Storys > Kurzgeschichten > Vermischtes > My niche - Meine Nische - My animals - meine Tiere

My niche - Meine Nische - My animals - meine Tiere

50
1
17.7.2019 17:30
12 Ab 12 Jahren
In Arbeit

A popular idiom was at that time: “Everything goes its socialistic course“. One had come to terms with the circumstances in this country. Everyone tried to do the best for himself. We had built our house at the edge of a little town. Behind the house there was a big garden with many fruit trees. We cultivated asparagus, strawberries, beans, tomatoes etc. for sale. We didn’t have to worry about sales.

Ein beliebter Ausspruch war damals: „Es geht alles seinen „sozialistischen Gang“. Mit den Umständen in diesem Land hatte man sich abgefunden. Jeder versuchte das Beste für sich daraus zu machen. Wir hatten am Rande einer Kleinstadt unser Haus gebaut . Hinter dem Haus war ein großes Stück Gartenland mit vielen Obstbäumen. Spargel, Erdbeeren, Bohnen, Tomaten usw. bauten wir an und verkauften es. Absatzsorgen hatten wir keine.

Then we tried breeding ducks and rabbits. I bought a duck-mom from a neighbour, I named her Auguste, she had twelve hatchlings. Daily I took a walk with the small family. Once to protect them from the birds of prey and on the other hand, I enjoyed to observe the little hatchlings. They had to exert their whole strength in order to pull the fat earthworms out of the meadow. On that occasion they mostly tipped over. Afterwards they went again into their enclosure. There they could swim in a tub. Thereafter, Auguste took again all under her wings and warmed them. Soon the little yellow balls turned into ugly shaggy ducks. But not long and they changed into beautiful white flight-ducks, which didn’t need a careful mother.

Dann versuchten wir es mit der Aufzucht von Enten und Kaninchen. Von einem Nachbarn kaufte ich eine Entenmutti, ich nannte sie Auguste, sie hatte zwölf Kükchen. Anfangs führte ich die kleine Familie täglich aus. Einmal, um sie vor den Raubvögeln zu schützen, und zum anderen hatte ich mein Freude daran, die kleinen Kükchen zu beobachten. Ihre ganze Kraft mussten sie aufbieten, um die fetten Regenwürmer aus der Wiese zu ziehen. Meisten kippten sie dabei nach hinten um. Anschließend kamen sie wieder in ihr Gehege. Dort konnten sie in einer Wanne baden. Danach nahm Auguste sie alle unter ihre Fittiche, um sie wieder zu wärmen. Bald wurden aus den kleinen gelben Bällchen hässliche struppige Entchen. Aber es dauerte nicht lange, und sie verwandelten sich in schöne weiße Flugenten, die keine fürsorgliche Mutter mehr brauchten.

Some day, I think to myself, I’m not seeing right, an egg lay in the stable. That could only be from Auguste. As quickly as possible, we needed a man for her. The eggs had to be fertilised. I traded a big drake for two small ducks. We decided to call him August. August knew immediately what to do. Before he examined his new surrounding at all, he ran after Auguste and … . For the first time, I saw, how the fertilisation happened. I paid attention.

Eines Tages, ich denke ich sehe nicht recht, lag ein Ei im Stall. Das konnte nur von Auguste sein. Schnellstens brauchten wir einen Mann für sie. Die Eier mussten betreten werden. Gegen zwei kleine Enten tauschte ich einen stattlichen Erpel ein. Wir beschlossen, ihn August zu nennen. August wusste sofort was zu tun war. Bevor er seine neue Umgebung in Augenschein nahm, jagte er hinter Auguste her und..... . Zum ersten Mal sah ich, wie das „Betreten“ vor sich geht. Ich passte genau auf.

August flew on the back of Auguste, and with his beak, he gripped the head of Auguste to position himself very calmly. She laid there quietly and patiently. Then, Auguste had to turn her tail sideways, August did it also. It still took a while until everything fitted and the act could be carried out. This looked like a quickie. After it, August fell down completely exhausted. He had enjoyed it. But Auguste ran to the water and took a bath after this torture. At this moment I was glad, that I was a human being, and not a duck.

August flog auf den Rücken von Auguste. Mit seinem Schnabel hielt er sich am Kopf der Ente fest, um sich dann in aller Ruhe richtig zu platzieren. Ganz ruhig und geduldig lag sie da. Dann musste Auguste ihren Schwanz seitlich drehen, August tat es auch. Es dauerte noch ein Weilchen, bis alles passte und der Akt vollzogen werden konnte. Das wiederum ging schnell. Danach fiel August völlig erschöpft herunter. Er hatte es genossen. Aber Auguste dagegen rannte zum Wasser und nahm ein Bad nach dieser Tortour. In diesem Moment war ich froh, dass ich ein Mensch, und keine Ente geworden bin.

Daily, Auguste laid an egg into her nest. I collected the eggs in order to secure them against egg-thieves. Some day, she obeyed a primary instinct and began to pull out feathers and filled the whole nest with it. Although, only one egg lay in it, she sat down for hatching. Immediately, I also placed the collected eggs in it. There were eighteen of them. I couldn’t imagine it, that out of each egg could hatch a duckling.

Täglich legte Auguste ein Ei in ihr Nest. Ich sammelte die Eier, um sie vor Eierdieben zu sichern und bewahrte sie auf. Einem Urinstinkt gehorchend, begann sie eines Tages Federn und Daunen auszuzupfen und füllte das ganze Nest damit aus. Obwohl nur ein Ei darin lag, setzte sich darauf, um es auszubrüten. Schnell legte ich die gesammelten Eier dazu. Es waren 18 Stück. Ich konnte es mir nicht vorstellen, dass aus jedem Ei ein Kükchen schlüpfen würde.

However, Auguste did her job superbly. Only once per day, she left her nest. Before she did, she covered the eggs with down-feathers. The nest looked, like a white cotton wool-ball. She waddled out the stall, stretched, fluttered with her wings and simultaneously a horrible stinking mass came out from her behind. Before she went to the feed-bowl, she had a good long bath. Unhurriedly she waddled back to the stall. Then she had a look, whether everything was ok. She climbed on the nest, sat down and breed and breed. At intervals, she turned the eggs. So that all got the same heat, she changed the places of the eggs too. She rolled the eggs, that lay at the edge, into the middle, and those from the middle to the edge.

Auguste knew everything and did everything very careful.

Doch Auguste machte ihren Job ganz super. Nur einmal am Tag verließ sie ihr Nest.

