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Yureteiru Kokoro

15
09.01.21 06:21
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
Homosexualität
In Arbeit

Autorennotiz

MEJIBRAY-Fanfiction, AU, No-Band-Content
Trigger Warnung: beschriebene Borderline-Persönlichkeitsstörung!
Boys Love & Hetero, ausgeschriebene Sexszenen!
Fortsetzung von: Yasashikunai Mirai

„Verehrte Fluggäste!“, schallte die weibliche Ansagestimme durch den Terminal und übertönte den Hintergrundlärm des Flughafens, „Wir bedauern sehr, dass der Flug von Tokyo Narita in Richtung Honolulu Hawaii leider mit einer halben Stunde Verspätung startet. Bitte haben sie ein wenig Geduld und Verständnis, wir sind sehr bemüht …“

Ich hörte nicht mehr weiter zu. Eine halbe Stunde!

„Fuck!“, fluchte Tsuzuku neben mir. „Das ist jetzt nicht deren Ernst, oder?!“

 

Ich griff seine Hand, sie war feucht von Schweiß und zitterte leicht. Er hatte Angst und war ziemlich aufgeregt, denn Flughäfen gehörten mit ihrem lauten, schwirrenden Gewusel und ihrer extremen Unübersichtlichkeit nicht gerade zu seinen bevorzugten Orten. Ich wusste, dass er, wenn er sowieso schon aufgeregt war, solche Orte geradezu hasste. Und aufgeregt war er, denn der soeben verschobene Flug nach Hawaii war unserer, für unsere Hochzeitsreise, und es war zudem Tsuzukus erste Reise ins Ausland.

 

„Alles gut, mein Herz, ich bin bei dir“, sagte ich und streichelte seine Hand ein wenig. Dabei berührte ich den glänzenden, silbernen Ring an seinem Ringfinger, der dort seit zwei Wochen saß und den er seitdem kein einziges Mal abgenommen hatte. Seinen Ehering, dessen passendes Gegenstück an meiner eigenen Hand seinen Platz hatte.

„Wir sind seit zwei Wochen verheiratet“, dachte ich und musste bei dem Gedanken lächeln. Ich sah Tsuzuku an, meinen Mann, meinen wunderschönen, liebevollen, empfindsamen Ehemann, und drückte zärtlich seine Hand.

 

„Ich muss mich hinsetzen“, sagte er leise und sah sich nach einer freien Sitzbank um.

„Ist dir schwindlig?“

Tsuzuku nickte, sah sich weiter suchend um, doch weit und breit war kein freier Sitzplatz zu sehen. Es gab zwar Bänke, doch die waren allesamt voll besetzt. Kurzentschlossen kippte ich meinen Koffer auf die Seite und schuf so eine provisorische Sitzmöglichkeit, auf die ich meinen Mann sanft niederdrückte und mich dann hinter ihn stellte, damit er sich an mich anlehnen konnte.

„Besser so?“, fragte ich und legte meine Hände auf seine Schultern.

„M-hm … Danke, Liebster.“

Ich spürte seine Schulter- und Nackenmuskulatur unter meinen Händen und stellte fest, dass er schon wieder total verspannt war. Und so begann ich, ihn ein wenig zu massieren, zugleich seinen verspannten Muskeln und seiner aufgeregten Seele etwas Gutes zu tun, damit er spürte, dass ich bei ihm war und für ihn sorgte, so dass er sich entspannen konnte.

 

Ein älteres Ehepaar kam an uns vorbei und bedachte mein Tun mit einem skeptischen Blick, denn es gehörte sich eigentlich nicht, mitten in der japanischen Öffentlichkeit jemandem die Schultern zu massieren. Aber mir war das egal, denn für mich hatte Tsuzukus Wohlbefinden nach wie vor die höchste Priorität, und wenn das bedeutete, dass ich ihm mitten auf dem Flughafen die Schultern massierte, dann tat ich das eben.

Tsuzuku schien sich die ablehnenden Blicke aber leider wieder sehr zu Herzen zu nehmen, er verspannte noch mehr.

„Mach einfach die Augen zu“, flüsterte ich ihm ins Ohr. „Dann siehst du die Leute nicht.“

„Ich … ich kann das nicht.“

„Doch, das kannst du“, widersprach ich, jedoch in liebevollem Ton. „Komm, mach die Augen zu und blende alles aus, was um uns herum ist, spür‘ nur meine Hände.“

 

Tsu schloss die Augen, lehnte sich an mich, und ich strich mit meinen Händen fest über seine Haut, spürte den leichten Schweißfilm, und die Spannung in ihm.

„Ich kann die Augen nicht zu haben, dann wird mir schwindlig …“, flüsterte er, klang hilflos.

Wieder einmal, wie so oft, musste ich mir etwas einfallen lassen. Ich sah mich um, schaute auf die Anzeigetafel, wo unser Flug jetzt schon eine dreiviertel Stunde Verspätung hatte, und blickte weiter, bis mir eines dieser kleinen Kettenrestaurants auffiel, die es auf Flughäfen wie Sand am Meer zu geben schien. Der Laden sah halbwegs gemütlich aus, und ich dachte, vielleicht konnten wir uns da in eine Ecke setzen und dort warten, wo es etwas geschützter war?

 

„Tsu, guck mal, da drüben, der kleine Laden, wollen wir dorthin gehen?“, fragte ich.

Er folgte meinem Blick, schien einen Moment abzuwägen und nickte dann.

Als wir dort waren, schaute ich noch mal nach der Anzeigetafel, sie war auch von da aus gut zu sehen, und während Tsuzuku sich an unserem Tisch in die Ecke setzte, den Kopf an die Wand lehnte und sich ein wenig auszuruhen versuchte, behielt ich unsere Umgebung etwas im Auge.

Irgendwann kramte Tsu sein Handy und die Kopfhörer raus und machte sich Musik an, und daran merkte ich, dass es ihm, wieder oder immer noch, ziemlich grenzwertig ging. Ich setzte mich neben ihn, nahm seine Hand und streichelte mit dem Daumen über seinen Handrücken, spürte dabei an seinem Handgelenk, wie sein Puls raste.

„Alles gut, mein Herz, wir schaffen das, ich bin bei dir“, sagte ich, er nahm einen Hörer aus dem Ohr, sah mich fragend an, und ich küsste ihn einfach. „Alles gut, ich bin da“, sagte ich noch einmal, und er lächelte ein wenig.

 

Irgendwie bekamen wir die Zeit dann herum, zwischendurch bestellte ich mir noch ein bisschen was zu essen, von dem Tsuzuku auch einen kleinen Bissen nahm, und dann kam endlich die Durchsage, dass unser Flug jetzt vorbereitet wurde und es bald losging.

Wir verließen das kleine Lokal und begaben uns zurück zum Schalter.

 

Während der ganzen Prozedur des Eincheckens und der Kontrollen versuchte ich, möglichst immer mal wieder Tsuzukus Hand zu berühren oder seine Schulter, einfach um seinen Puls zu fühlen und sicher zu gehen, dass er keine Panikattacke bekam.

Wir waren vorgestern noch bei unserem Hauarzt Dr. Ishida gewesen, Tsu hatte sich auf meinen Wunsch hin wegen der Reise und dem ganzen Stress noch mal richtig durchchecken lassen, und der Arzt hatte dann den Verdacht geäußert, dass Tsuzukus immer wieder so plötzlich auftretenden Herzschmerzen möglicherweise gar keine Herzkrankheit zur Ursache hatten, sondern verschleppte oder verborgene Panikattacken waren.

 

Bei der Körperkontrolle gab es dann jetzt tatsächlich Schwierigkeiten, weil die Geräte natürlich auf Tsuzukus und meine vielen Piercings reagierten. Sogar sein Implantat wurde auf dem Bildschirm angezeigt, und Tsu musste seine ganze Redegewandtheit aufwenden, um dem Personal an der Kontrollstation zu erklären, dass wir nur auf Hochzeitsreise fliegen wollten und nichts Gefährliches vorhatten. Irgendwie schaffte er es, sie zu überzeugen, und wir durften uns auf den Weg ins Flugzeug machen.

 

„Haben wir Plätze zusammen?“, fragte Tsu mich mit schon ansteigender Panik in der Stimme.

Ich nahm seine Hand, drückte sie sanft. „Ja, alles gut. Du hast nen Fensterplatz, ist das okay?“

Er nickte nur, sah aus, als wüsste er selbst nicht, ob ein Fensterplatz im Flugzeug gut war oder nicht. Er war ja noch nie geflogen, also wussten wir nicht mal, ob er richtige Flugangst hatte oder nicht, und ich war sehr froh, dass wir Plätze zusammen hatten, damit ich bei ihm sein und auf ihn achten konnte.

 

Wir setzten uns, und es dauerte noch eine Weile, bis die Maschine startete, und in der Zeit nahm Tsu tatsächlich eine Tablette von dem Beruhigungsmittel, das ihm der Arzt vorsorglich mitgegeben hatte. Seine Hände waren immer noch leicht feucht vor Angst und zitterten, und ich hielt wieder Körperkontakt zu ihm, berührte seinen Arm und seine Seite, weil ich wusste, dass ihn das ebenfalls beruhigte.

„Weißt du, was dir gerade Angst macht?“, fragte ich leise.

Er schüttelte den Kopf. „Nein … ich hab keine Ahnung …“

Ich nahm wieder seine Hand und lehnte mich leicht an ihn. „Alles wird gut, mein Schatz.“

 

Dann griff ich in die Tasche, die ich als Handgepäck dabeihatte, und nahm einen der Hawaii-Reiseführer heraus, schlug das markierte Kapitel über die Insel Kauai auf, dort befand sich das Hotel, in dem wir gebucht hatten.

„Schau mal“, sagte ich zu Tsuzuku. „Kauai ist wunderschön. Da gibt es diese wunderbare Natur, total schöne, einsame Strände und bunte Blumen, und das Meer ist so weit …“ Ich wollte ihn einfach von seiner Angst ein bisschen ablenken. Vielleicht wurde er ruhiger, wenn er mehr die Vorfreude auf unseren Honeymoon spürte, statt dieser diffusen Angst.

Er sah hin, sah sich die Bilder von grün bewaldeten Bergen, türkisblauem Meer und exotischen, bunten Blumen an, aber ich hatte das Gefühl, dass es ihn kaum erreichte.

 

„Kann ich noch eine Beruhigungstablette haben?“, fragte er leise. Er selbst hatte nur die eine, einzelne in der Tasche gehabt, der Rest der Packung befand sich in meiner Tasche.

Ich holte meinen Geldbeutel raus, in dem ich ein Blister der Tabletten aufbewahrte, und gab Tsu eine davon, reichte ihm dazu auch gleich etwas zu Trinken. Er schluckte die Tablette und trank dazu einen großen, gierigen Schluck Wasser.

