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Even when your kind appears to triumph - Part 4

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22.11.20 14:20
16 Ab 16 Jahren
In Arbeit

Autorennotiz

Disclaimer

Wie immer sei gesagt: Die Rechte am Assassins Creed Universum liegen bei Ubisoft, genauso wie auch die Charaktere. Nur die von mir hinzugefügten Protagonisten und NPCs gehören mir und sind auf meinem Mist gewachsen.

Dazu habe ich mir ein paar Charaktere vom Todesengel „ausgeliehen“ und wer aus Sicht von Faith, Alex´ Schwester im Geiste, die Geschichte lesen möchte, kann das unter "Bluterbe" und "Jeder will die Welt beherrschen" gerne tun!

Außerdem möchte ich noch sagen, dass diese Story weit vor der Bekanntgabe von AC Valhalla schon stand! Sollten Ähnlichkeiten auftreten, dann muss ich erwähnen, dass ich etwas früher damit um die Ecke kam, ich sie aber erst jetzt hochlade, weil es sonst einfach zu viel Content gewesen wäre von meiner Seite.

Even when your kind appears to triumph – Part 4

Es hat zwei Jahre gedauert ehe Alex Frederickson alles geregelt hat und zu Haytham zurückkehren kann. Ins 18. Jahrhundert nach Virginia!

Dort angekommen beginnt ein neues Leben für sie, in welchem sie unentwegt lernt und sich weiterentwickelt. Es dauert nicht lange, bis Alex dann Mistress Kenway wird und damit einhergehend entsprechende Verpflichtungen auf sie zukommen, welche es heißt zu verinnerlichen und auch standesgemäß umzusetzen!

Doch damit nicht genug! Die Vorläufer können schon eine Plage sein, wie wir festgestellt haben, doch das war noch nichts im Vergleich mit Alex´ Glauben an die nordischen Götter! Ohne es zu wissen schlittern sie und Haytham in ihre Bestimmung und nehmen ihre Freunde gleich mit!

Ein weiter Weg liegt nun vor ihnen und ich wünsche euch allen viel Vergnügen beim Lesen dieses – wahrscheinlich – letzten großen Teils meiner Geschichte um Alexandra Frederickson.

Liebe Grüße
eure Mrs Shaytham Corway

6 Charaktere

Charles Lee

Charles Lee (*6. Februar 1732 in Cheshire, England;† 2. Oktober 1782 in Pennsylvania) war ein Templer und ein General während der Amerikanischen Revolution. Er wurde kurz nach der Ankunft von Haytham Kenway in Boston von den Templern rekrutiert, obwohl er bereits mit ihnen sympathisierte. Er arbeitete sich sehr schnell in der Hierarchie nach oben und wurde bald die rechte Hand des Großmeisters.

Jennifer Scott

Edwards Tochter, geboren 1713, Halbschwester von Haytham E. Kenway, Jennifer wuchs bei ihrer Mutter Caroline Scott in Bristol auf. Da Jennifer nach der Abreise von Edward erst geboren wurde, blieb ihm seine Tochter lange Zeit unbekannt. Das änderte sich 1720, dem Jahr, in dem Caroline starb. Danach arrangierte sie eine Reise zu ihrem Vater in die Karibik, um ihn auf Great Inagua kennenzulernen.

Haytham Edward Kenway

Haytham E. Kenway, Sohn von Edward J. Kenway, geboren 04. Dez. 1725, London, gestorben 16. Sep.1781, New York, durch die Hand seines eigenen Sohnes Connor Kenway. Haytham war ein sehr vornehmer Engländer, der jedoch immer bereit war, alles zu tun was nötig war um sein Ziel zu erreichen. Er verachtete den Assassinenorden, hielt die Ziele, die sie vor hunderten von Jahren hatten, aber für ehrenhaft.

Shay Patrick Cormac

Shay Patrick Cormac (12.09.1731-Unbekannt) war einst ein Assassine, der später ein Mitglied des Templerordens wurde, im Atlantik während des Siebenjährigen Krieges tätig war, und den Kolonialen Assassinenorden mit anderen Templern fast vollständig auslöschte.

Alexandra Frederickson

Das ist ein von mir selbst ausgedachter Charakter.

William Miles

William "Bill" Miles, geb. 1948, war von 2000 bis 2013 der Anführer des Assassinen-Ordens und Vater des Assassinen Desmond Miles. Als in die Bruderschaft hineingeborene Person hat er sein ganzes Leben den Assassinen gewidmet.

~~~ Alex´ Gedanken ~~~

Immer wieder muss ich mich zurücknehmen, immer wieder merke ich, dass ich mich zusammenreißen muss. Dieses Jahrhundert ist nicht meines und es war mir eigentlich nicht zugedacht. Die Götter hatten mich ins 20. Jahrhundert entlassen. Doch warum war ich so fasziniert von dem völlig veralteten 18. Jahrhundert? War ich doch zur falschen Zeit geboren, nur die Götter hatten es übersehen?

 

Ich lebe jetzt hier in Virginia mit meinem Mann, nach einem turbulenten Start im November 1762! Wir sind Eigentümer einer großzügigen Plantage, welche wir ohne die üblichen Sklaven bewirtschaften! Hinter mir liegen fast zwei Jahrhunderte, welche es eigentlich noch zu erwarten gilt! Geboren in den 1970er und zurückgereist im Winter 2021. Das 21. Jahrhundert, in welchem mein großer Sohn nun sein Leben alleine meistert, seit ich fort bin.

 

Ich habe meine Entscheidung getroffen, ich bin in die Vergangenheit gegangen, um dem Mann beizustehen, welcher mich oft zur Weißglut gebracht hat, welcher mich im Kindesalter herablassend behandelt hat. Dennoch... ich bin hier und liebe diesen Menschen und ich nenne unser Leben einfach „Das Schicksal“ … Edward James Kenway hat mir den Weg geebnet, ohne es zu wissen, die Reiseartefakte haben mich in dieses Abenteuer geworfen!

 

Heute weiß ich, es ist Schicksal und wir können nur danach leben! Aber ich schweife ab, ich sollte euch sagen, dass ich meinen Frieden gefunden haben und nichts von dem bereue, was ich angefangen habe. Auch werde ich unseren Kindern genau diese Erkenntnis lehren!

 

Im Grunde bin ich angekommen und kann das Geschick der Menschheit nun wirklich in die richtigen Bahnen lenken! So hoffe ich, hoffen WIR... denn ich bin nicht alleine. Mir wurden wundervolle Menschen zur Seite gestellt! Mein Mann Haytham natürlich, meine Schwester im Geiste Faith und ihr Mann Shay!

~~~

 

Die Ankunft in Virginia

 

30. November 1762

 

Wir landeten auf offener See, dass Wetter war wie erwartet winterlich und kalt. Langsam mussten wir die Orientierung wiederfinden und uns jetzt auf die alten Instrumente verlassen. Doch Rafael hatte mit Tobias und William eine kleine aber tüchtige Mannschaft zusammen stellen können, welche sich allesamt mit alten Segelschiffen auskannten. Das war ein beruhigendes Gefühl.

 

Nachdem wir die Karte studiert hatten, wurde der Kurs festgelegt. Soweit waren wir gar nicht von unserem eigentlichen Ziel, der Shirley Plantage, entfernt. Wir würden in ein paar Stunden dort anlegen können. Ich hatte einige Aufzeichnungen und auch alte Karten aus der Gegend gefunden, aus denen hervorgeht, dass es eine Anlegestelle dort gibt. Haytham betrieb den Handel mit Weizen und Tabak und nutzte diese gute Lage am Fluss für die Handelsschiffe.

 

In mir stieg die Nervosität und ich zitterte leicht, nicht nur von der Kälte. Ich schlang meinen dicken Umhang noch enger um mich und stand am Bug und sah den leichten Wellen zu. Bin ich wirklich schon da? Bin ich richtig hier?