Bevor sie das tat, deckte sie die Eier mit Daunenfedern zu. Das Nest sah aus wie ein großer, weißer Watteball. Sie watschelte aus dem Stall, reckte und streckte sich, flatterte mit ihren Flügeln, und gleichzeitig kam hinten eine fürchterlich stinkende Masse heraus. Bevor sie zur Futterschüssel ging, badete sie ausgiebig. In aller Ruhe watschelte sie zum Stall zurück. Sah nach, ob alles noch so war, wie sie es verlassen hatte, stieg auf das Nest, setzte sich und brütete, und brütete. Zwischendurch drehte sie die Eier. Damit alle Eier die gleiche Wärme bekommen, wechselte sie die Plätze der Eier. Die Eier, die am Rand lagen, rollte sie in die Mitte, und die von der Mitte an den Rand. Alles machte sie ganz vorsichtig.

After five weeks, as I came into the stable early in the morning, what did I see there? Four little yellow balls hopped cheerfully on the back of Auguste. And two looked through the wings. That was all? From eighteen eggs? Had August failed and only pretended to be the strong one? I waited patiently until Auguste got up from the nest and went to the food. There, I saw more hatchlings. They still were wet. The rest of the eggs were cracked. I held one to my ear, there I heard a quite low chirp. Carefully I put it back again, because Auguste came back. Today, she wasn’t outdoor for long.

Nach 5 Wochen, als ich frühmorgens in den Stall kam, was sah ich da! Vier kleine gelbe Bällchen hopsten fröhlich auf Augustes Rücken und zwei steckten ihre Köpfchen durch die Flügel. War das alles? Von 18 Eiern? Hatte August versagt, und nur vorgegeben, der Starke zu sein? Ich wartete geduldig, bis Auguste vom Nest aufstand und zum Fressen ging. Da sah ich noch weitere Kükchen. Sie waren noch nass, und der Rest der Eier war angeknackst. Ich hielt eines an mein Ohr, da hörte ein ganz leises piepsen. Vorsichtig legte ich es wieder zurück, denn Auguste kam schon wieder rein. Sie war heute nicht lange draußen.

The next morning, a splendid summer day. Auguste already waited for me in order to show me all her small children. Proud she strode with them from the stable. Those little ducks that were the last one’s to be hatched, couldn’t run so fast. If the others were too far, they cheeped miserably. Auguste stopped, turned around and waited. Well, I thought, everything it runs super. My task with the “ducks breeding” was to clean the stall and to provide the feed. I liked to do this.

The biggest ducks were sold, and Christmas was near. The rest, among those three beautiful ducks, which were intended for breeding the next year, wintered.

Am anderen Morgen, ein herrlicher Sommertag. Auguste wartete schon auf mich, um mir alle ihre kleinen Kinder zu zeigen. Stolz kam sie mit ihnen aus dem Stall. Die zuletzt geschlüpft waren, hatten es schwer, Schritt zu halten. Entfernten sich die anderen zu weit, piepsten sie jämmerlich. Auguste blieb stehen, drehte sich um und wartete. Na, dachte ich, das läuft ja alles super. Meine Aufgabe beim „Entenzüchten“ war, Stall reinigen und für das Futter zu sorgen. Das tat ich gern.

Die größten Enten wurden verkauft, und Weihnachten stand vor der Tür. Der Rest, darunter drei schöne Enten, die für die Zucht im nächsten Jahr vorgesehen waren, überwinterten.

In spring, August was quite astonished, four ladies were available to him. Auguste and her three daughters, Schnattchen, Cheep one and Cheep two. Now, I could observe that the brood-behaviour of every duck was different. Auguste and Schnattchen began laying eggs and building their nest at the same time. Again, I had to collected the eggs and then put them into their nests. But Schnattchen found it boring brooding alone. She insisted to sit on her mother’s nest as well. Her nest remained untouched. I put her eggs also into Auguste’s nest and they brooded together. They never left the nest together. One duck always remained sitting.

Im Frühjahr, August war ganz erstaunt, vier Damen standen ihm zur Verfügung. Auguste und ihre drei Töchter, Schnattchen, Piep 1 und Piep 2. Nun konnte ich beobachten, dass das Brutverhalten bei jeder Ente anderes wahr. Auguste und Schnattchen fingen gleichzeitig an Eier zu legen und ihr Nest zu bauen. Wieder hatte ich die Eier eingesammelt und legte sie dann in ihre Nester. Aber Schnattchen fand es langweilig, allein zu brüten. Ganz beharrlich setzte sie sich mit auf das Nest ihrer Mutter. Ihr Nest blieb unberührt. So legte ich die Eier von ihr mit in das Nest von Auguste und sie brüteten gemeinsam. Nie verließen sie zusammen das Nest. Eine blieb immer sitzen.

But as the little ducks were hatched, there were 25 the dispute began. They lured to the bet. Each wanted to carry the little ones out. 

Until I, the angry human being, on the spur of the moment decided to imprison Schnattchen again, into enclosure of August. After a few days, she had forgotten her children. It didn’t disturb her, if Auguste marched past the enclosure with the babies. Not long after that, she laid eggs again. This time she stayed on her nest and also took care of the ones.

Aber, als die Kükchen geschlüpft waren, es waren 25 Stück, da ging der Streit los. Sie lockten um die Wette. Jede wollte die Kleinen ausführen. Die Ärmsten wussten nie, hinter wem sie herlaufen sollten. Bis der böse Mensch, ich, kurz entschlossen Schnattchen wieder in das Gehege zu August sperrte. Nach ein paar Tagen hatte sie ihre Kinder vergessen. Es störte sie nicht, wenn Auguste an dem Gehege mit den Kleinen vorbeimarschierte. Nicht lange danach legte sie wieder Eier. Diesmal blieb sie ganz brav auf ihrem Nest sitzen und kümmerte sich auch rührend um den Nachwuchs.

Now to Cheep one and Cheep two. Where the names come from? Both showed the same brood-behaviour. Like the others ducks, they laid eggs, build their nests and sat down to brooding. But, if they left the nest, they looked only at the ground, hurried past me, and acted very important. Strange sounds they produced. I interpreted them this way: I have an important job to do, I don’t have any time, please don’t disturb me, let me pass quickly, I’m in hurry, no time, I’m in hurry, I’m in hurry…..

Nun zu Piep eins und Piep zwei. Woher der Name? Beide zeigten das gleiche Brutverhalten. Wie die anderen Enten, legten sie Eier, bauten ihre Nester schön aus und setzten sich zum Brüten. Aber, wenn sie das Nest verließen, schauten sie nur auf den Boden, eilten an mir vorbei, taten ganz wichtig. Ganz eigenartige Piepstöne gaben sie von sich. Ich deutete es so, „...ich habe einen wichtigen Job, ich habe keine Zeit, bitte störe mich nicht, lass mich schnell vorbei, hab es eilig, hab es eilig....“

My duck-population grew from year to year.

