten gab und damit gut ablenken konnte. Sie ließ es also bleiben sich gespielt mit ihm anzulegen, tippte lieber ihre Story weiter und doch sah sie immer wieder mal auf, wenn es ihr zu laut wurde.

Wie sollte man da einen Roman verfassen? Dazu einen, der am Ende erotisch klingen sollte. Lea grummelte erneut und sah Tony strenger an. "Seid bitte etwas leiser, ich muss hier endlich fertig werden und euer Krach hilft mir da nicht weiter."

Frech wurde ihr die Zunge herausgestreckt und dieses Mal traf Lea ihn mitten ins Gesicht. Kein Kugelschreiber wurde genutzt, dafür aber eine Packung verschlossener Kekse, die sie auf dem Tisch liegen hatte.

Der Schmerz war stechend, hatte es Tony direkt auf die Nase getroffen und die Tränen in die Augen getrieben. Er heulte wie ein Wolf auf und hielt sich die Stelle, von der es pochend ausging. "Das war fies", maulte er in Leas Richtung.

"Ach wirklich? Habe ich dich nicht gewarnt?", wollte sie mit honigsüßer Stimme wissen, rückte ihre Brille und tippte weiter, als sei nichts gewesen.

Tony sah sie jedoch minutenlang an, dann erst stand er mürrisch auf, schritt an ihr vorbei und holte sich ein Kühlpack für seine schmerzende Nase.

Tony sah sie jedoch minutenlang an, dann erst stand er mürrisch auf, schritt an ihr vorbei und holte sich ein Kühlpack für seine schmerzende Nase

 

Lea saß nun schon seit Stunden vor ihrem PC und nichts hatte sich getan. Das Dokument war leer, nicht ein Buchstabe war zu sehen. Frustriert, erhob sich das brünette Mädchen, nahm ihre Tasse vom Schreibtisch und schritt langsam in Richtung Küche.

Vielleicht kurbelte ein frischer Kaffee an, holte den Ideenreichtum zurück und eventuell küsste sie die Muse zuckersüß auf ihre schmalen Lippen. Lea lächelte beim Betreten der großzügigen Wohnküche und steuerte zielstrebig die Kaffeemaschine an. Wie zu erwarten frisch gekochter Kaffee, der herrlich duftete und hoffentlich den Nebel in ihrem Kopf vertreiben konnte.

„Na, kommst du voran?"

Lea drehte sich um, blickte ihren Kollegen an und schüttelte den Kopf. „Mein Dokument ist seit Stunden leer und ich habe nichts geschafft." Geknickt setzte sie sich an den Tisch, direkt gegenüber von Rhys, der sie aus blauen Augen besorgt ansah.

Nachdenklich fuhr er sich über seinen markanten Dreitagebart und schien zu überlegen. „Du weißt, dass du ein großartiger Autor bist? Dein Kopf ist voll mit Ideen und doch gönnst du dir keine Pause. Entspann dich, mach dich frei und lass es für heute gut sein."

„Ich kann nicht. Ich hab feste Abgabetermine und das solltest du wissen", erwiderte sie ernst, ehe sie ihre Tasse ansetzte und den ersten Schluck trank.


„Dann mach eine kleine Pause oder baue den Alltag mit ein. Lass deine eigene Fantasie spielen." Rhys zwinkerte Lea aufmunternd zu, erhob sich von seinem Platz und ließ seine Kollegin zurück.

Geistesabwesend schloss Lea einen Moment ihre grünen Augen, kehrte in sich und versuchte ihre eigene Fantasie, ihre Wünsche und Träume spielen zu lassen. Wie zu erwarte passierte gar nichts, der Kopf blieb leer und kein Film entstand in ihrem Inneren.

Ein Autor funktionierte nicht auf Knopfdruck, schon gar nicht, wenn man sich zwang und dem Kopf keine Ruhe gönnte. Lea seufzte, stand auf und holte sich einen weiteren Kaffee. Plötzlich spürte sie dicht hinter sich einen Körper, der sich an ihren schmiegte. „Sorry, ich brauch nur ne Tasse. Lass dich nicht stören."

Verwirrt darüber blinzelte Lea. Die kurze Berührung hatte ihr Blut in Wallung gebracht, einen Orkan ausgelöst, der den dichten Nebel in ihrem Kopf buchstäblich davon gefegt und diesen befreit hatte. Da war ihre Inspiration, ihre Idee für eine neue, aufregende und prickelnde Kurzgeschichte.

Lea lächelte vor sich hin, schnappte sich ihre Tasse Kaffee und verschanzte sich hastig in ihrem Büro, um ihre neue Kurzgeschichte zu verfassen.

Lea lächelte vor sich hin, schnappte sich ihre Tasse Kaffee und verschanzte sich hastig in ihrem Büro, um ihre neue Kurzgeschichte zu verfassen

 

Große, blaue Augen sahen auf, dann wieder auf das kleine Holztier, welches begeistert angeluscht und angegrabbelt wurde. Entzückt brabbelte die kleine Alice dabei und ließ sich von dem leisen Kichern ihrer Mutter nicht stören.
Das neue Spielzeug war spannender, musste untersucht werden und darauf getestet, ob es etwas aushielt.
"Die Kuh scheint ihr zu gefallen", lächelte Lena und blickte verliebt das Kleinkind an, was sehr damit beschäftigt war, dieser am Schwanz zu ziehen. Zum Glück undenklich, war dieser aus feiner Wolle, das Holz geschliffen und kinderfreundlich bemalt.
"Holztiere mag doch jedes Kind", erwiderte Jitka, blies ihre Wangen auf und scherzte mit Alice. Alice empfand die dicken Pluster-Wangen als lustig, grapschte nach diesen und ließ dabei ihre Kuh fallen.

Mit einem deutlich hörbarem Plumps schlug die kleine Kuh auf dem Boden auf. Alice zuckte zusammen, ihre Unterlippe bebte, schob sich vor und die Augen kniffen zusammen. Weinend wurde der Verlust der kleinen Kuh laut bekundet, herzzerreißend schrie Alice und beruhigte sich erst wieder, nachdem Lena das Holztier aufhob und ihr übergab.
Schniefend vergewisserte sich Alice, dass es der Kuh gutging, dann wurde sie wieder in den Mund genommen und zufrieden untersucht.

"Sie liebt ihre Kuh", stellte Lena schmunzelnd fest und auch Jitka bestätigte dies mit einem Nicken. "Ich hatte als Kind ein Pferd aus Holz."
"Schaukelpferd?"
"Nein, auch so klein wie Alice ihre Kuh", erzählte sie und passte auf, dass diese nicht wieder fiel und ihre Tochter zum Weinen brachte.

Lena lächelte, wusste aber selber nicht, ob sie als kleines Kind auch ein Holztier hatte. Sie war nahe an der Grenze zum Osten aufgewachsen, kam mehr in den Genuss von Blechspielzeug und erinnerte sich eher an einen Vogel, den man aufziehen konnte. Ebenso an ein Kuscheltier, welches rosa war, einem Nilpferd ähnelte und doch ein Drache war. Lena lächelte, erinnerte sich an ihre Kindheit zurück und als sie Alice mit den traurigen Augen sah, kamen ihr die Bilder weinender Kinder in den Sinn.
Schnell zog sie eine Grimasse, brachte sie zum Lachen und ebenso steckte sie ihre Mutter damit an.
"Pass gut auf deine kleine Kuh auf, Prinzessin", murmelte Lena. "Lass sie dir nicht wegnehmen und sag deiner Mama, dass man Dinge auch reparieren kann."

 

Gähnend hob der schwarze Labrador den Kopf, streckte alle vier Pfoten von sich und gemächlich erhob sich das Tier. Kurz schüttelte er sich noch, dann tappte er langsam durch das Haus. Erst in die Küche, dann ins Wohnzimmer. Mit der Rute wedelnd setzte sich der Hund vor die Couch und schmuste sich mit seinem Kopf an Lea an. Treue Hundeaugen blicken sie an. "Sorry Bingo, aber ich hab zu tun", entschuldigte sich die brünette Frau, ehe sie den Hund von sich schob, aufstand und sich mit ihrem Laptop in die Küche verzog.

Zurück blieb Bingo, der ihr leise winselnd hinterhersah und traurig sein Kauspielzeug mit der Nase vor sich herschob. Wirklich Lust zu spielen hatte er nicht, er wollte kuscheln, gestreichelt werden und Aufmerksamkeit haben. Bingo tappte erneut in die Küche, sah zu Lea, wandte sich dann aber ab und setzte seinen Weg fort zum Büro.

Da saß sein Herrchen am Computer, arbeitete und doch wollte Bingo Liebe und Streicheleinheiten. Freudig tappte er daher ins Büro, setzte sich unter den Schreibtisch und legte seinen Kopf auf Jacks Beinen ab.Zufrieden schlossen sich die Hundeaugen, als sich eine warme, bekannte Hand auf seinen Kopf legte und kurzzeitig darüber streichelten. Dann war sie wieder weg und verwirrt öffnete der Labrador die Augen.

War das alles, sonst gab es viel mehr Streicheleien und die forderte Bingo heute genauso in, wie sonst auch. Laut winselnd sprang er Jack auf den Schoß, legte seine Pfoten auf dessen Schultern und begann ihn von oben bis unten abzuschlabbern.
"Bingo, hör auf", knurrte Jack und versuchte sein Kuschelmonster von einem Hund von sich zu schieben.
 

Sein Hund aber gab so schnell nicht auf, leckte weiter freudig über sein Gesicht und ließ sein Winseln lauter werden. "Bingo, ich arbeite", versuchte Jack es nochmal, doch sein Hund forderte weiterhin ein, dass er gestreichelt werden wollte.

Ein letztes Mal schleckte er durch das Gesicht des Dunkelblonden und diesem riss der Geduldsfaden. "Blöde Töle, ich muss arbeiten." Bingo winselte, doch Jack war noch nicht fertig. "Außerdem sitzt du mit deinem dicken Hundearsch auf meinem Sack!"
Draußen auf dem Hof hörte man Gelächter, darunter auch Jacks Lebensgefährte, der sich vor Lachen bereits den Bauch hielt.

