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Skip den Mord

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8.7.2018 20:08
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Autorennotiz

Diese Geschichte habe ich bereits auch hörbar auf Instagram @hobbyautorin_rhoda hochgeladen.
Skip den Mord ist meine erste Geschichte in Ich-Form

Ich bin vierunddreißig, eine Managerin der Oberschicht. Hier bist du entweder ein Fels oder der Fußabtreter nach einem Kuhstall. Ich war ein Fels! Das musste ich, denn ich saß nur eine Stelle unter der Spitze. Nach einem langen Tag mit erstaunlich wenigen Kündigungen und Drohungen saß ich Zuhause in meinem Sessel. Mein Tablett lag bereit, da ich noch einen Videochat mit meinem Sohn erwartete. Möglicherweise war das Warten umsonst, denn ich Rabenmutter hatte meinem geistig behinderten Sohn eine Reise mit seiner Freundin untersagt. Kaum hatte ich an seinen damaligen Anruf gedacht, rief er an. Mama, nannte er mich mit seiner altbekannten übergroßen Freude. Ich wollte ihn Sohn nennen aber wie immer schaffte ich nur Geröchel und schließlich seinen Vornamen. Du lachst nie, Mama. Lächel doch mal. Das machte er immer bei unseren Gesprächen. Ich wollte etwas erwidern aber da kam seltsamerweise ein Werbevideo über den Chat geblendet. Wofür es warb verstand ich nicht. Ich klickte einfach auf Skip. Erst als mein Sohn meinte, ich hätte das falsch gemacht, ich hätte die abgebildete Tür öffnen sollen wurde mir unwohl. Es war erst drei Tage her als ich einen Drohbrief bekam. Er sprach davon meinem Sohn etwas zu zeigen, was ihn zerstören würde und ich sei live dabei. Am unteren Teil des Briefes klebte ein Foto, das mich und seinen Vater zeigte. Es war eins von vielen Fotos die im Internet seine Vergewaltigung vor neunzehn Jahren zeigte. Der Schreiber wollte Rache dafür nehmen, das ich ihn gefeuert hatte als ich eine Stellung über ihn bekommen hatte. Er gab mir die Schuld daran, das er sich danach erhängte. Hey Mama, riss mich mein Sohn aus den Gedanken. Er habe auch eine Überraschung für mich, eine ganz tolle. Erst jetzt fiel mir auf, das mein Sohn in einem Auto saß. Du sollst doch nicht ohne meine Zustimmung fahren, schrie ich ihn an und entschuldigte mich sofort. Ich hatte ihn verängstigt und zum weinen gebracht. Das wollte ich nicht und ehrlich gesagt konnte ich mit so einer Situation auch nach neunzehn Jahren noch nicht umgehen. Ich sah noch, wie sich eine Frauenhand meinem Sohn näherte bevor wieder dieser Werbespott auftauchte. Dieses Mal musste ich ganze drei Minuten warten um es zu überspringen. Als ich meinen Sohn wiedersehen konnte lachte dieser wieder. Er habe auch eine Überraschung für mich, eine ganz tolle. Er schwenkte kurz zu einer Frau, die mir überhaupt nichts sagte. Es fiel mir verdammt schwer, mich im Zaum zu halten aber wenn ich nicht wollte, dass er mir wegen seiner Krankheit eine Dummheit machte musste ich mich zügeln. Vorsichtig fragte ich ihn nach seinem Betreuer. Der sei nicht da, freute er sich als sei das selbstverständlich. Meine Finger betätigten bereits die Tasten für eine Kündigung dieses Mannes. Dabei erschien wieder diese Aufforderung. Ich war nicht schnell genug um auf Skip zudrücken. Mein Sohn öffnete die Tür. Eine Frau, die Ähnlichkeiten mit mir hatte stand mit zerstörenden Blick davor. Ich schnappte mir sofort die auftauchende Möglichkeit es zu überspringen. Mein Sohn sagte nichts. Er war völlig erstarrt. Lass uns spielen, kam mir schließlich die Idee. Wer schneller skipt bekommt eine Eiskugel. Klar war er sofort dabei. Nichts auf der Welt liebte er mehr als Schokoladeneis mit Schokostückchen. Ich fragte ihn wie seine Begleitung hieß bekam aber zu erst als Antwort, das sie auf den Weg zu mir waren. Ich hörte noch das Navi im Hintergrund, das meinen Sohn wie üblicherweise zum Lachen brachte. Dann kam auch schon wieder dieser Werbespott. Dieses Mal war diese Tür aber bereits geöffnet und man sah diese Frau. An ihrem zusehenden Bein war ein Band mit einem blutigen Dolch befestigt. Ich hoffte inständig, das mein Sohn das nicht verstand und klickte als Erstes auf Skip. Erster, lenkte ich ihn sofort von diesem Bild ab. Mano er sei abgelenkt gewesen, jammerte er und schien wieder weinen zu wollen. Wie sollte ich das nur beenden, dachte ich mir. Wenn ich den Videochat beendete würde mein Sohn diese Abscheulichkeit sicherlich immer noch sehen. Nicht auszudenken was passieren würde, wenn er der Aufforderung ''Stoß mich'' nachkam. Ich könnte ihn natürlich bitten den Chat zu beenden aber was wäre wenn diese Frau der Erpresser war und mein Kind entführen wollte? Das Navi nannte eine Straße, die nicht auf dem direkten Weg von seinem Heim zu mir lag. Mama, ich mag nicht spielen, sagte er und wischte sich übers Gesicht. Dann