 

Tsuzuku lehnte sich zurück, stellte seinen Sitz so ein, dass er fast liegen konnte, dann nahm er seinen Seidenschal und bedeckte damit seine Augen.

„Möchtest du schlafen?“, fragte ich.

„Ja …“, antwortete er. „Ich bin müde …“

Vielleicht war es ganz gut, wenn er jetzt schlief. So hatte er eine Weile Ruhe. Tatsächlich schlief er ziemlich bald ein, seine Hand auf der Seitenlehne des Sitzes zitterte nicht mehr, er wurde ruhig. Ich hielt weiter leichten Körperkontakt zu ihm, streichelte immer mal wieder seine Hand.

 

Ich hatte keine Flugangst, und ich erinnerte mich noch daran, wie ich als Kind mit meinen Eltern nach Hawaii geflogen war.

Ich freute mich sehr auf die Reise, darauf, Tsuzuku die Schönheit dieser Inseln zu zeigen, und auch darauf, ihn mal in so einer Umgebung zu erleben. Hawaii war berühmt für seine entspannte Atmosphäre, und ich hoffte, dass diese Entspanntheit meinem Mann guttun würde. Er litt immer so sehr unter seinen Anspannungszuständen, und vielleicht konnte Hawaii ihm helfen, innerlich ruhiger zu werden und zumindest für ein, zwei Wochen glücklich zu sein.

 

Als das Flugzeug dann startete, schlief Tsu neben mir tief und fest, und nach dem Start packte ich mein Handy aus, setzte mir Kopfhörer auf und fing an, ein Hörbuch zu hören, das ich mir extra für diese Reise gekauft hatte.

Der Flug dauerte einige Stunden, und dann war da ja noch die Zeitverschiebung. Zwischen Tokyo und Hawaii betrug sie ungefähr einen halben Tag, dort war gerade noch gestern. Es fühlte sich schon seltsam an, sozusagen in der Zeit rückwärts zu fliegen, und ich war froh, dass Tsuzuku schlief, denn für ihn war das ja völlig neu, er war erstens noch nie geflogen und zweitens noch nie in einer Region der Welt gewesen, die zeitlich ‚vor‘ uns lag.

 

Als wir dann in Honolulu landeten, war Tsu zwar wieder wach, aber ihm ging es fast noch schlechter als vor dem Flug. Oder, besser gesagt, anders schlecht. Er zitterte nicht, Angst schien jetzt nicht mehr das Problem zu sein, aber anscheinend war die zweite Beruhigungstablette doch zu viel gewesen, denn er sagte, dass er sich „total matschig“ fühlte.

„Das ist bestimmt der Überhang von der Tablette …“, sagte ich.

„Aber die hab ich gebraucht. Ich hätte sonst nicht schlafen können …“ Er kramte seine Wasserflasche raus und nahm zwei Schlucke, dann standen wir auf und stiegen mit den anderen Leuten aus dem Flieger. Tsuzuku griff meine Hand, hielt sich geradezu an mir fest, während wir die Treppe hinunterstiegen und auf das Flughafengebäude zu gingen. Ich sah ihn an und er sah wirklich nicht gut aus, schleppte sich vorwärts, schien noch halb zu schlafen und war ziemlich blass.

 

Nachdem wir unsere Koffer wiederhatten, war das erste, was ich tat, mich nach einem Café im Flughafen umzusehen. Es gab zahlreiche Imbisse und sicher boten diese auch starken Kaffee an, den suchte ich, denn Tsuzuku musste erst mal wieder einigermaßen wach werden.

Schließlich waren wir noch nicht angekommen, Honolulu lag auf Oahu, wir mussten aber nach Kauai und hatten somit noch einen zweiten, wenn auch sehr viel kürzeren Flug vor uns.

 

Schließlich fanden wir ein kleines Café, und weil Tsu so blass und müde war, musste ich reden, wandte meinen ganzen Mut auf und bestellte in meinem brüchigen Englisch stockend zwei Espresso. Während wir dann darauf warteten, setzten wir uns erst mal und Tsuzuku lehnte sich an mich.

„Gleich kriegst du ‘nen schönen Espresso, dann geht’s dir bald besser“, sagte ich.

Tsuzuku sah mich an, sein Blick war wirklich ein wenig neblig, ihm war anzusehen, dass er kaum im Hier und Jetzt war.

„Ich hatte nen Albtraum vorhin“, sagte er leise. „Total wirr, und ich werde den gerade kaum los …“

Als der Kaffee kam, kippte Tsu sich entgegen seiner sonstigen Gewohnheit ein Tütchen Zucker hinein, weil er, wie er sagte, hoffte, dass der Zucker ihm Energie geben würde.

 

Wir hatten zum Glück eineinhalb Stunden Zeit, bis der Flug nach Kauai startete, und die nutzte ich, um alles zu tun, was mein Mann brauchte, um wieder einigermaßen klar und wach zu werden. Ich dachte daran, dass wir nicht mehr in Japan waren, und dass auf Hawaii andere Regeln galten, und so fing ich einfach an, Tsuzukus Schultern und Rücken zu massieren, während er seinen zweiten Kaffee trank. Er drehte dem Kopf leicht in meine Richtung, und ich fragte ihn: „Na, wie ist es, zum ersten Mal im Ausland zu sein?“

„Müde …“, antwortete er nur.

„Ich meine, denkst du daran, dass wir hier freier sind?“

Er zuckte mit den Schultern.

Ich umarmte ihn von hinten, begann, kleine Küsschen auf seinen Nacken zu hauchen, und flüsterte in sein Ohr: „Aloha he, mein Schatz, ich liebe dich.“

 

Dabei berührte ich wissend die kleine Vertiefung an seinem Schlüsselbein, diese Stelle, wo er fast so empfindlich war wie an seinen Brustwarzen, und er seufzte leise, lehnte sich zurück, an mich, ihm entkam ein halblautes „Ahh …“

„Ist das schön?“, fragte ich.

„Jaah … Kannst du das nachher noch mal machen, im Hotel …?“

„Na klar. Das, und noch viel, viel mehr …“

Tsuzuku lächelte. „Mein Liebster …“

 

Der Flug nach Kauai war einfacher, weil kurz und ohne Zeit- und Klimaumstellung. Im Flugzeug war es kühler als draußen, und Tsu brauchte keine weitere Tablette. Er sah aus dem Fenster, unter uns glitzerte der Ozean, und einmal sah er mich an, nahm meine Hand und flüsterte mir zu: „Ich freu mich so!“

 

Ich dachte daran, wie viel freier wir hier waren. Zwar setzten wir unser Paar-sein auch in Japan meistens einfach mehr oder weniger durch, aber die Atmosphäre dort war in dieser Hinsicht doch immer noch sehr von Heimlichkeit und Scham geprägt. Hier, auf Hawaii, der Insel des Aloha, der für alle geltenden Liebe, spürte ich endlich nicht nur Freiheit im Inneren, sondern auch im Äußeren. Wir würden zusammen am Strand spazieren gehen und uns dabei küssen können, mitten am Tag und ohne uns verstecken zu müssen. In der Lobby des Hotels ganz frei und entspannt Händchen halten. Zusammen hübsche T-Shirts mit bunten Blumen drauf kaufen, ohne dass es auffiel. Und ich würde Tsuzuku eine hübsche, pinkfarbene Blüte ins Haar stecken, ich war mir so sicher, dass ihm das stehen würde!

 

Das Hotel war der Hammer! Ich hatte ja gewusst, dass meine Mama bei Reisen immer das Beste vom Besten buchte, aber dennoch war ich überrascht, als wir nicht vor einem mehrstöckigen, westlichen Haus standen, sondern einer Art Strand-Lodge mit nur zwei Stockwerken, die so sehr nach Südseeträumen aussah, dass ich ein paar Mal blinzeln musste, um mir auch sicher zu sein, dass ich gerade nicht nur träumte.

„Manami ist verrückt, kann das sein?“, fragte Tsuzuku neben mir, offenbar ebenso ungläubig.

„M-hm …“, machte ich nur.

„Ich hab die Buchungsanfragen ja mit ihr zusammen gemacht, aber dass da so was bei rauskommt, hätt ich mir nicht mal erträumt …“

 

Und noch ehe ich dazu irgendwas sagen konnte, kam aus der offenen Lobby eine hübsche, dunkelhäutige Frau mit langen schwarzen Haaren, offenbar eine echte Hawaiianerin, und sprach uns in fließendem Japanisch an:

„Herzlich Willkommen auf Kauai! Sie müssen Asakawa Yuuhei-san sein, und das ist ihr Partner Aoba Genki-san, richtig?“

„Ja.“ Ich hatte meine Sprache wieder beisammen. „Das sind wir.“

„Ihre Suite ist schon vorbereitet, wir wünschen Ihnen einen höchst angenehmen Aufenthalt bei uns und alles Gute zu Ihrer Hochzeit!“

 

„Hat die gerade echt ‚Suite‘ gesagt?“, fragte Tsuzuku leise, als wir hinter der Frau her gingen, damit sie uns die Zimmer zeigte.

„Ja.“

„Deine Mutter ist wirklich … verrückt.“

„‘Das ist eure Hochzeitsreise, da kommt nur eine echte Suite infrage‘, würde sie jetzt sagen“, zitierte ich Mama.

„Ich war noch nie in einer richtigen Suite.“ Tsuzuku sah sich kurz ein wenig um und fügte dann hinzu: „Ganz abgesehen davon, dass ich auch noch nie in der Südsee war … oder generell im Ausland … oder überhaupt mal länger als ne Woche auf Reisen …“

Es war immer noch manchmal ein etwas seltsames Gefühl, wenn Tsuzuku von seinem Leben früher erzählte und dieser finanzielle Unterschied zwischen unseren Familien so deutlich wurde. Ich kam aus wohlhabendem Hause, meine Mama buchte uns mal eben eine Suite in einem Luxushotel auf Hawaii, während Tsuzukus Mama schwer krank gewesen war und die beiden wohl nie viel Geld gehabt hatten.

 

Die Suite war ein Traum, wie aus einem Südseefilm: Weit, luftig, mit Fenstern bis zum Boden, weißen Vorhängen und dunklen, stilvollen Teakholzmöbeln. Als ich zu einem der Fenster ging, konnte ich draußen den Strand und das Meer sehen, hörte die Seevögel und das Rauschen der Wellen.

Ein Hotelpage brachte unsere Koffer und Taschen und ging dann wieder. Und kaum waren wir allein, umarmte Tsuzuku mich und hielt mich lange im Arm, ehe er mich strahlend anlächelte, küsste und flüsterte: „Das ist ein tolles Liebesnest für unseren Honeymoon!“

Ich nahm sein Gesicht in meine Hände, drückte meine Lippen auf seine und antwortete: „Finde ich auch.“ Dann fragte ich: „Wollen wir ein bisschen runter zum Strand gehen?“

„Erst Sachen ausräumen oder erst zum Strand?“, fragte er zurück.