 

Du bist mehr als richtig, Alex. Glaub mir! Dort hinten siehst du sogar schon die Flussmündung und ab da ist es nicht mehr weit! Ihr seid fast am Ziel und ich muss gestehen, ich bin ebenso nervös. Die Vorbereitung hat sich aber gelohnt und du kannst vorerst ein wenig ausspannen und dich hier eingewöhnen.“ meinte Edward in meinem Kopf plötzlich.

 

Es fühlt sich noch nicht real an, es ist noch so, als würde ich in einem Luftleeren Raum sein und gleich aus meinem Traum aufwachen. Aber es ist kein Traum, oder Edward?“ fragte ich ängstlich.

 

Kein Traum, versprochen! Du stehst hier auf deinem Schiff und bist auf dem Weg zu meinem Sohn, welcher jetzt lange genug warten musste.“ seine Worte mit dieser warmen Stimme taten mir gut und ich beruhigte mich langsam.

 

Am frühen Nachmittag konnten wir von der Cheasapeak-Bay in den James-River einfahren. Das Wetter war uns Odin sei Dank hold und es kam kein Schnee oder ähnliches auf uns zu. Langsam segelte die Jackdaw immer weiter Richtung Westen, flussaufwärts, zur Shirley-Plantage. Wir hatten uns dann doch mit der Zeit vertan, wir würden gar nicht so lange brauchen und das freute mich.

 

Um mich aber noch die letzten Stunden abzulenken, ging ich in meine Kajüte und fing an, meine Truhen noch einmal zu inspizieren. Auch die gesicherte Stahltruhe nahm ich noch einmal in Augenschein. Es war alles an seinem Platz und ich betete mein Mantra wieder, dass alles in Ordnung war, dass ich nichts vergessen hatte...

 

Dann hörte ich, wie der Ausguck meldete, dass wir in einer halben Stunde anlegen konnten. Es war soweit...

 

Ich ging an Deck und stellte mich neben Rafael und sah zu, wie meine Brig vorsichtig dem Flussverlauf folgte. Ich nahm das Fernrohr und schaute, ob ich eventuell schon die Anlegestelle sehen könnte. Und tatsächlich, ich sah die Pfeiler im Wasser aufragen und... es standen dort einige Menschen und sahen in unsere Richtung. „Warum stehen da so viele Leute rum? Habe ich schon wieder etwas falsch gemacht, Rafael?“ fragte ich meinen ersten Maat vorsichtig.

 

Dieser grinste mich nur an. „Du hast doch zu Haytham gesagt, dass du mit der Brig auftauchst. Und ich vermute mal, irgendjemand wird ihm mitgeteilt haben, dass sie gesichtet worden ist, als wir in den Fluss einfuhren. Und du weißt, die Menschen hier sind neugierig.“

 

Oh, dann funktioniert hier ja die Nachrichtenkette hervorragend.“ und ich schaute noch mal durch das Fernrohr, jetzt waren wir nicht mehr weit weg.

 

Da stand er, Haytham Kenway, in einen dunklen Mantel gehüllt und sah der Jackdaw entgegen! Ich schritt hinunter aufs Deck und zum Bug, damit ich näher dran war. Mein Herz fing wie blöde an zu schlagen und mir wurde schwindelig. Meine Hände hielten sich krampfhaft an der Reling fest, damit ich nicht umfiel und ich starrte ihn nur an. Und dann konnte ich sehen, wie ein breites Lächeln auf seinem Gesicht erschien.

 

Ich konnte nicht anders, mir liefen die Tränen die Wangen runter und ich spürte, dass meine Haut eiskalt durch den Wind wurde. Es kam mir alles vor wie in Zeitlupe und ich wäre am liebsten von Bord gesprungen und den Rest geschwommen, nur um schneller bei ihm sein zu können. Geduld ist nicht wirklich meine Stärke, ich glaube, ich erwähnte es bereits.

 

Endlich wurden die Taue festgemacht und der Anker fallen gelassen. Die Segel waren bereits gerefft und die Jackdaw kam zum Stehen. Doch bevor ich vom Schiff eilen konnte, sah ich nur, wie sich mein Verlobter in Gang setzte und die Planke hinauf eilte. Mit einem Satz hob er mich hoch und schwang mich herum. Völlig außer Atem, sah er dann auf mich herab, als er mich wieder auf die Füße gestellt hatte. „Du bist wieder da, mi sol!“ und er gab mir einen langen sehr leidenschaftlichen Kuss und in meinem Kopf breitete sich der Gedanke aus „Du bist angekommen!“

 

Vorsichtig lösten wir uns voneinander und sahen uns nur an. „Wenn ich darf, würde ich jetzt gerne für immer bleiben.“ meinte ich leise und lächelte Haytham an. „Ich bestehe darauf!“ kam es ebenso leise von ihm. Er schloss wieder die Arme um mich und ich legte erleichtert meinen Kopf auf seine Brust.

 

Erst jetzt realisierte ich, dass die anwesenden Leute keinen Mucks von sich gegeben hatten. Plötzlich hörte ich nur Jubelrufe und Applaus! Als ich mich umsah, standen zig Menschen um uns rum und klopften Haytham auf die Schulter oder reichten mir die Hände.

 

Überrumpelt von dieser überschwänglichen Begrüßung, stand ich einfach da und ließ es geschehen. Doch dann sah ich meine Küchenfee, Mrs. Wallace, sie stand etwas abseits und sah mich an. Ich ging auf sie zu und nahm sie in den Arm! Wir beide schluchzten nur und brachten irgendwie nicht einen ganzen Satz zustande. „Mrs. Frederickson, ich bin... so froh!“ kam es nur von ihr. Dann schob sie mich ein Stück von sich und betrachtete mich. „Ihr habt euch kein bisschen verändert und das nach über zwei Jahren! Ihr erstaunt mich immer wieder!“ grinste sie mich an.

 

Hinter mir hörte ich das Räuspern von Haytham. „Ich denke, wir sollten jetzt für die Unterkunft deiner Mannschaft sorgen und dein Gepäck zum Herrenhaus bringen lassen. Und dann musst du dich dringend aufwärmen, mi sol. Du bist durchgefroren!“ er zitierte einige Arbeiter heran, welche meine Truhen auf einen Karren packten, während meine Crew bereits unterwegs Richtung Gästehaus war. Da wir nur 15 Mann stark waren, wäre das kein Problem, meinte Haytham.

 

Ich ging noch einmal in meine Kajüte um zu schauen, ob ich nichts vergessen hatte und er folgte mir. „Du hast wirklich alles wieder auf den alten Stand bringen lassen. Das muss doch ein Vermögen gekostet haben, Alex.“ meinte er nur. „Billig war es nicht, das stimmt. Ich musste auch noch einiges an Geld locker machen, um die Behörde zu bestechen, dass sie mir mein Schiff nicht stilllegen. Ich hatte es damals, glaube ich, erklärt, oder?“ fragte ich jetzt einfach. „Ja, hast du. Ihr habt komische Gesetze und Bedingungen.“ lachte er mich an.

 

Ich glaube, ich habe hier nichts vergessen, wir können dann los, mi amor. Ich bin so gespannt, wie du jetzt wohnst.“ gab ich aufgeregt von mir. Auch wenn ich schon ungefähr wusste, wie das Herrenhaus aussah, war ich neugierig, wie es in Echt dann wirkte.

 

Bescheiden, wenn du mich fragst. Aber die Plantage ist für den Handel optimal gelegen. Dein Ratschlag war also richtig und ich muss mich noch dafür bei dir bedanken.“ und damit bekam ich wieder einen langen Kuss, welchen ich ebenso erwiderte! Ich hatte seine Lippen so vermisst. Mir entwich ein tiefes Seufzen und ich erntete ein breites Grinsen. „Mrs. Frederickson, alles andere muss noch warten, bis ich mit der Führung durch euer neues Zuhause mit euch fertig bin!“ seine Hand legte sich besitzergreifend auf meinen Hintern.

 

Das klang noch sehr gewöhnungsbedürftig, fand ich. MEIN neues Zuhause... es würde vermutlich eine gefühlte Ewigkeit dauern, bis ich mich eingelebt hatte. Auch wenn ich es nicht hoffte und auf Haytham baute, der mir dabei half!

