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Rauschen(1) ~ Erik ( Gesamtausgabe )

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16.05.22 17:54
16 Ab 16 Jahren
Heterosexualität
Asexualität
Workaholic

19 Charaktere

Kai - Erik Martin

Erik führt ein normales Teenagerleben mit Karolin als fester Freundin und ist der grosser Bruder von Isabella, die von allen Izzy genannt wird. Er scheint momentan die Schule nicht recht zu mögen, auch wenn er sich so durchmogelt hat er insbesondere mit Englisch so seine Probleme. Als Nicolas seinen achtzehnten Geburtstag feiert, gerät Erik wiedermal mit seinem Vater Jona aneinander. Dann verschwindet Erik über Monate spurlos.Polizeioberkommissarin Kathleen Kiley nimmt unter anfänglicher Zurückhaltung mit ihren Kollegen Gerald Labbock und Enrico Benedikt, einem Neuling, die Untersuchungen im Fall von Erik´s Verschwinden auf. Um sich und Marie weitere Aussagen im Prozeß um Brandner zu ersparen, lässt Erik sich auf ein Treffen ein...

Kathleen Kiley

Kathleen kennt Erik seit dem Kindergarten, als Freund ihrer Tochter Karolin. Zusammen sieht sie die Kinder aufwachsen, als Erik verschwindet hält sie sich anfangs zurück um die Ermittlungenn im Vermisstenfall nicht zu behindern. Irgendwann aber übernimmt sie die Leitung in einem weiteren ähnlichen Fall und kann zur Aufklärung beitragen.Sie glaubt an Erik und gibt nicht auf, als er sich ihr gegennüber vor Beginn der Verhandlung öffnet, erfüllt sie ihm seinen Wunsch. Damit das die Kommisarin auf das Angebot eingeht, ein Treffen zwischen Brander und seinem Opfer zu arrangieren, setzt sie alles auf eine Karte.

Sascha Brandner

Ist überwiegend im Heim und bei seinem Onkel aufgewachsen.Lehre im Schlachthof seines Onkels. Danach ist er dort angestellt und zerlegt Tiere.Er heiratet seine Frau Christine und bekommt mit ihr zwei Kinder, nach dem Hauskauf, kommt es zur Ehekrise in dem es Brandner vorwiegend um seine Kinder als um seine Frau geht. Unter Verdacht stehend (die Bestie) mehrere Morde begangen zu haben, trifft Brandner, auf eigenen Wunsch vor Verhandlungsbeginn, auf eines seiner angeblich ehemaligen Opfer. Für ihn unerwartet kommt es zu einem Treffen, dass selbst ihn nicht kalt lässt...

Karolin Kiley

Kindergartenfreundschaft,Erste (Liebe)feste Freundin von ErikKaro ist sehr nachtragend, wenig spontan braucht BeständigkeitSie hat nur lange Beziehungen

Suza(nna) Martin

Suza ist zusammen mit ihrer Schwester Anna bei ihrer Alleinerziehenden Mutter Lieschen List in Berlin aufgewachsen. 1980 begann sie ihr Studium der Medizin zusammen mit ihrem damaligen Freund Falk Fischer. 1981 wurde ihr Sohn Erik geboren. 1984 zog sie mit ihrem Ehemann Jonas Martin um eine Arbeitsstelle im Christopherus West als Assistenzärtin an zu nehmen. 1990 kam die Tochter Isabella zur Welt.Suza bindet sich nicht all zu gerne, bevor sie sich zu sehr mit unangenehmen Dingen auseinander setzt, sucht sie lieber den Neuanfang, auch in Sachen Beziehung Suza flüchtet in sich in die Arbeit, bleibt im Alltagaus unbekanntem Grund gibt sie Erik auf

Nicolas Luscé

Eriks bester Freund, sein moralisches Gewissenca. 3 Jahre älter als Erik, eher wie ein großer Bruder für Erik

Jona Martin

Jonas ist mit vier Geschwistern in Lehne aufgewachsen und trägt als zweitältester mit die größte Verantwortung. 1978 begann sein Studium der erntechnik in Berlin und besuchte geraume Zeit, die gleiche Universität wie seine zukünftige Ehefrau Suzanna. Sie verliebten sich ,1981 heirateten sie und noch im gleichen Jahr kam Erik zur Welt. 1984 zog die kleine Familie nach Spandoverhaven. 1990 kam die gemeinsame Tochter Isabella zur Welt. Er stellt alles zurück, arbeiten mit allen wichtigen Stellen und Freunden zusammen und glaubt nicht das Eriks Verschwinden mit dem Streit zusammenhängt

Victoria (Vikky) Forst

Vikky ist häufig krank und leidet seit ihrer Geburt an einer Immunschwächekrankheit, die ihre Knochen sehr empfindlich macht, sie verbringt ihr halbes Leben in den Krankenhäusern und trifft immer wieder auf Erik. Sie freunden sich an und es ist nie mehr als eine einfache Freundschaft, bis sie sich in Erik verliebt.

Gerald Labbock

KriminalKommissarEr ist einer der Ermittler im Fall Brandner ( Der Bestie ), glaubt das Erik etwas zu verbergen hat

Enrico Benedikt

Er ist einer der polizeilichen Ermittler im Fall Brandner ( Der Bestie ) Benedikt führt eine Beziehung mit Sandra Waldorf

Falk Fischer

Wie alle Männer war auch Falk in Suza verliebt, Falk heiratet Jean die Ehe bleibt kinderlos. Durch Jean lernt er ihren Cousin Bernard Hummels kennen, alle haben ähnliche Visionen. Als Falk an seinem Jugendwerkprojekt arbeitet lernt er die Praktikantin Rebekka, er heiratet sie späterJona forciert die Hilfe für seinen Sohn gegen Suza Willen, da Erik´sProbleme mehr werden, als es fast zu spät ist, nimmt er Erik nach seinem Krankenhausaufendhalt an seinem Betreuungs Programm in Lintz teil.

Sandra Waldorf

Begleitet den Fall um die BestieJournalistin lernt über ihrden Job Enrico Benedikt kennen und lieben.

Marie Streicher

Marie wird auf dem Heimweg von der Schule entführt und erlebt die Hölle auf Erden.Marie wird später von Bennedikt aufgefunden, wohin gegen Erik´s Schicksal unbekannt bleibt, in dieser Zeit fängt sie an immer wieder nach Erik zu fragen.Als man Erik findet will er sie nicht sehen und geht ihr aus dem Weg, bis sich die Familien auf gegenseitigen Wunsch doch treffen. An diesem Tag sind Erik und Marie ein Herz und eine Seele und Marie beneidet Izzy um ihre Familie. Anfangs unschuldig entwickelt Marie sich zu einer sehr dominanten Person, die anderen auf ihre Art ihren Willen aufzwängt.

Isabella Martin

Izzy war immer das Nesthäkchen und so wurde sie auch von allen behandelt, als Mittelpunkt jeder liebte sie und Izzy gab die Liebe zurück. Mit Erik´s Abewesenheit änderte sich das. Sie nahm sich viel von Erik´s früheren Verhalten an und lies sich nichts gefallen und ihre Freunde wurden ihr wichtiger.

Benji

Einer von Erik´s engsten Kindheitsfreunden

Torsten Franka

Franka ist der beste Freund von David Krieger,nach Ende ihrer Schulzeit gehen sie eine Zeit lang getrennte Wege. Seit 1989 auf der Schillergesamtschule sind die Kinder die er betreut sein Lebensinhalt. Er unterstützt sie soweit es möglich ist und verhilft mehreren seiner Schüler durch sein Kontakte zu Weltkarieren im Spitzensport, wobei er sich in seiner Heimat am wohlsten fühlt. Durch Erik, einem seiner Schüler lernt er seine zukünftige Ehefrau Suzanna kennen, die er nach deren Scheidung erneut ehelicht. Kurz darauf kommt sein einziger Sohn Nils zur Welt, auch wenn ihm seine Stiefkinder wichtig sind, steht Nils für ihn noch vor den Beiden. Das zeigt sich als Erik´s Probleme auf die Familie über und er Erik bittet sich fern zu halten.

Stephanie Simon

Eine von Erik´s engsten Kindheitsfreunden

Paul Kiley

Adrian Kiley

Der Albtraum beginnt ...

  Vor einiger Zeit / Heute

***

Die Erinnerungen ließen ihn nicht los und er blickte nervös den Jungen an, der keine Regung zeigte und stumm in Gedanken seine Finger abzählte.

„Du wolltest mich also sehen, … da bin ich.“ Er setzte sich schlurfend, während einer der zwei Vollzugsbeamten seine Handfesseln kontrollierte. „Sag mir eins. Warum bin ich hier? Doch nicht weil ich darum gebeten habe? Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“ Sein herabwürdigender Blick richtete sich an Kommissarin Kathleen Kiley. Sie schwieg den Moment ebenso wie der Junge mit dem starren Augen.

