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Im fremden Körper - Auf dem Weg ins richtige Leben

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7.1.2019 21:10
16 Ab 16 Jahren
Bisexualität
In Arbeit

× Erzähler-Sicht – Damals ×

Der Wecker klingelte und widerwillig öffnete das junge Mädchen ihre Augen. Sie wollte weiter schlafen, weil sie erst spät in der Nacht ins Traumland gewandelt war.
Das Buch, welches neben ihrem Kopfkissen lag, hatte sie gefesselt und einfach nicht losgelassen. Es handelte von Rittern und Königen. Sie hatte sich das Buch von ihrem ersten Taschengeld gekauft, auch wenn ihre Mutter das Buch am liebsten wieder in den Laden zurückgebracht hätte.

„Was soll das? Das ist ein Buch für Jungs“, meinte sie, als sie es entdeckte.

„Aber ich mag es!“, wehrte sich das Mädchen, während sie das Buch fest an sich drückte. „Ich möchte es behalten!“

Dass in dem Buch mehr Bilder enthalten waren, als dass Text darin stand, war ihr egal. Sie mochte die Vorstellung, einer von den Rittern zu sein, die ihren König beschützten und für ihn kämpften. Sie wollte eine Rüstung tragen, ein Schwert besitzen und kämpfen. Sie wollte nicht wie die Prinzessinnen eingesperrt sein, jemanden heiraten müssen, den sie nicht kannte und vor allem wollte sie kein Kleid tragen. Es mochte sein, dass diese schön waren, aber das Mädchen konnte sich nicht vorstellen, jemals ein Kleid dieser Art zu tragen.

„Aufstehen!“, rief ihre Mutter von unten. „Komm, Leonie, es wird ein langer Tag! Du musst aufstehen!“

Ihre langen, blonden Haare kitzelten sie in der Nase, als sie ihre Decke widerwillig über das Gesicht zog, um nicht aufzustehen. Sie hasste diese lange Mähne. Sie wollte kurze Haare haben. Aber ihre Mutter war dagegen, dass sie ihre Haare kürzer schneiden ließ. Sie rollte sich zusammen, denn sie wollte absolut nicht aufstehen.

Heute würde sie in die Schule müssen. Sie würde in eine Klasse gesteckt werden, wo sie niemanden kannte und wo sie ganz alleine war.

Nur wenige Momente später hörte sie, wie die Tür geöffnet wurde und ihre Mutter ins Zimmer gestapft kam.

„Komm. Du musst aufstehen“, sagte diese. „Du musst dich noch waschen und ich dir die Haare machen. Das geht nicht so einfach. Außerdem musst du noch frühstücken!“

Sie zog die Decke von dem kleinen Körper herunter und entblößte ein junges Mädchen, welches in einem weiten T-Shirt und einer kurzen Hose im Bett lag.

„Ich mag aber nicht...“, murrte Leonie. „Ich will nicht aufstehen!“

Doch der Widerstand war zwecklos, denn ihre Mutter zog die Vorhänge auf, damit das helle Sonnenlicht ins Zimmer drang. Ihr Bett stand genau so, dass die Strahlen direkt in das Gesicht des Mädchens schienen. Sie drehte sich weg, doch es half nichts. Die Sonne erhellte das ganze Zimmer und an Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken. Leonie stand auf, setzte ihre nackten Füße auf den Boden und fröstelte, als die Kühle von unten herauf in ihren Körper kroch und ihr eine Gänsehaut bereitete.

 

Als die Mutter das Zimmer verließ, blieb sie alleine zurück und drückte sich vom Bett ab. Sie lief zu ihrem Schrank, nahm sich eine dunkle Hose und eine Art helle Bluse heraus, um sie anzuziehen. Sie wusste, heute war ein besonderer Tag und sie musste sich feiner anziehen, als sie es sonst tat.

Leonie tappte weiter ins Badezimmer, stellte sich auf die kleine Trittbank, um in den Spiegel zu sehen und putzte die Zähne, bevor sie ihren Mund ausspülte. Sie wechselte ihre Schlafbekleidung gegen die herausgesuchte Hose und das Oberteil. Dann lief sie über einen kleinen Flur und eine Treppe hinab in die Küche, wo ihre Mutter bereits eine Schüssel mit Müsli auf den Tisch gestellt hatte.