„Ausräumen können wir immer noch. Ich will lieber jetzt zum Strand.“

 

Und so ließen wir erst mal alles so stehen, nahmen nur unsere beiden Umhängetaschen mit runter zum Strand, auch keine Badesachen. Wir wollten erst mal einfach nur einen Spaziergang machen, die direkte Umgebung des Hotels erkunden und das Meer sehen.

 

Das Hotel lag in einer wirklich wunderschönen Gegend, quasi direkt zwischen Strand und Regenwald. Zum Ozean hin standen noch Häuser, Hotels, Läden und Bars, und auf der anderen Seite der Straße ging der Wald los, ein Meer aus Grün und exotisch bunten Pflanzen … Ab und zu führten schmale Wege in den Wald, und vielleicht konnte man dort mal hinein gehen?

 

Wir gingen aber erst mal in die andere Richtung, runter zum Strand. Auf dem Sand zogen wir unsere Schuhe aus und Tsuzuku krempelte seine Hosenbeine ein wenig hoch, sodass seine schmalen Knöchel sichtbar wurden. Er hatte in letzter Zeit zwar ein wenig mehr gegessen als sonst, aber sein Untergewicht war immer noch deutlich zu sehen. Und obwohl mir das weiterhin Sorgen machte, fand ich ihn dennoch schön, so wie er war. Sein Körper hatte diese süße Zartheit an sich, die mich anzog.

 

Zuerst liefen wir nur nebeneinander her, aber dann nahm ich Tsuzukus Hand in meine. Er sah mich an, der Wind vom Ozean fuhr durch sein schwarzes Haar und er lächelte und küsste mich.

„Hier sind wir frei“, sagte ich. „Hier können wir ganz offen zusammen sein.“

„Hast du daran gedacht, als du Hawaii vorgeschlagen hast?“, fragte Tsu.

„Ja. Es ist so schön hier, und total frei und entspannt, das wollte ich dir so gerne mal zeigen.“ Ich blieb stehen, griff auch seine andere Hand, sah ihn an und fragte: „Und? Wie fühlt es sich jetzt an, hier zu sein?“

„Schön“, antwortete Tsu mit einem leichten Lächeln. „Und ja, ein bisschen spüre ich schon, wie es hier ist.“

„Entspannt es dich?“

„Ein bisschen, ja …“

Ich lächelte. „Das ist schön, das freut mich sehr.“

 

Es war ganz schön voll am Strand, und je weiter wir gingen, umso mehr Menschen waren da, sodass wir dann auch bald wieder zum Hotel zurückkehrten.

Wir packten unsere Koffer aus und setzten uns dann auf die kleine Terrasse der Suite. Tsuzuku rauchte eine Zigarette, und ich saß einfach da und lauschte dem Gesang der tropischen Vögel und dem Rauschen der Wellen.

Es war ganz ruhig und friedlich, und auch mein Mann wirkte in diesem Moment völlig entspannt. Er rauchte nur die eine Zigarette, nicht mehr, und ich konnte richtig spüren, wie ruhig er innerlich war. Es freute mich wirklich sehr.

 

Später setzten wir uns in die Hotelbar und aßen eine Kleinigkeit, und Tsuzuku schaffte es tatsächlich, seinen Teller komplett leer zu essen.

Und danach legten wir uns in der Suite bald schlafen, für Sex waren wir beide zu müde, sodass die erste Nacht unseres Honeymoon sehr ruhig war.

 

Einmal wachte ich auf, mitten in der Nacht. Ich fühlte Tsuzukus schmalen Körper, er musste, als ich geschlafen hatte, ein Mal aufgewacht sein, denn als wir eingeschlafen waren, hatte er Shorts und ein Tanktop getragen, und jetzt war er nackt.

Er hatte sich also ausgezogen und wieder an mich geschmiegt, ganz eng und warm. Ich sah ihn an, strich ihm vorsichtig die Haare aus dem Gesicht und er reagierte im Schlaf, klammerte sich mit einem leisen Seufzen an mich.

„Meto … Liebster …“, sprach er im Schlaf, und ich spürte, wie sein Körper reagierte. Wecken wollte ich ihn nicht, und ich war auch zu müde für Sex oder dergleichen. Also blieb ich ganz ruhig liegen, spürte Tsuzukus Nähe, seine Haut und sein Atmen, und irgendwann schlief ich wieder ein.

Am nächsten Morgen wusste ich im ersten Moment nicht, wo ich war. Ich spürte Tsuzukus warmen, nackten Körper bei mir, es war schon hell und ich hörte Vögel singen, aber ich brauchte einen Augenblick, bis ich wieder wusste, dass wir auf Hawaii waren.

 

„Unser Honeymoon …“, dachte ich lächelnd.

Tsu gab im Schlaf ein leises Brummen von sich und bewegte sich ein wenig, und erst jetzt nahm ich wahr, dass er wieder einmal im Schlaf eine Erektion bekam. Ich sah ihn an und in mir kam der Wunsch auf, ihn wach zu küssen. Sein süßer, warmer Männerkörper an meinem erregte mich ebenso, und mir stand der Sinn nach Morgensex.

Und so umarmte ich ihn, noch vorsichtig, um ihn nicht zu schnell zu wecken, küsste seine Wange, seine Lippen, sein Kinn und seinen Hals, was ihn schon leise schnurrend seufzen ließ. Ich spürte mein Loch, wie es sich schon zuckend nach ihm sehnte, und zugleich auch, wie mein Glied im Sehnen nach Tsu’s Innerem hart wurde.

 

„Tsuzuku …“, sprach ich leise, und fuhr zärtlich mit meiner Nasenspitze über seine Schläfe, „Aufwachen, mein schöner Mann, die Sonne scheint.“

„Mhh …“, machte er leise, „Mmeto …“

Seine Lippen zogen sich zu einem kleinen Lächeln und sein Körper schmiegte sich noch schlaftrunken an meinen. „Hassu auch so ‘ne Latte …?“

Ich musste lachen.

„Hätt‘ste was dagegen, wenn wir die zusamm’n abbau’n?“, fragte er und barg dabei sein Gesicht an meinem Hals.

„Absolut nichts dagegen“, antwortete ich.

„Das ist sehr gut, Liebster. Du riechst nämlich schon wieder so sexy, dass ich dich unbedingt vernaschen will.“

Er hob den Kopf, sah mich an und küsste mich, flüsterte dann: „Darf ich? Darf ich in dich eindringen, mein Liebster?“

Ich lächelte, küsste ihn ebenso und flüsterte dann in sein Ohr: „Ja, darfst du. Dring in mich, stoß mich, und in mir kommen darfst du auch.“

 

Tsu’s Körper schien sich schon im Schlaf sehr danach gesehnt zu haben, denn kaum hatte ich ihm die Erlaubnis erteilt, kannte er kein Halten mehr. Seinen erbebenden Leib an meinen pressend, küsste er mich, überall hin, wo er gerade herankam, ich fühlte seine zarten Lippen und seine heiße, gespaltene Zunge, seine Hände, sein Glied, und die erregte Hitze …

Seine Hände tasteten zwischen meine Beine, suchten und fanden mein Loch und betasteten es gierig. Binnen weniger Augenblicke fühlte ich mich völlig weich und zerschmelzend, war warmes Wachs in Tsuzukus Händen, deren Finger neugierig und lustvoll meine intimsten Körperregionen für sich eroberten. Wobei, sie gehörten ihm ja längst … mein ganzer Körper, alles hatte ich ihm längst geschenkt.

 

Ich schloss einen Moment lang die Augen, wollte nur fühlen und hören, seinen warmen, erregten Körper, und seine süße Stimme, sein leises Seufzen …

Auf einmal spürte ich kühles Gleitgel zwischen meinen Beinen, Tsu verrieb es, bis es wärmer wurde, und begann dann, mein Loch vorzubereiten.

 

Ich war schon so daran gewöhnt, dass es nicht lang dauerte, bis er mich weich und weit hatte. Seine heißen, schlanken Finger dehnten mein Inneres so gekonnt, als taten wir das schon seit Jahren, so oft schlief er mit mir …

Wenn wir zusammen waren, schien die Zeit irgendwie … anders zu vergehen. Ob langsamer oder schneller, vermochte ich nicht zu sagen. Mir kam es vor, als seien wir schon seit Jahren ein Paar, obwohl noch kein Jahr vergangen war, seit dem Wandel unserer damaligen Freundschaft hin zu dieser großen Liebe zwischen uns. Und jetzt waren wir verheiratet.

 

„Mach schön die Beine breit, mein Süßes …“, raunte Tsuzuku mit absolut erregender, tiefer Stimme in mein Ohr.

Ich tat, wie er sagte, und er fasste mich an der Hüfte, drehte mich auf die Seite. Mein oben liegendes Bein hielt er fest, und sah mich dann einen Moment lang fragend an. „Ist das gut so, oder fühlt es sich unbequem an?“

Tatsächlich war diese Stellung für mich neu und etwas ungewohnt. Aber nicht so, dass ich nicht wollte. Zumal ich Tsu, was diese Dinge anging, voll vertraute, so sehr, dass ich ihm auch einfach so die Wahl der Stellung überlassen hätte. Er kannte mich gut genug.

„Ist gut so“, antwortete ich. „Ich sag’s dann schon, wenn was ist.“

Tsuzuku lächelte, küsste mich wieder und flüsterte in mein Ohr: „Ich liebe dich, mein Mann.“

Um dann gleich drei Finger zugleich in mich zu drängen und dabei mit dem Daumen und ein wenig Druck über meinen Damm zu streicheln.

 

„Mein Meto …“, sprach er leise, „… ganz allein meiner …!“

„Unser erstes Mal im Honeymoon“, sagte ich und sah ihn an. „Freust du dich?“

„Jaa! Du glaubst nicht, wie sehr …!“ Tsu strahlte mich an, sah so glücklich aus! Genau dieses Glücklichsein, das ich so, so, so sehr liebte!

 

Und ich bekam noch mehr davon, so viel mehr: Tsuzuku hielt mich fester, dann küsste und leckte er über meinen Nacken, ich hörte sein erregtes, tiefes Atmen, und dann ersetzte er schließlich endlich seine Finger in mir durch sein hartes, heißes Glied, drang so in mich ein, dass ich halb auf der Seite liegen blieb und er weiter mein Bein festhielt. Irgendwie ermöglichte das einen anderen Winkel, es fühlte sich wahnsinnig gut an.