„So still kenne ich das Bübchen gar nicht. Hat´s ihm die Sprache verschlagen!“ Er suchte seinen Augenkontakt und der Junge erwachte aus seiner Trance und hörte auf seine Finger aneinander zu reiben.

„Bereuen sie nicht was sie getan haben?“ Mit verschränkten Armen stellte sich die Kommissarin Kiley neben den stillen Jungen um ihm Sicherheit zu bieten.

„Soll ich mich entschuldigen? Für was? … Bei dir Bübchen? ...Ich denke nicht! Das was uns verbindet, glaubst du wirklich die da verstehen das? “ Etwas lief hier nicht nach seinem Plan, allein schon das sie sich beiden Auge in Auge gegenüber saßen. Er hatte nur vor gehabt zu provozieren und Aufmerksamkeit zu schaffen, ihn wieder zu sehen brachte keine Genugtuung.

„Herr Brandner, sie sind Hauptverdächtiger in einer Reihe von kriminellen Straftaten. Ihnen wird auch mehrfacher Mord und Entführung vorgeworfen. Sie sind derjenige der sich bei seinen Opfern entschuldigen wollte, ... da ist er, aber nur weil er es von sich aus wollte. Nicht weil sie es verlangt haben!“  Kommissarin Kiley wich keinen Zentimeter zur Seite. Nicht ein Wimpernschlag, nicht ein Zucken durchfuhr den Jungen, starr blickten sich beide an und der Mann in Fesseln verlor, während der Junge ungläubig den Kopf schüttelte und kurz lächelte. Sie hatten sich nichts zu sagen, letztendlich war es nur eine Zeitvershwendung von beiden Seiten.

"Sie müssen mich vor dem Teufel da beschützen, der kriegt ja nicht mal das Maul auf. Sitzt nur so da …“ Gereitzt lachte Brandner auf, seine Miene erstarrte unsicher, was konnte er schon ausrichten und doch, das der Junge schwieg und ihm nur mit den Augen folgte und stumm blieb, ließ die Stimmug aufkochen. "Hör auf mich an zu glotzen! … Der will keine Entschuldigung ... nicht von mir ..." Er wollte aufstehen, doch dies wurde von einem der Vollzugsbeamten unterbunden. "Sag etwas, wie soll es weiter gehen?"

„ … Danke für die Chance! Ich denke nicht das wir uns wieder sehen!“ Der Junge war fertig, das war es wofür er gekommen war. Ein kurzes Hallo und Aufwiedersehen, doch es war viel mehr. Beim Aufstehen stützte sich der Junge am Tisch ab und erst jetzt bemerkte der Mann in Fesseln, was der picklige Junge in der Hand hielt. Er legte eine Patronenkugel auf den Tisch vor ihm und drehte sie zu zu ihm, so dass sie auf Brandner zeigte. "Du hast recht. Ich wollte dir nur etwas zurück geben, was dir gehört!"

"Komm wir sind Freunde, sag´s ihnen! Oder willst du das ich ihnen die ganze Wahrheit erzähle!... wie du gejammert hast ... und es kaum erwarten konntest, das ich dich fertig mache... sag was ... wie sieht dein Plan aus ... Was soll die Scheiße? Deswegen holen sie mich her. Für nichts!“ Er fegte die Patrone vom Tisch und er ärgerte sich das er verloren hatte... Verloren . Einer der Vollzugsbeamten brachte den Jungen aus dem Befragungsraum. Die Kommissarin hob die Kugel auf.

„Die Wahrheit, dafür sind wir hier oder nicht? ...Diese kleinen Dinger, es ist schon komisch, ... komisch das es nur ihr Knie war, wo wir das hier herausgeholt haben! Anderes ist hartnäckiger und wird man nicht so leicht wieder los!“ Sie knallte die Hand vor Brandner auf den Tisch.

"Wie geht’s ihrem Kollegen, sein Arsch ging gewaltig auf Grundeis, als es Ernst wurde und im Gegensatz dazu hat der Rotzlöffel da drüben keine Sekunde gezögert?“

"Mein Herr "Kollege" ist ander weitig beschäftigt, aber ich wette mit ihnen, diesen Anblick von ihnen hätte er all zu gerne genossen!“

"Ich hätte nie Gedacht das der Junge dieses Schneid hat und es schafft mir Angst ein zu jagen, er hat wirklich dazu gelernt! ...BRAVO! Ab jetzt läuft es nach seinen Regeln und ich hoffe sie merken sich meine Worte."

"Er wollte ihnen nur noch einmal in die Augen sehen, um für sich ab zu schließen. Und sie denken er spielt ein Spiel?"

"Wenn sie das glauben sind sie dümmer als ich gedacht habe! Rotschopf! Denken sie nicht ich werde mich jetzt selbstaufgeben."

"Ihre Entschuldigung war nur ein Vorwand, das wusste er und dass wusste ich... Es ist vorbei … legen sie ihr Geständnis ab und ersparen sie den Kindern den ganzen Quatsch den sie treiben. Psychartrie oder Sicherheitsverwahrung für sie, ist das nicht verlockend ... Und das einzige was wir wollen, ersparen sie ihren Opfern die erneute Aussage!“

„Ich frage sie ernsthaft ... Glauben sie wirklich das es vorbei ist, ich habe so viele gefoltert … getötet vermuten sie...und ER ist einer von Zweien die mich überlebt haben, dass dies einen Grund hat, ist ihnen nicht in den Sinn gekommen? Und das ihre „Opfer“ ja so unschuldig sind, sie sind naiv? Keiner von Beiden wird mich oder unsere gemeinsame Zeit vergessen.“

„Naiv, das Einzige was ich sehe ihre Taten haben keinen Sinn, sie sind nichts weiter als ein Serienmörder. Diese zwei Menschen haben es überlebt, weil sie sie unterschätzt haben.“ Die Kommissarin blickte auf die Patrone in ihrer Hand und legte sie zurück in die Mitte des Tisches.

„Sie liegen so falsch! Sie sind am Leben, weil ich es so wollte klar, so dicht war die Waffe an seinem beschissenen Kopf! Ich bestimme! Ich habe nicht abgedrückt!“ Er hielt sich die Hände an die Schläfe und zog sie über seinen Hals : „Mein Messer steckte in ihrem Fleisch! Ein Mörder bin ich deswegen noch lange nicht... Also was sollte mich dazu bringen irgendwas für sie zu tun!“

„Ihr Gewissen.“

„Wer sagt ihnen das ich eines habe!“

„Ihr Gewissen ist der Grund warum sie leben ... und sie wollen mir ihre Geschichte erzählen. ...Wer sind sie wirklich? Sie wollen es doch! Wie hat es bei ihnen angefangen? ... Mit toten Katzen?“

„Ich bin nur ein Krüppel!“ Er lachte sie aus. „Und ich bin nicht dumm! ...Soweit ich weis, hätte ich den Jungen vor der Verhandlung gar nicht sehen dürfen, es kann sie Kopf und Kragen kosten und am Ende haben sie nichts! Aber sie sind sich dessen bewusst … sie machen nichts undurchdachtes ...“

„Ein Vergehen von dem Niemand weis, weil niemand etwas gesehen oder gehört hat, ist kein Vergehen.“ Sie wies den zweiten Vollzugsbeamten mit einem Wink an, den Raum zu verlassen und nun waren sie alleine. Sie nahm ihm die Handfesseln ab und begab sich auf sehr dünnes Eis.

„Wer sind sie?“ Ihm fielen die roten Haare auf, er flüsterte vor sich hin. „Kennen sie das kleines dürre Mädchen? Sie haben den selben Duft, den alle Rothaarigen haben, mit Sicherheit kennen sie sich! Spätestens wenn ihr Blut an meinem Messer klebt und ich ihr die Haut abziehe, wie bei einen Karnickel.“

„Mich interessiert nur ihre Geschichte!“ Die Kommissarin lies sich von ihrem Weg ablenken und ebenso wenig zeigte sie wie sehr es sie anekelte, wenn er über seine Phantasien sprach.

„Ich bin nur ein Opfer, das Opfer einer alten Hure sprichwörtlich, heute ist es anders heute kümmert man sich um die Kinder, aber manche bleiben doch ewig unsichtbar... unscheinbar ..." Er lieferte ihr seine Geschichte, nichts was unbekannt war.

