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Vier Jahreszeiten

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29.3.2020 16:03
6 Ab 6 Jahren
Heterosexualität
Fertiggestellt

2 Charaktere

Chu Yunxiu

Chu Yunxiu ist der einzige weibliche Kapitän in der professionellen Gloryliga. Sie ist außerdem die beste weibliche Spieler. Sie liebt Dramen und spielt einen Elementalist. Wie Ye Xiu ist sie Raucherin und Su Muchengs beste Freundin.

Wu Xuefeng

Wu Xuefeng ist der ehemalige Vizekapitän des eSportteams Excellent Era. Er hat "Qi Breaker" erstellt und mit diesem einst Ye Xiu im Spiel "Glory" zur Seite gestanden. Nach der dritten Saison des professionellen Gloryliga entschied er sich zurück zu treten.

Warme Sonnenstrahlen. Zwitschernde Vögel. Eine leichte Brise. Was könnte es schöneres geben? Mit einem Teller voller Früchte trat Wu Xuefeng nach draußen in den großen Garten. Chu Yunxiu hatte darauf bestanden, dass sie sich ihren Traum von einer Villa erfüllten. Und somit wohnten sie jetzt in einem Haus, das vielleicht nicht unbedingt eine Villa war, aber für sie beide dennoch viel zu groß war, mit einem noch viel größeren Garten in dem ein großzügig ausgelegter Pool gebaut worden war.
Alles nur für Chu Yunxiu, die sich darüber auch sehr freute.
Den Sommer konnte man nur so genießen!

„Ich habe uns ein paar Früchte her geschnitten.“
Er stellte den Teller auf den kleinen Tisch neben den Liegen.
„Danke. Kommst du dann jetzt auch ins Wasser? Oder muss ich mich hier weiterhin allein vergnügen? Der Pool ist so groß, da ist mehr als genug Platz für uns beide.“
Chu Yunxiu hatte sich ihre langen Haare nach oben gesteckt und zog elegant ihre Kreise durch das Wasser. Auch wenn er es nie freiwillig zugeben würde, so musste Wu Xuefeng gestehen, dass er seiner Frau gerne beim Schwimmen zusah – er konnte nicht sagen wieso.

„Mir ist das Wasser zu kalt. Ich bleibe lieber in der Sonne. Du solltest im Übrigen auch mal wieder raus kommen, nicht dass du noch ganz schrumpelig wirst.“
„Pa, pass bloß auf, was du sagst, Freundchen, sonst schubs ich dich ins Wasser!“, drohte Chu Yunxiu gespielt empört.
„Uh, da habe ich jetzt aber Angst.“
Lachend setzt sich Wu Xuefeng auf seine Liege. Anders als seine Frau war er keine Wasserratte. Auf dem Land im Trockenen war es ihm doch am liebsten.
„Solltest du auch. So langsam glaube ich, dass du einfach nur nicht schwimmen kannst.“
Sie sah ihn mir ihrem Unschuldsblick an. Der Blick, der ihn schon zu so manch einer Dummheit überredet hatte. Er wusste, er würde sich wieder überreden lassen.

Sie sahen sich schweigend an bis Wu Xuefeng aufstand und sein T-Shirt auszog. Wenn sie unbedingt wollte, dass er ihr im Wasser Gesellschaft leistete, dann würde er ihrem Wunsch dieses Mal nachkommen – er hatte sie schon oft genug abgewiesen.
Mit reichlich Schwung stürzte er sich in den Pool, dabei verursachte einiges an Wellen und spritze seine Frau ab, die sich auch so gleich darüber beschwerte, dass nun ihre Haare nass waren. Welch Tragödie – aber Rache musste sein.
Während Chu Yunxiu sich über seine unmögliche Art beschwerte, schwamm er rasch auf sie zu. Seine Rache war noch nicht vollendet. In einer fließenden Bewegung kam er vor ihr zum Stehen und zog sie in eine feste Umarmung. Ihre Nasenspitzen berührten sich.
„Und was jetzt?“
„Weiß nicht.“
Chu Yunxiu war weder schüchtern noch zimperlich. Sie schlang ihre Beine um seine Hüfte. Wann war das letzte Mal, dass sie sowas gemacht hatten? Damals auf ihrer Hochzeitsreise vor vier Jahren? Wie schnell die Zeit doch verging.