 

 

„Wo sind meine Eier? Ich wollte Rührei", beschwerte sich der großgewachsene Mann, der soeben die Küche betreten hatte.

Jerome rollte genervt mit den Augen und sah seinen Freund entsprechend an. „Du kannst nicht jeden Tag Eier zum Frühstück essen. Auf Dauer ist das ungesund und bevor du dich beschwerst, solltest du wenigstens probieren."

Helmut wirkte wenig begeistert. Er lief einige Male um den Küchentisch herum und betrachte aus misstrauisch wirkend braunen Augen das Frühstück. Wirklich glücklich sah er nicht aus, setzte sich jedoch endlich zu den anderen Jungs und nahm sich eine Schüssel von dem Bananenmüsli.

„Iss. Ist lecker", ermutigte der Jüngste in der WG, schob sich einen weiteren Löffel von seinem Müsli in den Mund rein und störte sich nicht weiter daran, wie sein Gegenüber das Gesicht verzog und nur widerwillig zum Besteck griff.

In Zeitlupe tauchte er den Suppenlöffel in die Schüssel und führte ihn ebenso langsam in Richtung Mund. Es kostete ihn Überwindung und bevor der Löffel ganz im Mund verschwand, schnellte seine Zunge hervor und stippte diesen an.

„Und?", fragte der blonde Lockenkopf an seinen Freund gewandt.

„Keine Ahnung. Ich hab noch nicht gegessen", brummelte er Jerome von der Seite an, schob sich endlich das Bananenmüsli in den Mund und fing an zu kauen.

Zuerst schmeckte er Banane, dann die Flocken, die sich wie Brei in seinem Mund sammelten und das Schlucken erschwerten. Nicht ganz sein Fall, aber es schmeckte. Helmut schob sich noch einen Löffel in den Mund, dann noch einen und schließlich war seine Schüssel leer.

„Gibt es Nachschlag oder muss ich mir doch Eier machen?"

Jerome grinste, stand auf und stellte seinem Freund eine weitere Schüssel auf den Tisch, die dankend angenommen wurde.

 

 

Bingo war ungehalten, tobte laut bellend durch den Wald und rannte immer wieder zu seinem Herrchen zurück, nur um ihn einen Stock vor die Füße zu legen. Das ging eine ganze Weile, dann sprang der schwarze Labrador an ihm hoch, wedelte mit der Rute und wollte gestreichelt werden. Er forderte viel, bekam es durchgesetzt und widerstehen konnte man dem schwarzen Hund ohnehin nur schwer.

Jack kam dem also gerne nach, streichelte seinem Labrador über den Kopf und blickte in seine braunen, treuen Augen, die ihm entgegensahen. Sechs Jahre gingen sie jetzt schon durch dick und dünn, hatten so manches Abenteuer erlebt und doch überraschte ihn sein Hund immer wieder neu.

Heute sollte es wieder so weit sein, er sah es ihm irgendwie an und als Bingo erneut davonrannte, folgte er langsam bis hin zu einer Lichtung. Schnüffelnd schob sich die schwarze Hundenase über den Waldboden, die Pfoten gruben und buddelten, als hätte er etwas Interessantes entdeckt. Ein Bellen, die Nase ruckte hoch, der Kopf drehte sich und freudig blickte Bingo dem dunkelblonden Mann entgegen.

"Hast du wieder ne Maus gefunden?", schmunzelte Jack, während er angesprungen wurde. "Dann zeig doch mal." Bingo rannte jedoch weg, blieb immer mal wieder stehen und sauste zu einem der riesigen Bäume. "Ach spielen wir jetzt fangen, ja?" Er lachte auf, rannte seinem Hund jedoch nach, der sich bereits aufmachte und hinter einem der Bäume hervorguckte. Bingo wollte spielen, sich verstecken, fangen lassen und immer wieder brachte er Jack ein Stöckchen als Zeichen seiner Verspieltheit.

"Noch einer? Ich kann bald einen Laden aufmachen." Den Stock nahm er dennoch an und sah Bingo nach, der schon zwei zusammengewachsene Bäume ansteuerte und hinter diesen verschwand. Dann tauchte er zwischen ihnen auf, bellte laut und sah ihn auffordernd an. "Bingo ernsthaft? Du willst den Baum hoch? Wer bist du? Ein Eichhörnchen oder ein Hund?" Bingo bellte abermals. "Ist ja gut, ich komme ja schon." Jack rannte locker die letzten Meter zu seinem Hund, der ihn vom Baum aus ansprang, niederriss und quer das Gesicht ableckte.

 

 

Bevor es mit der neusten Kurzgeschichte losgeht, möchte ich anmerken, dass das genutzte Wort kaum noch jemand kennt und es mir daher ein besonderes Anliegen ist, darüber zu schreiben und ich danke ganz lieb der edlen Spenderin dieses alten Wortes.

Außerdem geht die Story heute ein wenig in die pornöse Richtung, wer das nicht mag, der sollte überspringen. Wobei es auch immer mal wieder vorkommen kann, dass einzelne Kapitel erotisch bis prickelnd sein können. Nun aber viel Spaß mit dem Kapitel und dem wundervollen Wort honett.

 

⚜⚜⚜⚜⚜



 

Freitag Abend und wie so oft ließ das Programm im Fernsehen zu wünschen übrig und entsprach nicht dem, was man anschauen wollte.

"Netflix?", fragte der Jüngste in die Runde, doch auch da schüttelte man den Kopf und war sich einig, dass man schon alles gesehen hatte.

"Lea will nur wieder zum hundertsten Mal Vikings gucken und so langsam kann ich das nicht mehr sehen", maulte Jamie, der es sich neben seinem Freund Kieran gemütlich machte und schmollend auf den Fernseher blickte.

"Bor nicht schon wieder Mord und Totschlag und das Gesabber wegen ein paar Typen", murrte der dunkelblonde Jack und kassierte dafür einen Seitenhieb von seinem Sitznachbarn. "Du bist nur anfressen, dass Basti diesen Evan heiß findet."

"Stimmt doch gar nicht", verteidigte er sich.

"Evan ist ein Arschloch. Ubbe ist sexy und er ist voll nett", mischte Lea sich ein und hatte diesen verträumten Blick drauf. 

"Geht das wieder los", stöhnte Kevin genervt und wich dem Kissen aus, was Lea nach ihm warf. "Du guckst die Serie nicht mal, also halt den Mund."

"Hat er auch nicht wirklich was verpasst. The last Kingdom ist eh viel besser", grinste Helmut gelassen und kassierte empörte Blicke aus allen Richtungen.

"Verräter", zischte sein Freund, griff in die Chipstüte und schob sich eine besonders große Kartoffelscheibe in den Mund. Helmut äffte kurz den blonden Lockenkopf nach und erhob sich schließlich. "Wie sieht es mit Porno aus?"

"Keinen, wo ich drin zu sehen bin!", erklang es von beinahe allen Seiten und das so schnell, dass Lea verwirrt in die Runde sah. "Ihr wollt Porno gucken? Euer Ernst? Hallo, ich bin auch noch da!"

"Stell dich halt an", stöhnte Jack gespielt und grinste breit. "Du schaust dir die den halben Tag lang an und jetzt bist du so honett. Das passt so gar nicht zu dir, liebste Lea."

"Honett?", wiederholte sie. "Jacko, woher nimmst du immer solch gewandte Worte her? Dein Wortschatz beschränkt sich doch meist auf die primitive Sprache und alles dreht sich bei dir nur ums ficken."

Gelächter ertönte, brachte den sonst so kecken Jack zum Schweigen und Lea dazu, noch breiter zu grinsen. "Honett bin ich ganz sicher nicht und jetzt ... "Sie drehte sich zu Helmut, der am TV-Gerät stand und scheinbar auf irgendwas wartete. "Schmeiß Justin und Benoit rein. Ich will es alles andere als honett."

 

 

Noch nicht ganz wach, dafür aber mit einer Tasse Kaffee in der Hand, schlenderte Lea raus auf die Terrasse und setzte sich auf eine der breiten Sonnenliegen. Tief atmete sie durch, führte den schwarzen Muntermacher zu ihren Lippen und nahm einen Schluck. Sofort fühlte sie sich besser, wacher und griff zu ihrem Handy, welches sie zuvor neben sich gelegt hatte.

Lea nahm einen weiteren Schluck Kaffee, öffnete die App Instagram und scrollte durch die ersten Bilder. Hier und da ein Selfie, andere teilten ihren Fortschritt an geschriebenen Büchern und dann gab es noch jene, die massig Storys hochluden. Bastians Kaffeebild bekam gleich ein Like, ebenso einen lieben Kommentar.

Dann aber packte Lea die Neugier und sie sah sich einige Instastorys an. An einer blieb sie länger hängen, sah sie sich nochmals an und fast flog das Handy wenige Sekunden später fast an die Wand. "Dieses verdammte Miststück", fauchte Lea leise, schmiss ihr Handy neben sich auf die Liege und griff stattdessen zur Zigarette.

Erstmal musste sie das Gesehene verdauen, sich beruhigen und wenn es passte, dann würde sie entsprechend reagieren. Wie lange war ihr diese Augenweide jetzt schon ein Dorn im Auge? Tage, Wochen oder doch schon Monate? Wobei Augenweide nicht ganz passte, sondern eher Pferdegebiss oder dumme Trulle. Weder hübsch war sie, noch hatte sie irgendwas im Kopf, außer Tanzen und mit dem Arsch wackeln. Mit solchen Qualitäten reichte es scheinbar nur für Instagram.