 

Und dabei küsste er mich, erst meinen Mund, dann meinen Hals und schließlich, gierig über meinen Oberkörper gebeugt, meine rechte Brustwarze, saugte an ihr, so himmelschreiend süß, dass ich laut aufstöhnte: „Ooaahh …!“

„Magst du das?“, fragte er zärtlich.

„Mmmmh … ahh, jaah …“

Tsuzuku lachte leise und glücklich gegen meine Haut und ich spürte deutlich, wie sehr er das hier liebte. Er liebte und brauchte den Sex mit mir so sehr …!

„Meto … Ich liebe dich“, flüsterte er zwischen den zarten Küsschen, mit denen er meine Haut übersäte. „Ich liebe dich so sehr … So sehr, dass es manchmal … fast weh tut …“

 

Sein Unterleib drängte an und in meinen, und mit jedem süßen, heißen Stoß stöhnte er ein wenig lauter und tiefer, seine Hände krallten in meine Haut, seine Arme hielten mich ganz fest …

Süßeste Wärme sammelte sich zwischen uns, wurde mit jedem Stoß mehr, und süßer, so berauschend übersüß, bis mein wundervoller Ehemann mit einem Mal laut und lustvoll aufschrie, sich erbebend in mich drängte, und ich spürte seinen Samen.

 

Schwer atmend sank Tsuzuku auf mich, seine Lippen streiften über die meinen.

„Liebster … hahh … ohh, das ist gut …“ Er hatte diese süße, genießerische Falte zwischen den Brauen und einen Ausdruck flutender Lust in den Augen.

„Willst du auch kommen?“, fragte er dann, seine Stimme war ganz sanft.

Ich musste es nicht einmal bejahen. Tsuzukus Hand wusste von selbst, was zu tun war, und vor allem wie. Er umfasste mich, seine Finger fanden den empfindlichen Nerv an meiner Eichel, und schon ein leiser Druck dort genügte, damit ich, immer noch sein Glied und Samen in mir spürend, mit einem heiseren Stöhnen ebenso zum Höhepunkt kam.

„Tsu…zuku …“, sprach ich seinen Namen aus, und er sah mich ganz lieb und zärtlich an.

„Ich liebe dich, Meto-chan.“

 

Ganz langsam und vorsichtig zog er sich dann aus mir zurück, ließ mich los, um mich gleich darauf wieder zu umarmen. Sein Kopf ruhte auf meiner Brust, seine Hände lagen locker um meinen Unterleib.

„Ich hör dein Herz“, flüsterte er.

„Magst du das?“

„Ja. Fühlt sich so … nah an.“ Er schwieg einen Moment und sagte dann: „Du weißt ja, wie sehr ich … Nähe brauche …“

„Ja“, sagte ich. „Das weiß ich. Und ich gebe sie dir gern.“

Tsuzuku hob den Kopf und sah mich an. „Du bist echt … viel zu gut für diese Welt, Metolein.“

Ich lächelte. „Ich weiß. Und ich bin gern so.“

 

Tsu legte seinen Kopf wieder auf mir ab, eine Weile blieben wir so liegen, dann brach ein leises Klopfen an der Tür der Suite die entstandene Stille.

„Guten Morgen, hier ist der Zimmerservice, ich bringe Ihr Frühstück“, war eine weibliche Stimme zu hören.

Tsuzuku zog unsere Bettdecke hoch, sodass das Zimmermädchen nicht Zeugin unserer Intimität wurde, und rief dann: „Herein!“

Das Zimmermädchen, eine ähnlich wie die Concierge vermutlich einheimische Hawaiianerin, kam mitsamt eines zweistöckigen Servierwagens herein und schob diesen bis zu uns ans Bett. Dann huschte sie mit einem „Ich wünsche guten Appetit“ wieder hinaus.

 

„Woah, Meto, guck dir das an!“

Erst jetzt warf ich einen genaueren Blick auf das, was da auf dem Servierwagen alles stand: Etageren mit Brötchen und Croissants, mit Marmeladen, Früchten, Süßspeisen, aber auch Schinken, Käse, Lachs und Salami, daneben ein Körbchen mit Brotscheiben, und noch viel mehr, kurz gesagt ein richtiges Hotelfrühstück, wie es sich für eine Suite wie diese gehörte.

 

„So viel … wow …!“, sagte ich nur, und da griff Tsu sich auch schon das erste Croissant und biss einfach hinein. Mit strahlenden Augen wie ein kleiner Junge sah er mich an, und sprach mit noch vollem Mund: „Wow, das schmeckt echt gut!“

„Hast du großen Hunger?“, fragte ich.

Tsu stippte sein Croissant in die Marmelade, biss wieder ab, seine Augen leuchteten glücklich. „Ja!“

„Geht Essen besser, wenn wir vorher Sex hatten?“, fragte ich.

Tsuzuku nickte. „Vielleicht … weil mein Herz dann satt ist, dann kann ich auch essen.“

„Das ist gut“, antwortete ich und küsste ihn. Seine Lippen schmeckten nach der süßen Marmelade.

„Aber schön langsam essen, ne?“, erinnerte ich ihn.

Tsu lächelte, biss wieder ab und leckte sich dann die rote Marmelade von den Lippen. Himmel, sah das süß aus!

 

Ich fing auch an, mir ein Brötchen zu machen, mit Butter und einem leicht scharfen Aufstrich. Und dann griff Tsuzuku sich einfach mein Brötchen und hielt es von mir weg, mit einem grinsenden Schalk in den Augen.

„Ey, gib das her!“

„Hol’s dir doch!“

Ich schnappte danach, musste lachen, Tsu lachte auch, und dann küsste er mich.

„Mein Liebster“, flüsterte er liebevoll gegen meine Lippen. „Darf ich heute mal dich füttern?“

Ich küsste ihn zurück. „Ja. Darfst du.“

 

Und so wechselten wir auch in diesem Bereich mal die Rollen. Tsu aß selbst und fütterte mich, und ich ließ ihn, empfing seine Liebe und freute mich, dass er sich gut fühlte.

Als ein bisschen Marmelade vom Brötchen auf meine Brust tropfte, leckte Tsuzuku sie ungeniert weg, und fast hätten wir noch mal mit Sex angefangen, weil es ihm so sehr gefiel, mein Tattoo-Baby zu küssen.

Als wir beide satt waren (und es war immer noch Essen übrig), standen wir dann langsam auf, zogen uns an und beschlossen, erst mal zum Strand zu gehen und später zu duschen. Wenn wir ins Wasser wollten, war es sowieso besser, erst danach zu duschen, denn der Ozean war ja salzig.

 

Entsprechend nahmen wir dieses Mal auch Badesachen mit und gingen dann runter zu Strand. Es waren schon einige Leute dort, und mir fiel tatsächlich auf, dass es hier viel mehr Leute verschiedener Nationalitäten gab als bei uns in Japan.

An der Wasserkante zogen wir beide unsere Schuhe aus und liefen auf dem nassen Sand.

 

„Geht’s dir gut?“, fragte ich und nahm Tsuzukus Hand in meine.

Er nickte. „Ja. Ist schön hier.“

In der Nähe des Hotels war der Strand heute ziemlich voll, aber weiter weg, in die andere Richtung, war nicht so viel los.

Wir legten ein großes Handtuch auf den Sand und zogen unsere T-Shirts aus. Es gab hier keine Umkleiden, aber Tsu tauschte seine Jeans einfach so gegen die Badeshorts, ohne viel Aufhebens oder Scham. Mir dagegen war es etwas unangenehm, ich wurde wieder ein wenig rot, weil Nacktsein am Strand irgendwie doch anders war als in der Dusche des Schwimmbades zu Hause.

Während ich noch am Strand stand und versuchte, meine Hose möglichst unauffällig gegen die Badehose zu tauschen, lief Tsuzuku schon ins Wasser.

„Komm schon, Meto!“, rief er. „Mach ganz schnell, sieht schon keiner!“

Er kam wieder aus dem Wasser, zu mir, umarmte mich und zog mir dabei einfach die Hose runter, hielt mir meine Badeshorts hin, küsste mich und sagte nur: „Hey, ist doch nicht schwer, oder?“

Ich zog mich schnell um, und Tsu lief wieder ins Wasser.

 

„Komm auch rein, das Wasser ist warm!“, rief er mir zu.

Ich lief auf das Wasser zu, Tsuzuku kam mir entgegen und begann, mit mir den Händen Wasser entgegen zu spritzen. Mir entfuhr ein wenig männliches Quietschen und ich spritzte zurück, woraufhin Tsu mich plötzlich ganz fest umarmte und wieder küsste.

 

Es war wirklich schön, mal wieder am warmen Meer zu sein, im richtigen Ozean zu stehen, und dass das hier unsere Hochzeitsreise war, machte es noch mal schöner und besonderer. Sonne, Strand, und salziges Ozeanwasser, dazu meinen geliebten Ehemann an meiner Seite, was konnte schöner sein?

Ich sah Tsuzuku an, nahm sein Gesicht in meine Hände und flüsterte ein leises „Ich liebe dich“ gegen seine Lippen. „Jetzt bist du wirklich mein Mann“, fügte ich dann hinzu und küsste ihn.

 

Während wir dann ein bisschen raus schwammen und das wunderbar klare, warme Wasser genossen, dachte ich an etwas, das ich mir schon vor unserer Hochzeit überlegt hatte: Eine extrem romantische Idee, die ich Tsuzuku gegenüber zwar schon mal ausgesprochen hatte, von der er aber wohl nicht ahnte, dass ich wirklich plante, sie umzusetzen.

Der Gedanke an diese Idee ließ mich lächeln, sie war aber auch nur allzu reizvoll … Es wurde Tsuzuku gefallen, da war ich ganz sicher.

In dem Moment drehte er sich zu mir um, sah mich an und fragte: „Na, mein Süßer, was denkst du Schönes?“

„Na, was wohl?“, tat ich geheimnisvoll.

„So, wie du gerade geguckt hast, Meto-chan, hast du doch an meinen Schwanz gedacht, stimmts?“

 

Ich musste lachen, lag er doch mal wieder ziemlich richtig.

„Heute Abend mach ich’s dir wieder richtig schön, mein Süßes“, sprach er, und ich sah vorfreudiges Leuchten in seinen Augen.

Ich fand es immer so süß, wie er sich auf dem Sex mit mir freute. Es war die schönste Art, wie ich ihm etwas Gutes tun konnte, und darum liebten wir es beide, außerdem war er ja selbst ein ausgezeichneter Liebhaber.

 

Wir verbrachten den halben Tag so am Strand.

Am frühen Nachmittag dann gingen wir in einer kleinen Strandbar etwas essen, teilten uns eine Schüssel Gemüse mit Suppe, die hier „Hawaii Bowl“ genannt wurde. Tsu aß nicht viel, er sagte, dass ihm unser überaus reichhaltiges Frühstück gereicht hatte und er nicht noch mehr essen wollte.

