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Sex, Drugs, Rock'n'Roll mit Gin und Jill (V. 0.2)

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2.5.2019 17:45
12 Ab 12 Jahren
Pausiert

Unsere Geschichte beginnt in einer kleinen Kellerkneipe in der Innenstadt. Hinter einer schweren mit Stickern und Schmierereien übersähten Tür, eine knarzende enge Treppe hinunter, hinter einem widerlich vollgesifften Vorhang, in der letzten der vier ecken einer, zum bersten gefüllten Spelunke. Dort saß Jill. Jill war in der wunderbaren Zwischenwelt des halbwegs nüchtern und des sturzbesoffen seins angekommen und war ziemlich zufrieden mit ihrem Zustand. Es war der Punkt an dem man mit dem Fahrrad noch bestimmt recht gerade Linien fahren könnte, aber es eigentlich auch nicht versuchen sollte.

So saß sie mit einem zufriedenen Schmunzeln auf den Lippen, der Kippe im Mundwinkel hängend und einem lacken Bier in der hand da und bemühte sich den Abstand zwischen Tischplatte und Kopf aufrecht zu erhalten. Durch die verrauchte, dicke „Luft“ der Kneipe dröhnte Ohren betäubender 80s Metal, so laut dass es jeder bereits aufgegeben hatte so zu tun, als würde er den Gesprächspartner nur im Ansatz verstehen.

Jill wusste nicht genau wann, aber irgendwann legte ihr Körper einen Schalter um, der die heimelige Kneipenatmosphäre in einen, um ihren dröhnenden Schädel rotierenden Alptraum verwandelte. Denken tat plötzlich sehr, sehr weh und der Magen fing an gefährlich lallend zu gurgeln, was ihr signalisierte sich demnächst Richtung zuhause oder zumindest in die grobe Richtung davon zu manövrieren. Schwankender art und weise versuchte sie sich vor den näher kommenden Wänden nach draussen zu Flüchten. Nachdem sie die Treppe schwerfällig herauf gepurzelt war und sie der ihr entgegen springenden Tür gerade noch ausweichen konnte, wusch auch schon die frische kühle Frühlingsluft wie ein erfrischender Wasserschwall über sie. Jill nahm ein paar tiefe  Atemzüge, während ihre abgeranzte Lederjacke und verwuschelten streuner blonden Haare leicht übel riechende Nebelschwaden in die kühle Nacht abgaben. Der Temperaturunterschied zwischen unten und hier oben musste bestimmt um die 50 Grad betragen, von der Luftfeuchtigkeit ganz zu schweigen. 

Langsam fühlte sie sich wieder wie ein, mehr schlecht als recht funktionierender Mensch und schluckte die aufgestoßenen Überreste des Abends wieder runter. 

Der rauch und die Anspannung lösten sich allmählich aus ihrem Hirn und ließen die verwirrten Gedanken wieder an ihr ziel finden. Jedoch ein Gedanke der sich besonders wichtig machte blieb wie angewurzelt in der Mitte ihres armen Schädels. Sie nahm nochmal eine Hand voll Züge an der erfrischenden Luft, um auch den letzten abgestandenen Dunst aus ihren Lungen zu befördern und schaute angestrengt in den Sternenhimmel. 

Langsam dämmerte es ihr in den tiefen ihrer Gedankenwelt wieder  „Ich war doch nicht allein da, oder?“. 

Zu sagen, dass es ihr wie schuppen von den Augen fiel wäre übertrieben, jedoch beschlich sie kriechend der unangenehme Gedanke jemanden im laufe des Abends verloren zu haben. Bloß wen, wo, wann und wieso waren kleine Haken, die die Problemlösung erschwerten. 

Mit Detektiv artigen Scharfsinn, ging Jill die Erinnerung an den vergangenen Abend durch, merkte jedoch recht schnell, dass solche Erinnerungen garnicht erst geschrieben wurden. Der Absinth hatte tatsächlich 70%, aber Jill wollte es ja unbedingt auf die Probe stellen. 

