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Funny Moments

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05.03.21 13:18
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

Der Wahnsinn hat mich wieder oder doch der Humor?

Vermutlich beides, wenn ich mir den Klappentext so durchlese.

Aber hey, hin und wieder muss man auch mal lustig sein, albern und das Leben genießen.

Ernst hat man genug und den packen wir jetzt mal ein und bringen ihn runter in den Keller.

Da kann er bleiben bis er Schimmel ansetzt und ich meine Knaller mal wieder auf Instagram zusammengesucht habe.

Daher stammt das Ganze hier nämlich mal wieder und man kennt es bereits von der Bohnengeschichte und anderen kurzen Storys, die ich mit Mühe aus den Weiten des Internets zusammengefasst habe.

Einiges wurde jedoch umgeschrieben und nicht alles, was ihr lest, solltet ihr für bare Münze nehmen.

Vieles davon ist nämlich kilometerweit aus der Luft gegriffen oder entstand aus einem Gespräch heraus.

Mein Humor muss dir jedoch nicht gefallen, es ist meiner aber wer Lust und Laune hat und dabei sachlich bleibt, der kann gerne einen Kommentar schreiben.

Nicht alle der Kurzgeschichten sind lustig, einige sind auch normaler Alltag oder ein kleines bisschen mit Romantik angehaucht.

Nun aber viel Vergnügen mit der Chaostruppe, die sich gerne mal die Ehre gibt und völlig danebenhaut.

Warum musste der Supermarkt immer so voll sein?

Konnten Rentner nicht morgens einkaufen, wenn sie Zeit hatten?

Wieso immer abends, wenn berufstätige unter Stress die letzten Dinge wie Klopapier und Taschentücher kaufen wollten?

Elio war genervt, ebenso sein Freund, der sich mühselig mit dem Wagen, durch die engen Gänge schob. "Brauchen wir sonst noch was, außer Klopapier und Taschentücher?"

Elio überlegte, grinste und schob seinen schwarzhaarigen Freund weiter. "Gleitgel vielleicht? Dann machen immerhin die vielen Taschentücher einen Sinn."

Mates blinzelte, dann aber lachte er und kniff seinem Freund frech in den Hintern. "Wir brauchen noch Öl, aber sicher kein anderes Schmiermittel."

"Nicht? Auch nicht in der Werkstatt?", fragte Elio mit einem Zwinkern weiter nach und sorgte dafür, dass Mates mit den Augen rollte.

Ein deutliches Zeichen, dass er genervt war und das Thema besser unter den Tisch fiel. "Gut, dann Lauch. Als Suppe mit Hack und Käse."

Dagegen sprach nichts und Mates steuerte neben der Kühltheke auch gleich den Gang an, in dem das Gemüse aufgestellt war. Da war es auch ganz gleich, dass er nochmals zurück zum Eingang und an etlichen anderen Leuten vorbeimusste.

Er hatte Zeit, hetzte sich nicht und auch, wenn Elio hin und wieder stöhnte und somit zu verstehen gab, dass er nach Hause wollte, ließ sich der Schwarzhaarige mit den braunen Augen nicht aus der Fassung bringen.

Er sprach nicht, er schlenderte einfach durch die Gänge, besorgte die restlichen Sachen und steuerte letztendlich die Kasse an.

Elio folgte stumm, half aber den Einkauf auf das Kassenband zu legen und legte noch drei Schachteln Zigaretten dazu. "Du rauchst zu viel", murrte Mates, während er das Hackfleisch und den Käse nahm.

"Und du meckerst zu viel", moserte Elio zurück. "Außerdem ist eine davon für deinen Bruder."

Jakub rauchte schließlich auch und nicht nur Zigaretten aber das stand derzeit nicht zur Debatte, sondern Mates seine bissige Laune, die scheinbar aus dem Nichts kam und die er abbekam.

Und so sollten sie den restlichen Tag gemeinsam verbringen und kochen?

Elio seufzte innerlich und ihm verging immer mehr die Lust auf ein gemeinsames Wochenende mit seinem Freund.

Mates schien davon vorerst nichts zu merken, zahlte den Einkauf und drehte sich schließlich um. "Kommst du?"

Nur widerwillig setzte sich Elio in Bewegung, verließ den Supermarkt und lief schweigend zu ihrem Auto, öffnete den Kofferraum und fing an, einzuräumen.

Schweigend.

Er sah Mates dabei nicht einmal an, sondern schmiss mehr oder weniger achtlos das Toilettenpapier in den Kofferraum, ehe er nach dem Lauch griff, jedoch davon abgehalten und ernst angesehen wurde. "Elio, was ist los, hm?"

"Das fragst du mich? Du bist doch der, der mit einmal mal angefressen ist und das nur wegen drei Schachteln Zigaretten."

"Das war doch nur wegen ..." Mates hörte auf zu reden, biss sich auf die Unterlippe und sah unsicher in die blauen Augen seines Freundes.

"Wegen was, Mates?"

Elio beobachtete sein Gegenüber genau, sah, wie er mit sich rang und seinem Blick schließlich ganz auswich.

Wut machte sich in dem Blondschopf breit, er ahnte bereits, was Mates sein Problem war und das hatte mit seinem älteren Bruder Jakub zu tun.

Elio begann zu knurren, griff nach der Lauchstange und schlug sie ihm auf den Kopf. "Dein fucking ernst, Mates? Du pisst dich seinetwegen auf?" Wieder zog er ihm den Lauch über den Kopf, schimpfte, fluchte und ignorierte die belustigenden Blicke einiger Passanten.

"Elio hör auf, die Leute...

"Das ist mir scheißegal, Mates. Lass sie glotzen", fiel Elio ihm aufgebracht ins Wort, ehe die Lauchstange nochmals auf ihn niedersauste und ziemlich mitgenommen wirkte. "Er ist dein Bruder und keine Konkurrenz. Außerdem wollte ich nur nett sein und ihm helfen! Du weißt genau, dass es ihm derzeit verdammt Scheiße geht!"

Mates seufzte und hielt Elio davon ab, den Lauch ganz zu zerstören. "Meine Eifersucht ist dumm, oder?"

"Saudumm", murrte Elio ein letztes Mal, ehe er Mates an sich zog und kurz küsste. "Der Lauch hat einiges abbekommen, aber für ne Suppe geht er noch."

"Klasse, dass du dir mehr Sorgen um den Lauch machst, als um mich", grinste der Schwarzhaarige.

"Halt die Klappe und küss mich, sonst hol ich den Lauch nochmals raus", murmelte Elio leise und kam seinen Lippen langsam näher.

Heiß, es war viel zu heiß und während einige der Jungs bereits im Whirlpool saßen, hatten es sich Elio und Jamie auf der Hollywoodschaukel gemütlich gemacht.

Stöhnend legte Jamie den Kopf in den Nacken und blinzelte mit seinen braunen Augen der Sonne entgegen. "Es ist viel zu heiß", beschwerte er sich.

"Wer hatte denn auch die scheiß Idee, bei dem Wetter die Prager Burg hochzulaufen, hm?" Elio sah seinen Kumpel von der Seite an, pickte ihm in die Wange und grinste frech über die Empörung. "Geh halt das nächste Mal mit Kevin in den Wald und sammel Pilze."

Pilze sammeln? Elio riss entsetzt seine blaugrauen Augen auf. "Ich kenn mich damit nicht aus. Hinterher vergiftet sich noch einer."

Überlegend strich Jamie sich über seinen Dreitagebart, dann grinste er so breit, dass seine süßen Grübchen hervorstachen. Elio beobachtete ihn, schüttelte den Kopf und wusste bereits, dass gleich ein frecher Spruch kam.
Dafür kannte er Jamie jetzt lang genug, um zu wissen, wie und wann er tickte. Und sowas triggerte ihn enorm und da konnte das Faultier schonmal anders.
"Elio, Elio", tadelte Jamie ihn, während er noch immer grinste. "Wem willst du hier eigentlich etwas vormachen?"

Wie? Elio verstand nicht, was Jamie meinte, sah ihn ratlos an und kratzte sich nachdenklich durch seine platinblonden Haare. Was sollte er ihm denn vormachen? Ihre Freundschaft?

Elio hatte keine Ahnung, was Jamie meinte und antwortete nicht auf dessen Worte. Stattdessen sah er zum Whirlpool, der mit sechs Leuten einfach zu voll war. "Man, die haben es echt gut."
Jamie nickte. "Meine Füße kochen, ich hab das Gefühl, die sterben gleich ab."

"Nicht nur deine", erwiderte Elio, dem die zündende Idee kam und er sich hastig erhob. "Zieh schon mal Schuhe und Socken aus."
"Wieso denn Socken?", rief Jamie ihm nach, doch eine Antwort bekam er darauf nicht. Jamie seufzte, beugte sich vor und öffnete seine Schuhe, die er kaum später auszog und ebenso die Socken.

Was plante Elio überhaupt, so ganz sicher war sich der blondhaarige Mann nicht und sah skeptisch zur Terrassentür.

