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Svews

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4.12.2018 1:41
6 Ab 6 Jahren
Fertiggestellt

Durch den tiefen Wüstensand, der frisch verweht, zogen sich die Fesseln des Pferdes das die junge Reiterin trug. Narba, das hieß soviel wie Nächste, war eine junge Beduinin die der Sonne wenig - ihrem Pferd jedoch versuchte viel abzugewinnen. Sie war gerade neunzehn und im heiratsfähigen Alter – wenn nicht sogar schon längst darüber. Doch sie suchte die Einsamkeit der Freiheit und ihr Leben selbst zu Gestalten. Das war nicht gerade üblich für jene die Beduinenstämmen angehörten. Sie hatte schon einige Wüstenabenteuer und Geschichten erlebt und eben war sie nun auf dem Weg ein weiteres zu bestehen oder es zumindest einzugehen. In Mitten der weiten Wüste tauchten in nächster Nähe nun Felsen auf, und mit den Felsen eine Höhle die sich dort auftat. Was hatte es mit dieser Wüstenhöhle aufsich? Nun, viele waren dorthin – in den Rachen der Wüste Gini gegangen, doch zurückgekehrt waren bislang keine der Mutigen. Narba hatte viel davon gehört und gelesen, doch nun da sie an dieser dunklen schwarzen Öffnung der Höhle ankam ahnte sie nichts. Viele Mythen und Legenden rankten sich darum und im inneren war sicherlich ein Abenteuer zu finden. Doch sollte sie es nun suchen oder es wagen? Leicht war es sein Glück herauszufordern – doch von Weisheit die sie ihr Vater stets lehrte war es wohl nicht. Nun, sie war neugierig und mit der Neugier steigt die Unvernunft. Sie wollte doch wissen um was sich die Geschichten rangten und was daran war. So lief sie dem Eingang zu; vom Pferde abgestiegen und die Zügel fest in der Hand. Hoch war der Eingang und er hatte wohl zurecht diesen Namen bekommen. Der Wüstensand sauste in einem leichten Windstrom in sein inneres und nur der karge Fels offen vor Narba hielt stand. ,,Hineinzukommen war wohl nicht das Problem des Ganzen“ dachte Narba laut und sagte es nachdenklich zu Inti ihrem Pferd. Dieses spürte ihre Unsicherheit wohl, doch riss es sich nicht los. Das treue Pferd suchte seine Reiterin vor Schaden zu bewahren und stand mit einem Mal felsenfest auf dem Boden. Narba verstand. Sie schickte es fliehen. Inti galopierte mit einem Klaps auf dem Rücken von Narba davon und blieb in einiger Entfernung wartend stehen. Narba lief weiter, nun tat sich die Wüstenhöhle im Ganzen vor ihr auf und sie brauchte ein Licht, das sie in einem Palmenstumpf den sie mit Öl getränkt und die Blätter festgebunden, fand. Sie entzündete ihn und riss ihn aus ihrem Gürtel. Gut. Soweit war nun Licht. Die Höhle lag nun Dunkel erleuchtet vom Fackellicht vor ihr. Sie wurde gespannt. Es schien als sie dem nahen inneren entgegentrat das dort zwei Wege hinein führten. Von einer Felsenwand getrennt waren da zwei Öffnungen. Sie wählte die rechte. ,,Bleiben wir auf dem rechten Weg“, dachte sie bei sich. Sie ging näher als sie plötzlich ein Windzug erfasste, er hielt sie und schleuderte sie samt einigem Sand in den rechten Tunnel hinein. Es war nicht lange so und sie flog in den Eingang einer Wildnislandschaft die sich vor ihr auftat. Das inmitten einer Wüste, fast unmöglich, sie renkte ihre Knochen zurecht und kam vom Moos das überall zu wachsen schien hoch. Eine Wassergrotte war es die sie gefunden hatte. Ein kleiner Wassersee und davor Pflanzen und vor allem besagtes Moos. Narba hatte sich einige Schürfungen zugezogen beim kurzen Anflug und aufkommen und so hielt sie es für am besten erst einmal ins Wasser zu treten um die offenen Schürfungen zu waschen ehe sie sich noch entzünden würden. Dann würde sie weitersehen. Sie war ins Wasser ein paar Armlängen hinein gewatet und es fühlte sich herrlich an. Plötzlich um sie ein Schwarm, waren es Wespen oder Fliegen? Sie schwamm hinein. Und suchte eine schützende Stelle des Ufers nahe einem Kalkstein. Wo waren sie nur hergekommen. Narba schwamm weiter, es waren Wüstenfalter, welcher Art wusste sie nicht. Nicht gefährlich und doch störend kam sie auf der anderen Seite des Höhlenseeufers an. Es war nicht weit gewesen und sie wadete dort heraus. Die Falter suchten dort das Licht das in einem Felsenloch ihr nahe einfiel und zogen nach oben ab.

