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Even when your kind appears to triumph - Part 3 (Gegenwart!)

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08.08.20 14:33
16 Ab 16 Jahren
In Arbeit

2 Charaktere

Alexandra Frederickson

Das ist ein von mir selbst ausgedachter Charakter.

William Miles

William "Bill" Miles, geb. 1948, war von 2000 bis 2013 der Anführer des Assassinen-Ordens und Vater des Assassinen Desmond Miles. Als in die Bruderschaft hineingeborene Person hat er sein ganzes Leben den Assassinen gewidmet.

 

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Die Gegenwart

 

15. Januar 2020

 

Also war ich jetzt wieder zuhause! Und wie schon beim letzten Mal, stand ich da und wusste nicht, was ich tun sollte. Rafael ging mit mir aus dem Raum, es war unser Lager. Mir fiel ein, dass die Koordinaten nicht ganz exakt waren, daran sollten wir auch noch einmal arbeiten.

 

Als wir über den Gang Richtung Büro gingen, hörte ich diese vertrauten Geräusche, Stimmen und langsam kam ich an. Die Gerüche waren wieder ganz andere und ein feiner Kaffeeduft stieg mir in die Nase.

 

Dann standen wir in der Bürotür und ich sah, wie mich meine Kollegen nur anstarrten und einen Moment brauchten, bis sie realisierten, dass ich wieder da war. Ich ging jedoch erstmal nur weiter durch zu meinem Mentor, dieser hatte aber schon bemerkt, dass etwas vor sich ging und trat aus seinem Kabuff.

 

„Alex, da bist ja wieder!“ sagte er freudestrahlend und nahm mich in den Arm. „Du zitterst ja, ist alles in Ordnung?“ er hielt mich ein wenig von sich und sah mich genauer an.

 

„Es ist... soweit alles ok. Aber ich bin... ich brauche Zeit. Es ist so viel in diesen paar Tagen passiert, das glaubst du nicht!“ ich ließ meinen Kopf auf seine Brust fallen und atmete tief durch. „Rafael, sag Yannick Bescheid, dass seine Mutter wieder da ist und dann holt ihr einen Kaffee. Ich denke, wir haben einiges zu besprechen!“ und mit diesen Worten schob er mich in sein Büro und hieß mich setzen.

 

Es dauerte nicht lange, da kam Laura und gab mir meinen Becher mit Kaffee. Ich starrte in diese Tasse und ich sah mich wieder im Esszimmer bei Haytham mit Faith neben mir. Es war nur ein paar Minuten her, oder? Aber es fühlte sich an, als wäre es schon Stunden oder Tage her!

 

„Du siehst aus, als hättest du Gespenster gesehen. Das gefällt mir nicht, Alex!“ sagte er jetzt streng. „Was haben sie denn dieses Mal mit dir angestellt? Und was zum Kuckuck ist mit deiner Nase passiert?“ Bei Odin, die hatte ich völlig vergessen!

 

„Ich habe mich mit Shays Frau geschlagen, nichts schlimmes, aber sie hat einen ordentlichen Schlag drauf! Aber wir konnten alles klären!“ erzählte ich drauflos.

 

Er sah mich völlig ungläubig an. „WAS konntet ihr klären? Warst du mit ihrem Mann etwa im Bett?“ jetzt sah ICH ihn ungläubig an.

 

„Nein, was denkst du von mir!“ Naja, ich war nicht alleine mit ihm im Bett, aber ich denke, solche pikanten Details behalte ich besser für mich und bewahre mir die Erinnerungen für einsame Nächte auf! „Wir hatten... andere Differenzen... ich kann es nicht wirklich erklären. Soviel musst du nur wissen, ich weiß jetzt, wie ich mit dem Schwert ordentlich kämpfen kann und woran ich bei Mrs. Cormac bin. Sie gehört übrigens jetzt, also damals, dem britischen Ritus an. Vielleicht hilft uns das dann weiter bei der Suche.“

 

Ich spürte, wie mir dieses Gespräch half, alles zu verpacken und für mich zu sortieren. Es tat auf unerklärliche Weise meiner Seele gut. „Achja, und ich bin verlobt!“ grinste ich meinen Mentor freudig an und zeigte den Ring.

 

„Du... Alex, das geht nicht... wie... er ist immer noch Templer. Wie stellst du dir das vor?“ fragend und leicht gereizt blickte er mich an.

 

„Ich habe mir noch gar nichts vorgestellt, aber ich werde die nächsten Wochen und Monate nutzen, daran zu arbeiten. Auch wenn es dir vermutlich nicht recht sein wird, aber ich strebe eine Art Waffenstillstand mit den hiesigen Templern an. Und ich habe Neuigkeiten, was die Wesen angeht. Denn Faith scheint eine Art neue Fähigkeit zu haben und der muss ich ebenfalls noch auf den Zahn fühlen. UND ich muss dringend Marius finden.“

 

„Weil du gerade von ihm anfängst, er hat sich nach dir erkundigt! Telefonisch nur, aber er rief vor ein paar Tagen an!“ meinte mein Mentor nur. Aha, das war ja interessant! „Hatte er auch gesagt, WAS er genau wollte?“

 

„Nein, leider nicht. Aber ich sagte auch nichts von deiner erneuten Reise. Nicht, dass dieser Idiot wieder auf so eine Schnapsidee wie das letzte Mal kommt. Was hast du sonst noch herausgefunden?“

 

„Nicht viel, es ist das passiert, was wir wussten. Shay hat mit Haytham gemeinsam das Manuskript gefunden und wird sich jetzt sicherlich auf die Suche nach der Schatulle begeben. Was Faith angeht, weiß ich es nicht genau und Haytham wird sich jetzt in Virginia, denke ich, niederlassen und den Orden in den Kolonien weiter ausbauen.“ gab ich meinen etwas kurz gefassten Bericht zum Besten.

 

„Lass mich raten, du wirst wieder zurückgehen und dann bleiben, oder? Dein Blick verrät dich, Alex. Immer wenn du von diesem Templer sprichst, dann hast du ein seltsames Leuchten an dir. Es ist schon fast unheimlich. Warum bei ihm und nicht bei Edward?“ fragte er mich und da fiel mir ein, dass ich das ja auch noch erzählen sollte.

 

„Wo du ihn gerade erwähnst, also... ich habe tatsächlich einige neue Fähigkeiten. Und zwar von Edward. Seine Kampferfahrung und Erfahrung auf See sind... naja, sie sind in mich übergegangen. Und … er ist uns... erschienen... schau nicht so, es war wirklich so. Und er gab mir eine Aufgabe. Ich solle seinen Sohn beschützen und an seiner Seite kämpfen und ebenso sollte ich die Jackdaw weiterhin nutzen und sie einsetzen, wenn es nötig ist.“ Er sah mich immer noch mit Erstaunen an und sein Mund stand offen.

 

„Ich weiß, es klingt völlig absurd, aber so ist es. Da fällt mir ein, ich muss die Brig also für meine nächste Reise wieder umbauen auf die alten Standards. Ist das möglich, dass die Behörden das nicht merken? Nicht, dass sie mir stillgelegt wird. Denn ich brauche das Schiff und werde sie auch mitnehmen beim nächsten Mal.“ fragte ich meinen Mentor einfach.

 

„Also... das klingt, als wüsstest du schon ganz konkret, WANN du zurück gehen wirst. Hast du dir das wirklich gut überlegt, Alex? Das ist ein riesiger Schritt und nicht einfach!“ er wurde lauter und schien nervös zu werden.

 

„Nein, konkret nicht. Aber ich peile so drei Jahre an. Yannick muss ja auch versorgt sein und auf eigenen Beinen stehen, oder? Ich werde hier nicht Hals-über-Kopf alles aufgeben und abhauen. Es gibt noch viel zu tun!“ gab ich logisch zurück.

 

„Na, da bin ich ja gespannt. Aber ich glaube, du solltest dann jetzt erst einmal nach Hause und dich ein wenig ausruhen. Und lass kurz unseren Arzt über deine Nase schauen, es sieht wirklich zum Fürchten aus!“ jetzt grinste er mich an und stand auf.

 

Auch ich erhob mich und in diesem Moment erschien mein Sohn und nahm mich schwungvoll in den Arm! „Da bist du ja wieder Mum! Ich habe dich vermisst!“ auch er sah mich skeptisch an. „Hast du ne Kneipenschlägerei hinter dir, oder was ist mit deiner Nase passiert?“ fragte er grinsend.

 

„Eine Schlägerei ja, aber mit Mrs. Cormac, das erklär ich dir später. Lass uns jetzt nach Hause fahren. Ich brauche eine lange Dusche und ich will ne Jogginghose und T-Shirt haben!“ lächelte ich ihn selig an.

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Ein wenig Erholung und Planung

 

 

Wir verabschiedeten uns und fuhren nach Hause. Yannick hatte sich zu einem guten Fahrer entwickelt, und ich konnte mich so entspannen. Es hatte ein bisschen geschneit, aber so wirklich winterlich sah es hier nicht aus. Wie die Winter wohl dann in ein paar Jahren aussehen, wenn ich in Virginia bin? Doch ich schüttelte diesen Gedanken vorerst wieder ab. Ich wollte noch nicht so konkret daran denken.

 

„Mum, was ist das überhaupt für ein Ring auf deinem rechten Ringfinger?“ fragte mein Sohn etwas mürrisch. „Haytham hat um meine Hand angehalten!“ plötzlich stieg mein Sohn voll in die Bremsen und sah mich ärgerlich an. „Er hat WAS gemacht? Was soll das denn jetzt?“

 

Erschrocken sah ich ihn an. „Bitte, sag mir nicht, du bist immer noch eifersüchtig auf ihn. Yannick, das Thema hatten wir schon, oder? Denk mal nach, bin ich eifersüchtig auf Melissa? Nein, denn ich sehe, dass sie dir gut tut und dass ihr zusammengehört!“

 

„Mum... das geht nicht! Du...“ doch er seufzte nur und sah mich plötzlich ertappt an. „Du hast recht, ich würde für Melissa auch alles tun. Aber... es fällt mir schwer, ihn zu akzeptieren. Er ist Templer! Das ist so... ich weiß nicht!“ Ich konnte ihn ja verstehen, doch auch mein Sohn sollte lernen, dass ich einen gewissen Kompromiss haben wollte. „Du wirst dich daran gewöhnen müssen, denn ich strebe tatsächlich eine Art Waffenstillstand mit den Templern an. Nicht mit allen Ordensteilen, denn das geht auf die Schnelle nicht, doch zumindest die hier näher ansässigen würde ich gerne ins Boot holen.“

 

„Na, dann viel Spaß, wie willst du das anstellen, wenn ich fragen darf?“ jetzt sah er mich nur neugierig an. „DAS weiß ich noch nicht. So und jetzt bring mich bitte nach Hause, ich hoffe, ich finde kein Chaos vor und einen leer gefressenen Kühlschrank!“ grinste ich ihn an und ich sah aus dem Augenwinkel, dass er rot wurde. Schnell rief er seine Freundin an und orderte einen Einkauf und einmal Staubsaugen. Na, das war nicht so wild.

 

Eine halbe Stunde später saß ich in meinem Wohnzimmer, immer noch mit diesem Kleid und starrte vor mich hin. Yannick war mit Melissa los, den Kühlschrank befüllen und so hatte ich noch einen Moment für mich. Was die Leute wohl gedacht hatten, als ich mit diesen Klamotten ankam? Was solls, kann mir egal sein. Ab morgen habe ich wieder ordentliche Sachen an.

