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Eine Zeitreise die sich gewaschen hat - Part 1

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3.12.2019 11:35
16 Ab 16 Jahren
In Arbeit

Kapitel 1

Es ist der 5. Februar 2000. Mein Name ist Alex Frederickson, ich bin 24 Jahre alt, Assassine und lebe in Deutschland. Mein Leben ist ruhig, da die Templer zwar anwesend sind, aber zur Zeit keine echte Bedrohung darstellen. Bisher also eine eher langweilige Angelegenheit, ich weiß.

Vor ungefähr drei Wochen haben wir ein seltsames Vorläuferartefakt bei Bauarbeiten für einen neuen Trainingsplatz entdeckt. Was ungewöhnlich ist, denn es war nicht 100erte von Metern tief vergraben und somit eigentlich auch leicht zu finden. Zuerst hielt ich es deshalb für für ein altertümliches Schmuckstück. Aber ich wurde stutzig, als dieses Ding leicht zu leuchten begann.

Das in dieser Region irgendwann einmal die "Vor-uns-kamen" gelebt haben sollen, erschien mir erstmal eher unwahrscheinlich. Es gab keinerlei Aufzeichnungen oder Hinweise darauf. Man stellt sich ja immer irgendwelche verschütteten Bauten, verborgene Tempel oder so etwas ähnliches vor.

Nichts desto trotz, übergab ich diesen kleinen runden, an einen Armreif erinnernden Gegenstand zur Analyse an unser kleines Labor. Da kann man echt froh sein, dass wir fanatische Archäologen in unserem Team haben. Tom und Lisa haben sich gleich darauf gestürzt, als hinge ihr Leben davon ab. Vermutlich auch, weil es endlich etwas spannendes und interessantes zu studieren gab.

Einige Tage später gab es dann auch die ersten Resultate, die mein Herz haben höher schlagen lassen. Dieser Ring erzeugt eine Art Strahlung/Kraftfeld, welche eine Verkrümmung der Zeit bewirkt. Ich hoffe, ich gebe das jetzt so richtig weiter. In solchen Dingen bin ich nicht ganz so bewandert.

Der erste Gedanke: Zeitreise? Brauch ich jetzt noch ein Auto oder einen Blitz? Zuviel "Zurück in die Zukunft" in jungen Jahren geschaut.

Zu meiner Erleichterung: Nein, braucht man nicht. Laut Lisas bisherigen Erkenntnissen, würde es reichen hinein ins "Licht" zu gehen und weg wäre man.Theoretisch! Aber wie sollte man das jetzt testen? WER sollte es testen? Denn man kann ja schlecht eine Banane hinein werfen und schauen, was dann passiert... (kleine Anmerkung: ich habe eine Orange geworfen und was soll ich sagen? Sie kam nie zurück!)

Eine Münze werfen? Hmmm, nein. Strohhalme ziehen? Nein, eher unpassend für eine so wichtige Angelegenheit!

Es war auch schwer zu sagen, wie genau die Zeit- und Ortsangaben umgesetzt werden. Am angeschlossenen Monitor konnte man ein Zahlenwirrwarr erkennen, welches sich immer und immer wieder veränderte. Da mussten unsere ITler doch noch ein wenig weiter recherchieren und forschen. So war das ganze Unterfangen doch zu riskant.

Somit entschieden wir, fürs erste eine Nacht darüber zu schlafen und dann am nächsten morgen frisch erholt noch einmal zusammen zukommen.

Gesagt getan. Ich fuhr nach Hause, in meine kleine Wohnung... in der mich Stille empfing. Haustiere waren noch nie mein Ding (beschissene Allergien sag ich euch!) und von einem Partner hielt ich auch nicht so viel. Alleine leben hat auch Vorteile und irgendwie, war mir NOCH nicht nach so einer engen Beziehung.

Meine Klamotten flogen in die Ecke und ich stieg unter die Dusche und sinnierte über den Tag und über das Artefakt.

Als ich vor einem Teller in Käsesauce schwimmender Pasta saß, dachte ich an das Abenteuer, welches einem hinter diesem "Wasserspiegel" begegnen könnte. Oder eben welche Gefahr dort auf einen lauern könnte.

Irgendwann fand ich mich auf meiner Couch umringt von zig Büchern und Aufzeichnungen wieder und studierte die Lebensgeschichten einiger berühmter Assassinen. Was soll ich sagen? Einer hat es mir seit geraumer Zeit angetan: Ich liebe Piratengeschichten wie ein kleiner Teenager. Also las ich zum gefühlten 100000 male die Lebensgeschichte von Edward Kenway. Nicht unbedingt mein Traummann, aber ... erwähnte ich schon, dass ich Piraten mag???

In der Nacht träumte ich dann tatsächlich davon, auf einem Schiff zu segeln und... über der Reling zu hängen, weil mir schlecht ist. Seekrank werde ich eigentlich nicht, aber es war ja nur ein Traum. ... Strand ... Meer ... Sonne ... mit einem "Urlaubsgefühl" und dem Entschluss, dass ich diesen Schritt durch den Spiegel gehen will, wachte ich auf.

Nach meinem morgendlichen heißen nicht weg zudenkenden Kaffee fuhr ich wieder zu unserer "Zentrale" ... Das klingt hochtrabend, ist aber nur eine kleine umgebaute alte Werkstatt mit ein bisschen Freiluftgelände drum herum. Das Grundstück liegt in einem bisher kaum ausgebauten Industriegebiet. Ein entscheidender Vorteil, denn so waren wir vor neugierigen Blicken sicher.

Dort angekommen saßen wir dann alle wieder zusammen und... keiner sagte etwas. Alle machten nur betretene Gesichter. Also machte ich den Anfang und erzählte von meinem Traum und dass ich den Versuch gerne wagen würde. Meine Kollegen und Mitassassinen stießen kollektiv ein sehr erleichtertes Seufzen aus.

Ich kann es ehrlich gesagt verstehen. Alle haben Partner, Ehepartner, ja sogar Kinder haben einige. Das Risiko in der Zeit hängen zubleiben, nicht wieder zurück zu können, wäre einfach zu hoch. Und was hatte ich denn groß zu verlieren?

Also stand meine Entscheidung fest. Ich gehe hindurch. Und ich wollte zur Zeit von Edward Kenway in die Karibik. Ich musste es einfach ausprobieren.

Und noch einen Schritt...

Mir wurde der Boden unter den Füßen im wahrsten Sinne des Wortes weggerissen. Ich hatte das Gefühl, ich würde fallen... einfach fallen...

Kennt ihr diese Träume in denen man fällt und mit einem Zucken plötzlich aufschreckt und Muskelkater überall hat? Ja, so ähnlich ging es mir auch...

Im nächsten Moment stolperte ich über meine eigenen Füße und fiel jemand anderem direkt VOR die Füße. Es war schon sehr dämmrig und meine Augen mussten sich erst an die Lichtverhältnisse gewöhnen. Mein Kopf dröhnte zudem und mir war wahnsinnig schwindelig.

Als ich aufblickte, sahen mich leicht benebelte blaue Augen aus einem schief grinsenden Gesicht an. Mir wurde eine Hand gereicht, mit den lallenden Worten: "Na, zu tief in den Krug geschaut, Mädchen? Ihr solltet aufpassen, man weiß nie, wem man hier so alles begegnet!" Schallendes Gelächter um mich herum!

Nachdem ich mich aufgerappelt hatte und wieder aufrecht stand, nahm ich meine Umgebung erst richtig wahr. Und ich wollte im ersten Moment meinen Augen nicht trauen!

Ich stand auf einer Art Terrasse die, wie ich vermutete, zu einer Taverne gehören musste.Die Überdachung bestand aus einem alten Segeltuch, welches mit ein paar Schnüren an Pfählen rings um die Taverne festgemacht war. Überall standen Tische, Stühle und Bänke und ein Haufen betrunkener Menschen mit Krügen in den Händen saßen dort.

Niemand schien mein plötzliches Erscheinen zu hinterfragen oder merkwürdig zu finden. Man redete, lachte und sang fröhlich weiter. Mit einem plötzlichen Schrecken sah ich auf den Ring in meiner Hand und griff hektisch nach meinem kleinen Seesack. Schnell verstaute ich das Artefakt und hoffte, dass auch das nicht auffiel.

Langsam registrierte auch mein Körper die veränderten Verhältnisse. Diese unglaublich unangenehme Schwüle... Tropisches Klima. Mein Hemd klebte mir am Körper unter meinem Mieder und der Schweiß rann mir den Rücken hinunter.

Und es stank hier erbärmlich. Ich bin eigentlich nicht wirklich geruchsempfindlich, aber... es war so widerlich. Eine Mischung aus Klo, fauligen Abfällen und Erbrochenen. Bei Odin, so schlimm hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Mein Schwindelgefühl ließ langsam nach und mir fiel auf, dass ich bisher noch keinen Ton über die Lippen gebracht hatte. Vielleicht sollte ich mal meinem Retter mit den blauen Augen danken, wenn er denn überhaupt Wert darauf legte und wenn er denn noch wußte, was er vor 2 Minuten getan hat. Man weiß bei stark alkoholisierten Menschen ja nie....

Ich drehte mich zu ihm um und sah mich einem Mann gegenüber, der tatsächlich nicht mehr ganz nüchtern war, aber durchaus wußte, was er tat. Seine sandfarbenen Haare und seine sonnengebräunte Haut verliehen ihm ein ... unglaublich gutes Aussehen... Seine Kleidung stach mir jedoch auch ins Auge, nicht unbedingt typischer Gehrock, Hemd, Weste und die übliche Ausstaffierung. Es sah wie ein Ornat aus und DAS hatte ich doch schon einmal gesehen. Über dem rechten Auge und der Wange prangte eine Narbe. Er war es tatsächlich!

"Entschuldigt Ma´am. Ist alles in Ordnung?" Ich musste wohl einen ziemlich dämlichen Gesichtsausdruck gehabt haben, ich blinzelte ihn nur an und bekam einfach kein Wort raus!

"Mein Name ist Edward Kenway, zu euren Diensten." Seit wann ist er denn so höflich?

"Edward, nun lass das Mädel sich erstmal setzen und den Schreck verdauen. Du hast sie vermutlich zu Tode erschreckt, mit deinem fiesen Grinsen im Gesicht!" Die Stimme kam von einer Frau. Einer hübschen rothaarigen Frau mit irischem Akzent.

Ich... ich setzte mich, wie mir geheißen wurde. Den Becher mit dem Hochprozentigen nahm ich dankend entgegen und trank einen kräftigen Schluck. Das sollte ich aber auch gleich bereuen, denn das Zeug brannte wie Feuer in meinem Hals!

Beruhige dich Alex... alles wird gut... tief durchatmen...

Nun nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und versuchte mich in meinem etwas eingestaubten englisch zu verständigen. Man stellte sich das immer so leicht vor: Man kommt dort an und redet sofort drauf los, als wäre nichts passiert. Merke: Nein, so ist es nicht. Leider!

Ich räusperte mich kräftig "Entschuldigt, Master Kenway, wo sind meine Manieren? Mein Name ist Alexandra Frederickson und ich bin heute hier angekommen. Mein Schiff, ein kleiner Schoner, wurde angegriffen und versenkt. Aber ich hatte Glück im Unglück und wurde von einem freundlichen Händler an Bord genommen und hier abgesetzt."

"Freut mich, eure Bekanntschaft zu machen. Es tut mir aufrichtig leid, dass ihr solche Unannehmlichkeiten hattet. Ich hoffe, ihr werdet bald wieder nach Hause kommen können zu eurer Familie, Mrs. Frederickson."

Mrs??? Fürs Erste wollte ich Edward nicht berichtigen, verheiratet war ich ja nicht. Aber das musste er ja nicht gleich wissen.