So wuchs mein Entenbestand von Jahr zu Jahr.

Not every year I had so much luck, as in the first two ones. There were summers, when it rain a lot, and with a red-light-lamp I had to help the ducks to warm their hatchlings. Auguste put fewer eggs in these years. She never was dependent on my help. How did she only know everything? Until today it’s a miracle to me. She became very old and one morning ….. .

Nicht in jedem Jahr hatte ich soviel Glück, wie in den ersten beiden. Es kamen Sommer, wo es viel regnete, und ich musste mit einer Rotlichtlampe den Enten helfen, die Jungen zu wärmen. Auguste legte in diesen Jahren weniger Eier. Sie war nie auf meine Hilfe angewiesen. Woher wusste sie das alles nur? Ist mir heute noch ein Rätsel. Sie wurde sehr alt und eines morgens .... .

 

 

 

Ask an urbanite: “What should I do with a bigger area of lawns?” They answer: “Sheep, sheep they are the cheapest and best lawnmowers.” I also thought this. Later, I was disabused. Another reason to keep/hold a few sheep was their wool! Knitting was a hobby of mine at that time. There was wool, but like many other things, wool also was “not available to the population sufficiently” (another general slogan). And, pure sheep-wool, not at all. These reasons were enough to befriend with a shepherd. We came to an agreement. In late spring, I could pick up three sheep. A buck, called Hamlet and his two sisters Elsa and Rosy.

Frage einen Stadtmenschen: „Was soll ich mit einer größeren Fläche Rasen machen?“ Du bekommst zur Antwort: „Schafe, das sind die billigsten und besten Rasenmäher“ Das hatte ich auch gedacht. Wurde später eines Besseren belehrt. Ein weiterer Grund, ein paar Schafe zu halten, war ihre Wolle! Stricken war damals ein Hobby von mir. Es gab Wolle, aber wie vieles andere, stand auch Wolle ‚nicht ausreichend der Bevölkerung zur Verfügung’. (War doch schön ausgedrückt) Reine Schafwolle gab es überhaupt nicht. Diese Gründe reichten, mich mit einem Schäfer anzufreunden. Wir wurden handelseinig. Im späten Frühjahr konnte ich mir drei Schafe abholen. Einen Bock, das war der Hamlet, und seine beiden Schwestern Elsa und Rosi.

In a big herd, sheep are held together by sheepdogs. But unfortunately in our case, the hunting-instinct came though in our Peggy, a small black mixed breed. As she saw the sheep for the first time, she hunted these over the whole area/property. This happened only on the first day.

In einer großen Herde werden Schafe von den Hütehunden zusammengehalten. Dagegen kam bei unserer Peggy, ein kleiner schwarzer Mischling, der Jagdtrieb durch. Als sie die Schafe zum ersten Mal sah, jagte sie diese über das ganze Grundstück. Das passierte nur am ersten Tag.

During the day, the three grazed. In order not to lead them into temptation and also that they really only ate the grass and not my vegetables, they became getüdert, on a peg, which was regularly moved. Enough grass was available. But no. As you know, the “cherries” from neighbours garden taste much better. Several times they managed to crawl under the fence and almost strangled themselves. My husband was ‘very happy’ about it. He had to repair the fence again and again.

Then, in the evenings, when I wanted to get the animals into the stall, one had the impression, they hadn’t eaten anything the whole day. They ran there like wild. Because they knew that a bowl with turnips, dried bread and much hay was prepared for them. Frugal and good mowers? No way!

Tagsüber weideten die drei. Um sie nicht in Versuchung zu führen, dass sie auch wirklich nur das Gras fraßen und nicht mein Gemüse, wurden sie getüdert, d.h. an einem Pflock angebunden, der regelmäßig versetzt wurde. Ausreichend Gras stand zur Verfügung. Aber nein. Bekanntlich schmecken die „Kirschen“ aus Nachbars Garten viel besser. So brachten sie es mehrmals fertig, unter dem Zaun durchzukriechen und sich fast zu strangulieren. Mein Mann freute sich darüber sehr, musste er doch immer wieder den Zaun reparieren.

Wenn ich die Tiere abends in den Stall bringen wollte, hatte man den Eindruck, sie hätten den ganzen Tag nichts gefressen. Wie wild rannten sie dorthin. Sie wussten genau, dass eine Schüssel mit Rüben, getrocknetem Brot und viel Heu für sie bereit stand. Von wegen, genügsam und gute Rasenmäher.

In winter, they stayed in the stall most of the time. Oh, oh, and they ate and ate. Now and again I patted their fur. This felt peculiar, dull and greasy. At the same time I thought, how many sweaters I could probably knit from their wool? Finally the spring came and the sheep could be shorn. The sheep-shearer was an older woman. She treated the animals with hand-scissors.

She worked carefully and slow. This took some time. I waited quite eagerly for the result. Then, she had finished. On a blanket lay a heap of wool that she sorted and spread out for drying. Curiously I asked: “How much longer will it take to dry the wool and when can I start to yarn?” She informed me: “This wool is not suitable for spinning, it is dense, dry and clean, but much too short. You have got meat-sheep and no wool-sheep.”

Im Winter blieben sie die meiste Zeit im Stall. Oh, oh, was sie da zusammen gefressen haben. Hin und wieder streichelte ich über das Fell. Das fasste sich eigenartig an, stumpf und fettig. Dabei überlegte ich, wie viele Pullover ich wohl von ihrer Wolle stricken werde?