Es war wieder Frieden.

Narba mussterte das innere des Höhlenteils, von oben drang das Licht durch den Öffnungsspalt, um sie schien die Wand teils aus einer Art Höhlenquarz zu sein. Sie brach ein kleines Stück und hielt es ins Licht. Es bildeten sich farbige Schatten an der Höhlendecke. ,,Schön, das war einzigartig schön“, dachte sie in sich. Sie merkte nicht das ein weiterer Lichtschein nun ins Wasser fiel. Da war das Licht einer weiteren Fackel, da war eine Person. Es wurde ihr plötzlich schwarz vor den Augen.

Sie erwachte. Als sie aufblickte sah sie sich von vielen zwerggroßen Wesen umgeben. Sie waren es wohl die sie hier her gebracht hatten. Doch warum? Und wer waren sie? Auf diese Fragen suchte Narba zuerst eine Antwort zu finden. Offenbar wohnten sie hier, in der selben Höhle den sie schien sich weit von ihrem letzten Platz in einer Stalakmitenhalle zu befinden. Die Wesen die wie große Kinder aussahen waren wohl hier ansässig und einer von ihnen hatte sie wohl betäubt. Warum? Narba wusste auch hierauf keine Antwort allerdings hielt sie sich den Kopf den irgendwas verursachte ihr noch leichte Kopfschmerzen. Plötzlich trat eines der Wesen hervor und die anderen öffneten ihm einen Weg zu Narba. Es war wohl einer ihrer alten Anführer. ,,Was junge Beduinin willst du hier in unserer Höhle?“, fragte der Gnom sie in gutem bekannten arabisch. ,,Willst du uns schaden?“, fügte er noch schnell hinzu. Narba sah sich überumpelt. Sie stotterte ein ,,Nein, nein“. ,,Dann was willst du in der Höhle der Svews?“, fragte der alte Gnom. ,,Ich will, ich wollte …“, Narba stotterte erneut. Sie wusste es selbst nicht. ,,Ich wollte die Abenteuer der Höhle erkunden“, sagte sie plötzlich darauf, sich fassend. ,,Abenteuer?“, fragte der Svews - den das war er ja wohl, ungläubig. Er schüttelte den Kopf. ,,Zzz, Menschen“, dachte er laut. ,,Das gibt es hier nicht“. ,,Aaaber“, Narba versuchte zu wiedersprechen. ,,Aaber ihr seit doch eines, und aus der Höhle niemand bislang zurückgekehrt“. Sie wusste nun was sie sagen wollte. ,,Wir, wir sind die Svews, kein Abenteuer, das mussten schon diese Vagabunden einsehen die die Höhle stürmten vor dir“, erklärte der Anführer erneut. ,,Svews?“, hakte Narba fragend nach. ,,Ja, das sind wir – wir leben schon seit Jahrzehnten in dieser Höhle der Wüste – bislang ohne Störer.“ ,,Ich wollte euch nicht stören“, erklärte Narba weiter. Ich wollte wissen was es mit dem Geheimnis der Höhle auf sich hat und warum niemand wiederkommt der sie betritt.“ Der Svews, und die anderen schauten sie lange an, dann sagte er kurz laut in Gedanken sinkend: ,,Hüüühm“. Er schien zu überlegen und wurde ruhig. Das dauerte einige Zeit. Zuletzt fasste er sich, ergriff seinen kleinen Stab den er führte und klopfte mit ihm unbewusst erregt auf. ,,Du willst uns also nichts antun oder ähnliches und suchst ein Abenteuer zu finden in einer unbekannten Höhle wie dieser? Du sollst es haben, vielleicht sogar bald bekommen“. ,,Komm mit!“, rief er Narba zu und drehte sich um um davonzugehen. Narba wusste nicht recht, aber sie wollte nicht zögern. Was konnte ihr schon passieren – noch mehr – sie hätten sie erledigen können hätten sie es gewollt. Sie ging mit und lief an den Steinspitzen der Höhle vorbei hinter dem Gnom her. Der Gnom oder Svews, we wir nun wissen ging zurück zum See. Dort hielt er und suchte darum das Narba ihm nachkam. ,,Hier siehst du unseren heiligen See, schön wie er ist wollen wir ihn erhalten – hier fliesst alles Wasser der Wüste ein und zusammen. ,,Alles Wasser der Wüste?