"Elio?"
Keine Reaktion, Jamie saß da wie bestellt und nicht abgeholt.
"Klasse", knurrte er leise vor sich hin und schob mit seinen nackten Füßen seine Schuhe ein ganzes Stück weg. "Was zur Hölle treibt der Kerl?"


Jamie wippte ungeduldig mit den nackten Füßen auf der Stelle, dann zog er sie hoch und sah erneut zur Terrassentür. Kein Elio, er saß noch immer alleine auf der Hollywoodschaukel und langweilte sich.
"Man ey", stöhnte er laut, ignorierte die Andren, die sich umdrehten und mitfühlend ansahen.

"Jamie, komm halt zu uns", rief einer aus dem Whirlpool, doch genau in dem Moment kam Elio zurück und das mit einem Eimer in der Hand.

Bei genauerem Hinsehen erkannte man, dass es der Putzeimer war und was genau wollte Elio jetzt?
Jamie sah verwirrt auf, dann in den Eimer, den Elio genau neben seine Füße stellte und wieder Platz nahm.
"Äh ...", setzte er an, während sein Freund sich die Socken abstreifte und seine Füße in das kalte Nass eintauchte.
"Gott ist das geil", stöhnte Elio und ignorierte die Blicke seiner Freunde, die sich allesamt umgedreht hatten.
Jamie hingegen grinste frech, stellte ebenso seine Füße in den Eimer und lachte leise, als Elio erschrocken wegzuckte und ihn anstarrte. "Wir füßeln."

"Und?", fragte Jamie, zuckte mit der Schulter und berührte nochmals Elios rechten Fuß.
Skeptisch sah dieser in den Eimer, dann aber ruckte er mit dem Kopf hoch, sah zum Whirlpool, aus welchem plötzlich fünf Personen in alle erdenklichen Richtungen sprangen und angewidert wirkten.

"Alter, furz das nächste Mal draußen oder schieb dir nen Korken in den Arsch", beschwerte sich der durchtrainierte Ethan, während er sich durch seine braunen, mittellangen Locken fuhr und das Gelächter von Jamie und Elio ignorierte.

Wie sie wieder einmal allesamt nervten und ihm den letzten Nerv raubten.

Wie zur Hölle sollte er da bitte arbeiten und sich obendrauf konzentrieren?

Rhys rollte nun schon das dritte Mal mit seinen blauen Augen, fuhr unterstreichend seinen markanten Dreitagebart nach und schüttelte den Kopf.

Mit seinen 32 Jahren war er dann wohl doch schon zu alt, um den Blödeleien seiner Mitbewohner folgen zu können.

Einer seiner Kollegen übertrieb, Rhys musste nicht mal hingucken, um zu wissen, dass es wieder Jamie war, der es nicht lassen konnte.

Dabei nannten sie den dunkelblonden Mann mit den süßen Grübchen im Gesicht immer ein Faultier.

Einfach aus dem Grund heraus, dass er ständig auf dem Sofa gammelte und nichts tat.

Böse sein konnte ihm niemand, besonders Rhys selber, da er Jamie dann doch etwas zu gut kannte und ebenso seine Tricks.

Besonders heimtückisch war sein Anschleichen und dann ...

Dann schlug er zu, kraulte auf Teufel komm raus und alles war vergessen.

Rhys seufzte, versuchte sich wieder daran das Drehbuch zu schreiben und doch kam die nächste Attacke völlig unvorbereitet und warf ihn aus dem Konzept.

"Jamie", knurrte er bereits leise, doch als er genauer hinsah war es nicht Jamie, sondern eher der markante Kleiderschrank mit dem Namen Adam.

"Sorry, war keine ..." Adam merkte selber, dass weiterreden nichts brachte und so wie der Ältere wirkte, war da auch nicht mehr viel mit reden.

Während Rhys sich ganz langsam erhob, wich Adam bereits nach hinten aus, stieß jedoch sehr schnell gegen die Küchentheke und hatte keine weitere Option ausweichen zu können.

"Ruhig Brauner, das war keine Absicht, ich wollte doch nur ..."

"Was wolltest du?", schnitt Rhys ihm das Wort ab, ehe er galant auf die Theke griff und etwas nach Jamie warf, der dümmlich grinste.

"Alter", beschwerte der sich, traf ihn eine Rolle Toilettenpapier mit voller Wucht am Kopf und kullerte anschließend durch die Küche.

Adam war im ersten Moment fassungslos, dann aber begann er zu lachen und selbst Rhys, der eben noch emotional zu kochen schien, stimmte mit ein und amüsierte sich köstlich.

"Sehr witzig", maulte Jamie die beiden an, stieg über die halb ausgerollte Klopapierrolle und wurde an der Tür jedoch aufgehalten.

Mürrisch blickte er Rhys an, der noch immer ein breites Grinsen im Gesicht hatte. "Sei froh, dass es nur eine Rolle Klopapier war. Nächstes Mal fliegt der Pfannenwender."

Jamie knurrte, boxte Rhys gegen den rechten Arm und sah ihn herausfordernd an. "Ein nächstes Mal wird es nicht geben. Ich bin nämlich schneller als du gucken kannst."

Adam ahnte bereits, was Jamie meinte und er kannte beide jetzt schon seit Jahren und ebenso wie sie tickten und sich gegenseitig mehr als üble Streiche spielen konnten.

Elio konnte davon bereits ein Lied singen, doch war dies eine ganz andere Geschichte.

Gelangweilt drehte der großgewachsene Mann mit den braunen Augen jetzt schon die dritte Runde in seinem Bürostuhl, während sein Kumpel hinter ihm auf dem Sofa saß und nachdenklich den Kopf schief legte.

"Was mach ich denn jetzt?", fragte er mehr sich, bremste ab und schwang sich rasch aus dem Stuhl, nur um wie ein Tiger auf der Lauer durch das Zimmer zu schleichen.

"Hilf ihm doch. Zu zweit geht es schneller und ihr habt mehr Zeit", schlug Kevin vor, wurde dabei jedoch komisch angesehen und schließlich schüttelte Helmut den Kopf. "Du weißt genau, dass ich es nicht ausstehen kann. Das langweilt immer so."

Kevin rollte mit den Augen. "Dann beschwere Dich nicht", brummte er, stand von der Couch auf und nahm das Chatgespräch am Computer an.

Wie fast jeden Abend rief ein guter Freund an und doch hatte Kevin nicht lange Zeit, da er noch einiges anderes zu tun hatte.

Helmut hingegen schob den Dunkelblonden vom Tisch weg, setzte sich und grinste schon wieder in die Kamera. "Ey Elio, alles klar?"

Der blonde Junge auf der anderen Seite der Webcam grinste gelassen und nickte. "Und bei Dir? Wirkst ein bisschen frustriert, kann das sein?"

Helmut seufzte leise aber dennoch gut hörbar auf und fuhr sich gestresst durch die Haare.

"Helmut ist bockig, weil sein blondes Lockenschaf Kuchen backt und keine Zeit hat", erklärte Kevin mit einem Augenzwinkern, ehe er aus dem Sichtfeld verschwand, die beiden alleine ließ und hinter sich die Tür schloss.

Elio sah ihm ein paar Sekunden nach, ehe er sich entspannt zurücklehnte, sich seine Zigaretten schnappte und eine davon anzündete. "Er backt also Kuchen, ja? Und wo genau ist da jetzt das Problem, Helmut?"

Helmut schwieg für einen Moment, verschwand schließlich aus dem Bild und es sah aus, als würde er irgendwas unter dem Schreibtisch suchen.

"Helmut?" Elio runzelte die Stirn, es klirrte und klimperte und langsam fragte sich der Blondhaarige, was sein Kumpel unter dem Tisch zu suchen hatte. "Was zur Hölle suchst Du da unten?"

Keine Antwort, dafür aber tauchte ein Glas Nutella auf und einige Sekunden später Helmut selber.

"Ähm..." Elio wusste erstmal nicht, was er dazu sagen sollte, er wartete ab, sah zu, wie Helmut das Glas aufschraubte und den Finger in die Schokoladenmasse steckte.

Genüsslich wurde der Finger schließlich abgeleckt und erneut in die braune, klebrige und süß schmeckende Masse getaucht.

Elios blaue Augen blinzelten einige Male, dann schüttelte er den Kopf und fing an zu lachen. "Wir sollten Dich umtaufen. Nutellatier würde passen."

Helmut grummelte leise. "Nutella hilft  gegen alles."

"Bestimmt", lachte Elio weiter, griff zu seinen Zigaretten und ließ diese beinahe fallen, als er sah, was sein Kumpel mit dem Nutellaglas tat. "Also jetzt zweifle ich echt an Dir und Deinem Verstand. Das ist nen Glas."

"Mir doch egal", brummte Helmut und zog dabei eine Schnute. "Es kuschelt sonst ja keiner mit mir."

"Schmier Dich damit ein und geh in die Küche, Du Kindskopf", grinste der Blonde neckisch, suchte auf dem Schreibtisch sein Feuerzeug und als er wieder aufsah, war Helmut mit seinem Nutellaglas verschwunden.

Es gab Tage, da wachte man viel zu früh auf, trottete in die Küche, setzte Kaffee auf und stellte fest, dass man nicht alleine wach war.

