Fanfictions > Bücher > Harry Potter > Weihnachtliche Hoffnung

Weihnachtliche Hoffnung

2
29.11.2018 8:46
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Weihnachtliche Hoffnung


Niemand war in Weihnachtsstimmung. 
Luna ließ ihren Blick durch die Halle schweifen. Betrübte Gesichter, soweit das Auge reichte. Natürlich war niemand in Weihnachtsstimmung, nicht, solange sie unter der Fuchtel der Carrows leben mussten. Die beiden Geschwister saßen am Lehrertisch und ließen wie üblich ihre finsteren Blicke durch die Halle schweifen.
Das Schloss war nicht geschmückt worden, keine fröhlichen Stimmen klangen durch die Gänge. Es war, als hätte sich ein Tuch über die Schule gelegt, ein Tuch der Finsternis.
„Es gibt immer ein Licht am Horizont“, befand Luna. „Ich werde dafür sorgen, dass doch noch ein schönes Weihnachtsfest zustande kommt und sei es auch nur in den Gemeinschaftsräumen. Ich will den Menschen ein bisschen Hoffnung zurückgeben.“
„Wie willst du das anstellen, Luna?“, fragte ihre Freundin mutlos.
Doch Luna lächelte nur. Sie hatte schon eine Idee. Doch dafür brauchte sie Hilfe.

Es gelang ihr, Neville in der Mittagspause zur Seite zu nehmen.
„In zwei Wochen beginnen die Ferien. Wir haben Advent, die Zeit des Friedens, der Fröhlichkeit. Das dürfen uns die Carrows nicht nehmen.“
Neville, der einen frischen Schnitt an der Wange hatte, sah Luna an, in seinen Augen erkannte das Mädchen sowohl Trauer, als auch Schmerz, als auch die wilde Entschlossenheit, die beides mit sich brachte.
„Ich weiß, Luna. Aber denk daran, wenn wir erwischt werden … ich kann von den DA-Mitgliedern nicht verlangen, dass sie sich derart in Gefahr begeben, du weißt, was Carrow vor einem Monat sagte.“
Und ob Luna sich daran erinnerte.
‚Weihnachten hat keinen Platz bei uns. Niemand, der Stücke auf sich hält, lässt sich von nutzlosem, kitschigem Tand, unnötiger Freude und dergleichen mitreißen. In unserer neuen Gesellschaft hat jeder jederzeit zu wissen, wo sein Platz ist. Wer erwischt wird, dass er Weihnachsschmuck aufhängt, oder Weihnachtslieder singt, wird hart bestraft werden.‘
„Die Carrows müssen ja nicht wissen, wer dafür verantwortlich ist“, antwortete sie leise. „Und wir müssen auch niemanden in Gefahr bringen. Ich würde es machen.“
Neville warf Luna einen unsicheren Blick zu, doch Luna war entschlossen. „Ich mache das. Hogwarts hat das Recht auf ein kleines bisschen Licht.“
Sie ging davon, in Grübeleien versunken und ließ Neville einfach stehen, der ihr verdutzt hinterherblickte.
Was könnte sie machen? Es musste etwas sein, dass seine Wirkung nicht verfehlen würde, etwas Tolles. Doch was?

Am nächsten Morgen beim Anziehen dachte Luna immer noch darüber nach, was sie tun könnte. Etwas Auffallendes, Weihnachtliches, etwas, was wie ein Schlag ins Gesicht für die Carrows sein würde und Hogwarts wieder Hoffnung bringen sollte. Doch es musste noch vor den Weihnachtsferien geschehen. Das bedeutete, Beeilung.
Und während Luna ihre Ringelsocken über ihre Füße zog, kam ihr die Idee. Doch dafür brauchte sie Neville, alleine würde sie das nicht schaffen.

„Ich bin dabei, mir ist es egal, wie gefährlich das wird.“
Luna war überrascht, mit welchem Eifer Neville plötzlich dabei war, doch sie entschloss sich, ihn jetzt nicht zu verschrecken. Doch sie war froh, dass er mitmachen würde. Manchmal überraschte Neville sie mit seinem Tatendrang und seinem Mut und diesmal kam er ihr gelegen.
„Das wird Arbeit, wir sollten heute noch damit anfangen. Aber wo willst du das Material herbekommen?“, fragte Neville.
„Nächstes Wochenende ist Hogsmeadewochenende. Und es wird nicht auffallen, wenn wir mehr davon kaufen. Du kannst Ginny fragen, ob sie uns hilft. Sie soll nur Stillschweigen bewahren.“
Neville nickte. „Das wird schon funktionieren. Wir bringen dann alles in den Raum der Wünsche. Und ich wette, Ginny wird uns helfen.“

Als Luna am Samstagabend mit einem großen Karton im Arm den Raum der Wünsche betrat, waren Neville und Ginny schon dort. 
„Neville hat mir von eurem Plan erzählt“, erklärte sie. „Da haben wir so viel gekauft, wie wir konnten. Ich hoffe, es reicht.“
„Das wird es“, ermutigte Luna sie und ließ ihren Karton neben die der Gryffindors fallen. „Hast du die Karte?“, fragte sie Neville, welcher nickte. 
„Seamus hat mir geholfen, ich hab ihm gesagt, er soll niemandem etwas sagen und ich hab ihm auch nicht gesagt, wofür wir sie brauchen. Zu seinem Schutz.“
Luna nahm ihm die Karte aus der Hand und betrachtete sie zufrieden von vorne und von hinten. Sie lächelte. Wenn das den Schülern keinen Mut machte, dann wusste sie auch nicht weiter.
Sie arbeiteten lange, verdoppelten die Karte wieder und wieder und waren bis spät in die Nacht beschäftigt.
In aller Frühe schlichen sie in die Große Halle.
„Muffliato“, flüsterte Luna und schwang den Zauberstab in Richtung der Eingangshalle. 
„Und jetzt schnell.“ Neville trieb sie mit nervöser Stimme an.

Als die ersten Schüler die Große Halle betraten, war sie verwandelt worden. Eiskristalle schmückten die Wände, es schneite puderigen Schnee und Tannengirlanden wanden sich auf den Tischen und die Wände entlang.
Auf jedem Teller in der Halle lag ein Schokofrosch. Gemurmel brach unter den Schülern aus und einige Lehrer lächelten, während die Carrows einstimmig böse Blicke tauschten. Eins war sicher, der Schuldige dieses Vorfalls würde leiden. Es konnte nur ein Gryffindor aus Potters Freundeskreis sein. Niemand sonst. Sie mussten unbedingt rausfinden, wer das getan hatte.

Luna drehte die Karte ihres Schokofrosches in ihren Händen.
Auf der Vorderseite prangte ein Bild von Harry. Und auf der Rückseite stand in verschnörkelten Buchstaben: ‚Harry Potter ist der Junge, der lebt. Und solange wir unsere Hoffnung in ihn nicht verlieren, wird er den Sieg in diesem Krieg davontragen.
Frohe Weihnachten an alle. Und vergesst nie, dass selbst in der dunkelsten Stunde ein Licht brennt. Harry ist unser Licht. Immer.‘

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

Autor

Arduinnas Profilbild Arduinna

Bewertung

Noch keine Bewertungen

Statistik

Sätze:78
Wörter:966
Zeichen:5.703

Kurzbeschreibung

Hogwarts unter der Herrschaft der Carrows. Ein verbotenes Weihnachtsfest. Und Luna, welche alle Hebel in Bewegung setzt, um der Schule die Hoffnung zurückzugeben