Forum > Fanfiction - Bücher > Bücher Allgemein > Was bedeutet für euch OTP?

Was bedeutet für euch OTP?

Am 09.12.2018 um 17:18 Uhr

Eigentlich wollte ich diesen Thread schon vor Tagen starten, konnte mich aber nicht entscheiden, in welche Kategorie er passt. Naja, jetzt steht er hier, bezieht sich aber nicht nur auf Bücher, sondern Werke allegemein.

Ich wollte euch mal fragen, was für euch ein Ship zum OTP macht. Damit ich nicht, warum ihr genau diese beiden Charaktere shipt, sondern mehr wie ihr den Begriff One True Pairing für euch selbst definiert.

Ich frage deshalb, weil ich schon vor einer ganzen Weile darüber ins Grübeln geraten bin, ob ich den Begriff für mich nicht anders auslege als andere. Auslöser dafür war eine Nebenbemerkung in einem Thread in einem anderem Forum. Dort schrieb eine Userin, dass sie Fans eines bestimmten Pairings nicht verstehe, da die Figuren zu unterschiedliche Ansichten hätten als dass es gutgehen könnte (was es im Canon auch nicht tat). Nun war dieses Pairing zufällig eines meiner OTPs und dachte ich mir nur: "Ja, das stimmt schon, wenn man vom Status Quo des Canon ausgeht. Aber das ist gar nicht der Grund, warum ich das Pairing mag. Mir geht es gar nicht darum, ob es gutgeht." Offensichtlich bestand zwischen mir und der Userin ein eklatanter Unterschied in der Auffassung, was ein OTP ausmacht. Und das beschäftigt mich noch immer.

Allgemein scheint die Definition von OPT zu sein: Das Pairing, das am besten zusammenpasst; das die besten Chancen hat, ganz nach dem Motto "und wenn sie nicht gstorben sind" miteinander glücklich zu werden. Alles natürlich nach subjektiver Auffassung, doch scheint es immer irgendwie den Kern auszumachen: OTP heißt, dass du das Pairing auf Lebenszeit glücklich miteinander sehen willst. Doch das trifft auf mich nicht so ganz zu. Ich habe "OTP" für mich immer aufgefasst als "ich bin ein Fan der Geschichte dieser Figuren". Daher bezeichne ich auch jene (Quasi-)Ships als meine OTPs, deren (potentielle) Geschichte mich am tiefsten bewegt. Und die besteht für mich nicht immer in einem happily ever after. Tatsächlich gibt es unter meinen vier OTPs sogar nur eines, das so in die klassische Auffassung fällt. Das Pairing in der Diskussion dagegen liebe ich gerade wegen der großen Tragödie im Canon und meinem Headcanon: Anfangen von der Begegnung, die für beide eine Offenbarung gewesen sein muss, weil sie einem ebenbürtigen Geist begegneten, von der durchaus fruchtbaren geistigen Beziehung, auch wenn der Geist ein böser war, hin zur großen Tragödie und dem großen Zwiespalt einer der beiden Charaktere zwischen Reue und Vernunft und dem "aber ich liebe ihn trotzdem", wegen der ganzen Hybris- und Nemesissache, die da reinschwingt und dem Scherbenhaufen von etwas, das ganz anders begonnen hat. Zwar wäre ein AU mit großem Redemption-Arc auch reizvoll, aber - und das ist der Punkt - happily ever after ist nicht mein unbedingtes Ziel. Ich will das Pairing nicht zwangsläufig glücklich sehen. Auch bei einem weiteren Pairing mag ich sowohl die große Tragödie im Canon wie auch die glückliche Alternativerzählung, aber nur wenn letztere gut begründet ist. Und mein letztes OPT lese ich zwar auch als gewöhnliches Pairing, würde es aber - unter anderem auch weil durchs Word of God für einen Charakter eine sexuelle Orientierung bestätigt ist, die es verunmöglicht - nie so schreiben. Wenn ich über die beiden schreibe, dann entweder als einseitige, unerwiderte Liebe oder als Andeutung/UST, die beides sein kann, gerade noch platonisch oder grade eben so romantisch, auf der Schwelle halt. Und eigentlich lese ich es so auch am liebsten.