Gehässige Denkweise, aber Lea hatte dieses Mädchen gefressen, vor wenigen Tagen erst richtig kennengelernt und musste zugegeben: Sie war nicht die hellste Kerze auf der Torte. Der Ansicht war sogar Pip und er galt auch als ziemlich daneben. Jedoch war er Lea nun um einiges sympathischer und in ihm hatte sie eine freche Lästerschwester gefunden. Vergessen war der Unmut gegen seine Person, die einige Zeit als gar nicht tragbar galt.

Ob sie ihm schreiben sollte? Lea überlegte hin und her, ehe ihr einfiel, dass er gar kein Instagram hatte. Mist, verdammter. Dabei hätte sie ihm gerne das schön fotografierte Waschbecken gezeigt, das dümmlich grinsende Pferdegebiss der stolzen Fotografin und der nette Versuch, ihre Hühnerbeine noch drahtiger zu machen. Eine solche Augenweide durfte keineswegs verbogen bleiben. Auch Pip nicht.

 Auch Pip nicht

 

Diese Kurzgeschichte war eigentlich für einen Award gedacht. Allerdings findet dieser nicht statt und ich wollte nur ungern diese Story verwerfen und lade sie nun als Oneshot hoch.

Ich hatte in meinem Tagebuch schon angemerkt, dass ich einige Kurzgeschichten schreiben werde und diese hier ist die erste von vielen, die ich geplant habe.

Das Motto des Awards war Winter und es gab einige Vorschläge und doch war ich der Meinung, dass ich ganz ohne Vorlage schreiben und arbeiten kann.

Ihr dürft die Geschichte demnach subjektiv betrachten, kommentieren und gerne Hilfestellung geben.

Kritik bin ich nicht abgeneigt, sofern sie sachlich ist und der Ton nicht querschießt.

⚜⚜⚜⚜⚜⚜⚜⚜⚜⚜⚜⚜

 

Unnachgiebig leckte etwas über sein Gesicht und riss Benoit aus dem Schlaf. Müde öffnete er seine Lider und blickte in die treuen Augen eines kleinen Welpen, der freudig auf seinem Bett herumtollte.

"Mimi", stöhnte er leise und fuhr sich durch seine dunkelblonden Haare und doch hörte der kleine Schäferhund nicht auf, sondern stupste ihn so lange an, bis sich Benoit aus den Federn schwang.

"Was ist denn nur los mit dir?", murmelte er, streckte sich und roch den Duft von frischem Kaffee.

Justin musste also bereits wach sein, hatte sich frech aus dem gemeinsamen Bett geschlichen und war aufgestanden. Aber wo war er?

Benoit schritt langsam in Richtung Küche, doch außer Kaffee und frischen Brötchen fand er nichts. Komisch, dabei liebte Justin es doch gemeinsam zu frühstücken. "Du weißt nicht, wo er ist, oder?"

Mimi sah mit ihren braunen Augen zwar auf, doch sie machte nicht den Anschein, als würde sie irgendwas wissen.

Benoit seufzte, er fuhr sich durch sein kurzgeschnittenes Haar, was schon eine Macke von ihm war und überlegte, wohin sich sein frecher Freund hingeschlichen hatte. So ohne Kaffee dachte es sich schwer und daher goss er sich eine Tasse von dem Muntermacher ein, führte diese an seine Lippen und sah nachdenklich nach draußen in den Garten.

Mimi tat es ihm gleich, legte den Kopf schief und drückte ihre Nase neugierig an die kalte Fensterscheibe. Plötzlich bellte sie, wedelte mit dem Schwanz und wirkte ziemlich aufgeregt.

"Du willst raus", merkte Benoit überrascht an, stellte seine Tasse auf dem Fenstersims ab und nahm den Welpen auf den Arm. "Lass mich nur rasch etwas anziehen, dann gehen wir raus und du lernst deinen ersten Schnee kennen."

Nur leider ohne Justin, dachte er sich und sah bedrückt nochmals nach draußen, ehe er sich ganz abwandte und zurück ins Schlafzimmer ging, um sich anzuziehen.

Mimi wurde zuvor auf das Bett gesetzt, tobte freudig in den Laken und sah dennoch immer wieder zu Benoit, der sich endlich nach geraumer Zeit die Schuhe anzog und zusätzlich nach einem warmen Schal griff. "Na komm, gehen wir nach draußen", lächelte er schwach und konnte gar nicht so schnell gucken, wie der Welpe aus dem Bett sprang, an ihm vorbeirauschte und freudig bellend vor der Tür wartete.

"Ist gut, Mimi", lachte Benoit, folgte ihr, nahm seine Schüssel und seine Jacke und da fiel ihm auf, dass Justins Jacke fehlte und ebenso die Autoschüssel.

Er musste also unterwegs sein, aber wo war er hin? Benoit hatte keinen blassen Schimmer, dennoch freute er sich mit Mimi herauszugehen und im Schnee zu spielen.

Der erste Schnee war besonders, auch für einen Welpen.

Benoit erinnerte sich. Erinnerte sich daran, wie Justin und er gemeinsam ihren ersten Schnee erlebt hatten und es sich nicht nehmen ließen, Schneeengel zu machen.

Eine schöne Erinnerung, ebenso die Fahrt mit dem Schlitten und ...

Benoit sah runter zu Mimi, die an der Tür kratzte, winselte und endlich nach draußen wollte.

"Ist ja gut", lachte er, steckte den Schlüssel in die Jackentasche und öffnete die Tür.

Freudig bellend sauste der kleine Welpe nach draußen, steckte die Nase in den Schnee und schnüffelte.

Benoit sah ihr dabei zu, lächelte und doch dachte er wieder an Justin und an ihre Schlittenfahrt.

Den Schlitten gab es nicht mehr und wie es schien, war Justin ebenso verschwunden und nichts erinnerte mehr an ihn, außer dem Schnee, der neugierig von Mimi unter die Lupe genommen wurde. So aber sollte er nicht denken, Justin war sicher nur einkaufen und hatte ihn und Mimi nicht einfach verlassen. Benoit verwarf die tristen Gedanken und sah zu seinem Hund.

Sie sprang immer wieder in den tiefen Schnee, sah heraus, bellte und hüpfte sofort wieder rein. Es war, als wollte sie ihn ablenken.

"Wenn..." Weiter kam Benoit nicht. Es hupte hinter ihm und sofort streckte Mimi den Kopf aus dem Schnee, bellte und sauste schwanzwedelnd an Benoit vorbei.

"Justin...", murmelte er kaum hörbar. "Beno hilf mir mal", rief er schon aus dem Auto heraus, stieg ganz aus und nahm Mimi auf den Arm, die ihn von oben bis unten ableckte und immer wieder freudig winselte."Ist gut, ich war doch nur ne Stunde weg", lachte er, setzte sie ab, schritt um das Auto herum und zum Kofferraum. "Beno?"

"Komme", rief er und eilte beinahe zu seinem Freund, den er vorerst an sich zog und ihre Lippen zu einem Kuss vereinte.

"Wow, ich war doch nicht so lange weg", murmelte Justin, nachdem sie sich gelöst hatten. "Für mich zu lange. Du warst ohne ein Wort weg", schmollte Benoit.

"Ich war nur kurz bei meinen Eltern und etwas holen", erklärte Justin, öffnete den Kofferraum und grinste, als er Benoits funkelnde Augen sah. "Ein Schlitten?"

"Ein Schlitten, ganz genau und keinen aus Plastik", wiederholte Justin, zog diesen raus und stellte ihn vorerst vor dem Auto ab.

Sofort schnupperte Mimi daran, lief einige Male um ihn herum, setzte sich schließlich vor dieses hölzerne Ding und legte den Kopf schief.

"Mimi ist wie du. Du warst damals nicht viel anders", schmunzelte Benoit und ignorierte das süße Schmollen seines Freundes, der die Wangen aufblies.

Er sah fast so aus, als wollte er etwas sagen, doch Justin schloss schweigend den Kofferraum, nahm Mimi hoch und setzte sie auf den Schlitten drauf.

Vorsichtig zog er sie ein wenig, dann aber wurde es dem Welpen zu bunt und sie sprang herunter und wühlte lieber wieder im Schnee.

Benoit sah ihr zu, dann aber grinste er fies, nahm sich eine Handvoll Schnee und warf sie nach Justin.

"Hey", murrte es kaum darauf, dann aber jagte er ihm hinterher, versuchte ihn zu fassen, bekam ihn und warf Benoit in den tiefen Schnee.

Triumphierend setzte sich Justin auf die Hüfte seines Freundes, griff sich dessen Hände und sah ihn herausfordernd an. "Eigentlich wollte ich ja Schneeengel machen, aber wie mir scheint, muss ich dir erst dein freches Mundwerk waschen."

Justins braune Augen strahlten, seine vollen Lippen kamen denen Benoits verdammt nahe und doch zogen sie sich wieder zurück.

"Lass uns Schlitten fahren, ja? "Justin rappelte sich auf, ebenso Benoit, der sich den Schnee von der Hose klopfte und nach oben sah.

"Schau mal, es schneit schon wieder", stellte er fest, zog seinen Freund zu sich und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. "Hoffen wir mal, dass er noch ein wenig liegenbleibt."

Justin nickte stumm, blinzelte und strich sich die Schneeflocken von der Nase.

Benoit beobachtete ihn und sah aus dem Augenwinkel, wie Mimi nach den Flocken schnappte. "Ich sag ja, Mimi ist genau wie du."

"Aja?" Justin sah zu ihr rüber und schmunzelte. "Sie ist vernarrt in Schnee und, sie ist vernarrt in dich."

"Hm ja und ihr habt beide diesen Blick", schwärmte Benoit und drückte Justin näher an sich, da er ein wenig zu zittern begann.

"Und b-braune Augen", erwiderte er stotternd vor Kälte und suchte noch mehr die Nähe seines Freundes.

Mimi schien den gleichen Gedanken zu haben und drückte sich an die beiden jungen Männer.

"Gehen wir rein ins Warme und später fahren wir Schlitten", schlug Benoit vor, was von Justin dankend angenommen wurde und er sogar vorauseilte, lachte und nach Mimi rief, die ihm freudig folgte.