 

Ich ging in mein Schlafzimmer und zog mich aus, ließ aber alles unbeachtet auf dem Boden liegen und ging hinüber ins Badezimmer. Die Dusche war die reinste Freude und ich stand darunter und räkelte mich unter dem warmen Strahl. Meine Muskeln dankten es mir und meine Haare auch! Mit Jogginghose und Schlabberpulli ging ich ins Wohnzimmer und wartete auf Melissa und Yannick. Unser Tannenbaum stand noch und sah richtig gut aus. Würde ich so etwas auch später einmal haben? Doch auch diesen Gedanken verdrängte ich nach hinten.

 

Ich schaltete mein Handy wieder ein und schon rasselten einige verpasste Nachrichten, Anrufe und Mails rein. Wenn ich ehrlich bin, dieses 24/7 erreichbar sein, habe ich nicht vermisst. Nur, dass ich nicht mal eben ein Foto machen konnte, störte mich!

Als beide wieder da waren, orderten wir noch Essen und ließen es uns gut gehen. Irgendwann fielen mir aber die Augen zu und ich verabschiedete mich. Meine letzte Nacht war sehr sehr kurz gewesen!

 

Als ich in meinem Bett lag, fühlte es sich so weich an, so kuschelig... aber es war kalt und leer! Und genau in diesem Moment brach ich wieder in Tränen aus, eigentlich wollte ich das nicht. Doch ich konnte mich nicht beherrschen. Ich vermisste Haytham, ich vermisste seine Arme, seinen Geruch... ich ließ meiner Sehnsucht freien Lauf und weinte mich in den Schlaf.

 

Es tut mir so leid für dich. Dich so leiden zu sehen, ist schwer für mich. Doch ich kann dir diesen Kummer nicht abnehmen. Denk einfach immer daran, dass mein Sohn auf dich warten wird und du bald wieder bei ihm sein wirst.

 

Ich weiß, es wird noch eine ganze Weile dauern, aber dann werdet ihr den Rest eures Lebens gemeinsam haben. Nutze diesen Gedanken, damit er dich aufbaut. Lass ihn dein inneres Mantra werden!

 

Und, auch wenn es sich seltsam anhört, aber ich freue mich, wenn du eines Tages meine Schwiegertochter sein wirst!

 

Auf Edwards Gesicht erschien ein so warmes Lächeln und ich konnte seine Arme regelrecht fühlen. Und dann hörte ich, wie Tessa sprach: „Alexandra, du machst meinen Sohn glücklich, er hat so schwere Zeiten und Verluste hinnehmen müssen, dass er es verdient hat, geliebt zu werden. Du bist die Richtige, das kann ich fühlen!“

 

Auch sie lächelte mich warm an. Dann gingen beide wieder über den Strand Richtung Herrenhaus auf Great Inagua. Gerade als ich mich zum Pier umdrehen wollte, blendete mich die Sonne und ich schreckte hoch!

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Dann müssen wir uns mal um den Ex kümmern!

 

16. Januar 2020

 

 

Die Sonne hatte mich tatsächlich geweckt und blendete mich. Mürrisch drehte ich mich um, ich wollte nicht aufstehen, ich wollte eigentlich für immer liegenbleiben! Doch es half ja nichts, also pellte ich mich aus meinem leeren Bett und ging verschlafen ins Bad und unter die Dusche.

 

Danach sah ich einigermaßen wie ein Mensch aus, naja, die blauen Flecken in meinem Gesicht machten mich nicht zu einer Schönheitskönigin, aber das würde verheilen. Nun brach also der Alltag für mich an, hmmmm?, dachte ich mir noch so.

 

Ich zog mich an und machte mir Kaffee und Rührei. Yannick und Melissa waren beide schon los, sie mussten zur Schule und Arbeit früh morgens. Ich setzte mich aufs Sofa und fing an, meine Gedanken wieder zu sortieren. So langsam musste ich jetzt beginnen, meine Pläne in die Tat umzusetzen. Das ist aber leichter gesagt als getan.

 

Ich nahm mein Handy in die Hand und wählte die Nummer, die mir mein Mentor gegeben hatte. Marius´ Nummer! Auch wenn es widerwillig ist, aber ich wollte schon wissen, was er wollte und das möglichst jetzt gleich.

 

Ein verschlafenes „Ja?“ welches mir so bekannt vor kam. „Hallo Marius, ich bin es, Alex! Ich hörte, du hast dich nach mir erkundigt? Was gibt es denn ach so wichtiges?“ fragte ich so dermaßen zynisch, dass ich grinsen musste.

 

„Wer... oh achso. Meine dämliche Ex. Dann hat dein Chef dir also gesagt, ich hätte angerufen? Wie schön! Dann seid ihr Assassinen ja doch nicht so doof, wie man immer sagt!“ meinte er gähnend und mürrisch!

 

„Schön, dann hätten wir das ja auch geklärt. Und nun? Was gibt es?“ fragte ich genervt.

 

„Och, es geht um mein Eigentum, mehr nicht!“ kam es lachend von ihm. „DEIN Eigentum? Was meinst du damit?“ fragte ich, obwohl ich wusste, er meinte die Schatulle und das Manuskript! „Du weißt sehr wohl, was ich meine! Was glaubst du eigentlich, was ich für einen Ärger wegen dir blöder Schlampe bekommen habe?“ maulte er mich jetzt an.

 

„Das tut mir … nicht leid für dich. Du bist selber schuld, du hättest nicht alles so offen legen sollen und dich so unvorbereitet auf den Weg machen sollen. Oder dachtest du, die Überwachungskameras übersähen dich? Du bist ja noch dümmer als ich dachte!“ gab ich weiter lachend von mir.

 

„Ach, hat dir Anna davon berichtet, ja? Dann weißt du bestimmt auch, dass ich von irgend einem Alien besessen war. Es war schrecklich. Doch es hat irgendwann von mir abgelassen. Aber es hatte mir eindeutig gezeigt, dass wir ohne euch Assassinen am besten dran wären! Alex, DU bist einfach eine Plage. Du reist hin und her und bringst alles durcheinander, ohne darüber nach zudenken. Dachtest du, das geht noch die nächsten Jahre munter so weiter, ohne das etwas passiert?“ Seine Gedanken waren einleuchtend, doch irgend etwas an seiner Art war seltsam.

 

„Ich weiß, ich kann bisweilen nervtötend sein. Wurde mir durchaus schon des öfteren gesagt. Leb damit! Und nein, ich habe das Gleichgewicht nicht gestört, es war dieser Armreif, welchen DU genutzt hast. Ohne nachzudenken, hast du ihn einfach aktiviert!“ konterte ich.

 

„Nein, habe ich nicht. Oder... doch irgendwie schon. Aber mich würde viel mehr interessieren, WIE du wieder zurückkonntest. Es war eigentlich so wasserdicht, dass du dort krepieren solltest!“ das kam in einem solch gehässigen Ton, dass ich ihm am liebsten an die Kehle gegangen wäre.

 

„Wie bitte? Du hättest mich da wirklich versauern lassen? Und was wäre aus deinem Sohn geworden? Hast du auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht? Wenn ich dein Tagebuch noch richtig im Kopf habe, dann hast du nicht einen Moment einen Gedanken an Yannick vergeudet, du herzloses Stück Scheiße!“ brüllte ich jetzt.

 

„Oh, da ist mal wieder Mutti sauer, was? Ach, stell dich nicht so an, er hätte es überlebt und dann hätten wir unseren Wächter gehabt. Ich gehe davon aus, du erinnerst dich daran? Er wird das Gleichgewicht wieder herstellen?“ fragte er jetzt so ironisch, dass ich immer mehr Mühe hatte, an mich zu halten. Plötzlich schoss es mir wieder in den Kopf!

 

War Marius immer noch besessen? War dieses Schmarotzer-Wesen, oder etwas schlimmeres, immer noch in ihm. Existierten sie alle doppelt? Und wenn es so wäre, dann könnte ich DIESES Vieh hier gar nicht bannen, OHNE das andere wieder frei zulassen! Bei Odin... Und dann hörte ich diese Stimme wieder. Ahhhh... du bist von alleine drauf gekommen, wie schön! Ja, und nun? Was tust du nun? Ein fieses Lachen fuhr mir durch die Knochen und hinterließ Angstschweiß auf meinem Rücken.

 

„Was hälst du davon, wenn wir uns einfach mal zusammensetzen, hmmmm? Vielleicht können wir dann alles vernünftig klären?“ fragte ich jetzt möglichst neutral und übte weiter meinen Verstand zu verschließen und die Ruhe zu bewahren!

 

„Was schlägst du also vor?“ kam es gelangweilt von meinem Ex. „Wie wäre es mit diesem netten Café in der Fußgängerzone? Ich brauche wieder Alltag, da trifft sich das doch ganz gut, oder?“ ich fühlte plötzlich, dass ich in mich ging und in mir ruhte. Meine Gedanken waren verschlossen, wieder in einer kleinen Nische verschlossen! Ich dankte Haytham für seine so wunderbaren grauen Augen!

 

„Gut, heute Nachmittag gegen 16 Uhr. Ich werde warten!“ und damit legte er auf. Ok... das war jetzt kurzfristig, ich hatte an morgen gedacht. Aber... ok. Das hieß, ich musste dringend mit meinem Mentor in Kontakt treten.

 

Schnell zog ich mich an und rannte schon fast aus der Wohnung, sprang in mein Sternchen und raste los. Als ich völlig außer Atem im Büro ankam, sah mich mein Mentor besorgt an. „Alex, ist alles in Ordnung? Ist was passiert?“

 

„Nein, nein... NOCH ist nichts passiert. Aber... wir haben ein Problem.“ Also erzählte ich ihm von diesen Wesen und was sie bewirken können. Mein Bericht war etwas kurz, aber es musste erst einmal reichen. „Alex, wir können nicht in der Öffentlichkeit zuschlagen, das weißt du. Wie willst du ihn wieder davon befreien?“

 

„DAS ist die nächste Frage. Ich muss, glaube ich, tatsächlich an die Templer heran treten. Es tut mir leid, aber es geht nicht anders.“ sagte ich nur, weil ich diesen angewiderten Blick meines Mentors sah.

 

Ich glaube, ich habe noch nie einen Namen erwähnt, oder? Dann sollte ich das schleunigst nachholen! Sein Name ist William Miles! Er hat mich das gelehrt, was ich heute weiß und hat mich zur Meisterassassine ausgebildet! Und ich danke ihm bis heute dafür.

 

Gut, das zu dem Thema. Ich musste jetzt irgendwie sehen, dass ich Schutz bekam. Doch ich wusste ja, ohne Haythams Amulett konnte dieses Wesen nicht Besitz von einem ergreifen! Und dieses Schmuckstück besaßen wir in dieser Zeit nicht mehr, es wurde bei der Öffnung des Tempels zerstört. Auf der einen Seite ein beruhigender Gedanke, doch...

 

Wenn ich dieses Wesen im 21. Jahrhundert bannen würde, was passierte mit dem Armreifen oder besser dem Artefakt in der parallelen Welt des 18. Jahrhunderts? Konnte man dann damit ohne Schaden, durch die Zeit reisen? Theoretisch war kein Vorläufer dort mehr gefangen. Aber das waren nur Gedanken... Ich atmete tief durch.

 

„William, was jetzt? Ich brauche ein paar Leute, die mich im Auge behalten. Nur für den Fall, ich will nicht noch einmal besetzt werden. Das war ein grausames Gefühl. Auch wenn es nahezu unmöglich ist!“ ich zitterte leicht vor Aufregung, mit so viel hatte ich nicht gleich nach meiner Ankunft gerechnet.

 

„Alex, wir sollten das Treffen durchziehen und sieh zu, dass du herausfindest, was genau Sache ist. Vielleicht trägt er ja auch etwas bei sich, was uns Aufschluss geben könnte. Jeder kleinste Hinweis könnte wichtig sein. Und wenn das Treffen vorbei ist, dann werden wir uns wohl oder übel mit diesen Templern auseinander setzten müssen.“ er seufzte nur, er hatte durchweg nur schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht!

