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Lohnt sich das Schulschwänzen? Eine kritische Auseinandersetzung mit der Ak

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16.3.2019 15:02
Fertiggestellt
Kaum eine politische Aktion hat in den vergangen Wochen derartig für Aufsehen gesorgt, wie der sogenannte "Friday for Future", welcher eine globale Schüler-und Studenteninitiative, die sich für den Klimaschutz einsetzt, darstellt. Diese Streiks finden Freitags am Vormittag, also zur offiziellen Schulzeit statt. Obwohl es sich hierbei um politisches Engagement handelt, gelten die verpassten Unterrichtsstunden der Schüler nicht als entschuldigt, sondern werden ihnen als unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht angerechnet (zumindest, wenn die Schüler die Wahrheit preisgeben und nicht etwa bezüglich des Grundes ihres Fehlens zu einer Notlüge greifen). Tatsächlich ist es vom Ministerium vorgeschrieben, dass die Lehrer den betroffenen Schülern, die Teilnahme an dieser Aktion, zumindest offiziell, nicht genehmigen dürfen.
Überhaupt ins Leben gerufen wurde diese Aktion von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die im August des Jahres 2018 ankündigte, nicht mehr die Schule aufzusuchen und stattdessen mit Plakaten vor dem schwedischen Reichstag ("riksdagen") gegen den menschengemachten Klimawandel zu protestieren, da sie der Ansicht war, die Politiker würden gegen diese Problematik zu wenig unternehmen und jungen Menschen wie ihr somit Zukunftsmöglichkeiten zerstören. Da sie bald feststellte, dass dauerhaftes Fernbleiben vom Unterricht für ihre eigene Zukunft nicht unbedingt förderlich ist, beschloss sie, nur noch an den Freitagen zu streiken. Bedingt durch ihre mediale Präsenz (beispielsweise durfte sie bereits am UN-Klimagipfel in Katowice und am Weltwirtschaftstreffen in Davos teilnehmen), motivierte sie enorm viele Menschen auf der ganzen Welt, ihrem Beispiel zu folgen.
Hierbei stellt sich allerdings die Frage, inwiefern die Aktion "Fridays for Future" wirklich sinnvoll, ob das Schulschwänzen berechtigt ist oder ob nicht eine bessere Lösung für alle Beteiligten gefunden werden könnte.

Zunächst einmal muss die Problematik des Klimawandels einer kritischen Untersuchung unterzogen werden, da es sich bei selbigem um das, den Protesten überhaupt zugrunde liegende Thema handelt.
Inwiefern der Klimawandel tatsächlich, wie von Greta Thunberg und ihrer "Gefolgschaft" behauptet, menschengemacht ist, lässt sich heftig debatieren. Da es sich hierbei jedoch nicht um den Hauptaspekt dieses Essays handelt, genügt eine kurze Antwort, um den Rahmen dieses Textes nicht zu sprengen. Die Antwort lautet, kein Experte wird es bestreiten: Wir wissen es nicht!
Dass es so etwas wie Erderwärmung gibt, kann selbstverständlich wissenschaftlich nachgewiesen werden. Dementsprechend stellt sich gar nicht erst die Frage, ob diese Bedrohung real ist. Sie ist es! Andererseits hat  beispielsweise am Ende der Eiszeit vor mehreren Jahrtausenden ebenfalls ein radikaler Umbruch des Klimas stattgefunden, der dazu führte, dass Gletscher in gigantischen Massen schmolzen. Dass dieses Ereignis natürlich und unmöglich menschengemacht sein konnte, ist ebenso selbstverständlich! Wäre es folglich nicht möglich, dass die aktuelle Erderwärmung auch natürlichen Ursprungs ist? Sicherlich trägt der Mensch zur Beschleunigung des Klimawandels bei, durch die enorme Menge an CO2, die er produziert, doch inwiefern es tatsächlich in unserer Macht läge, die Erderwärmung aufzuhalten, ist ungewiss. Vielleicht wäre es uns möglich, vielleicht aber auch nicht! Etwas, das derart unsicher und nicht eindeutig belegbar ist, sollte niemals als absolut unwiderrufliche Tatsache eingestuft werden, wie es von all jenen Schülern getan wird. Ein vorsichtiger Umgang mit diesem ernsten und wichtigen Thema ist, meines Erachtens, unbedingt vonnöten, um zu verhindern, dass bestimmte Personen vorschnell und zu Unrecht verurteilt werden. Der berühmte griechische Philosoph der Antike, Sokrates (469 v. Chr. - 399 v. Chr.), hätte an dieser Stelle wohl gesagt: "Es muss geprüft werden!"