Sie setzte sich auf ihren Stuhl, nahm den Löffel in die Hand und begann, das Müsli zu essen. Es schmeckte nicht. Es war eine Mischung, die ihr absolut nicht gefiel. Sie wollte etwas mit Schokolade, etwas Süßes, aber sie bekam etwas mit getrocknetem Obst und Nüssen.

„Sag mal, was hast du denn eigentlich an?“, erkundigte sich ihre Mutter und sah sie aus hellen Augen an.

Sie musterte ihre Tochter mit einem missbilligenden Blick, während Leonie unsicher auf ihrem Stuhl herumrutschte.

„Wieso? Es ... sind doch gute Sachen“, sagte sie leise. „Was ist daran falsch?“

„Du kannst heute keine Hose anziehen. Ich hab so ein schönes Kleid gekauft. Es wird dir gefallen“, sagte die Mutter und ihr Gesicht begann zu strahlen, als sie an das neue Kleidungsstück dachte.

„Ein Kleid?“, wiederholte das Mädchen die Worte. „Warum? Kann ich nicht einfach so bleiben?“

Die Mutter schüttelte den Kopf.

„Das geht nicht. Heute ist deine Einschulung. Mädchen tragen nun einmal Kleider und die Jungs Anzüge. Das ist schon immer so gewesen“, erklärte sie und wandte sich dann wieder dem Abwasch zu, den sie gerade angefangen hatte.

Leonie ließ den Kopf sinken. Aber Kleider gefielen ihr überhaupt nicht. Sie wollte lieber anbehalten, was sie jetzt trug und sich selbst herausgesucht hatte.

 

Es verging einige Zeit, in der ihre Mutter sie mit sich ins Schlafzimmer genommen, ihr die Hose und die Bluse wieder ausgezogen und sie auf einem Stuhl platziert hatte. Sie fühlte sich wie eine Puppe. So wie die, die in den Einkaufsläden der Stadt hinter dem Glas standen. Die hatten auch kein Eigenleben. Die wurden auch einfach angezogen, ohne sich dagegen wehren zu können.

„Muss das wirklich sein?“

Die Mutter nickte, als Leonie diese Frage stellte und holte aus dem Schrank ein schwarzes Kleid heraus. Leonie verzog augenblicklich das Gesicht und zog einen Schmollmund.

„Ich möchte das nicht anziehen!“, protestierte sie und schwieg augenblicklich, als ihre Mutter sie mit einem ernsten Blick ansah.

„Du musst es anziehen! Es ist vorgeschrieben“, sagte sie und stemmte eine Hand in ihre Hüfte. „Du kannst keine Hose anziehen, auch wenn du das vielleicht möchtest!“

Leonie öffnete den Mund, um noch etwas zu sagen, entschied sich dann aber, lieber nicht auszusprechen, was sie im Kopf hatte. Ihre Mutter würde nur weiter mit ihr schimpfen, so wie es bisher immer war. „„

Also ließ sie es einfach zu, dass ihr eine helle Strumpfhose angezogen, dieses schwarze Kleid mit den weißen und rosafarbenen Blüten übergestreift und diese schwarzen Lack-Ballerinas über ihre Füße gezogen wurden. Widerwillig ließ sie es über sich ergehen.

Nachdem sie sich auf den Stuhl setzen sollte, damit ihre Mutter ihr die Haare machen konnte, verschränkte sie die Arme vor der Brust und ließ den Blick nach unten gleiten. Diese Sachen passten nicht zu ihr. Das war nicht richtig! Sie wollte eine Hose anziehen. Schuhe, die deutlich bequemer waren. Sie wollte eine Krawatte tragen, so wie die Männer, die große Firmen leiteten. Sie wollte solch einen Anzug anziehen. Sie stellte es sich toll vor. Doch ihre Mutter würde es nie zulassen.