Endlich kam das Frühjahr und die Schafe konnten geschoren werden. Der Schafscherer war eine ältere Frau. Mit einer Handschere bearbeitete sie die Tiere. Das tat sie ganz vorsichtig und langsam. Das dauerte. Ganz gespannt wartete ich auf das Ergebnis. Endlich war sie fertig. Ein großer Haufen Wolle lag auf der Decke, den sie sortierte und zum Trocknen ausbreitete. Neugierig fragte ich, wie lange nun das Trocknen dauert und wann man mit dem Spinnen anfangen könnte. Da teilte sie mir mit: „Diese Wolle eignet sich nicht zum Spinnen, sie ist zwar dicht, trocken und sauber, aber viel zu kurz. Sie haben Fleisch- und keine Wollschafe.“

My God, how I had looked forward to the wool. The honeymoon was over! First I was very angry with the shepherd. Then I said to myself, never mind. The sheep were sold. But the stall didn’t stay empty for long. And, I got my sheep-wool as well. A few years later, of my husband. No, no, he was not shorn. Miracles happen now and again. He went for treatment to a Romanian health resort. From there, he brought along wool for me. On a market, he had bought it from gypsies. One full carton. Until then, I only knew fabricated knit-ware of sheep-wool, and that was white. What he had brought looked dirty and with small straw-particles spun within. I was pleased, but I looked at my husband disbelievingly. He assured me: “That is real sheep-wool. You only have to clean it, the more frequently the lighter it becomes.” It was correct. With each cleaning, the wool became lighter. The straw also vanished. Rolling up the wool to balls put my patience to a hard test. Once, the thread was thin like silk and then again thick, one needed knit-needles strength five. Continually, everything got tangled. I didn’t lose the hope and one day, I could start knitting. Then, however, I was happy.

Mein Gott, wie hatte ich mich auf die Wolle gefreut. Aus der Traum! Zuerst war ich wütend auf den Schäfer. Dann sagte ich mir, was soll’s. Die Schafe wurden verkauft. Aber der Stall blieb nicht lange leer. Und zur Schafwolle kam ich auch noch. Ein paar Jahre später. Durch meinen Mann. Nein, er wurde nicht geschoren. Hin und wieder geschehen auch Wunder. Er bekam eine Kur nach Rumänien. Von dort brachte er mir Wolle mit. Auf einem Markt hatte er sie von Zigeunern gekauft. Einen ganzen Karton voll. Ich kannte bis dahin nur fertige Stricksachen aus Schafwolle, und die waren weiß. Was er mitgebracht hatte, waren Lagen, die sahen schmutzig aus, und lauter kleine Strohteilchen waren mit versponnen worden. Ich freute mich, sah aber meinen Mann sehr ungläubig an. Er versicherte mir: „Das ist echte Schafwolle. Du musst sie nur waschen, je öfter, je heller wird sie.“ Es stimmte. Bei jedem Waschen wurde die Wolle heller. Das Stroh verschwand auch. Das Aufwickeln stellte selbst meine Geduld auf eine harte Probe. Mal war der Faden dünn wie Seide und mal so dick, für Stricknadelstärke fünf. Dauernd verhedderte sich alles. Ich verlor die Hoffnung nicht, und irgendwann konnte ich dann mit dem Stricken anfangen. Da war ich aber glücklich.

If you move from the city to the country, you are and always remain a city-dweller for the people there. Everything is observed, exactly what you do and how you do it. That it went well with the ducks was a coincidence and a matter of luck in their eyes. Well, with the sheep, one didn’t want to tell me immediately because I had the spleen with the wool.

Wenn du von der Stadt auf das Land ziehst, bist und bleibst du für die Menschen dort immer ein Städter. Genau wird alles beobachtet, was und wie du etwas machst. Dass es mit den Enten gut lief, war Zufall und Glückssache in ihren Augen. Na, mit den Schafen, das wollte man mir nur nicht gleich sagen, weil ich doch den Spleen mit der Wolle hatte.

I had already helped friends with the slaughter, quite a few times. So, the thought to feed a pig oneself and …. . was not far. The sheep were sold and I had enough room again. I didn't need long to convince my husband how good house-maker-sausage tastes. Who thinks of gout and such things, when the sausage is on the table? Therefore, we needed a pig. But who sold piglets? There, Rosi helped me. We sang together in the women-choir. She worked as a nurse in the local clinic and knew this and that and everything, also a farmer in the neighbour-village, who sold piglets. A date was arranged. The purchase should be in the evening after 20:00 o’clock. That was very convenient for me. My neighbours didn’t have to know immediately. First, I wanted to see how I myself managed. They would find out about it soon enough. And, they did. Faster than I really wanted.

Öfters schon hatte ich Bekannten beim Schlachten geholfen. So war der Gedanke, selber einmal ein Schwein zu füttern und .... nicht fern. Die Schafe waren verkauft und genügend Platz hatte ich jetzt auch wieder. Meinen Mann brauchte ich nicht lange zu überzeugen, wie gut Hausmacherwurst schmeckt. Wer denkt schon an Gicht und solche Dinge, wenn die Wurst auf dem Tisch steht. Also, ein Schwein musste her. Aber wer verkaufte Ferkel? Da kam mir Rosi zur Hilfe. Wir sangen zusammen im Frauenchor. Sie arbeitete als Schwester in der hiesigen Poliklinik, kannte Gott und alle Welt, so auch einen Bauern im Nachbarort, der Ferkel verkaufte. Ein Termin wurde vereinbart. Der Kauf sollte abends nach 20:00 Uhr sein. Mir war das ganz Recht. Meine Nachbarn mussten das nicht gleich wissen. Erst wollte ich selber sehen, wie ich mit ihnen zurecht komme. Sie erfahren es noch früh genug. Und, sie haben es, schneller, als ich mir das lieb war.

On the arranged date, we drove to the farmer. In front of the gate, we already heard the piglets squeak. We entered. In the yard, pigs and piglets ran around freely and between them danced four potato sacks. Two of those should be for us. The piglets were paid by weight. Therefore, I had to stand on a decimal-scale to be weighted, then, I got a sack with a piglet into my arm. The difference …. . Today, I have the same weight again, only without holding piglets in my arms. In the car the little animals were calm. They went into their stable. Quite early the next morning I fed them for the first time. I patted them and talked to them and they grunted back friendly. Peggy and Felix, my dogs stood next to me, but couldn’t see the piglets, they jumped up the barricade al the time. After I had looked after the other animals, I went back into the house in order to have breakfast.

Zum vereinbarten Termin fuhren wir zum Bauern. Vor dem Tor hörten wir schon die Ferkel quieken. Wir gingen hinein. Auf dem Hof liefen Schweine und Ferkel frei herum und zwischen ihnen tanzten vier Kartoffelsäcke. Zwei davon sollten für uns sein. Bezahlt wurden die Ferkel nach Gewicht. Deshalb musste ich mich auf eine Dezimalwaage stellen und wurde gewogen, dann bekam ich einen Sack mit einem Ferkel in den Arm. Die Differenz ..... . Heute habe ich wieder das gleiche Gewicht, nur ohne Ferkel im Arm. Im Auto waren die Tierchen ganz ruhig. Sie kamen in ihren Stall. Am nächsten Morgen, ganz früh, fütterte ich sie das erste Mal. Ich streichelte sie dabei und erzählte mit ihnen, sie grunzten freundlich zurück. Peggy und Felix, meine Hunde, waren dabei, konnten aber die Ferkel nicht richtig sehen und sprangen nur an dem Verschlag hoch. Nachdem ich die anderen Tiere versorgt hatte, ging ich ins Haus zurück, um zu frühstücken.