Zurück blieb Benoit, sah den beiden einen Augenblick nach und seufzte. Erst dann stapfte er durch den Schnee zurück zum Haus, klopfte sich die Schuhe ab und betrat kaum später die Küche, wo es herrlich nach Kaffee roch.

Justin reichte ihm eine Tasse, wuschelte ihm durch die Haare und sang leise das Lied: Leise rieselt der Schnee, während Mimi sich vor den Ofen legte und einschlief.

 

Die nächsten Worte gehören eigentlich zusammenhängen mit diesem Wort zusammen, aber ich möchte ein paar Wörter als einzelnen Gag schreiben, damit es besser wirkt und nicht den Rahmen sprengt. Freut euch also ein bisschen auf kranken Humor, der teils so auch passiert ist, nur eben anders.

****

 

Es war mehr als peinlich. So unangenehm, dass er am liebsten im Erdboden versinken würde. Nein, schlimmer noch, er wollte nur zu gerne sterben. Was sollten die Anderen nur von ihm denken? Jeder hatte es mitbekommen, es war nicht zu vertuschen und das störte ihn ganz gewaltig. Noch nie hatte er dermaßen die Kontrolle über sich verloren.

Wie begossen stand er im Flur, genierte sich und lief wie ein pubertierender Teenager rot an. "Tut mir leid", stammelte er, rannte kurz darauf in sein Zimmer und schlug hinter sich die Tür zu.

"Was war das denn jetzt?", fragte Marty aus der Küche heraus, legte das Messer zur Seite und trat raus auf den Flur.

"Keine Ahnung", antwortete Adam, der verwirrt im Korridor stand, sich am Kopf kratzte und schließlich besorgt zu Lea sah. "Mit dir ist aber alles in Ordnung, oder?"
Das brünette Mädchen nickte, wandte sich zum Gehen ab und mogelte sich zurück in die Küche an Marty vorbei.

Misstrauisch sah dieser sie an. "Willst du reden?"
Lea schüttelte den Kopf, schnitt hastig die Tomaten weiter in Scheiben und gab sie in die Schüssel zu den bereits kleingeschnittenen Gurken.

"Wie du willst, aber wenn du reden möchtest, kannst du immer zu mir kommen", versuchte Marty es nochmals, ehe er sich dem Fleisch widmete und in die Pfanne gab.

 

 

Zwei Tassen Kaffee? Lea blickte verwirrt auf, runzelte die Stirn. "Ich brauch nur einen Kaffee."
"Den zweiten bringst du bitte Kevin", merkte Helmut an, während er sich umdrehte und in der Pfanne sein Rührei zubereitete.
"Ähm..." Hatte er nicht mitbekommen, was gestern passiert war oder wollte er sie wirklich in die Hölle des Löwen schicken? Ziemlich mutig von Helmut, der sie einfach ignorierte.
Lena seufzte leise, trank vorerst einen Schluck aus ihrer Tasse und griff langsam zu der zweiten. Sie zögerte, griff nochmals vor, zog aber ihre Hand wieder zurück.

"Der Kaffee wird kalt", merkte Helmut an, riss sie aus den Gedanken und scheuchte sie beinahe schon aus der Küche. "Hopp, bring den Kaffee hin und stell dich nicht so an." Auffordern sah er sie an, hielt die zweite Tasse in der Hand und endlich griff Lea diese und tappte langsam durch den Flur.
Tief atmete sie vor Kevins Tür ein, dann klopfte sie und öffnete etwas unbefangen mit dem Fuß die Tür. Alles war bis auf ein leises Atmen still, verriet ihr, dass er noch tief und fest schlief.

Leise schritt Lea auf das Bett zu, stellte den Kaffee auf den Nachttisch und blickte eine Weile auf den Schlafenden.
Beinahe hätte sie laut gequietscht, sah er mit seinen verwuschelten Haaren zu süß aus und doch schreckte sie im nächsten Moment heftig zurück, da Kevin die Augen aufschlug und sie müde ansah.
"Was machst du hier?", murmelte er noch recht verschlafen, rieb sich den Schlaf aus den Augen und drehte sich dabei auf den Rücken.
"K-Kaffee, ich hab dir Kaffee gebracht", stammelte Lea, deutete auf den Nachtspind und rutschte näher an die Bettkante.

"Hmm", brummte er lediglich, setzte sich langsam auf und griff sich die Tasse.
Lea lächelte knapp, erhob sich langsam und wollte gehen. Kevin aber hielt sie am Handgelenk fest, hinderte sie am Gehen.
"Hör mal..." fing er leise an. "Das mit gestern tut mir leid. Keine Ahnung, was mich da geritten hat."
"Schätze es war der Alkohol", murmelte sie knapp, griff hastig nach ihrer Tasse Kaffee und trank ihn fast leer. "War ja außerdem auch nur ein Kuss", nuschelte sie schließlich weiter, leerte ihren Kaffee ganz und stellte die Tasse zurück.
"Richtig, nur ein Kuss", wiederholte Kevin.
"Ich geh dann mal und lass dich in Ruhe." Lea wollte aufstehen, doch noch immer hielt er sie am Handgelenk fest. "Du musst schon loslassen. Ich kann sonst nicht gehen."

Kevin nickte zwar, doch losgelassen hatte er nicht. Er richtete sich schließlich ganz auf, kam ihr somit ein ganzes Stück näher. "Willst du denn gehen?", fragte er leise, sah sie aufmerksam an und schmunzelte, als ihr die Röte in die Wangen schoss.
"Schätze nicht", gab sie leise zu und bemerkte kaum, dass Kevin sich ihren Lippen nährte, diese kurz, kaum spürbar küsste und sich wieder zurückzog.

Verwirrt blinzelte sie. "Was war das denn?"
Kevin grinste schief. "Was, ich bin schüchtern."
"Du bist 29 und keine 18 mehr." Lea lachte leise und schüttelte über den dunkelblonden Mann den Kopf.
"Hast ja recht, aber ich will mir erst die Zähne putzen. Sorry", entschuldigte Kevin sich, ließ ihr Handgelenk endlich los und schälte sich aus dem Bett.
"Sehr edel von dir, aber nachher will ich einen richtigen Kuss", beschwerte Lea sich gespielt.
"So viele du willst", antwortete er ihr und verließ darauf hin etwas zügiger sein Zimmer.

 

Urlaub hatte sich Lea mehr als verdient, war mit ein paar Jungs nach Kapstadt gereist und bewohnte nun für ganze zwei Wochen eine schicke Villa. Ins Ausland wollte sie schon immer reisen, hatte zuvor nicht die Mittel gehabt und jetzt konnte sie es nicht fassen, wie stattlich alles eingerichtet wirkte. Besonders der Pool, die Terrasse mit Blick auf das Meer.

Das Schlafzimmer sagte ihr aber am meisten zu, hatte dieses hübsche Himmelbett und ein extra Badezimmer mit großer Wanne. Ein Traum, den sie genießen würde, wären da nicht die Jungs, die sich gerade stritten, wer mit wem ein Zimmer bewohnte. Lea seufzte, verdrehte genervt die Augen und stapfte rüber. "Habt ihr es bald? Macht das doch so, wie immer."

Jack nickte, gab als erster nach, zog letztendlich Kevin mit in das andere Zimmer und direkt daneben zogen Adam und Andre ein. Das Bad mussten sie teilen und zwischen ihren Zimmern lag nur die Schiebetür. Nichts mit Privatsphäre und Lea ahnte schon, dass das wieder zu Ärger führen konnte.

"Tut mir ja den Gefallen und reißt euch zusammen. Ich will entspannen und nicht aufpassen müssen, dass ihr euch die ganze Zeit streitet." Mahnend sah sie die Jungs an, setzte anschließend ihren Sonnenhut auf und schritt schließlich raus auf die Terrasse. Endlich Sonne, Wärme, die ihr im kalten Prag fehlte und die letzten Wochen aufs Gemüt geschlagen hatte.

Lea seufzte, setzte ihre Sonnenbrille auf und... Mist, die Sonnencreme lag noch drin und ohne würde sie binnen Minuten aussehen wie eine Krabbe. "Jungs?", rief sie verzweifelt nach drinnen und drehte sich um. "Kann mir einer meine Sonnenmilch bringen und mir vielleicht auch den Rücken eincremen?" Kaum hatte sie gefragt, standen alle vier vor ihr und grinsten. Na sowas, mit diesem Ansturm hatte sie nicht gerechnet, war erstaunt und ein kleines bisschen verlegen, dass sich die Jungs so um ihren Rücken rissen. "Ihr müsst wohl knobeln."

Schnick, Schnack, Schnuck ging es ein paar mal, dann aber fiel das Los auf Adam, der breit grinste und es sich sofort hinter Lea auf der Sonnenliege bequem machte. Die enttäuschten Gesichter der anderen Jungs kümmerten ihn nicht, dafür aber cremte er sehr gewissenhaft Leas Rücken ein, die zufrieden brummte und seine zarten Hände auf ihrer Haut genoss.

 

Der gestrige Tag lief entspannter als gedacht. Lea hatte schon die Befürchtung, dass sich die Jungs nochmal in die Haare bekamen und das nur, weil Adam ihr den Rücken eincremen durfte. Besonders Kevin und Andre standen unter Verdacht, war das Verhältnis bei beiden ziemlich angespannt und das seit Wochen. Lea seufzte, dann aber fiel ihr ein, dass sie die Jungs wecken sollte.

Guter Dinge schälte sich die junge Frau aus ihrem Bett, schlüpfte in ihre Hausschuhe und zog sich den Morgenmantel an. Schnell machte sie sich noch einen Zopf, öffnete kaum später die Tür und trat raus in den Flur. Wie erwartet alles still. Die Jungs schienen wirklich noch zu schlafen und das hieß, sie müsste leise sein. Wecken mit der Keule war nicht wirklich ihr Ding und sie bevorzugte doch die nette Variante.