 

„Dann werde ich mich wohl fertig machen gehen! Wer hätte geahnt, dass ich das alles schneller in die Wege leiten kann, als gedacht!“ sagte ich grinsend. Der Gedanke, dass ich so schneller wieder bei Haytham sein könnte, beflügelte mich gerade und die dunklen Wolken verschwanden aus meinem Kopf.

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Das Treffen mit Marius!

 

 

Ich schrieb Yannick nur kurz, dass ich heute erst gegen Abend zuhause sein würde. Warum, sagte ich nicht. Er sollte sich nicht unnötig Sorgen machen. Also ab in den Neuzeit-Ornat und die Waffen einstecken. Als ich fertig war, sah ich mich um und fühlte mich wieder wohler in meiner Haut. Ich hatte diesen leichten, aber doch so robusten Stoff vermisst.

 

Als ich aus meinem Büro trat, kamen mir 4 Kollegen und Kolleginnen entgegen. „Wir sind dann mal deine Unterstützung. William hat uns schon erzählt worum es geht. Das Ganze hört sich ganz schön abenteuerlich an, wenn ich das so sagen darf!“ grinste mich Lars an. „Ja, das ist es auch. Aber ich denke, erstmal das Treffen und dann sehe ich weiter. Aber vorweg: Wenn sich Marius verabschiedet, dann folgt einer von euch ihm. Ich will wissen, wohin er geht!“

 

„Kein Thema, das sollte das kleinste Problem sein.“ So machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Es war schon dämmrig, die Tage waren mittlerweile noch recht kurz und es war kalt. Sie taten mir leid, meine Kollegen. Ich wollte nicht mit ihnen tauschen, draußen in der Kälte ausharren und warten, was passiert.

 

In dem Café war es angenehm warm und ich sah ihn schon von weitem, ich ließ meinen Blick über ihn wandern und sah sofort eine Aura die rötlich leuchtete. Ein richtig strahlendes Rot! Ich setzte mich mit an den Tisch und sah ihn an. In seinen Augen erschien ein goldener Schimmer und es war sofort klar, ja, dieser Mensch wurde seit geraumer Zeit manipuliert! Ich mochte mir nicht vorstellen, was das für ihn für ein Gefühl sein mochte!

 

„Marius, so sieht man sich wieder. Siehst gut aus!“ meinte ich fröhlich ironisch.

 

„Wenn du das sagst!“ kam es gelangweilt nur zurück. Oh, nicht gut drauf die Vorläufer heute?

 

„Da bin ich, also... wie geht es jetzt weiter?“ ich bestellte mir Wasser, als die Bedienung an unseren Tisch kam. Sie sah mich skeptisch an und deutete auf meine Nase. „Das sieht ja schlimm aus, hat ihr Mann sie etwa geprügelt?“ grinsend sah ich sie an.

 

„Nein, ich hatte nur eine Auseinandersetzung mit einem Freund und naja, er hat eine gebrochene Rippe und ich eine kaputte Nase!“ es trat Unglaube in ihr Gesicht, doch dann kicherte sie. „Gebts den Kerlen, sie haben es nicht anders verdient!“ damit ging sie beschwingt davon.

 

„Stimmt, du siehst grässlich aus, Alex. Aber Faith scheint ja ganze Arbeit geleistet zu haben!“ ein wissendes Lächeln erschien auf seinem Gesicht, doch ich verschloss alles und gab nur ein „Sie ist großartig, da könntest du dir noch eine Scheibe von abschneiden, Marius!“ von mir.

 

Ein fieses Lachen aus seinem Mund und ich spürte, dass es wirklich nicht Marius war. Ich meine, er war nie besonders helle gewesen, aber eigentlich hatte er ein nettes Wesen... hahaha... wie zweideutig wieder gedacht!

 

Es war so, diese Art die er an den Tag legte, hätte mir schon in der anderen Welt auffallen müssen. Ich sah ihn lange an und ich spürte, wie Zorn und Hass versuchten Besitz von mir zu ergreifen, doch ich konnte mich verschließen und mein Verstand und meine Gedanken bezogen immer wieder ihre kleine Dachgeschosswohnung mit Blick auf graue Augen.

 

„Ich weiß, dass du nicht alleine hier bist Alex. Das würdest du nicht wagen! Aber du bist jetzt hier und wir können reden. Also... ich hätte da einen sehr guten Vorschlag und auch DU wirst ihn nicht ablehnen können! Wenn du in Zukunft diese Zeitreisen lässt und uns die Artefakte überlässt, dann können wir dich vor weiterem Schaden bewahren. Und nicht nur dich, auch die Menschheit. Denn … du weißt ja, dein Sohn soll das Gleichgewicht wieder herstellen und dieses andere Kind ist auf dem besten Wege dorthin. Weil es sein Vorfahre ist!“

 

Ich verschluckte mich an meinem Wasser! Entsetzt sah ich jetzt auf meinen Ex, oder besser auf das Wesen und musste mich schnell wieder zügeln. Dieses Kind von Marie aus der ANDEREN Welt war Yannicks Vorfahre? WIE ist das möglich.

 

„Das ist ganz einfach, denk doch mal nach! Du bist nicht ohne Grund dahin geschickt worden, es war dein Schicksal. Dass du jedoch wieder zurück gegangen bist, ist ein dummer Fehler gewesen! Den müssen wir jetzt beheben!“ Und wieder versuchte dieses Wesen mich zu manipulieren! Ich glaubte ehrlich gesagt nicht an diese Aussage, das wäre wirklich zu weit hergeholt. Warum dieses Wesen allerdings solche Dinge sagte, war mir bewusst.

 

„Ich werde mich sicherlich nicht auf einen faulen Kompromiss einlassen, vergiss es! Lieber gehe ich elendig zugrunde, als dir auch nur einen einzigen Gefallen zu tun!“ blaffte ich ihn jetzt an. Doch in meinem Unterbewusstsein hatte ich diese Angst um meinen Sohn, was wenn ihm doch etwas passierte?

 

„Warum nicht, es ist nur eine Kleinigkeit und geht schnell und schmerzlos. Gib mir die Artefakte und alles ist erledigt!“ ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht und es war nicht seins. So war er wirklich nicht.

 

Und dann fühlte ich mein inneres Mantra wieder und sagte nur. „Ich denke, ich muss darüber nachdenken. Wenn ich mich entschieden habe, dann melde ich mich wieder!“ gerade als ich aufstehen wollte, griff Marius nach meiner Hand. „Das könnte dir so passen. Du alarmierst jetzt deine Leute und die werden versuchen mich aufzuhalten. Es wird ihnen nicht gelingen... aber … ich bitte dich“ mit einer ausladenden Bewegung seiner Hand deutete er auf die anderen Gäste. „So mitten in der Öffentlichkeit? Einen armen unbewaffneten Mann einfach grundlos angreifen?“ ein süffisantes Grinsen spielte um seinen Mund.

 

„Nein, ich werde niemanden rufen. Ich werde nach Hause gehen und darüber nachdenken. Das ist eine Entscheidung, die ich nicht einfach so alleine treffen kann. Zumal ich auch nicht alle Zeitreise Artefakte habe. Noch nicht, aber wir sind schon ein ganzes Stück weiter!“ log ich ohne rot zu werden.

 

„Du bist wirklich nicht so dumm wie ich dachte. Dann konntest du tatsächlich die Karte deuten mit dem Manuskript? Chapeau!“ war das jetzt echte Anerkennung oder nur gespielt?

 

Aber ich hatte einen Hinweis. Daran könnte ich anknüpfen. „Ja, soweit war ich schon, mir fehlen nicht mehr viele dieser Ringe. Ich brauche aber nur mehr Zeit!“

 

„DIE kann ich dir doch beschaffen, es sind jetzt vier Ringe in eurem Besitz? Richtig? Ja natürlich, ich weiß es ja. Und die restlichen 8 werdet ihr auch noch finden, wenn es dann soweit ist, dann bring sie zu mir! Und du wirst sehen, ich halte mein Versprechen!“

 

„Wir werden sehen, versprechen kann ich aber nichts.“ meinte ich weiterhin neutral und konnte spüren, dass mein Geist sich zurückgezogen hatte. Ich hoffte, dass meine wirklichen Gedanken nicht lesbar waren!

 

„Dann warte ich, ich habe ja Zeit!“ meinte Marius oder besser dieses Wesen.

 

Etwas erleichtert verließ ich das Café und ging ein Stück die Straße hinunter. Es dauerte nicht lange, dann waren meine Kollegen bei mir und ich berichtete ihnen, dass Marius tatsächlich besessen sei und wir schnell handeln müssten. Auch meinte ich, dass wir ein Treffen mit Tobias Schäfer vereinbaren sollten und zwar zügig.

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Erste Schritte auf die Templer zu

 

 

„Ich halte das für keine gute Idee, es sind Templer. Die wollen nur ihren eigenen Nutzen daraus ziehen und wir werden leer ausgehen. Es war doch bisher immer so, also ich bin dagegen.“ meinte Laura mürrisch.

 

Die anderen drei erwiderten nur, dass sie sich das ansehen würden, aber ebenfalls nicht begeistert von dieser Idee waren. Was soll ich sagen, dann mach ich das eben alleine. Ich beschloss aber, dass ich meinen Sohn mit einbeziehen werde, damit er für seinen Adlerblick noch ein paar Übungsmöglichkeiten bekam.

 

So trennten sich unsere Wege und ich fuhr nach Hause, besagter Sohn war bereits Zuhause und seine bessere Hälfte war ebenfalls schon da. Aus seinem Zimmer vernahm ich leicht verstörende Geräusche und musste schmunzeln, ging aber einfach weiter durch in die Küche und machte mir Kaffee und setzte mich dann ins Wohnzimmer.

 

Ich kramte die Nummer vom CEO raus und saß dann davor, traute mich aber nicht anzurufen. Oder sollte ich einfach eine Email schreiben? Das wäre aber schwierig dann zu erklären, ich konnte besser reden.

 

Ich fasste meinen Mut zusammen und nahm mein Handy. Als es klingelte, vernahm ich eine säuselnde Frauenstimme, welche mitteilte, dass ich bei Herrn Schäfer gelandet sei und was ich denn wünsche. „Mein Name ist Alexandra Frederickson, ich würde gerne Herrn Schäfer sprechen, wenn es möglich ist.“

 

„Einen Augenblick bitte!“ es klickte und ich hörte diese dämliche Hold-the-line-Musik. Ist ja schlimmer wie die Fahrstuhlmusik!

 

Dann knackte es und eine ziemliche unwirsche tiefe Männerstimme fuhr mich an „Ach, Frau Frederickson, wie schön, ihr beehrt mich mit einem Anruf! Was wollt ihr?“ du meine Güte, was hatte ich bitte getan. Aber gut...

 

„Herr Schäfer, freut mich, dass ihr kurzfristig Zeit für mich habt. Ich komme auch gleich zum Punkt. Es geht um Marius Engelhardt! Ihr wisst doch, der Herr der sich mit den Artefakten aus dem Staub gemacht hatte? Und dem ihr eine Horde Stümper hinterher geschickt habt ins 18. Jahrhundert?“ innerlich sog ich zischend die Luft ein, denn ich wollte eigentlich nicht so sarkastisch daher kommen, aber jetzt war es zu spät!

 

„Ach... ja, ihr Ex, stimmts? Den vermissen wir ja nicht wirklich. Was hat er denn getan, dass sie mich darauf ansprechen müssen?“ jetzt ließ er seine schlechte Laune an mir aus!