Und so zog sich die Unterhaltung ein wenig zäh in die Länge, da ich ehrlich gesagt, immer noch nicht vollständig realisiert hatte, dass ich tatsächlich richtig angekommen war. Zumal ich mir den Kopf zermarterte, wie es jetzt weitergehen könnte.

Aber ich muss gestehen, ich hätte Käptn Kenway für unhöflicher gehalten. Wenn man bedenkt, dass er auf einer kleinen Farm aufgewachsen war und eigentlich immer sehr bodenständig war... Vorurteile, ich weiß, aber die konnte ich ja jetzt endlich über Bord werfen.

Je später der Abend wurde, desto mehr entspannte ich mich. Und nein, es lag nicht am Rum, den habe ich immer schlückchenweise genossen. Nicht becherweise, wie einige Tischnachbarn, die mir dann lautstark mitteilten, dass es lustig aussah, als ich mich  vor ihrem Käptn lang gemacht hätte... schönen Dank auch...

Edward hingegen sah mich immer wieder so seltsam an... sein Blick, nein seine Augen wurden dunkel und ich hatte das Gefühl, er würde direkt in mich und meine Gedanken blicken können. Sah so der Adlerblick für Außenstehende aus? Er musterte mich regelrecht.

Irgendwann kam ich aber dann doch an einen Punkt, an dem ich dermaßen müde wurde, dass ich mich am liebsten irgendwo, egal WO hingeworfen hätte. Etwas schüchtern, fragte ich dann die rothaarige Bedienung und ja, es war Anne Bonny, ob sie mir eine preisgünstige Unterkunft für die Nacht empfehlen könne.

"Mädchen, du siehst aus, als bräuchtest du eine Woche Schlaf und nicht bloß eine Unterkunft für eine Nacht!" Frivoles Gelächter von den Saufkumpanen am Tisch, bei denen ich sicherlich eine Nacht verbringen könnte, gegen "diverser Dienste" ... üüüüürks... nein Danke.... lieber schlafe ich im Stehen.

Anne nahm mich beiseite und versprach mir, dass ich vorerst bei ihr übernachten könnte, bis ich mich anderweitig eingerichtet hätte. Sie hätte zwar selber keinen Palast, aber eine Schlafkammer mit einem richtigen Bett und (dank ihrer Sauberkeit) mit sauberen Laken. Ich nahm ihr Angebot dankend an und so zeigte sie mir den Weg. Es war eigentlich gleich um die Ecke, ein kleines Häuschen mit 3 Räumen. Ein Raum gehörte ihr und die anderen beiden bewohnten  zwei Prostituierte ... Das störte mich weniger, denn die brachten ihre Freier ja sicherlich nicht hierher.

Annes Zimmerchen war karg möbliert, aber was brauchte man schon. Neben der Tür stand eine kleine Kommode mit Spiegel darüber. An der gegenüberliegenden Wand stand ein einfaches Holzbett, welches aber groß genug war und Platz für zwei bot. Wenigstens musste ich nicht auf dem Boden nächtigen. Ein Nachttischchen mit einer Kerze und einem aufgeschlagenen Buch standen links daneben.

Der Ständer mit der Waschschüssel stand in der hinteren rechten Ecke beim Fenster und auf dem Haken daneben hing ein (ich vermutete) sauberes Handtuch. Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht hatte (soweit das möglich war mit einer Waschschüssel und einem Krug mit lauwarmen Wasser), zog ich meine Stiefel, Strümpfe und Hosen aus. Aus meinem Seesack fischte ich meine Zahnbürste und Paste. Dieser Geschmack von Rum war einfach nicht meins, sehr sehr unangenehm.

Es war einfach zu warm und so richtig aklimatisiert hatte ich mich auch noch nicht. Also legte ich mich einfach ohne Decke aufs Bett und hoffte, dass ich bald ins Reich der Träume huschen würde.

Weit gefehlt, ich war müde ohne Ende, fand aber einfach keine Ruhe. Die ungewohnten Geräusche vom Meeresrauschen und das Stimmengewirr auf der Straße... Die Gerüche... meine nicht ruhegebenden Gedanken... einfach ALLES brachte mich um den Schlaf.

Also stand ich wieder auf und öffnete kurzerhand das Fenster, um wenigstens ein klein wenig Durchzug und frische Luft reinzulassen. Nur mit dem Hemd bekleidet stand ich nun dort und beobachtete die Straße, welche um diese Uhrzeit (wie spät war es eigentlich???) noch recht gut gefüllt war. Plötzlich hatte ich das merkwürdige Gefühl, als würde mich jemand beobachten, ein seltsames kribbeln im Nacken, wie von tausenden feiner kleiner Spinnenbeinchen!

Ich späte hinaus und suchte mit meinem nicht ganz so geübten Adlerblick die Straße ab. In unserer Zeit brauchte man diesen Blick ja so gut wie gar nicht mehr, da man technologisch schon weiter war. Und dafür war ich dankbar. Hätte ich doch aber mal ein wenig mehr geübt während meiner Ausbildung!

Und dort! Auf der anderen Seite im Schatten von zwei fast verfallenen Holzhütten stand er oder sie. Zumindest war es ein Mensch mit einer gelben pulsierenden Aura und wie ich hoffte, demnach auch nicht auf Krawall und Ärger aus. So starrten wir uns gefühlte Minutenlang an. Irgendwann wurde mir das dann doch zu blöd und ich zog mir meine Hosen und meine Stiefel wieder an und machte mich auf den Weg nach draußen.

Als ich aus dem Zimmer trat, hörte ich aus dem gegenüberliegenden Zimmer eindeutige Geräusche, die sicher nicht vom Möbelverrücken kamen. Nahmen die Dirnen tatsächlich ihre Freier mit in ihre privaten Räume? Naja, ich kannte mich da für diese Zeit halt nicht aus, aber ich war mir sicher, es gab hier auch ein Bordell.

Draußen angekommen, ging ich hinüber zu den alten Häusern. Aber an dem Platz, wo ich diesen Spanner gesehen hatte, war keine Menschenseele mehr. Ich lugte um die Ecke und versuchte in diesem nur vom Mond beschienen halbdunkel etwas zu erkennen. Es war niemand mehr dort zu sehen. Mich interessierte aber brennend, WER dieser Niemand denn nun war. Doch mit meiner Müdigkeit und dieser unangenehmen Hitze war mir plötzlich nicht mehr nach umherlaufen und eine Suchaktion starten.

Ich drehte mich kurzerhand um und wollte zurück zu meinem Gastzimmerchen, als ich mit einem etwa 1,85 m großen männlichen Wesen zusammen stieß. Vor Schreck sprang ich ein Stück zurück und landete sehr undamenhaft auf meinem Hintern (irgendwie hatte ich heute ein Talent fürs Fallen entwickelt). Und wieder reichte Mann mir die Hand und erst jetzt erkannte ich ihn... Es war Edward. Ein wenig erleichtert, dass mich hier kein wildfremder mit Rum vollgelaufener Idiot überfallen wollte, dankte ich ihm mit meinem hoffentlich freundlichsten Lächeln. Mir fiel siedend heiß ein, dass ich völlig unbewaffnet dastand. Mein Messer, die Klingen... alles war im Zimmer sicher verstaut im Seesack.

"Mrs. Frederickson, was macht ihr ganz alleine um diese Zeit hier noch auf der Straße? Von den Dirnen wäre das ja zu erwarten, aber von EUCH? Ich sagte doch, hier ist es für eine junge Frau alleine des Nachts zu gefährlich." Tadelnd sah er mich an, aber mit einem sehr netten schelmischen Grinsen, welches mir die Röte in meine Wangen steigen ließ. Zu meinem Glück war es zu dunkel, als dass er es hätte bemerken können.

"Master Kenway, ich bin froh, dass ihr es seid. Ich wollte mir nur ein wenig die Beine vertreten, da ich leider keinen Schlaf in dem warmen Zimmer finde. So etwas bin ich nicht gewöhnt." erwiderte ich mit gespielter Geziertheit. Wie verhielt man sich richtig als junge Frau, in dieser Zeit? An diesem Ort? Wenn man doch nur widerwillig hier gelandet ist? Fragen über Fragen!

"Was haltet ihr dann von einem kleinen Spaziergang? In der Nähe der Bucht wird es sicher angenehmer für euch und ich könnte euch bei dieser Gelegenheit auch einen Blick auf meine Jackdaw werfen lassen!"

Und da war sie, seine große Liebe. Ich konnte sie regelrecht in seiner Stimme hören. SEINE Jackdaw. Ich hatte einiges darüber in seinen Aufzeichnungen gelesen und Edward beschrieb seine Brigg immer so unglaublich liebe- und hingebungsvoll, dass einem ganz warm ums Herz wurde.

Ich willigte ein, denn ein klein wenig neugierig war ich schon, dieses Schiff live und in Farbe endlich sehen zu können. Ich hoffte, trotz der Dunkelheit, etwas erkennen zu können. Eine leichte Nervosität machte sich ebenfalls in mir breit, ebenso Angst, ich könnte etwas falsches sagen und mich verplappern im Bezug auf das, was noch vor ihm lag? Wie sollte ich denn auch bitte erklären, dass ich aus einer anderen Zeit kam? Diesen Gedanken versuchte ich vorerst weiter zu verdrängen.

Also machten wir uns Richtung, zu dieser Zeit muss man es so sagen, des improvisierten Hafens auf. Es war mehr ein kleiner Steg inmitten einer Bucht, in welcher kleine Beiboote vor sich hin dümpelten von den vor Anker liegenden Schiffen. Mit Edward an meiner Seite war ich tatsächlich ein wenig entspannter, auch wenn meine innere Unruhe nicht ganz abklingen wollte.

Die Straße wurde breiter, links tauchte das "Old Avery" auf und im Mondlicht konnte ich die Umrisse der im Moment dort liegenden Schiffe sehen. Viele waren es nicht, vier um genau zu sein. "Black Beard"s riesige "Queen Anne´s Revenge" (im Gegensatz zu den anderen!) war kaum zu übersehen und überragte sie alle.

Edwards Schritte verlangsamten sich und dann blieb er stehen. Mit Stolz geschwellter Brust stand er neben mir und deutete auf ein etwas abseits liegendes Schiff auf der linken Seite. Da war sie, die "Jackdaw" ... Sogar in dieser nur vom Mond beschienen Bucht konnte ich sie erkennen und sie sah wirklich großartig aus. Voller Ehrfurcht bekam ich erstmal kein Wort heraus. Es ist etwas ganz anderes, wenn man sie im echten Leben vor sich hat, als nur  darüber zu lesen oder Bilder zu betrachten.

Master Kenway nahm meinen Arm und führte mich den kleinen Steg zu einem der vielen kleinen Beiboote hinunter. Ohne weiter zu fragen, umschlang er meine Hüften und hob mich in eine dieser Nussschalen. Grinsend nahm er mir gegenüber Platz und sagte mit einem kindlich freudigem Unterton: "Ich dachte mir, ihr wollt sie vielleicht gleich aus der Nähe sehen. Ich hoffe, es stört euch nicht, dass ich eure Nachtruhe noch weiter hinauszögere?"

"Aber nein, überhaupt nicht Master Kenway. Oder sollte ich ab jetzt besser Käptn Kenway sagen?"

"Eigentlich reicht Edward völlig aus. Solange ihr nicht zu meiner Crew gehört, bin ich ja nicht euer Käptn!" Wenn du wüsstest, wie gerne ich mit dir einfach eine kleine Weile segeln würde...

Und schon kamen wir an der Brigg an und Edward gab Anweisung das Beiboot zu sichern. Er half mir beim Hochklettern und über die Reling.