"Sechs Tage waren vergangen und Mutter nicht heimgekehrt. Am achten Tag, öffnete der Hausmeister endlich die Haustür. Nachbarn hatten meinen Lärm in der Wohnung vernommen, aber erat Tage später kam Hilfe. Ich blieb bei ihm und erlebte in der Zeit zum ersten Mal wie übel es war in diese Welt geboren zu werden. Nach über zwei Wochen kehrte seine Mutter zurück, sie war fürsorglich wie selten und klärte das Missverständnis auf und ich schwieg. Wieder verschwand Mutter, es wurde zur Gewohnheit das ich etwas Geld auf dem Küchentisch fand und mich von da an selbst versorgte. Bücher waren meine besten Freunde geworden, doch ist der Schule galt ich bei meinen Mitschülern als Psycho und und dumm, so mieden mich die andere Kinder quälten mich oder warfen Steine nach mir. Ich fand diesen kleinen Vogel, er war aus dem Nest gefallen und er wollte ihn retten. Doch all trotz all meiner Bemühungen kam er nicht durch. Kurz darauf besuchte ich den Bauernhof meines Onkels und ich sah wie er sein Pferd niederstrecken musste, welches sich die Beine gebrochen hatte. Ich hatte kein Gefühl, weder Abscheu noch Mitleid, es war nur ein dummes Tier welches vor meinen Augen getötet worden war. Ebenso wenig als Scharfernte war und ich meinem ersten Tier Strom in den Schädel jagdte.

Obwohl ich gerne bei meinem Onkel war kam ich wieder zurück zu meiner Mutter, sie schien ihr Leben ordnen zu wollen und versprach ihm das alles besser werden würde. Ein halbes Jahr später fand sie ihr Zuhälter und es begann von vorne nur schlimmer. Im Drogenrausch gestand sie mir eines Tages, das mein Vater ihr Zuhälter war und es sie immer wieder zu ihm zog. Sie schien dieses Stück trotz allem was er ihr antat zu lieben. Liebe … Sie bot mir sogar irgendwann Koks an, damit ich ruhig blieb doch ich war von einer anderen Droge besessen.“ Er leckte über seine Lippen, schien nach zu denken und erzählte aus seinen Erinnerungen: “Ich hatte in meinem Bett Bruteier versteckt. Vorsichtig hielt ich sie unter das Licht meiner Leselampe und sah in den ersten ein pochendes Pünktchen, das nächste war dunkler und auch dieses bewegte sich, vorsichtig öffnet ich das Ei und das darin enthaltene Hühnerembryo lebte, die Augen klickten und blickten mich an umgeben von Dotter , so würde es bald nach Stunden verenden aber ich hatte anderes vor , ich hielt das Ei. Über einer Kerze erhitzte ich eine Nadel und er stach es in das Küken , wieder und wieder bis es sich nicht mehr bewegte. Eines Tages ich muss schon Teenager gewesen sein verfolgte ich Mutter, ich wollte den Mann, meinen Vater kennenlernen der ihr das alles angetan hatte. Eine Frau nach der anderen stieg in eines der dunklen Autos. Niemanden schien zu scheren um das was hier vor sich ging. Es wurde akzeptiert, auch das Frauen geschlagen wurden und da war er der Boss. Ich bekam Angst ihn anzusprechen, so kam ich jeden Abend kam er hier her an die Stelle wo die Huren ihrer Arbeit nach gingen. Jeden Tag taucht ich auf und wartet, dann kam der Boss und erkannte mich sofort und lies mich verprügeln. Zunehmend verschwanden in unserer Nachbarschaft die Haustiere mehr und mehr Suchmeldungen säumten die Straßen der Stadt, warum es war so ... keine Ahnung, ... kleine rote zarte Blüte.

...Ich kehrte jeden Abend dort hin zurück und wurde ab da geduldet. Als ich die erste Nutte ansprach und sie mit mir ging, stellte ich fest das sie alles für Geld mit mir tun wollte und ich schlug sie wütend zusammen und lies sie dort liegen, dann warf ich das Geld auf sie. Es war nur ekelerregend, wegen der paar Kröten einem so etwas an zu tun. Den nächsten Abend suchte ich mir die Nächste raus, nur in der Absicht diese Miststück diesmal zusammen zu schlagen, doch diese entkam, was soll ich sagen seit dem unterlass ich Fehler, ...sie gab ihren Beschützer Bescheid. Am nächsten Abend , ich wollte nur zum Boss, die Attacken auf das Viech waren meine Botschaft an ihn, aber bevor er zu ihn gelassen wurde, bekam ich die Quittung dafür zu spüren. Daraufhin fragte er mich was ich von ihm wolle und ich zeigte auf einen der gutaussehenden Stricher. Natürlich glaubte er von da an ich sei anders, eine dieser verkappten Schwuchteln. Ich lies mich an ihm aus, mehr noch als an den Frauen zuvor und da er sich nicht wehrte zerstörte ich ihm das schöne Gesicht. Aus rumgehure mach ich mir nichts, das ist nur Mittel zum Zweck.“

„Mat Mooney!" Sie kannte die Geschichte um den Bandenboss der Underground Devils und dieser schmächtige Kerl sollte, das Monster sein das den zwei Meter Mann so zu gerichtet hatte.: "Geht also auf ihr Konto?“

„Nur sein Fönes Geficht! Dieser Scheisser ... wer hätte gedacht das der Mal die Nachfolge vom Boss antritt, aber ich hatte besseres vor! So ist das schon okay, wie es gelaufen ist. Der Scheisser hat´s sich verdient.“

"Warum hat er sich nicht gewehrt?"

"Mein Erzeuger dachte ich gäbe Ruhe, das war ihm das Opfer wert. Naja seit der Alte nicht mehr ist ... hat sich viel verändert!"

"Weil sie seit dem nichts zu sagen haben?"

"Sie sind gut, jeder erkauft sich auf seine Art schweigen!"

"Seit dem ist es ruhiger in der Gegend geworden!“

„Ist trotzdem nur ein … damals konnte der Boss seinen Ausfall nicht dulden und machte mir unmissverständlich klar mit dem Rat "nie Gesicht zu einer Geldmaschine "berühren, denn sonst wären sie wertlos. Er hätte sich wehren können, doch der Zuhälter wollte sehen mit wem er es zu tun hatte und ich bekam lebenslanges Hausverbot. Meinen Vater habe ich nie wieder gesehen. Ich kehrte daraufhin zu meinem Onkel zurück und begann eine Lehre in seinem Schlachtbetrieb in der Nähe seines Bauernhofes und kurz darauf beging ich meinen ersten Nuttenmord und es fühlte sich gut an. In den Folge Jahren etliche weitere, während ich die Frauen sofort umbrachte, lies ich die Stricher meistens bis zum dritten Treffen am Leben! Mit einer Ausnahme, und dieser Mensch war wirklich krank. Er hat gebettelt das ich ihn erlöse.“ Er erzählte kalt ohne Regung, ohne weitere Erklärung. Er lachte. "Glauben sie ernstahft ich würde irgendwas gestehen, was sie auch nur im Geringsten benutzen könnten!" Er lachte sie aus. Schwere Kindheit hin oder her. "Ich bin unschuldig, wie alle hier!" Wieder feixte er.

„Trotz ihres Wandels haben sie es zu einer eigenen Familie gebracht!“

„Die paar Mal die sie mich ran gelassen, aber Christine ist eine gute Frau! …Ja ... Privat lernte ich Christine kennen, mit meiner unaufdringlichen Art kam ich eben gut bei ihr an. Sie war Sekretärin für meine Abteilung des Schlachthofes und jedes Mal wenn ich meinen Lohnzettel abholte kamen wir uns näher. Für mich war es nur die perfekte Tarnung. Christine hingegen war wirklich in mich verliebt. Ich bestieg sie das erste Mal in der Hochzeitsnacht und traf gleich, es ekelte mich an und ich erfand Ausreden, das nicht nochmal tun zu müssen. Meine Tochter kam zur Welt und für sie war ich der liebevollste Vater, ebenso wie für meinen Sohn der kurz darauf das Licht der Welt erblickte. Meine Kinder liebte ich und meine Frau verachtete ich für das was sie getan hatte. Wie konnte man so was tun und es Liebe nennen, mal ehrlich. Mit meinem Sohn hatte ich alle Pflichten erfüllt. In der Idylle kam ich irgendwann nicht mehr zur Ruhe und zu diesem Zeitpunkt lag mein letzter Mord knapp vier Jahre zurück. Ich zog mit meiner Familie in ein Haus, und mit dieser Freiheit begann der Trieb in mir erneut zu keimen und ich konnte wieder töten. Wollen sie das Hören, sehen sie mich so?"

„Haben sie Namen für mich! Wannsoll das gewesen sein!“ Die Kommissarin erwartete irgendwelche Hinweise.

„Was sie bis heute nicht gefunden haben, werden sie nie mehr finden und das müssen sie mir erst beweisen. Es war alles so einfach … doch als sich der Erste wehrte begann es auch wieder Spaß zu machen!"