 

Nach dem Essen kehrten wir dann ins Hotel zurück, wo wir dann zusammen duschten und danach unsere Koffer und Taschen ausräumten.

Tsuzuku hatte den Tag über relativ wenig geraucht, doch jetzt setzte er sich wieder auf die Terrasse und holte das nach. Ich nahm mir Ruana und setzte mich zu meinem Mann, sah ihn an und versuchte, zu erspüren, wie es ihm ging.

 

„Meto …“, sprach er mich nach einer Weile leise an, schaute dabei raus aufs Meer, „Weißt du, ich wäre so gern jetzt die ganze Zeit glücklich. Es ist unser Honeymoon und ich würde den am liebsten ganz leicht und unbeschwert erleben. Und auch, dass du keine Last mit mir hast …“

„Geht’s dir gerade … nicht so gut?“, fragte ich vorsichtig.

„Doch, doch. Aber ich hab Angst, dass es wieder einbricht …“

 

„Mach dir keinen Druck, Tsuzuku. Druck hat dir noch nie gut getan.“ Ich rückte näher zu ihm und nahm seine Hand in meine. „Ich erwarte keinen ‚perfekten Honeymoon‘ von dir, es reicht mir vollkommen, wenn wir hier einfach ein bisschen ne schöne Zeit haben. Und wenn es dir zwischendurch mal nicht so gut geht, ist das auch okay. Ich hab dich so geheiratet, wie du bist, ich weiß das doch alles … Mach dir bitte keinen Druck.“

Er sah mich an, hatte wieder Unsicherheit im Blick. „Wirklich?“

„Ja. Wirklich.“ Ich beugte mich vor und küsste ihn. „Alles gut, mein Herz.“

 

Ich stand auf, nahm mit der einen Hand Ruana, und mit der anderen zog ich Tsu hoch und führte ihn von der Terrasse wieder hinein in die Suite. Vor dem Bett stehend, drückte ich ihm Ruana in die Hand und umarmte meine beiden Liebsten, mir wurde ein wenig warm und ich flüsterte Tsuzuku zu: „Ich liebe dich, du schöner Mann …“ Und dann: „Weißt du eigentlich, wie begehrenswert du bist?“

„Ein bisschen“, antwortete er.

„Manchmal ‚ein bisschen‘, aber oft weißt du es auch ein bisschen mehr, oder? Ich glaube, oft weißt du sehr gut, wie sexy du bist.“

Ich küsste ihn wieder und fügte dann noch hinzu: „Bei mir darfst du das. Bei mir darfst du dich selbst auch sexy finden. Weil du’s nämlich bist, du bist ein wunderschöner Mann, Tsuzuku.“

Tsu legte seinen Arm um mich, drückte mich ganz fest an sich und flüsterte ein süßes, leises „Danke, Liebster“ in mein Ohr.

 

„Willst du jetzt mit mir schlafen, oder warum stehen wir hier am Bett?“, fragte er dann und spielte dabei ein wenig mit Ruanas Öhrchen.

„Suchs dir aus“, antwortete ich.

„Ich würd’s eher heute Abend machen“, sagte er.

„Und was machen wir dann jetzt?“

„Noch mal zum Strand. Ich mag das, mit dir am Strand entlang laufen.“

 

Und so gingen wir noch mal runter an den Strand. Wir liefen den ganzen Sandstrand rauf, erkundeten die Gegend bis zu einer hohen Klippe, wo der Strand nach einigen Kilometern an dicht mit Moos und Algen bewachsenen Felsen endete.

Während des Rückwegs ging dann schon langsam die Sonne unter, so lange waren wir unterwegs. Der Sonnenuntergang über dem Meer war wahnsinnig schön und ich machte ein Foto davon, und auch eins von Tsuzuku, wie er im goldenen Licht auf dem Sand saß und sich einen Moment ausruhte.

 

Als wir wieder am Hotel ankamen, schien der Mond und wir waren beide ziemlich müde. So müde, dass wir an diesem Abend dann doch keinen Sex mehr hatten. Wir schliefen eng zusammen gekuschelt ein, und kurz bevor ich einschlief, dachte ich noch mal an den Sonnenuntergang, das goldene Glitzern auf dem Meer …

 

Ich wachte davon auf, dass eine warme, zärtliche Hand an meiner Halsbeuge sanft streichelte, und sich ein süß vertrauter, schmaler Körper nackt an meinen drückte.

„Mh?“, machte ich, „Tsu …?“

„Meto …“, flüsterte mein Mann in mein Ohr. „Hab ich dich geweckt?“

„Ist okay“, antwortete ich, hob den Kopf und sah, dass die Leuchtzeiger der Uhr in der Suite zwei Uhr fünfzehn anzeigten. Der Mond schien herein und irgendwo in der Nähe musste sich draußen außerdem eine Laterne oder ähnliches befinden, denn es war trotz der nächtlichen Uhrzeit nicht ganz dunkel. Von draußen waren leise die Zikaden zu hören, und das Rauschen vom Meer.

 

„Ist was?“, fragte ich leise.

Tsu schüttelte leicht den Kopf, lächelte dann. „Nein, alles gut. Ich hab nur … na ja, ich hab Lust auf dich …“

„Jetzt?“, fragte ich.

„Ja … Es sei denn, du magst nicht?“

„Doch. Ich mag.“

„Und wie magst du es?“, fragte Tsu und streichelte dabei weiter meinen Hals. „Würde es dir gefallen, wenn du mal wieder mich nimmst?“

Ich spürte in mich hinein, ob ich mich danach fühlte, und tatsächlich, wenn ich daran dachte … Es würde mir jetzt gefallen. Tsuzukus nackter, heißer Körper machte mich an, so sehr, ich fühlte meine Begierde … Er war so schön, so warm und sexy und begehrenswert …

„Ja“, antwortete ich auf seine Frage und spürte schon, wie mein Körper zu reagieren begann. „Das würde mir jetzt gefallen.“

 

Tsuzuku umarmte mich, drückte seinen erregenden Körper fest an meinen, und ich spürte, wie er ebenso geil wurde wie ich. Er sah mich an, hatte dieses lustvolle Leuchten in den Augen, und mit einem Mal packte er mich und drehte uns beide herum, sodass er dann auf dem Rücken lag und ich auf ihm.

So erregt war er, dass er sich mir sehnsüchtig anbot, die Beine öffnete und die Knie anzog …

Ich sah ein kleines Lächeln über sein Gesicht huschen, ehe seine Lippen sich genießend verzogen und er mir ein leicht raues „Nimm mich, Liebster“ entgegen flüsterte.

 

Ich fing ganz langsam an, streichelte seine Seiten und dann bis rauf zu seiner Brust, spielte ein wenig mit seinen Nippelpiercings und berührte auch sein Implantat, ehe ich meine Hände wieder runter zu seinem Nabel und seinen Hüftknochen streicheln ließ, und dabei sachte Küsschen auf seiner Brust verteilte.

„Du schöner Mann …“, flüsterte ich, während er mir die Shorts vom Hintern schob, und als seine Hand mein Glied und Hoden berührte, entfuhr mir ein leises „Ahh …“

„Ich will das in mir haben“, sprach Tsuzuku und umfasste mein Glied mit seiner heißen Hand. „Ganz tief in mir drin …“

„Bekommst du“, antwortete ich. „Du bekommst alles von mir, alles was du brauchst.“

 

Ich richtete mich halb auf und sah mich nach dem Nachttisch um, dort stand die Flasche mit dem Gleitgel und die Box mit den Taschentüchern. Ich griff nach der Flasche, tat mir etwas von ihrem Inhalt auf die Finger und begann, das kühle Gel zwischen Tsu’s Beinen zu verreiben.

Er atmete schnell und tief, seine Brust hob und senkte sich, die Zartheit seines Körpers fiel auf und ich fand es schön, auch wenn ich wusste, dass er nicht gesund war. Ich kannte ihn ja auch nicht anders …

 

Sein Eingang war zuerst noch fest und eng, als ich begann, ihn zu betasten und zu massieren, doch je mehr Gleitgel ich verwendete und je länger ich das zarte Loch vorbereitete, umso weicher und weiter wurde es. Tsuzuku atmete weiter ganz tief ein und aus, so dass er sich bald so weit entspannte, dass ich würde in ihn dringen können.

„Bereit?“, fragte ich schließlich.

„Ja … ahhh …“ Tsu’s Stimme klang ganz weich und hingegeben. „Nimm mich, Liebster …“

Ich griff mir ein Taschentuch, säuberte meine Hand, und dann umarmte ich meinen Mann, senkte mich dabei vorsichtig auf ihn nieder. Dabei schob ich mich langsam in ihn, in seine heiße Enge, und als ich ganz in ihm war, legte er seine Beine um mich, klammerte sich an meinen Körper.

 

Ich spürte sein Glied und seine Hoden zwischen uns, sie pulsierten leicht, und so, wie Tsuzuku hier in meinen Armen lag, sich ekstatisch an mich klammerte und süße Laute der Lust vernehmen ließ, überkam mich ein Gefühl fürsorgender Zärtlichkeit für ihn, der Wunsch, für ihn zu sorgen und ihn zu beschützen …

 

„Meto … Liebster, stoß in mich … bitte …“ Seine Stimme war kaum mehr als ein vor höchster Erregung zitterndes Flüstern.

Ich küsste ihn, ein kleines, zärtliches Küsschen, aber Tsuzuku reagierte darauf mit seiner ihm so eigenen Intensität, er griff in meine Haare und drängte mir seine heiße Zunge in den Mund, ließ mich den Spalt spüren, während sein Unterleib lustgeladen erbebte und meinen unwiderstehlich animierte, in sein Inneres zu stoßen.

Und so versanken wir ganz ineinander, eng verbunden, einander umklammernd und küssend, mehr und mehr und mehr …

 

Wir kamen fast gleichzeitig, ich spürte Tsu’s Höhepunkt, kurz bevor ich selbst kam und mich in sein heißes, pulsierendes Inneres ergoss. Für einen Moment schloss ich unwillkürlich die Augen, doch gleich darauf sah ich Tsuzuku wieder an, beobachtete die Regungen des Orgasmus‘ auf seinem schönen Gesicht. Er kam lange und mit viel Samen, und dabei zog er wieder so süß die Brauen zusammen, und ein schwebend glückliches Lächeln huschte über seine Züge …

„Meto …“, kam es weich und ein wenig zitternd über seine Lippen, „Meto, ich liebe dich …“

„Ich lieb dich auch, Tsu.“ Ich küsste ihn, ganz sanft und zärtlich.

 

Langsam und vorsichtig zog ich mich wieder aus ihn zurück, und dabei rann ein wenig von meinem Samen mit raus.