 

„Frau Richter hatte mir damals freundlicherweise von seinen Eskapaden in der Asservatenkammer und dem Lager berichtet. Und ich muss annehmen, nachdem ich ihn heute getroffen habe, dass er immer noch von einem dieser Vorläufer besessen ist. Er verhält sich eigenartig, eigenartiger als sonst, und er oder dieses Wesen, hat mir einen seltsamen Vorschlag gemacht, bezüglich der Zeitreiseartefakte!“ Ich hoffte, mit der Wahrheit käme ich einfach weiter und besser voran und so war es auch.

 

„Ihr habt ihn getroffen? Wo?“ fragte er mich erstaunt und neugierig.

 

„In der Fußgängerzone in einem Café, wir hatten uns dort verabredet, seine Art am Telefon kam mir schon so seltsam vor und als ich seine Aura sah, konnte ich mir einen Reim darauf machen! Herr Schäfer, die Zeitreise von Marius ist gründlich daneben gegangen. Es wäre vielleicht ganz nett, wenn wir uns zusammen setzen könnten und darüber beraten könnten, WIE wir ihn wieder befreien können.“ die Wahrheit, immer noch und mein Wunsch nach einer Art Waffenstillstand!

 

„Was habe ich mit Herrn Engelhardt noch zu tun, er gehört nicht mehr dem Orden an und ich bezweifle, dass ihr mir als Assassine helfen könnt. Wir sind selber in der Lage, solche Probleme aus der Welt zu schaffen.“ kam es jetzt triefend vor Selbstüberzeugung von ihm.

 

„Oh, das glaube ich ihnen gerne, dennoch hat eure Truppe damals einfach alle Vernunft über Bord geworfen und hat einen auf Rambo in New York gemacht. Sie hatten alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Und sie wollen mir ernsthaft sagen, sie wissen, wie man solche Probleme löst? Bei allem Respekt, aber da kann ich nur lachen!“ ich wurde etwas energischer, weil ich UNBEDINGT ein persönliches Gespräch mit ihm wollte.

 

„Frau Frederickson, dann solltet ihr mich vielleicht aufklären, was denn alles schiefgelaufen ist. Laut Bericht waren SIE es, die völlig unvernünftig Informationen weitergegeben hat und die ganze Mission gefährdet hat.“ meinte er jetzt etwas ruhiger, aber mit einem scharfen Unterton.

 

„Ich habe bitte was? Ich hatte keine Mission, falls sie das meinen. Und ihre Leute waren es, die sich daneben benommen haben, in Alltagsklamotten ins 18. Jahrhundert gestürmt sind und dann auch noch ein unschuldiges Ehepaar bedrängt haben, bei denen mein Ex untergekommen war. Also bitte, ich kann für dieses Versagen leider nichts. Und das Plan B nicht aufging, habt ihr Shay Cormac zu verdanken! Das nur mal am Rande erwähnt!“ Bei Odin, der Typ war anstrengend!

 

„Das wäre mir neu, aber... schön!“ ein tiefes Seufzen. „Vielleicht sollten wir uns wirklich einmal zusammen setzen. Und ich werde auch gleich die Leute dazu holen, welche anscheinend falsche Berichte abgegeben haben!“ knirschte er mit den Zähnen! „Ich hätte morgen am frühen Nachmittag noch einen Termin frei. 15 Uhr?“ kam es jetzt friedlich von ihm.

 

Sollte mich der plötzliche Sinneswandel jetzt misstrauisch machen? Nein, ich würde dorthin gehen zum Gespräch und sehen, wie es sich entwickelt, ich hatte wenigstens eines meiner Ziele schon erreicht. Ein Treffen!

 

„Gerne, dann sehen wir uns morgen, ich wünsche noch einen schönen Abend, Herr Schäfer!“ meinte ich freundlich.

 

„Ihnen auch, Frau Frederickson. Dann bis morgen!“ und er legte auf.

 

Puuuh, ich war ein wenig am Zittern. Ich war Tobias erst einmal begegnet und das auch nur, weil es im Bürgerrat Probleme gegeben hatte vor ein paar Jahren. Und wir beide sind dort als Vertreter einbezogen worden. Er war höflich und neutral in der Situation gewesen und ich ebenfalls, es ging nicht um Ordens- oder Bruderschafts-Belange.

 

Plötzlich klopfte mir mein Sohn auf die Schulter. „Hey Mum, was ist los. Schlechte Nachrichten?“ fragte er mich etwas besorgt.

 

„Nein, es ist alles in Ordnung. Ich habe morgen Nachmittag mit dem CEO von Abstergo einen Termin. Es geht um deinen Vater, ich habe vorhin herausgefunden, dass er von diesem Wesen oder besser EINEM Wesen besessen ist. Darüber wollte ich gerne mit ihm sprechen!“ erklärte ich ihm kurz und knapp.

 

„Du willst in die Höhle des Löwen, alleine?“ meinte er und sah mich fragend an. „Du wirst mich begleiten, Yannick. Es wäre eine Übung für deine neue Fähigkeit. Denn vier Adleraugen sehen mehr, als zwei!“ grinste ich ihn breit an.

 

„Mum, du hast einen seltsamen Humor, weißt du das? Wann ist der Termin denn?“ fragte er ebenfalls grinsend.

 

„Um drei Uhr morgen Nachmittag und sieh zu, dass du ordentlich angezogen bist. Also keine Jogginghose oder so. Verstanden?“ mahnte ich ihn.

 

„Ja, ok... wenn es sein muss!“ kam es etwas maulig. Dann erschien hinter ihm Melissa. „Alex, schön dass du wieder deinen Tatendrang zurück hast. Ich hatte das vermisst hier alleine mit Yannick.“ und dabei stupste sie ihn freundschaftlich an.

 

„Danke Schatz, fall mir ruhig in den Rücken.“ was sich neckt, das liebt sich! Sie passten gut zusammen und ich sah sie verträumt an.

 

„Ich mach dann mal das Essen. Habt ihr heute noch was vor, ihr beiden?“ fragte ich noch, damit ich mich drauf einstellen konnte, ob ich alleine war und machen konnte, was ich wollte oder eben nicht!

 

„Nein, heute steht nichts an. Erst am Wochenende, da sind gleich zwei Geburtstage zu feiern. Ohhhh, das werden harte Tage!“ lachte mein Sohn und Melissa verzog nur genervt das Gesicht. Sie mochte es nicht, wenn zu viel getrunken wurde.

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Ein bisschen Alltag und

lieb gemeinte Notizen!

 

 

Ich ging in die Küche und fing an zu werkeln. Meine Kochkünste lassen ein wenig zu wünschen übrig, doch wenn ich meinen Sohn ansah, konnte niemand sagen, er verhungere gleich. Also war es wohl nicht sooo schlimm. Da fiel mir ein, dass ich von Mrs. Wallace ja das Rezept für diese süßen Brötchen bekommen hatte. Als alle Sachen vor sich hin köchelten, ging ich an meinen Schreibtisch und kramte den Zettel raus.

 

Sie hatte eine etwas krakelige Schrift, aber sie war gut zu lesen. Laut Liste hatte ich auch alles für den Teig im Haus, prima. Dann machte ich mich ans Backen, es war ein wirklich einfaches Rezept. Doch dann sah ich eine kleine Randnotiz, die ich in der Küche im Licht der Neonröhre unter dem Hängeschrank, erst richtig sah. „Mrs. Frederickson, ihr werdet mir fehlen.“ stand dort und mir stiegen die Tränen in die Augen!

 

Ich ließ mich auf einen Stuhl sinken und sah auf diesen Zettel. Da war sie wieder, diese Sehnsucht, dieser Wunsch, zurückzukehren! Ich donnerte das Rezept mit der flachen Hand auf den Tisch und stand auf, wischte mir die Tränen weg und machte weiter. Ich durfte mich nicht so sehr davon ablenken lassen.

 

Der arme Teig musste jetzt dran glauben, ich verarbeitete ihn ordentlich mit den Händen und knetete und schlug darauf ein. Irgendwann spürte ich Hände auf meiner Schulter. „Mum, was ist denn auf einmal los? Der Teig hat dir nichts getan, der will nur in den Backofen!“ kam es grinsend von meinem Sohn. „Ich weiß, doch ich bin gerade wieder über mich selber wütend! Mrs. Wallace hat eine Notiz hinterlassen und das war wieder wie ein Rückschlag für mich.“ ich zeigte auf Zettel und mein Sohn wusste nicht, was er zu erst kommentieren sollte.

 

Aber praktisch wie er nun mal ist, war das Backwerk sein erster Gedanke und danach kam erst die Nachricht. „Mum, wie geil ist das denn? Die sind so wahnsinnig lecker, Melissa, du glaubst es nicht. Das Rezept ist von der Haush.... von meiner Ururururururgroßmutter glaube ich!“ Gerade noch mal die Kurve gekriegt, dachte ich.

 

„Ich mag solche alten Sachen, habt ihr auch noch mehr alte Kochbücher von der Verwandtschaft oder so? Ich würde gerne mal in so etwas stöbern!“ fragte seine Freundin völlig begeistert. „Nein, leider nicht, aber wenn ich irgendwann einmal in den Besitz komme, bist du die erste, der ich das zeige!“ grinste ich sie an.

 

Und dann konnten wir auch essen und die Brötchen verbrachten eine schöne Zeit im Backofen. Das intensive Kneten hatte ihnen gut getan, dachte ich grinsend.

 

Danach saßen wir noch im Wohnzimmer zusammen, hatten Netflix an und ich wurde über die Neuigkeiten des Tages aufgeklärt. Gegen 22 Uhr fielen mir aber die Augen zu und ich ging ins Bett. Noch immer hatte ich das Kleid auf dem Boden liegen und noch nicht weggeräumt. Ach, es konnte auch noch eine weitere Nacht dort bleiben, morgen ist auch noch ein Tag und ich ließ mich in die Kissen fallen.

 

So wirklich schlafen konnte ich aber mal wieder nicht, denn mir fehlte Haytham einfach. Ich starrte zur Decke und plötzlich glitten meine Gedanken zur letzten gemeinsamen Nacht und ich fand ein wenig Trost in diesen Bildern und Augenblicken. Verdammt, ich hätte ein Hemd oder so etwas von ihm mitnehmen sollen, sein Geruch fehlte mir bei meiner Vorstellung ein bisschen.

 

Doch irgendwann hatte ich das Gefühl, seine Präsenz spüren können. Es fühlte sich so an wie auf dem Exerzierplatz in der Garnison, als ich mit geschlossenen Augen dort stand und mich auf ihn konzentrierte. Es war berauschend plötzlich und ich konnte mich treiben lassen. Meine Hände folgten seinen und fanden ihren Weg, ich sah seine dunklen grauen Augen vor mir. Mit einem erleichterten Seufzen ließ ich mich nun ruhiger in die Kissen gleiten und schloss selig die Augen.

 

 

17. Januar 2020

 

 

Mein Wecker meinte es nicht gut mit mir, er klingelte einfach zu früh, wie immer. Ich pellte mich also aus dem Bett und ging mit halbgeschlossenen Augen ins Bad! „Guten morgen du hässlicher Vogel, mit dem demolierten Gesicht!“ sagte ich zu meinem Spiegelbild und musste selber grinsen. Haare machen, Zähne putzen... für mehr war ich noch nicht in der Lage, Kaffee... erstmal Kaffee.

 

In der Küche war es kalt, weil hier nicht immer die Heizung wollte, so wie ich es wollte. Doch als ich meinen großen Becher mit heißem Kaffee in den Händen hatte, ging es langsam. Damit bewaffnet verkrümelte ich mich an meinen Schreibtisch und fing meine Recherche hinsichtlich der Wesen an und auch über die Artefakte wollte ich ein wenig in unserer Datenbank forschen. Ich wurde auch fündig und machte mir eine Liste mit den Runen.

