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Hand in Hand

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13.5.2019 12:00
12 Ab 12 Jahren
Heterosexualität
Fertiggestellt

Autorennotiz

Dies ist mein Beitrag zum Projekt auf fanfiktion.de Alles Gute zum Geburtstag 4:

Liebe Mrs DiLaurentis!

Ich wünsche dir alles, alles Gute zu diesem besonderen Geburtstag, an dem ich die Ehre hatte dir eine Geschichte zu schenken!
Man wird nur einmal volljährig, genieße den Tag und lass dich ordentlich feiern, auf dass dein Leben außergewöhnlich schön wird ;)

Und nun ist hier mein Geschenk an dich. Ich hoffe, du bist zufrieden mit dem Ergebnis., ich freue mich über jegliche Kritik.  Viel Spaß beim Lesen :)

2 Charaktere

Draco Malfoy

Der blonde Sohn einer reinblütigen Familie ist im gleichen Jahrgang wie Harry Potter - aber in Slytherin. Schon bei ihrer ersten Begegnung in der Winkelgasse geraten sie aneinander, was sich über ihre gesamte Schulzeit immer weiter aufschaukelt. Am Ende der Reihe jedoch scheinen sie irgendwie auf der gleichen Seite zu stehen und begegnen sich neutral.

Hermine Granger

Hermine Granger ist die beste Freundin von Harry und Ron. Bei ihren gemeinsamen Erlebnissen kann sie oft wichtiges Wissen und Können beisteuern, da sie sehr intelligent ist. Hermine stammt aus einer reinen Muggel-Familie. Erst mit der Einladung nach Hogwarts erfährt sie, dass sie eine Hexe ist.

 

Hand in Hand


 

Liebe bedeutet nicht Händchen zu halten, wenn alles in Ordnung ist, sondern selbst dann nicht loszulassen, wenn es schwierig wird.




Rückblende, 5. Juni 1998

„Wirklich, Hermine?“ Sein Gesicht zuckte vor Wut. „Du spielst hier Kindergeburtstag, während Ron sich die Augen ausheult?“

Draco neben ihr entfuhr ein Schnauben, worauf ihn postwendend ein scharfer Blick von der Seite traf.

„Harry, bitte-“ 

„Eure Trennung ist gerade mal einen Monat her! Und dann … ich meine, es hat sich viel geändert seit Ende des Krieges, aber … ER? Wirklich?“

Die Anschuldigung hallte von den Wänden der hohen Eingangshalle wieder. Durch die offene Tür waberte die Hitze des langen Tages und trug den Duft frisch gemähten Grases hinein. Der Spätsommer verfeuerte seine letzte Wärme und die Grillen im weitläufigen Garten zirpten unisono.

Doch zu Hermine drang nichts davon durch. Sie spürte nur die Kälte, die sich in ihrem Körper ausbreitete und ihre Fingerspitzen kribbeln lies. 

„Versteh‘ doch, Harry. Nach allem was wir durchgemacht haben-“ Ihre Stimme zitterte.

„Ja, genau! Nach allem was wir durchgemacht haben!“ Unverständnis lag in seinem Blick. 

Hermine spürte wie ihre Sicht verschwamm. 

„Du willst es nicht verstehen …“ Ihre Stimme brach ab und sie blinzelte heftig. Draco atmete aus. Seine Kiefermuskeln spannten sich an und er ballte die Hände zu Fäusten. Doch er blieb neben ihr stehen.

„Nein, ich KANN es nicht verstehen.“ Harry warf Draco einen letzten Seitenblick zu, dann drehte er sich auf dem Absatz um und rauschte durch die Eingangstür. Sie schauten ihm nach. Wie er aufgewühlt den Kiesweg hinunterstapfte und schließlich kurz vor dem Gartentor disapparierte. 

Erst jetzt bemerkte Hermine, dass sie die Luft angehalten hatte. Mit dem Ausatmen kamen die Tränen. Lautlos liefen sie ihr über die Wangen. Gerade als sie dachte, dass der Schmerz sie verschlingen würde, spürte sie seine Hand in ihrer.
Sie sah auf. Blickte in seine aufgewühlten, sturmgrauen Augen.

