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Fans und andere Katastrophen

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13.1.2019 6:25
12 Ab 12 Jahren
Pausiert

Autorennotiz

Diese Sammlung ist eine kleine Paradodie auf das Fandom und alles, was es ausmacht! Nicht immer geht es dabei ganz IC zu - totaler OOC-fun garantiert ;)

Vorsicht! Könnte Spuren von Ironie erhalten. Es wird empfohlen sie nur mit einem ausreichend hohen Humorspiegel zu konsumieren!

Donnerstagnachmittag, 15:30 im POOPS (Potters out of Plot Schänke, der Bar, in der sich die Charaktere treffen, wenn sie gerade mal nichts im Canon zu tun haben. )

Es war ein ruhiger Nachmittag. An der Theke saßen zwei Gestalten, an einem der Tische ebenfalls ein kleines Grüppchen. Sonst herrschte gähnende Leere in der Bar und der Wirt (er hatte leichte, aber nur ganz leichte, Ähnlichkeit mit Aberforth Dumbledore) gähnte ebenfalls – als plötzlich…

KRACH… die Bartüre flog auf. Eine junge Frau hastete in den Schankraum, Schreie von der Straße waren zu hören, dann fiel die Türe knallend ins Schloss. Völlig außer Atem und mit bebendem Puls presste sich die Frau mit aller Kraft gegen die Türe. Das wirre dunkelrote Haar wirbelte um ihr Gesicht und die grünen Augen schweiften verzweifelt und angstvoll durch den Raum.

Auf einem der Stühle vor der Bar regte sich plötzlich ein Kopf voller langer, schwarzer, fettiger Haare. Ruckartig wandte er sich in Richtung Türe um. „Lily! Welch schöne Überraschung!“, rief eine Männerstimme begeistert. Der dazu gehörige Körper setzte sich sofort in Bewegung, „und ich dachte, du wärst tot!“

„Das wäre ich auch fast“, sagte die junge Frau verzweifelt, als der Mann im schwarzen Umhang auf sie zugestürmt kam, „Dank deiner Leute, Sev!“

„Meiner Leute?!?“, fragte der Schwarzhaarige verwundert, „Welcher Leute denn?“
Wie zur Antwort ließ ein heftiger Schlag gegen das Holz die Türe erzittern.
„Ach, du meinst die Fangirls!“, lachte der Mann, „die sind nicht wegen mir hier, sondern wegen Alan Rickman!“
Die junge Frau warf ihm einen finsteren Blick zu, der verriet, dass sie seine Art von Humor nicht teilte. „Sie hätten mich fast in Stücke gerissen!“, sagte sie ernst.
Severus Snape seufzte. „Lass mich mal vorbei, ich regele das!“
Kurz darauf wurde es sehr still vor der Schänke.
„Wie hast du das denn gemacht, Sev?“, fragte Lily Evans verwundert.
„Ein wenig Diplomatie…. und die Androhung, dass ich nicht mehr in Slash - Fanfictions mitspiele, wenn sie nicht verschwinden“, antwortete Snape nüchtern, „Aber nun komm erst mal rein. Du siehst ja ganz zerzaust aus!“