 

Wir verließen die Jackdaw und zurück blieben zwei Mann als Wache. Gegen Abend würden sie abgelöst und die gesamte Mannschaft wird dann abreisen. Als meine Füße den festen Boden berührten, fühlte es sich erst mal wieder seltsam an. Ein Arbeiter brachte Haythams Pferd und reichte ihm die Zügel. „Dann mal hoch mit dir, mi sol.“ grinste er mich an und half mir hoch. Als ich sicher im Sattel saß, stieg er hinter mir auf und schlang seine Arme nach vorne und um mich herum. Dann setzte sich das Tier vorsichtig in Bewegung.

 

Dieses leichte Schaukeln gefiel mir und ich hielt mich an Haythams Armen fest, während ich mich an ihn schmiegte. Ich konnte seinen warmen Atem auf meinem Hals spüren und er gab mir einen Kuss in die Halsbeuge. „Du erschauerst immer noch, wie damals, mi sol!“ meinte er amüsiert. „Mi amor, du weißt, welche Wirkung du auf mich und meinen Körper hast. Das wird sich sicherlich nicht einfach so ablegen lassen.“ erwiderte ich und lehnte mich dichter an ihn.

 

Wie lange warst du in deiner Zeit, bis du wieder hierher konntest?“ fragte er mich plötzlich. „Etwa zwei Jahre. Genauso viele sind hier ja auch vergangen. Ich wollte kein größeres Ungleichgewicht haben, was mein Alter oder deines angeht.“ dabei strich ich über seine Arme.

 

Ich kenne gar nicht dein richtiges Alter, oder zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass du es mir gesagt hast, mi sol.“ kam es etwas verlegen von ihm, doch ich musste kichern. „Nicht schlimm, Haytham. Ich bin mittlerweile 46 Jahre alt!“ ich drehte mich ein bisschen und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

 

Du bist tatsächlich fast 9 Jahre älter als ich.“ meinte er staunend. „Ich hoffe, dich stört das nicht, Haytham?“ fragte ich ihn vorsichtig. „Nein, warum sollte es. Ich hatte es dir doch damals auch schon gesagt. Mich stört das nicht, im Gegenteil.“ und ich konnte sein breites Grinsen förmlich spüren. Ich kicherte in mich hinein. „So so, Master Kenway.“ plötzlich nahm er eine Hand vom Zügel und drückte mich an sich. Seine Lippen waren wieder an meinem Hals und … „Wenn du so weitermachst, zerre ich dich gleich von dem Gaul und garantiere für nichts mehr, mi amor!“ meinte ich etwas atemlos!

 

Dann sollten wir uns beeilen, ins Warme zu kommen, mi sol. Mrs. Wallace hat sicher schon alles vorbereitet, wie ich sie kenne!“ sein Arm lag immer noch um mich herum und er trieb das Pferd jetzt an.

 

In einigen Metern Entfernung konnte ich auf der linken Seite das große Gästehaus aus Backstein schon sehen. Dahinter erkannte ich einige weiße Säulen um eine Veranda herum. Das musste dann wohl das Herrenhaus sein. Je näher wir kamen, desto mehr fiel mir auf, dass Haythams Aussage, er würde bescheiden wohnen, nicht ganz zutraf. Für meine Begriffe war das schon sehr … ordentlich und herrschaftlich. Ehrfurchtsvoll sah ich mir das Haus genauer an und fragte mich, wer denn bitte die ganzen Fenster putzen sollte. Ich und meine dummen Gedanken und ich musste schmunzeln.

 

Mi sol, warum grinst du so?“ wollte mein Verlobter von mir wissen. „Ich... es klingt vermutlich gerade blöd, aber ich habe mich gefragt, wer denn bitte Lust hat, so viele Fenster zu putzen!“ und ich kicherte weiter.

 

Ich vermute, niemand hat wirklich Lust dazu, aber ich habe meine Angestellten. Und ja, ich weiß, du musst dich daran noch gewöhnen. Aber ich helfe dir schon dabei, mi sol. Keine Sorge!“ damit stieg er ab und hob mich dann ebenfalls vom Pferd. Ein Stallbursche nahm die Zügel und führte das Tier in die Ställe. Diese lagen an der langen Auffahrt auf der rechten Seite. Vor dem Eingangsbereich prangte in der Mitte ein Brunnen, welcher aber gerade kein Wasser führte, um Frostschäden zu vermeiden, vermutete ich einfach mal.

 

Immer noch staunend trat ich auf die Veranda und sah mich um. „Es ist wunderschön hier, mi amor.“ kam es leise von mir und er legte einen Arm um meine Schulter. „In den Sommermonaten ist es sogar noch schöner hier. Und... jetzt wo du da bist, wird es endlich unser Zuhause sein!“ er gab mir einen Kuss auf die Stirn und führte mich ins Innere.

 

Kapitel 2

Mein neues Zuhause

 


Die Eingangshalle verdiente ihren Namen. Vor mir erstreckte sich eine dunkle Treppe, welche sich auf halbem Wege gabelte nach oben auf die Galerie. Haytham erklärte mir kurzerhand die Raumaufteilung. „Gleich rechts hier, ist mein Arbeitszimmer. Daneben ist das Esszimmer mit angrenzender Küche. Auf der linken Seite findest du den Salon, an den grenzt das Lesezimmer und geradeaus ist der Wintergarten.“ jetzt führte er mich von Raum zu Raum und ich hatte ja mit vielem gerechnet, aber unter Wintergarten stellte ich mir ein kleines extra Wohnzimmer vor. Doch das hier war... riesig. Es glich eigentlich eher einem Saal mit riesiger Fensterfront. „Im Sommer ist es auch möglich, alle Fenster dort zu öffnen und zur Seite weg zubewegen.“ meinte mein Verlobter stolz. Doch mir gefiel mal wieder, wie sollte es anders sein, das kleine gemütliche Zimmer mit den ganzen Regalen voller Bücher!

„Ich glaube, ich bleibe gleich hier, mi amor.“ grinste ich ihn an. „Das könnte dir so passen. Wir sind mit der Besichtigung noch nicht fertig.“ und damit zog er mich hinter sich her, die Treppe hoch. Wir gingen die Stufen nach links hoch, dort befand sich geradeaus das Schlafzimmer mit dem Ankleidezimmer, in welchem gerade eines der Mädchen meine Sachen verräumte. Links daneben gab es ein großes Gästezimmer an welchem ein kleinerer Raum anschloss für die Kinder des Besuchs. Haythams Kammerdiener hatte ein Zimmer nach vorne raus und daneben war ein noch ungenutztes Zimmer, ebenfalls mit dem Blick auf die Auffahrt.

Es gab drei kleinere Kammern, welche nach hinten heraus gingen, wo die engsten Angestellten, wie Mrs. Wallace zum Beispiel, ihre Schlafquartiere hatten. Auf der rechten Galerieseite gab es drei Zimmer, die nur mit einem Bett und einer Kommode möbliert waren. Nach vorne heraus lag auf dieser Seite ein großes Zimmer mit Regalen ringsum und einem Schreibtisch in der Mitte! „Wenn du magst, kannst du dich dort einrichten. Ein eigenes Studierzimmer? In dieses kannst du dich dann jederzeit zurückziehen, wenn du mal deine Ruhe vor mir haben willst.“ grinste er mich breit an. „Ich hoffe, dass das sehr sehr selten vorkommen wird, mi amor.“

„Die kleineren Zimmer nebenan, sind das auch noch Gästezimmer?“ fragte ich neugierig und in Haythams Augen trat ein warmer Glanz. „Nicht ganz, denn... ich hatte eher an Kinderzimmer gedacht!“ mit diesen Worten nahm er mich wieder in seine Arme und sah mich einfach nur an. „Haytham, ich...“ mehr konnte ich nicht sagen, das wäre noch in ferner Zukunft. Doch ich konnte nicht anders, als ihn liebevoll anlächeln. Wir hatten anscheinend beide denselben Gedanken und das beruhigte mich ein wenig.