Als sie kurz alleine im Schlafzimmer zurückblieb, weil ihre Mutter etwas holen wollte, wagte sie es, aufzustehen und sich in dem großen Spiegel des noch gigantischeren Kleiderschranks anzusehen. Sie riss die Augen weit auf, weil sie nicht glauben konnte, was sie dort sah. Das war nicht sie! Das war ... sie einfach nicht! Das Mädchen, das sie dort erblickte, war nicht sie, auch wenn sie es sein müsste.

„Das bin nicht ich...“, entwich es ihr erschrocken.

Am liebsten hätte sie dieses Kleid wieder ausgezogen, es in eine Ecke geworfen, sich die Strumpfhose vom Körper gerissen und die Lackschuhe ebenfalls dorthin geknallt, wo auch immer sie den Stoff des Kleides hingeworfen hätte. Sie fühlte sich einfach nicht wohl.

„Du siehst so schön aus“, sagte ihre Mutter, als sie mit einer Haarbürste zurückkam und sie vor dem Spiegel erblickte.

Leonie war nach weinen zumute. Doch sie würde es nicht offenbaren. Sie schluckte, zuckte nur mit den Schultern und ließ sich von ihrer Mutter wieder auf den Stuhl ziehen. Dort kämmte sie ihr die langen, blonden Haare, strich sie mit den Händen glatt und fuhr erneut mit der Bürste durch die einzelnen Strähnen.

Ohne es zu wollen, sammelten sich Tränen in ihren Augen und sie brauchte all ihre Kraft, um die kleinen Tropfen nicht über ihre Wange laufen zu lassen. Sie wischte sich mit dem Handrücken über die Augen und versuchte zu verhindern, dass sie begann, zu weinen.

Nach einiger Zeit sagte ihre Mutter: „So, wir sind fertig. Geh ins Wohnzimmer und warte dort auf mich. Ich komme auch gleich.“

Leonie nickte kurz, rutschte vom Stuhl und huschte schnell aus dem Schlafzimmer. Sie lief noch hastiger ins Wohnzimmer und wollte sich auf das Sofa werfen, endlich weinen, doch dann hörte sie ihre Mutter, die lautstark im Schlafzimmer schimpfte und sich darüber beschwerte, dass sie nicht mehr in ihr Kleid passte.

Das junge Mädchen entschied sich dazu, sich auf den Rand des Sofas zu setzen und sich zusammenzureißen. Sie entschloss sich ebenfalls dafür, den heutigen Tag einfach über sich ergehen zu lassen und es einfach irgendwo in ihrem Kopf abzuspeichern, als irgendeinen Tag in ihrem Leben, der nicht von Bedeutung war. Sie würde versuchen, stark zu sein und sich nicht anmerken zu lassen, wie unangenehm es ihr war, dieses Kostüm zu tragen. Ja, dieses Kleid und dieses ganze Outfit war für sie eine Verkleidung. Es passte einfach nicht zu ihr.

 

Als sie mit ihrer Mutter, welche einen dunkelblauen Hosenanzug trug, zur Schule kam, wurde sie von ihr an die Hand genommen. Sie liefen ins Innere der Schule und hier und da erhaschten sie Blicke auf die anderen Erstklässler und ihre Eltern.

„Sieh nur“, sagte die Ältere. „Das sind wahrscheinlich einige deiner Klassenkameraden.“

Leonie zuckte nur mit den Schultern, ließ den Kopf sinken und ihr fielen blonde Wellen über die Schultern nach vorne, so dass sie ihr Blickfeld verdeckten.

„Ich will nach Hause...“, sagte sie leise. „Ich möchte nicht hier sein...“

Sie blieb stehen und ihre Mutter drehte sich zu ihr um.

„Ach, Mäuschen... Es ist doch nicht so schlimm. Du hast es bis hierher geschafft. Das wirst du jetzt auch noch schaffen. Sieh mal, die anderen Kinder sind doch auch hier. Du wirst dich mit ihnen anfreunden und dann ist alles in Ordnung. Hörst du?“

Erneut zuckte das Mädchen mit den Schultern. Dieses Mal, weil sie nicht wusste, was sie dazu sagen sollte.