“ fragte Narba nach. ,,Alles. Wir sind die wahrer und bewahrer dieses wichtigen Ortes. Ohne ihn gäbe es im Regen keinen Sinn und der Wüstenfrühling wäre nicht möglich.“ ,,Wüstenfrühling?“, Narba begriff es nicht sofort. ,,Ja, wir sind es der die Blumen der Wüste Gini zum Blühen bringt und sie lange erhält solange es geht. Bis die Dürrezeit wieder eintritt und der Regen in der Wüste wieder entgültig hier versiegt. Du kennst doch die Regentage der Wüste, oder etwa nicht?“. Narba wurde langsam alles klar. Das hier war eine Regensammlergemeinschaft oder ähnliches. Sie beteten ihren heiligen Wassersee an und zögerten die Feuchtperiode in der es in der Wüste Pflanzen in Hülle und Fülle gab hinaus. So jedenfalls hatte sie es verstanden. Sie lag richtig! Das will ich der Geschichte vorweg nehmen. Regengnome, Wüstengnome? Svews? So etwas hätte sie sich nicht träumen lassen; doch schnell und plausibel ergab vieles in den Regenzeiten Sinn. Seltenes Schauspiel das nicht lange anhielt. Narba, verglich im Geiste und verstand. ,,Wegen euch also grünt es länger als ein paar Stunden in der Wüste?“ ,,Könnte man sagen“, erklärte der Svewshäupling stolz. ,,Doch wer genau seit ihr, warum seit ihr hier?“, nun gingen die Fragen von Narba los und sie wurden langsam alle möglichst beantwortet. Die nötigen wohlgemerkt. Den Rest blieben die Wesen ihr schuldig. Der Häuptling war sich wohl sicher das sie ihr nicht alle Nutzen würden und schon gar nicht ihnen. So beantwortete er ihre Namen, ihre Frage nach dem verbleib der Besucher, und einige andere. Zuletzt bat er sie, sich wieder einen anderen Ort für ihr Abenteuerlust zu suchen. Kurz er schmiss sie raus. Doch wie sollte das angehen. Hinein führte ein Weg, der Rückweg war vom Saugwind blockiert wie wir wissen. Die Svews gaben ihr zu trinken mit und schickten sie dann einen Ort des Seeufers aufzusuchen an dem sie Untertauchen sollte. Sie fand sich im Zweiten Höhleneingangsloch in Dunkelheit wieder. Schwer war es nicht den Ausgang von dort zu erreichen doch der Wind erschwerte ein wenig die Sicht auf das Ausgangslicht das aus der Wüstenöfffnung strahlte.


 

Sie fand draußen ihre treue Seele von Pferd wieder. Inti hatte dort ausgeharrt und gewartet auf sie. Sie wollte nicht gehen ohne Narba so schien es. Narba bestieg ihr Pferd nahm sich zu trinken aus der gesegneten Wasserflasche der Svews und als sie einen Tropfen verlor wuchs dort ein kleiner Grashalm plötzlich an. Die Svews hatten sie nicht belogen!

So geht den diese Geschichte gut zu Ende wie ich finde. Sie wird von Beduinenstamm zu Beduinenstamm in der Gini weiter erzählt und doch ist und bleibt der Wüstenfrühling ein Wunder das seines gleichen sucht und nicht zu fassen ist. Den Svews wohl sei Dank.

Autorennotiz

Copyright 2018 © Simon Käßheimer

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Kapitel:2
Sätze:150
Wörter:1.837
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Kurzbeschreibung

Eine Wüstenmär von Simon Käßheimer