As I finished my breakfast, I thought, of what to do next and threw a quick glance out of the window. Oh my… , I got a shock. In front of our wide open gate, my two black dogs, and in their middle the small pink piglets. Honestly, it looked really cute. Slowly, I tried to get near them, I spoke with all four as quietly and kindly as I could. The dogs wagged their tails with joy, but the piglets became more and more restless as I came nearer. Suddenly, they ran away. In a pig-gallop. Directly into the forest. The dogs ran after them. All vanished in the thicket. Firstly, I stood there rooted to the spot. Then, I got my bicycle, in order to hurry to the next telephone, to inform my husband about the news. Of course, at that time we didn’t have any telephone line of our own. I needed almost ten minutes by bicycle, to the plant it was that far. There, the porter informed me, he had instructions, that the telephone can be used by citizens only in emergencies. “I’m an emergency, my pigs ran into the forest,” I said, still completely out of breath. Very calmly he wrote down the number, took the telephone in his hand and dialled. For him the whole matter was so funny, that he misdialled twice. I had to be patient, because I was dependent on him. My husband was just going for a drink with his colleagues to toast on our new “housemates” as I burst out with the dreadful news/Hiobsbotschaft. He immediately came and brought two of his colleagues too.

Als ich fertig war, überlegte ich, was als nächstes getan werden muss, und warf dabei einen Blick aus dem Fenster. Upps, bekam ich einen Schreck. Vor unserem weit geöffneten Tor stehen meine beiden schwarzen Hunde, und in ihrer Mitte die kleinen rosa Schweinchen. Ehrlich, sah richtig niedlich aus. Langsam versuchte ich mich ihnen zu nähern, sprach so ruhig und freundlich ich konnte mit allen Vieren. Die Hunde wedelten mit ihren Schwänzen vor Freude, die Ferkel aber wurden immer unruhiger, je näher ich kam. Plötzlich rannten sie los. Im Schweinsgalopp. Direkt in den Wald. Die Hunde hinterher. Alle verschwanden im Dickicht. Zuerst stand ich da, wie angewurzelt. Dann holte ich mein Fahrrad, um zum nächsten Telefon zu eilen, meinem Mann die frohe Botschaft mitzuteilen. Wir hatten damals natürlich keinen eigenen Telefonanschluss. Ich brauchte fast zehn Minuten mit dem Rad bis zum Werk. Der Pförtner dort teilte mir mit, er habe strickte Anweisungen, nur in Notfällen darf das Telefon von Bürgern genutzt werden. „ Ich bin ein Notfall, meine Schweine sind in den Wald gelaufen,“ sagte ich, noch ganz außer Puste. In aller Ruhe schrieb er die Nummer auf, nahm das Telefon in die Hand und wählte. Für ihn war die ganze Sache so lustig, dass er sich zweimal verwählte. Ich musste geduldig sein, denn ich war auf ihn angewiesen. Mein Mann wollte gerade mit seinen Kollegen auf unsere neuen Mitbewohner anstoßen, als ich mit der Hiobsbotschaft reinplatzte. Er kam sofort und brachte noch zwei Kollegen mit.

As I arrived back home, my two dogs jumped with joy. Not a trace of the piglets. Meanwhile they had run out of the forest and rummaged around in the dooryards of our neighbours. Once they had done enough damage, respectively, it’s pig-custom to introduce themselves in this way, they returned by themselves. Both lay quite exhausted in front of the gate. I locked up the dogs and the hunt began. Every time, when the men tried to grasp a piglet, they slipped again and again through their fingers. The tall men lay on the ground and the small piglets stood next to them. That looked too funny, but I was not allowed to laugh at this moment. In the end, the human beings won.

Als ich wieder zu Hause ankam, sprangen mir meine beiden Hunde freudig entgegen. Von den Ferkeln aber keine Spur. Die waren inzwischen wieder aus dem Wald gerannt und wühlten in den Vorgärten unserer Nachbarn herum. Als sie genug Schaden angerichtet hatten, das war ihre Art sich vorzustellen, kamen sie von ganz alleine zurück. Ganz erschöpft lagen beide vor dem Tor. Die Hunde sperrte ich ein und die Jagd ging los. Jedes Mal, wenn die Männer versuchten, sie zu greifen, schlüpften sie ihnen immer wieder durch die Finger. Die großen Männer lagen auf dem Bauch und die kleinen Ferkel standen daneben. Das sah so lustig aus, aber ich durfte in diesem Moment nicht lachen. Am Ende siegte der Mensch.

How could this have happened? We had separated the stable with one 80 cm high wooden wall. Of course, only a city-dweller believes, this height is enough. No way. These little animals immediately showed us on the first day, how quick and movable they can be. Therefore, I couldn’t be angry about their trip. One cannot speak of stupid pigs. Who was the stupid one here?

Wie konnte das nur passieren? Wir hatten den Stall mit einer 80 cm hohen Bretterwand geteilt. Natürlich, nur ein Städter glaubt, diese Höhe ist ausreichend. Von wegen. Wie flink und beweglich diese Tierchen sein können, zeigten sie uns nun gleich am ersten Tag. Den Ausflug konnte ich ihnen deshalb auch nicht übel nehmen. Auch vom dummen Schweinen kann man hier nicht sprechen. Wer waren hier wohl die Dummen?

Daily, I spoke to them and patted them when I fed them. As soon as I put my hand on their back, they dropped themselves to the side and grunted contentedly. They enjoyed this. Of course, the bigger the pigs became, the more they ate. Every day two big full buckets. That was exactly how much I needed to feed forty ducks. Ducks and many other things that "small-producers" produced, got subsidized by the state. We received so much money for 30 ducks, that we could buy two big pigs for it. Of course, I didn’t tell the pigs anything about our calculation yet. In late spring, the time had come. The butcher came. How well I could understand the women now, that didn’t want to participate in the slaughter. However, I had to. In the first few days afterwards, I couldn’t eat anything. Yesterday, I still patted them and today … . No, no, I felt like a cannibal

Täglich beim Füttern sprach ich mit ihnen und streichelte sie. Sowie ich meine Hand auf ihren Rücken legte, ließen sie sich zur Seite fallen und grunzten zufrieden. Sie genossen die Streicheleinheiten. Natürlich, je größer die Schweine wurden, um so mehr fraßen sie. Jeden Tag zwei große Eimer voll. Das war genau so viel, wie ich brauchte, um ca. 40 Enten zu füttern. Enten wurden, wie vieles andere, was die "Kleinerzeuger" produzierten, vom Staat subventioniert. Für den Erlös von 30 Enten bekamen wir so viel, dass wir uns zwei große Schweine kaufen konnten. Den Schweinen erzählte ich natürlich noch nichts von unserer Kalkulation. Im späten Frühjahr war es dann so weit. Der Fleischer kam. Wie gut konnte ich jetzt die Frauen verstehen, wenn sie beim Schlachten nicht dabei sein wollten. Doch ich musste. In den ersten Tag konnte ich nichts essen. Gestern noch gestreichelt und heute... . Nein, nein, ich fühlte mich (kam mir vor) wie ein Kannibale.