"Auch Kaffee?", fragte Elio während er sich streckte und gegen die Theke lehnte.

Tony brauchte einen Moment, ehe er sich umdrehte, müde blinzelte und sich durch seine braunen Haare fuhr.

Gestern erst hatte er sich diese wieder schneiden lassen, trug sie an den Seiten abrasiert und das obige Deckhaar war kurz und stand in alle erdenklichen Richtungen ab.

Ein Anblick der Elio zum Schmunzeln brachte.
"Was ist, wieso grinst du so?", wollte sein Mitbewohner wissen, zuckte aber im selben Moment zusammen und sah Adam böse neben sich an. Er hatte gar nicht mitbekommen, dass das Breitkreuz mit den blauen Augen aufgestanden war und sich am frühen Morgen schon erdreistete, ihn ärgern zu wollen.

Der blonde Elio beobachtete die Zwei, dann aber fiel ihm ein, dass Tony noch immer nicht gesagt hatte, ob er Kaffee wollte oder nicht. "Hey, ihr Raufbolde ...", setzte er an, doch weder Tony noch Adam reagierten.
Elio grummelte leise während sich zwei Arme um ihn schlangen und jemand einen Kuss in seinen Nacken hauchte. "Lass die Zwei doch machen. Ich nehme gern einen Kaffee."

Jamie, dazu ziemlich verschlafen und verstrubbelt auf dem Kopf. Ein niedlicher Anblick, wobei er es hasste, so betitelt zu werden.

Elio ließ es demnach bleiben, löste sich aus der Umarmung und goss eine zweite Tasse Kaffee ein, die er kaum später Jamie rüberreichte.

"Setzen wir uns raus auf die Terrasse?"
""Gerne", erwiderte Elio, folgte seinem besten Freund nach draußen und schob leise die Tür zu.
Jamie hatte es sich währenddessen bereits auf der Hollywoodschaukel bequem gemacht, lehnte sich entspannt zurück und doch wirkte er, als würde er gleich wieder schlafen.
Faultier, dachte sich Elio, setzte sich und trank vorsichtig einen Schluck aus seiner buntbemalten Tasse.

Wirklich wach wurde aber auch er nicht. "Ich geh erstmal duschen, der Kaffee bringt irgendwie rein gar nichts."


Jamie antwortete nicht, er schlief schon wieder und das im Sitzen, wie er feststellen musste.
Elio schmunzelte, stellte die Tasse auf den Tisch und schlich sich leise nach drinnen und an Tony und Adam vorbei.

Die beiden waren mit sich beschäftigt, er aber wollte wach werden und endlich in den Tag starten.

Zielstrebig steuerte er sein Schlafzimmer an, öffnete, nachdem er es betreten seinen Kleiderschrank und überlegt, was er anziehen sollte.
Klassisch schwarz oder doch ausgefallen und bunt?

Elio seufzte, zog schließlich eine hellblaue Jeans heraus, ein knallig rotes Shirt und verschwand im gegenüberliegenden Badezimmer.


Leise summend schlüpfte er aus seiner Boxershort, trug bei diesen Temperaturen nicht mehr am Leib und schritt leise gähnend zur geräumigen Dusche.

Nanu, warum rauschte das Wasser, er hatte es doch noch gar nicht angestellt.

Elio blinzelte verwirrt, kam jedoch näher und da erkannte er, dass es sich um Jamie handelte, der wohl doch nicht geschlafen hatte.
"Du hast wohl nur so getan", murmelte er, stieg unter die Dusche und griff nach seinem Duschgel, welches sein bester Freund jedoch festhielt und ihn angrinste.

"Du kennst mich, ich hab ein Talent dafür, mich schlafen zu stellen.

Stumm gab Elio ihm recht.
Tatsächlich hatte er dafür ein Talent und nicht nur dafür, sondern auch im Rücken einseifen, was keine Sekunde später geschah und ihm ein wohliges Seufzen entlockte.

Der erste Schritt an diesem Tag war der Gang zur Kaffeemaschine und bevor Elio nicht mindestens eine Tasse Kaffee getrunken hatte, würde er heute seinen Arsch nicht hochkriegen.

Gähnend tappte er an zwei seinen Mitbewohnern vorbei, holte sich aus dem Schrank seine Lieblingstasse und goss sich den schwarzen Muntermacher ein, mit dem er sich kaum später an den Küchentisch setzte.

Nochmals gähnte er, führte die Tasse an seine Lippen heran und trank den ersten Schluck Kaffee. Kräftig, genau richtig, um wach zu werden und mit jedem weiteren Schluck merkte Elio, wie die müden Geister nach und nach wach wurden.

Der Tag konnte also endlich richtig beginnen.

"Gut geschlafen?", sprach ihn sein Mitbewohner vorsichtig an, worauf Elio den Kopf hob und Adam ansah. "Schon, aber irgendwie auch nicht."

Verstehend nickte der junge Mann mit dem breiten Kreuz, ehe er aufstand und sich Kaffee holte. "Auch noch einen, Elio?"

"Danke, ich habe noch", erwiderte dieser und lächelte, als auch Jamie die Küche betrat und sich schweigend setzte.

Mit seinen verstrubbelten, dunkelblonden Haaren und dem müden, zerknautschtem Gesicht sah Jamie zum Knuddeln aus und doch wusste jeder, dass man ihn besser nicht ansprach. Nicht, bevor er zwei Tassen Kaffee getrunken hatte und von sich aus das Gespräch suchte.

Daran hielt sich nur nicht jeder und es gab da diese eine Person, die ohnehin so ziemlich jeder gefressen hatte.

Besonders Elio und doch hielt er sich zurück, als ausgerechnet Pip die Küche betrat, sich breit grinsend an den Tisch setzte und ihn abfällig ansah.

Ekelhaft, wie dabei seine gelben Zähne zum Vorschein kamen und doch riss er sich zusammen, trank schweigend seinen Kaffee und sah stattdessen Adam an, der nicht minder genervt wegen Pips Anwesenheit wirkte.

"Wo ist Kevin?", wollte Pip wissen.

"Im Bett. In meinem Bett", betonte Elio ruhig und musste sich innerlich beherrschen, dem braunhaarigen Idioten nicht ins Gesicht zu springen und ihm die Augen auszukratzen.

Jeder wusste, dass Pip auf Kevin stand, er damals einen Keil zwischen ihn und Andre geschlagen hatte und dennoch so tat, als wäre er die Unschuld vom Land.

Elio hätte kotzen können oder schlimmer noch, er würde ihn am liebsten packen und aus der Wohnung werfen.

Die Stimmung war angespannt und das merkte man deutlich.

Auch Pip merkte das und doch war es ihm schlichtweg egal und er provozierte weiter. "In deinem? Was ist denn mit Mates? War er nicht gut genug für deine Ansprüche, dass du dir Kevin unter den Nagel reißen musstest?"


Elio schluckte, dennoch brodelte es ganz gewaltig in ihm und er setzte zum Gegenschlag an.

Adam hielt sich im Gegenzug vorerst zurück, dennoch sah man, wie er bereits die Lippen verzog, leise knurrte und erst damit aufhörte, als Tony sanft, aber bestimmend nach seiner Hand griff und sie drückte.

"Ich hätte dich echt taffer eingeschätzt", frotzelte Pip gegen Elio weiter. "Kevin hat echt etwas Besseres verdient, aber nicht so einen Lappen, wie du einer bist."

"Halt deine beschissene Fresse", ertönte plötzlich Jamies Stimme, der offensichtlich genug hatte und seinen Kaffee nicht einmal ausgetrunken hatte.

"Oho Elio bekommt Hilfe von einem Faultier."

"Schnauze, Penner", knurrte Jamie, während er nach der am Tisch liegenden Fliegenklatsche griff und sie Pip quer durch das Gesicht zog, dass es nur so klatschte.

Adam und Tony wirkten fassungslos und Elio fing einfach an, lauthals zu lachen. "Unterschätze das Faultier nicht, es kann auch anders."

Jamie grinste frech, zog nochmals nach und dreschte weiterhin auf Pip ein, der das weniger lustig fand und sich beschwerte. "Jetzt hör auf."

"Halt die Klappe und verpiss dich. Du bist hier unerwünscht und störst mich beim Kaffee trinken." Jamie zog noch einmal nach und das so heftig, dass die Fliegenklatsche brach und ein unschöner Abdruck in Pips Gesicht entstand. "Hau schon ab, ehe ich die gusseiserne Bratpfanne auspacke", drohte er an und erhob sich ganz langsam von seinem Platz.

"Ich an deiner Stelle würde ja gehen. Jamie redet nicht nur, der holt wirklich gleich die Pfanne", grinste Elio breit und sein Grinsen wurde deutlich breiter, als er das entsetzte Gesicht dieser ekelhaften Kakerlake sah.

"Na hopp, wird's bald?", kam es schon wieder von Jamie, der lauernd mit der Bratpfanne näher kam und doch kam ihm sein Freund Kieran zuvor und schob Pip weg. "Geh mal hier weg, ich brauch Kaffee und keinen hässlichen Zwerg, der mir im Weg rumsteht."

