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Verrückt nach Freiheit

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05.07.26 06:35
Fertiggestellt

Autorennotiz

Mit einem Lieblingsthema und einer Geschichte bin ich nun auch dabei, nicht zuletzt begann dieser Weg mit euch, den Storyaner*innen, auf der Reise mit dem Bücherkoffer...:-)

Könnte der Titel eines neuen Buchs sein- schießt es mir durch den Kopf, während der Drucker neben mir die Unterlagen des Notars ausspuckt und nach neuer Tinte schreit. Was, schon wieder? Und im nächsten Augenblick: Reg' dich nicht auf, bald brauchst du ihn nicht mehr…

Meine Augen ziehen vom Drucker zum Klavier, eine Antiquität. Für dich würde ich gerne einen Liebhaber finden, denke ich, der dir mit geschickten Händen wieder Töne entlockt. An der Wand gegenüber bleibt mein Blick erneut hängen. Porträts von Menschen, denen ich auf vergangenen Reisen begegnet bin. Von jedem einzelnen verabschiede ich mich seit Tagen mehrmals, spreche mit ihnen, als wären sie präsent. Frage mich, was aus ihnen geworden ist. Sage ihnen, dass ich sie vermissen werde und danke für ihre jahrelange Gesellschaft.

Meine Augen streifen mehrere Kästchen mit Briefen, Filmen und kleinen Geschenken. Es ist schwer, mich davon zu verabschieden, und zugleich wirkt die Neugier auf das Bevorstehende beschwichtigend. Ein Tränchen läuft die linke Wange herab, als ich dem hölzernen, liebevoll handgearbeiteten Engel über den Kopf streichle. Behütest du mich weiter?

Danke, dass es dich gibt…, steht auf einer Kerze meiner verbundenen Freundin. Wir telefonieren und weinen, das wird uns sicher noch eine Weile begleiten. Das Telefon klingelt erneut und reißt mich aus meinen Gedanken. Es ist eine Kaufinteressentin für mein Haus. Wir verabreden uns am Sonntag. Wie schnell alles geht. Ein jahrelang gewachsener Plan bricht mit voller Wucht durch. Es ist, als hätte jemand einen Staudamm geöffnet und Millionen Ideen aus der Warteschlange frei gesetzt.

Frei. Das Stichwort. Kaum ein anderes Thema beschäftigt mich seit meiner Kindheit so sehr. Und schaue ich mich um, dann gibt es weltweit soviel zu tun, wenn es weniger schmerzen sollte. Ich fühle mich dankbar und glücklich. Ein Glückskind.

„Die Gelegenheiten dürfen ab sofort auf mich zukommen…", habe ich diesen Neubeginn meines Lebens genannt. In wenigen Monaten werde ich nach 40 Jahren meine aktive berufliche Zeit beschließen und gewollt wohnungslos in die Welt hinaus ziehen. Reduziert auf das Nötigste, das in ein Wohnmobil passt, sofern bis dahin alles gut geht.

Erfüllt mit Sehnsucht, die schon bald ein wenig gestillt werden darf, und Vorfreude, die den Abschied versüßt. DANKE, liebes Leben, für dieses ungewöhnliche, verrückte und großartige Geschenk! Und DANKE allen, die mich jetzt unterstützen, bald begleiten und mit ihren Gedanken mitreisen werden…

Ich bin wohl verrückt nach Freiheit!

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Mariefus Profilbild Mariefu

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Sätze: 29
Wörter: 427
Zeichen: 2.522

Kurzbeschreibung

Endlich frei! Es ist einer dieser Tage, an dem ich aufbreche in ein neues Leben...