Mit einer galanten Bewegung führte er sie zu einem der Tische. Noch immer vom Schock nicht ganz erholt ließ sich die junge Frau auf einem Stuhl nieder.
„Möchtest du etwas trinken, Lily?“, fragte Severus Snape.
„Willst du mich etwa einladen, Sev?“ antwortete Lily Evans verwundert.
„immer“, antwortete Snape und zwinkerte ihr zu.
„Was darf ich mir denn aussuchen?“
„Alles!“
„Gut, dann hätte ich gern ein Gläschen Goldlackwasser“
Der schwarze Umhang schwebte zur Bar und kehrte mit einem Glas in der Hand zurück.
„Ein Gläschen Goldlackwasser für meine Golddame“, witzelte Snape und setzte sich auf die Bank ihr gegenüber.  Dann senkte er die Stimme „Und nun erzähl mal, was ist eigentlich passiert?“
Lily, die am Glas genippt hatte, setzte ab. „Bist du dir sicher, dass du dir meine Probleme anhören willst? Ich will dich damit echt nicht belasten. Zumal ich schon ein schlechtes Gewissen habe, nach dem, was ich da draußen zu hören bekommen habe… “
„Unsinn“, sagte Snape bestimmt, „Hast du die Bücher deines Sohns nicht gelesen? Ich bin der beste Zuhörer von ganz Hogwarts. Also wo drückt der Schuh?“
Lily blickte ihn für einen Moment lang verwundert an.
„Weißt du, Sev, so kenne ich dich ja gar nicht! Du benimmst dich gerade ganz schön out of character“
„Das tu ich in dieser Fanfiction andauernd“, antwortete Snape trocken, „So wie in 90% aller anderen Fanfictions auch. Aber wenn es dir nicht passt, kann mich unsere Fanfiction-Autorin sicher wieder zum zynischen Kotzbrocken mutieren lassen… “
„Nein, so gefällst du mir viel besser“, sagte Lily rasch und leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen. Dann jedoch nahm ihr Gesicht wieder betrübte Züge an.
„Es ist… deine Fans, sie machen mir Vorwürfe…“
„Welche Vorwürfe?“, fragte Snape interessiert.
„Naja“, sagte Lily kleinlaut, „zum Beispiel meinten Sie, dass ich unbarmherzig war, damals als du nach den ZAG-Prüfungen vor dem Gryffindorturm schlafen wolltest, weil ich dir nicht zuhören wollte, keine fünf Minuten.“
„Ja, finde ich auch“, antwortete Snape ernst, „Nicht mal fünf Minuten des Nicht zuhören Wollens, was ich dir eigentlich sagen will. Das war wirklich erbärmlich wenig Zeit. Ich hab immerhin ganze sechs Jahre meines jugendlichen Lebens nicht wirklich zugehört, was du mir eigentlich sagen wolltest. Da hättest du mir wirklich schon ein wenig länger nicht wirklich zuhören wollen können!“
Die junge Frau schaute betroffen.
„Das tut mir leid, Sev“, antwortete sie schuldschwer, „Ich wusste nicht, dass dich das so getroffen hat. Kannst du mir verzeihen? Ich verspreche dir, dass ich mir das nächste Mal mehr Zeit nehmen werde, um dir nicht wirklich zuzuhören“
„Ach, alles schon vergessen, was damals war“, antwortete Snape gequält lächelnd, „ich meinte nur…“
„Du nimmst das zu sehr auf die leichte Schulter, Sev! Dabei verletzt es dich, das sehe ich doch“, fuhr Lily nach einem Schluck Goldlackwasser fort, „Genau wie die Sache mit der ungewaschenen Unterhose, nachdem du mich dreckiges Schlammblut nanntest. Deine Fans meinten, dass ich das als Freundin in der Situation niemals hätte sagen dürfen. Ich finde, sie haben Recht. Freunde beleidigen sich doch nicht gegenseitig! Ich hab ein verdammt schlechtes Gewissen deswegen. Und wo ich dich jetzt so sehe…“

Severus Snape schien auf einmal sehr nachdenklich zu werden.
„hmm, ich fürchte, da kann ich dir wohl nicht widersprechen!“, sagte er schließlich, „Ja, das war wirklich sehr gemein von dir, Lily! Und es hat mich verletzt. Jemanden zu beleidigen, nachdem er dir ,dreckiges Schlammblut‘ an den Kopf geworfen hat, als du ihm helfen wolltest, das ist wirklich unverzeihlich. Wärst du eine echte Freundin gewesen, dann hättest du vor James und Sirius lächelnd erklärt, dass ich es eigentlich nicht so meinte und in Wirklichkeit nur „prägeduschte Mugglestämmige“ sagen wollte. Aber was du getan hast… das lässt mich jetzt, wenn ich es mir recht überlege, wirklich an deiner Freundschaft zweifeln. Erst helfen und sich dann dafür nicht einmal dafür beleidigen lassen wollen! Also so fies wie du da mit mir umgegangen bist… habe ich dir überhaupt jemals etwas bedeutet?“