Es mag sich kindisch anhören, aber als meine Füße die Planken der "Jackdaw" berührten, hatte ich das unsagbar dringende Bedürfnis ehrfürchtig in Tränen auszubrechen. Meine Augen liefen schon fast über und ich war nicht schnell genug, mich umzudrehen. Edward sah mich besorgt an: "Mrs. Frederickson, ist alles in Ordnung? Geht es euch nicht gut? Ihr seht aus, als hättet ihr ein Gespenst gesehen!" Wie recht du doch hast ,Edward.

Ein wenig tiefes Durchatmen half mir, wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. "Es geht mir gut, Edward. Es ist nur ein wenig viel am heutigen Tage passiert und ich bin einfach erschöpft. Macht euch keine Sorgen!"

Erleichtert nickte er und machte sich daran, mir jedes einzelne Tau, jede Planke, jeden Nagel und so weiter persönlich vorzustellen. Kenways Stolz war unübersehbar und -hörbar und ich muss sagen, ich hatte vollstes Verständnis dafür.

Irgendwann standen wir am Bug und sahen auf das offene Meer hinaus und Edward erzählte mir die Geschichte, wie er sich die Jackdaw mit Hilfe von Adéwalé gekapert hatte. Es ist faszinierend, diese Erzählung persönlich zu hören, als sie nur zu lesen. Und Kenway ist ein guter Geschichtenerzähler, ich hätte ihm stundenlang zuhören können.

Ich ertappte mich dabei, wie ich mir vorstellte dabei gewesen zu sein. Edward geriet bei seiner Erinnerung an die Zeit ins Schwelgen und wir vergaßen völlig die Zeit.

Als die Sonne langsam aus dem Meer kam, überkam mich plötzlich eine Müdigkeit wie ich sie noch nie gekannt hatte. Und ehe ich mich versah, lehnte ich an Edwards Brust und döste ein. Ich spürte seine Arme um meine Taille und meine Knie und wie ich den Boden unter den Füßen verlor. Aber das machte  nichts, das sanfte Schaukeln auf seinen Armen gab mir den Rest.

Ich saß auf meinem Balkon mit einer Tasse heißem Kaffee und einer Zigarette und genoß die warme Frühlingssonne. Mein Blick schweifte über die umliegenden Berge und Wälder, welche jetzt in einem wunderschönen hellen grün erblühten.

Aber wie immer wird man ja aus so einem schönen Anblick gerissen, weil mal wieder iiiiiiirgendjemand am rumbrüllen ist und seinen Kollegen auf der anderen Straßenseite iiiiiiiirgendetwas zubrüllen muss. Und dann diese knartschenden Holzdielen meiner Nachbarin über mir...

Moment mal... wir wohnen in einem Neubau. Nix mit alten Holzdielen in den Wohnungen...

Was zum Kuckuck?


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Ich schrak hoch und blinzelte das grelle Licht weg. Zumindest versuchte ich das, es gelang mir nur nicht so gut. Oh man, wo... wo war ich?

Ich lag in einer Hängematte, das war schon mal nicht gut, es war nicht mein Bett in Annes Zimmer.

Es war ein beengter kleiner Raum mit Fenstern am Kopfende der Hängematte und einemOberlicht... Unmengen an Kisten, Fässern, irgnendwelche Büsten und Bilder, waren ringsum verteilt. Und das Zimmer schaukelte vor sich hin. Irgendwo plätscherte Wasser...

Bei Odin!!! Ich war auf einem Schiff!!! Langsam kam meine Erinnerung zurück. Eine warme Männerbrust, meine Müdigkeit die mich übermannte und meine Füße die zu schweben schienen.

EDWARD! Ich pellte mich mühsam aus meinem schaukelnden Nachtlager, hellwach mit einem Mal. Wo war Edward? Warum war ich hier alleine? Auf dem Boden sah ich ein spärliches Nachtlager, also hatte der Käptn höflich wie er ist, dort genächtigt. Na, dann sollte ich mal nachschauen, ob ich ihn finde. Mein Blick fiel auf seinen Schreibtisch. Was für eine Unrodnung, neben Büchern, Schreibfedern und Schriftstücken, lagen auch Kleidungsstücke darauf.

Richtung Tür stand ein runder Tisch, auf welchem sich die Seekarten befanden und sonst nichts ausser dem Sextanten. Sehr aufgräumt, im Gegensatz zu dem Rest der Kajüte.

Als ich vorsichtig die Tür der Kajüte öffnete, ertönte ein doch sehr lautes und frivolesGelächter und Gekicher. Einige dumme Sprüche bezüglich, was ein Mann und eine Frau so alleine im stillen Kämmerlein veranstalten könnten, kamen auch. Wie alt waren diese Männer? 14?

Egal... ich sah mich um und sah den Käptn mit Adéwalé in eine Unterhaltung vertieft an der Reling stehen. Sollte ich mich einfach dazugesellen, oder "geziemt" sich das für eine Frau in dieser Zeit nicht? Einfach so ein Gespräch zwischen den Männern zu unterbrechen? Ich überlegte kurz. Kam aber zu dem Schluss, dass ich es ausprobieren sollte, denn anders könnte ich wohl kaum die Aufmerksamkeit auf mich ziehen, damit ich wieder an Land konnte und... ein Frühstück zu mir nehmen könnte.

Kaffee... ich brauchte Kaffee...

Edward hatte mir den Rücken zugewandt, aber Adéwalé sah mich kommen. Er unterbrach das Gespräch mit einem nicht gerade freundlichen Ausdruck im Gesicht und bedeutete dem Käptn er solle sich umdrehen. Edward lächelte auf mich herab (ja, er war größer als ich dachte) und begrüßte mich mit einer leichten Verbeugung. "Mrs Frederickson, wie ich sehe, seid ihr endlich aufgewacht. Wird auch so langsam Zeit, es ist schon fast Mittagszeit."

"Warum hat mich denn niemand geweckt? Es ist mir unangenehm, wenn ich solche Umstände mache. Wärt ihr wohl so freundlich, mich wieder an Land zu bringen, Master Kenway?" Ohne Kaffee ein höfliches und vor allem freundliches Lächeln zu Stande bringen, war eine Oscarverleihung wert!

Edward nickte nur und half mir wieder in das Beiboot. Mit gleichmäßigen Zügen ruderte er gemächlich an den Strand. Die Hitze war heute noch deutlicher zu spüren wie ich fand. Mein Hemd klebte am Rücken und mir rann der Schweiß zwischen den Brüsten runter. Wie gerne hätte ich dieses Mieder kurz gelockert. Vielleicht war es auch einfach SEINE Anwesenheit? Ach, Blödsinn... Aber seine blauen Augen hatten etwas...

Kapitel 8

Wieder mit festem Boden unter den Füßen, seufzte ich tief: "Ich habe einen Bärenhunger und brauche dringend einen heißen Kaffee, bevor ich einen Mord dafür begehen muss!"

Oh nein, hatte ich das gerade laut gesagt? Das war... völlig unnötig, dumm und sowas von falsch zu verstehen. Verdammt!!! Wo ist ein Loch im Boden, wenn man es mal braucht? Aber Edward sah mich nur belustigt an: “So schlimm ist es schon um euch bestellt? Dann wollen wir euch mal ein ordentliches Frühstück besorgen!”

Wir steuerten das Old Avery an. Ok, Hauptsache irgendwie etwas essbares und Kaffee??? Meine Zigaretten hatte ich absichtlich nicht mitgenommen. Ein paar Tage ohne, geht schon und ist der Gesundheit sicherlich nicht abträglich. Ich weiß ja, dass ich meiner Nikotinsucht bald wieder frönen darf!

Eine andere Bedienung kam uns entgegen und fragte, was sie uns bringen könnte. Käptn Kenway gab also die Bestellung auf: “Bringt mir das Übliche und für die junge Dame ein ordentliches Frühstück mit allem.” Was war denn bitte mit allem gemeint? Rührei kam nicht in Frage, ich hatte hier irgendwie noch keine Hühner gesehen. Ich muss mich wohl überraschen lassen. Aaaaber, wer bezahlte das? Reichten die Münzen, die ich mitgenommen hatte aus? Ich griff in meinen Beutel und holte das Geld heraus.

Ich tippte Edward verlegen auf die Schulter und fragte mit leicht roten Wangen, ob mein Geld dafür ausreichend sei. Zu meiner Verwunderung fing er an zu lachen und schloss in Windeseile meine Hand über den Münzen wieder, mit der Bemerkung: “Mrs. Frederickson, DAS ist ausreichend für eine ganze Kompanie und mehr. Woher habt ihr so viel Geld?”

“Ich... also... das habe ich ...” stotterte ich “Das war meine Reisebörse, die mir mein Onkel mit auf den Weg gab. Stimmt etwas nicht damit?”

“Nein, es ist alles in Ordnung, aber ihr solltet mit soviel Barschaft nicht hausieren gehen. Nicht jeder hier ist ehrlich zu euch!” Jetzt musste ich mich von einem Piraten belehren lassen. Aber er hatte ja Recht. Also musste ich eine Möglichkeit finden, einen Teil zu verstecken, damit ich ihn nicht immer bei mir trug. Wo sollte ich einen solchen Ort finden? Eine Schatzkarte malen, a la 'Das X markiert den Ort' ?

Ich beschloss, mich nach dem Frühstück darum zu kümmern, welches jetzt gebracht wurde. Es war... viel! Brot, frisch gebratener Fisch und natüüüürlich Rum. Gab es denn nichts anderes? Käse gab es auch noch, aber der sah nicht mehr so gesund aus. Also aß ich zum ersten Mal in meinem Leben zum Frühstück Fisch mit ein wenig trockenem Brot. Aber das konnte man wunderbar in den Fettsud eintunken... Mir blieb nichts anderes übrig, als tatsächlich jetzt schon alkoholische Getränke zu mir zu nehmen. Einen Becher... in kleinen Schlückchen.

Als ich aufgegessen hatte, stand Käptn Kenway auf und war im Begriff sich zu verabschieden. Nein, noch nicht jetzt! ... ging es mir durch den Kopf ... Wie konnte ich ihn aufhalten oder eben mit an Bord kommen?

Und da fiel mir ein, ich könnte es durchaus mit einer rührseligen Geschichte versuchen.

“Edward, wenn es möglich ist, würde ich euch gerne begleiten. Ich kann segeln, ich kann auch ganz passabel kämpfen, ich kann auch kochen und ich würde zu gerne hier wegkommen und einen Weg zurück zu meinem Onkel finden. Es sei denn, ihr wollt keine Frauen an Bord und lasst mich lieber hier bei diesen ungehobelten Männern zurück.” Das war dick aufgetragen, darauf fällt niemand rein...

Ein wenig nervös ob meiner Bemerkung und der hier anwesenden männlichen Kundschaft, trat ich von einem Bein aufs andere und wartete auf eine Reaktion von Edward.

Dieser sah mich, mal wieder, einfach nur an und grinste: "Mrs. Frederickson, seid ihr sicher, dass ihr lieber mit ungehobelten Piraten übers Meer segeln wollt, als hier in der Obhut einer guten Freundin zu bleiben und euch eine andere geeignetere Überfahrt zu suchen?"

Ähm... mir fehlten die Worte. Ja, natürlich würde ich lieber mit IHM segeln, als hier in diesem dreckigen Nassau zu bleiben. Denn meine Chancen waren egal wo ich war, immer die gleichen. Aber das wußte er ja nicht. Und ich war ja auch genau aus dem Grund hier, ich wollte Edward persönlich kennenlernen.

"Käptn Kenway, seid versichert, ich mute mir lieber einen Haufen ruppiger Piraten auf See zu, als hier an Land festzusitzen und kein Ziel vor Augen zu haben." Mit dem Blick auf die jetzt anwesende Anne setze ich hinzu: "Nichts für ungut, Mrs. Bonny. Es war sehr freundlich von euch, mich aufzunehmen. Und es hat mich gefreut, eure Bekanntschaft zu machen. Aber ich bevorzuge wohl doch Meer. Was bin ich euch schuldig?"