„Hey …“ Seine raue Stimme allein reichte, um sie endgültig zusammenbrechen zu lassen. Er drückte sie an sich, als sie von Schluchzern geschüttelt wurde. Er strich sanft über ihren Rücken, dann über ihr buschiges Haar. Sein Kopf ruhte auf ihrem.

Hand in Hand

 

~*~



Heute, exakt ein Jahr später

„Hermine, kannst du mir bitte die Schürze binden?“ Die weißblonde Frau wandte ihr den Rücken zu. Hermine fasste die Enden des Bandes und schnürte es locker um den beinahe zerbrechlich wirkenden Körper. 

„Danke, Liebes.“ Das Lächeln auf Narzissas Gesicht war noch immer zaghaft, aber es hatte eine entwaffnende Ehrlichkeit. 

Das letzte Jahr war nicht leicht für sie gewesen. Ihre eingefallenen Wangen sprachen noch immer von dem kräftezehrenden Zaubererkrieg und der Verurteilung ihres Mannes Lucius.

Seit die letzten Hauselfen Malfoy Manor verlassen hatten, war das Kochen für Narzissa nicht nur zu einer Stressbewältigung sondern auch zu einem Hobby geworden. Hermine hatte an dieser Entwicklung einen nicht unwesentlichen Anteil geleistet. 

Wie oft hatte die ehemalige Hogwartsschülerin Narzissa mitten in der Nacht in der Küche vorgefunden - die Hände mehlbestäubt, die Wangen tränenüberströmt?

„Ich habe die Muffins nach deinem Rezept gebacken“, erwähnte Narzissa betont beiläufig und warf einen Blick in den Ofen. Der stolze Ausdruck, der einen Moment über ihr Gesicht huschte, verriet sie. Selbstgebackene Muffins – das war für Narzissa Malfoy vor einem Jahr noch undenkbar gewesen.

„Draco wird sich freuen. Wir müssen aufpassen, dass er die Muffins nicht alleine aufisst“, grinste Hermine. Sie stellte sich zu Narzissa, um ebenfalls das Gebäck im Ofen zu betrachten. Aus Gewohnheit strich sie einmal über die marmorne Arbeitsfläche. Die Küche war zum Herzstück des Anwesens geworden. Narzissa hatte all ihre Liebe hineingesteckt, vermutlich um nicht allzu oft mit ihren Gedanken konfrontiert zu sein. 

Jetzt stand die Arbeitsfläche voll mit allerlei Backzubehör und Zutaten. Mit einem Wisch ihres Zauberstabs entfernte Hermine den Schmutz von den Flächen und lies das benutzte Geschirr in die Spüle schweben, wo sich ein eifriger Schwamm bereits selbstständig gemacht hatte.

„Was würde ich nur ohne dich machen“, scherzte Narzissa. Die Frauen lachten. Doch die Dankbarkeit in den Augen der Malfoy sprach für sich. Narzissa schien heute ungewohnt unbeschwert. Die junge Brünette wollte sie gerade darauf ansprechen, als die Tür aufgezogen wurde.

„Wie weit seid ihr?“ Ein blonder Schopf wurde durch einen Spalt in der Tür zur Küche gestreckt.

„Sind das etwa Muffins im Ofen?“ Dem Kopf folgte sein Besitzer und keinen Augenblick später spähte Draco über die beiden Frauen 
hinweg auf die Backwaren. 

„Ruhig Blut, Geburtstagskind“, lachte Hermine und drückte ihn so gut sie konnte zurück. „Was suchst du hier eigentlich?“

„Die anderen fragten sich wohin ihr verschwunden seid“, beschwerte sich Draco.

„Hermine, geh‘ doch schon mal ins Speisezimmer, ich mach das hier fertig.“ Narzissa schob die beiden praktisch durch die Tür auf den Flur hinaus.