„Wieso nun der Junge und warum lebt er?“

„Ich hatte einen Arbeitsunfall und musste ins Krankenhaus um sich behandeln zu lassen. Ich sollte operiert werden und musste dort bleiben und da fiel mir das Häufchen Elend auf, wie er in diesen Moment abweisend von seinen Eltern behandelt worden war, kam er mir einsam vor. Daraufhin observierte er ihn über mehrere Tage. … meine Frau hatte sich von mir getrennt und irgendwie vermisste ich meine Kinder , ich habe ihnen nie etwas getan, aber seit Jahren stellt dieses Miststück es so dar. … ich vermisse sie auch jetzt, meine Kinder … Ich begann zu genesen und übernahm erneut die Nachtschicht um tagsüber den Jungen zu verfolgen, dafür fuhr ich jedes mal die zwei Stunden jeden Tag. Wenn ich nicht irre waren sie auch ein zwei Mal in seiner Nähe. Schlaflosigkeit beherrschte mich und ich bereitete alles vor. Zwischendurch musste ich natürlich töten um nicht vollkommen die Kontrolle zu verlieren und ich musste üben. Den Teufel werde ich tun ihnen Namen zu geben, das Rotschopf müssen sie schon alleine heraus bekommen.“

„Dann war es keine spontane Tat?“

„Spontane Taten hinterlassen Spuren und ich mache ganz gewiss keine Fehler, kein zweites Mal und dann war ich trotz der ganzen Vorbereitungen, so kurz davor meinen Plan auf zu geben...“ Die Erinnerung daran lies es ihn nochmals durch leben. „Seine Freunde lachten ihn nicht aus oder beschimpften ihn, wie man es bei mir getan hatte. Er hatte einen funktionierenden Freundeskreis, war beliebt, selbst bei dem dürren rothaarigen Mädchen, er lies sich trotz Provokationen nicht unterkriegen und dann kam alles anders … er war alleine ... es war meine Chance.“

2 Jahre zuvor

***

 

Der Winter fiel ungewöhnlich mild aus, schon Anfang März begannen die ersten Bäume zu blühen und lösten die ersten Allergien des Jahres aus. Erik war noch von einer Erkältung angeschlagen als er sich auf den Weg ins Krankenhaus machte. Unbeobachtet schlich er sich an der Information vorbei, durch die langen Flure vorbei an der Notaufnahme und der Chirugie, tappste er über die Treppe in die dritte Etage, zur Pädiatrie - Abteilung des Christopherus West. Eine ältere Schwester saß am Empfang und ignorierte ihn.

„Magaret lass mich schon rein!“, Erik stand mit verschlossenen Armen vor der Glastür.

„Du weist doch wann die Besuchszeiten sind!“, sie verwies auf das Schild.

„Ja! Ja! Ja, muss ich jedes Mal betteln?“

„Wenn du so fragst , ... ja!“ Sie kam zur Tür und drückte auf den Schalter der die Tür zur Station öffnete. Erik begrüßte sie freudig mit einem Kuss auf die Wange. „Wie geht’s dir ?"

„Du warst lange nicht hier!“

„Kaum noch Zeit, Teenage Love-Story Kram … ist Mama mit der Mittagsvisite durch?“

„Sie dürfte gleich fertig sein!“ Schwester Magaret beobachtete Erik der in seiner Schultasche kramte.

„Schau mal das hier ist, für dich. Ich wusste nicht ob du die noch sammelst, aber ich fand es zu schade es weg zu werfen.“ Zum Vorschein kam ein kleiner Porzellanengel.

„Wo hast du den denn her? Der ist ja goldig!“

„Nicolas hat die beim Frühjahrsputz gefunden, gehörte wohl mal seiner Oma und ich dachte mir du würdest dich drüber freuen, naja bevor es auf´m Müll geht!“

„Es ist sehr schön und auch sehr alt! … Danke junger Mann!“ Sie umarmte ihn erneut. Sie sammelte die kitschigen Dinger seit ihrer Jugend.

„Ist alles wieder gut zwischen uns?“ Sein Hundeblick erweichte ihr Herz.

„Na klar. Ich bin doch nur froh dich mal wieder zu sehen, den ganzen Winter hast du dich nicht blicken lassen!“

„Das ist so wenn man schwer verliebt ist! Außerdem war ich viel krank. Ehrlich was soll ein Sterbender im Krankenhaus, von meinen Allergien will ich gar nicht reden.“

„Dann gratuliere ich! Karolin so heißt sie doch oder?“ Schwester Magaret ging zurück an ihren Empfangsplatz und Erik schlurfte hinterher.

"Was hast du erwartet sie hat was an sich, jeden Tag ..." Er brach ab

„Erik!“ Einer der vier Weiskittel kam näher. „Hey ich denke du bist in der Schule!“

„Ja, aber die letzten beiden Stunden sind ausgefallen und ich wollte dich nur Fragen ob ich mit den anderen schon zum Schwimmen darf. Der Trainer will ein Attest und auf Nummer sicher gehen! Bitte Mama. Mir geht´s gut echt. Alles okay!“

„Wie fühlst du dich denn ?“ Sie berührte die Stirn und begutachtete seine rosigen Wangen.

„Prima! Kann wieder Sport machen bitte.“

„Wenn Dr.Kess dir das okay gibt, kannst du machen was du willst !“

„Super!“

„Erik?“

„Was ist?“

„Hast du schon etwas gegessen?“

„No, ich bin gleich her gekommen! Ich bin wirklich okay ... Mamilein.“

„Wenn Kessi mit dir durch ist, essen wir Mittag in der Kantine und dann reden wir wie es weiter geht... Verstanden?“

„Sie liebt mich!“ Erik war zuversichtlich und folgte den anderen Weiskitteln ins Ärztezimmer.

Erik´s Mutter war in die Notaufnahme gerufen worden, es war schon über eine Stunde vergangen und Erik wollte nicht länger warten, er wollte gehen als sie ihn aufhielt. Er sollte für mehrere Wochen dem Schwimmen fern bleiben, doch noch gab er nicht auf, auch wenn er wieder einen Rückschlag erlitten hatte.

„Ich kann es nicht ändern Erik!“ Seine Mutter Suzanna hatte viel Arbeit, wie immer.

„Du brauchst nur deinen Schriebs drunter setzten, würde es dich umbringen mich zu unterstützen!“

„Wenn du krank bist bist du krank! Kessi wird schon ihre Gründe haben! Dein Ausschlag war damals schlimm, das kann schwere Narben geben und du bist so ein hübscher Junge.“

„Mama? Mamilein?“

„Beruhige dich erst mal, wir sehen uns zu Hause ja?“

„Gut!“ Er schluckte es runter. Sich hier zu streiten brachte nichts, das wusste er und nun näherten sie sich dem Nachmittag. Sein Vater hatte in kürze Arbeitsende und er rief ihn an, das er ihn vom Krankenhaus abholen sollte. So blieb er einige Zeit einsam und verlassen in der Kantine, als er wieder am Zeitungsstand auf Magaret traf, die eine junge Patientin von der Krankenstation zum Kiosk begleitete.

„Seit wann spielst du Babysitter ist das nicht die Aufgabe der Pfleger?“

„Was ist dir über die Leber gelaufen Junge?“ Magaret stützte das Mädchen

„Kess, ...Dr. Kessinka sagte das Mittelchen, was ich gegen meine Allergie nehme, verträgt sich nicht mit meinem Sport. Sowas hatte ich früher nicht … sie sagt nur weil man erwachsen wird … ist der Körper Hormon mäßig so durcheinander, das ich im Frühjahr auf alles möglich allergische reagieren könnte. Es ist einfach nur Scheiße...“

„Nun bist du wütend?“

„Ja bin ich, wenn das mal irgendwann weg geht, hoffe ich das das nie wieder kommt, mit meinen Pickeln hab ich genug zu tun! Und jetzt warte ich auf Papa... Auf wen passt du auf!“ Er blickte auf das zerbrechlich wirkende Mädchen das die Zeitungen durchstöberte und ihn anlächelte.