Lily schien plötzlich den Tränen nahe zu sein „Oh Severus!“, sagte sie leise, „Natürlich hast du mir etwas bedeutet. Aber… ich war 16… da macht man halt manchmal Fehler. Es hat mich verletzt, dass du mich beleidigt hast, als ich dir helfen wollte. Wie kann ich das wieder gut machen? Kannst du mir jemals vergeben, dass ich das Schlammblut nicht einfach so geschluckt habe?“
„Das muss ich mir noch überlegen, du dreck… äh Lily, ob ich dir das wirklich verzeihen kann!“, sagte Snape zornig.
Die junge Frau schniefte.
„Deine Fans… sie meinten… sie meinten sowieso, dass ein großer Fehler von mir war, dir den Laufpass gegeben zu haben. Dass es eine riesen Dummheit von mir war.“
„Ja, allerdings“, sagt Severus Snape verbittert, „Du, so etwas wie eine Jüdin, kündigst dem Jungen, der unbedingt zur größten Naziclique der Schule gehören wollte, einfach so die Freundschaft?!? Wie dumm kann man sein? An deiner Stelle hätte ich mir sofort einen Heiratsantrag gemacht Wirklich - ein solches Goldstück an deiner Seite hättest du doch kein zweites Mal gefunden. Dass du DAS nie zu schätzen wusstest, Lily…“
Die junge Frau wirkte nun wirklich schwer getroffen „sie sagen… sie sagen ja auch… ich hätte dich gar nicht verdient“, schluchzte sie und Tränen kullerten über ihre Wangen, „oh ich war so blind, Severus!“
„Ja, jemanden, der deine Schwester mit Stöcken bewirft, dir vorschreiben will, mit wem du befreundet zu sein hast und dessen Kumpels Menschen wie dich als Abschaum betrachten, hast du wirklich nicht verdient. Ich war immer viel zu gut für“, sagte Snape unnachgiebig, „Und ich gebe dir auch noch ein Goldlackwasser aus! Warum rede ich eigentlich überhaupt noch mit dir? Bin ich dumm?“