lass uns reden, stotterte ich vor Hektik bevor wieder dieser Clip anfing. Er klickte auf die Frau. Die Frau stürzte die Treppen hinunter, die man zuvor nicht gesehen hatte. Es waren viele Stufen und bei jeder verletzte sie sich schlimmer. Ich versuchte es wegzuklicken aber der Skip-Button fehlte. Erst als die Frau liegen blieb konnte ich es beenden. Mein Sohn war total geschockt. Er reagierte nicht sofort auf mich. Mit viel Mühe redete ich ihm ein, das ihr nichts passiert sei und sie nur schlafe. Wann seit ihr bei mir, fragte ich und hatte dabei meinen Gedanken über eine Entführung komplett vergessen. Fünfzehn Minuten, antwortete die Fahrerin. Wegen einer Baustelle hätten sie einen Umweg nehmen müssen, sonst wären sie schon da. Mein Sohn fragte mich, ob ich mich denn über seinen Besuch freuen würde. Seltsamerweise begann ich selbst zu weinen als ich Ja antwortete. Ich wollte ihn einfach nur noch schnellstmöglich in die Arme nehmen. Wir beendeten den Chat und ich verbrachte fünfzehn Minuten damit angespannt auf die Uhr zu schauen. Als es klingelte sprang ich auf und rannte die Treppen hinunter. Mein Sohn und seine Freundin standen vor der Tür. Ihn nahm ich sofort in den Arm und er machte was er immer tat, wenn er jemanden mochte. Er horchte nach dem Herz. Geht es dir gut, Mama, fragte er vermutlich so besorgt weil mein Herz so schnell schlug. Ja, schluchzte ich und bat die Beiden herein. Seine Freundin ging voran, mein Sohn ging ihr nach und ich folgte ihnen. Als wir alle oben waren drehte sie sich um und gab mir einen Stoß gegen die Schultern. Ich hörte noch Mama ehe alles schwarz wurde. Als ich wieder zu mir kam, erkannte ich verschwommen eine gelb-rote Jacke. Die Gestalt trug ebenso eine gelb-rote Hose, die aber im Gegensatz zur Jacke mehr rot als gelb hatte. Mein Sohn, stammelte ich den Versuch diese Person nach ihm zu fragen. Er bewegte sich daraufhin, somit ich noch immer unscharf sein Gesicht sehen konnte. Ein Mann mit längeren Haaren, die sich schräg über seine Stirn legten. Wo ist mein Sohn, gelang es mir dieses Mal besser zu fragen. Bewegen sie den Kopf nicht, bekam ich als Aufforderung. Keine Ahnung, ob sie von ihm oder der weiteren gelb-roten Jacke kam, die gegenüber von ihm kniete. Es war aufjedenfall die zweite Person, die mir mit blauen und nach Gummi riechenden Händen den Kopf festhielt. Dem, dem ich die Frage gestellt hatte stand auf und ging fort. Ich hoffte, er hatte vor nach meinem Sohn zu sehen. Die Person, die bei mir geblieben war fragte mich, ob ich ihn verstehe. Mir war nicht ganz klar, was er von mir wollte. Deshalb ignorierte ich seine dämliche Frage. Ich versuchte mich aufzurichten, bekam aber dadurch höllische Schmerzen. Erst als der Sanitäter zu meinem Kopf wiederholte, das ich mich nicht bewegen sollte wurde mir bewusst, was eigentlich geschehen war. Er sagte irgendetwas von einem Stift aber ich war zu unkonzentriert um ihm richtig zu zuhören. Erst dieses Video und dann falle ich vor den Augen meines Sohnes die Treppen runter. Hoffentlich kümmerte sich jemand um ihn. Schlafe Mama noch, hörte ich meinen Sohn entfernt. Mama sei bestimmt böse auf ihn. Wieso sollte ich böse sein, sagte ich und erntete verwirrte Blicke. Mein Sohn kam angerannt und versuchte mich in die Arme zu nehmen, was aber der Sanitäter mit den längeren Haaren verhinderte. Er verstehe das nicht, Mama. Er weinte und ich wusste genau, das er mich damit bat es ihm zu erklären. Diese Leute passen auf. Seine Mama dürfe nicht auf den Treppen schlafen. Habe Mama sich weh getan. Er zeigte mir seine blutigen Hände. Er habe Angst gehabt. Peter sein Betreuer habe gesagt, wenn er Angst habe oder er etwas nicht verstehe müsse er fragen. Habe er Peter gefragt, fragte ich eingeschränkt von Kopfschmerzen. Mein Sohn nickte. Ich lobte ihn dafür. Unwillig sah ich ein, das ich mich nicht selbst um ihn kümmern konnte. Also bat ich ihn bei den Sanitätern zu bleiben, bis Peter eintraf.  Als ich aus dem Krankenhaus raus kam, hatte man seine Freundin festgenommen. Sie war die Tochter von dem Vater meines Sohnes. In ihren Augen war alles gelogen und ich sei Schuld daran, das sich ihr Vater aus Geldnot erhängte. Mit dieser Geschichte hätte ich ihr das ganze Leben zerstört.

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Autor

RhodaSchwarzhaars Profilbild RhodaSchwarzhaar

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Sätze:128
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Zeichen:8.629

Kurzbeschreibung

Wegen ihrer Arbeit muss sie ein Fels sein. Ihren Sohn kann sie nicht lieben aber wie viel Kälte umschließt tatsächlich ihr Herz als ihr eigenes Kind entführt wird?

Kategorisierung

Diese Story wird neben Krimi auch in den Genres Drama, Angst, Familie und Tragödie gelistet.