Gelächter am ganzen Tisch. Adam kugelte sich vor Lachen und ebenso Tony konnte nicht mehr an sich halten und stimmte mit ein. Elio hielt sich bereits den Bauch und noch schlimmer schmerzte dieser, als Kieran der Becher versehentlich aus der Hand fiel und das direkt auf Pips Fuß. "Sorry, war Absicht", murmelte der braunhaarige Wuschelkopf, ehe er galant an ihm vorbei schritt und sich setzte.

"Echt jetzt? Ihr mobbt mich und ich soll gehen?"

"Wir mobben dich nicht, wir können dich nur nicht ausstehen. Frag dich mal, warum das so ist", ergriff Tony das Wort, wandte sich dann aber wieder seinem Kaffee zu und ließ den erzürnten Pip, der aus der Wohnung rauschte, einfach links liegen.

"Und dabei wollte er so dringlich zu Kevin", grinste Adam breit. "Die Liebe zu ihm muss echt grenzenlos sein."

"So grenzenlos, wie seine Haare am Arsch", nuschelte Elio und wieder brach alles in Gelächter aus.

“Bringst du mir auch noch einen mit? Ich muss noch zwei Filme schneiden und das kann dauern”, wandte sich der dunkelblonde Jack an seinen guten Freund und Kollegen Elio, der sich von seinem Schreibtisch erhoben hatte und auf dem Weg zur Küche war.

“Logisch und dann helfe ich dir. Geht schneller”, bot Elio an, verschwand vorerst im Flur und lief gemächlich zur Küche, in der sich Adam und Jamie befanden und sich angeregt unterhielten.

Kurz sahen die beiden auf, nickten ihm zu und doch ließen sie Elio in Ruhe, da sie wussten, dass er noch zu arbeiten hatte.

Rasch füllte er daher zwei Tassen mit Kaffee, klemmte sich eine Packung Kekse unter den Arm und verschwand genauso schnell, wie er gekommen war aus der Küche und zurück ins Büro, wo Jack bereits mit dem Schneiden einer der Filme begonnen hatte.

Schweigend stellte Elio die Tassen ab, beugte sich dafür kurz über Jack und runzelte kaum merklich die Stirn.

Entweder hatte er etwas an der Ohren, oder aber der Untenliegende keuchte einen ganz anderen Namen und nicht den, der über ihm lag. Vermutlich aber war er nicht richtig wach.

Bestimmt sogar. Basti würde doch nicht Jacks Namen von sich geben, wenn er gerade beruflich mit Andre unterwegs war. Einen kurzen Seitenblick warf er dann aber doch zu Jack, der völlig konzentriert den Film schnitt und nicht so wirkte, als würde er …

Da schon wieder. Wieder der Name Jack und das klar und deutlich.

“Spul nochmal zurück. Ich hab entweder einen Hörsturz oder aber Bastian ist in Gedanken bei jemand ganz anderem”, deutete Elio dann aber doch an, da es nun schon das zweite Mal war und das sicher kein Verhören mehr war.

“Hab ich was übersehen?”, wollte Jack panisch wissen, tat Elio aber den Gefallen und spulte den Film einige Minuten zurück. “Mach den Ton mal lauter.”

“Lauter? Kevin ist drüben im Chat”, merkte der dunkelblonde Mann mit dem frechen Grinsen an, ehe er dem Wunsch nachkam, lauter drehte und angestrengt auf den Monitor sah.

“Maul nicht…” Da war es doch schon wieder und nun hatte es auch Jack gehört, der sich fluchend die Haare raufte und wenig begeistert wirkte. “Das kann ich nicht schneiden. Der Film ergibt dann kein Ganzes mehr.”

Wie recht Jack hatte. Bastian versprach sich in nur vier Minuten ganze fünfmal und das so deutlich, dass man unmöglich schneiden und neu drehen konnte. Der Film musste morgen fertig und im Internet verfügbar sein, da bereits ordentlich Werbung gemacht wurde.

“Mist, verdammter.” Wieder Jack, der fluchte und Elio ansah, als wüsste er die Lösung für das Problem. “Können wir das so lassen? Bitte sag nicht nein, ich sterbe sonst und quittiere meine Arbeitsstelle.”

“Jetzt chill mal, Jacko und denk an Jamie.”

“Was hat er jetzt damit zu tun?” Jack war noch verwirrter, allerdings arbeitete es bereits auf Hochtouren in seinem Kopf und schließlich kam die Erkenntnis, was Elio genau meinte. Er grinste so breit dabei, dass es beinahe schon gruselig wirkte. “Jamie und sein Ahoj.”

Elio nickte eifrig. “Genau das und es kam dreimal und sogar hintereinander.”

Beide lachten und erinnerten sich zurück an diesen Tag. “Ich frag mich bis heute, warum er dreimal Hallo sagt, während Benoit zwischen ihm kniet und seinen Ständer verwöhnt.”

“Das weiß er selber nicht mehr”, schmunzelte Elio wissend. “Ich hab ihn das nämlich schon gefragt und er wusste darauf keine Antwort.”

“Typisch Jamie. Er ist nicht nur ein Faultier, er ist auch ein Schussel”, erwiderte Jack und sah plötzlich zur Tür, in der Bastian stand und sich nervös mit der linken Hand über seinen rechten Arm fuhr.

“Basti”, grinste er. “Na, war ich gut?”

“Wie, was, wo? Wer war gut?”, stammelte Bastian und schielte fragend zu Elio, der sich das Lachen nur schwer verkneifen konnte. “Klärt mich halt auf, statt so blöd zu grinsen”, beschwerte er sich und verzog seine vollen Lippen zu einer schmollenden Schnute.

Elio warf einen Blick zu Jack, zwinkerte ihm zu und schnappte sich dessen halbvolle Tasse. ”Ich hole mal noch Kaffee. Ihr habt sicher noch einiges zu klären”, merkte er an, ehe er sich an Bastian vorbeimogelte, der ihm imitiert nachsah. “Was soll das denn jetzt?”

Jack antwortete nicht. Er erhob sich stattdessen von seinem Platz und schritt ganz langsam auf Bastian zu, der einige Zentimeter größer als er selber war und doch hielt es ihn nicht davon ab, nach dem Saum seines Shirts zu greifen und den Braunhaarigen an sich zu ziehen. “Ist das nicht egal?”, murmelte er verheißungsvoll.

“Äh…” Bastian stockte und wollte den immer näherkommenden Lippen ausweichen. ”Jack das ist…” Weiter kam er nicht, wurde mit einem Kuss zum Schweigen gebracht und gegen den Türrahmen gedrückt.

“Mir ist langweilig”, maulte Jamie, der neben seinem braunhaarigen Freund Kieran auf dem Sofa saß und sich müde streckte.

Kieran nickte lediglich, schloss sich stumm an und Adam und Tony wirkten ebenfalls so, als würde ihnen die Decke auf den Kopf fallen.

Nur Jack und Basti waren anderer Meinung und erhoben sich. “Wir gehen mal mit Bingo vor die Tür”, erklärte Jack, rief nach seinem schwarzen Mischling und schnappte sich dessen Leine, während Bastian bereits seine Jacke holte und die Schlüssel einsteckte.

Bingo sprang freudig an Jack hoch, bellte, wedelte mit dem Schwanz und rannte schließlich zur Tür, die Bastian in der Zwischenzeit geöffnet hatte.

“Jacko?”

“Komme”, rief er, schnappte rasch seine Jacke und folgte beiden nach draußen.

Im Treppenhaus liefen sie Elio über den Weg, dahinter folgte Helmut und dessen Freund Jerome, der einen riesigen Karton nach oben schleppte.

“Ich will zuerst.”

“Nein, ich. Immerhin hab ich das Ding gekauft und auch bezahlt.”

Elio schüttelte schmunzelnd über beide den Kopf, schloss oben die Tür auf und schwang sich gut gelaunt auf das Sofa.

“Was hat Jerome da?”, wollte Kieran wissen, deutete auf den großen Karton und setzte sich von der Neugier gepackt, aufrecht hin.

Jerome grinste, schnitt vorsichtig das Paket auf und legte das Messer weg. “Hier drin verstecken sich Entspannung und Wellness für zu Hause.”

“Da drinnen? Bisschen klein für Wellness meinst du nicht?”

“Sicher wieder ein Putzeimer”, grinste Kevin, der aus dem Büro kam und die Unterhaltung mitbekommen hatte.

Jerome ließ sich davon nicht beirren, packte weiter aus und zog etwas heraus, was einem Zelt ähnelte und rosa war.

Jamie grinste bereits, ebenso Elio. Beide schienen zu wissen, was Jerome mitgebracht hatte und vor ihren Augen aufbaute.

“Eine Sauna”, jubelte Kieran, klatschte begeistert in die Hände und sprang vom Sofa auf, nur um sie aus der Nähe zu betrachten. “Wann ist sie fertig? Wann nutzen wir sie?”

“Nachher. Erst baue ich sie auf und dann wird Jack sie testen, da ich jemanden brauche, der klein ist. Der Stuhl ist nicht sonderlich komfortabel”, erklärte der großgewachsene Kerl mit den blonden Locken und ignorierte das
Gejammer im Hintergrund.