Mit einem Ruck stand der Mann in schwarz auf und machte Anstalten zu gehen.
„NEIN, bitte bleib!“, rief Lily verzweifelt, „Es tut mir leid! Es tut mir alles ja so leid! Ich war nur… ach Severus, ich mochte nur einfach deine seltsame Art von Humor nicht. Dass du die ganzen Sachen mit der schwarzen Magie, die Avery und Mulciber angestellt haben, so lustig fandest. Ich verspreche dir, das kommt nicht mehr vor!“
„Wie, fandest du das etwa nicht witzig?“, fragte Severus verwundert und wandte sich wieder zu ihr um.
„Nein, nicht wirklich!“, antwortete Lily und kniff die Augen zusammen.
„Eigenartig“, sagte Snape verblüfft, „Dabei hab ich das nur gemacht, um dich zu beeindrucken“. Plötzlich huschte ein kindliches Lächeln über seine Lippen und er nahm wieder Platz. „Weißt du, Lily bei den Todessern… das war ein Heidenspaß. Du hättest dabei sein müssen“, flüsterte er über den Tisch gebeugt zu, „wie die Inferi so stumpfsinnig durch die Gegend getapert sind, das war so ulkig. Und die ganzen Unverzeihlichen Flüche… Gut, Avada Kedavra war vielleicht ein bisschen heftig, das stimmt.“
Ein tief angewiderter Ausdruck trat auf Lilys Gesicht.
„Deine Fans sagen, dass du gar nicht so tief in die Dunklen Künste abgerutscht wärst, wenn ich mich mehr um dich gekümmert hätte. Ich glaube, sie haben Recht. Ich hätte vorrausehen müssen, in welche Richtung du dich entwickelst und mehr auf dich achten müssen. Ich habe meine Pflicht, dich auf den rechten Weg zurückzubringen, vernachlässigt. Aber ich hatte am Ende einfach das Gefühl, du bist ein hoffnungsloser Fall.“
Der Mann in Schwarz schien Lily für eine ganze Weile zu mustern.
„Ah, jetzt verstehe ich alles!“, rief er plötzlich, „Natürlich so ergibt das alles Sinn“
„Wovon redest du?“, fragte Lily verdutzt.
„Na davon, dass du als Sozialarbeiterin tätig warst. Warum hast du mir das denn nie erzählt? Gehörte das mit zu deinem Beruf, das zu verschweigen? Ich wusste gar nicht, dass wir so etwas wie Schulsozialarbeit an Hogwarts haben. Bisher dachte ich immer, Dumbledores Beratungsstelle für suizidale Todesser wäre die einzige Einrichtung dieser Art an unserer Schule. Deine jahrelangen Bemühungen darum, mir die Augen zu öffnen, dass ich mit meinem Faible für Rassismus und schwarze Magie auf dem Holzweg war, das war sicher eine Art von Streetwork, nicht wahr? Niederschwellige Angebote und so. Und wie hast du es eigentlich geschafft, im Alter von 11 bis 16 schon ein abgeschlossenes Studium in diesem Bereich zu haben? Und warum hast du gekündigt? Warst du mit meinem Fall zu überfordert? Ich hab ja gehört, dass so ein Job nervlich ziemlich belastet! Oder war die Bezahlung einfach zu schlecht, weil Dumbledore Trelawney nun doch die Gehaltserhöhung erteilt hat? Ich sag’s ja immer, soziale Berufe sind einfach unterbezahlt.“
Mit einem Handgriff schnappte sich Snape Lilys Goldlackwasser und kippte einen kräftigen Schluck hinunter.
Lily hob derweil die Augenbrauen und warf ihm einen Blick zu, als solle Snape dingend noch ein zweites Mal eine psychologische Beratungsstelle aufsuchen.
Für eine ganze Weile schwiegen die alten Freunde sich an.

Plötzlich brach Snape in schallendes Gelächter aus.
„Mensch, Lily“, sagte er vergnügt, „du lässt dich aber leicht zum Narren halten. War doch nur ein Späßchen! Aber dein Gesicht gerade war göttlich!“
„Weißt du, Sev“, sagte die junge Frau plötzlich wütend, „wenn ich es mir so recht überlege warst du alles andere als ein Unschuldsengel.“
„Ich?“, sagte Snape pikiert. „Ich bin ein Opfer meiner schlimmen Kindheit. Ich kann nichts für mein Handeln. Egal, was ich tue, meine traumatischen Erfahrungen zwingen mich dazu! Wenn ich Muggelstämmige Schlammblut nenne, Schwarze Magie lustig finde oder dich auf dem Arm nehme, sind daran nur mein Vater, Sirius Black oder James Potter schuld. Mein kaltes Elternhaus und Mobbing lassen mich zum denkunfähigen, ferngesteuerten Roboter werden. Als ehemalige Schulsozialarbeiterin solltest du das eigentlich wissen!“ Snape zwinkerte und prostete ihr zu, „aber wenigstens hast du jetzt keine Schuldgefühle mehr, nicht wahr?“
Lily lachte. „Nein, die hast du mir gerade gründlich ausgetrieben!“
„Also bin ich doch wieder der zynische Kotzbrocken?“
„Das muss ich mir noch überlegen“, sagte Lily leise lachend, „übrigens war ich nie Schulsozialarbeiterin. Das war alles ehrenamtlich!“
„So, auch noch ein Ehrenamt? Du bist wirklich ein Engel, Lily“, hauchte Snape ihr zärtlich zu….