Sie ließ sich von ihrer Mutter weiter in das Innere der Schule ziehen und ließ die Eröffnungsfeier über sich ergehen. Sie musste auf die Bühne, ihr wurde eine dieser Zuckertüten übergeben und sie nahm diese nur missmutig entgegen. Sie war rosa, hatte große, gelbe Sterne darauf und eine Puppe ragte oben heraus.

„Danke...“, flüsterte sie, weil es sich so gehörte, wenn man etwas geschenkt bekam.

Freuen würde sie sich nicht darüber. Ihr Blick glitt in die Tüte, weil sie dennoch irgendwie neugierig war, aber das, was sie zuerst erblickte, gefiel ihr ebenso wenig, wie die Puppe, die einem sofort ins Auge sprang. Sie sah weitere rosafarbene Gegenstände und mittlerweile hatte sie das Gefühl, sie mochte diese Farbe nicht mehr.

Als sie sich wieder neben ihre Mutter setzte, ließ sie die Zuckertüte auf den Boden sinken und hielt sie weiter fest, achtete aber darauf, sie nur mit einigen ihrer kleinen Finger festzuhalten, damit sie nicht zu viel Kontakt mit der Verpackung hatte. Sie wollte es so wenig wie möglich berühren.

Nachdem die Feier vorbei war, ließ sich Leonie von ihrer Mutter auf den Schulhof ziehen, wo noch Bilder gemacht wurden, sowohl Gruppen- als auch Einzelfotos. Leonies Blick fiel auf die Jungs, die sich freudestrahlend mit ihrer Schultüte befassten. Einer von ihnen hatte eine blaue bekommen. Darauf waren mehrere rote Autos zu sehen. Sie wollte auch so eine haben! Sie wollte auch eine Tüte, wo Fahrzeuge darauf waren!

Das Mädchen bemerkte, wie sich erneut Tränen in ihren Augen sammelten und es war zu spät, denn die ersten kleinen Tropfen rollten bereits über ihre Wange. Ihre Mutter kniete sich sofort vor sie und wischte ihr mit dem Daumen über das Gesicht.

„Du musst nicht weinen. Es ist doch alles gut“, sagte sie und wollte ihre Tochter beruhigen.

Doch diese schüttelte den Kopf und ließ die Zuckertüte auf den Boden fallen.

„Ich ... Ich bin kein Mädchen! Ich bin ein Junge! Ich bin ... so wie er“, sagte Leonie und deutete dann in die Richtung, wo der Junge mit der blauen Schultüte und seinen Eltern stand.

„Das ist doch Quatsch! Du bist ein Mädchen! Du bist kein Junge! Das geht doch gar nicht!“, widersprach ihre Mutter und schüttelte den Kopf. „Hör auf, dir so etwas einzureden, Leonie!“

„Wieso muss ich ein Kleid anziehen? Wieso habe ich keinen Anzug an? Wieso?!“, bahnten sich ihre Tränen nun in reißenden Flüssen ihren Weg aus den Augenwinkeln. „Wieso bin ich kein Junge?“

Sie weinte bitterlich und alles, was ihre Mutter zu ihr sagte, machte ihr Gefühl im Inneren nicht besser. Es ließ den Schmerz nur noch mehr heranwachsen. Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen und wohin sie dieses Empfinden stecken sollte.

 

„Jetzt beruhige dich erst einmal und putz dir die Nase“, sagte Leonies Mutter und gab ihr ein Taschentuch.

Sie nahm es, wischte sich damit die Tränen von den Wangen und putzte sich die Nase, so wie es von ihr verlangt wurde.

„Was sollen denn die anderen von dir denken, wenn du weinst?“, fragte ihre Mutter. „Du bist stark und solltest dich auch so zeigen.“

Kurz nickte das Mädchen und wischte sich zusätzlich mit dem Handrücken über die Augen, auch wenn es eher wenig mädchenhaft war.