"Du kannst gerne helfen, Zeit hast du ja. Vikky muss sich bewegen, wer rastet der rostet! "

Wenige Wochen später

***

Weiße Wolken zogen am hellblau, strahlenden Horizont vorbei. Die Straßen von Spandoverhaven waren um diese Zeit wie leer gefegt und deshalb fiel auch niemanden Erik mit seinem gelben Mountainbike auf, der eigentlich wie andere Kinder seines Alters in der Schule hätte sitzen sollen. Mit jedem Schritt wurde das Rauschen, des nördlichen Kiefernwaldes lauter und der feste Sandboden weicher. Doch er meisterte diesen Weg, ohne große Probleme. Sein halblanges, dunkelblondes Haar lag feucht an seinem marklosen, leicht gebräunten Gesicht und verdeckte teils seine grün - grauen Augen. Erik fuhr mit dem Vorderrad über den ersten Teil der Schiene und blieb stehen, sah nach links. Kein Zug war zu sehen, nur ein freies Feld welches von den Bäumen des Waldes umsäumt war. Die rechte Seite zeigte das selbe Bild, nur das von dort der Zug mit einer sehr hohen Geschwindigkeit an gerast kam.

„Der Zug hat Verspätung !“, dachte Erik und trat in die Pedale, kurz nachdem er die Schienen verlassen hatte, raste der Zug trötend, schnaufend vorüber. Der Windstoß warf seine Haare aus dem Gesicht. Er stützte sich auf sein Lenkrad und musste Lachen, griff in seine Jacke.

***

„Kaum Vorstellbar, das hier vor fünfzig Jahren Geschichte geschrieben wurde. Heute ist davon nichts mehr zu sehen.Und mein Vortrag beruht nur auf Büchern! Mein ganzes Leben wohne ich hier und wäre es keine Hausaufgabe gewesen, hätte ich nie damit beschäftigt! Dennoch bin ich entschieden der Meinung, dass die Vergangenheit bewältigt, doch nie vergessen werden sollte, damit die nächste Generationen ihre Lehren ziehen und es besser machen ! Oder versuchen es zu bewahren.`Zitat ende! Abschlussworte!” Erik drückte auf den Stoppknopf seines kleinen Olympus Kassettendiktiergerätes, mit diesen letzten Worten glaubte er seine Eins in Geschichte zu untermauern. Zufrieden lächelte er und fuhr weiter. Hier in der Natur bekam er die besten Inspirationen, doch wenn er es aufschreiben würde, wäre der Gedanke auch schon wieder verschwunden. Er schwitzte je schneller er in die Pedale trat. Der leichte Nieselregen, der schon den ganzen Tag vorherrschte, verbesserte die Situation nicht gerade. dazu. Über all die Jahre, hatte sich ein kleiner Trampelpfad auf dem extrem steinigen Untergrund gebildet. Erik fuhr weiter am Ufer entlang und kam wider in den Wald, wo er nach ein paar hundert Metern, vor einer alten reparaturbedürftigen Hütte stoppte. Er stellte sein Rad ab. Seine Hände waren kalt und er rieb sie an einander und pustete sie ein paar mal an. Vorsichtig schlurfte er mit den Füssen durch altes nasses halb verrottendes Laub, darunter lagen vertrocknet Nadeln der Kieferbäume. Erik betrat die Hütte die er und Nicolas, sein bester Freund, seit dem beginn des Frühjahrs renovierten. Es war ihre ”Grüne - Zone”, wo jeglicher Streit verband galt und es viel Zeit zum chillen gab, als zu Hause in der ruhelosen Stadt am Meer.

Zur selben Zeit ca. vier Kilometer entfernt,

in der Gesamtschule, der Klasse 8.1.b, es war 10.19 Uhr

***

Die Englischlehrerin Alice Jamir überprüftedie Klassenliste erneut, da sie jemanden misste.

„Stefani ? Caroline? Ihr wisst nicht zufällig wo sich Kai - Erik aufhält ?” Sie sprach die Namen natürlich auf Englisch aus und rückte ihre eckige Nickelbrille zurecht, sah in die Klasse, fixierte Steffi Simon und pochte mit ihrem Kugelschreiber, in einem gleichmäßigen Takt, auf das unbefleckte Klassenbuch. Benji Kind, der in der ersten Reihe, direkt vor dem Lehrertisch saß, konnte dieses Geräusch bald nicht mehr hören. Seit Beginn des Schuljahres hatte er schon etliche Bleistifte zerbrochen um sich zu beruhigen, doch würde das auch bald nicht mehr ausreichen. Es machte ihn wahnsinnig, wenn er Englisch hatte hörte er nur ´Poch ,poch, poch` und diese krähen hafte nervige Stimme, jeder der nicht da war tat genau das Richtige.

„Keine Ahnung Ms. Jamir ! In Mathe war er jedenfalls noch da. Ich glaube ihm ging ´s nicht so gut. Natürlich kann ich ihn sehr gerne Suchen gehen, wenn sie es wünschen? Aber der wird zu Hause sein.” Steffi Simon lispelte ein bisschen, was sich wie eben, manchmal ganz komisch anhörte. Karolin Kiley saß neben ihr, sie war ihre beste Freundin, ihr fiel es schon gar nicht mehr auf, außer in ein paar heiklen Situationen, wo sie ihr Lachen einfach nicht verbergen konnte.

„Nein, bleib sitzen! Da ihr es scheinbar so lustig findet, wenn jemand den Unterricht schwänzt, wird ein Überraschungstest euch sicherlich nicht schaden?” Sie schien auf diesen Moment gewartet zu haben und zückte einen Bogen mit Aufgaben und Fragen.

 

Zurück in der "Zone"

***

Gegen Mittag hatte sich die Luft erwärmt, es wurde nun in naher Zeit langsam Sommer. Inzwischen war auch Nicolas Luscé eingetroffen, im Gegensatz zu Kai - Erik Martin hatte er es auf Gymnasium geschafft und war jetzt in seinem letzten Jahr. Erik war der Meinung das er genauso gut wie er, wenn nicht sogar um einiges besser. Der Unterschied lag darin das Erik von Anfang an seinen eigenen Kopf folgte ohne groß nach zu denken, wobei er sich mit seiner Meinung öfters mal eine bis zwei schlechte Noten am Tag fing und erst recht spät einsah, wenn er falsch lag.

„Hey, das Wasser ist doch optimal zum Baden!”, schwärmte Erik und zog sich sein T - Shirt aus, doch sein bester Freund schien davon nicht sehr begeistert.

„Du hast sie doch nicht alle Erik ! 12°C Ohne mich, ehrlich!”

„Ach hab dich doch nicht so Mädchenhaft! Der Sommer ist da ha!” Schon hatte er die Hose aus.

„Okay, dann bin ich halt ´n Mädchen! Was kann ich denn dran ändern? Wenn der Strand wäre okay aber das hier eisig.”

„Jetzt! Wo ich schon mal frei mach, will ich die paar Stunden auch genießen!” Da hatte Nicolas schon Erik´s Unterhemd im Gesicht.

„Ich geh nicht ins Wasser! Ohne mich mein Freund! Ich kann es mir nicht leisten krank zu werden. … Wenn ich nicht irre … bist du doch gerade erst deine Seuche los und das ganze nochmal, nein , nein NEIN!“

„Nico! Nicolas? Wir sind nicht ewig jung und die Zeit muss man genießen.” Verschmilzt blickte Erik ihn an und wollte los ins Wasser sprinten, als Nicolas ihn festhielt.

„Gerade nachdem was du durch hast hätte ich dich für vernünftiger gehalten, du bist nicht der jenige der sich dann wieder dein Gejammere anhören musst, ich bin es! ... Wann hörst du auf und wirst vernünftig?”

„Dann wenn du erwachsen wirst!”

„Mach was du willst! Du wirst schon sehen! Ich werde dich dort nicht raus fischen!” Nicolas zeigte auf´s Wasser.

„Das würdest du?”

„Nein würde ich nicht!”

„Dann ertrinke ich eben .” Er lachte und trietzte weiter: „Haha? Ich wüsste genau, wenn du nicht so reagieren würdest, etwas mit dir nicht stimmt! Dafür lieb ich dich Alter!” Erik stampfte wie ein großer Elefant zum Wasser, extra um Nicolas zu provozieren. Es schien seine Wirkung nicht zu verfehlen, denn nun zog auch er seine Sachen aus. Das kühle Nass erfrischte.

„Hilfe! Helft mir! Hilfe!” Erklangen blubbernd Erik´s Worte aus der Mitte des Sees. Nicolas hielt sich nur am Ufer auf, als er die Hilferufe vernahm wurde sein Gesicht schneeweiß. ´Hab ich es ihm nicht gesagt! ` , schoss es ihm schlagartig durch den Kopf und schon im selben Moment war er auf den Weg zu Erik, der verschwunden war. Nicolas rief nach ihm, er empfand das Wasser als eisig.