Verdutzt sah sie mich an und dann Edward und wieder mich: "Ihr schuldet mir gar nichts, ihr habt ja auch die Nacht nicht bei MIR verbracht." Ein süffisantes Grinsen huschte über ihr Gesicht und schon eilte sie mit schwingenden Hüften davon. Ich konnte ihr nur nachstarren und das mit offenem Mund. Edward hingegen prustete in sich hinein und war sichtlich stolz, dass man eine so männliche Meinung über seine Fähigkeiten hatte. Vielleicht sollte ich das mal klarstellen? Männer!

Also ging ich mit an Bord, nachdem wir Vorräte aufgenommen hatten und ich mein Quartier bezogen hatte, welches die Kapitänskajüte war. Eine Sonderbehandlung empfand ich als eher unangenehm. Das würde nur zu Gerede führen. Aber Edward war nicht davon abzubringen.

So legte die "Jackdaw" am frühen Nachmittag ab und segelte... ja, wohin eigentlich? Ich gesellte mich zum Käptn und erkundigte mich nach seinem Ziel. Etwas erstaunt sah er zu mir herunter und grinste dann in Richtung seines Quartiermeisters. "Wir haben gerade kein bestimmtes Ziel. Wenn ihr aber einen Ort kennt, der sich zu erkunden lohnt, dann immer raus damit!" Na, das war ja mal eine Herausforderung. Und wieder ärgerte ich mich, dass ich mich anscheinend doch nicht soooo gut vorbereitet hatte. Ich brauchte so etwas wie eine Karte! Aber natürlich... Käptn Kenway hat ja eine in seiner Kajüte. Also dann mal los...

Eine Entschuldigung murmelnd, lehnte ich mich kurz an die Reling und schaute den Wellen zu und bewunderte einfach dieses unglaublich klare Wasser mit seinen Bewohnern darin. Es war wunderschön und wie gerne hätte ich doch jetzt ein Foto gemacht, das werde ich in meiner Zeit nicht noch einmal so sehen.

Dann zog ich mich in die Kajüte zurück und versuchte, anhand der dort liegenden Seekarte, mir einen Überblick zu verschaffen. Überall waren Bemerkungen auf der Karte eingezeichnet, kleine Symbole und... holá... Schiffsrouten der Spanier, spanische Forts und Küstengebiete waren markiert. Ich nahm mir einen Hocker und studierte die Karte genauer.

Plötzlich legte sich eine Hand auf meine Schulter und ich wäre fast Hocker gekippt, konnte mich aber noch am Tisch festhalten. Es war Edward, der ziemlich verärgert aussah. "Was macht ihr hier? Spioniert ihr uns etwa aus? Ihr inspiziert meine Seekarte und Aufzeichnungen ohne meine Erlaubnis!" Was??? Warum sollte ich... Oh, Kenway konnte ja nicht wissen, dass ich keine Ahnung hatte, wo wir uns gerade befanden. Also versuchte ich, so gut es eben ging, ihm eine Erklärung zu geben.

"Käptn Kenway, ich spioniere nicht, ich habe nur versucht mir einen Überblick zu verschaffen, wo genau ich mich befinde. Durch den Sturm scheine ich weiter entfernt von meiner eigentlichen Reiseroute zu sein, als gedacht!" Auch das klang eher dürftig, aber eine bessere Erklärung fiel gerade nicht ein.

So dürftig meine klägliche Erklärung auch war, Edward fand sie anscheinend ausreichend. "Wisst ihr noch ungefähr, wo euer letzter Standpunkt war? Etwas, was uns vielleicht hilft, euch wieder in Sicherheit zu bringen?" Was? Ich wollte noch nicht zurück... noch nicht in Sicherheit gebracht werden. Nein, ich wollte noch Abenteuer, ich wollte noch mitsegeln... Bei Odin, sah ich so verweichlicht aus?

Das klingt wie ein kleines Kind, ich weiß und so bockig wurde ich auch auf einmal. Im selben Moment wurde mir aber auch klar, dass ich hier wirklich in Gefahr war. Mir könnte tatsächlich bei einem Angriff etwas zustoßen und Edward könnte es noch nicht einmal verhindern. Dieses Risiko war nicht von der Hand zu weisen. Verdammt...

Da kam mir der Gedanke, wenn er im Moment nichts konkretes ansteuerte, konnte ich ihn ein wenig umherschippern lassen. So, dass ich nicht in Gefahr geraten konnte und wir dennoch einer (auch wenn es nur fake ist) Aufgabe nachgingen. Ich rechnete ein wenig nach und kam zu dem Schluss, dass Edward lediglich auf Beute- und Plünderungstour war. Templerjagden standen noch nicht wieder an.

Mir war eingefallen, dass weiter südöstlich die Insel Great Inagua liegen müsste. Erstmal musste ich den Käptn davon überzeugen, dass in dieser Richtung mein Ausgangspunkt lag, also dort wo ich wieder hinmüsste. Und dann wäre es von Vorteil zu wissen, ob die Insel schon ihm gehörte, ob Julien Du Cass schon das Zeitliche gesegnet hatte.

Da ja nun Zeit war, schnitt ich wie beiläufig das Thema auf französische Namen, deren Bedeutungen, wie seltsam sie klingen und dass ich in der Verwandtschaft ja auch so einige merkwürdige Namensgebungen hätte. Ob Edward eigentlich Franzosen kannte, fragte ich. Mit einem etwas gereizten Unterton in der Stimme, sagte er: "Ja, vor einiger Zeit traf ich auf einen Du Cass. Es war ein kurzes Vergnügen, er war nicht der, für den er sich ausgab. Wir nahmen ihm seine Galleone ab. Sie liegt jetzt vor Nassau und beschützt die Bucht!" Aha, so legte er das aus? Offiziell wußte ich ja nichts von den Assassinen oder den Tepmplern. Wie lange konnte ich denn noch die Unwissende spielen? Und das schon nach nicht mal 2 Tagen! Was für ein Durchhaltevermögen ich doch hatte. Damit und mit Geduld war ich wirklich nicht gesegnet.

Aber wenigstens hatte ich die Gewissheit, das Great Inagua bereits in seinem Besitz ist. Dann konnten wir ja ohne weitere Bedenken in die Richtung segeln. Jetzt war ich nur gespannt, ob es Edward überhaupt Recht war, dass ich wußte, WO sich sein Versteck befand.

Edward verkündete unser ungefähres Ziel und die Crew sah ungläublig zu ihrem Käptn auf, aber sie gehorchten und gingen ihren Befehlen nach.

Nach kurzer Zeit waren volle Segel gesetzt und die Jackdaw nahm wieder Fahrt auf. Ich konnte mir ein Seufzen nicht verkneifen und ein seeliges Gefühl überkam mich.

Die nächsten 2 Tage vergingen völlig ereignislos. Der Schiffsalltag ist halt nicht immer spannend und voller unerwarteter Kämpfe oder Herausforderungen. Gemüseschnippeln ist nun wirklich keine meiner Lieblingsbeschäftigungen, aber gemacht werden muss es ja. Und ich machte mich beim Fischen nützlich oder half, die Takelage zu ordnen. Mit den Männern kam ich auch ganz gut zurecht, was mich sehr erleichterte.

Dieser gewisse Alltag half mir dabei, etwas ruhiger zu werden und nicht mehr die ganze Zeit an was-wäre-wenn zu denken. Wache schieben musste ich bis dato auch nicht, also konnte ich nachts tatsächlich ein wenig schlafen. Der Käptn kam nach seiner Schicht immer dann, wenn ich bereits auf den Beinen war und legte sich für ein paar Stunden in die überaus gemütliche Hängematte. Das erleichterte mir meine morgendliche Routine, ohne dass ich meine Zahnbürste oder ähnliches erklären musste.

Am 4. Tag dann kam Bewegung in die Crew, denn es näherte sich eine englische Fregatte nebst drei Kanonenbooten. Zum ersten mal sah ich so ein Riesending aus der Nähe. Wie es aussah, war dieses Schiff mit einiger Fracht beladen, da sie tief im Wasser lag und man machte sich auf der Jackdaw bereit, anzugreifen. War es aber nicht mittlerweile so, dass das Plündern/Kapern von englischen Schiffen unter Strafe stand? Da ich nicht so skurpellos war und wir in unserer Zeit nun einmal anders aufgewachsen sind, teilte ich meine Sorge mit, dass es wohl keine so gute Idee wäre.

Damit handelte ich mir großes Gelächter und spöttische Bemerkungen ein. In etwa so was wie "Jetzt wissen wir, warum Frauen weder studieren dürfen, noch in der Politik zu finden sind und warum man sie nie zum Käptn machen sollte!" ... Danke auch, ihr kleinen Idioten. Wenn ihr wüsstet. Also zog ich mich, wie es sich für eine "Frau" gehört zurück und ließ die Crew mitsamt ihrem tollen Käptn einfach machen.

Alles in allem kann ich sagen, dauerte der ganze Kampf tatsächlich nicht so lange. Die Kanonenboote waren schnell erledigt, auch wenn sie klein und wendig sind, aber gegen diese große Anzahl von Breitseitenkanonen der Jackdaw kamen sie nicht an. Das Krachen der Kanonen war lauter als ich gedacht hatte und meine Ohren klingelten unaufhörlich. Ich konnte es mir nicht verkneifen und betrat doch wieder das Deck, versteckte mich aber hinter einigen Kisten die neben dem Eingang von Edwards Kajüte standen.

Die Fregatte selber war eine andere Hausnummer. Die Besatzung verteidigte das Schiff bis zum Schluss, mit aller Härte und Vehemenz, aber mit der Hinterlist von Kenway und seiner Besatzung hatten sie nicht gerechnet. Im Eifer des Gefechts hatten Adéwalé und einer der Pulveraffen die Unaufmerksamkeit der Briten genutzt und ein Beiboot bemannt und waren hinter der Fregatte gelandet und konnten so ein paar Sprengsätze mit Pulverfässern legen.

Diese gingen kurze Zeit später mit einem donnernden Knall in die Luft und rissen fast die komplette Backbordseite auseinander. Die Fregatte war somit nicht mehr manövrierfähig und lag wie auf dem Silbertablett auf dem Meer und lief langsam mit Wasser voll, drohte aber auch zu kippen. Mit riesigem Gebrüll schwang sich die restliche Mannschaft der Jackdaw auf das Deck des britischen Schiffes und enterte es mit Erfolg. Es wurden keine Gefangenen gemacht und da Eile geboten war, wurde die Beute hastig hinüber zur Jackdaw gehievt. Nicht die volle Ladung konnte gerettet werden, da die Fregatte schon eine ziemliche Schräglage hatte und es zu gefährlich wurde, noch länger an Bord zu bleiben. Das schmeckte dem Käptn natürlich überhaupt nicht.

Auch wenn ich nicht tatkräftig dabei war, mein Adrenalinpegel fand es auch so schon spannend. Nach getaner Arbeit (Enterung wohl besser) durfte ich der üblichen Tätigkeit einer Frau nachgehen. Die Verletzten und Verwundeten versorgen. Aber bis auf eine tiefe Schnittverletzung waren es nur kleinere Wunden, Abschürfungen und blaue Augen. Edward war nahezu unverletzt, bis auf ein Veilchen und eine kleine Platzwunde am Kopf. Geschieht ihm Recht, vielleicht helfen Schläge auf den Kopf ja doch, um klarer zu denken.

Nichts desto trotzt: Die, wenn auch geringe, Beute war bemerkenswert... so sagte man mir. Eine Kiste mit Goldstücken, einige Kisten mit Metall, einige Fässer mit Vorräte, Waffen und Munition. Dann war die Weiterfahrt ja gesichert.