Und jetzt frage ich mich, ob ich die einzige bin, die so seltsame Anwandlungen hat, die Ships wegen der bewegenden Geschichte als OTPs bezeichnet und nicht weil sie für die zwei unbedingt ein happily ever after sehen will. Und falls ich nicht allein bin, würde mich sehr interessieren, warum eure OTPs trotzdem eure OTPs sind, auch wenn sie nicht ganz in die übliche Definition fallen.

Am 09.12.2018 um 18:31 Uhr

Also mein absolutes OTP lese ich sowohl als platonische Beziehung als auch Happily Ever After und auch als Tragödie (wobei ich dazu irgendwie noch nie eine Geschichte gefunden habe). Viele scheinen sich tatsächlich vor allem für ihr OTP eine Geschichte mit gutem Ende zu wünschen und schreiben das dann auch. Bei meinem OTP muss ich zugeben, dass ich das meistens auch tue. Aber das liegt vor allem daran, dass ich Angst habe das andere irgendwie zu verkacken.

Also ich würde sagen, ich definiere OTP genau wie du, unter anderem deswegen, weil es realistisch betrachtet und übertragen aufs Leben eben selten ein wirklich glückliches Ende gibt^^

#2

Am 09.12.2018 um 19:22 Uhr

Ich sehe den Begriff einzig und allein als "es ist das Pairing, was ich am liebsten habe" (pro Fandom, oder halt 2-3 Pairings, wenn man nicht nur eins hat...)

Ich bin da auch nicht unbedingt die, die unbedingt das glücklichste happy-end ever lesen muss und ich hab schon ein paar Mal was gelesen, wo die nicht einmal wirklich zusammenkamen ... ich mag manche meiner OTPs auch einfach, weil ich die ganze Beziehung zwischen den Charakteren mag, nicht nur, weil ich da eine romantische Beziehung zu lesen will.

Also ja, ich teile da die Meinung durchaus ^^

Am 10.12.2018 um 1:33 Uhr

Für mich ist das die Beziehung zwischen Charakteren, die mich am meisten interessiert. Das muss nichtmal romantisch sein, ich hab platonische OTPs, und OTPs, wo sich die Charaktere nicht sonderlich leiden können, aber die Dynamik zwischen ihnen für mich verdammt interessant ist.

Es sind Beziehungen, über die ich nachdenke, wo ich auch die Charaktere sehr gern mag, aber mir wünsche, dass sie mehr interagieren, in Situationen geworfen werden, die sie an ihre Grenzen treffen, und dann zu sehen, was passiert.
Dabei ist egal, ob sie auf romantischer Ebene zueinander passen. Sicher, ich müsste lügen, wenn ich behaupte, dass ich dort nicht auch gelegentlich mal Kitsch lesen will, aber a) nicht bei allen und b) ist nur Kitsch/nur Romantik für mich auch nicht interessant genug, dass ich ständig darüber lesen will.

Daher auch von mir allgemeine Zustimmung.

 

Am 12.01.2019 um 11:48 Uhr

Für mich ist es die Charakterkonstellation, die mich als romantisches oder sexuelles Paar am meisten innerhalb einer Serie interessiert. Vielleicht weil sie eine gute Chemie miteinander haben, vielleicht, weil sie sich in meinen Augen gut ergänzen, vielleicht auch, weil sie interessante Dialoge haben oder irgendwelche Gemeinsamkeiten besitzen, die so leicht niemand anderes hat.

Dabei halte ich Klamotten mit "wie Wahrscheinlich ist das Paar" eh immer für etwas kritisch, da bei diversen Leuten der Hauptgrund gegen bestimmte Paare ist, dass diese homosexuell sind und die Charaktere definitiv hetero wären (was ich allgemein für Schwachsinn halte - die meisten Charaktere haben keine definierte Sexualität). Plus: Ich mag nur sehr, sehr, seeeeehr selten kanonische Paare.