„Jetzt hast du den Creampie, mein Schatz“, sprach ich, und Tsuzuku lachte.

„Findest du das … lustig?“, fragte ich.

„Lustig nicht direkt, aber ich mags irgendwie …“, antwortete er.

„Und was daran?“, wollte ich wissen.

„Ich weiß nicht genau …“, sagte er leise, zog kurz leicht die Brauen zusammen und fügte dann noch hinzu: „Vielleicht, weil es so anders ist … Und eben, weil mir so etwas deutlich macht, dass du ein Mann bist, Meto. Du weißt ja, dass mir das Sicherheit gibt.“

 

Eine Weile lagen wir so zusammen da, noch mit klopfenden Herzen und nass geschwitzt von der Intensität unserer Vereinigung …

Tsuzuku kuschelte sich an mich und wir lauschten den nächtlichen Klängen, die von draußen zu hören waren: Irgendwo klimperte ein hölzernes Windspiel, darunter hörten wir das Zirpen der Zikaden und das Rauschen der Wellen und des Waldes …

Irgendwann bemerkte ich, dass Tsu eingeschlafen war, und kurz danach schlief ich selbst ein.

Meine Träume in dieser Nacht waren schön. So schön, dass es mich ein wenig wunderte, als ich aufwachte und mich richtig gut fühlte. Ich lag allein, aber ich hörte Wasserrauschen aus dem Bad, Meto war also schon auf und duschte gerade.

 

Langsam erhob ich mich und ging rüber ins Bad, wo Meto unter der Dusche stand. Ich hatte nichts an und so stieg ich einfach nackt zu meinem Mann in die Duschkabine.

„Guten Morgen, mein Herz“, begrüßte er mich und ich bekam einen Kuss.

Ich sah ihn an, wie er so nackt und nass vor mir stand, kleine Wassertropfen liefen aus seinem kurzen, hellblauen Haar über seine Schultern, seine tätowierte Brust … so verführerisch! Ich musste ihn einfach umarmen, ihn ganz fest an mich drücken.

„Du bist so unverschämt sexy, wenn du nass bist, Meto-chan“, flüsterte ich in sein Ohr.

Meto senkte den Kopf an meine Schulter, legte dann seinerseits seine Arme um mich.

„Du auch, Tsuzuku“, antwortete er.

 

Wir wuschen uns wieder gegenseitig, und mir ging es so gut an diesem Morgen, dass ich die Berührungen so richtig in mich aufsaugen konnte.

„Ich würde gerne heute mit dir draußen am Strand essen“, sagte Meto danach. „Deshalb hab ich das große Frühstück abbestellt. Ist das okay?“

„Ja, ist okay. Ich hab gerade auch noch keinen Hunger“, erwiderte ich. „Können wir dann auch wieder zu den Klippen gehen? Ich fand es schön da.“

„Na klar, können wir.“ Meto griff sich sein Handtuch und sagte dann noch: „Aber erst gehen wir baden und essen.“

 

Nachdem wir uns angezogen und eine Tasche für den Strand gepackt hatten, gingen wir also raus. Ruana kam diesmal auch mit in die Tasche, sie sollte auch dabei sein.

Auf dem Weg zum Strand rauchte ich zwei Zigaretten und musste tatsächlich ganz schön lange nach öffentlichen Mülleimern suchen, um die Kippen zu entsorgen. Wir waren hier doch ganz schön weit draußen, das Schild, auf dem stand, wie weit es in die nächste Stadt war, zeigte eine Strecke von zwanzig Minuten Autofahrt an.

Unten am Strand zogen wir Badesachen an und gingen erst mal ein bisschen ins Wasser. Das Meer war noch kühl so am Morgen, aber auch so wunderschön klar …

 

„Geht’s dir gut, Tsuzuku?“, fragte Meto und nahm meine Hand in seine.

„Ja.“ Ich nickte. „Heute ist gut.“

„Das ist schön.“ Er lächelte und dann küsste er mich. „Mein Herz, ich freu mich immer, wenn es dir gut geht.“

Kurz dachte ich: „Und wenn es mir nicht gut geht, bin ich dann ne Last?“, aber ich schob diesen Gedanken mit aller Kraft weit weg. Ich wollte nicht so denken, nicht hier und nicht jetzt! Das hier war unser Honeymoon, und auch wenn Meto gestern gesagt hatte, dass diese Zeit hier nicht perfekt sein musste, so wollte ich doch, dass wir hier eine wirklich gute Zeit ohne meine Krankheit hatten. Am liebsten hätte ich dieses Borderline einfach zu Hause in Japan gelassen, wollte einfach mal Ruhe davon haben …

 

Meto schien wieder einmal irgendwie zu spüren, dass ich kämpfte, denn er legte seine Hände auf meine Schultern und sah mich direkt an.

„Tsu, schau mich mal an“ sprach er, und ich tat es, sah ihm in die Augen.

„Alles gut?“, fragte er dann.

Ich war wieder ein wenig in seinen Augen versunken, und es fühlte sich sicher und gut an. Und auf einmal war alles wieder gut, sodass ich auf Metos Frage hin nicken konnte. „Ja, alles gut“, sagte ich. Manchmal war es so einfach.

 

Ich blickte auf meine Füße und Beine im klaren Wasser, sah den feinen, hellen Sand, der so anders war als der dunklere, gröbere Sand in Japan, und ich dachte nur: „Wir sind hier auf Hawaii, und es ist wirklich so schön hier …“ Und wagte sogar zu denken: „Ich glaube, ich bin gerade glücklich.“

 

Ich hörte Meto auflachen und sah zu ihm hin. Er hatte eine kleine, schwimmende Krabbe entdeckt, die um ihn herum schwamm und wild mit den Beinchen und Scheren ruderte, wenn er sie mit dem Finger vorsichtig anstupste.

„Pass auf, dass sie dich nicht zwickt“, sagte ich und musste ebenfalls lachen.

„Mach ich ja. Aber schau mal, ist sie nicht süß?“ Er griff vorsichtig nach ihr und hob sie am Panzer aus dem Wasser, woraufhin die kleine Krabbe noch wilder mit den Scheren ruderte.

Wir ließen sie dann aber bald wieder frei, und sie paddelte davon, so schnell sie konnte.

 

Gegen elf gingen wir dann zurück zur Strandpromenade und dort fanden wir eine kleine Strandbar, die sehr nett und gemütlich aussah. Es war zwar noch nicht ganz Mittag, aber weil wir ja nicht gefrühstückt hatten, hatten wir beide Hunger.

Die Strandbar ähnelte ein bisschen den kleinen Imbissbuden, die wir aus Japan kannten, und so gingen wir hinein und setzten uns an die Theke. Sofort kam der Barkeeper (oder vielleicht war er auch der Besitzer der kleinen Bar) aus der Küche und begrüßte uns auf Englisch.

 

Meto schien zuerst wie immer noch etwas unsicher bezüglich des Sprechens und sah sich kurz etwas hilfesuchend nach mir um. Mein Englisch war zwar auch nicht das Allerbeste, aber ich hatte eben nicht diese Unsicherheit beim Sprechen wie mein Mann.

Der Barmann reichte uns zwei laminierte Karten mit Beschreibungen und Fotos der Gerichte. Es gab alles Mögliche an Auswahl, sowohl westliche, als auch hawaiianische Speisen, und tatsächlich bekam ich beim Anblick der Fotos auf der Karte großen Hunger.

„Schau mal, das hier, das heißt Poke.“ Meto deutete auf ein Foto mit einer bis zum Rand mit verschiedenem Fisch und Gemüse gefüllten Schüssel. „Ich glaub, das nehme ich, das sieht gut aus.“

Ich sah mir die Karte weiter an, brauchte noch ein wenig, um mich zu entscheiden. Besonders gut sah eine Nudelsuppe aus, die Saimin hieß und mich sehr an japanische Raamen erinnerte. Froh darüber, etwas gefunden zu haben, das möglicherweise vertraut schmeckte, bestellte ich diese Saimin, und Meto bestellte sich eine Schüssel Poke, ein anderes einheimisches Gericht.

 

„Sie haben sich entschieden? Was darf es sein?“, fragte der Barmann auf Englisch.

„Die Poke-Bowl und die Saimin, und dazu zwei Cola“, bestellte ich.

Der Barmann schrieb alles auf und gab unserer Bestellung an die Küche weiter, dann kam er zurück und während wir auf das Essen warteten, fing er ein Gespräch mit uns an.

 

„Woher sind Sie beide?“, fragte er.

Meto sah zu mir, hatte wieder leichtes Rot auf den Wangen, wie immer, wenn ihm eine soziale Situation unangenehm war.

„Aus Japan“, antwortete ich auf Englisch.

„Ah, Japan! Ich habe oft Gäste aus Japan! Ein bisschen Japanisch kann ich auch.“ Der Mann grinste schief und fragte dann tatsächlich in zwar brüchigem, aber verstehbarem Japanisch: „Was machen Sie hier auf Hawaii für einen Urlaub?“

Ich sah Meto an, er nickte, und dann antwortete ich: „Wir sind im Honeymoon.“

„Honeymoon? Das heißt, Sie beide sind ein Pärchen, Sie haben geheiratet?“, fragte er, dieses Mal wieder auf Englisch.

Ich nickte. „In Kyoto.“

Ich befürchtete schon, dass der Mann jetzt fragen würde, wie wir als zwei Männer in Japan dazu kamen, zu heiraten, wo es bei uns doch gesetzlich keine gleichgeschlechtlichen Ehen gab. Aber er überging diese Frage freundlicherweise und fragte stattdessen: „Kommen Sie denn aus Kyoto? Das ist eine wirklich schöne Stadt.“

„Nein“, sagte ich und nannte den Namen unserer Heimatstadt. „Wir haben in Kyoto geheiratet, weil es dort einen Tempel gibt, wo wir wenigstens buddhistisch heiraten konnten.“

 

Ich war selbst ganz erstaunt, wie gut ich die fremde Sprache sprach, denn mein Englisch, das ich seit meiner Schulzeit größtenteils hatte schlafen lassen, erwachte mit jedem Satz mehr und wurde fließender. Ich sah zu Meto, der nur wortlos da saß und seinen Ehering am Finger hin und her drehte.

„Alles gut, Liebster?“, fragte ich ihn und rückte näher zu ihm, legte meine Hand auf sein Knie.

Meto sah mich an und ich spürte, dass ihm die Situation unangenehm war. Er konnte zwar Englisch verstehen, und er sprach es eigentlich auch. Aber manchmal, wenn wir viel zu zweit zusammen waren und dann ein Dritter dazu kam, kehrten seine Probleme mit dem Sprechen zurück und dann fühlte er sich zurückgesetzt, weil ich eben ganz eloquent sprach und er dagegen vor Aufregung keinen Ton mehr heraus bekam.