Als die Dämmerung einsetzte ließ der Käptn die "Jackdaw" an einer kleinen Inse vor Anker gehen. Mit einem Beiboot brachte man Verpflegung und die Mannschaft auf das Eiland. Die Prise musste ja gefeiert werden und da genug Hochprozentiges eh schon an Bord war und man jetzt auch noch frische Vorräte erbeutet hatte, wurde es ein ausladender Abend.

Bisher hatte ich mich immer ein wenig zurück genommen in Bezug auf Rum oder allgemein mit alkoholischen Getränken. Ich vertrage nicht all zuviel und am liebsten ist mir eh eiskalter Sekt. Aber den bekam man hier ja nicht mal eben so im Laden um die Ecke.

Wir entzündeten ein paar kleinere Lagerfeuer entlang des Strandes und genossen den Sonnenuntergang und die Stimmung wurde von immer ausgelassener und entspannter. Genau wie ich auch, denn man hatte mir einen Becher Rum angeboten welchen ich mir mit Wasser streckte. So ging es auch. Und es schmeckte erstaunlich gut und brannte auch nicht wie mein Begrüßungsschluck im Old Avery am Tag meiner "Ankunft" in meiner Kehle.

Einige Männer der Besatzung hatte Wachdienst auf der Jackdaw und warn nicht mit am Strand. Es war so gedacht, dass alle 4 Stunden Wachwechsel sein sollte. Plötzlich fiel mir einer der Jungs auf, der sich vom Strand entfernte, ins Wasser ging und zum Schiff schwamm. Sehr merkwürdig. Es waren doch noch keine 4 Stunden um, oder täuschte ich mich. Und selbst wenn, dann würde die Ablösung mit dem Beiboot zur Brigg schippern. Vielleicht war ihm aber auch nicht nach dummen Bemerkungen, warum er sich denn jetzt schon aufs Ohr hauen wolle. Wer weiß, es konnte mir auch egal sein. Ich widmete mich wieder der Versammlung am hier.

Edward wanderte von Feuer zu Feuer, trank hier und da mit der Mannschaft einen Becher und machte Witze über die tölpeligen und unfähigen britischen Soldaten. Ich hatte mit meinem Nebenmann ein interessantes Gespräch über die Erkundung der neuen Welt begonnen und war völlig vertieft in dieses Thema, als plötzlich Edward neben mir auftauchte und sich in den Sand fallen ließ.

So saß ich nun mit Edward an meiner einen Seite und meinem Gesprächspartner auf der anderen. Dieser verzog sich aber respektvoll, weil er vermutlich dachte, sein Käptn hätte Wichtiges mit mir zu besprechen. Nun ja, so sah dieser nicht unbedingt aus, eher angeheitert und mit dem Schalk in seinen Augen. Verdammt nochmal, diese Augen, die mich da in diesem wunderschönen Blauton ansahen und ... da war wieder dieser dunkle Schleier, der über seinen Blick huschte. Warum machte er das immer wieder?

Mittlerweile war ich dann doch mutiger aufgrund des süffigen Getränkes in meiner Hand und ich muss sagen, es war nicht der erste Becher. Aber auf eine Art und Weise war mir einfach danach, mich ein bisschen gehen lassen zu können. Mit diesem Mut streckte ich die Brust raus und mein Kinn vor und ... donnerte ihm meine Frage regelrecht ins Gesicht! "Was zum Kuckuck starrt ihr mich immer so an mit diesem Adlerblick? Habe ich etwas verbrochen? Oder ist meine Nase schmutzig? Ihr macht mich ganz nervös damit!!" Es kam härter rüber, als ich es eigentlich wollte. Jetzt war es aber zu spät, ich war wohl zu mutig gewesen.

"Ich starre euch nicht an. Ich beobachte nur meine Umgebung und die Menschen um mich herum sehr genau. Würde ich das nicht machen, könnten meine Feinde schneller mein Leben beenden, als mir lieb ist! Aber Mrs. Frederickson, ihr müsst schon entschuldigen, ihr habt etwas an euch, was überhaupt nicht hierher passt."

Da hatte Edward ja noch nicht mal unrecht mit, aber es jetzt direkt von ihm zu hören, war eine ganz andere Sache. Mir stieg eine leichte Röte in die Wangen, zusätzlich zu der die vom Rum schon aufgestiegen war. Ich wand mich vermutlich gerade wie ein Aal, aber einen Ausweg fand ich nicht. Nur wusste ich auch nicht, WIE ich mich erklären könnte, OHNE zu viel Preis zu geben.

"Edward, natürlich passe weder ich noch meine Herkunft hierher. Ich bin keine Seefahrerin, keine Piratin und für dieses Leben auch ganz bestimmt nicht gemacht. Und ich wünsche mir nur, dass ich sicher irgendwann wieder zurück nach Hause kann."

"Nein, es hat nichts mit eurer Herkunft oder eurer Erziehung zu tun. Es ist etwas anderes. Ich bin mir nur noch nicht sicher, WAS es ist, aber irgendwann werde ich es sicher erfahren. Und ich hoffe für euch, ihr habt mich nicht belogen. Denn Lügner und Verräter werden kielgeholt oder einfach auf einer Insel ausgesetzt!"

Das verschlug mir ehrlich gesagt einfach die Sprache. Das konnte er unmöglich ernst meinen. Ich meine, ja, die Sitten unter Piraten und der Kodex etc., das wusste ich schon, waren sehr streng und man hielt sich einfach an Abmachungen, verriet niemanden und teilte Prisen und und und.

"Käptn Kenway," ich wurde jetzt doch etwas förmlicher "ich habe nicht vor so zu enden. Denn ich belüge euch nicht und schon gar nicht habe ich in irgendeiner Art vor, euch zu verraten. Warum wäre ich sonst mit euch gesegelt? Das Risiko würde wohl niemand eingehen, das eventuell alles auffliegen könnte! So dumm bin ich nicht."

Mir fiel ein, dass er mich ja beim studieren seiner Seekarte "erwischt" hatte. War es das, was sein Misstrauen immer noch schürte? Aber ich habe es doch erklärt, also versuchte ich es noch einmal: "Wenn ihr darauf anspielt, dass ich mir die Karten angesehen habe in eurer Kajüte, dann kann ich euch versichern, dass ich es nur tat, um herauszufinden wo ich mich denn überhaupt befinde!"

"Das überzeugt mich nicht im geringsten, wenn ich ehrlich bin, Mrs. Frederickson! Ich habe einen Blick in euren Seesack geworfen und fand einige seltsame Stücke!"

Er hatte WAS getan???? Mir wurde schwindelig und mein Blickfeld verschwamm...

Das war nicht wahr, das träumte ich doch nur. Edward hatte nicht ernsthaft in meinen Sachen gewühlt! Bei Odin, wie sollte ich das denn jetzt erklären? Ich suchte fieberhaft nach einer Erklärung, einem Ausweg... aber mir fiel nichts ein.

"Wollt ihr mir vielleicht erklären, was DAS hier ist?" Damit holte er aus einer Tasche an seinem Gürtel mein Handy hervor. Hatte Edward das so geplant? Wollte er diese Ruhe hier nutzen um mich zu befragen? "So einen flachen Kasten habe ich noch nie gesehen. Wozu soll das gut sein? Was macht man damit? Oder ist das eine Art Waffe?"

Seine Unwissenheit brachte mich dann doch ein wenig zum schmunzeln, jedoch nicht genug um meine Panik abklingen zu lassen. "Das ... ähm ... das ist ein ..." stotterte ich "... damit kann man ... also ... ich kann damit mit anderen kommunizieren ... ich ... das ist ..." Ich war den Tränen nahe, ich hatte nicht mit so einer Konfrontation gerechnet. In meinen Gedanken war alles super verlaufen, ein bisschen mitsegeln, Edward persönlich kennenlernen und dann... ja einfach wieder abreisen!

"Man kann damit mit anderen Personen sprechen? Wozu? Wir sitzen hier zusammen und sprechen, was macht dieser Kasten denn so besonders, als dass man sich mit seinen Mitmenschen unterhält? Zeigt es mir, ich würde es zu gerne wissen!" Kenways Augen waren zusammen gezogen und er sah mich provokativ an. "Na los, wie soll das funktionieren? Oder ist das so ein Mechanismus dieser legendären Wesen, die vor uns kamen?" Woher wußte er das? Jetzt schon... eigentlich durfte er noch nicht soweit sein...

Völlig ausser mir, riss ich ihm das Handy aus der Hand, sprang auf und rannte in den dichten Dschungel... völlig planlos, ich weiß. Und so unklug, dass ich mein Unterfangen auch sehr schnell bereute. Es war mittlerweile schon dunkel, nur ein fahler Mondschein diese Nacht, der nicht ausreichte, um wirklich etwas sehen zu können.

Aber ich rannte, ich stolperte, mir schossen Zweige ins Gesicht... Und ich konnte mich mit nichts verteidigen. Ich hatte meine versteckten Klingen nicht angelegt, mein kleines Messer, welches ich im Stiefel trug, lag im Sand am Strand.

Ich weiß nicht, wie lange ich querfeldein schon unterwegs war, aber auf einmal war Schluss, denn vor mir tat sich eine Felswand auf. Da stand ich nun, völlig ausser Atem und sah mich nach möglichen Verfolgern um. Aber ich konnte in dieser unirdischen Düsternis nichts ausmachen.

Mein Adlersinn... ich musste es versuchen, auch wenn es mehr als dürftig war, was ich sah. Aber je länger ich mich konzentrierte um so mehr nahm ich meine Umgebung wahr und erkannte auch Umrisse... Palmen, Ranken... und... rote Auren... Nein, bitte nicht. Aber wie sollte es auch anders sein. In einem so abgeschiedenene Dschungel war die Fauna nicht berührt und "Fressen oder gefressen werden" war an der Tagesordnung. Ich stand irgendwo in der Mitte dieser Hirarchie. Appetitlich war ich hoffentlich jetzt nicht, denn eine Verteidung war beinahe unmöglich.

Zwei rotumrandete Schemen schoben sich durch das Unterholz auf mich zu, was genau da kam, konnte ich nicht ausmachen. Es waren vierbeinige Tiere ... und demnach bestimmt auch schneller als ich. Ich zog mich soweit es ging leise Stück für Stück zurück und suchte nach einer Möglichkeit, an der felsigen Wand empor zuklettern. Ich tastete mich mit dem Rücken zur Wand und weiter nach links... aber sie schien kein Ende zu nehmen, noch fand ich eine Kletter- oder Aufstiegsmöglichkeit.

Was hatte ich mir nur dabei gedacht... und dann vernahm ich das laute und sehr aufgebrachte Knurren der pelzigen Vierbeiner....

Ich musste konzentriert bleiben, meinen Sinn weiter fokussieren. Das Knurren kam näher und ich hörte das verräterische Rascheln im Unterholz. Wie angewurzelt blieb ich stehen, denn es trennten uns nur noch ein paar Meter. Sprinten war eine aussichtslose Alternative, Hochklettern kam nicht in Frage, da die Felsen einfach zu glatt waren, wie geschliffen beinahe... Ich hatte keine Verteidigung dabei. Nur mein Handy...

Mein Handy! Natürlich! Hah... dieses Gerät verfügte über eine Taschenlampe! Ähm... ja, das würde die Aufmerksamkeit ja noch mehr auf mich lenken und bestimmt nicht für Ablenkung sorgen. Sollte ich es dennoch versuchen? Was hatte ich jetzt noch zu verlieren? In mir stieg vor Angst Übelkeit hoch und ich schmeckte die Galle in meinem Hals und den Rum ...

Eine gefühlte Ewigkeit stand ich so da und starrte weiter auf meine Verfolger. Sie kamen nicht mehr auf mich zu sondern liefen vor mir auf und ab ... sie belauerten mich … Ich nahm mein hoffentlich gutes Ablenkungsgerät in die Hand, schaltete es wieder ein... es dauerte und dauerte bis alles geladen hatte. Viel war es ja nicht, aber ... der Akku war nicht mehr der Beste und schon ziemlich weit unten... Es war einen Versuch wert...