Es vergingen weitere Minuten, dann stand die Heimsauna und wurde kritisch von allen Seiten betrachtet.
“Der Stuhl ist winzig”, maulte Kieran.

“Wenn ich mich draufsetze, dann bricht das Ding”, mischte Helmut sich ein und auch Kevin wirkte wenig begeistert.

“Wir brauchen eine richtige Sauna. Die hier ist für Jacko und kleine Jamies”, kam es von Elio.

“Basti passt auch nicht rein und ich erst recht nicht. Voll der Fehlkauf”, murrte Jerome sichtlich enttäuscht.

“Mal langsam. Man sitzt doch drin und für den Notfall geht die ganz sicher”, lenkte Elio ein, lief einmal um die Sauna herum und sah grinsend zur Wohnungstür, die sich öffnete.

Neugierig schnupperte Bingo an dem rosa Ding, bellte es an und sauste zum Sofa, um sich abzulegen. Ganz geheuer war ihm die Sauna also auch nicht und Bastian sah ebenfalls nicht sonderlich angetan aus. “Das Ding war im Karton drin? Wer soll das denn nutzen?”

“Ich”, grinste Jack und schälte sich bereits aus seinen Klamotten. “Ich brauch dringend Entspannung.”

Gespannt sahen alle zu, wie Jack auf dem kleinen Klappstuhl Platz nahm, den Reißverschluss hochzog und die rosa Kappe aufzog, die sich oben befestigt vorfand.

So sah er aus wie ein Heinzelmännchen, sorgte für amüsierte Lacher und grummelte. “Ich will mich entspannen, also Klappe.”

Kevin grinste gelassen, verzog sich mit Elio an die Küchentheke und Jamie sah es vor, mit Kieran das Sofa zu belagern.

Basti setzte sich mit den restlichen Jungs an den Tisch, zückte sein Handy und scrollte neugierig durch Instagram. Viel war nicht los, kaum einer hatte neue Beiträge und so steckte er das Handy wieder weg. “Bingo scheint das nicht zu passen, dass Jack in einem rosa Zelt sitzt.”

“Rosa Heinzelmännchen trifft es eher”, grinste Adam. ”Ne,  Ku-Klux-Klan mit rosa Kapuze”, lachte Jamie laut und kugelte sich bereits auf dem Sofa.

Bingo schien verwirrt, tappte zur Sauna und winselte diese immer wieder an. Er wirkte unzufrieden, wollte gestreichelt werden und das rosa Ding schien ihn dabei enorm zu stören.

Er bellte, trappelte immer wieder um die Sauna herum und sprang sie an.

“Bingo aus. Ich entspanne”, wies Jack seinen Hund aus dieser heraus an. “Bekommst nachher auch ein Leckerchen, aber jetzt…”

Weiter kam Jack nicht. Sein Hund sprang erneut die Sauna an, warf sie damit um und verschwand oben im Loch.

Ein Anblick, der für Gelächter sorgte. “Sauniert es sich im Liegen besser?”, wollte Kevin wissen und kam langsam näher.

Keine Antwort. Jack hatte Mühe mit seinem Hund, der ihn freudig ableckte und seine Streicheleinheiten einforderte.

“Wir sollten ihm helfen. Keine Ahnung, ob die Hitze für Bingo so gut ist”, merkte Elio an.

“Es ist aber zu witzig. Das ganze Ding wackelt und bellt”, prusteten Basti und Jamie gleichzeitig.

Helmut und Jerome hingegen lachten zwar auch, hievten aber gleichsam die Sauna hoch und ließen den Hund heraus.

Kurz darauf folgte Jack und das mit einem bitterbösen Blick. “Das Ding ist scheiße und hält nichts aus.”

Wieder lachten seine Freunde und es dauerte nicht lange und Jack lachte ebenso. “Aber nichts für ungut, die Idee war schon nicht schlecht. Das Teil ist nur leider nicht sicher, wenn man ein verschmustes Monster von einem Hund hat.”

Bingo bellte erneut und sah sein Herrchen auffordernd an.

“Besser du streichelst ihn. Nicht, dass er dir noch die Wurst abbeißt”, grinste Adam und reichte Jack ein Handtuch.

“Witzig. Sehr witzig, Adam”, knurrte Jack, band sich das Handtuch um die Hüfte und setzte sich auf die Couch. Bingo folgte, legte seinen Kopf auf seinen Beinen ab und ließ sich zufrieden brummend graulen.

Blonde Locken und doch kein Engel. So würde Helmut seinen Freund beschreiben, wenn man ihn danach fragte.

Seit fast sechs Jahren waren sie jetzt ein Paar, hatten in dieser Zeit ihre guten und schlechten Tage und so manchen heftigen Streit.

Meist war es Helmut, dem etwas nicht passte, er laut wurde und Jerome für Dinge tadelte, die meist nicht von großer Bedeutung waren.

Offene Zahnpasta, herumliegende Chipstüten und Schuhe, die nicht ordentlich vor der Tür standen, gaben dem braunhaarigen Riesen oft genug Anlass, ihm die Leviten zu lesen.

Sehr zur Belustigung der anderen. Wenn Helmut meckerte, brauchte man weder einen guten Film noch ein Buch.

Man hatte die besten Seifenopfern direkt live vor Augen und immer genügend Popcorn im Haus, um die Show zu genießen.

Auch heute fand Helmut wieder einen Grund zu meckern.

Worum es genau ging hatte Jamie jedoch nicht mitbekommen und auch Kevin schien ratlos.

Er runzelte überlegend die Stirn, trank seinen Milchkaffee und sah immer wieder zwischen Helmut und Jerome hin und her.

“Tausend mal habe ich es dir schon gesagt und du?” Helmut kochte bereits vor Wut, pfefferte den Wischlappen in die Spüle und warf seinem Freund vernichtende Blicke zu.

“Oha, gleich fliegen wieder die Fetzen”, murmelte Tony leise an seinen Freund gewandt, der trotz der Lautstärke mit seinem Handy beschäftigt war. Es folgte daher keine Antwort, sondern eher ein Nicken.

“Hörst du überhaupt zu? Ich rede mit dir und du? Du tust so, als wäre das völlig normal.” Wieder Helmut, der auf Jerome einredete und den Ton schärfer anzog.

“Es war auch normal”, verteidigte sich Jerome aufgebracht, doch sein Freund schüttelte den Kopf und motzte weiter. “Falsch, Rome, ganz falsch. Normal ist das nicht und du weißt auch, dass ich es hasse. Wir haben oft genug darüber geredet.”

“Und ich hab dir auch schon oft genug gesagt, dass es nicht anders geht. Wenn du das nicht in deinen Dickschädel kriegen willst, dann …” Perplex hielt der Lockenkopf inne, schielte auf die Packung Toastbrot, die ihn am Kopf getroffen hatte und nun zu seinen Füßen lag.

Toastbrot, sein Ernst? Jerome stieg einfach drüber, schritt auf Helmut zu, der mit einer Scheibe Brot nach ihm warf und mitten ins Gesicht traf.

Todernst wurde er angesehen, doch Jerome nahm es mit Humor und fing die nächste Scheibe ab. “So sauer kannst du nicht sein, wenn du mich mit altem Toast abwirfst.”

“Irgendwo haben wir auch noch ein  Brötchen, das ist knochentrocken und tut sicher weh”, murrte Helmut bockig und wich seinem Freund aus, der näher kam und breit grinste. “Schmollbacke.”

“Gar nicht wahr”, beschwerte Helmut sich, wurde gegen den Kühlschrank gedrängt und versöhnlich geküsst.

Wie lange wusste er nicht, schob Jerome nach Beenden des Kusses von sich und sah ihn tadelnd an. “Du räumst hier jetzt aber auf. Strafe muss sein und nur so lernt man Ordnung.”

Widerwort bekam er keines, nicht ein Mucks kam von seinem Freund, der sich abwandte und anfing, dass Chaos zu beseitigen.

“Wow, so schnell versöhnen sie sich.” Adam war erstaunt, lächelte jedoch, als Helmut sich von hinten an seinen Freund schmiegte und ihm irgendwas ins Ohr flüsterte.

Jerome sein Grinsen war eindeutig, so eindeutig, dass auch Tony begriff, um was es gehen könnte. “Ich hol dann schon mal die Watte”, stöhnte er.

“Dämmwolle ist besser”, kam es von Kevin bevor er lachend dem Spüllappen auswich und dem wild knutschenden Paar nachsah, was sich hastig in Richtung ihres Schlafzimmers verzog.

Die Nacht war kurz und Elio hatte es wieder nicht geschafft, vor Mitternacht in sein Bett zu kommen. Entsprechend murrte er auf, tastete mit geschlossenen Augen nach dem Wecker, der ihn mit schrillem Ton aus dem Schlaf gerissen hatte. Kurz nach fünf am Morgen. Draußen noch dunkel und alles still. Elio krabbelte aus den Federn, streckte sich und machte sich auf den Weg zur Küche.