Anders würde sie auch die schlechten Launen ertragen müssen und darauf hatte Lea so gar keine Lust, öffnete umso leiser die Tür zu Jack und Kevins Zimmer. Beide schliefen. Jack drückte sein Kissen, während Kevin auf der Seite zum Fenster schlief. Lea schlich an den Betten vorbei, fasste nach dem Rollo und dabei passierte das Unglück. Die Lampe am Nachtisch kippte, fiel Kevin genau auf den Kopf und weckte zusätzlich Jack auf, der wenige Sekunden später zu grinsen begann.

Lea stand da wie ein begossener Pudel, genierte sich und hob schnell die Lampe wieder auf. "Sorry", murmelte sie, während Jack das Lachen begann. "War doch nur Kevin, halb so wild."

"Aber voll auf den Schädel", beklagte dieser sich empört und richtete sich langsam auf.
"Ach wo, der hält das aus", erwiderte Jack gelassen und grinste noch immer.
"Arsch." Pikiert blies er die Wagen auf und schwang schließlich die Bettdecke zur Seite. Ohne auf Lea zu achten, stapfte er nackt an ihr vorbei, trieb ihr die Schamröte auf die Wangen. Peinlich berührt wandte sie rasch den Blick ab, öffnete hastig das Fenster und ordnete ihre hitzigen Gedanken.

War nicht noch etwas? Hatte sie nicht Adam und Andre vergessen oder waren die beiden durch den Krach bereits wach? Unsicher drehte sie sich um, was sich als Fehler entpuppte. Jack lag genau wie Kevin im Adamskostüm auf seinem Bett lag und scrollte sich durch Instagram. Schön wirklich schön. Kannten die Jungs keine Unterwäsche? Lea grummelte, trat zur Schiebetür und öffnete diese.

 

Idiotisch beschrieb die beiden ziemlich treffend. Zwei kleine Jungs gefangen im Körper erwachsener Männer. Lea schüttelte den Kopf über Adam, besonders aber über Andre, der an diesem Tag echt den Vogel abschoss. Den Schock, welchen sie zuvor erlitten hatte, war vergessen, ebenso das Bild an einem nackten Kevin, dem die Lampe auf den Kopf gefallen war.

Ihr bot sich stattdessen ein ganz anderer Anblick. Adam in Unterhose und Andre in Hose und Pullover. Offensichtlich hatten die beiden entweder die halbe Nacht durchgemacht oder aber beiden war es in Kapstadt zu kalt. Lea grinste, zog die Decke ganz weg und begrüßte die beiden Jungs mit einem freundlichen "guten Morgen".

Adam regte sich zuerst, dann folgte Andre, der sich verschlafen aufrichtete und Lea anblinzelte. "Wie spät ist es?", wollt er wissen.
"Kurz vor zehn", erwiderte Lea.
Andre nickte, dann griff er sich Lea am Arm und zog sie ins Bett. "Kuscheln", erklärte er und drückte das brünette Mädchen frech an sich.
 

"Will auch", murrte Adam verschlafen, doch war sein bester Freund schneller, verpasste ihm einen Tritt, dann einen weiteren und schließlich kullerte er aus dem Bett direkt in den offenstehenden Kleiderschrank.

Das Gelächter war groß, während Adam sich mühselig wieder aufrichtete.
"Keinen Streit!" Mahnend blickte Lea den muskulösen Mann an. "Außerdem hast du mir gestern den Rücken eingecremt und da hat auch keiner etwas gesagt."
 

Andre grinste hinter Lea, knuddelte sie erfreut durch und sah Adam nach, der schweigend mit einem Handtuch das Zimmer verließ. Lea hingegen war sich sicher, dass da noch irgendwas nachkam. Sie kannte die Jungs, dazu ihr Verhalten und beide waren als Kindsköpfe bekannt. Besonders Andre spielte gerne Clown, steckte Adam damit an und doch waren sie nie lange böse aufeinander. Pack schlug sich, Pack vertrug sich. Idiotisch blieb es dennoch.

 

Weiter ging der Zirkus, dieses Mal im Badezimmer und das ohne Lea. Sie saß gemeinsam mit Jack im Wohnzimmer, unterhielt sich und ließ sich von den Sehenswürdigkeiten Kapstadts erzählen. Er war öfter schon hier, kannte sich aus, schwärmte regelrecht von den Stränden und den traumhaften Sonnenuntergängen.

Lea seufzte, sie wollte auch am Strand sitzen, sich das kühle Nass um die Füße spülen lassen und ihre Sorgen vergessen.

"Woran..." Jack stoppte mitten in seiner Frage, sah verwirrt in Richtung Flur und meinte, Adam laut meckern zu hören. Lea hingegen hörte Kevin fluchen und das klang alles andere als gesund.
"Was machen die?" Lea stand auf, ebenso Jack, der langsam vorging und direkt zum Badezimmer.

Ohne groß nachzudenken, öffnete er die Tür, blickte rein und sofort war ihm klar, warum Adam und Kevin sich derart aufregten.

Beide standen gemeinsam unter der Dusche, Andre hingegen saß auf dem Klo. An sich nichts Neues und wenn es morgens schnell gehen musste, dann teilte man sich auf. Allerdings nur so weit, dass man keinen ermordete, erstickte, mit Gerüchen, die scheinbar nicht von dieser Welt waren.
Jack verzog das Gesicht, rümpfte die Nase. "Was zur Hölle hast du gegessen? Das stinkt, als ob du innerlich am Verwesen bist."

Lea, die im Flur und somit hinter Jack stand, fing zu lachen an. "Sag nicht, Andre scheißt, während Adam und Kevin duschen?"
"Doch, genau das tut er", erwiderte Jack trocken, während er sich die Nase zuhielt und die Tür schloss.

 

 

Das Drama war vorbei, die paradoxe Szene aus dem Badezimmer vergessen. Gemütlich saßen allesamt am Tisch, draußen auf der Terrasse und blickten auf ein reichliches Frühstück. Neben Rührei stand eine Schale Obst auf dem Tisch, sogar Würstchen, Bohnen und Speck. Frische Brötchen und Toast rundeten es ab.

Lea war es jedoch nicht gewohnt zu frühstücken, griff daher zur Zigarette und einer Tasse Kaffee. Gemütlich lehnte sie sich zurück, ließ die Jungs in Ruhe essen, blickte stattdessen auf die beeindruckende Panoramalandschaft. Später würde sie definitiv runter zum Strand gehen, sich inmitten des Sandes setzen und einfach an nichts denken.

Jetzt aber saß sie am Tisch, nippte an ihrem Kaffee und spürte, wie sie wacher und entspannter wurde. Ihr Blick schweifte zu Jack, der nach dem Rührei griff und schließlich zu Kevin. Eine Weile beobachtete sie ihn, wandte sich dann aber rasch wieder Jack zu.

"Enjoy your meal", wünschte sie ihm bewusst auf Englisch, da er mit dieser Sprache noch immer Probleme hatte, sie aber lernen musste. Wie so oft war er in Gedanken, hörte nicht richtig zu. "Good Night", erwiderte Jack, biss von seinem Toast ab und wunderte sich über das plötzliche Gelächter. "Waff?", fragte er mit vollem Mund. Er konnte ein richtiger Schussel und Witzbold sein.

"Gute Nacht, Jack? Dein ernst?" Lachend hielt sich Adam den Bauch, Kevin hustete aufgrund, dass er sich am Kaffee verschluckt hatte und Andre grinste breit. "Ja sorry, keine Ahnung, was Lea gesagt hat", murrte Jack beleidigt und blickte böse in die Runde, da noch immer lautstark gelacht wurde.

 

Der Umbau seines Badezimmers hatte sich gelohnt, ebenso der Austausch der Wanne, die nun im Boden versenkt und doppelt so groß als zuvor war.

Rechts und links griechische Skulpturen, eine Regendusche und der krönende Abschluss war diese gigantische Glaskuppel über der Badewanne.

Lag man in dieser, konnte man die Seele baumeln lassen, direkt in den Sternenhimmel gucken und hatte das Gefühl, im Freien zu sein.

Andre liebte sein neues Bad, besonders liebte er es zu baden, Stunden im warmen Wasser zu liegen, einfach zu entspannen.

Einziger Nachteil, die Wanne war zu groß und oftmals überkam ihn das Gefühl, dass etwas, jemand fehlte, an den er sich anlehnen konnte.

Andre seufzte, ließ das Wasser ein, zog sich währenddessen langsam Stück für Stück aus und warf die dreckige Wäsche anschließend in den Wäschekorb.

Aktuell war er Single, dennoch behielt er sich eine gewisse Ordnung bei und Chaos war etwas, was er überhaupt nicht gebrauchen konnte.

Weder privat, noch in seinem Job, den er seit einiger Zeit hatte und ihn seit Tagen immer wieder verfolgte.

Besonders aber im Schlaf.

Dabei war die Zeit der feuchten Träume lange schon vorbei, stattdessen hatte sich entweder das Kopfkino eingeschaltet oder aber man schwelgte in sogenannten Tagträumen, die ihm mehrfach eine steinharte Erektion beschert hatten.

In Kombination mit diesen von unten nach oben schauenden Augen, dieser vorwitzigen Zunge, die ausgehungert seine Lippen befeuchteten, eine beinahe tödliche Kombination.

Ein Gedanke daran und ihm schoss sofort das Blut gen Süden und drückte schmerzhaft in seiner Lendengegend.

Sein Glied hatte sich beim bloßen Gedanken an diesen besonderen Blick bereits steil nach oben aufgestellt, bettelte bereits nach Aufmerksamkeit.

Wieder ein verdammter Handjob, der ihn nicht vollends befriedigte, nur den Hunger stillte und doch fühlte er sich danach nicht sonderlich gut.

Eher ausgehungert, nicht satt.

Dennoch schickte er seine Hand auf Wanderschaft, griff zielsicher zwischen seine Beine, an sein Glied und stieg bereits in die Wanne.