Mit einer schnellen Bewegung zielte ich mit meinem Handy Richtung der Vierbeiner und klickte die Taschenlampe an. Für einen Moment war ich selber ein wenig geblendet. Wie schnell man sich doch an natürliche Lichtquellen gewöhnen kann. Und auch meine mir nicht wohlgesonnenen Verfolger waren sichtlich irritiert.

Aber nicht nur sie. Mit einem riesen Gebrüll schossen mehrere Männer aus dem Dschungel und sprangen diese pelzigen Jäger an und schlitzten sie einfach auf... Es waren zwei Panther, eigentlich sehr hübsche Tiere, im Zoo, hinter Gittern...

Mit zitternden Händen ließ ich mein Handy sinken und rutschte selber an der Felswand hinunter und konnte mich gerade noch zur Seite drehen um mich zu übergeben.

Wie ich wieder zum Strand gekommen bin, weiß ich nicht. Ich lag an eine umgestürzte Palme gelehnt im Sand an einem Feuer. Edward und Adéwalé und noch zwei Crewmitglieder saßen mit dabei und unterhielten sich leise. Langsam kam ich wieder zu mir und richtete mich auf. Durch meine Bewegung aufgeschreckt, drehten sich die Gesichter zu mir und der Käptn reichte mir wortlos einen Becher. Dieses mal aber einen mit Wasser, ohne Rum. Wie mitfühlend von ihm...

Und da kam auch mein Zorn wieder in mir hoch, weswegen ich eigentlich davon gerannt war. Doch bevor ich meinen Mund aufmachen konnte, polterte Edward los.

"Was habt ihr euch nur bei dieser Aktion gedacht? Dachtet ihr, ihr könntet so von der Insel entkommen oder fliehen? Ihr hättet auch einfach drauf gehen können. Ihr hattet nicht einmal eine Pistole dabei geschweige denn ein Messer!!" Bei dieser Bemerkung reichte er mir mein Stiefelmesser und sah mich tadelnd an. "Herr Gott, WEIB, ihr seid so stur und verbohrt, man möchte euch einfach übers Knie legen und euch Vernunft einprügeln!!"

Das würde ihm wahrscheinlich auch noch gefallen! Was dachte Edward denn eigentlich wer er war? Mir zu sagen, was ich zu tun oder zu lassen habe?

Etwas kleinlaut kam mein unterwürfiges Ich heraus und meinte, es sei wirklich eine saudumme Idee gewesen. Ich hätte ihm einfach erklären können, was es mit dem Kasten auf sich hat. Aber wenn ich Edward das erläuterte, was würde das für Auswirkungen haben, auf die Zukunft. SEINE Zukunft? In seine Geschichte oder besser Schicksal durfte ich nicht eingreifen. Tat ich das denn, wenn ich ihm die Wahrheit sagte?

In Gedanken legte ich mir einige Stichpunkte fest und dann bat ich den Käptn um ein Gespräch unter vier Augen...

DAS Gespräch... ich zermarterte mir mein Hirn, wie ich es anstellte, wie ich ihn vorsichtig an die Wahrheit heranführte... Auf der anderen Seite wußte Edward anscheinend schon mehr, als die Aufzeichnungen über ihn preisgaben. Und diese hatte ich so oft studiert und aufgesaugt, dass ich wußte, nein, ich dachte ich wüßte, was er herausgefunden hat.

Dann muss Kenway doch tatsächlich seine Tagebücher nicht ganz getreu geführt haben, ein paar Kleinigkeiten schien er geflissentlich ausgelassen zu haben. Aber WARUM? Oder hatte er eine Art "Zweitschrift", die nicht für jedermann einsehbar sein sollte? Vielleicht konnte ich so ein wenig auf ihn einwirken und darum bitten, dass das Ganze unter uns blieb, da er ja doch verschwiegener war, als ich dachte?

Edward zog mich an meinem Ellbogen hoch und schleifte mich, im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich konnte mich noch nicht so richtig auf den Beinen halten, an eine abgelegenere Stelle am Strand. Es wurde langsam heller, die Sonne wollte aufsteigen, war aber noch nicht richtig zu sehen am Horizont. Und somit standen wir uns in diesem Zwielicht gegenüber und beäugten uns beide argwöhnisch. Ich, weil ich nicht wußte wie weit ich ihm trauen konnte und er mich, weil er umgekehrt es auch nicht wußte... Eine Patt-Situation.

Mir wollte nichts einfallen, was ich sagen konnte, oder wie ich diesen angespannten Moment lösen könnte, also wartete ich und schaute trotzig zu Edward hinauf. Dieser wiederum strafte mich förmlich mit seinen Augen... Wer zu erst blinzelt hat verloren, oder was? Das Spiel kann ich auch.

Was ich nicht bedacht hatte, war, dass Edwards Blick mich jedes mal aus der Fassung brachte, immer wieder aufs Neue. Und so war es jetzt auch. Mein Blick konnte ihm nicht mehr standhalten und ich platzte einfach raus: "Es ist ein sogenanntes Handy. Damit kann man mit anderen Menschen sprechen. Edward, glaubt mir, ihr kennt es nicht, weil es einfach NOCH nicht hierher gehört, es existiert noch nicht. Es wird erst noch erfunden. ICH gehöre auch noch nicht hierher. Ich ... wir ... also... Es ist so, dass... Ihr habt schon von Denen-die-vor-uns-kamen gehört?"

Ungläubig und verwirrt sah er zu mir herunter. Dann schüttelte er seinen Kopf, als hätte man ihm Wasser darüber geschüttet. "Ja, von diesen Göttern habe ich schon gehört. James Kidd erzählte mir davon. Aber woher könnt ihr das wissen?" Wieder einmal starrte er mich in Grund und Boden.

"Edward!!! Hört auf damit, mich ständig analysieren zu wollen. Ich bin nicht euer FEIND! Ihr könnt euch euren Sinn schenken. Ich muss nur eines wissen: Kann ich darauf vertrauen, dass alles was ich euch jetzt erzähle hier unter uns bleibt und nicht weiter getragen wird? Schwört es mir!" Ich hoffte, ich klang überzeugend und das er das, was ich sagte auch ernst nahm.

Völlig verblüfft zuckte er zurück und musterte mich mit hochgezogenen Augenbrauen: "Was in Gottes Namen habt ihr denn zu erzählen? Seid ihr eine von diesen Weisen Frauen? Oder habt ihr euren Ehemann umgebracht und werdet jetzt gesucht? Ihr seid doch nicht etwa eine wegen Hochverrats gesuchte Person, oder ähnliches? So etwas fehlte mir noch an Bord, das Risiko gehe ich nicht ein."

Jetzt war es an mir keine Worte zu finden. Wie kam er denn auf so einen Blödsinn? "Nein, keine Sorge, Käptn, ich bin weder eine gesuchte noch geächtete Person. Ich... " hilfesuchend sah ich auf meine Füße, die mir aber auch keinen Rat gaben, Mist! "... Ich lebe weder hier noch in dieser Zeit. Das ist anders an mir!" Jetzt war es raus... Naja, fast ...

So stand ich vor ihm, mit gesenktem Kopf und grübelte ununterbrochen, wie es jetzt weitergeht. Wie ich meine Geschichte weiter erzählte.

Doch da kam mir Vater Zufall zu Hilfe und Edward stellte die nächste logische Frage: "Wenn ihr nicht in DIESER meiner Zeit lebt, in welcher dann? Und warum seid ihr hier?"

Einen tiefen Atemzug nehmend antwortete ich: "Es ist so, dass ich im Jahre 1976 geboren werde. Genauer gesagt, im Mai 1976. Ihr seht, ich bin eigentlich noch gar nicht auf der Welt." Erleichtert, dass ich das losgeworden bin, erzählte ich ihm meine Reisegeschichte, davon, dass ich Assassine war von klein auf, von der Entdeckung des Artefaktes Anfang 2000 und wie sich das Ganze entwickelt hat.

Als ich meine Geschichte beendet hatte, saß Edward einfach nur da und starrte auf das Meer hinaus. Kein Wort kam über seine Lippen und sein Gesicht war völlig unbeweglich.

In dem Moment hätte ich ihn gerne genommen und geschüttelt und ihn angeschrien, er solle doch jetzt etwas sagen. Doch das könnte dann nach hinten los gehen. Also wartete ich... Und es verging eine halbe Ewigkeit, bis Kenway sich zu mir wandte, mich ansah und nur kopfschüttelnd sagte: "Das ist nicht euer Ernst, das kann unmöglich wahr sein. Das kann nicht sein!"

"Oh doch, es ist so, wie ich gesagt habe. Und wenn ihr denn wirklich weiter in meinen persönlichen Sachen herumgeschnüffelt haben solltet..." ich sah ihn hoffentlich entrüstet genug an "... dann ist euch sicher auch eine Art Armreif aufgefallen und meine versteckten Klingen! Oder etwa nicht?"

"Mir sind einige Ungereimtheiten aufgefallen, aber der Armreif? War er wertvoll? Er sah mir jetzt nicht nach echtem Gold und Edelsteinen aus! Lässt sich aber sicher gut verkaufen."

"Was habt ihr damit gemacht? Ihr habt ihn doch wohl nicht an euch genommen, oder? Sagt mir, DASS DAS NICHT SO IST!!! Und wer hat euch erlaubt in meinen Sachen rum zuwühlen??" In meiner Hysterie ergriff ich mit beiden Händen die Aufschläge seines Mantels und schüttelte ihn und schrie Edward an "Wenn.." weiter kam ich nicht.

"Hey hey... beruhigt euch, nein, ich habe nichts damit gemacht! Und jetzt ..." er ergriff meine Handgelenke und drehte sie mir schmerzhaft auf den Rücken "... gebt Ruhe! Was ist denn in euch gefahren? Euer Familienerbstück, wie ich vermute, ist wohlbehalten in eurem Reisegepäck. Ich fragte nur, was es damit auf sich hat! Vielleicht solltet ihr mir besser zuhören, bevor ihr gleich durchdreht, Frau!" Verwirrt blinzelte ich zu ihm auf. Sein sonnengebräuntes Gesicht umrahmt von den mittlerweile von der Sonne gebleichten Haaren war mir auf einmal so nahe, dass ich IHN riechen konnte... Leder, Schweiß, Rum und ... war das Schießpulver? Es verwirrte mich noch mehr und ich befürchtete die Kontrolle vollends zu verlieren. Edward schien es ähnlich zu gehen... sein Atem ging plötzlich schwerer und er neigte seinen Mund weiter zu meinem hinunter...

Das ist es... einfach näher kommen... ich will dich doch nur kurz schmecken...

Ich hatte ohne es zu bemerken meine Augen geschlossen. Als aber nichts geschah öffnete ich sie und Edward grinste mich mit einem überlegenen Ausdruck an, der mir sagte: Ja... ich weiß was du willst, aber du bekommst es NOCH nicht! Oder auch nicht???

Wie gerne wäre ich einfach aufgestanden und wäre gegangen, doch der Käptn hatte noch andere Pläne, noch mehr Fragen. Na, das konnte ja noch ein langer ... oh, mittlerweile Morgen werden!

Die Sonne suchte sich langsam ihren Weg aus dem Wasser und die unwirkliche Dämmerung wich einem schalen blassen Schimmer. Leichter Nebel schwebte über dem Wasser ... Um meine Gedanken zu klären konzentrierte ich mich auf die aufgehende Sonne ... auf die Schatten, die sich verschoben und zeitgleich zu erheben schienen...