 

Tyr / Pferd /Wasser / Geschenk / Besitz / Sonne / Eis … so war die erste Reihe angeordnet. Das ergab aber nicht wirklich Sinn. Also las ich auch die einzelnen Symboliken und Beschreibungen dazu durch. So langsam wurde mir aber klar, dass unsere Runen nicht viel damit zu tun hatten, es mussten andere oder ähnliche Schriftzeichen sein, auch wenn sie unseren sehr nahe kamen. Ein Dolmetscher wäre nicht schlecht!

 

Also ging ich meinen neu geschmiedeten Plan an und sah mir eine Karte von Korsika an. Laut Haythams Aufzeichnungen hatte er sein Kurzschwert dort bei einer Höhle, welche in einer hohen Felsformation lag, verloren. Es war hinaus gerutscht und vermutlich lag es noch am Fuße dieses Gebildes. Leider gab es keine genauen Ortsangaben von ihm, da hieß es, sich durchfragen. Ich suchte mir eine Liste mit Bergführern aus der Gegend dort und fing an, diese anzurufen. Ich konnte von Glück reden, dass man englisch verstand, sonst wäre ich aufgeschmissen gewesen.

 

Als ich den vierten Herren am Telefon hatte, nachdem ich bereits seit 3 Stunden mir den Mund fusselig redete, kam ein vages „Ich wüsste nur von drei solcher hohen Höhlen, die auf eure Beschreibung zutreffen könnte! Die eine liegt in der Nähe von Santo Pedro di Tende, Désert des Agriates. Bei den anderen wird es leider schwierig, Miss. Denn die Zugänge zu den Gebirgsabschnitten sind seit Jahren leider gesperrt, weil es zu Unfällen aufgrund von herabfallendem Geröll kam.“ Das half mir ja schon mal etwas weiter und ich fragte, ob ich mir das einmal selber ansehen dürfte und ob ich mit ihm eine Wanderung dorthin buchen konnte. „Sicher Miss. Wenn sie hier vor Ort sind, dann rufen sie mich an, dann können wir einen Termin vereinbaren.“ sagte er freundlich.

 

„Das werde ich machen, ich danke ihnen vielmals, sie haben mir sehr weitergeholfen!“ in mir stieg eine gewisse Euphorie auf und ich freute mich auf einen kleinen Urlaub dorthin. Doch noch hatte ich nicht mit William darüber gesprochen. Aber... das würde ich noch machen. Verdammt, da fiel mir ein, ich hatte ihn noch nicht über das bevorstehende Treffen mit Tobias in Kenntnis gesetzt.

 

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In der Höhle des Löwen oder

zu Besuch bei Herrn Schäfer!

 

 

Ich nahm mein Handy und rief ihn kurzerhand an, teilte ihm mit, dass ich heute Nachmittag mit Yannick dorthin ginge und mich dann anschließend wieder melden würde. „Bist du dir sicher, dass er dir überhaupt richtig zuhören wird?“ gab mein Mentor mürrisch zu denken.

 

„Das weiß ich natürlich nicht, aber ich hoffe es doch. Es liegt auch in seinem Interesse, ein gutes Licht auf den Templerorden zu haben, oder? Da kann er sich keine schwarzen Schafe erlauben! Und wenn diese Idioten ihn wirklich falsch unterrichtet haben, dann möchte ich nicht in ihrer Haut stecken!“ gab ich zu bedenken.

 

„Stimmt auch wieder, dann drück ich dir Daumen, aber komm bitte umgehend danach zu mir. Wir müssen uns auch noch über die nächsten Schritte wegen der Jackdaw unterhalten!“ und er legte auf.

 

Es war zwölf Uhr Mittag durch und ich ging endlich Duschen. Als ich mit meinem Handtuch bekleidet ins Schlafzimmer kam, sah ich auf das Kleid und seufzte nur. Ich fing an, es aufzuheben und mit allen Röcken und Unterkleid und Korsett ordentlich auf einige Bügel zu bekommen. Als ich fertig war, sah ich es noch verträumt an, ich mochte diese Mode aus der Zeit. Auch wenn ich kein Fan der Folterinstrumente mit der Schnürung war, fand ich es immer toll, so etwas zu tragen.

 

Ich sollte mich wirklich anziehen, dachte ich nur und schnappte mir meine Klamotten. Yannick müsste auch gleich aus der Schule kommen und dann essen. Danach sollten wir uns langsam auf den Weg machen, wir hätten noch eine dreiviertel Stunde Fahrt vor uns. „Hey Mum, bin wieder da.“ kam es fröhlich von Sohnemann. Selten, dass er so gut gelaunt nach der Schule war. Ich freute mich darauf, wenn er endlich im Sommer seine Ausbildung anfangen konnte!

 

„Was willst du essen, ich hab noch von gestern Abend was da!“ fragte ich ihn über den Flur. „Ist mir egal, Hauptsache warm und essen!“ für solche Aussagen liebte ich dieses Kind einfach!

 

Also gab es Aufgewärmtes! Seine letzten Klausuren standen an und Yannick wurde zusehends nervöser, doch ich war zuversichtlich dass er das packen würde. „Hey, ich glaub an dich. Du packst das schon!“

 

„Wenn du das sagst!“ kam es ungläubig von ihm. „Es ist soviel Stoff, der irgendwie nicht in meinen Kopf will. Brauch ich den Scheiß eigentlich überhaupt später?“ fragte er mich jetzt.

 

„Naja, du wirst ihn brauchen, um ihn deinen eigenen Kindern beibringen zu können!“ lachte ich nur, bei mir war es so. Die meisten Sachen waren so nötig, wie ein Fundbüro in Polen!

 

Seufzend stand er auf und räumte seinen Teller in den Geschirrspüler. „Ich zieh mich eben um, dann können wir los!“ und ich bekam einen Kuss auf meine Stirn. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich eine gewisse Einheit mit ihm bildete. Wir waren eins und wussten und kannten den anderen einfach. Und ich liebte meinen Sohn wie nichts anderes. Und ja, auch Haytham kommt an diesen Status nicht heran. Denn ER hatte einen ganz anderen Platz bei mir!

 

Wir stiegen ins Auto und fuhren los. Wie ich diesen Verkehr mal nicht vermisst hatte. Die fuhren alle wie die letzten Neandertaler! Man man man! „Mum, wenn dich jemand fluchen hören würde, wäre er schon erschreckt vor einen Zug gesprungen. Du hast aber auch immer Ausdrücke am Leib!“ lachte Yannick und konnte sich fast nicht halten vor Lachen!

 

„Wenn die doch alle zu doof zum Autofahren sind, dann sollen sie es lieber sein lassen!“ aber auch ich musste lachen, ich hatte diese Fahrten schon ein ganz, ganz klein wenig vermisst. Auch wenn ich in ferner Zukunft darauf verzichten kann!

 

Ich hatte mir mein Gesicht ein wenig zugekleistert mit Camouflage, ich wollte ein bisschen von den blauen Flecken ablenken, ich sah immer noch ein wenig mitgenommen aus! Aber wenn man nicht direkt vor mir stand, ging es eigentlich!

 

Dann kamen wir an dem Abstergo-Komplex an und es war riesig. Man fuhr hier sonst nur vorbei und ich war noch nie im Inneren, warum auch? Auf dem Parkplatz hatten wir Glück und waren dicht am Besuchereingang, es hatte angefangen zu schneien und regnen, dazu war es arschkalt. Im Eingangsbereich angekommen wurden wir von der Empfangsdame höflich auf die Aufzüge aufmerksam gemacht und mit dem Hinweis, im 5. Stock würden wir fündig werden, entließ sie uns.

 

Also hatte man mich angekündigt. Es war ein sehr eigenartiges Gefühl mal wieder alleine, naja fast, unter Templern zu sein. Oben angekommen, nahm uns ein weiterer Mitarbeiter in Empfang und führte uns zum Büro von Tobias. Davor war ein Sofa auf dem wir Platz nahmen, wir waren einige Minuten zu früh da.

 

„Frau Frederickson, Herr Frederickson, folgen sie mir!“ bat uns der Angestellte und brachte uns zu Herrn Schäfer. Vor uns am Schreibtisch saß ein ungefähr gleichaltriger Mann mit dunkelblonden kurzen Haaren und einem sonnengebräunten Gesicht im Anzug. Als wir eintraten, sah er auf und über sein Gesicht lief ein erstaunter Ausdruck.

 

„Ah, Frau Frederickson. Ich sehe, sie legen Wert auf Pünktlichkeit! Das ist eine gute Eigenschaft. Wen haben sie noch mitgebracht? Ich gehe davon aus, es ist ihr Sohn, die Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen.“ ein geschäftliches Grinsen legte sich um seinen Mund.

 

„Das ist Yannick, Herr Schäfer, mein Sohn. Da haben sie Recht. Freut mich, sie wieder zusehen!“ sagte ich und reichte ihm meine Hand. Er schüttelte sie und im ersten Moment war ich erstaunt. Doch dann fiel mir ein... HIER gab es keine Handküsse!

 

Ich sah mich erstaunt um und fragte, wo denn die anderen Damen und Herren seien, die doch am Gespräch teilnehmen sollten. „Ich habe bereits eingehende Gespräche mit ihnen geführt und das Verhalten dieses Teams wird noch entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen!“ meinte er sichtlich verärgert.

 

Nachdem wir die Vorstellung durch hatten, nahmen Yannick und ich Platz. „Also, wir haben es mit einem ehemaligen Ordensmitglied zu tun, welches besessen ist. Und anscheinend hat man mich nicht richtig über die ganzen Umständen informiert. Es ist kein Verlass mehr auf die Brüder und Schwestern. Aber sei es drum. Wir sollten nicht um den heißen Brei reden und gleich zur Sache kommen.“ Tobias stand auf und fing an, umher zu laufen. Das machte mich, ehrlich gesagt, etwas nervös.

 

„Eine gute Zusammenfassung, Herr Schäfer. Aber mich würde interessieren, welche Geschichte ihnen mein Ex eigentlich aufgetischt hat. Denn er schien wirklich Angst zu haben, OHNE die Schatulle und das Manuskript zurück zukehren.“ fragte ich frei raus, denn mir war einfach nicht nach Geplänkel oder ähnlichem im Moment.

 

„Marius hat den Orden tatsächlich betrogen, auch wenn er anscheinend für seine Tat nicht wirklich verantwortlich gemacht werden kann. Doch eine Intention muss ja von ihm ausgegangen sein, dass er in die Asservatenkammer eindrang.“ sein Blick ruhte seltsamerweise fragend auf mir. „Sehen sie mich nicht so an, Herr Schäfer. Ich kann für das Fehlverhalten von Marius nichts. Ich habe ihn sicherlich nicht angestiftet.“ er lachte kurz auf.

 

„Das habe ich auch nicht geglaubt, er verhielt sich ja schon immer etwas komisch. Als er uns von ihrer Zugehörigkeit und ihren Reisen erzählte, dachte er, dass er dadurch Pluspunkte erlangen könne. Doch als die ausblieben, wurde er immer schlampiger und seine Aufträge waren, nunja, teilweise ein Desaster. Oft war es an Frau Richter, alles wieder zu bereinigen.“ erzählte er einfach.

 

„Ah, deswegen ist sie nicht so gut zu sprechen auf ihn gewesen. Aber warum habt ihr dann diese Truppe dorthin geschickt. Und woher, wenn ich das fragen darf, wussten sie irgend etwas über diese parallele Welt, in die mich Marius gesteckt hat?“ ich ließ meinen Blick über ihn schweifen, doch es ging eine neutrale blaue Aura von ihm aus, nichts bedrohliches.