„Erik! Erik! Verdammt Erik!”, klangen seine Schreie durch den Wald und verstummten. Nicolas gab nicht auf und tauchte nach ihm, zwischendurch rief er weiter. Plötzlich griff etwas nach seinen Füssen, er schreckte zusammen, auf dem Wasser war nichts zu sehen und er bekam Angst. Da tauchte Erik von hinten auf und drückte ihn für kurze Zeit unter Wasser. Nicolas dachte an die Geschichten die sein älterer Bruder ihm erzählt hatte und wand sich wie ein Fisch im Netz, als er erneut nach Luft schnappte lies Erik ihn los. Ein wenig Wasser hatte Nicolas schon zu schlucken bekommen, dadurch hustete er stark, seine Augen waren groß und hatten diesen glasigen Blick. Er sagte nichts wortlos verließ er den Schauplatz um einige Meter. Erik folgte ihm und versuchte sich zu entschuldigen.

„Es tut mir Leid ehrlich! Hey nehm´s doch nicht so ernst! Ich mach´s auch nicht!” Mit einer schüttelnden Kopfbewegung drehte Nicolas sich um.

„Warum? Ich will nur eins Wissen! Warum machst du das? So bist du doch sonst nicht!” In letzter Zeit war Erik so abgedreht.

„Ich weiß nicht!” Er lächelte unsicher, der Grund war ihm gerade bewusst geworden: "Alle gehen sie weg und ich bleib auf der Strecke, dabei soll alles bleiben wie es ist!" , als Nicolas sich mit einem Affenzahn auf ihn stürzte und ebenfalls ein paar Mal untertauchte. Sie lachten als ihnen der Blödsinn bewusst wurde, den sie hier trieben. Es war ein Teil ihrer Jugend wie Erik sagen würde.

„Kommst du morgen Abend?”, fragte Nicolas neugierig. Mittlerweile waren sie in der Hütte und lagen auf der Couch, so das der eine, die Füße des anderen vor dem Gesicht hatte.

„Sicher! Mein bester Freund wird, doch nicht alle Tage achtzehn! Du kannst offiziell machen wonach dir ist... Ich kann´s kaum erwarten bis ich soweit bin!”

„Was ist mit Karo ?”

„Was soll mit ihr sein? Sie hält immer noch nicht viel von dir, vielleicht ändert sich das ja, ich bezweifle es sehr!” Er pustete gegen den Fuß.

„Ja, wer weiß ?” Nicolas pfiff eine kleine Melodie.

„Denk dran! Halt dich zurück sie ist mein Mädchen!”

„Huhu! Ich hab ja solche Angst vor dir! Denkst du ernsthaft das ich etwas von deinem Schreckgespenst will? Die ist doch für dich gemacht. Spielt immer schön weiterin eurer Liga im Kindergarten. Die muss noch etwas an den richtigen Stellen zulegen, bevor sie überhaupt in Frage kommt.” Er lachte und dann bekam er ein Kissen von Erik ins Gesicht, fing es aber tapfer im Flug ab.„Ich kann nicht glauben, dass wir uns bald so selten sehen sollen.”

„Du willst studieren!” Sie starrten an die Decke. „Wenn´s dir nicht passt musst du auf die Fachhochschule in der Stadt gehen!”

„Würde ich ja gerne. Aber mein Muttertier hat Erwartungen, die will ich einfach nicht enttäuschen.”

„Nur weil sie Direktorin ist, musst du nicht gleich Lehrer werden, du kannst ja noch nicht mal mit uns Kindergartenkindern klar kommen!“

„Na Sicher!“ Nicolas fing mit einem alten Thema an, was er für sich geklärt haben wollte. „Hast du Karo schon von deinem Abstecher erzählt?”

„Nein, warum sollte ich? Es ist ja nicht als hätte ich sie betrogen...oder ? Ich liebe sie. Sie liebt mich. Warum reitest du auf der alten Sache rum gibt´s nichts interessantes?”

„Hey du hast sie betrogen, rum knutschen und dann nicht dazu stehen! Das sind die Schlimmsten! Schließlich weiß ich wovon ich rede und ich hoffe für dich , das dein „Flirt“ das genauso sieht, sonst hast du ein ernsthaftes Problem mit Karo! Mal ehrlich die beste Freundin, das zwischen euch sah mir ganz schön ernst aus!”

„Höh, höh hast du nicht zugehört! Hast ja ´ne ganz schöne Phantasie! Ich hab meine Krise überwunden, mehr gibt 's dazu nicht zu sagen. Sie hat mir geholfen und Karo versteht das wenn das Thema werden sollte. Sie hat doch angefangen..., ich war der dumme und hab´s ernst genommen.” Erik war auch nur einer, wie viele andere seines Alters: „Ich hab sie nur ein Mal geküsst! Blöd war nur das du es gesehen hast! Sonst hätten wir jetzt nichts zu reden? Oder? Wie schlimm! Der Rest ist schon lange vorbei also? Karo erzählt mir auch nicht jede Kleinigkeit. Zudem hast du doch auch jede Woche ´ne Neue an der Hand und außerdem ...”

„ Außerdem was? Ich weiß was ich tu … Schließlich bin ich älter als du und hab mehr Erfahrung in solchen Sachen ... Nach nur einem Kuss sah das mir aber damals nicht aus. An deiner Stelle würde ich die Sache klären. Du redest zu viel Kleiner. Du rechtfertigst dich, und das machen nur solche die nicht wollen das man ihnen auf die Schliche kommt! Wenn dir an Karolinchen was liegt sprich es an, bei Frauen die zu dicht aufeinander hocken kann das nur Probleme geben, für dich.”

„Wenn es keiner mehr erwähnt, ist es gegessen! Glaub mir sie sagt nichts! ...Zum hundertsten Mal. Du bist mein großes Vorbild!” Er pustete weiter gegen den Fuß, mehr und mehr störte es.

„Mensch hör auf, das ist ...”

„Nervig? Ja so ist es!” Er pustete weiter und es kitzelte mehr. „Weiber, man kann nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie...” Die Kissenschlacht begann, Erik verlor grausam.

Bei Erik zu Hause

***

Am späten Nachmittag traf Erik nach dem Schwimmtraining auf Karolin, die ihn nach Hause begleitete. Sie begrüßte ihn mit einem sehr langen Kuss und er nahm sie in den Arm. Sie spürte das da etwas war. Natürlich gingen ihm Nicolas Worte durch den Kopf.

„Irgendwas verschweigst du mir doch?”

„Es ist nicht wichtig, Nicolas hatte heute, so´n Blödsinn geredet, das hat mir klar gemacht wie sehr ich dich liebe!” Mit honigsüßer Stimme.

„Du sabbelst ganz schön viel Schmalz, das sagt mir du hast was angestellt.”

„ Vertraust du mir?”

„Sicher.”

„Das ist gut … Du weißt doch wie Nicolas ist, er sieht unschuldig aus, aber er kann einen ganz schön fertig machen. Mit dem unsinnigsten Zeug.” Er versuchte es ein wenig auf Nicolas abzuwälzen, es war nicht sportlich, aber er würde es wider richten, früher oder sehr viel später. Sie betraten über den Hinterhof, das zu Hause von Erik. Seine kleine Schwester Isabella spielte vertieft in einem, eigens für sie angelegten Sandkasten mit Förmchen und kleinen Schippen. Unbemerkt schlichen sie an ihr vorbei über die Hofterrasse ins das Haus und gingen auf Erik´s Zimmer im ersten Stock. Erik ließ sich erschöpft aufs Bett fallen.

„Ich werde mich am Besten gleich umziehen, willst du zu sehen?”

„Ne, es ist zwar eine schöne Idee, aber das machst du am liebsten alleine!”

„Irgendwann kriege ich dich dazu! Dann läuft du nicht mehr weg.”

„Bestimmt nicht heute. Ich will mich noch mal mit deiner Mutter unterhalten, sie wollte doch heute wegfahren.”

„Stimmt ja daran hab ich nicht mehr gedacht, geb mir 5 Minuten! Dann bin ich bei euch” Schon hüpfte Erik von dannen und Karolin legte ihre Tasche auf dem Stuhl ab. Neugierig beäugte sie seine letzten Schritte in sein Bad und ging in die Küche, wo sie auf Erik´s Mutter traf.

„Du hier Mädchen wie kommen wir zu der Ehre?” Sie strich durch Karolins Haar über das sommersprossige Gesicht.

„Wir haben uns wieder vertragen, wird Zeit findest du nicht? Wer kann ihm schon lange böse sein?”

„Ich freue mich doch dass du da bist. Da ist Erik wenigstens etwas normal!” Sie schnippte leicht Karolins Nase und brachte sie zum Lächeln.

”Er hat´s dir sicherlich schon erzählt, die in der Schule wollen, dass wir uns um demnächst um ein Praktikum kümmern.”