Damit war die Führung erst einmal beendet und wir gingen hinunter in den Salon. Der Kamin war angefeuert und es breitete sich in mir eine wohlige Wärme aus. Meine Mannschaft hatte bereits Quartier im Gästehaus bezogen um sich aufzuwärmen und auszuruhen. Sie sollte dann zum Abendessen hier wieder erscheinen. Ich schritt die Regale mit den Büchern ab und fuhr, wie ich es immer tat, ehrfürchtig über die wunderschönen Buchrücken. „Es ist faszinierend zu sehen, wie du auf Bücher reagierst. Man könnte meinen, du hättest Angst, sie anzufassen, weil du befürchtest, sie zu zerstören.“ kam es erstaunt von Haytham.

„Frag mich nicht, warum ich so bin. Ich liebe es einfach zu lesen. Das gibt mir die Möglichkeit in ganz andere Welten einzutauchen und oft hole ich mir Inspiration für meine Geschichten zum Beispiel.“ meinte ich verträumt mit Blick auf die Regale.

„Du schreibst Geschichten? Was für welche und darf ich auch einmal einen Blick darauf werfen?“ fragte mich mein Verlobter. „Es sind immer nur irgendwelche Oneshots von den Protagonisten aus Büchern oder Filmen!“ erwiderte ich nur und erntete einen fragenden Blick. „Oh, ach so... ich meine es sind Kurzgeschichten und was ein Film ist, hatte ich, glaube ich, erklärt.“ grinste ich ihn an.

„Hattest du und ich habe es immer noch nicht richtig verstanden.“ seine Hand legte sich plötzlich unter mein Kinn und hob es an. Unvermittelt meinte er dann „Ich habe dich so vermisst, mi sol! Und als ich vorhin erfuhr, dass man die Jackdaw gesehen hatte, dachte ich erst, es ist wieder dieser Albtraum. In diesem sehe ich dich an Deck stehen und bevor ich zu dir kann, verschwindet alles in einem schwarzen Nebel. Verlass mich nie wieder, Alex. Bitte, versprich es mir!“ kam es plötzlich mit Tränen in den Augen von Haytham.

„Auch ich habe dich wahnsinnig vermisst, mi amor und du bist nicht alleine mit diesen bösen Träumen. In meinen dunkelsten Nächten hast du mich einfach fallengelassen und ich stürzte in die Hölle. Aber ich verspreche dir, ich werde nicht wieder gehen. Weil ich jetzt weiß, wo ich hingehöre und zu wem ich gehöre! Daran wird sich nichts mehr ändern!“ kam es stockend aus meinem Mund, ich musste meine Tränen unterdrücken.

Wir lagen uns in den Armen und ich atmete seinen Duft wieder ein... er hatte sich nicht verändert. Wie gewohnt, Seife und Lavendel und ich ertappte mich dabei, wie ich mich immer enger an ihn schmiegte. Seine Hände fuhren langsam und vorsichtig über meinen Rücken und seine Atmung wurde ruhiger, genauso wie sein Herzschlag. Auch das hatte sich nicht geändert. Ein zaghaftes Klopfen riss uns aus unserer Zweisamkeit.

„Master Kenway, Mrs. Frederickson. Ich habe etwas Tee für euch!“ kam es leise von Mrs. Wallace. Ich war ihr dankbar, ich hatte tatsächlich Durst und sie hatte mir meinen Kaffee gemacht. Ich lächelte sie an und nickte. „Danke, Mrs. Wallace.“ meinte Haytham und führte mich zu dem Sofa in der Ecke vor dem Kamin.

Dankbar nahm ich meine Kaffeetasse in die Hand und seufzte nur. „Alex, was ist das mit dir und dem Kaffee.“ lachte mein Verlobter mich an. „Keine Ahnung, ich liebe dieses koffeinhaltige Heißgetränk einfach. Und dich natürlich auch.“ erwiderte ich ironisch. „So so... ich werde also damit gleichgesetzt?“ kam es gespielt säuerlich aus seinem Munde.

„Das ist eine Ehre für dich, mi amor. Denn das heißt, du stehst sehr sehr weit oben in meiner Gunst!“ gab ich grinsend von mir. „Da bin ich aber beruhigt, mi sol.“ kopfschüttelnd sah er mich über seine Tasse hinweg an. Ich lehnte mich zurück und langsam spürte ich, wie auch mein Geist ein wenig zur Ruhe kam.

„Wie groß ist das ganze Areal eigentlich, Haytham?“ fragte ich jetzt, das hatte ich tatsächlich mal nicht recherchiert. Etwas überrascht durch den Themenwechsel antwortete er zögernd „Ungefähr 350 Hektar. Ich müsste es nachmessen, mi sol. Wie kommst du gerade jetzt darauf?“ fragte er weiter.

„Reine Neugierde, mi amor. Es interessiert mich halt, wie weitläufig das Gelände ist. Die Größe hatte ich gar nicht aus den Unterlagen herausgelesen.“ erwiderte ich einfach. „Das finde ich immer noch unheimlich, dass es Menschen gibt, die in meinem Leben herumsuchen.“ Haytham sah mich immer noch etwas skeptisch an. „Aber jetzt werden sie auch nach MEINEM Leben forschen, Haytham.“ grinste ich ihn an. „Das stimmt eigentlich. Ich hoffe, es kommen keine... unanständigen Berichte von dir ans Licht!“ lachte er jetzt und sah mich plötzlich mit dunklen grauen Augen an.

Ich musste schlucken und mich überkam ein Schauer, der nichts mit der Kälte oder ähnlichem zu tun hatte. Ein Diener trat ein und unterbrach unsere Unterhaltung. „Mrs. Frederickson, wo sollen wir diese schwere Truhe hinbringen?“

Das war eine gute Frage und ich kam auf den Gedanken, mein Arbeitszimmer einzuweihen. „Bringt die Truhe hinauf in das kleine Zimmer mit den leeren Regalen auf der rechten Galerie, welches noch ungenutzt ist.“ und der Diener verneigte sich und ging mit den Worten „Sehr wohl, Mrs. Frederickson.“

„Dann hast du dich entschlossen, daraus dein Reich zu machen, mi sol?“ fragte Haytham mich jetzt erleichtert, so als hätte ich doch auf einmal meine Meinung, bezüglich meines Hierbleibens überdacht. „Ja, so kann ich an meinen Nachforschungen weiterarbeiten und mich ausbreiten!“

„Du... wonach musst du denn noch suchen?“ Erstaunen legte sich wieder auf sein Gesicht. „Haytham, in den letzten Jahren ist so viel passiert. Ich werde dir in den nächsten Tagen, vermutlich eher Wochen, alles erzählen. Es ist … einfach wahnsinnig viel und stellenweise auch einfach kompliziert gewesen!“ meinte ich seufzend.

„Dann sollten wir heute einfach nur unser Wiedersehen feiern, mi sol.“ und er gab mir einen langen Kuss und ich schlang meine Arme um seinen Nacken. Es tat so gut, ihn wieder bei mir zu haben, ihn zu fühlen und zu schmecken. Mit einem Male fand ich mich auf seinem Schoss wieder und seine Hände glitten unter meine Röcke über meine Oberschenkel. „Ich glaube, das Mädchen ist mit dem Ausräumen deiner Truhen sicherlich fertig.“ raunte er mir ans Ohr!

Haytham ließ mich langsam von seinem Schoss gleiten und stand dann auf. Seine Hand schnappte sich meine und zog mich einfach mit, die Treppe hinauf Richtung Schlafzimmer. Es war leer und ich hörte ihn erleichtert aufatmen. Ohne weitere Worte schloss er hinter uns die Tür und drückte mich dagegen.

„Verzeih mir, wenn ich jetzt wenig Zeit für die Kleidung übrig habe.“ Und damit hatte er mich wieder hochgehoben und meine Röcke hochgeschoben. Meine Beine schlang ich um seine Hüfte und ich konnte seine Erregung spüren, sein Atem ging schwer an meinem Hals, als er mit seinen Lippen darüber hinweg glitt. Eine Hand auf meinem Hintern, die andere öffnete seine Hosen und ich konnte nur noch ein erschrockenes Aufkeuchen ausstoßen.