Anfänglich leises Keuchen mischte sich mit dem sanften Blubbern der beiden Wassersäulen, die von einem warmen rot zu einem dunklen violette wechselten, den Raum damit beinahe schon magisch abdunkelten.

Eine kleine Spielerei, die unweit neben Poseidon und Aphrodite standen und von zwei großen Pflanzen umgeben waren.

Der einzige Farbklecks in dem sonst weiß gekachelten Badezimmer, das mehr einem Badetempel glich und damit viel zu groß für ihn alleine war.

Andre blendete das jedoch aus, in seinen Gedanken war längst ein ganz anderer Film am Laufen, es war nicht mehr seine, sondern die Hand seines Drehpartners, die sanft aber bestimmend über seinen Körper glitt und ihm die Sinne raubte.

Unterstreichend spürte er kesse Lippen, die sich leckend und saugend in seinem Nacken bewegten, ihn zum Zittern brachten.

Die zweite Hand auf seinem Bauch wanderte gefährlich weit hoch, direkt auf seine linke Brustwarze zu, neckte diese so gekonnt, dass ein lautes Stöhnen von den Wänden widerhallte.

Sein Körper war zum Zerreißen angespannt, der Druck war kaum mehr auszuhalten, die Lust schien wie ein Vulkan hochzukochen.

Nicht mehr lange und er würde kommen, sein Sperma heiß in seiner eigenen Hand entladen und doch kam er nicht umhin, sich noch einmal diesen "Fick mich" Blick ganz genau vorzustellen, der ihm den Rest gab.

Heftig zuckend und laut keuchend spritzte Andre ab, verteilte sich in seiner Hand und anschließend im Badewasser.

Sein Kollege verschwand aus seinem Kopf, ebenso seine Hand, seine Lippen und noch bevor er die Augen öffnete, wusste Andre, dass es wieder nur einer dieser süßen Tagträume war.

 

Deutlich spürte man das Vertrauen, was der kleine Hundewelpe seinem Papa entgegenbrachte, ihm vorsichtig den Ball abnahm und zu spielen begann. Candy biss ordentlich zu, störte sich nicht daran, dass dieser schnell die Luft verlor und zerrte ihn einige Minuten hinter sich her. Dann hatte das kleine Hundemädchen genug vom Spielen, sauste zurück zu Bingo, der sich bereits abgelegt hatte und müde die Augen schloss.

Candy hielt das jedoch nicht davon ab, auf ihn zu klettern, neugierig ihre Hundenase in das Fell zu schieben und schließlich großzügig Bingos Nacken abzulecken. Der große, schwarze Labrador hielt still, brummte lediglich und ließ das kleine Hundemädchen machen. Eine ganze Weile schmuste sie auf diese Art, dann wurde es still und als Bingo den Kopf drehte, sah er, dass Candy eingeschlafen war.

Zufrieden blickten seine braunen Augen auf den Welpen, ehe sie sich schlossen und er sich eine kleine Auszeit gönnte. Welpen konnten anstrengend sein, aber auch süß, lieb und verspielt. Candy, mit ihren sechs Monaten ganz besonders, schlug sie sehr nach ihrer Mutter und mit ihr hatte Bingo schon einige Welpen erzogen. Jedoch war keiner davon so aufgeweckt wie seine kleine Candy, nicht einmal Donut, der mehr schokobraun und ein stiller Genosse war. Er kam dann mehr nach Bingo, kuschelte aber heute noch gern und hin und wieder tobten und balgten sie gemeinsam im Schnee. Eine kleine süße Hundefamilie.

 Eine kleine süße Hundefamilie

 

Englisch war nicht die Sprache, die er gerne lernte, damit seine Probleme hatte und Helmut darum beneidete, dass dieser so schnell hinterherkam.

Wozu brauchte er die Sprache überhaupt, später stand doch alles im Untertitel und wen interessierte es schon, was sie im Bett sprachen?

Der blonde Lockenkopf Jerome verstand es nicht, seinen langjährigen Freund Helmut nicht, der mit immer weiter wachsender Begeisterung dem Unterricht folgte und förmlich an den Lippen der Englischlehrerin klebte.

Zugegeben sie war hübsch, hatte üppige Kurven und der Kontrast zwischen der strengen Hochsteckfrisur und dem kurzen Rock verlieh ihr eine gewisse Dominanz.

"Jerome!" Kevin, der neben ihm saß, stieß ihn in die Seite und sah ihn mahnend an. "Pass ein bisschen mehr auf, sonst lernst du die Sprache nie."

Ja, ja, du hast gut reden, dachte sich Jerome, sah Kevin mürrisch von der Seite an, folgte dann aber doch wieder dem Unterricht und versuchte sich das Wort zu merken, welches die Lehrerin gerade so schön versuchte zu erklären.

Wirklich hängengeblieben war es jedoch nicht, dafür hing Helmut schon wieder an ihren Lippen und das störte den blonden Lockenkopf mit den blauen Augen dann doch ganz gehörig.

In ihm brodelte die Eifersucht, Jerome kaute angestrengt auf seinem Bleistift, biss ihn beinahe durch und wütend pfefferte er ihn schließlich in die Ecke.

"Jerome, was soll das?" Streng wurde er angesehen, doch eine Antwort gab er der jungen Frau vor sich nicht.

Er ignorierte sie sogar, wich ihrem Blick aus und auch Kevin kam nicht mehr an ihn heran, der irgendwas murmelte, von dem Jerome gar nichts mitbekam.

"Na schön, dann machen wir weiter. Helmut, kannst du bitte die letzte Lektion noch einmal wiederholen?"

Dieser nickte, erhob sich von seinem Stuhl und folgte brav den Worten dieser blondhaarigen Hexe.

Zu viel für Jerome, der von seinem Stuhl aufsprang, aus dem Klassenzimmer rauschte und hinter sich die Tür zuschlug.

"Was war denn das jetzt?", murmelte Andre neben Helmut, der verwirrt zur Tür sah und schließlich zu seinem schwarzhaarigen Sitznachbarn mit dem sanften Welpenblick. "Keine Ahnung, aber ich kläre das."

Kurz entschuldigte sich Helmut für seine Abwesenheit, verließ dann aber das Klassenzimmer und machte sich auf die Suche nach seinem Freund.

Zielstrebig suchte er die Gänge ab, verließ das Gebäude, lief den Hof runter und rüber zum Haupthaus, in dem sie untergebracht waren.

Er hatte eine Vermutung, was Jerome betraf und wie richtig er liegen sollte, erkannte er, als er die Tür zu ihrem gemeinsamen Zimmer öffnete.

Schmollend und mit Kopfhörern im Ohr lag er auf dem Bett und wippte mit dem Fuß im Takt der Musik.

Kopfschüttelnd trat Helmut an das Bett heran, krabbelte schließlich neben Jerome und zog ihm die Stöpsel aus dem Ohr. "Was ist los mit dir, wieso rennst du aus dem Unterricht?"

Helmut sah seinen Freund aufmerksam an, griff sich dabei dessen Handy und legte er auf den Tisch neben sich. "Man könnte meinen, ein Floh hätte dich gebissen."

Jerome biss sich auf die Unterlippe, er wich Helmuts Blick aus und verschränkte bockig die Arme vor der Brust.

"Sturer Esel", beschwerte sich sein Freund, richtete sich auf und schwang sich provozierend über ihn, damit er nicht weiter ausweichen konnte. "Du bist eifersüchtig. Eifersüchtig auf eine Frau."

Jerome sagte darauf nichts, er schmollte noch immer, drehte seitlich seinen Kopf weg und wollte sich sein Handy greifen, doch war Helmut schneller und hielt ihn davon ab.

"Vergiss es", knurrte er gereizt, beugte sich vor und griff Jerome unter das Kinn, zwang ihn damit, ihn anzusehen. "Du bist nicht nur eifersüchtig, du bist auch dumm. Dabei ist die englische Sprache leichter als du denkst."

Verwirrt wurde er angesehen, dann aber entfloh ihm ein Keuchen.

Helmut bewegte sich lasziv auf seinem Schoß, beugte sich zu seinem Ohr, welches er mit der Zungenspitze einmal nachfuhr und schließlich sanft aber bestimmend an seinem Ohrläppchen zog.

"Wir lernen jetzt Vokabeln und wehe dir, du passt nicht auf", raunte er ihm zu, ließ unterstreichend sein Becken kreisen, seine linke Hand unter das bunte Shirt seines Freundes wandern und zielstrebig zu dessen Brust.

Während Helmut die linke Brustwarze gekonnt verwöhnte, fragte er nach dem englischen Wort und immer wenn Jerome eine falsche Antwort gab, kniff er erbarmungslos zu und wiederholte sein Spiel.

Seinem Freund gefiel diese Art von Unterricht, er versuchte ihn zu packen, umzudrehen und kniff stattdessen die Augen zusammen.

Helmut leckte mit seiner Zunge über die empfindliche Haut am Hals, schob das Shirt hoch und widmete sich seiner Brust mit Lippen, Händen und Zunge.

Zu viel für Jerome, er wandte sich, wollte mehr, zog frech seinem Freund das Shirt über den Kopf und zog ihn kaum später wieder zu sich herunter, um ihn verlangend zu küssen.

Hungrig leckte seine Zunge über die Lippen, er bettelte nach mehr, ließ sein Becken auffordernd kreisen und packte zielsicher Helmut seine knackigen Arschbacken, nur um ihn noch intensiver an sich zu spüren.

Keuchend gab dieser nach, löste den Kuss und streifte erst Jerome und dann sich selber die störenden Hosen aus.

Lauernd wurde er beobachtet, erneut geküsst, während sich Helmut ihre beiden Glieder packte, sie einander rieb und immer wieder heiser gegen die Lippen seines Freundes stöhnte.

Beinahe hektisch trieben sie sich dem Höhepunkt entgegen, küssten sich immer wieder und doch war es Helmut, der zuerst stark zuckte und sich zwischen ihren Bäuchen ergoss.