„Und du wolltest dich jetzt bei mir anmelden?“

„Naja bei Papa im Restaurant bin ich sowieso jeden Tag und bei Mama stempele ich nur irgendwelches Zeugs in ihren Akten. Bei dir könnte ich doch auf die Kinderstation!“

„Sag doch gleich du willst zu den Babys ! Das wollt ihr Mädchen alle.“

„Ja, ich will zu den Babys auf die Station!“

„Ja okay ich bin einverstanden! Jetzt müssen wir nur noch den Personalchef überzeugen.” Das war eine eindeutige Zusage.

„Oh, toll super! Kann ich dir helfen?” Sie nahm Suzanna ein paar ihrer Taschen ab.

„Was will Erik machen? Er sagt patoue nichts.“

„Der hält sich an Herrn Franka!“

„Schule? Erik ? Ernsthaft?“

„Nein, eher Trainer, und in der anderen Zeit, Erste Hilfe Kurs oder Jungrettungsschwimmer, hat er jedenfalls gesagt, auch wenn er noch nicht 16 ist, bei ihm läuft immer alles über Sondergenehmigungen, kennst das ja bei ihm!“

„Wie auch sonst, immer die Extrawurst, das er nicht warten kann schrecklich. Schaden kann es jedenfalls nicht wenn er etwas mehr Verantwortung übernimmt. Aber sollt ihr nicht in richtige Jobs reinschnuppern?“

„Lass ihn das bloss nicht hören!“ Zusammen verstauten sie die Sachen im kleinen gelben Auto. Danach setzten sie sich noch zusammen in den Garten und warten darauf, dass Erik fertig werden würde. Es dauerte erheblich länger, als die fünf Minuten die er veranschlagt hatte. Suzanna spielte mit Isabella. Erik holte Karoline ab und sie verzogen sich zurück auf sein Zimmer.

„Die Jamir hat sich heute ganz schön aufregt, als du verschwunden warst. Du hättest sie mal sehen sollen Hase! ´Was ist das so einfach einen Test zu versäumen!`”

„Der Test war heute? Scheiße! Da hätte ich doch lieber mal auf Nicolas hören sollen! Schitt …wie ging´s weiter?” Erik saß auf der Couch und Karoline hatte sich an ihn angelehnt, gemeinsam sahen sie sich Karolins Lieblings Soap - Serie „Die schwarze Rose” an. Sie schwärmte so sehr für den charmanten aber widerwärtigen Serienbösewicht Roberto Dekassi und wendete kaum ihren Blick von der Mattscheibe.

„Sie hat uns die erste Stunde eine Standpauke gehalten und die letzte konnten wir dann Zeile für Zeile, in unserer Sonntagsschrift, diesen dämliche Test schreiben! Sie hatte ihn vorgezogen … ich schätze ich krieg ´ne drei!”

„Ich krieg eine Sechs, das sag ich dir, sowie es ist. Diese Frau hasst mich und zum Nachschreiben wählt sie bestimmt wider die ungünstigste Zeit! Die ist doch bescheuert! Noch zwei Jahre und diese Ziege sind wir los!” Er küsste Karolin auf die Stirn und sie umschlang ihn.

„Das Schärfste ist ja Benji passiert!” Karolin konnte sich kaum halten.

„Was?” Er ließ von ihr ab und hörte ihr aufmerksam zu.

„Er sitzt also da vorne, ganz unschuldig, wie er selbst behauptet!”

„Natürlich ... ”Erik stützte seinen Kopf auf und beobachtete Karolin. Sie bezauberte ihn, doch manchmal konnte sie auch ein ganz schönes Biest sein.

„Die Jamir trägt natürlich ihre Knopfblusen! Er schwört er hätte ihr Titten gesehen!”

„ ... da kann einem ja schlecht werden ... Ekelhaft... ” Beide lachten ausgelassen.

„Er schwört sie hätte extra für ihn keinen BH angezogen, um eben so vor ihm rum zu wackeln!”

„Karo hör auf ich kann nicht mehr!” Unaufhörlich kicherten sie weiter.

„Es ist wahr!” Karolin stützte sich auf, Tränen rannen über ihre Gesichter und sie fühlten sich k.o. Da betrat Erik´s Mutter, das Zimmer.

„Ich liebe dich!” Er küsste sie.

„Darf ich mitlachen Kinder? Oder ist das nichts für mich!”

„Ich glaub das würdest du nicht verstehen!” Karolin lachte immer noch, sie hielt sich verschämt ein Kuschelkissen vor.

„Teenager!”

„Tja, das sind wir halt Mama!”

„Nikkis Geschenk liegt auf dem Küchentisch, du kannst ihm ausrichten, dass er sich ruhig öfters mal hier blicken lassen soll! Freunde von dir sind hier ja in letzter Zeit Mangelware.” Suzanna war gerade mal siebenunddreißig sah aber bedeutend jünger aus. Sie arbeitete als Kinderärztin im Christopherus West und hatte nun vier freie Tage in den nächsten Wochen, die sie für sich und ihre kleine Tochter Isabella nutzte, da waren ihre Jungs zu Hause Nebensache: „Abendessen für Papa und euch steht im Kühlschrank. Isabella und ich fahren dann los. Bis bald ihr Süßen!”

„Mama! Ich muss dir was sagen!” Es war jedes Mal das gleiche, wenn er so ankam . Suza hatte wenig Zeit und Erik sah seine Chance etwas zu beichten.

„Ich höre ! Was hast du wider angestellt ?” Ihr Haar fiel über ihre Schulter und ihre Augen musterten Erik. Karolin stellte fest, dass Erik genau die selbe Angewohnheit hatte.

„Ich hab heute den Englischtest versäumt!” Ganz unschuldig.

„Du weißt doch was wir besprochen haben! Das ist jetzt schon das dritte Mal.”

„Ihr Unterricht langweilt mich, außerdem hasst sie mich!”

„Fang jetzt nicht schon wider damit an! Diesmal hast du Hausarrest, wie lange, das entscheidet dein Vater!”

„Deshalb wollte ich dich fragen, ob ich wenigsten zu Nic´s Geburtstag kann !”

„Verdient hast du es nicht! Aber wir verschieben das , bis ich wieder zurück bin. Und dann haben wir einiges zu besprechen. Junger Mann.“ Sie war gedanklich schon im Urlaub. Erik war erleichtert. „In letzter Zeit hat es vermehrt Überfälle gegeben , besonders Abends und ich will weder dich, noch dich zusammenflicken müssen!” Ermahnte sie beide.

„Bei mir ist er zur Not in guten Händen, ich verspreche ihn keinen Moment aus den Augen zu lassen und wenn es hart auf hart kommt, holt uns meine Mutter morgen Abend ab!” Karolin stieß ihn an und kicherte wider. „Das wäre mir lieber. Wir sehen uns dann ihr zwei!”

„Schau Suza, erholt euch schön von euren Männern.” Karolin winkte ihr mit flinken Fingern und sah ihr nach bis sie nicht mehr zu sehen war, während Erik auf den Fernseher starrte.

„Danke das du nichts gesagt hast, ich liebe dich!” Da fing Erik an über ein anderes Problem zu sprechen, was ihn beschäftigte.

„Sie macht das nicht für Isabella!”

„ ... wovon redest du?”

„Sie will weg von meinem Pa! Und ich kann´s verstehen. Sie lotet ihre Chancen bei anderen aus und irgendwann ist sie weg... glaub mir.”

„Das bildest du dir ein! Warum sollte sie weg wollen!” Gefesselt blieb ihr Blick ebenfalls gerade aus.

„Ihr Verhalten...das hatten wir schon mal durch... Ich hab Angst. Das geht jetzt schon so lange... Irgendwas stimmt da nicht Karo.”

„Du bist verrückt! Bei deinen Eltern ist alles okay meine reden manchmal auch tagelang nicht miteinander und dann kleben sie wieder zusammen. Ist doch normal.”

„Normal? Glaubst du?” Mit fragendem Ausdruck schaute er zu ihr, sie drehte den Kopf zu ihm.

„Du redest hier von deiner Mam! Jeder hat mal eine schlechte Phase, da muss man durch. Du, ich, da gibt es keine Ausnahmen, ...eines steht jetzt schon fest, egal was kommt... Ich liebe dich!” Sie umarmte Erik lange, er brauchte es einfach, dann küsste sie ihn.

„Ich hab nur Angst vor einer Scheidung, gestern hatte sie lautstark darüber gestritten, es wird doch nicht weniger. Was soll ich machen, wenn sie es tatsächlich durchziehen? Was wird aus Izzy?”

„Rede mit ihnen und klär die Fronten. Du wirst sehen, es sind bestimmt nur Kleinigkeiten und die wollen sie nicht vor euch austragen. Jetzt ist aber Schluss damit verstanden? Die führen ihre Beziehung, und wir unsere und du kannst mir alles sagen.” Karolin strahlte eine Sicherheit aus.