Sanft drückte Wu Xuefeng seine Lippen auf die ihren. Wie immer schmecken sie nach Kirsche – ihr Kirschlipgloss war ihre Ersatzzigarette. Das Rauchen hatte sie für ihn aufgegeben.

Die Tage wurden kälter. Es regnete öfter. Wu Xuefeng störte sich daran weniger und auch seine Frau Chu Yunxiu schien sich eher an den bunten Blättern zu erfreuen, als sich über das Wetter zu beschweren. In den ersten Herbstwochen war es noch warm und sonnig gewesen, doch von einem Tag auf den anderen hatte sich das schlagartig geändert. Jetzt war es besser immer mit einem Regenschirm bewaffnet aus dem Haus zu gehen – und dick eingepackt in Schal und Jacke.

Während ihres täglichen Spaziergangs am Nachmittag, sammelte Chu Yunxiu Blätter. Sie war sehr wählerisch und sorgfältig. Die Blätter mussten eine bestimmte Farbe haben, durften keine Flecken aufweisen oder angerissen sein. Sie wollte dieses Jahr die Herbstdekoration selbst basteln. Wu Xuefeng gab sein bestes nützlich zu sein – ab und zu fand er auch ein schönes Blatt. Natürlich kamen auch zu dem ein oder anderen ein Kommentar, dass es doch sehr an das Logo seines ehemaligen eSportteams Excellent Era erinnerte. Alles was er darauf erwidern konnte war ein müdes Lachen. In den Jahren, die er ohne sein ehemaliges Team verbracht hatte, waren die drei gemeinsamen Jahre in weite Ferne gerückt. Inzwischen kam es ihm eher wie ein Traum vor, dass er einst ein Teil der professionellen Glory Liga gewesen war. Er bereute es aber nicht.

Chu Yunxiu hatte noch Kontakt mit einigen noch aktiven und ehemals aktiven Spielern. Er hingegen nicht. Es fühlte sich so besser an – auch wenn er durch seine Frau wieder mehr Kontakt zu Su Mucheng und Ye Xiu hatte.

Der kleine Peltzball zu Wu Xuefengs Füßen fing an zu bellen, als Chu Yunxiu einen kleinen Blätterhaufen mit einem Kick aufwirbelte. Vor knapp zwei Jahren hatten sie sich einen Hung zugelegt und seitdem gingen sie jeden Nachmittag eine Runde spazieren.
„Na, gefällt dir das, Feifei?“
Lachend streichelte dem kleinen Hund über den Kopf.
„Ermutige sie doch nicht auch noch.“
„Sei nicht immer so ein Spielverderber. Ist doch nichts passiert.“
Schwungvoll umarmte Chu Yunxiu ihren Mann und beschlagnahmte dann dessen Arm für sich. Außer ihnen waren nicht viele Leute im Park. Die meisten waren sicherlich arbeiten oder kümmerten sich um ihren Haushalt.

In der Regel schlenderten sie nur durch den Park. Heute wollten sie aber noch bei einem neuen Laden vorbei schauen, der angeblich alles was das Haustierherz begehrte hatte – Wu Xuefeng war der Meinung, dass ihr Peltzball schon alles hatte, was man sich als kleiner Hund wünschen konnte, aber Chu Yunxiu war das anderer Meinung und es war ihre Meinung, die hier zählte.
„Feifei braucht ein neues Bettchen.“
„Hm, stimmt. Ihr jetziges sieht sehr zerfleddert aus.“
„Und ein Spielpartner wäre auch nicht schlecht.“
„Vergiss es. Ein Hund ist mehr als genug.“
„Ach komm! Wir haben doch Platz für einen zweiten Hund.“
„Wir haben genug Platz für zehn Hunde. Das heißt aber nicht, dass wir so viele haben sollten. Ehrlich gesagt wünschte ich, wir zwei würden mehr Zeit mit einander verbringen.“
Ein überraschter Blick wurde ihm von seiner Frau zugeworfen.
„Du bist eifersüchtig?“
„Vielleicht.“
Er wusste, dass es lächerlich war.
„Verstehe.“