Das Paar wechselte einen belustigten Blick. Dann zog Draco sie näher.

„Ich muss dir etwas gestehen“, murmelte er an ihrem Ohr. Skeptisch rückte Hermine soweit von ihm ab, dass sie in sein Gesicht schauen konnte. 

„Ich habe eben gelogen. Eigentlich wollte ich dich nur sehen“, gab er zu und drückte sie wieder an sich. Der ehemalige Slytherin vergrub sein Gesicht in ihren Haaren. „Ich habe dich vermisst“, brummte er.

„Draco, ich war höchstens eine viertel Stunde weg“, lachte Hermine und lies seine Liebkosungen über sich ergehen.

„Viel zu lange“, raunte Draco und umfasste ihr Gesicht. 

Eine Hand strich über ihren Hals und ihr Dekolleté. Sein Mund fand ihren und strich sanft darüber. 

Ein Prickeln durchfuhr ihren Körper. 

Sie lehnte sich ihm entgegen und ließ ihn gewähren. Ihre Lippen verschmolzen miteinander und der Kuss wurde intensiver. 

Wie von alleine glitten ihre Finger durch sein weiches Haar. 

Ihr Atem wurde tiefer und sie spürte wie ihr Herz kräftig gegen ihre Rippen schlug.

Schließlich löste sie sich von ihm.

„Wir sollten zurück ins Speisezimmer gehen“, schlug sie atemlos vor. In seinen eisblauen Augen lag eine verruchte Dunkelheit. Er schaute sie einige Sekunden hungrig an, dann verschwand der Ausdruck aus seinem Gesicht.

„In Ordnung.“ Sie setzten sich gerade in Bewegung, als Draco leise hinzufügte: „Dann verschieben wir das auf später.“ Hermine grinste in sich hinein.

 

~*~



„Auf dich, Draco!“ Die Sektgläser wurden gehoben und alle stießen an.

„Dachte, du wirst nie erwachsen.“ Grinsend schlug Blaise seinem Freund kräftig auf die Schulter.

Hermine vernahm ein belustigtes Schnauben vom anderen Ende des Tisches, an dem die Geburtstagsgesellschaft saß. Sie blickte in das süffisant verzogene Gesicht von Severus Snape, der als Reaktion auf ihren Blick eine herausfordernde Augenbraue hob. 

Doch die ehemalige Gryffindor schüttelte bloß lächelnd den Kopf. Auf ein Duell, auch wenn es nur ein Blickduell war, würde sie sich mit Professor Snape bestimmt nicht einlassen.

Die Gratulationen der Gäste wurden von der Türklingel unterbrochen.

„Wer könnte das denn noch sein?“ Narzissa löste sich aus der Umarmung, in die sie ihren Sohn gezogen hatte.

„Ich geh‘ schon“, winkte Hermine ab und eilte zur Eingangstür. 

Als sie die schwere Tür aufzog, stieß sie perplex die Luft aus.

„Harry?“

„Dachte, ich schau‘ mal vorbei.“ Ein schiefes Lächeln umspielte seinen Mund. Ohne Umschweife fiel Hermine ihm um den Hals. Er erwiderte ihre Begrüßung nicht weniger herzlich.

„Wer hat dich denn eingeladen?“, fragte die Gryffindor mit feuchten Augen.

„Schuldig im Sinne der Anklage.“ Die beiden Freunde drehten sich um. Draco trat durch die Eingangshalle auf sie zu. Die ehemaligen Feinde betrachteten sich.

„Potter.“

„Malfoy.“

Hermine verdrehte die Augen. Dann blickte sie suchend an Harry vorbei.

„Ist vielleicht …?“ Doch Harry wich ihrem Blick aus und schüttelte entschuldigend den Kopf.

„Ron braucht noch Zeit. Du kennst ihn.“ 

Hermine nickte nur bedrückt. Ja, sie kannte ihn gut. 

„Draco, kommt ihr? Du musst deine Geschenke auspacken.“ Narzissa trat in die Eingangshalle.