 

Der Barmann schien etwas verwundert, und ich entschied mich, ihm die Situation ein wenig zu erklären: „Mein Mann ist ein bisschen schüchtern …“, sagte ich. „Und er kann nicht so gut Englisch.“

„Aber Sie sehen so cool aus! Blaue Haare und so ein großes Tattoo, das traut sich in Japan doch auch nicht jeder, oder?“

Und mit einem Mal war Metos Unsicherheit wie weggepustet, er ließ sein breites, süßes Sonnenscheinlächeln sehen und nickte. „Ja … Aber ich mags so.“

„Wie lange sind Sie beide denn schon zusammen?“, wollte der Mann wissen.

„Als Paar zusammen sind wir seit letztem Herbst. Davor kannten wir uns aber schon länger, ungefähr ein Jahr …“, sagte ich.

„Und dann sind Sie jetzt schon verheiratet?“

Meto nickte strahlend. „Ja.“

 

„Wie ist das in Japan denn, wenn man so viele Tattoos hat wie Sie beide? Ich hab gehört, dass das schwierig sein soll …“

„Man kann halt manche Dinge nicht tun, nicht in ein Onsen gehen, oder in manche ganz alte, edle Restaurants kommt man auch nicht rein“, sagte ich. „Aber es wird langsam mehr, dass Leute Tattoos haben, und deshalb wird es auch langsam etwas offener. Bei uns in der Stadt gibt es auch ein ganz westliches Schwimmbad, da gehen wir oft hin und dort hat auch noch keiner was gesagt wegen der Tattoos oder so.“

 

In dem Moment klingelte es hinten in der Küche und der Barmann verschwand kurz in die Küche, um dann gleich mit unserem Essen wieder heraus zu kommen.

„Wie sagt man noch gleich in Japan? Itadakimasu, richtig?“

Ich nickte. „Ja, so sagt man.“

 

Die Portionen waren ziemlich groß, allein Metos Bowl sah aus, als würden wir locker beide davon satt werden. Aber es schien sonst ein eher leichtes Gericht zu sein, ich sah gedämpftes Gemüse und helle Stücke Fisch, also nichts, was irgendwie schwer im Magen liegen würde.

Die Saimin dagegen schien wirklich einfach die hawaiianische Version der uns nur allzu vertrauten japanischen Raamen zu sein, es schwammen sogar einige Kamaboko-Narutomaki darin, und als ich die Nudeln probierte, schmeckten sie genau wie japanische Nudeln.

 

Kurz bereute ich meine Wahl, denn im Gegensatz zu Metos Bowl, deren Fond sehr klar war, schwammen in meiner Suppe die Fettbläschen, und ich befürchtete fast, dass ich dieses Essen nicht vertragen könnte. Mein Körper reagierte immer noch ziemlich empfindlich auf Fett und fettigen Geschmack, aber ich hatte ja kein Frühstück gehabt und so hatte ich ordentlich Hunger.

Vorsichtig probiere ich ein Stück Kamaboko, es schmeckte vertraut japanisch und auch irgendwie gut, aber das viele Fett machte mich doch ganz schön nervös. Nicht mal, weil ich Angst hatte, zuzunehmen, sondern weil ich einfach befürchtete, dass mir davon schlecht werden könnte.

 

Meto bemerkte, dass ich mit dem Essen wieder mal nicht ganz so gut klar kam, er sah mich aufmerksam an, beobachtete mich einen Moment, und fragte dann: „Möchtest du vielleicht tauschen, Tsu?“

„Weiß nicht …“, sagte ich und hörte selbst, dass ich angespannt klang.

„Komm, wir tauschen einfach. Meins ist viel leichter und verträglicher.“ Und schon hatte er mir seine Schüssel hingeschoben und nahm sich die meine.

„Ich dachte, vielleicht geht’s jetzt …“, sagte ich leise.

„Du kannst auch erst mal von meinem Gemüse essen und dann schauen, ob du noch Nudeln magst, ich lass dir genug übrig.“

Ich nahm mir einen Bissen Gemüse und dachte nur: „Hab ich ihm heute eigentlich schon gesagt, dass ich ihn liebe und wie sehr?“ In mir wallte ein warmes, süßes Gefühl auf, als ich daran dachte, wie sehr ich es liebte, wenn Meto so zu mir war. Und gerade ging es mir auch so gut, dass ich das wirklich erkennen konnte, was er für mich tat …

 

Der Barmann war während dessen in der Küche gewesen und kam jetzt wieder, und er bemerkte, dass wir die Teller getauscht hatten. Ich hoffte, dass er jetzt keine Fragen stellte, denn so offen ich sonst auch war, ich schämte mich doch irgendwie immer noch, dass ich diese Probleme mit dem Essen hatte.

„Schmeckt Ihnen die Saimin doch nicht?“, fragte er mich, und sofort spürte ich einen unangenehmen Druck in der Brust.

„Wir machen öfter halb und halb“, antwortete Meto an meiner Stelle und rettete damit fürs erste die Situation.

Während des Essens stellte der Barmann dann nicht mehr so viele Fragen, er begann, hinter der Theke ein paar Gläser zu spülen und als ich meine Cola ausgetrunken hatte, schenkte er mir eine neue ein.

 

Das Gemüse und die kleinen Stücke Fisch schmeckten gut, leicht und verträglich, und so schaffte ich doch eine ganze Menge zu essen. Zwischendurch gab Meto mir von den Nudeln ab, und ein, zwei Scheiben Kamaboko bekam ich auch.

Aber dennoch, ich ertappte mich immer wieder bei dem Gedanken: „Hoffentlich kapiert der Barmann nicht, dass ich ein Problem mit dem Essen habe …“ Ein Mann mit einer Essstörung zu sein, empfand ich immer noch als viel, viel peinlicher, als ein Mann zu sein, der einen anderen Mann liebte. Zu meiner Liebe zu stehen, fiel mir wesentlich leichter, als dazu zu stehen, dass ich psychisch nicht gesund war. Vielleicht, weil diese Liebe mich so glücklich machte und ich von ihrer Richtigkeit überzeugt war, während meine Krankheiten ja nichts wirklich Gutes an sich hatten …

 

Nach dem Essen und dem Bezahlen, wobei wir zum ersten Mal Dollarscheine benutzten und die Unterschiede zum Yen auffielen, gingen Meto und ich zum Strand zurück. Nicht gleich wieder ins Wasser, aber wir setzten uns auf ein Handtuch, und Meto holte Ruana raus, damit sie den Strand und das Meer auch sehen konnte.

 

Ganz in der Nähe befand sich eine große Palme, deren Stamm schräg über den Strand wuchs und genau so aussah wie auf einem Südseeposter.

Meto nahm Ruana und lief mit ihr zu dieser Palme rüber, und dort setzte er sie auf den fast waagerechten Stamm und machte mit dem Handy ein Foto.

„Komm, Tsu, wir machen jetzt Urlaubsfotos!“, rief er mir zu.

Ich stand auf und folgte ihm, und er wies mich an, mich mit Ruana auf den Palmenstamm zu setzen, der aber recht rau und unbequem war. Aber für ein Foto ging es, und so entstanden ein paar Bilder von Ruana und mir auf diesem Palmenstamm am Strand von Kauai. Danach stellte Meto die Kamera auf Selfie-Funktion um und setzte sich dazu, umarmte mich und machte so noch ein Foto. Für ein weiteres küsste er mich, und dieses Foto sah, als ich es dann anschaute, so traumhaft schön und glücklich aus, dass ich sagte: „Schick das an alle raus, dann sehen sie, wie schön es hier ist.“

Meto strahlte mich an und küsste mich wieder, er schien gerade genau so glücklich zu sein wie ich.

„Ich mach da nachher ne Honeymoon-Fotostrecke draus, die stellen wir dann später online.“

 

Nach dem kleinen Fotoshooting gingen wir weiter den Strand hinauf, in Richtung der Klippen und Felsen, und machten dort noch mal ein paar Fotos. An dieser Stelle war das Meer etwas wilder, und ich spürte die winzigen Wassertröpfchen der Gischt auf meiner Haut.

 

Weiter hinter den Felsen führte ein schmaler Pfad zu einer kleinen Bucht mit weißem Strand, exotischen Bäumen und blühenden Blumensträuchern, ein so traumhaft schöner Ort, dass ich kurz stehen blieb und einfach nur dort hinunter blickte. Es gab keine Häuser hier, nur eine kleine hölzerne Hütte, und mir kam ein bestimmter, sehr romantischer Gedanke: „An so einem einsamen Strand würde ich gern mal Sex haben …“

Ich sah zu Meto, er ging ein Stückchen vor mir, und ich holte zu ihm auf und konnte es nicht lassen, ihm an seinen süßen Hintern zu greifen.

„Du hast so nen heißen Arsch, Meto-chan“, flüsterte ich ihm zu.

Er sah mich an, ließ mich sein breitestes Strahlelächeln sehen und antwortete: „Du auch, Tsuzuku.“

 

Wir liefen runter zu diesem Strand und auf dem Weg entdeckten wir noch etwas Überraschendes: Einen Wegweiser mit dem Logo unseres Hotels und dem sowohl auf Englisch, als auch in Japanisch geschriebenen Hinweis, dass diese kleine Bucht der Privatstrand des Hotels war.

„Ja cool, dann können wir ja dort hin, wir sind ja Gäste vom Hotel“, sagte Meto, nahm meine Hand, und nach ein paar Minuten Gehen waren wir unten am Wasser angekommen.

 

Meto hatte Ruana im Arm und seine andere Hand griff nach meiner, und so gingen wir Hand in Hand über den Strand. Ich zog die Schuhe aus und ließ das Wasser über meine nackten Füße laufen, spürte den feinen Sand und roch das Salz des Meeres.

„Ist das schön hier …“, sprach mein Liebster und schmiegte sich an meinen Arm. Er sah mich an, küsste mich und fügte noch hinzu: „Was gibt’s auch Schöneres, als mit einem wunderschönen Mann an einem traumhaften Strand auf Hochzeitsreise zu sein?“

„Nichts.“ Ich musste ein wenig lachen. „Zumindest fällt mir nichts ein.“

„Bist du glücklich, Tsuzuku?“

„Ja“, sagte ich. „Gerade ist’s gut, ich bin glücklich. Weil ich jetzt mit dir hier bin, und du mein Mann bist.“

Meto blieb stehen, strahlte mich an mit seinem breitesten, süßesten Meto-Lachen, und sagte: „Das freut mich so sehr, mein Herz!“

 

Es war eine eher kleine Bucht und wir hatten das andere Ende des Strandes bald erreicht. Meto machte zwischendurch immer wieder Fotos mit dem Handy, Bilder von mir und von Ruana, und auch von der malerischen Natur um uns herum. Urwald am Ozean und einsame, weiße Strände, das kannten wir aus Japan kaum, und auch wenn Meto früher schon mal auf Hawaii gewesen war, war es für ihn sicher ähnlich besonders wie für mich …

 

Wir blieben eine Weile hier in dieser Bucht, liefen auch ein Stückchen in den Regenwald hinein und setzten uns später mit einem Handtuch auf den Strand.