„Ja!” Scheu lächelte Erik zurück, er konnte sie nicht anlügen, aber die ganze Wahrheit konnte er ihr auch nicht sagen.

Als Jona Martin etwa gegen 19.30 Uhr nach Hause kam hatten, Erik und Karolin schon den Abendbrottisch gedeckt. Sie hörten im Radio ihren Lieblingsender, bis Jonas das Radio ausstellte.

„Alles klar?... In der Schule und Hausaufgaben gemacht?”

„Ja?” Erik überraschte die Frage, selten erkundigte sich sein Vater nach schulischen Sachen, dass überließ er Suzanna.

„Ihr Sohn ist ein Genie! Bis auf kleine Sachen.”, versuchte Karolin ihn aufzuwerten.

„Warum sitzt er dann nicht in der Schule! Deine Lehrerin ist mir heute Nachmittag über den Weg gelaufen!” Jona stellte den Einkauf und seine Aktentasche auf Suzanna´s Stuhl.

„Ich kann das erklären Papa!”

„Wir kauen das durch, immer wieder, irgendwann ist Schluss Erik! Verstehst du es reicht” Er sah ihn grimmig und enttäuscht an. „Ich entscheide jetzt und ich sage du hast Hausarrest!“

„Gut ist okay! ... Mama weiß Bescheid!“

„Und weiter?“

„Sie hat mir erlaubt zu Nic´s Geburtstag zu gehen.”

„Sie hat es dir erlaubt?!”

„Sie hat es vertagt bis sie zurück ist!“

„Hat sie gesagt? … du bleibst hier! Heute, morgen , übermorgen verstanden?“

„Das kannst du nicht machen! Ich hab euch nie angelogen.” Erik ging entrüstet auf ihn zu.

„Nur gewisse Dinge verschwiegen, wie immer. Ich kann dir nicht mehr glauben! Ich sehe dich hier jeden Abend, wenn nicht, hast du danach ganze zwei Wochen Hausarrest!”

„Ist das nicht ein bisschen hart! Ich war da ich hab´s gehört reicht ihnen das nicht”, mischte Karolin sich ein.

„Dein Vater hat seine Erziehungsmethoden, und ich meine! ... Du kannst gerne zum Abendessen bleiben!”

„Nein, danke auf so ein Essen kann ich verzichten!” Karolin zog Erik von Jona weg. „Wir sehen uns morgen! Lass dich nicht unterkriegen!” Sie küsste ihn, ging ohne zurück zu schauen.

Erik setzte sich eher selten mit Jona alleine auseinander, so das es beide etwas überforderte. Auf seinem Zimmer angekommen bemerkte er das Karolin ihre Tasche vergessen hatte und er rannte ihr ohne nach zu denken hinterher. Jona hörte nur die Tür wie sie knallte, wollte Erik es tatsächlich raus fordern. Sie war an der zweiten Kreuzung als Erik sie eingeholt hatte. An der Situation, sowie sie jetzt war gab es nun nichts mehr zu ändern, also begleitet Erik sie noch nach Hause.

„Du wirst ´ne Menge Ärger meinetwegen kriegen ist dir das klar.”

„Jappy! Mein Pap´s hat einen anstrengenden Tag hinter sich und dann muss er sich noch mit meinen Problemen herum plagen, ich würde mir auch zig Strafen erteilen.” Verständnisvoll sah er sie wider mit diesen unschuldigen Blick an der ihr alles verriet.

„Hallo! Ich bin es, hör auf zu schleimen.”

„Weißt doch, weshalb ich das mache!”

„Bei meinen Eltern zieht diese Masche, aber ich sag dir nicht zum ersten Mal wie kindisch das ist.”

„Ich bin ein Kind. Ein Grosses aber eben noch ein Kind!”, ahmte er Karolin nach und versuchte ihr Parole zu bieten, indem er auf die Knie ging und sie beschwatzte, als sie dann vor Karolins zu Hause, einer fünf Raum Wohnung im siebten Stockwerk eines der Mietshochhäuser der Südstadt ankamen. Im unteren Teil des Hauses führte ihr Vater ein kleines Restaurant. Sie schlug ihm wortlos die Tür vor der Nase zu. Erik auf Knien bezirzte Karolin weiter. Sie stand auf der anderen Seite an der Tür gelehnt und musste sich das Lachen verkneifen. Ab und zu schaute sie durch den Spion und er stand noch immer auf den Knien da. Was er alles für sie aufnahm, sie konnte es nicht glauben. Die Probleme die sie mal hatten, waren lange vergessen. Lachend rief sie ihm zu:

„Geh nach Hause oder ich ruf deinen Vater an, ich werde ihm sagen, dass ich dich rausgeworfen habe und er deinen Hausarrest wider rufen soll!”

„Oh nein, bitte nicht, tue mir diese Schmach nicht an, es bricht mir das Herz!” Sein Gang war der einer Schnecke, die sich vorwärts bewegt. Schwupps stürzte er die Treppe hinunter. Karolin riss die Haustür auf, doch Erik hatte sie reingelegt. Er saß auf der vierten unteren Treppe.

„Komm endlich rein!” Sie atmete auf. Karolins Eltern hatten den Lärm vom Treppenflur mitgekriegt. „Übt ihr wider für ein Theaterstück?”, fragte eine 1,65 m große, leicht gewichtige Dame die sich als, Karolins Mutter bezeichnete, sie saß über Papieren in ihrem Arbeitszimmer.

„Sicher!”

„Und wissen sie wie die heißt Frau Kommissarin!” Er umarmte sie Liebevoll mit einem kurzen „Hallo!“

„Du wirst es mir sicherlich gleich sagen Junge!”

„Der arme Junge hat Hausarrest und kümmert sich nicht drum, zumindest heute Abend?”

„Soll ich dich nachher nach Hause bringen und mit deinen Eltern reden!“

„Machst du das? Ich weis nur nicht ob es was bringt. Ich bin mit Papa alleine, aber fahren darfst du mich gerne, wenn du nichts besseres zu tun hast.“

„Du kannst machen, was du willst ich geh ins Wohnzimmer! Ma ist noch was?” Karolin war es egal, er hing gerne mit ihren Eltern ab, was sie nicht verstehen konnte, sie waren so ...uncool.

„Etwas leiser ist schließlich schon spät!“

Karolin war fertig, sie wünschte sich so sehr in einem Haus zu wie Erik zu wohnen, wo man keine Rücksicht nehmen musste und vor allem nicht erst bis in den siebten Stock laufen musste, da der Fahrstuhl außer Betrieb war.

„Ein wichtiger Fall? Das an deinem freien Abend Kommissarin?” Er schaute über ihre Schulter auf einen überladenen Schreibtisch.

„Es geht dich nichts an . Neugierig bist du gar nicht?”

„Nur ein bisschen. Du verrät´s ja sowieso nichts, aber so ein kleiner Hinweis? Ah Geheimnisvoll, hmm meine Nase erschnüffelt doch da was? Wo ist denn mein Dickerchen Pauli? Ist er da?”

„Wo soll erschon sein Junge? …Ich ruf bei dir zu Hause an und sondier die Lage.”

„Mach das, bei dir ist Papa immer gnädig! Am liebsten würde ich heute bei euch bleiben.“

"Schaust du auf die Uhr? ...Vielleicht nächstes Wochenende!" Kathleen Kiley mochte Erik, sie kannte die Eltern eine Ewigkeit und er kam aus einer guten Familie. Ihr gefiel sein Charakter, er war ihrem sehr ähnlich, sie ging mit ihm in die Küche, wo ihr Mann an den Töpfen stand und neue Rezepte ausprobierte, es sah aus wie in einer Hexenküche und roch verführerisch. Montag, der einzige freie Tag für Paul Kiley, den Rest der Woche war er mit der Führung seines kleinen Restaurants beschäftigt und bald wollte er sich vergrössern.

„Was sehen meine Augen, du hast du bestimmt etwas von der köstliches für mich übrig!”

„Zu Hause gab´s wohl nichts?” Paul rührte in den zwei Töpfen auf dem Herd umher.

„Doch schon, Trockenbrot... aber ich hab gehört du brauchst einen Verkoster und ich hab mich zusammen gerissen und da bin ich!” Er wollte naschen und bekam was auf die Finger.

„Das ist für meine Frau , ab da!“

„Irgendwas für mich?“

„Ja mach schon räume dir einen Teller auf, wir essen zusammen. Verstanden?“

„Na klar!“

„Ja dann mach hin es ist spät genug!“ Paul blickte auf die Uhr das sie so spät unterwegs waren, schien doch ungewöhnlich.

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Kapitel:6
Überschriften:1
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Kategorisierung

Diese Story wird neben Krimi auch in den Genres Thriller, Drama, Trauriges und Tragödie gelistet.

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