However, this opinion didn’t hold for too long. As we finally got the sausages from the "Räuchermännchen", I immediately changed my opinion. The scent/smell, mmmhh. With the sight of the sausages, nothing more reminded me of my pigs. Our Räuchermännchen was already very old and worked very precise. The sausages had to hang a long time up in his roof chamber to dry (called air-dried), after that they were put into the smoke-chamber.

The wood-chips, that were used for smoking, should be only from special wood. Unfortunately, we could use his service only three times. He simply died. With the later slaughters, everything went in a flash. Slaughter on Saturday, and after eight days we could pick up the smoked ware again. That was possible as well, but one had to freeze everything.

Das hielt aber nicht lange an. Als wir endlich die Würste vom „Räuchermännchen“ holten, änderte ich sofort meine Meinung. Der Duft, mmm. Beim Anblick der Würste erinnerte mich nichts mehr an meine Schweine. Unser Räuchermännchen war schon alt und arbeitete sehr gewissenhaft. Die Würste mussten erst zum Trocknen eine lange Zeit oben in seiner Dachkammer hängen, (man nennt das luftgetrocknet), erst dann kamen sie in die Rauchkammer. Nur von bestimmtem Holz durften die Holzspäne, die zum Räuchern verwandt wurden, sein. Leider konnten wir seine Dienste nur dreimal in Anspruch nehmen. Er starb einfach. Bei den späteren Schlachtungen ging alles ruckzuck. Sonnabends schlachten und nach 8 Tagen konnten wir die geräucherte Ware schon wieder abholen. Das ging auch, aber man musste alles sofort einfrieren.

Now, I do a jump back. It was in summer 1957 and my first Schlachtfest. The occasion was a sad one. My aunt, Schwester Paula, she was a nun, lived and worked in the Dessauer St. Josef-hospital as an OP-nurse. She was very liked with us children, and her patients. Amongst relatives, everybody spoke of her with the highest regard. Although she was a godly and good woman, she became ill. Cancer. To me, it was incomprehensible at that time. She knew that she would die soon. A big wish of her was, to be together with her siblings once again. All agreed/promised. The family was so big, that even a pig was slaughtered to this special occasion in summer.

Jetzt mache ich einen Sprung zurück. Es war im Sommer 1957 und mein erstes Schlachtfest. Der Anlass war ein trauriger. Meine Tante, Schwester Paula, sie war eine Nonne, lebte und arbeitete im Dessauer St. Josef-Krankenhaus als OP-Schwester. Sie war sehr beliebt bei uns Kindern und all ihren Patienten. In der Verwandtschaft wurde nur mit größter Hochachtung von ihr gesprochen. Obwohl sie eine so fromme und gute Frau war, wurde sie schwerkrank. Krebs. Für mich war es damals unfassbar. Sie wusste, dass sie bald sterben würde. Ein großer Wunsch von ihr war, noch einmal mit ihren Geschwistern zusammen zu sein. Alle sagten zu. Die Familie war so groß, dass zu diesem besonderen Anlass sogar im Sommer ein Schwein geschlachtet wurde.

It was also my last vacation with my relatives in Eichsfeld. I was in training and, very important, I was a "teenager" from the city. There, you look with different eyes on country life. Boring! The only highlight was, a movie once in fourteen days, with films that I already knew.

Es war auch mein letzter Urlaub bei meinen Verwandten im Eichsfeld. Ich war in der Lehre, und, ganz wichtig, ich war ein "Teenager" aus der Stadt. Da sieht man das Landleben doch auf einmal mit ganz anderen Augen an. Langweilig. Ein Highlight war, einmal in vierzehn Tagen eine Kinovorstellung, mit Filmen, die ich schon kannte.

However suddenly, the country life became interesting. The cause? My cousin’s friend, S. He was the son of the local butcher. He studied in Dresden and helped his father with the harvest and with slaughtering during his vacation. Well, he had at least had an idea about the "real life". In the evening, we really only walked hand in hand around the village. Kisses were allowed, but other things? No, finally, we both were brought up Catholics!!

Doch plötzlich wurde das Landleben interessant. Die Ursache? Der Freund meines Cousins, S. Er war der Sohn des dortigen Fleischers und Schlachters, studierte in Dresden und half während seines Urlaubs bei der Ernte und seinem Vater bei Schlachtungen. Na, der hatte wenigstens Ahnung vom "richtigen Leben". Abends gingen wir wirklich nur Hand in Hand ums Dorf herum spazieren. Küssen war erlaubt, aber sonst, schließlich waren wir beide katholisch erzogen!!

Ono day, it was during the week, it was said, the slaughter takes place today. S. was the butcher, his father only came by , in order to look that everything also was done correctly. Honestly, I was a little proud, because "I was his girlfriend". There was not any lack of helpers. Most relatives had arrived already, even those from the west part of Germany. A particular task was allotted to me, I should get the Sülzenpresse. "Maybe, it will still stand at the family Schollmeyers", my cousin shouted to me. I went there to experience that it already returned again to the mayor. The mayor was my uncle Paul. He did quite a serious face, and looked at his secretary. Both thought about it, who had received the Sülzenpresse and where it was put? "After all it’s property of the village" uncle Paul said. "Marie, come back around 12:00 o’clock, until then, we’ll find it."