Das war der Moment, den ich mir so oft in den einsamen Nächten erträumt hatte. Diese Wiedervereinigung, dieses sich einfach haben wollen. Haytham nahm mich, wie er es gesagt hatte. Meine Hände hatte ich in seinem Nacken vergraben und wir waren wieder im Einklang.

Mein Verlobter befand nach kurzer Zeit, dass das Bett doch eine bequemere Alternative war und brachte mich hinüber. Seine Bewegungen wurden schneller und ich nahm ein stöhnendes „Sieh mich an!“ wahr. Wie ein Stichwort fühlte ich die Welle des Höhepunktes auf mich zukommen und ich ließ mich fallen, spürte gleichzeitig, dass auch Haytham sich nicht mehr beherrschen konnte. So kamen wir beide fast zeitgleich, es war eine Erlösung, die ich dringend gebraucht hatte. Wenn die Bediensteten noch nicht mitbekommen hatten, wo wir waren, dann spätestens jetzt, ich rief wieder einmal seinen Namen viel zu laut. Doch es war mir egal.

„Mi sol, ich habe dich und deinen Körper vermisst.“ nuschelte er mir atemlos ins Ohr und fuhr mit seiner Hand über meinen Oberschenkel. „Ich dich auch, mi amor. Und ich will mehr haben von dir!“ meinte ich meinerseits sehr atemlos und strich ihm seine losen Haare aus dem Gesicht. Für einen kurzen Moment sahen wir uns einfach nur an und ich versank wieder in seinen Augen.

Dann zog er sich langsam zurück, legte sich neben mich und zog mich an seine Seite. „Ich kann es immer noch nicht ganz begreifen! Es fühlt sich noch so unwirklich an, dass du jetzt hier bei mir bist. Alex, ich habe Angst, ich könnte aufwachen und alles wäre wieder wie gestern!“ sprach Haytham zögerlich und ich hörte tatsächlich eine gewisse Angst in seiner Stimme.

„Mir geht es genauso, auch ich habe diese Angst, dass es nur ein Traum ist. Aber ich bin fest davon überzeugt, wenn es nicht echt wäre, dann... also... ich... ich hatte ja schon so den einen oder anderen Traum... in dem ich... in dem wir...!“ stotterte ich herum, weil ich urplötzlich wahnsinnig schüchtern war. Haytham fand es lustig und kicherte vor sich hin. „Glaubst du, ich hatte nicht solche Gedanken in den einsamen Nächten? Unsere letzte gemeinsame Nacht hatte ich dann immer vor Augen und ich muss sagen, was ich sah gefiel mir. Was ich aber jetzt wieder hier habe, gefällt mir weitaus besser und... es ist befriedigender, mi sol.“ Haytham drückte mich an sich und küsste meine Stirn.

„Ich freue mich auf sehr viele befriedigende Nächte mit dir, mi amor!“ sagte ich und schob mich etwas hoch, damit ich ihn küssen konnte. Ich wäre gerne jetzt hier im Bett geblieben, denn es war unglaublich weich und vor allem groß. Doch mein Verlobter erinnerte mich daran, dass meine Crew gleich zum Abendessen hier sein wird.

„Haytham, können wir nicht einfach sagen, du bist plötzlich krank oder so...“ meinte ich und machte meinen schönsten Schmollmund. „Das könnte dir so passen, Alex.“ lachte er nur und gab mir einen Klaps auf den Hintern. „Aufstehen und da du mir meine Haare wieder völlig durcheinander gebracht hast, wirst du sie wieder in Ordnung bringen.“ mit diesen Worten erhob er sich und zog mich mit aus dem Bett.

Kapitel 3

Jetzt ist es endgültig... Ich bleibe!



„Ich hätte ja fast etwas vergessen, komm mit.“ freudestrahlend zog er mich ins Ankleidezimmer. Es gab drei große Schränke, drei Kommoden und noch eine Truhe an der gegenüberliegenden Wand der Tür. Haytham öffnete den linken Schrank und ich sah die Kleider, welche er mir damals in New York gekauft hatte.

„Daran hatte ich ja gar nicht mehr gedacht.“ mir blieb der Mund offen stehen und ich strich vorsichtig über die feinen Stoffe. „Vielleicht solltest du dich umziehen, ich bin dir gerne dabei behilflich, mi sol.“ grinste er mich breit über meine Schulter hinweg an. Ich musste in dem Moment lachen, weil er nicht unrecht hatte, seine Haare waren das totale Chaos. Aber als ich uns im Spiegelbild betrachtete, dachte ich nur, dass ich wirklich ziemlich klein bin, im Gegensatz zu ihm. „Ich kann nicht mehr in deinem Gesicht lesen, Alex. Ich hoffe nicht, du planst etwas böses für heute Abend?“ zwinkerte er mir zu. „Nein, keine Sorge, ich dachte nur darüber nach, wie groß du eigentlich im Gegensatz zu mir bist.“

„Ich finde es gut so, so kann ich dich jederzeit mit Leichtigkeit überall hin verschleppen!“ seine Finger fuhren langsam über meinen Nacken bei diesen Worten und hinterließen eine Gänsehaut. Zufrieden lächelte er mich an. „Du darfst mich gerne hier und jetzt verschleppen, Haytham Kenway, tu dir keinen Zwang an.“ mit einem Schwung drehte ich mich um und sprang ihn förmlich an. Meine Arme um seinen Hals und meine Beine um seine Hüfte, klammerte ich mich an ihn und übersäte ihn mit Küssen!

„Du bist unmöglich, Mrs. Frederickson.“ hörte ich ihn wie aus einem Nebel und wir fingen an, den jeweils anderen von seiner Kleidung zu befreien. Wir hinterließen eine Spur aus Stoff, auf dem Weg zurück ins Schlafzimmer. Dort wurde ich auf dem Bett unter meinem Verlobten begraben und ich bekam meinen Templer, mit den so vermissten Befehlen und diesen wahnsinns grauen Augen. Unser Höhepunkt war dieses mal ruhiger, aber intensiver und ich spürte diese Muskelanspannungen von meinem Verlobten, wie sie langsam abebbten.

„Ich liebe dich, Haytham.“ gab ich atemlos von mir. „Und ich dich auch, Alex!“ darauf folgte einfach ein langer vorsichtiger Kuss. Von unten vernahm ich Stimmengewirr, welches mir verriet, dass die Crew eingetroffen war. Ich seufzte nur und auch mein Verlobter erhob sich mürrisch aus dem Bett. „Dann wirst du heute mal Zeuge, wie es in unserer Zeit bei Tisch zugeht!“ grinste ich meinen Templer an.

„Das klingt, als wäre es eine Drohung.“ lachte er nur und wusch sich durchs Gesicht. „Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Wir werden uns zurückhalten, mi amor. Wir sind ja keine Barbaren!“ und er erntete einen Klaps auf seinen Hintern von mir. Als ich dann vor meinem Schrank stand, wusste ich nicht so recht, was ich eigentlich anziehen sollte. „Haytham, ist es eigentlich egal, WAS ich für ein Kleid trage? Oder muss ich etwas beachten?“

„Wie meinst du das? Du kannst tragen was du willst... oh, du meinst ob es eine Art Kleiderordnung gibt? Nein, hier zuhause ist es dir überlassen!“ meinte Haytham nur. Gut, dann eben das schwarze Seidenkleid mit den silbernen Stickereien. Gerade als ich mein Unterkleid und die Strümpfe anhatte, stand mein Verlobter hinter mir. „Du brauchst eine Kammerzofe, Alex. In den nächsten Tagen, werden wir jemanden suchen und einstellen.“ kam es plötzlich lächelnd von ihm. Ich wollte gerade verneinen, aber dann fiel mir ein, dass mein Templer nicht immer zur Hand war um mir aus oder in meine Kleider zu helfen.