Über uns waren Schreie von Seevögeln zu hören, das Meer rauschte, und auch vom Wald her kamen Geräusche, die Natur war hier so lebendig.

Irgendwann legte Meto sich hin und ich tat es ihm gleich, sah ihn an, und er legte seinen Arm um mich, zog mich an sich und strich mir mit der Hand durchs Haar, ordnete meine Stirnhaare, die vom Wind in Unordnung gebracht worden waren.

„Du schöner Mann“, sprach er leise, fast andächtig, und die Zärtlichkeit in seiner Hand war so deutlich, dass es mich rührte.

 

Mir kam wieder dieser Gedanke von vorhin, dass ich hier an diesem einsamen Strand gern mehr getan, mit meinem Liebsten intim geworden wäre, aber so mitten am Tag, das traute ich mich dann doch nicht auszusprechen. Meto war da immer noch schamhafter als ich, und ich wollte auch die Stimmung nicht stören, auch wenn mich der Gedanke innerlich ganz schön geil machte …

 

Meto sah mich an, berührte meine Wange und ließ seine Hand dann weiter zu meinem Nacken wandern, und dann küsste er mich, drückte seine herrlich weichen, vollen Lippen zärtlich und lustvoll auf meine. Und mein Körper, durch den Gedanken zuvor schon erregt, begann, auf Metos zu reagieren, was meinem Liebsten natürlich nicht verborgen blieb.

Er löste den Kuss, sah mich an, aber nicht etwa fragend oder verunsichert, sondern ganz direkt und mit festem Blick. Und seine Hand, eben noch an meinem Nacken, wanderte runter an meinem Körper, strich zärtlich an meinen Hüftknochen entlang und schlüpfte dann einfach so vorn in meine Hose!

„Da freut sich aber was ganz schön aufs Bett!“, sprach Meto und küsste mich wieder. „Oder … schaffst du den Rückweg so nicht?“

„Würdest du denn … hier?“, fragte ich, schon fast stöhnend, weil Metos Hand in meiner Hose mich zu massieren begann …

„Ich kann’s dir mit der Hand machen … oder möchtest du … ‘nen Blowjob?“

„Willst du denn?“, fragte ich noch mal und unterdrückte ein Aufstöhnen. „Hier …?“

Meto sah mich an und lächelte. „Ja.“

 

Wir lagen am Rand des Strandes und ein großer, dicht belaubter Baum verdeckte uns, von den Klippen und dem Weg aus gesehen. Die kleine Holzhütte, die wir vorhin gesehen hatten, war hier ganz in unserer Nähe, und diese Hütte war zwar abgeschlossen, aber vor der Tür befand sich eine kleine Veranda mit einem breiten Liegestuhl.

„Wollen wir zu der Hütte gehen?“, fragte ich.

Meto sah mich an, er küsste mich wieder, dann löste er sich kurz von mir und stand auf, zog mich hoch und wir gingen zu der Hütte, wo ich mich auf dem Liegestuhl nieder ließ und meine Hose öffnete und runter zog.

 

Mein Liebster kniete sich vor mich hin, sah zu mir hoch und leckte sich mit der gepiercten Zunge über die vollen Lippen, ehe er sich vorbeugte und einen ersten Kuss auf mein erregtes Glied setzte. Schon dieser Kuss erregte mich so sehr, war so schön, dass ich die Lippen zusammenbiss und mir dennoch ein gepresster, ekstatischer Laut entkam.

Und als Meto dann seine himmlischen Lippen um meine Eichel schloss und seine Zunge mit der Kugel des Piercings gegen den empfindlichen Nerv an der Unterseite drückte, konnte ich nicht anders, als zu schreien. Diese Umgebung, das Draußen-sein und hier mitten am Tag Sex zu haben, machte mich so geil!

Meine Hüfte, mein Unterleib erbebte, und Meto griff mit beiden Händen an meine Hüfte, hielt mich fest, während sein Mund um meinen Schwanz mich ganz verrückt machte …

„Ich … oahh, ich komm gleich …!“, stöhnte ich und noch bevor ich Meto fragen konnte, ob er schlucken wollte, hatte er schon begonnen, um meinen Schwanz einen absolut geilen Unterdruck zu erzeugen, er saugte und presste seine Zunge an meine Eichel, so fest und heiß, dass es mich einfach überkam und ich mit einem weiteren Schrei in seinen Mund ejakulierte.

Ich sah ihn an, spürte und hörte wie er schluckte, und einen Augenblick später trafen sich unsere Blicke. Meto löste sich von mir und erhob sich, jedoch nur, um mich dann zu mir auf den Liegestuhl zu legen und mich zu umarmen.

 

„War das schön?“, fragte er leise und lehnte seinen Kopf an meine Schulter, während seine Hand auf meiner Brust ruhte.

„M-hm“, machte ich nur, in mir waren noch die letzten Nachwellen der Lust und ich mochte nicht viel sagen.

„Mir hats auch gefallen“, sagte Meto und lächelte. „Ich mag das inzwischen richtig gern, auch schlucken …“

Ich schmiegte mich an ihn, spürte seine Arme um mich und schloss für einen Moment die Augen, um das hier wirklich zu genießen.

In mir war eine solche Ruhe, wie ich sie selten spürte, einen Moment lang war ich vollkommen ruhig und entspannt, so sehr, dass ich beinahe eingeschlafen wäre. Und als ich die Augen wieder öffnete und die wunderschöne Natur wieder wahrnahm, hatte ich endlich das Gefühl, dass ihre beruhigende Wirkung mich richtig erreichte.

 

Meto schien zu spüren, wie entspannt ich war, seine Hand an meiner Seite streichelte mich und er fragte leise: „Fühlst du dich wohl, mein Herz?“

Ich nickte, und wäre ich eine Katze gewesen, hätte ich jetzt zu schnurren begonnen.

Mein Liebster küsste zärtlich meine Wange, dann fragte er: „Wollen wir zurück gehen, oder möchtest du noch hier bleiben?“

„Noch ein bisschen …“, antwortete ich.

„Wollen wir dann ein Stückchen in den Wald rein?“

„Nee, nur hier am Strand bleiben …“

Meto küsste mich wieder und schmiegte sich an mich, streichelte mich und ich fühlte mich so wohl und sicher, ganz locker und glücklich.

 

Nach einer Weile erhob ich mich langsam, zog meine Hose wieder ganz hoch, schloss den Reißverschluss und die Gürtelschnalle.

Wir gingen dann zum Strand zurück, an die Wasserkante, wo Meto stehen blieb, sich zu mir umwandte und sprach: „Es ist wirklich ein Paradies hier! Das wollte ich dir so gern zeigen!“

Und ich, noch innerlich schwebend, umarmte ihn und flüsterte in sein Ohr: „Dankeschön, mein Liebster.“

 

Auf dem Weg zurück hielten wir fast die ganze Zeit über Händchen und das Gefühl, das wir zu Hause in Japan dabei immer hatten, dass es etwas ‚Besonderes‘ und ‚Ungewöhnliches‘ war, war hier fast völlig verflogen. Als wir schon fast am Hotel angekommen waren, kamen uns zwei europäische oder amerikanische Männer entgegen, die sich ebenso an den Händen hielten, und das zu sehen, dass es hier akzeptiert und normal war, fühlte sich schon sehr gut an.

 

Am Hotel angekommen, setzten wir uns in die Bar, um ein bisschen zu sitzen und etwas zu trinken. Ich bestellte ein Bier, und Meto einen bunten Cocktail.

Später, als es langsam Abend wurde, gingen wir noch mal raus, zu dem Strand direkt am Hotel, und sahen uns den wunderschön malerischen Sonnenuntergang an. Meto drückte mir Ruana in die Hand und machte noch ein paar Fotos für unsere Freunde zu Hause.

 

Als es dann richtig dunkel war, kehrten wir in unsere Suite zurück. Ich setzte mich erst einmal auf die Terrasse und rauchte in aller Ruhe zwei Zigaretten.

Es ging mir gut, ich war glücklich und entspannt, hatte aber einfach große Lust aufs Rauchen. Am Strand war es mit dem Rauchen nicht so einfach, ich hatte zwar zwischendurch immer mal wieder eine geraucht, aber jetzt auf der Terrasse der Suite hatte ich einfach mehr Ruhe dafür.

Meto setzte sich zu mir und anscheinend hatte er Lust, ebenfalls zu rauchen, denn er nahm sich auch eine Zigarette, ich gab ihm Feuer und wir rauchten gemeinsam.

 

Danach gingen wir rein und gleich ins Badezimmer, und weil es hier eine wunderbar große, tolle Badewanne gab, ließen wir uns ein Bad ein, mit einem sehr gut duftenden Badesalz. Als die Wanne voll Wasser war, setzten wir uns hinein, einander gegenüber, und wuschen uns gegenseitig.

 

„War das heute ein schöner Tag?“, fragte Meto und seine Hand lag dabei sachte streichelnd an meinem Knie.

Ich nickte, lächelte leicht.

„Das ist schön, Tsu, dass du das auch so siehst. Du siehst auch glücklich aus.“

 

Nach dem Baden legten wir uns beide ins Bett, Meto holte sein Handy dazu und wir suchten gemeinsam die Bilder aus, die wir als Honeymoon-Fotostrecke hochladen und auf diesem Wege unseren Freunden zeigen wollten, stellten sie zusammen und online auf meinem Blog.

 

Sex hatten wir an diesem Abend nicht. Ein wenig Lust schon, und wir fingen auch ein bisschen an, aber letztendlich waren wir so müde, dass wir uns einfach nackt zusammen kuschelten und dann auch bald eingeschlafen waren.

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Kapitel:3
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Kurzbeschreibung

Willkommen zum vierten Teil: Yureteiru Kokoro! (eng.: trembling heart). Tsuzuku und Meto sind nun verheiratet, und erst einmal gehts zum Honeymoon nach Hawaii. Wieder zu Hause in Japan, macht Kätzchen Mei ihre kleine Familie perfekt. So sieht alles erst mal recht glücklich aus. Aber natürlich verschwinden Tsuzukus Probleme nicht einfach so, und eine Therapie ist harte Arbeit ...Koichi lebt sein Leben mit Freundin Mikan, doch auch da läuft nicht alles reibungsfrei ...

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