Neue Forumbeiträge

Am 14.02.2026 um 17:43 Uhr
Hier ist ein kleiner Überblick über meine erste Story:Länge: Kann es nicht einschätzen, ca. 200 Seiten, vielleicht.Wahrscheinlichkeit der Fortführung: Ich habe ein grobes Script der gesamten Story, Feedback wäre motivierend, da mir trotzdem noch viel bevorsteht.Genre: Action, Thriller und Entwicklung.Backcover Text: Der 16-jährige Jethro Williams genießt gerade seinen Jugend-Expeditionsprogramm auf dem Stromboli-Vulkan, als er plötzlich einen Anruf eines MI6-Mannes bekommt, dem Vater eines anderen Jungen. Als er sich darauf einlässt, hat er keine Ahnung, dass diese Entscheidung ihn sein Leben kosten könnte...Ein Buch, welches Internationale Ignoranz zwischen Staaten behandelt. Das unfertige Buch ist auf meinem Profil. Mehr anzeigen
Am 14.02.2026 um 13:32 Uhr
Large Language Models (KI) sind ein Tool. Das bekannteste aus dem Hause OpenAI wurde mit Literatur trainiert. Entsprechend verfügt es über allerlei Skill in der Unterstützung von Autoren. Hilfreich für- Brainstorming- Recherche- Korrekturen: Rechtschreibung, Satzzeichen, Tempus. Nicht zu 100% zuverlässig, es fallen immer mal wieder Fehler durchs Raster. Lustig ist es im Bereich der Kommasetzung, denn da ist die deutsche Sprache in der Literatur ziemlich frei gestaltet.- Analyse, mit Einschränkung: Schon bei längeren Geschichten kann ein LLM den Überlick verlieren und unterstellt Zusammenhänge, die kein Mensch so aus einer Geschichte herauslesen würde. Man muss dann zeigend/diskutierend gegenhalten - woraufhin es ich entschuldigt und genauer liest^^ Es mangelt KI bei großen Texten an der Fähigkeit zur Kontextualität. Sowas ist den Anbietern der KI zu kostspielig (Rechenzeit). Vorsicht bei- Schreibhilfe: Es wird dich zuerst einmal immer in Richtung von Younger-Age-Stil (Die Sendung mit der Maus) und Mainstream drängen. Inhaltlich, stilistisch und strukturell. Du musst wissen, wo du hinwillst. Gegenhalten. Erläutern. Du arbeitest mit einer (gnadenlos systematischen) Maschine, nicht mit einem emotioalen und lebenserfahrenen Menschen.- Bewertung des Textes: siehe Schreibhilfe xD Am besten eine Bewertung für eine spezielle Leserschicht bzw. unterschiedliche Leserschichten anfordern. Und zusätzlich um eine numerische Bewertung auf einer Skala bis 10 bitten. Wenn du mehr Erfahrung im Scheiben gewonnen hast, wirst du eine Bewertung durch die Maschine nicht mehr benötigen oder wollen.- offenen Umgang damit, dass du KI als Tool für Literaturerstellung verwendest. Es liegen weitverbreiteteter Dogmatismus und große Vorurteile in der Branche dagegen vor. Auch bedingt dadurch, dass viele Möchtemal-Autoren einen Berg an - sorry, ist so meine Mundart - Banalitäten mit der Hilfe von KI in die Welt hinausposaunen. Es nervt. Generell- Wenn KI deine Geschichten schreibt, bist du kein Autor.- Ein LLM kann coachen und unterstützen. Geschichten planen ist bei mir manchmal so, als müsste ich auf Toilette. Kennst du das, wenn du draußen unterwegs bist und dringend aufs Klo musst? Wenn ich dann nichts zum notieren dabei habe - oder kein Aufnahmegerät - muss ich hochziehen und runterschlucken. Also irgendwo Speicherkapazität im Hirn freigeben und hoffen, dass ich bald zuhause ankomme, um Notizen machen zu können. Auf dem Weg dahin bitte nicht ansprechen! Keine Zeit! Ruhe!Charakter erstelle ich "grob". Dann beginnen sie in mir zu agieren und zu sprechen. Das schreibe ich auf. Optische Beschreibungen kommen manchmal sofort, manchmal ganz am Ende einer Story: Kate aus meinem Syntax-Golem-Zyklus ist mir auf der Straße begegnet. "Die Fledermaus" habe ich nachts geschrieben, und die äußere Erscheinung von Annie darin habe ich erst ganz am Ende als absolut letzten Absatz hinbekommen - bei Tageslicht.Jeder Autor ist anders. Finde deinen Kern. Mehr anzeigen