Es war an irgendeinem Tag in Woche, da hieß es, heute wird geschlachtet. S. war der Schlachter, sein Vater kam nur vorbei, um nachzusehen, dass alles auch richtig gemacht wird. Ehrlich, ein bisschen war ich stolz, denn "ich ging mit ihm". Da schon einige Verwandte, sogar aus dem Westen angereist waren, gab es keinen Mangel an Helfern. Mir wurde eine spezielle Aufgabe zugeteilt, ich sollte die Sülzenpresse holen. "Bestimmt wird sie noch bei Schollmeyers stehen", rief mir mein Cousin zu. Ich ging dorthin, erfuhr aber, dass man sie schon wieder zum Schulzen (Bürgermeister) zurückgebracht hatte. Der Bürgermeister war mein Onkel Paul. Er machte ein ganz ernstes Gesicht, sah zu seiner Sekretärin rüber und beide überlegten, wer die Sülzenpresse in Empfang genommen hat und wohin sie gestellt wurde. "Sie ist schließlich Eigentum des Dorfes", meinte Onkel Paul. "Marie, komm gegen 12:00 Uhr noch einmal, bis dahin werden wir sie gefunden haben."

I went back and told them the state of affairs. My relatives, except S., pretended, as if the whole slaughter would depend only on the stupid Sülzenpresse. At the arranged time, again I went to the mayor. The sun laughed and beamed. Thank God, the Sülzenpresse stood ready. She was packed well in a big zinc-bucket and covered well, because of the Hygiene. As I tried to lift the bucket, I thought, my arms would pull out. It was so heavy. My uncle wanted to be helpful. But  as a "city type", hello,  doesn’t one show weakness! So, I dragged myself through the whole village. The old women opened their windows and asked; "Marie, what do you carry so heavy there?" I answered with pride: " The Sülzenpresse." They only smiled pitifully.

Ich ging wieder zurück, teilte den Stand der Dinge allen mit. Meine Verwandten, außer S., taten so, als würde das ganze Schlachten nur von der blöden Sülzenpresse abhängen. Zur verabredeten Zeit, die Sonne lachte und strahlte nur so, ging ich zum Schulzen. Gott sei Dank, sie stand schon bereit, die Sülzenpresse. Sie war gut verpackt in einem großen Zinkeimer und gut zugedeckt, wegen der Hygiene. Als ich versuchte den Eimer anzuheben, dachte ich, meine Arme reißen aus. So schwer war es. Mein Onkel wollte behilflich sein. Doch als "Stadtmensch", hallo, zeigt man da Schwäche? So schleppte ich mich durchs ganze Dorf. Die alten Mütterleins öffneten ihr Fenster und fragten besorgt: "Marie, was trägst du da so schweres?" Ganz stolz antwortete ich: "Die Sülzenpresse." Sie lächelten mitleidig.

Then, I had reached the goal, I opened the door. All relationships expecting me already on the yard. This surprised me very much. "Marie, you’ve finally come." Wow, I am important, I thought to myself. "Take the sack off the bucket." I did. What I did have to see? The bucket was filled up to the brim with stones and some rubbish. A deafening laughter broke out. First, I laughed too. But then, what I did have to see? S. also laughed with. I really heard  his laughter only. Such a mean traitor!! He should  have warned me. I really would have participated in the fun. But no. Sobbing and furious I ran through the barn into the garden. It didn’t take long, and my aunt Schwester Paula came. She took me into her arms. She knew about the romance between S. and me. "Marie, it is a long tradition with the Sülzenpresse here in our village. Everyone, who believes, to be something better, can she get."

Dann, endlich, war ich am Ziel. Ich öffnete die Tür. Die ganze Verwandtschaft erwartete mich schon auf dem Hof. Das wunderte mich sehr. "Marie, endlich kommst du." Mensch, bin ich wichtig, dachte ich so bei mir. "Nimm den Sack vom Eimer". Das tat ich. Was musste ich sehen? Der Eimer war gefüllt, bis zum Rand, mit schweren Steinen, und irgend welchem Gelumpe. Ein ohrenbetäubendes Gelächter brach aus. Zuerst lachte ich mit. Aber dann, was musste ich sehen? S. lachte mit. Ich hörte wirklich nur sein Lachen. So ein gemeiner Verräter!! Er hätte mich warnen müssen. Den Spaß hätte ich doch ganz klar mitgemacht. Aber nein. Weinend und wütend rannte ich durch die Scheune in den Garten. Es dauerte nicht lange, da kam meine Tante Schwester Paula. Sie nahm mich in ihren Arm. Sie wusste von der Romanze zwischen S. und mir. "Marie, das mit der Sülzenpresse ist lange schon Tradition hier in unserem Dorf. Jeder, der glaubt, etwas Besseres zu sein, darf sie holen."

In general one speaks of hares, but means rabbits. The rabbits were my husband’s hobby. I only fed them. Rabbits belong to the rodents and therefore are not my friends. The rodents that start with "m" und "r" are my deadly enemies. Think what you want. I can’t help it.

Im Allgemeinen spricht man von Hasen, und meint aber Kaninchen. Die Kaninchen waren das Hobby meines Mannes. Ich fütterte sie nur. Kaninchen gehören zu den Nagetieren und sind deshalb nicht meine Freunde. Die kleineren Nagetiere, die mit "M" und "R" anfangen, sind meine Todfeinde. Denkt von mir, was ihr wollt. Ich kann es nicht ändern.

We had not only one stable full of hares, no, there were several. Where the saying comes from: " You multiply like the rabbits", I know now. I had to feed ninety hares in the average. The stables had three floors. I was the measure of everything, because the stalls were only built so high, that  I could reach them for feeding. My husband had worked it out before.

Wir hatten nicht nur einen Stall voller Hasen, nein, es waren mehrere. Woher das Sprichwort kommt: "Sie vermehren sich wie die Karnickel" weiß ich jetzt. Im Durchschnitt musste ich 90 Hasen füttern. Die Ställe hatten drei Etagen. Ich war das Maß aller Dinge, denn die Ställe wurden nur so hoch gebaut, dass auch ich zum Füttern überall dran kam. Hatte mein Mann vorher berechnet.

With the breeding he was very keen. For him only it must be "purebred’s". Some years, it were White New Zealanders, the Blue Viennese (no sausages, it’s really a rabbit-race), German Giants, oh, and I can’t remember the other races. I found the Blue Viennese were most beautiful, better said, their fur. I thought of a nice cap or a fur-collar. No way. We had to give away the furs, they also were subsidized, i.e. (id est) became well paid. We got coupons as well, that was important. We could buy grains for the other animals with it. There was also the possibility that you could buy back a tanned fur for 25 furs. My husband wanted to please me and bought some tanned furs. They were dappled horribly colourful and hard. All beautiful furs were intended for the export.