Kaffee war nun wichtig. Ohne diesen würde er nicht wach werden und von seiner Laune wollte er gar nicht erst anfangen. Gähnend tappte er durch den kargen Flur, öffnete den Küchenschrank und holte seine Tasse heraus. Seine liebste. Aus dieser schmeckte der Kaffee deutlich besser oder aber er bildete sich das nur ein.

„Auch schon wach?“, ertönte da eine schläfrige Frage und Elio wusste auch so, dass es sich um Tony handelte. Die Stimme war einfach schon bekannt und auch, wenn er derzeit nur zu Besuch war, so kannte man sich mittlerweile ziemlich gut.
„Mein Wecker hat mich aus dem Bett geschmissen. Kennst mich ja inzwischen und weißt, dass ich dann sofort aufstehe.“
„Wecker?“, wiederholte Tony und blinzelte einige Male, da er nicht ganz dahinter stieg, warum Elio sich an diesem Tag den Wecker gestellt hatte.
Es war Sonntag und bekanntlich schlief man länger, sofern man kein Frühaufsteher war.
„Ja, Wecker. Das ist so ein Ding, was …“
„Ich weiß, was ein Wecker ist“, fiel Tony ihm ins Wort. „Ich wundere mich nur, warum du den für sonntags stellst? Ist irgendwas für heute geplant?“

Sonntags? Das Wort sickerte ganz langsam durch und Elio sah sicherheitshalber selber nach, welcher Wochentag heute war. Tatsächlich war Sonntag und den hatte er frei.
Wie kam er dann bitte dazu, seinen Wecker zu stellen? Elio konnte sich daraus keinen Reim machen, schnappte sich aber seinen Kaffee und beschloss einfach wach zu bleiben.
Heute hatte er zwar nichts vor, aber ein gutes Buch lesen könnte er auch wieder mal. Erst aber Kaffee. Mindestens drei Tassen und dann konnte er gucken, was er unter seinen unzähligen Büchern noch nicht gelesen hatte.
„Bleibst du auch wach?“
„Ja, Adam schnarcht wieder und ich kann dann nicht wieder einschlafen“, antwortete der andere und setzte sich neben Elio auf die Couch.
„So schlimm?“
„Frag nicht. Ich hab das Gefühl, er sägt einen ganzen Wald ab, wenn er loslegt“, seufzte Tony und nippte vorsichtig an seinem Kaffee.

Mitfühlend nickte der blonde Frechdachs mit den blauen Augen. „Bin ich froh, dass Kevin nur schnarcht, wenn er was getrunken hat.“
Tony seufzte abermals. „Hast du es gut. Ich würde ihn am liebsten mit dem Kissen ersticken.“

“Was du jedoch nicht tun wirst. Du liebst Adam und da gehört das Schnarchen dazu.” Elio lächelte, als genau in diesem Moment Adam in der Küche auftauchte. “Guten Morgen”, brummte er knapp, setzte sich zu ihnen und lehnte sich müde an seinen Freund. “Würdest du mich echt mit einem Kissen ersticken?”, wollte er wissen und sah Tony mit müden Blick an.
Tony schüttelte mit dem Kopf. ”Nein, aber dein Schnarchen ist manchmal furchtbar. Besonders, wenn ich schlafen will.”  

Adam schmunzelte, klaute seinem Freund den Kaffee und sah anschließend zu Elio. “Und du? Jamie hat dich echt heftig erwischt mit dem Wecker, was?”
Jamie hatte bitte was, ihn mit dem Wecker erwischt? Elio schien zu überlegen, sah Adam jedoch ruhig an und leerte seine Tasse.
Es war also sein bester Freund, der ihm den Sonntag versaut hatte und seelenruhig schlief. Das schrie nach Rache. Ungeschoren wollte er Jamie nicht davonlassen und schmiedete bereits Pläne.
“Rache ist Blutwurst.” Diebisch grinste Elio während er sich freudig die Hände rieb und einen zweiten Kaffee holte.
Adam und Tony sahen sich an, blickten ihrem Freund nach und erkannten, dass es deutlich in ihm arbeitete. Dem Grinsen nach zu urteilen, war seine Vergeltung fies und dennoch gerecht für Jamies frechen Scherz.
Dabei hieß es immer, er sei ein Faultier, würde nur schlafen und keiner Fliege etwas zu leide tun. Weit gefehlt. Jamie konnte scheinbar auch anders. Ganz anders und es hatte ausgerechnet Elio erwischt.
“Was genau hast du vor?”, wollte Adam neugierig wissen, doch Elio hüllte sich in Schweigen und wartete geduldig ab.
Ganz nach dem Motto, in der Ruhe liegt die Kraft und Elio hatte bereits gelernt, dass man nicht alles preisgab. Schon gar nicht, wenn es um einen gerechten Ausgleich ging.
“Gemein, dass du uns nicht einweihst”, schmollte Tony kindlich und auch sein Freund Adam schien enttäuscht zu sein.

Elio aber schwieg und wartete den passenden Moment ab. Er lauerte regelrecht und wusste genau, dass Jamie im Laufe des Tages seinen Mittagsschlaf hielt. Dann würde er zuschlagen und seine Rache bekommen.
Elio hatte Zeit, viel Zeit und vor allem Geduld, die dennoch auf eine harte Probe gestellt wurde. Jamie hatte nicht vor seinen Mittagsschlaf vorzuziehen, stand unterstreichend erst gegen Mittag auf und wirkte, als würde er heute darauf verzichten.

Mist, dachte Elio und ließ Jamie keine Sekunde aus den Augen. Es war wie verhext oder aber Jamie ahnte bereits, dass etwas falsch lief. Schlaf doch endlich, murrte Elio gedanklich und warf immer wieder verstohlen einen Blick zu seinem besten Freund, der es sich auf der Couch bequem machte und ein Buch las.

Nichts zu machen, er las und las. Seite um Seite und ließ sich dabei von Kieran kraulen. Zum Mäuse melken und langsam verlor er dann doch die Geduld, wollte aufstehen und in sein Zimmer gehen. „Pscht“, erklang da Adam seine Stimme und machte ihm deutlich, dass Jamie endlich eingeschlafen war. Jetzt musste nur Kieran verschwinden oder eingeweiht werden.

Elio entschied sich jedoch dagegen, steuerte stattdessen den großen Eisschrank an und öffnete diesen. Genug Eiswürfel waren auf den ersten Blick vorhanden und Elio griff großzügig zu. Viel half viel. Galt das auch für Eis oder nur für guten Käse? Elio hatte keine Ahnung aber falsch war es sicher nicht und auch nicht, Eiswürfel in die Hose zu packen.

Er schlich leise zum Sofa, hatte Glück, dass Jamie nur mit dem Kopf auf Kierans Beinen lag und somit freie Hand hatte. Zwar wurde er angesehen und das fragend, doch Elio grinste nur und griff bereits nach Jamies Jogginghose. „Was…“
„Kieran vermiese mir nicht meine Rache“, zischte Elio mitten im Satz und unterbrach den anderen somit. Kieran wollte erst nicht verstehen, dann aber sah er das Eis und musste grinsen.  “Warte”, flüsterte er, griff vorsichtig den Bund und zog ihn so weit vor, dass Elio die Eiswürfel in Jamies Hose stecken konnte.
Kaum lagen diese an Ort und Stelle, zeigten ihre verheerende Wirkung, schoss Jamie aus dem Schlaf und griff sich zwischen die Beine. “ALTAAA.” Er brüllte, sprang auf und tanzte sehr zur Freude seiner Freunde durch das Wohnzimmer. Elio kugelte sich lautstark vor lachen, ebenso Kieran und Adam hatte auch nur wenig Mitleid mit dem Faultier.
“Fuck ist das kalt. Meine armen Eier”, jammerte Jamie und fischte die wenig verbliebenen Eisbrocken aus seiner Hose. “Was sollte das überhaupt?”

“Rache”, grinste Elio. “Rache für deine Aktion mit dem Wecker”, sprach er weiter und sah belustigt auf die Hose seines besten Freundes. Es sah aus, als hätte er sich nicht unter Kontrolle und im Schlaf seine Notdurft verrichtet.

“Du bist ein Arsch, Elio”, knurrte Jamie. “Das weiß ich”, erwiderte dieser schmunzelnd, ehe er von seinem besten Freund in die Arme gezogen wurde. “Aber ein liebenswerter Arsch.”

Geduld ist eine Tugend und nicht jeder Mensch ist geduldig und kann warten.

Besonders Jack nicht und das wussten sie alle. Besonders Adam, der ihn jetzt seit fast 13 Jahren kannte und einiges mitgemacht hatte.

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen schwelgte der braunhaarige junge Mann in Erinnerungen, dachte zurück an Bali und Kapstadt, wo Jack hin und wieder die Geduld abhandenkam und er wie ein Vulkan ausbrechen konnte.

“Was grinst du so, Adam?”, wollte Elío wissen, griff nach dem Käse, belegte großzügig sein Brötchen und ignorierte Kevins angewiderten Blick.

“Nur Erinnerungen, nichts weiter”, ging das Breitkreuz auf die Frage ein.