 

„Das ist eine ganz andere Geschichte, da tappen wir immer noch im Dunkeln. Wie ist das möglich und welche Macht hat Marius inne gehabt, oder besser hat er inne, die ihn so tatkräftig unterstützt? Aber ich gehe davon aus, sie haben entsprechend schon geforscht?“

 

Und jetzt kam es darauf an! Wenn ich jetzt einen Fehler machte, wären meine Pläne auf und davon und ich könnte einfach gehen! Also tat ich das, was ich vorhatte, ich ging offensiv mit der Wahrheit an die ganze Geschichte. Ich konnte davon ausgehen, dass meine Zeitreisen nichts Neues waren, denn mein Ex wurde ja genau deswegen auf mich angesetzt.

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Vorsichtig herantasten, sonst

geht es nach hinten los!

 

 

„Ich habe schon geforscht und auch im 18. Jahrhundert konnte ich entsprechende Erkenntnisse sammeln. Doch es sind noch viele Ungereimtheiten. Auch habe ich unter anderem mit Mrs. Cormac einige Gespräche geführt...“ er ließ mich nicht ausreden und sah mich mit großen Augen an. „Sie haben WAS? Wie kommen sie an dieses Vertrauen dieser Frau. Sie galt immer als unnahbar und ließ sich nie in die Karten schauen. Die ganze Familie McGregor und Williams ist verschwiegen wie ein Grab!“

 

Und jetzt konnte ich mit meinen Erkenntnissen und meinem Wissen und meinen Kontakten auftrumpfen und tat es. „Herr Schäfer, ich habe viel Zeit mit ihr verbracht und ich konnte ihr bezüglich einiger Krankheiten in der Familie und im Angestelltenbereich helfen! Umgekehrt haben wir gemeinsam geforscht und diese Vorläufer sind einfach überall. So erlangte ich ihr Vertrauen und sie meines!“ ich sah ihn an und hielt seinem forschenden Blick stand. Doch mehr Einzelheiten brauchte er nicht!

 

„Heißt das, sie haben entsprechende Verbindungen und können Klarheit in einige Bereiche bringen?“ kam es ein wenig lauernd von ihm. „Nicht in alle Bereiche, nein, aber da ich einen gewissen Einblick hatte, sollte es mir in Zukunft möglich sein, weiter zu forschen um handfeste Ergebnisse ans Tageslicht holen zu können.“ gab ich nur wieder.

 

„Warum sollte ich auf eine Assassine hören und ihnen vertrauen?“ er stand mit verschränkten Armen vor dem Schreibtisch. „Meine Mutter ist eine gute Beobachterin und sie hat ein Händchen, Lügen und Intrigen zu durchschauen! Und sie wissen ja auch, dass sie eine ganze Weile mit Edward Kenway unterwegs war. Somit gibt es von dieser Seite auch noch einige Erkenntnisse, die auch für die Templer von Nutzen sein können.“ kam es jetzt nicht ohne Stolz von meinem Sohn.

 

Tobias beäugte ihn etwas skeptisch. „Du warst bei den Reisen dabei?“ fragte er jetzt.

 

„Nein, ich war nur bei der vorletzten dabei!“ sagte Yannick ehrlich. „Dann konntest du dir auch selber ein Bild von dem ganzen Geschehen machen?“

 

„Das konnte ich und ich muss sagen, es hat mich weiter gebracht und ich habe viel gelernt!“ sagte er voller Stolz wieder.

 

„Frau Frederickson, wenn die Frage gestattet ist. Aber, planen sie weitere Reisen dorthin?“ fragte er etwas zögerlich und ich spürte, dass Yannick seinen Blick nutzte und kurz den Kopf schüttelte.

 

„Vermutlich ja, aber ich muss jetzt erst einmal Marius von diesem Wesen befreien und dann sehe ich weiter. Und da wären wir an einem Punkt, wo ihr ins Spiel kommen könntet. Denn ich bin immer noch auf der Suche nach einem Artefakt, welches nur in dieser... anderen Welt existierte. Ich habe es zwar als Tätowierung davongetragen doch das reicht nicht unbedingt.“ Sollte ich von Haythams Amulett erzählen? Doch Tobias wusste ja, dass es HIER nicht mehr existierte und das machte die Templer damals ziemlich wütend!

 

„Wir sollten Marius zu einem Gespräch einladen, denn es wäre doch möglich, dass sich das Wesen dann irgendwie zeigt, oder nicht? Und dann könnte man versuchen es aus ihm heraus zuholen.“ Tobias war sich sicher, dass das klappen würde.

 

„Ein Versuch wäre es wert, aber ich bezweifle, dass er sich auf dieses Treffen einfach einlässt. Denn das Wesen verlangte die Herausgabe der Zeitreiseartefakte und wenn ich ehrlich sein darf, DAS würde ich als allerletzte Option nutzen. Davor muss es einfach noch etwas anderes geben. Und wir wissen, dass diese Wesen in die Gedanken schauen können, sie regelrecht lesen und sie gegen uns einsetzen können.“ Ich hatte so langsam Angst, wenn ich noch mehr preisgab, würde er sich alleine mit Marius auseinander setzen und mein Plan wäre wirklich zum Scheitern verurteilt.

 

„Da haben sie recht. Was schlagen sie vor? Wenn doch dieses Vieh so schlau ist und auch, wie sie sagen, Gedanken lesen kann, wird es schwer, eine Falle zu stellen.“ Damit hatte er Recht, doch ich erzählte von meiner Art, meinen Geist zu verschließen! „Sie können sich abschotten, sodass diese Vorläufer sich nicht an ihren Gedanken bedienen können? Wie machen sie das?“ fragte er staunend.

 

„Man muss für sich eine Erinnerung haben, welche man öffnet und … in der man sich einschließt und den Schlüssel wegwirft. Ich kann es schwer beschreiben, Herr Schäfer. Und es hat auch bei mir nicht auf Anhieb geklappt.“ Ich erzählte, von dem Desaster, als ich auch besessen war, denn ich war der Ansicht, dass es nur fair war, wenn er davon erfuhr und ich hoffte, dass er so mehr Vertrauen zu meinen Fähigkeiten fand.

 

„Erstaunlich. Wir haben nie auch nur ansatzweise, so etwas erwartet. Wir gingen davon aus, dass ihre Reisen einfach nur Geplänkel seien, doch Marius war immer überzeugt, dass ihr den Auftrag hattet, Artefakte oder ähnliches zu finden und an euch zu bringen, damit wir sie nicht bekommen! Wer hätte gedacht, dass es ganz anders war.“ Sein Blick verriet, dass er diese Erkenntnis wirklich gerade eben erst hatte.

 

Tobias ließ sich auf seinen Chefsessel sinken und sah mich an. Als ich ihn musterte sah seine Aura seltsam aus. Sie veränderte sich, von blau zu nebelig und wieder zu blau. Aber rot war sie nicht. Und jetzt kam mir auch der Gedanke, was dieses nebelige noch zu bedeuten haben könnte.

 

Diese Menschen sind sich nicht sicher, ob sie auf meiner Seite stehen sollten. Sie sind noch zwiegespalten und wabern deswegen so herum.

 

„Eigentlich wollte ich bei meiner letzten beziehungsweise vorletzten Reise die Lücken im Lebenslauf von Shay Cormac schließen. Denn, wenn wir ehrlich sind, die ganzen Berichte und Gerüchte sind ja nicht mehr auszuhalten!“ sagte ich ehrlich.

 

„Da haben sie recht, Frau Frederickson. Aber es ist seltsam, dass Haytham nie von ihm berichtete.“ in mir kamen dunkle Wolken auf. Wie Tobias seinen Namen so leicht abfällig aussprach, war ihm nicht würdig und ich wurde sauer.

 

„Master Kenway ist ein verschwiegener Mann und weiß, wie er Details zurückhalten kann!“ gab ich kalt als Antwort. Herr Schäfer sah mich fragend an. „Frau Frederickson, sie scheinen mehr zu wissen, als wir alle. Und ich als Templer würde zu gerne mehr über diesen Menschen erfahren, also wenn sie doch die Güte hätten, mir mehr zu berichten?“ sah er mich ehrlich fragend an.

 

Doch ich wollte noch nicht meine letzten Trümpfe auspacken. „Herr Schäfer, sie können sich sicher sein, dass das, was sie in den Tagebüchern gelesen haben, der Wahrheit entspricht. Und was die fehlenden Einträge angeht, da kann ich auch nicht wirklich helfen. Denn leider sind ja alle Unterlagen damals vernichtet worden. Von wem, können wir uns alle denken, oder?“ Ich sah Tobias jetzt einfach ebenfalls fragend an.

 

„Vermutlich von Master Cormac persönlich! Aber ich denke, wir sollten als erstes jetzt mit Marius weitermachen und dann... sollten wir weitersehen, was denken sie Frau Frederickson?“ kam es ehrlich von ihm. „So sehe ich das auch. Also, wie wollen wir vorgehen?“ fragte ich, denn ich wollte nicht alleine vorpreschen.

 

So besprachen wir, dass wir uns in einer Woche wieder treffen würden. Bis dahin wollte Herr Schäfer Marius dazu bringen, doch dem Orden wieder beizutreten aufgrund von neuen Erkenntnissen, die Frau Richter angeblich ans Licht gebracht hatte. Wir hofften, dass das so klappen würde. Bis dahin würde ich ihn nicht mehr kontaktieren und sollte Marius dennoch anrufen, sollte ich ihn besser ignorieren. Das war wohl das kleinere Problem.

 

Wir verabschiedeten uns und gingen zum Parkplatz, mittlerweile war es dunkel und es schneite ziemlich heftig. Ich schlug meinen Mantel enger um mich und stieg dann in mein Auto. Als wir die Türen geschlossen hatten, sah mich Yannick an und fragte erleichtert. „Mum, das ist doch gut gelaufen, oder? Herr Schäfer war uns nicht böse gesonnen, doch … seine Aura... dieser Nebel! Was hat das zu bedeuten?“

 

Ich erklärte meinem Sohn, welche Vermutung ich hatte und sagte auch, dass ich ebenfalls guter Dinge sei, was die zukünftigen Treffen anging. Ich hatte einen Grundstein gelegt und so hoffte ich, würde es weitergehen, doch der Weg wäre noch lang.

 

Zuhause angekommen, erwartete uns eine maulige Melissa. Yannick hatte ihr nicht Bescheid gesagt, dass er mit mir noch einen Termin hatte! Männer... ziemlich vergesslich von Zeit zu Zeit. Ich ließ die beiden in der Küche sitzen und ging ins Wohnzimmer. Der Abend war Ruhe pur und ich studierte noch ein paar Seiten über das 18. Jahrhundert und über die Kriege und und und!

 

Kapitel 9

 

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Ein Treffen mit alten Bekannten

 

23. Januar 2020

 

 

Die Woche verlief völlig ruhig und ich kam in meinem Alltag immer mehr an. Es tat mir gut, dass ich jetzt mit meinen Plänen arbeiten konnte und ein konkretes Ziel vor Augen hatte.

 

Heute stand der Termin mit Marius und Tobias an. Wir sollten am Nachmittag dort sein und würden dann weiter instruiert. Ein bisschen unwohl fühlte ich mich schon, so ohne Wissen, was denn passieren sollte, fühlte ich mich übergangen. Ich war gespannt, ob Marius sich auf diesen Deal überhaupt eingelassen hat, auf der einen Seite traute ich ihm diese Kurzsichtigkeit zu, auf der anderen Seite könnte das Wesen ihn aber auch warnen!

 

Ich hatte William erzählt, was wir vorhatten und er war nicht wirklich begeistert von der Idee. Doch irgendwo mussten wir ansetzen und dass mein Ex ein Templer war, das hatte ich ja nicht geahnt! „Willst du nicht doch noch Verstärkung mitnehmen?“ fragte er mich besorgt.