Mit der Zucht nahm er es ganz genau. Nur "reinrassig" wurde gezüchtet. Einige Jahre waren es Weiße Neuseeländer, dann Blaue Wiener ( sind keine Würstchen, sonder ist wirklich eine Kaninchenrasse), Deutsche Riesen, ach, und die anderen Rassen weiß ich nicht mehr. Am schönsten fand ich die Blauen Wiener, besser gesagt ihr Fell. Ich dachte an eine schöne Kopfbedeckung oder einen Pelzkragen. Ging nicht. Die Felle mussten wir abgeben, sie waren auch subventioniert, d.h. wurden gut bezahlt, dazu bekamen wir auch noch Futtermarken, Gutscheine, das war wichtig. Damit konnten wir für die anderen Tiere wieder Körner kaufen. Es gab auch die Möglichkeit, dass man für 25 Felle ein gegerbtes Fell zurückkaufen konnte. Doch leider keines von den Fellen, die wir abgegeben hatten. Mein Mann wollte mir eine Freude bereiten und kaufte einige gegerbte Felle. Die waren grässlich bunt gescheckt und hart. Die schönen Felle waren alle für den Export bestimmt.

All I did, my dogs were always there. Well behaved, they sat there and observed what I did.

It was on a very hot summer day. Only lightly dressed, I fed the rabbits. The upper stall doors were open, I bent down in order to take greens from the basket, at once I felt something running over my back very softly. Immediately I thought, that can only be a mouse or maybe a …. . I did a terrible scream. The dogs stormed away. The ducks fluttered around nervously in the enclosure and the rabbits ran like mad in their stalls. For a while I stood in bent down position, in order to wait what might happen now. Nothing. I took a normal position again, stood bolt upright in front of the stall and saw, only a gentle breeze had moved one of the upper open doors. I was very sorry about the animals - honest. Then I asked myself, why were all the animals frightened? Even though there were differently types of animals. Was it the "Urschrei" that means simultaneously, "here is danger" for all creatures. Luckily the rabbits on the top floor, where the doors were open, did not take the opportunity to jump down.

Bei allem, was ich tat, waren meine Hunde stets dabei. Ganz brav saßen sie da und beobachteten genau, was ich machte.

Es war an einem sehr heißen Sommertag. Nur leicht bekleidet fütterte ich die Kaninchen. Die oberen Stalltüren waren geöffnet, ich bückte mich, um Grünzeug aus dem Korb zu nehmen, da spürte ich auf einmal, wie ganz sacht etwas über meinen Rücken lief. Ich dachte sofort, das kann nur eine Maus oder vielleicht eine .... sein. Ich gab einen fürchterlichen Schrei von mir. Die Hunde stürmten los. Die Enten flatterten aufgeregt im Gehege herum und die Kaninchen rannten wie verrückt in ihren Ställen hin und her. Eine Weile stand ich noch da, in der gebückten Haltung, um abzuwarten, was nun passiert. Nichts. Ich nahm wieder eine normale Haltung ein, stand kerzengerade vor dem Stall und sah, nur ein leiser Windhauch hatte eine der oben offenstehenden Türen bewegt. Wie taten mir die Tiere leid, ehrlich. Doch dann stellte ich mir die Frage, wieso erschraken alle Tiere? Es waren doch verschiedene Tierarten? Gab ich den "Urschrei" von mir, der für alle Lebewesen gleichzeitig bedeutet, "hier ist Gefahr"! ? Zum Glück haben die Kaninchen oben, wo die Türen geöffnet waren, nicht die Gelegenheit missbraucht und sind herausgesprungen.

I believed that rabbits weren’t good runners just because they hobbled around in the stall all day long. That was a mistake. Once outside, they exactly sped away as fast as their brothers, the wild rabbits. A real Meister Lampe lost his way into our garden once.

From far, I saw a small, brown thing lying in the grass. Since we live opposite of the forest, it could only be a small deer. When I got closer, the deer got up. First I saw the short front-legs and then, the backside got higher and higher. The animal looked tilted. I thought, poor deer, you are disabled. Suddenly, with great leaps the animal vanished into the forest. Only then did I recognized that it was a hare. Unfortunately, it never came back.

Ich glaubte, Kaninchen könnten nicht schnell sein, nur weil sie den ganzen Tag im Stall herumhoppeln. Ich irrte gewaltig. Einmal im Freien, flitzten sie genau so schnell von dannen, wie ihre Brüder, die Wildkaninchen. Ein richtiger Meister Lampe hatte sich auch einmal in unserem Garten verlaufen. Von Weitem sah ich etwas kleines, braunes im Gras liegen. Da wir gegenüber vom Wald wohnen, konnte das nur ein kleines Reh sein. Als ich näher kam, stand das "Reh" auf. Ich sah zuerst die kurzen Vorderbeine und dann, das Hinterteil wurde immer höher. Das Tier sah ganz schief aus. Armes behindertes Reh, dachte ich. Doch plötzlich, mit riesigen Sätzen sprang das Tier in den Wald. Da erst erkannte ich, dass es ein richtiger Meister Lampe war. Leider kam er nie wieder.

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

0
BerndMooseckers Profilbild
BerndMoosecker Am 28.08.2019 um 19:22 Uhr
Hallo Marie,

die Geschichte hat mir gut gefallen. Deutsch und Englisch Absatzweise zu mischen, hat es mir erleichtert die englischen Texte zu lesen. Ich konnte schließlich direkt überprüfen, ob ich alles richtig verstanden habe.

Ich weiß jetzt nicht, welches Kapitel mich mehr amüsiert hat. Enten oder Kaninchen? Oder die Schweine? Es ist eine insgesamt gelungene Erzählung aus einer Welt, die nur noch in den Erinnerungen der Älteren existiert.

Gruß Bernd
marie64s Profilbild
marie64 (Autor)Am 30.08.2019 um 16:12 Uhr
Hallo Bernd,

vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir die Geschichten von meinen Tieren gefallen haben. Ja, es ist wahr, diese Erzählung ist aus einer Zeit, lang, lang ist es her...... .

Gruß Marie

Autor

marie64s Profilbild marie64

Bewertung

Noch keine Bewertungen

Statistik

Kapitel:5
Sätze:830
Wörter:8.803
Zeichen:49.114

Kurzbeschreibung

My Nice - Meine Nische. Diese Kurzgeschichten schrieb ich vor einigen Jahren für meine Freunde in einem „Englisch Forum“. Es ist die Antwort auf ihre Frage; „Marie, wie war dein Leben vor dem Mauerfall?“ Was mir damals an diesem Forum besonders gefiel, die engl. Texte wurden gleich mit deutscher Übersetzung geliefert. Fand ich super. Englisch lesen ohne Wörterbuch. Außerdem sind die Geschichten auch für meine Enkelkinder.