Edward saß im Schneidersitz vor mir, die Hände im Schoß gefaltet und... Herr Gott noch mal... er sah mich einfach nur an. Was war nur mit ihm los? Sonst konnte er reden wie ein Wasserfall, er war nie schüchtern beim Reden... warum sagte er denn jetzt nichts? Ich wurde wieder nervös und biss auf meiner Unterlippe herum und wischte durch den Sand und sortierte kleine Steinchen und Muschelreste heraus...

Plötzlich ergriff der Käptn doch noch das Wort: "Dann kennt ihr also mein Leben schon und wie es enden wird? Werde ich am Galgen enden, wie alle anderen Piraten auch?" Es klang, als sei er enttäuscht und traurig zugleich. Aber nicht ängstlich.

"Ja, das weiß ich. Aber... Edward bitte, ich kann euch nichts darüber sagen. Es ist euer Schicksal und ich kann und darf nur zusehen!"

"Sagt mir wenigstens ob ich eine Familie haben werde! Werde ich nach England zurück kehren? Was ist mit Caroline? Und... wie geht es mit Nassau, der Republik der Piraten weiter? Werden wir Bestand haben?"

Fragen... so viele Fragen. "Edward, ihr werdet eine Familie haben. Eine ganz wunderbare sogar. Aber alles andere... nein, dazu kann ich euch nichts sagen." Mir schossen die Tränen in die Augen. Es war einfach so unfair. Anlügen tat ich ihn nicht, ich sagte nur, ich könnte es nicht sagen. War das schon eine Lüge? Ich fühlte mich plötzlich schuldig... so, als müsste ich etwas wieder gut machen, weil ER mir sonst grollen würde. Ein unangenehmes Gefühl.

Verzweifelt sah er mich an, erhob sich und klopfte sich den Sand von seinen Hosen und seinem Rock... dann ging er... ohne ein weiteres Wort. Alleine saß ich da und sah ihm nach.

Ich muss hier weg ... war mein erster panischer Gedanke.

Doch ich ließ mich auf die "Jackdaw" bringen und legte mich in der Kajüte in die Hängematte. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass Edward gar keinen Platz für ein Bett hatte? Alles stand voll mit Kisten und irgendwelchem Plunder... Eine Hängematte aber hat etwas, man entspannt sich darin völlig... und so schlief ich einfach ein...

Der Sand unter uns war warm von der Sonne und fühlte sich einfach herrlich an. Ich lag nur mit einem leichten Unterkleid unter ihm und er strich sich sein wirres nasses Haar aus der Stirn. Edward blinzelte zu mir hinunter, grinste und hielt mir eine Muschel mit einer wunderschönen schwarzen schimmernden Perle hin.

Der Käptn war auf Tauchgang gewesen, ein neues Wrack nach Brauchbarem absuchen und das muss man ihm lassen, er fand immer etwas! Seine nasse Hose klebte mir an den Oberschenkeln und meinem Unterkleid, sodass er kurzerhand beschloss, OHNE Kleidung wäre es sicher angehnehmer. Seine Hosen landeten auf einem nahen Stein zum Trocknen und meine Wäsche diente als Decke unter uns... langsam fuhren seine Finger meine Wangen hinunter... strichen über meine Schultern zu meinen Brüsten... ein wohliger Schauer durchlief mich und seine Finger gingen weiter auf Entdeckungsreise ...

... Bis mich ein heftiges Schaukeln aus meinem Traum riss ... Was? Wieso?

Ein wenig benommen kam ich wieder zu mir und versuchte wach zu werden.

"Mrs. Frederickson, ihr solltet nicht so lange schlafen, es ist schon wieder fast Mittag. Geht lieber früher zu Bett, dann passiert es auch nicht, dass ihr verschlaft!"

Edward stand neben der Hängematte und beäugte sie sehnsüchtig... natürlich, er hatte ja noch gar nicht geschlafen. Er war einfach verschwunden und hatte mich so mir nichts dir nichts stehen gelassen, oder besser sitzen gelassen. Meine Erinnerungen kamen wieder und ich musste meinen Traum schnell vergessen. Ich hoffte, man sähe mir nicht die Art dieser Träumerei an, das hätte noch gefehlt.

Ich schlüpfte hinunter und er schwang sich im Gegenzug darauf drehte sich um und ... schlief? Als wenn man so schnell einschlafen konnte... Das konnte man mir nicht erzählen. Aber ich hatte es ja noch nie erlebt. Immer war es hier im Wechsel gewesen, wir hatten uns die Kajüte nie gemeinsam geteilt zum Schlafen. Also... nicht wissentlich zumindest. Nur einmal, aber daran kann ich mich auch nicht mehr so genau erinnern.

Leise machte ich mich daran, mir die Zähne zu putzen und mich, so gut es eben ging, frisch zu machen. Danach ging ich auf Deck und Richtung Kombüse, da ich wusste dass der Smutje Zichorienkaffee an Bord hatte. Das wäre jetzt genau das Richtige.

Auf halbem Wege jedoch ergriff Adéwalé meinen Arm und hielt mich zurück, zog mich ein wenig aus der Sichtweite der Crew und schaute mit ernstem Blick auf mich hinunter. Ich hatte bisher kaum ein Wort mit ihm gewechselt, warum auch? Er war mir nicht wohlgesonnen, so wie er mich immer ansah.

"Was in drei Teufels Namen habt ihr mit Edward gemacht? Womit habt ihr ihn so aus der Fassung gebracht? Sagt WEIB, WAS habt ihr getan?" Er schüttelte mich, ließ dann aber ab von mir, als er merkte, dass ich so nicht antworten konnte. Aber sein Griff war nach wie vor eisern und meine Oberarme schmerzten.

"Sir, ich habe ihm nichts angetan und schon gar nichts Ungewöhnliches erzählt. Wir haben uns über meine Weiterreise unterhalten und wie ich überhaupt hierher kam. Glaubt mir, ich habe nichts Schlimmes getan!"

"Ich glaube euch kein Wort! Edward verschwand im Morgengrauen und kam mit den Worten zurück, dass er jetzt genau wüsste, was zu tun sei! Er gab Befehl, euch auf Great Inagua abzusetzen um dann seine Suche nach den Schlüsseln fortzusetzen. WELCHE SCHLÜSSEL HAT ER GEMEINT? Was habt ihr ihm für Versprechen gegeben? Welches Teufelswerk hat ihn manipuliert? Sprecht HEXE!"

Völlig perplex starrte ich Adéwalé nur an... ich war überhaupt nicht fähig IRGENDETWAS zu sagen. Was war denn auf einmal los? Die Templerschlüssel? Meinte er die? Die mit denen er die Rüstung aus dem Versteck holen konnte? Oder vielleicht doch die Mayaschlüssel? Woher sollte ich denn wissen, was Edward im Kopf herumschwirrte. Ich konnte nicht hellsehen. Und das sagte ich Ade auch.

"Woher soll ich denn wissen, was euer Käptn gerade plant? Er hat mich nicht in seine Pläne eingeweiht, sondern einfach so am Strand sitzen gelassen."

"Ja, nachdem IHR ihm Flausen in den Kopf gesetzt habt. Ihr habt ihm irgendwelche Versprechungen gemacht. Gebt es zu... es ist das Werk des Teufels!"

Bitte WAS? Ich konnte nur ungläubig in das Gesicht des Quartiermeisters schauen, denn mir fehlten die Worte. Er konnte unmöglich glauben, ich sei eine Hexe oder dergleichen. WAS hatte Edward denn noch erzählt? Was wusste Ade jetzt?

Das musste ich erst mal herausfinden...

Der Quartiermeister ließ mich angewidert los, als hätte ich die Krätze und würdigte mich keines Blickes mehr. Für ihn war also eine Frau an Bord wirklich kein guter Fang. Tja, tut mir ja leid, aber erst mal war ich da und blieb...

So leicht fühlte ich mich allerdings nicht. Mir lag dieses Gespräch schwer im Magen, aber ich hoffte, der Smutje könnte mir wenigstens ein klein wenig Linderung verschaffen. Dieser sah mich kommen und verzog nur das Gesicht zu einem Ach, die schon wieder... und schepperte einen Becher mit "Ersatz"-Kaffee auf die Arbeitsfläche. Das konnte ja jetzt noch lustig werden... Am liebsten wäre ich von Bord gesprungen.

Wie lange konnte es noch bis Great Inagua dauern? Ich kannte mich halt Null mit der Seefahrt aus und leider konnte und wollte ich auch niemanden hier fragen. Denn ALLE, wirklich alle, wichen mir aus und machten einen Bogen um mich... Also verzog ich mich zum Bug und lümmelte mich dort auf eines der Netze und ... ja, was tat ich... abwarten... was denn noch so passierte oder eben auch nicht passierte.

Nach einer Weile wurde es mir aber doch zu langweilig. So zur Untätigkeit verdonnert zu werden, ist einfach nicht meins. Also ging ich zur Kajüte, in der Hoffnung mir evtl. ein Buch oder irgendeine Beschäftigung zu suchen, zu holen oder was weiß ich... Die Brigg ist halt nicht so groß, als das man Tage brauchte, um sie zu erkunden. Also fiel das auch schon mal weg...

Leise öffnete ich die Tür, schlüpfte hinein und versuchte nun so leise wie möglich, an meinen Seesack zu gelangen, der blöderweise genau UNTER der Hängematte lag. Links und rechts war aber nicht genügend Platz um ihn einfach darunter hervorzuziehen... ich musste mich unter den Schlafplatz schlängeln und ihn irgendwie befreien.

Kaum dass ich in der Nähe von Edward war, schoss dieser aus seinem Schlaf hoch und drückte mir seine versteckte Klinge an den Hals. Das musste ich ihm lassen, ein gutes Reaktionsvermögen hatte er, trotz Alkohol und Schlafmangel.

Wir standen eine Weile so da und Edward versuchte zu verstehen, was gerade passiert war. Sein Blick klärte sich langsam. Ich berührte sein Handgelenk und schob es vorsichtig von mir, die Klinge sah dann doch seeeehr scharf aus und ich wollte kein unnützes Risiko von abrupten Bewegungen riskieren.

"Verdammt, WEIB! Warum schleicht ihr hier so herum? Ich hätte euch umbringen können!" Ja, hätte er, hat er aber nicht.

"Habt ihr aber nicht und das ist ein gutes Zeichen! Und ich schleiche hier nur herum, weil ich euch nicht wecken wollte. Ich suchte nach meinem Gepäck und nach einer sinnvollen Beschäftigung. Da IHR ja hier allen den Eindruck vermittelt habt, ich wäre eine Hexe oder ähnliches. Ich hätte euch einer Gehirnwäsche oder irgendwelchem Voodoo Kram unterzogen! Schönen Dank auch, EDWARD!" Die letzten Worte spuckte ich ihm förmlich ins Gesicht, so dermaßen in Rage geredet hatte ich mich.

Mit einem Griff hatte ich meinen Seesack gepackt und war schon zur Tür wieder hinaus. Ich wollte nicht länger in seiner Gegenwart bleiben. Dann schlief ich lieber irgendwo an Deck oder... keine Ahnung... in diesem Moment war mir alles egal, ich wäre am liebsten wieder zuhause gewesen.

Dieser friedlich Gedanke kam mir tatsächlich, aber ich konnte schlecht hier an Bord das Portal öffnen. Nicht wenn alle anwesend waren, am hellichten Tag ... selbst Nachts wäre es unmöglich. Es müsste ein abgelegener, unbeobachteter Ort sein. Und dieses Schiff war alles andere als DAS.

Mir blieb nichts anderes übrig, als jetzt abzuwarten, bis wir Great Inagua erreichten. Ich fühlte mich plötzlich einfach nur noch unwohl und wäre am liebsten in Tränen ausgebrochen.

So verstrichen die nächsten Tage... ich war... ALLEIN! Auf einem Schiff mit voller Besatzung...