 

„Nein, ich denke, die Damen und Herren dort, werden schon selber Vorkehrungen getroffen haben.“ Das klang selbstsicherer als ich es eigentlich war. „Dann wünsch ich dir viel Glück und melde dich, wenn du dort wieder raus bist!“ meinte mein Mentor nur! Ich konnte mir aber denken, dass er trotzdem einen Notfalltrupp versammeln würde, sobald ich aus der Tür bin!

 

Gegen 14 Uhr fuhren wir los Richtung Abstergo und Yannick war auch alles andere als ruhig. Er würde seinen Vater nach fast einem Jahr das erste Mal wieder sehen. „Mum, es ist eigenartig, auf der einen Seite will ich ihn wiedersehen, weil ich ihm meine Meinung sagen will, auf der anderen Seite denke ich mir nur, dass ich Angst habe, dass dieses Ding mir etwas anhaben könnte.“ Und da kam ein bisschen meine Panik wieder durch.

 

Mein Sohn sollte das Gleichgewicht wieder herstellen, er sollte diese manipulierten Zeitreisemomente wieder gerade rücken! Wäre vielleicht jetzt schon der richtige Zeitpunkt dafür oder sollte es erst später dazu kommen?

 

Ich dachte an mein Gespräch mit Faith in der Taverne. Wir sprachen über Schicksal und ob man es aufhalten könnte. Doch auch dort fanden wir keine Antwort, sie hatte gesehen wie ihre Tochter sterben würde, doch dank meiner Medikamente konnte oder kann sie es verhindern. Aber was ist mit Haytham? Kann ich seinen Tod durch Connor verhindern, oder schiebe ich es nur auf? WAS ist Schicksal, das fragte ich mich mal wieder zum Millionsten Mal!

 

Wir kamen pünktlich an, auch wenn der Verkehr mal wieder zum Wegrennen war. Im Vorzimmer zu Herrn Schäfers Büro, sah ich Frau Richter mit Herrn Küfer! Beide sahen mich mehr als nur sauer an, vermutlich weil ich ihre Schwindeleien hatte auffliegen lassen. „Ach sieh einer an. Frau Frederickson mit Anhang! Sind sie stolz darauf, dass sie uns so ins offene Messer haben laufen lassen?“ maulte Anna mich auch gleich an.

 

„Ja, das bin ich. Sie müssen wissen, ich bin für Ehrlichkeit und Wahrheit. Ich kann leider nichts dafür, dass sie mit dieser Truppe Inkompetenz einfach nichts auf die Reihe bekommen haben.“ gab ich kalt zurück, ich wollte mich nicht weiter mit ihr unterhalten. Sie nervt nur, doch ich wusste, sie könnte durchaus für mich und mein Vorhaben noch Ärger bedeuten.

 

Plötzlich kam mir der Gedanke, dass sie sich durch dieses Wesen beeinflussen lassen könnte und dann hätten wir ein richtiges Problem. Aber jetzt war nicht mehr genügend Zeit, ihr zu erklären, dass sie ihren Geist abschotten mussten. „Frau Richter, Herr Küfer, wenn wir dort reingehen, dann versucht, eure Gedanken und euren Geist nicht offen darzulegen. Sie beide müssen sich verschließen, sonst hat dieses Wesen freie Bahn und nutzt es aus!“ gab ich jetzt als Kurzerklärung.

 

„Aha, und warum sollte ich ihnen glauben? Sie wollen sich hier einschleichen und versuchen mit allen Mitteln den Orden zu untergraben. Den Anfang haben sie gemacht, aber das war es jetzt auch. Wir werden uns von einer Assassine nicht den Rang ablaufen lassen!“ kam es jetzt von Steffen! Innerlich rollte ich nur mit den Augen. Immer das gleiche, konnte man nicht einfach erstmal an einem Strang ziehen und dann weitersehen? Aber gut, ich müsste sehen, wie ich das gedeichselt kriege, zur Not halt auf eigene Faust!

 

Dann ging die Tür auf und Tobias erschien. „Wie schön! Sie sind alle pünktlich erschienen!“ grinste er uns an, er konnte sich vermutlich an drei Fingern abzählen, dass sich hier keine Freunde gegenüberstanden. Wir folgten ihm nickend und als ich ins Büro trat, saß Marius auf dem Sofa in der rechten Ecke. Sein ungläubiger Blick, als er uns alle sah, war unbezahlbar. Damit hatte das Wesen sicher nicht gerechnet, dieses Leuchten in seinen Augen verriet, dass es im Vordergrund agierte. Doch er oder es sagte nichts!

 

Ich hoffte, dass Herr Schäfer die beiden anderen Templer doch irgendwie eingeweiht hatte, jetzt noch eine Erklärung abgeben, wäre unmöglich. Doch sie schienen gefasst und nahmen ebenfalls auf dem Sofa Platz. Ich setzte mich mit Yannick ihnen gegenüber, nur Tobias blieb stehen.

 

„Da jetzt alle anwesend sind, können wir sicher anfangen?“ es war mehr eine rhetorische Frage, er fuhr gleich fort. „Herr Engelhardt, ich denke, wir hatten einen schlechten Abschluss mit vielen Missverständnissen und ich würde es begrüßen, dass wir die ganze Geschichte jetzt endlich bereinigen könnten.“ meinte Herr Schäfer in freundschaftlichem Ton.

 

„Naja, Missverständnisse? Tobias, das waren berechtigte Beschuldigungen!“ maulte Frau Richter mit einem Mal rum und ich konnte fühlen, dass dieser Hass und Zorn im Raum lag. Doch Küfer und Richter hatten das ganze nicht ernst genommen, verdammt! Doch der CEO hatte ein entspanntes Gesicht und von seiner Seite konnte ich spüren, dass er seinen Geist versuchte abzuriegeln. Jetzt hoffte ich nur, dass es auch klappen würde!

 

„Ja, sie haben mich falsch unterrichtet, Frau Richter!“ kam es jetzt streng von Tobias und er sah sie kalt an. „Und das nur, um ihre eigene Haut zu retten! So etwas dulde ich einfach nicht. Deswegen bat ich auch Herrn Engelhardt zu diesem Gespräch, ich möchte jetzt die ganze Geschichte erfahren! Und zwar der Reihe nach und mit der Wahrheit, wenn möglich! Ist das verständlich?“ er sah sich fragend in der Runde um.

 

„Wenn sie meinen, Tobias!“ kam es kleinlaut von Küfer! Ich hingegen meinte nur, dass es ja wohl selbstverständlich sei, mit der Wahrheit anzufangen! Ich konnte mir einen Seitenhieb auf diese beiden Stümper nicht verkneifen! Yannick hingegen beobachtete nur und sah seinen Vater durchdringend an. Warum sagte weder Marius noch das Wesen etwas? Es war, als würden die beiden sich belauern, um im richtigen Moment auf einander loszugehen!

 

„Herr Engelhardt, ich würde jetzt gerne wissen, was genau damals eigentlich vorgefallen ist. Aus den Kameraaufzeichnungen geht hervor, dass sie sich einfach in die Asservatenkammer geschlichen haben nachts und einige wertvolle Dinge entwendet haben! Danach sind sie einfach spurlos verschwunden!“ Als wenn Marius aus einem Traum erwachen würde, schüttelte er überrascht den Kopf und sah zu seinem ehemaligen Großmeister!

 

„Herr Schäfer, so wie sie das schildern, ist es nicht ganz gewesen. Ich habe mich nicht hineingeschlichen, sondern ich bin einfach hinein spaziert. Seien wir ehrlich, die Sicherheitslücken hier sind gravierend.“ kam es lachend von meinem Ex. „Es war mir ein Leichtes einfach an die Artefakte zu gelangen und als ich auch noch den Armreif in Händen hielt, konnte mich nichts mehr stoppen und warum sollte ich auch DIE Chance meines Lebens verpassen?“ Es war wirklich nicht Marius der sprach, ich konnte es auch in seinen Augen sehen.

 

Doch Küfer und Richter verstanden es nicht. Dabei hatte aber doch Anna selber gesehen, dass etwas mit Marius nicht stimmte. Ein neuer Gedanke kam mir aber, wenn er VORHER noch nicht besessen war, warum ist er dann dort eingedrungen? Hatten diese Wesen ihn schon vorher gelenkt? Unwissend wie er war, könnte es ja sein, dass er einer inneren Stimme gefolgt ist. Es wird immer komplizierter! Und ich stöhnte innerlich.

 

„Marius, du hast deine Chance darin gesehen um dich zu profilieren! Das hast du mir ja schon damals versucht zu erklären. Und was hat es dir gebracht? Nichts, du bist mit eingezogenem Schwanz hierher zurück und dann? Gut, dass diese beiden Herrschaften hier neben dir auch nicht viel besser sind, haben sie hinlänglich gezeigt.“ grinste ich sie an. Ich musste jetzt sehen, ob das Wesen entsprechend reagierte oder ob es sich noch zügeln würde.

Kapitel 10

 

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Brauche ich schon wieder einen Priester?

 

 

„Wie wäre es, wenn du das Kind einfach mal sprechen lassen würdest, du Templerhure!“ Ahhhhhhhhhh... da war es! Jetzt war die Stimme auch anders und alle Beteiligten im Raum sahen von meinem Ex zu mir und konnten es nicht glauben!

 

„Mein Vater hätte nie zugelassen, dass mir etwas passiert. Was willst du also von mir? Denn ich bin dir nichts schuldig!“ kam es in einem kalten Ton von meinem Sohn! Erstaunt sah ich ihn an, er hatte sich entwickelt und er kontrollierte ebenfalls seinen Geist!

 

„DU nicht, aber deine Mutter!“ böse funkelte mein Ex jetzt in meine Richtung! „Aha, und weswegen bin ich dir etwas schuldig? Nicht DU warst es, der in dem Turm mit mir sprach, es war ein anderer Isu und ich bezweifle, dass ich dir aus diesem Grund irgend etwas schulde!“

 

„Wo glaubst du hast deine neuen Fähigkeiten her? Hmmmm? Wir überlassen euch ja nicht ohne Grund solche Gaben und Geschenke, dafür verlangen wir eine Gegenleistung!“ Jetzt kamen wir zum Punkt! Dieses Wesen war wie die Habgier und sie war machthungrig. Also musste ich wirklich noch die Götter durchgehen, ich musste wissen, woran ich war.

 

„Und was willst du als Gegenleistung von mir haben? Die Artefakte wirst du sicherlich nicht einfach so von mir bekommen, vergiss es!“ ich war die Ruhe in Person und sah meinen Ex entspannt an. Im Raum herrschte jedoch eine Luft die man zerschneiden konnte.

 

„Das führt doch zu nichts, wir sind hier doch nicht bei einem Geschäft, wo man die Preise aushandelt! Was willst du? Sag es einfach und du bekommst es und dann ist Ruhe, verdammt.“ Steffen war mittlerweile schon in Angriffslaune, das war nicht gut und ich sah auch Anna an, dass sie sich immer mehr manipulieren ließ. In Gedanken ließ ich meine Mantren laufen und hatte mit einem Mal das Gefühl, als läge ich beschwichtigend meine Hände auf ihre Schultern, um sie runter zufahren. Doch es war Edward, seine Präsenz war im Raum oder nur in meinem Kopf?

 

„Alex, was soll das? Du nutzt die Fähigkeit, die dir mein Bruder überlassen hat gegen MICH?“ Marius sprang auf und sah wütend auf mich hinunter. Tobias war ebenfalls auf den Beinen und sah von einem zum anderen. Langsam erhob ich mich und mein Sohn tat es mir gleich.