Noch während er die Nachwehen genoss, packte Jerome ihn an der Hüfte, drehte ihn um und beugte sich mit einem frechen Grinsen über ihn. "Suck my dick."

Helmut öffnete erstaunt die Augen, erblickte das steife Glied, welches sehnsüchtig auf seine Lippen wartete und erwartungsvoll zuckte.

 

“Hast du manchmal auch Heimweh?”
Lea drehte sich um, blickte verwirrt ihren Kollegen an und runzelte die Stirn. Mittlerweile war bekannt, dass sie aus Deutschland kam, vor einiger Zeit nach Tschechien ausgewandert war, alles zurückgelassen hatte. Freunde, Familie und selbst ihren alten Job hatte sie an den Nagel gehangen. Ein großer Schritt, den Lea nicht eine Sekunde bereut hatte. 

 

“Nein”, erwiderte sie lächelnd, goss sich Kaffee in eine große Tasse und schritt anschließend auf die geräumige Couch zu, um sich zu setzen.
Jamie folgte, nahm direkt neben ihr Platz. “Kieran hat manchmal Heimweh. Er vermisst seine Familie.”
“Er ist auch ein sehr geselliger Mensch”, pflichtete Lea bei. “Am Wochenende fährt er aber doch heim, oder haben sich seine Pläne geändert?”’
“Nein, er fährt.” Jamie grinste vor sich hin und Lea ahnte, was er damit andeuten wollte. Er fuhr mit, begleitete seinen Freund, lernte Kierans Familie kennen. Sie sah die Freude in Jamies Augen, das Strahlen dieser verriet es.

“Genieß es, ihr seid ein tolles Pärchen.”

Jamie grinste, dann aber bemerkte er Leas Blick und sofort rutschte er näher an sie heran. “Guck nicht so”, murmelte er leise.

“Wie guck ich denn?”
“Wie jemand, der etwas vermisst”, beantwortete er Leas Frage, pikte ihr frech in die Seite, um sie zum Lachen zu bringen.
“Kein Heimweh, Jamie”, versicherte sie. “Es ist nur…”
“Ich weiß, was es ist. Man merkt es dir an und du solltest reden. Vor allem solltest du mit ihm reden.” Wieder pikte er sie und dieses Mal lachte Lea. “Hast gewonnen, ich rede mit ihm, aber nicht mehr heute.” Fies grinste die Brünette, dann griff sie an und eine wilde Rangelei unter Freunden entstand.

Eindeutig kam ich zu spät und innerlich verfluchte ich die Straßenbahn, deren Fahrgäste, die gefühlt drei Tage brauchten, um endlich ein oder auszusteigen.

Vielleicht hätte ich auch früher aufstehen und eine Bahn eher nehmen sollen, aber hinterher war man bekanntlich schlauer und weniger Eitelkeit würde mir bestimmt auch ganz guttun.

Schlaf wurde ohnehin überbewertet, besonders in meinem Beruf, wo man ständig präsent sein oder auch ins Ausland reisen musste.

Da kümmerte es keinen, wie lange und ob man geschlafen hatte.

Make-up zauberte die schlimmsten Augenringe unter meinen blauen Augen weg, ließ mich aussehen, als hätte ich Stunden geschlafen.

Nur heute nicht und ich wusste bereits, dass die Zeit für eine Gesichts-Sanierung nicht ausreichend war.

Ich hätte erneut fluchen können, biss mir jedoch auf meine schmalen Lippen und schluckte den Ärger runter.

Normal störte mich das überhaupt nicht, nur eben heute, da ich einen ganz besonderen Dreh vor mir hatte.

Einen mit einer Person, die ich schon länger interessant fand und das nicht nur auf beruflicher Ebene.

Hoyt.

Model, Weltstar und seit Anfang der Woche mein Drehpartner.

In Gedanken an dieses spitzbübische Grinsen, diese blauen Augen, die mich immer wieder in ihren Bann zogen, betrat ich etwas aus der Puste das Set und stieß prompt mit Attila zusammen.

„Wo kommst du jetzt her? Du bist viel zu spät dran und wie siehst du überhaupt aus?"

„Dir auch einen guten Morgen, Attila", brummte ich ihm entgegen, setzte mich und ließ seine Versuche, mich mit Tonnen von Schminke herrichten zu wollen, über mich ergehen.

„Hoyt ist seit gut einer Stunde hier und du hältst es nicht mal für nötig anzurufen", tadelte er mich weiterhin, während er mit einem Schwämmchen einen meiner Pickel abdeckte und wie von Zauberhand meine Augenringe verschwinden ließ.

Seufzend fuhr ich mir durch meine blonden Haare, griff zum Haarspray, formte mir notdürftig eine Frisur, die ohnehin nicht lange überlebte.

Spätestens in wenigen Minuten würde ich aussehen wie ein frisch gevögeltes Eichhörnchen und das meinte ich wortwörtlich.

Hoyt konnte schon ziemlich wild werden, ich dagegen war eher ruhig und ließ es meist so auch angehen.

Selbst bei einem Dreh und da ich heute unten lag, wusste ich, dass ich die nächste Zeit nicht sonderlich gut sitzen würde.

Aber das war es mir wert, Hoyt war schon ein ziemlicher Leckerbissen und sowohl Männer als auch Frauen standen reihenweise bei ihm an.

„Träum nicht, schwing deinen Hintern nach drüben und fang an." Wieder Attila und seine Laune schien an ihrem Tiefpunkt angekommen zu sein.

Eigentlich müsste sich meine dicht an seiner befinden, bereits den Mittelpunkt der Erde erreicht haben, aber ich lächelte einfach, erhob mich von meinem Platz und kam seiner Aufforderung nach.

„Na endlich", begrüßte mich mein Drehpartner Hoyt, der gelassen auf dem Sofa saß und mir dennoch einen recht genervten Blick zuwarf.

Toll, wirklich toll, tadelte ich mich gedanklich, setzte mich jedoch neben ihn und sah zu Attila, der bereits alles aufgebaut hatte und nur noch seine Kamera zur Hand nahm und letzte Anweisungen gab.

Hoyt hingegen zog sich das Shirt aus, stand auf und stellte sich neben die Zimmerpflanze am Fenster.

Die Aktion irritierte mich vorerst, ebenso die Wasserflasche in seiner Hand, die er lässig aufschraubte und noch ehe ich weiter darüber nachdenken konnte, schnellte seine Zunge hervor und bearbeitete den Flaschenhals so gekonnt, als würde er an einer prallen Eichel lecken.

Wie gebannt sah ich dem Schauspiel zu, schluckte einige Male und wünschte mir nichts sehnlicher, als diese heißen Lippen auf meinen eigenen.

Aber nicht nur dort, auch an anderen Körperstellen, die ausgiebig erkundet werden mussten, ehe sie weiter gen Süden wanderten, an meine mittlerweile pralle Erregung, die bittend und bettelnd nach diesem heißen Mund aufschrien.

Mein Kopfkino ging mit mir durch und das nur wegen einer Wasserflasche, ein paar Lippen und einem Blick, der mich schlucken ließ.

Wie gerne würde ich ihn einfach anspringen, festnageln und in die Hölle reiten und wieder zurück?

Hoyt hatte mich nicht einmal angefasst und ich drehte bereits durch, lechzte nach seiner Nähe, nach seinem Körper, der sich eng an meinen schmiegte.

„Chris?" Verführerisch schlich sich mein Name in mein Gehör, mein Blick öffnete sich automatisch und was ich sah, verschlug mir die Sprache.

Feine Wasserperlen, die nicht nur über seine Lippen perlten, sondern auf seine Brust tropften bis hin zu seinem Bauchnabel.

Zu viel und bevor ich es mir anders überlegen konnte, sprang ich auf, direkt zu meinem Drehpartner und folgte der Spur aus Wasser an seinem Körper.

Beginnend an seinen Lippen, über seinen Hals zu seinen Nippeln und von dort immer weiter runter und schließlich zu seinem Bauchnabel, an dem ich dann doch etwas länger verweilte.

Ein leises Knurren ließ mich wissend grinsen. Hoyt war nicht nur erregt, er war auch ungeduldig, wollte, dass ich ihn endlich mit der Zunge verwöhnte und ungeduldig griff er mir in mein blondes Haar, drängte mich somit sanft weiter nach unten.

Keck sah ich auf, öffnete gemächlich seine Hose und streifte sie langsam ab.

Er trug keine Unterwäsche, sein halb erigierter Penis sprang mir entgegen, wartete nur darauf endlich liebkost zu werden und zu voller Größe heranzuwachsen.

Ich ließ Hoyt jedoch zappeln, fuhr mit der Nasenspitze die Kontur lang und grinste ihn frech dabei an.

Zu viel, er packte mich an den Haaren, zog mich nach oben und küsste forsch meine Lippen, während er mich ungeduldig zum Sofa schob.

Hoyt schubste mich in die weichen Polster, kam direkt über mich und rieb sich leise stöhnend an meinem Becken.

Hastig wurde mein Shirt nach oben geschoben, Lippen und Zunge berührten meine warme Haut, spielten mit meinen Nippeln, ehe sie immer weiter nach unten wanderten und mir den Verstand raubten.

Hoyt wusste ganz genau welche Knöpfe er drücken musste, wie sehr ich mich nach ihm verzehrte, ihn in mir spüren wollte und das möglichst schnell.

So schnell, dass mir die Sicherung durchbrannte, ich Dinge sagte, die keinesfalls im Drehbuch standen und doch kamen sie wie selbstverständlich über meine Lippen.

„Cut!" Attila unterbrach die Szene, legte seine Kamera zur Seite und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Nichts gegen ein bisschen Dirty Talk, aber das war dann doch etwas zu viel."

Zu viel?

Was zur Hölle hatte ich gesagt?

War ich so ungehalten, dass ich nicht mitbekam, was ich gesagt hatte?