Wu Xuefeng mochte den Winter. Er gab ihm eine hervorragende Ausrede nicht vor die Tür zu gehen. Auch wenn er kein Stubenhocker war, so war er auch kein Naturmensch. Im Winter blieb er lieber Zuhause sitzen und kümmerte sich um all die Dinge, die liegen geblieben waren. Es gab immer was zu tun.
Chu Yunxiu mochte den Winter ebenfalls. Sie liebte es sich mit ihm auf dem Sofa in eine dicke Decke zu kuscheln und diverse Dramen anzuschauen. Natürlich konnte sie das das ganze Jahr über, insbesondere bei schlechtem Wetter, aber im Winter hatte es wohl etwas Besonderes an sich. Vielleicht lag es auch daran, dass die Dramen im Winter noch kitschiger waren, als im restlichen Jahr.

Wu Xuefeng liebte es, ihr durch ihr weiches Haar zu fahren und ihre Reaktionen zu beobachten. Er hörte ihr gerne zu, wenn sie von einem der Paare schwärmte. Es half ihm auch, zu verstehen, was sie mochte und was nicht. Das ein oder andere Mal hatte er schon eine Szene aus einem Drama mehr oder weniger nachgespielt – nur für sie.
Vielleicht sollte er kochen lernen. Kochende Männer schienen bei den Frauen – bei seiner Frau – angesagt zu sein und eine glückliche Frau, war die beste Frau.

Einmal am Tag mussten sich beide aber trotz allem nach draußen in die Kalte begeben. Feifei schien sich nicht für die Jahreszeit zu interessieren. Auf manchen ihrer Spaziergänge musste Wu Xuefeng an seine Kindheit denken. Damals hatte er den Winter noch besser gefunden. Schneeballschlachten. Schneeengel. Misslungene Iglus. Eine schöne Zeit.
Wann hatte er aufgehört den Winter auf diese Art und Weise zu genießen?
Chu Yunxiu hingegen hatte den Winter schon immer drinnen genossen, entweder mit einem guten Buch oder einem Drama. Im Sommer war es zu warm, um sich in eine Decke zu kuscheln und im Frühling und Herbst gab es zu wenig Tage, an denen man sich gehen lassen konnte. Auch wenn in dieser Zeit durchaus öfters schlechtes Wetter war, hatte sie nicht immer genau zu diesem Zeitpunkt Lust auf ein Drama oder ein Buch. Im Winter gab es diesen „Zeitdruck“ nicht. Jeder Tag war der perfekte Tag für etwas Gemütlichkeit – und schlechte Wintertage waren nur noch perfekter.

In ihrem Wohnzimmer standen zwei Sofas. Das eine war für Chu Yunxiu und ihren Mann, das andere für Feifei. So lächerlich es andere vielleicht finden mochten, Chu Yunxiu legte viel Wert auf ein komfortables Leben für ihren kleinen Vierbeiner – außerdem hatten sie das Sofa sowieso, warum also nicht auch nutzen? Sie und Wu Xuefeng brauchten nur eines und dieses war auch groß genug, dass sie sich auch mal etwas voneinander entfernt hinsetzen konnten.

In eine Decke gekuschelt und mit Naschkram ausgestattet saßen Wu Xuefeng und Chu Yunxiu auf dem einen Sofa und Feifei in ihrem neuen Bettchen auf dem anderen. Heute war die Premiere eines von Chu Yunxiu langersehnten Dramas. Den ganzen Tag über hatte er sich anhören müssen, wie toll es sein würde und wie anders es doch war. Ob dem tatsächlich so war, müsste sich erst zeigen.

Mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen sah Wu Xuefeng seiner Frau dabei zu, wie sie durch ihr angemietetes Ferienapartment tänzelte und alle Vorhänge zur Seite zog, damit die Sonne herein scheinen konnte. Der Winter war lang und unangenehmen gewesen. Die letzten Tage hatte es fast täglich geregnet und der starke Wind hatte jeden Regenschirm in die Knie gezwungen. Eigentlich waren sie hierhergekommen, um den schlechten Wetter zu entkommen – und um ihren Hochzeitstag zu feiern. Wirklich besser war es nicht geworden – dafür aber auch nicht schlimmer.
Folglich war die nun endlich hinter den Wolken hervor kriechende Sonne herzlich willkommen und Chu Yunxiu wollte so viel von ihr abbekommen, wie nur irgendwie möglich. Wer wusste, wie lange das gute Wetter anhalten würde?

Während Chu Yunxiu die Sonne ins Apartment ließ, kümmerte sich Wu Xuefeng um das Frühstück. Zur Feier des Tages wollte er seine nichtvorhandenen Kochkünste zum Besten geben und etwas Leckeres auf den Tisch bringen – sein Kochunterricht hatte ihn zwar schon besser werden lassen, aber seine Fähigkeiten waren noch immer ausbaufähig.
Anfangs hatte er noch gedacht, dass sie draußen auf der Terrasse frühstücken könnten, aber dafür war es dann schlussendlich doch noch zu kalt. Vielleicht mittags dann.

„Soll ich den Tisch decken?“, fragte Chu Yunxiu.
Sie hatte sich von Hinten an ihn herangeschlichen, als er damit beschäftigt war das heiße Teewasser in die Kanne zu gießen.
„Das wäre nett. Hast du schon alle Vorhänge aufgezogen?“
„Ja, waren jetzt auch nicht so viele. Schade, dass wir nicht draußen essen können.“
„Wir könnten, wenn du in voller Montur frühstücken willst.“
„Ich verzichte.“

Chu Yunxiu genoss die Zeit mit ihren Dramen und Büchern, aber sie freute sich dennoch jedes Jahr auf den Frühling – die Rückkehr der hellen und bunten Farben der Pflanzenwelt.
Summend fing sie an den Tisch zu decken. Eigentlich stand dieser in der Küche, aber um mehr von der Sonne zu haben, hatten sie diesen in den Wohnbereich getragen.
Nachdem Frühstück würden sie eine Runde mit Feifei raus gehen. Bis dahin war es hoffentlich etwas wärmer.

„Fünf Jahre.“
„Hm?“
„Wir sind jetzt seit fünf Jahren verheiratet.“
„Bereust du es?“
„Nein, ich bin nur überrascht, wie schnell die Zeit vergeht.“
„Das ist wahr. Die fünf Jahre sind wirklich schnell vorbei gegangen. Aber heißt das nicht auch, dass es gute fünf Jahre waren?“
Die Zeit verging doch schnell, wenn etwas schön war, nicht wahr? War zumindest in seiner Kindheit immer so. Alle schönen Ereignisse waren in nur einem Wimpernschlag vorbei, während die unangenehmen sich wie ein Kaugummi zogen.
„Glaubst du, die nächsten fünf Jahre werden genauso gut?“
„Warum nicht?“
„Weil auf gute Zeiten immer schlechte Zeiten folgen.“
„Vielleicht sind wir die Ausnahme.“

Wu Xuefeng platzierte einen sanften Kuss auf Chu Yunxius Stirn. Sich Sorgen über die Zukunft zu machen war sonst nicht ihre Art und er wollte nicht, dass sie sich ausgerechnet am heutigen Tag darüber Gedanken machte. Heute sollte sie sich einfach darüber freuen, dass sie zusammen waren.
„Ich liebe dich“, flüsterte Wu Xuefeng liebevoll in ihr Ohr.
„Ich liebe dich auch.“

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Kapitel:4
Sätze:151
Wörter:2.143
Zeichen:12.139

Kurzbeschreibung

Wu Xuefengs und Chu Yunxius Beziehung während des Jahres. [Anime: Quan zhi gao shou/The king's avatar | Charaktere: Wu Xuefeng, Chu Yunxiu | Beziehung: Wu Xuefeng/Chu Yunxiu | Genre: Established Relationship, Hetero, Fluff, Domestic]

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Romanze, Established Relationship, Fluff und OneShot-Sammlung getaggt.