In diesem Moment schlug irgendwo eine Uhr zur vollem Stunde. Genervt blickte Snape auf.
„Ich fürchte, ich muss zurück nach Hogwarts – Neville mobben, Gryffindor Hauspunkte abziehen und Draco fürs Zuspätkommen loben. Hach, als Kotzbrocken vom Dienst hat man‘s schon nicht leicht…“
„Sehen wir uns mal wieder, Sev?“, fragte Lily betrübt, „ich fand es gerade doch noch sehr schön mit dir!“
„Gewiss. Spätestens in der nächsten SS/LE-Fanfiction. Die mag ich noch immer am liebsten!“, antwortete Snape, zwinkerte und stand auf.
„Bis dahin“, flüsterte er ihr zum Abschied noch zu, „Lass dich nicht von meinen Fangirls nerven! An dich kommen DIE eh nie ran“
Mit wehendem Umhang rauschte Snape aus dem POOPS.
Lily blickte auf ihr Goldlackwasser, das fast leer war. Dann schüttelte sie den Kopf und lachte.

Sehr geehrte Richter, Richterinnen und andere Stümper des Gerichtshofs zur Wahrung der Rechte von Romanfiguren in Bestsellern (Unterabteilung des Ministeriums für Anhängerfiktionen und- theorien),

Da mein erster Beschwerdebrief von Ihnen geflissentlich ignoriert wurde, sehe ich mich leider gezwungen, Sie – freundlich – daran zu erinnern, sich doch bitte – bei Gelegenheit - meines Antrags auf Änderung der Ursprungsliteratur wegen ungerecht harter Behandlung durch Autoren anzunehmen.

Sicherlich können Sie sich noch an meine Beschwerdepunkte erinnern:

1.) Erscheint es ein wenig unangebracht, dass ich als Zauberer mir mein Leben von einer Mugglefrau vorschreiben lassen muss. Als stets gesetzestreuer Bürger, möchte ich Sie, natürlich völlig uneigennützig, daran erinnern, dass dies dem Geheimhaltungsabkommen des Zaubereiministeriums widerspricht. Wie ich hörte sind auch meine Kollegen von dieser Rechtsbeugung nicht sehr… angetan. Die von uns eingereichte Sammelklage sollten Sie auf ihrem Schreibtisch, verstaubter Papierstapel rechts, untersten Blatt  finden.

2.) Wie Sie sicherlich noch aus meinem letzten Brief wissen dürften, liegt mein Arbeitsplatz und Wohnbereich in einem unbeheizten, dunklen Kellergewölbe, wo ich täglich mit gefährlichen Chemikalien hantiere. Aufgrund des Mangels an Licht und Luft habe ich inzwischen eine ungesund bleiche Gesichtsfarbe bekommen, die über das Warten auf Ihr Urteil nur geringfügig etwas dunkler wurde. Ich nehme an, mir steht zu, einen Gefahrenzuschlag für meine Arbeit einklagen zu können. Andernfalls wird das St. Mungos Ihnen in Zukunft wohl öfter schreiben.

3.) Von meinem Chef werde ich regelmäßig zum Konsum von Senftorten, Säuredrops und Knallbonbons gezwungen. Ich gehe davon aus, dass die Möglichkeit besteht, ihn wegen Nötigung anzuzeigen. Falls nicht, liege ich richtig mit der Annahme, dass mir die Gesetzeslücke dann auch erlaubt, neue Zaubertrankmischungen mit unbekannter Wirkung an ihm auszuprobieren?    

4.) Jedes Mal wenn ich meine Einkäufe erledige, wird mir völlig ungerechtfertigt der Kauf von Haarshampoo verwehrt. Stellen Sie gefälligst Nachforschungen an, woran das liegt!