“Müssen ja sehr tolle sein, wenn du so blöd vor dich hin grinst”, murrte Tony und boxte seinem Freund leise schnaufend in die Seite. “Eifersüchtig?”

“Schwachsinn”, erwiderte er, leerte seinen Kaffee und wünschte Jack einen guten morgen, als dieser in der Küche auftauchte, herzhaft gähnte und sich streckte.

Jack sagte vorerst nichts, bedachte Bastian jedoch mit einem Kuss auf die Wange und griff zuerst nach der Kanne mit Kaffee. Erst dann sah er sich suchend auf dem Tisch um und stellte mit Schrecken fest, dass die Salami nicht da war. “Keine Salami?”


“Im Kühlschrank ist noch welche”, beruhigte Elio den anderen, erhob sich von seinem Platz, holte rasch Jacks liebste Wurst aus dem Froster und legte sie ihm direkt vor Kopf. “Danke, mein Tag ist gerettet.”

Unserer auch, dachte sich Adam im Stillen, setzte sein Frühstück fort und überlegte, was er heute mit Tony unternehmen konnte. Eine Runde laufen oder doch ins Fitnessstudio und Gewichte stemmen?

Frische Luft, einen Coffee to go und Zweisamkeit mit Tony. Verlockend und scheinbar dachte sein Freund ähnlich.

Sein Lächeln verriet es, ebenso, dass er nach seiner Hand griff und in einem Zug seine Tasse leerte. “Gehen wir?”, fragte er schließlich, wollte sich erheben und warf einen skeptischen Blick zu Jack.

Adam folgte diesem und stellte mit Erstaunen fest, dass Jack Probleme hatte, eine simple Verpackung aufzukriegen.

“Soll ich dir helfen?”, mischte er sich ein, doch Jack schüttelte den Kopf und zerrte weiter an dem Plastik.
“Jetzt lass dir halt helfen”, versuchte es Bastian, doch auch er wurde abgewimmelt. “Ich kann das. Ist nur eine Packung Wurst und kein Staatsakt.”

Bastian nickte irritiert.”Wie du meinst, aber …”

“Nichts aber. Ich bin schon groß”, murrte Jack seinen Freund an, der deutlich merkte, wie angespannt er war.

Er zog und zerrte, fluchte und schließlich flog die Packung Salami durch die Küche. “So ein Scheißdreck”, knurrte er, schmiss sein Messer auf den Tisch und stapfte erzürnt aus dem Raum.

Bastian erhob sich, wollte Jack hinterher und wurde von Adam zurückgehalten. “Lass, er beruhigt sich schon wieder. Geduld ist leider nicht seine Stärke.”

“Er kriegt sich schon wieder ein. Wir kennen das nicht anders”, mischte sich Kevin in die Unterhaltung ein und lächelte aufmunternd dem braunhaarigen Wuschelkopf zu. “Gib ihm ein paar Minuten und dann lacht er darüber.”

Bastian nickte. “Also gut, aber wehe, wenn nicht”, drohte er an, zuckte aber stark zusammen, als ihn jemand frech von hinten packte und frech mit der Zunge über sein Ohrläppchen leckte.


“Jack”, quiekte er erschrocken, ignorierte das Gelächter der anderen und blies bockig die Wangen auf. “Mir mangelt es an Geduld und dir an der nötigen Ruhe”, grinste sein Freund. “Wir ergänzen uns ziemlich gut, meinst du nicht?”

“Schon, aber …”

“Nichts aber, Schmollbacke”, schnurrte Jack, wiederholte seine Neckerei an Bastis Ohr und lachte leise, als dieser erneut zuckte. “Ich sag ja, dir fehlt die Ruhe.”

“Und dir die Geduld”, murrte Bastian während er sich endlich aus Jacks Griff befreien und aufstehen konnte. Mit einem frechen Grinsen hob er die Salami auf, legte sie zurück auf den Tisch und blickte seinen Freund herausfordernd an. “Und jetzt mit mehr Geduld. Ich bin mir sicher, du schaffst das.”

Warum genau wollte Bastian die deutsche Sprache lernen? Er wusste, dass sie nicht leicht zu lernen war, die Grammatik der Hölle glich und doch hatte er es sich in den Kopf gesetzt. Allein wegen Elio, der die Sprache perfekt in Wort und Schrift beherrschte. Ganze Bücher auf Deutsch las und sich gerne gewandt mit anderen unterhielt.
Basti wollte das auch, übte jeden Tag und doch war er lange noch nicht so weit wie sein guter Freund. Es frustrierte ihn, stimmte ihn teils schlechtgelaunt und so manches Mal saß er mit langem Gesicht am Tisch und zog schmollend Kreise mit dem Finger auf die hölzerne Platte.
“Basti du musst Geduld haben. Man lernt eine Sprache nicht von heute auf morgen. Deutsch erst recht nicht”, wandte Elio sich an den Braunhaarigen, der bockig ihm gegenüber saß und frustriert in sein Wörterbuch starrte.

“Setz dich nicht selber unter Druck”, sprach Elio weiter auf ihn ein, hielt ihm dabei ein Stück Schokolade unter die Nase und schmunzelte, da Bastian mürrisch danach griff und schon sehr viel zufriedener wirkte.
Gut so, dachte er sich, legte noch ein Stück der braunen Süßigkeit auf den Tisch und ging vorerst zurück zu seinem eigentlichen Arbeitsplatz. Basti war somit auf sich gestellt, Elio war sich jedoch sicher, dass er sich bei Problemen melden und ihn in seinem Büro aufsuchen würde.
“Kommt er klar?”, fragte Jack als er sich hinter seinen PC setzte und Twitter öffnete. “Er setzt sich zu sehr unter Druck”, erwiderte Elio wahrheitsgemäß.
Jack nickte verstehend. “Wie lange hast du nochmal gebraucht, um unsere Sprache zu lernen?”
“Jahre, Jack, Jahre”, seufzte Elio hinter seinem Rechner und überlegte, wie er den kurzen Clip möglichst interessant bewerben konnte. Wohlgemerkt in englischer Sprache, die nicht zu seinen Stärken zählte. “Jack, ich brauch kurz deine Hilfe.”

“Englisch?”

“Ja, Englisch”, wiederholte er und wartete darauf, dass Jack sich erhob und zu ihm kam. “Warte kurz. Ich will mir nur schnell was zu futtern machen. Mir hängt der Magen durch”, erklärte er sich und verschwand aus dem Büro.
Zurück blieb Elio, der sich zurücklehnte, die Wand anstarrte und erst da fiel ihm auf, dass diese neu tapeziert war. Kein typisches himmelblau. Mehr zierte nun eine Fototapete die Wand und weckte Elios Interesse. Bekannte Straßenschilder aus New York, Stopp und Toilettenschilder waren zu erkennen aber auch ein Backsteinhaus, das die ganze Wand dominierte und dennoch nicht überladen wirkte.

Nett, es gefiel Elio und der königsblaue Ohrensessel schien ebenfalls neu eingezogen zu sein. Vorher thronte dort ein schlichtes, weißes Sofa und Elio fragte sich, wann und wer das Büro neu eingerichtet hatte. Bestimmt Kevin. Er nutzte es am meisten und verbrachte Stunden vor dem Computer.
Sein Blick schweifte erneut zu dem Sessel, ein breites Grinsen zierte seine Lippen und Elios Kopfkino schaltete sich ungefragt ein. Er sah sich selber in diesem sitzen, seinen Freund kniend vor ihm und die Hand an seinem …
Verwirrt schüttelte Elio den Kopf, sah in Richtung Tür und konnte deutlich Bastians Stimme hören. Jack vernahm er ebenso und so wie es klang, diskutierten sie.  Genervt stand er auf, schritt in die Küche und erkannte von Weitem Bastis angewidertes Gesicht. Jack stand an der Theke, in der einen Hand ein Messer und in der anderen eine Scheibe Brot, an der sich der andere scheinbar störte.
Elio kam näher. “Was ist hier denn los?”, fragte er die beiden. “Jack und seine stinkende Wurst ist los”, beschwerte Bastian sich und deutete angeekelt auf seinen Freund, der genüsslich von seinem Brot abbiss und kaute.


“Was für eine Wurst? Ich versteh nur Bahnhof.”

Bastian verdrehte die Augen, blätterte in seinem Wörterbuch und schien etwas darin zu suchen.
“L…Lä…”
“Bitte was?”, hakte Elio nach. “Läääber...Läääberworscht. Er isst diese widerliche Läääberworscht”, maulte Bastian und blickte Elio bockig an, der anfing zu lachen. “Basti, das heißt Leberwurst und die ist nicht eklig.”

“Sie stinkt, diese Läääberworscht”, meckerte er weiter und ignorierte, dass er korrigiert wurde. “Er soll sich ja hinterher die Zähne putzen. Ich hasse Läääberwurscht.”

Elio sah zu Jack, der erst breit grinste und schließlich laut lachte. “Bastian, wenn du so weiter machst, dann sterbe ich. Verschluckt an deiner verhassten Wurst.”

“Ich nicht weiß, was du meinen”, maulte Basti mit niedlichem Akzent und vertiefte sich kaum später wieder in sein Buch. “Oh doch, du weißt genau, was ich meine, du Arsch.”