Es kam, wie es kommen musste. Eine Flaute verzögerte die Weiterfahrt. Na toll... und ich saß hier einfach fest auf einer Brig mit ungefähr 60 Mann Besatzung. Alle waren der Ansicht, ich hätte IHREN Käptn verhext, ich hätte ihm Flausen in den Kopf gesetzt. Für die meisten erfüllte sich die böse Vorahnung, dass eine Frau an Bord nur Ärger machen würde.

Nun denn, wenn es eh schon so aussah, was hatte ich noch zu verlieren? Doch ich tat nichts. Ich hielt mich zurück, ging möglichst allem und jedem aus dem Weg. Jedoch konnte ich Edward schlecht immer aus dem Weg gehen. Aber auch dieser suchte nicht unbedingt nach meiner Nähe. Vermutlich wollte er die Gerüchte nicht noch weiter schüren. Aber wer weiß schon, was in so einem alkoholvernebelten Piratenhirn vor sich ging? Bei diesem Gedanken biss ich mir selber auf die Zunge. So böse wollte ich nicht klingen und Edward war eigentlich kein schlechter Mensch, aber vermutlich gerade einfach nur überfordert oder ... ich weiß es einfach nicht. Ich kannte ihn ja eigentlich auch gar nicht.

Ich würde das ja gerne ändern, aber im Moment wohl keine gute Idee.

Diese Tuscheleien und Blicke sind nicht auszuhalten gewesen. Am liebsten wäre ich unsichtbar gewesen!

Nach 4 schier endlosen Tagen des Stillstands kam ein ordentlicher Sturm auf. Eine ganze Nacht hatten wir einen Wellengang der einfach unglaublich war. Stellenweise neigte sich die Jackdaw bedenklich zur Seite und ich bekam es mit der Angst zu tun. Eines der Segel riss und verabschiedete sich auf nimmer wiedersehen, die Takelage löste sich immer und immer wieder. Ich war erstaunt, wie eingespielt in diesem Moment die Mannschaft war, es gab keine eindeutigen Befehle oder ähnliches. Es wurde dort angepackt, wo es gerade von Nöten war und es lief reibungslos.

Auf der einen Seite freute ich mich, weil er uns vorantrieb, auf der anderen Seite war dieser so heftig, dass es einige Verletzte und sogar einen Toten zu beklagen gab. Ich traute mich aber vorerst gar nicht, die Verletzten zu behandeln, weil ich befürchtete, sie würden mich zurückweisen oder gar Angst vor mir haben. Die Denkweise und der Glaube zu dieser Zeit war einfach eine andere als zu meiner Zeit und das musste ich jetzt schmerzlich erfahren.

Aber ich wurde gerufen um zu helfen, erst eher skeptisch und zurückhaltend. Dann nach den ersten Versorgten denen es besser ging, wurde es leichter und man vertraute mir wieder ein kleines bisschen mehr. Hier und da kam ein leises zögerliches Danke und dankbare Gesichter. Dabei konnte ich wirklich nur das Nötigste tun. Das war ein so überwältigendes Glücksgefühl, das kann sich wohl keiner vorstellen. Nach einer Zeit des abgewiesen Werdens, auf diese Art dann doch honoriert zu werden... es tat einfach gut.

Als der Sturm dann nach ließ und wir sicher und ungehindert weitersegeln konnten, rief mich Edward zu sich mit ernstem Gesicht und nicht gerade einladend. Ich tat wie mir geheißen wurde und trat in die Kajüte.

Er saß an seinem Schreibtisch, davor Adéwalé und hinter Edward hing die Hängematte eingerollt. Beide sahen mich erwartungsvoll an und ich stand wie ein Ochs vorm Scheunentor da, weil ich nicht wusste, was jetzt von mir erwartet wurde.

Die Initiative ergriff dann aber der Käptn...

So saßen sie in trauter Zweisamkeit dort und sahen zu mir auf. Voller Erwartung. Aber Edward ergriff das Wort und bat mich, dass ich mich setzte. Er hatte den anderen Stuhl noch dazu geholt. Also nahm ich Platz, wenn auch etwas steif und formell, weil ich mich nicht wirklich wohl fühlte. Es war fast wie damals in der Schule, wenn man zum Rektor gerufen wurde und vor dem Büro saß und warten musste.

"Ihr wisst, warum ich euch zu mir gebeten habe, Mrs. Frederickson?" So formell auf einmal?

"Nein, Käptn Kenway, das weiß ich nicht, aber ihr werdet es mir sicher gleich verraten!" Ich biss mir auf die Zunge, so zynisch sollte das gar nicht klingen, aber ich konnte mich auch nicht beherrschen. Es war zum verrückt werden.

Jetzt ergriff Ade das Wort: "Ihr glaubt wirklich, ihr seid uns überlegen, oder liege ich da falsch?" Was zum Teufel?

Ich verstand gar nichts mehr! "Was meint ihr damit? Ich fühlte mich euch überlegen? Ich verstehe nicht!" Verwirrt sah ich zu Edward, dann zu Adéwalé und zurück zu Edward.

"Wenn ihr glaubt, wir wären so dumm und führten euch direkt zu unserem Versteck, dann seid ihr schief gewickelt! Wir wissen, was ihr vorhabt und wissen auch, wie wir dem Ganzen einen Riegel vorschieben können!" Mit einem fiesen Funkeln in seinen Augen sah der Quartiermeister zu mir hinüber und machte keinen Hehl daraus, dass er zu gerne jetzt und sofort mit seiner Bestrafung oder was auch immer begonnen hätte. So hätte ich ihn gar nicht eingeschätzt, laut Aufzeichnungen und Erzählungen wäre mir das nicht in den Sinn gekommen. So kann man sich täuschen und wieder einmal zeigt sich, dass man nicht alles glauben darf, was man liest oder hört.

"Und was gedenkt ihr jetzt zu tun, da ihr mich ja angeblich durchschaut habt? Wobei ich mich frage, WAS habe ich getan, um diese Beschuldigung zu verdienen? Es wäre nur fair, wenn man mir das noch mitteilen würde!" brachte ich mit Mühe und ohne zu schluchzen, weil mir die Tränen in den Augen standen, gerade noch so heraus.

"Wir haben eure Aufzeichnungen gefunden!" Edward schob mir mein Tagebuch hinüber. Natürlich hatte ich es auf Deutsch verfasst und war davon ausgegangen, dass es sowieso niemand lesen würde. Aber wie kamen die beiden JETZT daran? Ich hatte es immer in meinem Seesack... Welcher gerade im Kanonendeck unbeaufsichtigt ist... ich bin so blöd!!!

"Und was sagen euch meine Aufzeichnungen? Welchen Mord plane ich? Wen von euch werde ich wohl als erstes um die Ecke bringen?" Mit gespielter und völlig übertriebener Theatralik und Dramatik sprang ich auf und ließ meine Klingen vorschnellen (ich hatte sie in den letzten Tagen wieder angelegt, alleine zur Verteidigung und aus Angst) und hielt sie Adéwalé an die Kehle.

Ich funkelte Edward über den Kopf des Quartiermeisters an. Zu mehr kam ich nicht, denn Adé rammte mir seinen Ellbogen so heftig in den Bauch, dass ich wie ein Rasiermesser zusammen klappte. Ich war unachtsam. Hatte meine Verteidigung nicht im Griff. Verdammt.

Keuchend lag ich am Boden und versuchte wieder zu Atem zu kommen. Ich versuchte mich am Stuhl hochzuziehen doch Adéwalé reichte mir seine Hand und zog mich hoch. Er drückte mich wieder auf meinen Stuhl und Edward schob mir einen Becher hinüber. Es war Wasser, so hoffte ich, ohne irgendwelche bösen Substanzen. Bei Odin, was war ich auf einmal misstrauisch. Aber es war wirklich nur Wasser und so trank ich den Krug fast in einem Zug leer und es ging mir tatsächlich danach etwas besser.

"Adé lass uns bitte alleine, ich denke, von jetzt an, komme ich alleine mit Mrs. Frederickson zurecht. Wenn nicht, rufe ich nach dir!" Mit einem breiten Grinsen Richtung Adéwalé hieß er ihn gehen. Dieser warf mir noch einen skeptischen und warnenden Blick zu und verschwand aus der Kajüte.

Jetzt wurde es also ernst. WAS hatte ich denn nun falsch gemacht oder besser, was war überhaupt vorgefallen, dass man eine solch schlechte Meinung von mir hatte.

Edward öffnete mein Tagebuch... es war aber nicht welches ICH geschrieben haben!

Autorennotiz

Hallo und herzlich willkommen zu meiner ersten Geschichte!

Nein, dass soll keine Entschuldigung für evtl. Fehler oder Ähnlichem sein. Ich wollte es nur erwähnen...

Also, mir geisterte Edward schon länger im Kopf rum. Als ich das erste mal Black Flag gespielt habe, fand ich ihn eher nicht so toll. Was aber daran lag, dass ich noch so im AC3 Fieber war und nicht so recht davon los kam.

Doch irgendwo in meinem Hinterkopf spukte dieser Käptn Edward J. Kenway immer herum und machte mich wahnsinnig. Dieses Piratenflair hat einfach etwas und liebe diese Piratenfilme von früher z.B. Und immer wieder sprang Edward in meinem Gehirn umher und schenkte mir Bilder und Erlebnisse, die man ja prima verarbeiten könnte.

Jetzt ist es wohl soweit, denn ich musste es schriftlich festhalten. Ich muss aber auch anmerken, nicht alles zuuuuu ernst nehmen. Nicht alle technischen Details sind akkurat und die Geräte würden so vermutlich auch nicht funktionieren. Aber darauf wollte ich auch den Fokus nicht legen, sondern auf die Geschehnisse mit dem jungen Piraten / Freibeuter aus Bristol.

So, jetzt könnt ihr gerne loslegen und lesen und ... mich steinigen, wenn es nicht gefällt.

Für Kritik und Anregungen bin ich immer offen. Schreibt mir gerne, was ihr so davon haltet.

PS: Es sind schon so einige Kapitel fertig und ich versuche nach und nach die bearbeiteten Parts rauszuhauen. Ob nun regelmäßig ist von meiner Zeit abhängig. Aber ich bemühe mich! :-)

Vielen Dank für eure Aufmerksam und ... Vorhang auf ...

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Galaxies Profilbild
Galaxie Am 20.11.2019 um 23:04 Uhr
Bis jetzt gefällt mir deine Geschichte, bin gespannt, wie es weiter geht. Zeitreisen interessieren mich sehr, ob aus Dokus oder Filme und Serien, die das Thema behandeln. Zeitreisen gibt viel Stoff für Storys, die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Sollten denn nach meiner Meinung bisschen logisch aufgebaut sein. Ich selber wende mich mehr der Raumfahrt in meine Geschichten zu. Science-Fiction halt.
MrsHEKenways Profilbild
MrsHEKenway (Autor)Am 22.11.2019 um 18:08 Uhr
Hallo und Danke für die netten Worte. Ja, diese Zeitreise-Gedanken sind einfach immer spannend und haben es mir auch schon lange angetan.

Soviel sei gesagt, es geht mittlerweile bis in eine 4. Geschichte. Sie sind auch schon alle soweit fertig, denn es lässt mich nicht los!

Wünsche dir noch ein schönes Wochenende!

Autor

MrsHEKenways Profilbild MrsHEKenway

Bewertung

Eine Bewertung

Statistik

Kapitel:20
Sätze:1.179
Wörter:13.439
Zeichen:77.303

Kurzbeschreibung

Wir schreiben das Jahr 2000. Uns ist es gelungen, mit Hilfe eines Vorläuferartefaktes die Zeitlinie zu durchbrechen. Und da ich immer schon mal wissen wollte, wie Käptn Edward James Kenway wirklich ist und ob es sich wirklich so wie in den Büchern und Aufzeichnungen zugetragen hat, ergriff ich meine Chance...

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Assassins Creed 4 und Assassins Creed Black Flag getaggt.

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