Mein Blick glitt automatisch zu Hoyt, der mich frech angrinste, wartete, bis Attila den Raum verlassen hatte und wir ganz sicher alleine waren.

„Ich wusste ja gar nicht, dass du so dreckig reden kannst", wisperte er mir so dunkel ins Ohr, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten und eine feine Gänsehaut meine Arme hochkroch.

Es trieb mir sogar die Schamröte ins Gesicht.

„Daran bist nur du schuld", nuschelte ich leise und drehte mich weg von ihm.

„So schlimm war es nun auch wieder nicht. Es kam nur so plötzlich, so unerwartet." Ein beinahe liebevoller Blick ruhte auf mir, seine Hand streichelte unterstreichend über die Wangen und nahm mir die Unsicherheit.

„Soll ich lieber leiser sein?"

„Bei der Arbeit schon, privat aber solltest du das unbedingt beibehalten."

Noch bevor ich antworten konnte, lagen seine Lippen auf den meinigen, küssten mich zärtlich und das mit solcher Hingabe, dass er sich deutlich von anderen Küssen abhob.

Der Kuss war echt, kein Filmkuss, kein Spiel, sondern er drückte Hoyts wahren Gefühle aus, die wir wohl beide viel zu lange verborgen hatten.

 

Skeptisch blickte er in den Spiegel, fasste in sein dunkles Haar und ließ einen frustrierten Seufzer verlauten.

“Was ist los?”, wollte Lea wissen, die aus der Küche kam. “Dein Blick spricht Bände.”

Andre drehte sich um, blickte sie an. “Ich werd langsam alt.”
Alt? Lea war erstaunt, trat dann aber näher und besah sich den jungen Mann. “Haarausfall hast du nicht, aber…” Sie machten einen Schritt auf Andre zu, hob die Hand und fuhr durch dessen volle Haarpracht. “Du hast da ein graues Haar.”

Fassungslosigkeit machte sich in seinem Gesicht breit, doch bevor er irgendwas sagen konnte, übernahm Lea erneut das Wort. “Sieht sexy aus.” Unterstreichend zwinkerte sie ihm zu, drehte sich dann aber um und ging zurück in die Küche. Zurück blieb Andre. Hatte sie sexy gesagt? Ganz sicher war er sich nicht, betrat daher die Küche und beobachtete Lea, die dabei war, sich einen Kaffee zu machen.

“Sagst du zu jedem, dass er sexy ist?”, fragte er direkt heraus, musste grinsen, als die Brünette heftig zusammenzuckte und sich hastig umdrehte. “Wie bitte?”, erwiderte sie.

“Ob du das zu jedem sagst?”, wiederholte er seine Frage, kam langsam näher auf sie zu und doch machte Lea einen Schritt zurück.
“Natürlich sage ich das nicht zu jedem”, erklärte sie hastig, drehte sich eilig um, griff ihre Tasse und wollte aus der Küche raus.
“Lauf nicht weg, Lea”, bat Andre sie leise.
“Tu ich nicht”, murmelte die junge Frau, spürte ihn deutlich hinter sich, erinnerte sich daran, eine ähnliche Situation durchlebt zu haben und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen.

 

...Fortsetzung folgt

 

Gelangweilt drehte sich Jack auf der viel zu schmalen Couch vom Rücken auf den Bauch und sah frustriert zu Kevin. „Was machen wir heute? Mir ist nämlich langweilig", murmelte er in sein Kissen.

Kevin legte sein Handy weg, runzelte die Stirn und überlegte. Wirklich einfallen wollte ihm aber auch nichts und das Wetter sah auch nicht danach aus, als dass man hätte herausgehen können.

„Wir könnten Adam anrufen."

„Hat der keinen Dreh?"

„Nein, das war Andre", erwiderte Kevin und Jack hörte deutlich aus dessen Stimme heraus, dass es ihm gewaltig gegen den Strich ging.

Kam in letzter Zeit leider häufiger vor und besonders, als der Dreh mit Pip und Rhys in Camp Town gewesen war.

Jack erinnerte sich als wäre es gestern gewesen und die ständigen Zickereien hatte nicht nur er selber mitbekommen, sondern auch Adam und Tommy, der nicht mal nach einem Tag von Pip seiner Art angefressen war.

Da wunderte es dann auch keinen, dass Helmut, Jerome und Hyot das Weite gesucht hatten und Chris gleich mit zum Strand nahmen.

Marty hatte zwar noch versucht zu schlichten, aber es war nach dem Dreh ganz eskaliert und Kevin hatte Pip in voller Montur in den Pool geschmissen. Das Handy war hinterher Schrott und ein fieses Veilchen hatte er sich auch eingefangen.

Jack seufzte. „Mit wem hat er nen Dreh?"

„Bastian", brummelte es neben ihm auf der Couch.

„Na klasse." Jack wirkte ebenfalls nicht begeistert und das merkte Kevin, ohne hinzusehen, grinste wissend und knuffte seinen besten Freund in die Seite. „Eifersüchtig?"

„Ich und eifersüchtig? Mach dich nicht lächerlich", erwiderte Jack, doch allein mit seiner Haltung sprach er das genaue Gegenteil aus. Er saß da, die Arme vor der Brust verschränkt und den Blick starr zu Boden gerichtet.

Erst, als ein Kissen geflogen kam, sah er auf, direkt Kevin an, der verwegen grinste und sich aufrichtete. „Lass uns was machen, uns ablenken und ..."

Ein lautes Stöhnen drang in seine Ohren, unterstreichend von Worten, die weder Jack, noch Kevin bekannt waren.

„War das ernsthaft gerade Andre?" Jack sah fassungslos zur Tür, dann aber erhob er sich und schlich sich neugierig näher an die verschlossene Tür heran, hinter jener der Dreh stattfand.

Er schob die Schiebetür ein kleines Stück auseinander, riskierte einen Blick zu jener Couch, auf der sich Bastian hemmungslos durchnehmen ließ und laut dabei stöhnte.

Jack schluckte schwer, biss sich auf die Unterlippe und merkte gar nicht, dass Kevin plötzlich hinter ihm stand.

Erst, als sich dessen Hände an seinen Oberkörper legten, zielstrebig Richtung Süden wanderten und beherzt in seine Hose griffen. „Ich würde so gerne tauschen", nuschelte Kevin in Jack ins Ohr und rieb mit fester Hand dessen Schwanz.

Bestätigend nickte Jack, schloss jedoch schon seine Augen und stellte sich vor, dass nicht sein bester Freund, sondern Basti hinter ihm stand.

Ein heiseres Keuchen entwich seinen Lippen, welche stetig durch seine Zunge befeuchtet wurden, seine Lust widerspiegelte und ebenso sein Verlangen nach jener Person, die er seit geraumer Zeit mit jeder Faser seines Körpers begehrte.

Kevin wisperte ihm unterstreichend zu, wie sehr Bastian es genoss gefickt zu werden, wie er sich unter Andre wandte, dabei stöhnte und nach mehr verlangte.

Jack wimmerte verhalten auf, drängte sich Kevins Hand entgegen, die unnachgiebig sein hart pulsierendes Fleisch auf und ab rieb und ihn in den Wahnsinn trieb.

„Mach die Augen auf und sieh ihn dir an", raunte Kevin ihm ins Ohr, leckte frech die Ohrmuschel entlang, während er lüstern zu seinem Freund sah, der hemmungslos einen anderen Kerl durchnahm.

„Ich kann nicht", keuchte Jack, leckte sich erneut über die Lippen und doch schlug er die Augen auf, als Kevin leise flüsterte, dass man sie längst entdeckt hatte.

Schwer schluckend haftete sein Blick auf Bastian, der sich kniend vor Andre befand und seinen Blick erwiderte.

„Fuck ..." Jack suchte nach Kevins Lippen, küsste diese forsch und verlangend, während er sein Becken immer wieder gegen das seines Freundes drängte und Kevin somit ein Stöhnen entlockte.

Lange dauerte es nicht mehr und er würde kommen, abspritzen und völlig ermattet in den Armen seines besten Freundes hängen, doch noch kostete Jack dieses süße Kribbeln in seinem Schwanz aus.

Dann aber gab Bastian ihm den Rest, er stöhnte laut seinen Namen, während er sich zuckend in seiner eigenen Hand ergoss und sich dennoch Andre weiterhin heftig entgegen drängte, der ihn mit festem Griff beinahe vom Sofa nagelte.

Zu viel für Jack, der im hohen Bogen kam, sein Sperma über Kevins Hand verteilte und heftig dabei keuchte, während sein Blick auf Basti und Andre haftete.

Schließlich kam auch Andre, verteilte sich auf Bastians Arsch, zog sich langsam zurück und hauchte ihm einen Kuss in den Nacken." Du weißt schon, dass du Jacks Namen gestöhnt hast?"

Bastian drehte sich daraufhin verwirrt um, dann aber sah er zu Jack, der wissend und dreckig grinste, sogar nickte, da er scheinbar Andres Worte deutlich gehört hatte.

Bastian schluckte, erhob sich hastig von der Couch und stürmte an seinem Drehpartner vorbei.

„Willst du dir nicht wenigstens noch was anziehen?", lachte Andre über seinen Abgang, griff sich seine Sachen und schlenderte in Richtung Badezimmer, gefolgt von Kevin, der sich mürrisch vor ihm aufbaute. „Was zum Geier war das gerade?"

„Sex?", erwiderte Andre gelassen, mogelte sich an seinem Freund vorbei, der ihm jedoch ins Bad folgte und hinter sich die Tür zuknallte.

 

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Autor

Pragomas Profilbild Pragoma

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Kapitel:25
Sätze:678
Wörter:12.166
Zeichen:71.027

Kurzbeschreibung

Kurzgeschichten aus nur einem Wort, welches ihr mir genannt habt. Viele süße, lustige oder auch traurige Geschichten und das nur mit eurer Hilfe.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Alltag auch in den Genres Liebe, Freundschaft und Humor gelistet.