„Du hast Recht, aber heute wirst du mir noch behilflich sein müssen.“ und sah ihn strahlend an, irgendwie fühlte ich mich immer mehr wie zuhause und angekommen! Das ließ er sich nicht zweimal sagen und fing an, mein Korsett zu schnüren, grinste aber immer wieder über meine Schulter zum Spiegelbild. „Nein, ich werde keinen Platz lassen, mi sol. Das bei Faith damals war nur eine Ausnahme.“ meinte er in diesem Befehlston, welcher mich zittern ließ.

„Na gut, aber... bitte... lass mir wenigstens... Luft zum... Atmen!“ meinte ich stockend, es fehlte nur noch, dass er seinen Fuß in meinen Rücken stemmte, damit er die Schnüre ziehen konnte. „So kommt aber dein Dekolleté besonders gut zur Geltung, mi sol.“ raunte er mir leise ans Ohr und sein Blick wanderte in meinen Ausschnitt.

„Master Kenway, ich muss doch sehr bitten. Wir sind noch nicht einmal verheiratet und ihr starrt mir so auf meine Brüste!“ gab ich gespielt entrüstet von mir. „Ich kann auch einfach...“ doch ich schlug ihm auf seine Finger. „Nein, später, mi amor!“ grinste ich ihn an und gab ihm einen schnellen Kuss auf die Wange. So langsam sollten wir uns beeilen, wir hätten noch die ganze Nacht, den nächsten Tag und wie ich hoffte, die nächsten Jahre gemeinsam!

Als ich endlich in dem Kleid vor dem Spiegel stand, staunte ich nicht schlecht, es saß perfekt. Dann hatte sich mein Körper nicht allzu sehr verändert in den letzten beiden Jahren. Erleichtert atmete ich aus und fing an, meine Haare einigermaßen zu sortieren. Es gelang mir ganz gut und danach war Haytham dran. Er setzte sich auf den Stuhl vor dem kleinen Schreibtisch und reichte mir die Bürste. Im Spiegel beobachtete er mich wieder grinsend. „WAS denn, Haytham. Du weißt, ich liebe es, in deinen Haaren zu wuseln.“, dann hielt ich kurz inne. Hatten sich da wirklich ein paar silberne Strähnen in seine sonst fast schwarzen Haare geschlichen?

Ich musste grinsen. „Mi amor, du hast ja graue Strähnen plötzlich.“ und hielt die besagte Partie vor seine Nase. „Ist das ein Wunder? Wer eine Frau wie dich sein Eigen nennen darf, da bleibt es nicht aus, dass man schneller ergraut, als einem lieb ist.“ gab er lachend als Antwort und er zog meinen Mund zu sich. „Trotzdem habe ich dich vermisst.“

Als das Haarband fest saß, zog er noch seinen Gehrock über und wir konnten das Schlafzimmer verlassen. Auf der Galerie kam uns eines der Mädchen entgegen und funkelte mich wütend an, knickste aber höflich und ging an uns vorbei, vermutlich um im Schlafzimmer aufzuräumen.

„Wer ist das, Haytham? Sie sah nicht gerade glücklich aus, dass ich hier bin.“ das fehlte mir noch, dass hier eine zweite Justine arbeitete! Mit Schrecken musste ich an das Zimmermädchen bei den Cormacs denken, welche sich ziemlich daneben benommen hatte.

„Das ist Zoe, sie ist erst ein paar Wochen hier. Noch recht jung, aber Jones hatte sie empfohlen. Sie ist seine Nichte.“ ah, ja gut, aber dass muss ja nichts positives bedeuten. Doch ich verdrängte diesen Gedanken erst einmal, ich mag mich ja auch irren und sie würde sich noch an mich gewöhnen.

Unten angekommen, hörte ich bereits Rafael laut mit den anderen diskutieren. Es ging um die Anschaffung eines neuen PCs und er war der Meinung, er hätte das alleinige Wissen gepachtet. Als wir eintraten, verstummten sie alle und sahen mich mit großen Augen an. In diesem Moment fiel mir ein, dass jetzt eine lange Begrüßungsrunde anstand. Doch ich musste nicht anfangen, mein erster Maat kannte Haytham ja noch und fing an, alle vorzustellen.

Danach brachten die Angestellten mehrere Karaffen mit Wein und so unterhielten wir uns noch eine Weile, bis das Essen dann fertig war! Das Küchenpersonal hatte sich alle Mühe gegeben, diese überraschende Anzahl von zusätzlichen Gästen zu bewirten. Doch es war köstlich, aber... ihr wisst ja... Essen-wie-ein-Spatz-Diät... Haytham führte ein angeregtes Gespräch mit unserem Navigator, wie ich ihn gerne nannte. Er war der einzige, der diese alten Seekarten und Gewässerbeschreibungen hatte deuten können.

Ich hingegen hatte noch mit unserem Smutje ein Hühnchen zu rupfen, er hatte viel zu viele Lebensmittel für die kurze Zeit geordert. „Ich habe es doch nur gut gemeint. Wer weiß, was uns hätte erwarten können.“ gab er kleinlaut als Entschuldigung von sich. Das meiste müsste jetzt auch wieder mit ins 21. Jahrhundert genommen werden, denn es war Convenient-Food. Da durfte er sich von William sicher auch noch ein paar Worte zu anhören.

Als das Essen beendet war, versammelten sich alle wieder im Salon. Die Mannschaft musste wieder zurück, ich hatte sie nur kurz hierbehalten, falls... naja, für den Notfall... ich weiß nicht. Es hätte ja auch alles ganz anders laufen können. Auch die beiden Wachen von der Jackdaw waren mittlerweile anwesend.

Unentschlossen stand mein bester Freund jetzt vor mir, mit den Ringen in der Hand. „Alex, ich lasse dich nicht gerne hier alleine! Ich habe Angst, dass es dir vielleicht nicht gut gehen wird, oder das... verdammt, ich habe Angst um dich und ich vermisse dich doch jetzt schon!“ mit diesen Worten drückte er mich an sich und ich heulte an seiner Brust. „Rafael, bitte... mach es mir nicht noch schwerer. Yannick hat mich schon fast zum Zweifeln gebracht. Und vergiss nicht, ich werde euch auf dem Laufenden halten!“ sagte ich leise schluchzend und sah ihm in seine dunklen braunen Augen.

Abrupt drehte er sich zu Haytham um. „Master Kenway, passt bitte gut auf meine beste Freundin auf und sollten mir Klagen kommen...“ doch mein Verlobter ließ ihn nicht ausreden. „Mr. Thomasen, ihr werdet nichts dergleichen von ihr hören. Ich würde lieber selber sterben, als dass meiner Verlobten etwas zustößt. Das versichere ich euch!“ er reichte Rafael die Hand und die beiden klopften sich noch auf die Schulter.

Die Mannschaft stand schweigend dabei und die Jungs wussten nicht, ob sie sich auch äußern sollten. Doch jetzt kam einer nach dem anderen und nahm mich in den Arm und verabschiedete sich. Von ihnen würde ich wohl niemanden wieder sehen. Bei meinem besten Freund war ich mir nicht so sicher... er hatte bei der Hochzeit von Tobias und Marie einige Andeutungen gemacht, dass er mich an meinem Hochzeitstag nicht alleine lassen will.

Der Spiegel war aktiviert und nach und nach traten sie alle hindurch, als letzter stand Rafael unschlüssig da. „Bist du sicher, dass wir die Artefakte mitnehmen sollen?“ fragte er noch einmal und sah mich durchdringend an. Ich schluckte schwer und erwiderte nur, dass ich mir sicher sei und hierbleiben werde. Ich bekam einen letzten Kuss von ihm und dann war er verschwunden, zusammen mit dem Portal.

Ich starrte auf diesen Fleck, wo eben noch... Jetzt gab es für mich wirklich kein Zurück mehr. Meine Knie gaben unter mir nach und ich sackte einfach zusammen. Haytham hockte sich neben mich und hielt mich fest, seine Hand streichelte über meinen Kopf und er wiegte mich leicht hin und her. Mir liefen die Tränen einfach, zum einen aus Freude, zum anderen weil es jetzt zur Realität wurde, dass mein altes Leben abgeschlossen war. Das Ganze gepaart mit dieser Erkenntnis, dass ich hier jetzt „festsaß“ fürs erste. Aber ich würde hier etwas neues aufbauen, ich könnte hier meine Arbeit fortsetzen...