 

„Ja, ich nutze sie. Es ist mein gutes Recht und jetzt sag mir, wie ich den Armreif aus deiner Welt bekomme, damit wir hier abschließen können. Oder ich...“ doch mehr konnte ich nicht sagen, weil mein Ex förmlich über den kleinen Tisch zwischen uns sprang und seine Hände schlangen sich um meinen Hals.

 

„Du hast doch keine Ahnung wozu wir fähig sind! Diese menschliche Hülle hat mir nur Scherereien gebracht und ich komme nicht aus ihr heraus, weil DU zu früh gehandelt hast, Schlampe!“ ich bekam langsam keine Luft mehr und hinter Marius zerrten vier Leute an ihm, um ihn von mir runter holen, doch vergebens. Also blieb mir keine Wahl, ich aktivierte meine Klingen und rammte sie meinem Ex in den rechten Oberschenkel. Mit einem Schmerzenslaut ließ er von mir ab und wand sich am Boden wie ein Aal. „Du zerstörst nur die Hülle, ihr Menschen seid einfach zu dumm um das große Ganze zu sehen.“ Ja, das hatten wir schon einmal und jetzt? „Dann sag mir doch einfach, wie wir das Artefakt aus der anderen Welt bekommen und ich kann dich wieder nach Hause bringen!“ sagte ich mit krächzender Stimme, denn mir tat mein Hals weh.

 

Langsam ließen die körperlichen Kräfte meines Ex nach, nur das Wesen versuchte weiter zu zetern, doch es wurde immer schwieriger. Tobias hatte Geistesgegenwärtig seinen Gürtel ausgezogen und band jetzt das Bein ab, damit Marius nicht noch mehr Blut verlor. Dann plötzlich sah ich, wie das Leuchten kurz nachließ und mein Ex sprach. „Es … es tut mir wirklich leid, hilf mir hier raus... ich will das nicht mehr! Du musst nur... in der Kammer... die Kiste und die Chroniken! Such danach!“ und dann verdrehte er die Augen und war bewusstlos.

 

In der Hoffnung, dass auch der Isu nun nicht mehr agieren konnte, atmete ich erleichtert aus. Erst jetzt sah ich, dass vier Augenpaare gebannt auf mich gerichtet waren. Yannick sprach als erster. „Mum, welche Kammer meinte er und... welche Chroniken? Ich verstehe das nicht!“ sein Blick ruhte fragend auf mir.

 

„Frau Frederickson, war das jetzt wirklich ihr Ex, der da gesprochen hat?“ fragte mich Tobias. „Ja, das war er und er scheint wirklich Panik zu haben, ich weiß, wie es sich anfühlt, besessen zu sein und... es ist ein schrecklicher Zustand!“ besorgt sah ich immer noch auf Marius.

 

„Meinte er die Asservatenkammer? Wenn ja, von welcher Kiste spricht er? Wir haben ja nicht nur eine einzige im Besitz, unser Lager umfasst ja auch andere Fundstücke aus verschiedenen Epochen und Ländern! Das kann ja ewig dauern!“ doch mir kam ein Gedanke und ich hoffte, das Lukas seinen Plan noch nicht in die Tat umgesetzt hatte. Die Kiste mit dem Krebs-Wappen war mein erklärtes Ziel gewesen, bevor ich abgereist war.

 

„Ich könnte mir vorstellen, welche er meint...“ murmelte ich vor mich hin. „Aber wir sollten erst einmal einen Krankenwagen rufen, oder zumindest einen Arzt kommen lassen. Er verblutet sonst noch!“ mir wäre Faith gerade sehr recht, es ginge unbürokratisch und ohne große Scherereien über die Bühne, wenn sie ihn behandelte. Doch ich konnte sie schlecht holen und mal wieder zogen dunkle Wolken in meinem Kopf auf und ich vermisste sie! Ich schüttelte mich, um diese negativen Züge durch zulassen und erntete seltsame Blicke von den Anwesenden.

 

„Mum, ist alles in Ordnung?“ Fragte mich mein Sohn etwas besorgt. „Ja, alles ok. Ich... hatte gerade nur böse Gedanken, ist schon wieder vorbei!“ und ich hoffte, es klang ehrlich. Herr Schäfer hatte mittlerweile einen Arzt angerufen, natürlich einen vertrauenswürdigen aus dem Haus, warum auch immer hier Ärzte anwesend waren! Wir hatten meinen Ex jetzt auf die Couch gelegt und drückten abwechselnd die Wunde zu mit einem Kissen. Das würde nie wieder rausgehen aus dem Bezug, dachte ich noch und musste grinsen, weil ich gerade JETZT an so etwas dachte.

 

„Frau Frederickson, und jetzt mal bitte Klartext, WELCHE Kiste könnte er gemeint haben. Sie haben eben genuschelt, dass sie eine Ahnung hätten, um welche es sich handeln könnte. Dann bitte... raus mit der Sprache und WOHER wissen sie das?“ Mist, jetzt drohte die ganze Sache zu kippen, ich konnte schlecht sagen, dass unser Spion Videos in der Asservatenkammer gemacht hat. Ich könnte aber vielleicht eine kleine Notlüge nutzen und sagen, dass ANNA mir das in ihrem verwirrten Zustand erzählt hatte. Aber … da kam wieder mein schlechtes Gewissen durch. Vorhin hatte ich noch davon gepredigt, bei der Wahrheit zu bleiben und hielt mich dann selber nicht daran?

 

Ein Räuspern riss mich aus meinen Gedanken. „Ich warte immer noch auf eine Erklärung!“ kam es jetzt etwas ungehalten vom CEO. Ich atmete tief durch und richtete mich auf, sah ihm direkt in die Augen und berichtete von dem eingeschleusten Spion. Wenn ich mit Wut über diesen Verrat gerechnet hatte, wurde ich enttäuscht. Tobias grinste mich an und bat mich, auf den Monitor von seinem Schreibtisch zu sehen.

 

Ein paar Klicks und ich sah Lukas in einer Art Zelle auf einer Pritsche hocken! Oh verdammt. „Sie haben gute Arbeit geleistet, doch leider haben wir ihn vor ein paar Tagen erwischt, wie er die Kameraeinstellungen ändern wollte. Uns war schon länger aufgefallen, dass etwas nicht stimmten konnte damit!“ Tobias sah mich immer noch lächelnd an, aber es war nicht wütend, es sah aus wie ein Pech gehabt Grinsen!

 

„Na, dann weiß ich zumindest, wo er abgeblieben ist. Wir hatten uns ja auch schon gewundert!“ flunkerte ich, denn genau das Gegenteil war der Fall bis jetzt. „Wenn ich jetzt sage, es tut mir leid, wäre das nicht ehrlich. Wie soll es weitergehen ab hier?“

 

Hinter mir hörte ich ein verächtliches Schnauben und ein „Aber wir sind Stümper, pfffff... das ich nicht lache!“ Anna! Doch es war Herr Schäfer der ihr über den Mund fuhr. „Frau Richter, ihre Art und Weise des Vorgehens war auch alles andere als professionell, oder nicht? Also wäre es ratsam, wenn sie sich bitte zurückhalten mit solchen Äußerungen!“ Er sah sie kalt an.

 

„Wir sind damit quitt, Frau Frederickson, denke ich.“ meinte er jetzt und in mir stieg Panik auf, dass es jetzt vorbei ist und ich gehen könnte! Oh bitte... ich war so nah dran! Da ich aber nicht so leicht aufgeben wollte, hakte ich nach, ich war neugierig. „Wie meinen sie das, wir sind quitt?“

 

Er lehnte sich an den Schreibtisch und sah grinsend auf mich nieder und dann zu meinem Ex. Ahhhh, ich verstand allmählich. „Wir haben euch damals Herrn Engelhardt aufgedrückt und ihr habt uns diesen Lukas geschickt. Also... wie sagt man so schön? Quitt pro Quo, oder?“ ich atmete etwas erleichtert aus, dann konnte es doch noch weiter gehen? „Ja, ich denke schon. Wie sollen wir jetzt weiter vorgehen, Herr Schäfer?“ preschte ich jetzt einfach nach vorne, ich wollte endlich ein paar Ergebnisse sehen!

 

„Sagen wir mal so, eine gewisse Vertrauensbasis wäre ja vorhanden, aber ich bezweifle, dass ich euch in unser Allerheiligstes lassen werde!“ Gut, das konnte ich verstehen, aber ich brannte darauf, mich dort umzusehen.

 

„Sie haben nicht ganz unrecht, dennoch könnte ich anhand von den Wappen oder ähnlichem sicher schneller finden, wonach wir suchen. Ich habe einige in Erinnerung und ich hoffe, dass ich nicht falsch liege.“ natürlich kam nur als Antwort, ich könne sie ja beschreiben, dann würde man danach suchen. Verdammt.

 

„Fürs erste wäre da eine Kiste mit einem Krebs-Wappen. Allerdings weiß ich nicht, welcher Familie dieses gehören würde. Das konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen! Aber es prangte auf einer Kutsche eines Herren, der meine Brig an sich bringen wollte!“ Leider hatte Familie McGregor/Williams/Cormac kein Wappen, sonst hätte ich auch danach suchen lassen können. Als ich das auch noch erwähnte, sah mich Herr Schäfer wieder so schief an.

 

„Warum sollte uns gerade diese Familiengeschichte weiter bringen, Frau Frederickson?“ Er selber war es doch, der vorhin noch ganz erstaunt war, dass ich mit Faith ein relativ enges Verhältnis habe. Ich erzählte ihm also noch einmal, dass sie in gewisser Weise wie eine gute Freundin für mich sei und die Templer ja schon gesehen haben, dass dort mehr verborgen war, als bisher angenommen.

 

Autorennotiz

*** Einleitung und Vorwort ***

Es ist soweit! Alex ist wieder in ihrer Zeit und muss versuchen sich einzuleben.

Ihr Leben wird nicht mehr so wie vor dieser letzten Zeitreise sein. Sie wird nun einen Abschluss finden müssen. Für sich, für ihren Sohn, Ihr Leben... das Ganze gestaltet sich etwas schwieriger als erwartet.

Im Zuge dessen, kommen neue Erkenntnisse bezüglich ihrer Familie ans Licht. Ein wenig Amor darf sie auch noch spielen, wenn auch völlig unwissend und unbeabsichtigt!

Dieses mal geht es um Bestechung, eine Vereinigung, Vorwürfe und Machtspielchen!

Dann lasst uns Alex ein letztes Mal alleine in ihre gewohnte Umgebung folgen und hoffen, dass alles glatt geht!

Es sei außerdem angemerkt, dass dieser Teil relevant für die weiterführende Geschichte sein wird. Es wäre gut, hier erst einmal zu verweilen und zu lesen!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

GLG eure Mrs. Shaytham Corway

PS: Dieser „Gegenwartspart“ war schon lange vor Corona fertig. Deshalb gibt es auch keinen Bezug auf diese sch.... Pandemie! ;-)

PPS: Die Charaktere und das Universum (auch wenn von mir abgeändert und angepasst, genau wie die AC-Charaktere) gehören nicht mir. Alle Rechte liegen bei Ubisoft und ich verdiene hiermit kein Geld. Lediglich mein OC gehört mir und ein paar Nebenchars.

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Autor

MrsHEKenways Profilbild MrsHEKenway

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Statistik

Kapitel:10
Sätze:1.260
Wörter:13.352
Zeichen:76.296

Kurzbeschreibung

*** Wieder daheim, muss sich Alex nun um ihr altes Leben kümmern. Der große Abschied muss vorbereitet werden. Vorher jedoch wird sie Zeuge von zweier Vereinigungen, muss sich mit Vorwürfen herumschlagen, Bestechungsgelder lockermachen und bekommt einen neuen Blick auf ihre Familie! ***

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Zeitreise, Familie, Liebesbeziehung (problematisch), Freundschaft und Abenteuer getaggt.