Weil ihr Gehirn keine große Hilfe war, fing sie alle ihre 17 Hosen und Jacken und Bauchtaschen und Täschchen nach Hinweisen zu durchwühlen. In der hose fand sie nur einen unbrauchbaren Klumpen aus plattgesessenen Kassenzetteln, Bierdeckeln, Taschentüchern und einem kleinen Angeschmolzenen  stück Adventskalender Schoki. Ähnliche Ergebnisse erzeugten die Jackentaschen, bloß mit der ein oder anderen gebrochenen Zigarette, mit Bier durchnässten Streichholzschachtel oder offenen Sicherheitsnadel. „Aua“

 

Ihr wehleidiger Schmerzensschrei hallte durch die enge Straße unter der sich die Bar befand und plötzlich merkte jill, dass sie nicht die einzige war die vor dem ausgang ihr Glück an der frischen Luft suchte. Ein paar meter neben ihr stand ein 

typ in einem rot karierten Holzfällerhemd und schwarzen Vollbart. Er sah tatsächlich so aus, als wäre er ein echter gestrandeter Zeitreisender aus den 80ern und kein Hipster. Er hatte das gewisse Etwas. In beiden Händen hatte er eine angezündete Zigarette und passend dazu noch eine im Mund. Nach jedem Zug wurde die Kippe aus dem Mund in die rechte hand, die aus der rechten in die linke Hand und die aus der linken an den Mund gereicht. Es erinnerte jill an einen langsamen Lungenkrebs fördernden Jonglier Akt, doch bevor sie ihn ansprechen konnte, wurde sie von einem Motorheulen und quietschenden Reifen hinter ihr abgelenkt. Mit einem halben Herzinfarkt schwang jill um ihre eigene Achse und ihre Augen erhaschten einen schwarzen Van der mit halsbrecherischen tempo davon heizte. Die beiden Türen am heck schwangen wild umher und kurz bevor der Van um die ecke verschwand lehnte sich eine junge Frau heraus und schrie wie am spieß „JIILLL HILFE“ bevor sie von zwei Pranken in fingerlosen Leder Handschuhen wieder ins wagen innere gerissen wurde. 

Und mit einem Augenschlag war alles wieder vorbei. Etwas stutzig stand jill vor dem Kneipen Eingang und widmete ein paar Sekunden, um die vorherigen Sekunden zu verarbeiten. Im vergleich zu vorher setzte sie das Puzzle recht schnell zusammen. Sie erkannte die kurzen schwarzen Locken und die wie eine Diskokugel glänzende Nieten Weste der kleinen Frau die gerade zwischen den van Türen verschwand. Es war ihre Schwester Gin.

 

Natürlich hieß sie nicht wirklich Gin und ihre Schwester auch nicht wirklich Jill. Gianna und Juliane hatten bloß sehr viel Glück bei der Spitznamen Verteilung.

Autorennotiz

Ein paar kleine Schönheitsfehler sind noch drin, aber die Werden bald ausgebessert.

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Larlysias Profilbild
Larlysia Am 01.04.2019 um 19:29 Uhr
Hi! (: Ich mag deine Geschichte! Ich bin schon gespannt, was in Zukunft noch von dir kommen wird :)
Nur finde ich die Beschreibung "17 Hosen und Jacken" unglücklich gewählt, und das "Aua" im gleichen Absatz steht mir etwas zu verloren da ^^ Auch finde ich das Ende etwas ... langweilig? Jill sieht ihre Schwester davonfahren in einem Auto, aber dann bemerkt sie, dass das nur eine Einbildung war - und dann wird gesagt, dass die beiden Schwestern nur Glück mit ihren Spitznamen hatten. Ich finde, die Kurzgeschichte wäre besser, wenn du die letzten beiden Sätze rausstreichen würdest!
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Munzs Profilbild
Munz Am 20.03.2019 um 13:52 Uhr
Lieben Dank für deine Kurzgeschichte! Deine Geschichte hat mich inspiriert und mir fiel eine 2. Version ein, diese habe ich geschrieben und ist unter: storyhub.de/storys/kurzgeschichten/drama/jil-in-der-kneipe :)

Autor

Larry1323s Profilbild Larry1323

Bewertung

Eine Bewertung

Statistik

Sätze:40
Wörter:918
Zeichen:5.634

Kurzbeschreibung

Bier, Rauch, Heavy Metal, eine besoffene Schwester und eine entführte

Kategorisierung

Diese Story wird neben Freundschaft auch in den Genres Abenteuer, Alltag, Humor und Familie gelistet.