„Alex, du wusstest, dass sie gehen würden...“ doch ich ließ ihn nicht ausreden. „Das ist es nicht alleine, Haytham. Es ist einfach diese Tatsache, dass ich wirklich hier bin und bleibe. Ich habe im Moment keine Möglichkeit mehr, selber zu reisen! Es macht mir Angst, zugleich bin ich aber froh hier zu sein. Das Ganze verwirrt mich gerade, halt mich einfach fest, ja?“ ich klammerte mich an meinen Verlobten.

Irgendwann hob mich Haytham hoch und trug mich zum Sofa vor den Kamin. „Mi sol, du bist eiskalt. Wärme dich auf, ich will nicht, dass du noch krank wirst!“ kam es leise von ihm, während er mich weiterhin im Arm hielt. Kurz darauf erschien Mrs. Wallace und fragte, ob wir noch etwas benötigten. Als sie mich so schluchzend sah, kam sie langsam auf uns zu. „Mrs. Frederickson, ihr seid hier nicht alleine und verzeiht meine direkte Art, auch ich bin für euch da.“ und ihr Gesicht erhellte sich bei diesen Worten. „Mrs. Wallace, ihr seid einfach ein Schatz.“ ich nahm ihre Hand und drückte sie. „Habt ihr noch... von dem guten Rum etwas übrig?“ fragte ich vorsichtig und mein Verlobter räusperte sich nur.

„Sicher doch, ich bringe euch ein Glas...“ meinte sie nur, aber mein Blick deutete ihr, sie solle lieber die Flasche mitbringen. „Oh, ich verstehe!“ und mit einem wissenden Grinsen ging sie hinaus. „Mi sol, sie ist eine Angestellte. Du musst lernen, sie auch so zu behandeln...“ ich seufzte nur und sah ihn traurig an.

„Das weiß ich, Haytham, aber Sybill hat mir damals sehr geholfen und mir beigestanden. Sie ist wie eine gute Freundin. Das wird sie bleiben, ob es dir recht ist oder nicht.“ belehrte ich ihn jetzt und hoffte, dass er wenigstens etwas Verständnis hätte. „Aber lass es nicht Oberhand gewinnen und vor den anderen Bedienstete reiß dich zusammen, ich gehe davon aus, dass Mrs. Wallace das aber selber weiß.“ ein Kuss auf die Stirn sagte mir, dass das Thema erst einmal vom Tisch war.

 

Kapitel 4

Der Rum und seine Folgen



Als ich mit dem großen Glas Rum neben Haytham vor dem Kamin saß, fing ich an mich zu entspannen. Meine Gedanken kreisten mit einem Mal um seinen Geburtstag. „Hast du eigentlich etwas für deinen Geburtstag geplant, mi amor?“ fragte ich frei raus. „Nur ein kleines Essen mit einigen Geschäftspartnern und Nachbarn. Nichts großes, warum fragst du?“

„Naja, einfach so. Ich dachte, dass eventuell Faith und Shay dich auch besuchen kommen!“ kam es jetzt etwas enttäuscht von mir. „Du wirst sie bald wieder sehen, mi sol. Sie haben mich über Weihnachten und Silvester zu sich eingeladen!“ meinte mein Verlobter freudig und sah mich erwartungsvoll an. „Das hört sich großartig an. Ich freue mich so, sie alle wiederzusehen. Ich habe sogar etwas für die beiden, was ich ihnen schenken kann zu Weihnachten!“ grinste ich vor mich hin.

„Oh, was ist es denn, Alex?“ fragte er etwas enttäuscht. „Für dich habe ich aber auch ein Geschenk, ich bin noch am überlegen, ob du es zum Geburtstag bekommst oder doch erst zu Weihnachten!“ ich sah ihn fragend an, ich wusste wirklich nicht, WANN ich ihm sein Kurzschwert schenken sollte. Es war in der gesicherten Truhe in … meinem Arbeitszimmer. Und wieder hatte ich so ein merkwürdiges Gefühl, ich musste mich noch daran gewöhnen, dass es auch MEIN Zuhause war, oder besser UNSER Zuhause.

„Also ich kann auch bis Weihnachten warten, weil mein Geburtstagsgeschenk bereits neben mir auf dem Sofa sitzt und schon genug von dem Rum getrunken hat!“ lachte er mich an und wollte mir schon das Glas aus der Hand nehmen. „Er ist aber so lecker und er wärmt mich. Du hast gesagt, dass ich mich aufwärmen soll...“ doch ich spürte wirklich die Wirkung des Alkohols allmählich, ich hatte den ganzen Tag kaum etwas gegessen und das ist eher fatal.

„Ich wüsste auf jeden Fall noch eine andere und vor allem gesündere Methode, welche dich wärmen würde, mi sol.“ seine Augen verdunkelten sich und jagten mir wieder diese wohligen Schauer über den Rücken. Ich ließ Rum Rum sein und drehte mich zu Haytham, schlang meine Arme um seinen Nacken und gab ihm einen verlangenden Kuss. „Diese Art des Wärmens würde ich gerne einmal in Anspruch nehmen, Master Kenway!“ meine Stimme krächzte leicht bei diesen Worten, weil ich schon wieder dahinschmolz.

„Dann kommt mit und ich zeige es euch, Mrs. Frederickson.“ er erhob sich und führte mich nach oben. Leise schloss er die Tür und kam auf mich zu. Und ich muss sagen, mein Verlobter hatte einfach ein Talent für diese Art des Aufwärmens. Er beschloss, dass er mir noch ein paar Lektionen hinsichtlich meines Verhaltens gegenüber den Bediensteten beibringen sollte und zwar vor dem Kamin. Dieser war ordentlich angeheizt und sein Körper gab mir dann den Rest. Er kniete hinter mir und hielt mich an den Haaren, wiederholte seine Worte immer und immer wieder, während er sich langsam in mir bewegte.

Ich spürte diesen Schweißfilm an meinem Rücken, als er mich ganz an sich heranzog und seine Hände meine Brüste umfassten. „Du wirst noch einiges lernen, Mrs. Frederickson. Dafür werde ich sorgen!“ kam es raunend von Haytham und sein Höhepunkt war hart und heftig. Seine Arme umklammerten mich, bis sich seine Muskeln wieder beruhigten. Vorsichtig wanderten seine Hände zu meiner empfindlichsten Stelle und brachten mich über diese letzte Schwelle.

Meine Hände griffen seine Oberschenkel und ich suchte verzweifelt nach Halt. Langsam kam auch ich wieder zu Atem und meine Muskeln fühlten sich wie Pudding an. Haytham schien es nicht anders zu gehen, er trug mich nur noch zum Bett und deckte uns beide zu. „Bei Odin, Haytham... ich habe dich vermisst und deine Lektionen!“ meinte ich lächelnd. „Ich habe da noch einige auf Lager, Alex.“ grinste er mich an und kniff mir spielerisch in die Brust. Ich nahm seine Hand in meine und gab ihr einen Kuss auf die Innenfläche, dann legte ich sie mir einfach auf den Bauch.

„Auf jeden Fall ist dir jetzt nicht mehr kalt, mi sol. Dann hat sich das ja gelohnt!“ gab er lachend von sich. „Aber jetzt habe ich Durst, mi amor.“ ich spürte, dass meine Kehle trocken wie die Wüste Gobi war. Als ich gerade aufstehen wollte, hielt er mich zurück und betätigte einen Seilzug auf seiner Seite des Bettes. „Du brauchst nicht aufstehen, du bekommst es direkt herauf gebracht, mi sol.“ sagte er und es dauerte wirklich nicht lange, bis Zoe auftauchte. Als sie uns sah, verdüsterte sich ihr Blick und ich konnte spüren, dass sie wütend und eifersüchtig war. Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob ich mir von ihr etwas zu trinken bringen lassen wollte. Wer weiß, was sie mir da mit hineinmischt.