“Nein,Jacko. Ich nicht weiß.” Elio sah zwischen den beiden hin und her, dann aber gab er sich einen Ruck und schob Jack bestimmend zu dessen Freund. “Vertragt euch bitte und streitet nicht wegen Läääberwoscht.”

Basti drehte sich um, dann grinste er. “Du auch nicht richtig sagen.” Elio nickte daraufhin nur, während Jack seinen Freund von hinten umarmte und in den Nacken küsste. “Dein Akzent ist sowas von niedlich, ich könnt dich fressen.” Unterstreichend biss er Bastian in den Hals und zerrte ihn vom Stuhl.

Elio wusste, was das bedeutete und rollte mit den Augen. Englisch musste scheinbar warten und das nur wegen einer Scheibe Brot mit Leberwurst.

Mit diesem Kapitel verabschieden sich die Jungs, doch ganz weg sind sie und ihre WG nicht. Sie werden erneut wiederkehren, nur anders und in richtiger Wohngemeinschaft. Hier wohnten einfach zu viele unter einem Dach.

Lustig, aber auch unmöglich, da die Wohnung gar nicht so viele Zimmer hat und es somit etwas unrealistisch ist. Das letzte Kapitel ist so tatsächlich passiert, beziehungsweise fast und daher habe ich es mir erlaubt, den Screen zu nutzen. Ein wenig bin ich schon traurig, meine Chaos WG zurückzulassen aber sie macht auch Platz für die echte WG, für Tom, der diese  Geschichte rein aus seiner Sicht erzählen wird.

Ich  bedanke mich nun aber bei euch fürs Lesen, dafür, dass ihr da wart und die Jungs mit verfolgt habt.



⚜⚜⚜⚜⚜⚜⚜

Wie zu erwarten, hatte Elio seinen freien Tag und sein Freund musste arbeiten. Nichts mit einem gemeinsamen Abend vor dem Fernseher und das stimmte ihn muffig. Ändern konnte er es jedoch nicht, er musste das Beste daraus machen, den Tag nutzen und Dinge tun, die er sonst auch alleine tat.

Lesen, vielleicht auch GTA zocken oder für die WG kochen. Elio war vielseitig, konnte sich gut ablenken und nicht daran denken, dass sein Freund arbeitstechnisch mit anderen Männern flirtete. Privates und berufliches wurde strikt getrennt und das eine hatte auch nichts mit dem anderen zu tun.

Die Liebe zu Elio war sicher, tiefgründig und er merkte auch so, dass Kevin viel Zeit in ihre Beziehung investierte, ihn gerne auch mal überraschte. Gerade tat er es wieder, stellte ihm schweigend einen Latte auf den Tisch und verzog sich schließlich aus der Küche.

Elio lächelte, nahm den Becher an sich und betrachtete ihn nachdenklich. Warum war der Milchschaum besser, fester und nicht so cremig? Was machte Kevin anders? Tat er es überhaupt anders? Elio hatte keine Ahnung und noch immer keinen Plan, was er jetzt anstellen konnte.

Basti und Jack waren mit den Hunden draußen und soweit Elio mitbekommen hatte, waren Kieran und Jamie ebenfalls beschäftigt. Womit wollte er lieber nicht wissen, er konnte es sich auch so schon denken.

“Gott ist das langweilig”, seufzte er laut und wenn er nicht bald eine Beschäftigung fand, würde er das Stricken anfangen oder Helmut seine Socken stopfen.

“Lies halt etwas, du bist doch sonst so versessen darauf zu lesen.” Der Vorschlag kam von Adam, der gemeinsam mit seinem Freund am Tisch saß und Karten spielte. “Alle hast du sicher noch nicht durch”, redete er weiter und legte breit grinsend eine zwei gleiche Paare auf den Tisch.

“Nein, aber ich hab derzeit keine Lust auf die Bücher, die ich im Regal habe. Die sprechen mich nicht an”, erklärte Elio. “Dann lies doch mal etwas Neues. Jerome liest derzeit auf einer App Bücher und die sind gar nicht mal so schlecht.”

Eine App und auf der konnte man lesen? Elio kannte diese E-Books, aber die las er nicht am Handy, sondern auf seinem Tablet, da er das sehr viel angenehmer empfand. “Ich weiß nicht”, murmelte er, doch Adam bestand drauf, dass er sich diese wenigstens einmal ansah und stöberte.


“Schön, ich seh sie mir an”, stöhnte der platinblonde Mann, erhob sich von seinem Platz und suchte nach Jerome, den er im Wohnzimmer neben Helmut auf dem Sofa fand. “Was ist das für eine App, auf der du liest?”, fragte er frei heraus und zog sofort Jeromes Aufmerksamkeit auf sich.

“Eine lustige. Immerhin sind das keine bekannten, sondern Hobbyautoren, die dort schreiben. Erwarte also keine Bestseller.”

Verstehend nickte Elio, setzte sich vorsichtig zwischen das Pärchen und sah neugierig dabei zu, wie der blonde Lockenkopf sein Handy aus der Hosentasche zog. Es dauerte nicht lange und er öffnete eine App, reichte ihm das Handy und ließ Elio einfach machen.

Padwatt. So hieß die App, war leicht zu bedienen und machte neugierig sich ein paar der Geschichten genauer anzusehen. “Darf ich dein Handy nutzen? ich will mir die App nicht gleich herunterladen.”

“Klar, mach ruhig. Wir müssen uns ohnehin gleich aus dem Sichtfeld setzen, da Kevin heute im Wohnzimmer chattet”, merkte Jerome an, erhob sich kurz darauf und auch Helmut setzte sich um.

Elio folgte, war jedoch schon in der ersten Geschichte vertieft und musste aber recht schnell feststellen, dass diese ihm nicht sonderlich gefiel. Fantasy war nur bedingt sein Fall und wenn, dann müsste es schon mehr in Richtung Harry Potter gehen. Herr der Ringe war ebenfalls willkommen und alles, was ein bisschen in die historische Richtung ging.

Da etwas Passendes zu finden war schwer und die Auswahl enorm. So gewaltig, dass Elio noch immer suchte und Kevin längst im Wohnzimmer saß und via Chat mit seinen Fans redete. Was genau gesprochen wurde interessierte ihn nicht, er vertraute seinem Freund, wusste, dass es sein Job war und er mit einem Fan nie etwas anfangen würde.

Elio fand schließlich doch etwas, öffnete die Story und las die ersten Zeilen. Sie war gut, fesselnd und bewegend. Er spürte regelrecht die Leidenschaft der Autorin und wie sie ihn mit Worten in ihren Bann zog. Kapitel um Kapitel wurde aufmerksam gelesen, ab und an murrte er und dann passierte etwas, womit keiner gerechnet hatte.

Am wenigsten Kevin, der die Frage beantwortete, ob er schonmal untreu gewesen wäre. Er antwortete deutlich mit einem Ja und genau in dem Moment platzte Elio der Kragen. “Verdammter Bastard, ich reiß dir die Eier ab.” Kevin war derart geschockt, dass er fast nach hinten wegkippte, sich gerade noch fangen konnte und fassungslos in die Richtung seines Freundes blickte.

Gelächter erklang, wurde jedoch ignoriert und Kevin beschloss eine kurze Pause zu machen. Er beendete den Chat für einige Minuten, stand auf und trat an Elio heran. “Elio, das war vor deiner Zeit, ich war damals 16 Jahre alt und es war auch nur einmal.”

Verwundert hob der Angesprochene seinen Kopf und legte das Handy zur Seite.”Wovon sprichst du? Ich lese seit fast einer Stunde und hab keinen blassen Schimmer, was du meinst.”

“Du meinst also nicht mich?”

“Nein, ich lese wie gesagt und da ist so ein Vogel, dem möchte ich die Eier abreißen, für das, was er getan hat”, erklärte Elio seinem Freund, der sichtlich erleichtert schien und sich zu ihm runterbeugte. “Ich liebe dich, Elio. Dich und niemand anderen.”

“Das weiß ich”, schmunzelte er, überbrückte die letzten Zentimeter und küsste Kevin sanft auf die Lippen. Nicht lange dann löste er sich und sah ihn auffordernd an. “Na hopp, geh arbeiten und lass mich hier weiterlesen.”

“Wie fies”, beschwerte sich Kevin gespielt, erhob sich jedoch und schritt zurück zur Couch, wo er sich direkt setzte und seine Arbeit wieder aufnahm. Dieses Mal ohne Unterbrechung seitens Elio, der noch lange am Handy las.

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Autor

Deidaras Profilbild Deidara

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Kapitel:14
Sätze:593
Wörter:10.401
Zeichen:60.245

Kurzbeschreibung

In einer Wohngruppe zu leben ist gar nicht verkehrt. Man hat jede Menge Spaß und Momente, die absurd und irgendwie lustig sind. Besonders dann, wenn man sich einen Spaß aus Klopapier, Toast und einem Eimer Wasser macht und das ganze mit Nutella kombiniert.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Alltag auch im Genre Freundschaft gelistet.