„Du musst in die Klasse. Du darfst nicht zu spät kommen“, strich ihre Mutter ihr über das blonde Haar. „Ich warte hier auf dich.“

Erneut nickte die Kleine und nahm ihren Rucksack, den sie mitbringen musste, entgegen. Langsam und mit zögerlichen Schritten ging sie zu ihrem Klassenzimmer, wo bereits einige Kinder warteten. Ihr Blick glitt zu ihnen und sie stellte fest, dass sich die Klasse in zwei Gruppen, die der Jungs und der Mädchen, teilte. Unschlüssig blieb Leonie stehen und spielte mit ihrem Kleid, auch wenn sie es nicht mochte. Die Berührung des Stoffs und das Reiben mit ihren Fingern darüber beruhigte sie fast schon.

„Hallo“, stammelte Leonie, als sie an den Jungs vorbeiging.

Sie wollte sich mit ihnen reden und sich mit ihnen anfreunden. Doch einer von ihnen sah sie an, als wäre sie ein Monster, was nicht zu ihnen gehörte.

„Geh weg! Du gehörst nicht hierher!“, sagte er und schob sie weiter, damit Leonie nicht stehenblieb.

„Aber...“, wollte sie protestieren, als sie sah, wie die anderen Mädchen sie ansahen und begannen, lautstark zu lachen.

„Guckt euch die an! Die denkt, sie könnte bei den Jungs mitspielen!“, sagte eine von ihnen.

Leonie ließ den Kopf nach unten sinken, so dass ihre Haare wieder nach vorne fielen und ihre Sicht bedeckten. So konnte sie die anderen nicht sehen und diese konnten sie nicht sehen.

Mit eiligen Schritten lief sie zum anderen Ende des Klassenraums und ließ sich auf einem Stuhl in der hintersten Reihe sinken. Ihren Rucksack stellte sie demonstrativ neben sich, damit niemand diesen Platz einnehmen konnte. Es half auch, denn als die Lehrerin den Raum betrat, hatten sich die anderen Schüler und Schülerinnen über die restlichen Sitzplätze verteilt.

„Guten Morgen“, sagte sie freundlich. „Mein Name ist Eileen Yamada. Ich bin ab heute eure Klassenlehrerin.“

Leonie bekam in dieser Informationsstunde viele Zettel, die sie ihrer Mutter später geben musste, damit sie alles kaufen konnte, was darauf stand. Es waren Schulbücher, Hefter, Blöcke, Stifte und andere nützliche Sachen, die für das Schuljahr wichtig waren.

„Gut, dann werden wir uns morgen früh wiedersehen“, sagte Frau Yamada, als die Stunde durch das Klingeln beendet wurde.

Alle Schüler rannten schnell aus der Klasse, achteten nicht darauf, dass sie sich gegenseitig wegschubsten und aneinander vorbeiliefen.

Als auch Leonie sich auf den Weg machen wollte, um zu ihrer Mutter zu gelangen, sah Frau Yamada sie an und stellte sich ihr in den Weg.

„Ist alles in Ordnung bei dir?“, sagte sie und kniete sich vor sie. „Leonie war dein Name, oder?“

„Nur ... Leo“, sagte das Mädchen und blickte in haselnussbraune Augen, die sie aufmerksam beobachteten. „Einfach nur Leo.“

„Gut, dann nur Leo, hat dir die Stunde heute gefallen?“

Sie nickte und presste dann ihre Lippen aufeinander.

„Ich... Ich muss zu meiner Mama. Sie wartet auf mich.“

„Okay, dann sag ihr liebe Grüße und bis morgen“, sagte die Lehrerin und ließ Leonie gehen.

„Ja, mach ich. Auf Wiedersehen“, flüsterte sie und ging eilig aus dem Klassenzimmer.

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Kurzbeschreibung

Was wäre eigentlich, wenn ich mich in meinem Körper nicht wohl fühle? Wenn ich mich nicht zu Hause fühle? Was wäre, wenn ich diesen Körper verabscheue? Was würdet ihr mir raten, wenn ihr von all meinen Problemen wüsstet?

Kategorisierung

Diese Story wird neben Alltag auch in den Genres Entwicklung, Erotik, Freundschaft und Familie gelistet.