5.) Wie ich gesehen habe, sieht das Skript vor, dass ich sieben Jahre lang das Balg einer Frau beschütze, die meine Liebe nie erwidert hat. Mir kam zu Ohren, dass das Gericht in einem ähnlichen Fall einer gewissen E. Bronte entschieden hat, dass die betroffene Hauptfigur, ein gewisser Heathcliff, von der jeweiligen Frau tatsächlich geliebt wurde. Wäre es vielleicht möglich, in meinem Fall zumindest eine kleine Affäre einzubauen? Wie ich hörte, gehen viele Besucher der Literaturverfilmung ohnehin davon aus, dass der Bengel eigentlich von mir abstammt und ich möchte meinen alten Freund, James Potter, zu gerne von der Last der Vaterschaft befreien!

6.) Apropos James Potter: Soweit ich informiert bin soll dieses verdammte Arsch… ähm ich meine natürlich dieser überaus nette Herr von einem bösartigen Tyrannen namens Lord Voldemort aka Der Dunkle Lord aka Er, dessen Name nicht genannt werden darf aka Tom Riddle ermordet werden. Da ich mich meinem Kenntnisstand nach zum Zeitpunkt seines Todes in der Gefolgschaft Voldemorts befinde, wäre es vielleicht möglich, mir diese Aufgabe zu übertragen? Wie ich hörte, bin ich ohnehin dafür vorgesehen, gewissen Menschen einen angenehmen Tod zu bescheren. Und gerade Sie, die für die Rechte misshandelter Romanfiguren einstehen, möchten diesen armen Kerl doch sicher nicht mehr leiden sehen als notwendig, nicht wahr?  

7.) Noch etwas zum Thema sterben: Wie ich las soll ich durch den brutalen Biss einer Schlange heimtückisch dahin gemeuchelt werden. Ich bitte dringend um eine Abänderung, die zumindest einen halbwegs heroischen Zweikampf vorsieht – notfalls auch mit der Schlange. Wie mir zugetragen wurde, soll ich kein schlechter Duellant sein und die Hauptfigur der Reihe einen ihrer Lieblingskampfzauber von mir gelernt haben.

8.) Ach ja, mein Tod: Wie mir mitgeteilt wurde, soll ich aufgrund eines mächtigen Zauberstabs, den ich nie besessen habe, ermordet werden. Wäre es möglich, dies insoweit abzuändern, dass ich tatsächlich der wahre Herr dieses Zauberstabs werde? Ich würde ihn gerne an der Autorin einer berühmten Kinderfantasy-Heptalogie ausprobieren. Vielen Dank!

PS: Sollten Ihre Dilettanten von Sachbearbeitern auch dieses Mal wieder meinen Antrag verlegen, richten Sie Ihnen doch bitte – höchstfreundlich -  aus, dass ich den Avada Kedavra beherrsche, bekanntermaßen einiges an Talent im Brauen von hochgiftigen Zaubertränken besitze und sehr gerne  in Begleitung des Dunklen Lords bei Ihnen vorbeischaue

Mit unfreundlichen Grüßen,
Severus Snape

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Autor

Augureys Profilbild Augurey

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Kapitel:2
Sätze:198
Wörter:2.941
Zeichen:17.660

Kurzbeschreibung

Als Harry Potter Charakter hat man es wirklich nicht leicht. Nicht nur, dass einem J.K Rowling schon das halbe Leben vorschreibt. Nein, auch eine unaufhaltsame Meute an Fans meinen sich einmischen zu müssen - durch Kritiken und Spekulationen, durch Shippings und Fanfictions. Wie soll man denn da noch ein selbstbestimmtes Leben führen? Wie die Harry Potter Charaktere mit dem Fluch des Romanfigurendaseins umgehen, wie sie leben und leiden im Angesichte dessen, was Rowling wir aus ihnen machen, das erfahrt ihr hier!

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit OneShot-Sammlung, Parodie und Humor getaggt.

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