Sie blieb bei Harrys Anblick überrascht stehen.

„Guten Tag, Mrs Malfoy.“ Harry fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Man sah ihm die unangenehme Anspannung an.

„Willkommen in Malfoy Manor, Mr Potter. Schön, dass Sie beschlossen haben vorbeizuschauen!“ Mit einem kleinen Lächeln auf dem 

Gesicht, machte Narzissa eine einladende Handbewegung. 

Sofort schienen sich Harrys Schultern ein wenig zu entspannen.

„Danke“, antwortete er verdutzt und kam zögernd der nonverbalen Einladung ins Speisezimmer nach.

Als alle am Tisch wieder Platz gefunden hatten, überreichte Narzissa ihrem Sohn einen mit dem Familienwappen versiegelten Briefumschlag. Neugierig brach Draco das Siegel auf und entfaltete den Brief.

Alle Farbe wich aus seinem Gesicht. Sekunden vergingen, doch seine Züge blieben regungslos. 

„Draco?“ Hermine wurde nervös. Auch Blaise hatte sein Weinglas abgestellt und setzte sich stirnrunzelnd auf.

Draco schluckte schwer. Als er schließlich seine Stimme wiederfand, war sie rau und brüchig.

„Das ist Vaters Entlassungsschreiben.“ Ein Raunen ging durch die kleine Gesellschaft. Lucius war kurz nach dem Krieg inhaftiert worden – auf ungewisse Zeit. Hermine bemerkte erst jetzt, dass sie sich vor Erstaunen die Hand vor der Mund geschlagen hatte.

„Heute? Ist das wahr, Mutter?“ Alle Blicke richteten sich auf Narzissa. Doch die Freudentränen in ihren Augen waren Antwort genug. 

Jubel brach aus, Gläser stießen aneinander. Selbst Severus schaute freudig in die Runde.

Als die Gespräche abebbten, faltete Draco den Brief sorgfältig zusammen. Dann schaute er zu seiner Mutter.

„Können wir sofort zu ihm?“ Das Zittern in seiner Stimme war ergreifend.

„Aber sicher, Draco, Schatz“, antwortete Narzissa erstickt und ihr Lächeln sprühte vor Liebe und Glück.

Wenige Momente später stand die Gruppe in der Eingangshalle. Die letzten Vorbereitungen zum Apparieren wurden getroffen.

Doch Hermine war plötzlich mulmig zumute. 

Wie war Lucius Malfoy? Was für ein Mensch war er wirklich? Und was würde er dazu sagen, dass sein Sohn mit einer Muggelstämmigen zusammen war? In welchem Zustand würden sie ihn überhaupt antreffen nach einem Jahr Haft? Immer mehr Fragen tauchten in ihrem Kopf auf und begannen zu rotieren. 

Sie stand nicht weit von Draco und tippte ihn kurzerhand an. 

Er drehte sich zu ihr um. 

Seine Augen spiegelten die gleiche Unsicherheit. 

Wortlos standen sie sich gegenüber. 

„Alle bereit?“ Narzissas Stimme riss sie aus ihrer kleinen Blase. „Dann auf nach Askaban!“

Erste Plopps signalisierten den Start der kurzen Reise. Wie in Zeitlupe verschwand einer nach dem anderen, während Draco nach Hermines Hand fasste. 

Sein Griff war stark und warm. 

Die junge Frau blickte noch ein letztes Mal in den eisblauen Sturm seiner Augen, dann schloss sie die Lider und machte sich bereit. 

Kurz darauf lösten sie sich ins Ungewisse auf.

Hand in Hand

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Autor

LaylaMalfoys Profilbild LaylaMalfoy

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Sätze:170
Wörter:1.799
Zeichen:10.866

Kurzbeschreibung

"Liebe bedeutet nicht Händchen zu halten, wenn alles in Ordnung ist, sondern selbst dann nicht loszulassen, wenn es schwierig wird." (DM x HG)

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Drama (Genre), Romanze und Dramione (Pairing) getaggt.