„Master Kenway, Mrs. Frederickson. Was kann ich für euch tun.“ kam es Zähneknirschend von ihr. Hinter mir hörte ich, wie Haytham zischend die Luft einatmete und ich selber fühlte mich an mich selber erinnert. „Ich hätte gerne einen Tee, Zoe.“ meinte ich dann in einer möglichst neutralen Stimme.

„Sehr wohl, Mrs. Frederickson.“ ein Knicks und sie verschwand. „Haytham, sie ist mir nicht geheuer. Ehrlich gesagt, habe ich Angst, sie könnte mir etwas in den Tee kippen oder sonst etwas tun.“ sagte ich jetzt etwas ängstlich. Er sah mich fragend an.

„Erinnerst du dich noch an diese Justine? Die bei Shay für Ärger gesorgt hatte? Vorhin schon dachte ich mir, dass sie etwas seltsam ist. Faith hatte damals mal den Vorschlag gemacht, man solle die neuen Zimmermädchen einem … eher unkonventionellen Test unterziehen.“ jetzt sah ich ihn fragend an und wartete auf eine Reaktion.

„Alex, glaubst du wirklich, dass dieses Mädchen mir nachstellt? Ich bin ihr Arbeitgeber, warum sollte sie...“ doch er unterbrach sich selber. „Oh, sie könnte gedacht haben, weil ich alleine hier lebte, dass sie … Aber ich habe ihr doch überhaupt keinen Anlass dazu gegeben.“ in diesem Moment war ich hin und weg von seiner doch sehr großen Naivität. Hatte mein Templer wirklich nicht bemerkt, dass diese Frau ihn anhimmelt? „Haytham, sie wird sicherlich in irgendeiner Art versucht haben, sich bei dir einzuschmeicheln. Ich kann es ja in ihren Augen sehen, dass sie eifersüchtig ist.“ versuchte ich eine Erklärung.

„Du erwähntest gerade einen Test. Wie unkonventionell ist er denn, ich hoffe doch, dass ich nicht zum Äußersten gehen muss?“ fragte er mich vorsichtig und ich sah ihn meinerseits erschrocken an. „Du glaubst doch nicht, dass ich zulasse, dass du... also, nein. Kommt gar nicht in Frage. Wir hatten überlegt, dass … also … wenn ein neues Mädchen eingestellt werden soll, dass... in diesem Falle DU, sie testest, in dem... nunja... du dich ihr etwas freizügig zeigst?“ erläuterte ich vorsichtig und wurde knallrot.

Mein Verlobter sah mich völlig entgeistert an! „Wie bitte seid ihr beiden denn darauf gekommen?“ sollte ich ihm das von Shay erzählen, dass er oben ohne im Ankleidezimmer stand damals, an meinem ersten Tag im Arsenal? Dass Faith und ich uns dann diesen Test ausgedacht haben und wir aufgrund dieser Gedanken im Anschluss eine wunderschöne Nacht hatten. Ich beschloss, ihm das zu erzählen, denn nur so konnte ich meinen Verlobten von dieser Art von Konfrontation überzeugen.

Ein breites Grinsen trat in sein Gesicht. „Interessant, worüber ihr Frauen euch unterhaltet, wenn ihr alleine seid. Vielleicht sollte ich dich doch des öfteren mit meiner kleinen Schwester alleine lassen. Ich profitiere dann sicherlich davon, genau wie Shay. Darüber waren wir Männer uns nämlich schon einig, dass diese Konstellation nicht so schlimm sei, wie angenommen!“ meinte er jetzt mit einem grüblerischen Ausdruck im Gesicht. „Ich hätte es wissen müssen, dass auch ihr Männer kleine Klatschbasen sein könnt.“ lachte ich drauf los und hatte Bilder von den beiden im Kopf, wo sie die Köpfe zusammen steckten und irgendwelche Tratschgeschichten austauschten.

In diesem Moment klopfte es zögerlich, doch es war nicht Zoe, sondern Mrs. Wallace, die mir den Tee brachte. „Mrs. Frederickson, ich bringe euch euren Tee. Wo soll ich ihn abstellen?“ fragte sie mich. „Gebt ihn mir einfach, danke Mrs. Wallace!“ sagte ich dankbar, dass SIE mir mein Getränk brachte.

„Wir brauchen euch dann heute nicht mehr, Sybill. Wir wünschen euch eine gute Nacht.“ meinte Haytham in seiner so typischen höflich professionellen Art. „Ich wünsche euch auch eine gute Nacht!“ und sie lächelte mich liebevoll an.

Als wir wieder alleine waren, nippte ich an dem Tee und es tat unglaublich gut. Mein Hals beruhigte sich wieder ein wenig. Für die Zukunft musste ich sehen, dass ich immer etwas abgekochtes Wasser hier hatte, ich brauchte mein Pensum an Flüssigkeit über den Tag.

„Und wann hattest du gedacht, sollte ich diesen Test starten?“ fragte mich mein Verlobter jetzt einfach, sah aber dabei nicht so wirklich überzeugt aus. „Je früher desto besser, denke ich. Dein Geburtstag wäre ein idealer Zeitpunkt, an diesem wird sie sicher ihre Chance sehen, sich bei dir Lieb-Kind zu machen! Bitte sie, eines deiner Hemden zu flicken oder zu bügeln oder ähnliches und wenn sie im Ankleidezimmer erscheint, dann... du weißt ja, wie man Frauen um den Finger wickeln kann, mi amor. Mir hast du es ja auch gezeigt!“ zwinkerte ich ihm zu und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„DAS war aber etwas anderes. Alex, was ist, wenn sie dann darauf anspringt?“ fragte er jetzt skeptisch. „DANN werde ich in der Nähe sein, glaub mir! Auch wenn es mir schwerfallen wird, diese Frau in deiner Nähe zu sehen...“

„Ich kann es immer noch nicht glauben, dass du solche Vorschläge hast! Du würdest dich gut als Templerin machen, mi sol.“ meinte er leichthin und bereute seine Aussage sofort. „Entschuldige, du weißt wie ich das meine, oder?“ seine Hand lag wieder unter meinem Kinn und er zog mich ein Stück zu sich und küsste mich entschuldigend. „Ja, ich weiß wie du es meinst... und ich weiß auch, dass ich gerade ziemlich in der Luft hänge. Zu welcher Seite zähle ich hier?“

Ein frustriertes Seufzen kam aus seinem Mund und er sah mich fragend an. „Das weiß ich auch nicht. Eigentlich bist du gerade weder Assassine noch Templer. Natürlich hast du eine moralische Verbundenheit mit deiner Bruderschaft, aber ich glaube, das ist ein Thema für die Zukunft.“ er hatte ja Recht. Als ich meinen Tee alle hatte, löschte Haytham die Kerzen und ich kuschelte mich an ihn. Der Gedanke, dass ich meine erste Nacht in meinem neuen Leben gerade antrat, ließ mich erschauern und ich schüttelte mich leicht. „Mi sol, ist dir etwa immer noch kalt?“ fragte mich mein Verlobter und fuhr langsam mit seinen Fingern über meinen Rücken.

Ich könnte jetzt darauf eingehen und ich würde sicherlich noch eine Lektion erteilt bekommen, doch wenn ich ehrlich bin, ich war zu müde. „Nein, ich dachte nur gerade, dass jetzt mein neues Leben beginnt und... irgendwie bin ich aufgeregt.“ gab ich nuschelnd von mir, während ich ihm einen Kuss auf seine Brust gab. Es dauerte nicht lange und ich war eingeschlafen.

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Kapitel:4
Überschriften:1
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Kurzbeschreibung

*** Die Vorläufer waren schon nicht zu verachten, doch es gibt noch weit höhere Mächte, welche es nun gilt kennenzulernen! Alex´ neues Leben im 18. Jahrhundert beginnt im Winter 1762 auf einer Plantage in Virginia am James River! (OC / Haytham , Nordische Mythologie!) ***

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Familie, Zeitreise, Liebe, Abenteuer, Freundschaft, Übernatürliches und Nordische Mythologie getaggt.