In Bezug auf das Fernbleiben vom Schulunterricht, sind die Schüler andererseits jedoch in Schutz zu nehmen. Angenommen Piloten würden in ihrer Freizeit streiken, sodass bloß keine Flüge ausfielen, würde jemand ihre Forderungen überhaupt ernstnehmen, ja, sie überhaupt wahrnehmen? Mitnichten! Ihren Forderungen nach mehr Gehalt beispielsweise können sie nur Ausdruck verleihen, wenn ihre Proteste zu Arbeitszeiten stattfinden, sodass tatsächlich auch Flüge ausfallen und dies sich in den Geldbeuteln der Arbeitgeber bemerkbar macht. Erst dann wird man Notiz von ihnen nehmen! Bei den Schülern verhält es sich genauso. Warum an einem Samstag streiken, was ohnehin niemanden so recht interessiert (zugegebenermaßen sehr zynisch formuliert), wenn sie sich an einem Wochentag, also einem Schultag, viel mehr Gehör verschaffen können? Außerdem ist politisches Engagement vor allem bei Jugendlichen, denen, oftmals zu Unrecht, nachgesagt wird, sie seien nicht im Geringsten an Politik interessiert, doch gerne gesehen. Was spricht also gegen den "Friday for Future"?
Jungen Menschen gehört die Zukunft, so viel ist gewiss.  Daher haben sie das Recht, sich für selbige einzusetzen und von der uns in Deutschland glücklicherweise gestatteten Möglichkeit des Demonstrierens Gebrauch zu machen. Zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die sich für wichtige Themen interessieren, die sich für etwas einsetzen, gibt einem zudem ein gutes Gefühl. Es zeigt, dass die Welt noch nicht verloren ist, dass wir alle die Hoffnung bewahren sollten. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, politisches Engagement ist gut, vor allem von Jugendlichen! Doch bereits der wichtigste deutsche Philosoph, Immanuel Kant (1724-1804), lehrte uns, dass es bei der moralischen Bewertung einer Handlung niemals auf die sich aus selbiger ergebenden Konsequenzen und Folgen ankomme, sondern in erster Linie die Absicht des Handelnden selbst in Betracht gezogen werden müsse, da schließlich nur ein guter Wille an sich gut sei (alle Tugenden können unter bestimmten Umständen gar höchst gefährlich werden, wie wenn ein Krimineller beispielsweise viel Intelligenz bei dem Begehen eines Verbrechens aufbringt). Folgen wir also dem Rat des Gelehrten und schauen auf die Absicht der Schüler.
Bei genauerer Betrachtung lässt sich erkennen, dass es in Wahrheit nur den allerwenigsten Schülern tatsächlich um den Umweltschutz geht. Da die Aktion "Friday for Future" nur an Schultagen stattfinden, ist es überaus naheliegend, dass es, ohne irgendjemandem etwas zu unterstellen, vielen Schülern nur darum geht, dass Unterricht für sie ausfällt und sie nicht in die Schule gehen müssen. Zudem ist aus dem Streik ein Massenphänomen geworden. Somit denken viele Schüler, dass, weil es schließlich alle tun, sie selbst auch mitmachen müssten, um "cool" zu sein, dazuzugehören und so weiter. Mit Sicherheit existieren auch einige Jugendliche, denen die Problematik des Klimawandels, sowie der Umweltschutz wirklich am Herzen liegen und die aus vollster Überzeugung am "Friday for Future" teilnehmen, doch stellen diese mit hoher Wahrscheinlichkeit die Minderheit dar. Aus dieser Aktion ist ein regelrechter Gruppenzwang geworden, denn wir wissen alle, das vor allem Jugendliche niemals gerne ausgeschlossen werden möchten. Wem von diesen unzähligen Schülern das Thema wirklich etwas bedeutet, ist ebenso ungewiss wie die Frage, ob der Klimawandel menschengemacht ist.
Ebenfalls kritisch zu betrachten ist die Präsenz der Greta Thunberg. Gewiss wird niemand Jugendlichen absprechen, sich für ernste Themen zu interessieren und einzusetzen, jedoch stellt der regelrechte Kult um ihre Person eine Gefahr dar. Sie ist das Gesicht der Bewegung, dementsprechend die inoffizielle Anführerin all dieser Schüler. Ist es nicht äußerst fragwürdig, dass jemand unbedingt eines Vorbildes bedarf, um politisch aktiv zu werden? Sollte nicht die sogenannte intrinsische Motivation, der eigene innere Antrieb ausschlaggebend für Engagement sein? Es steht außer Frage, wer sich auf eine bestimmte Autoritätsperson verlässt, der gibt somit seine eigene Verantwortung freiwillig ab, macht sich willentlich und bewusst unfrei und abhängig! Einer einzigen Person bedingungslos zu folgen, hat faschistische Züge, so viel ist sicher!
Ebenso fragwürdig sind die angeblichen "Forderungen" der jungen Klimaaktivisten. Nach Greta Thunbergs Auftritt bei der zuvor bereits erwähnten Weltklimakonferenz wurde die junge Aktivistin zum Weltwirtschaftsforum in Davos eingeladen. Auf die Nachfrage, was sie denn eigentlich genau ändern möchte, antwortete sie: "Alles". Des Weiteren ließ die Schwedin verlauten: "Die Leute reden nur und tun nicht, was sie sagen."
Solche und ähnliche Aussagen mögen durchaus ihre Berechtigung haben, doch sind sie alles andere als konkret! Um ehrlich zu sein sind sie gar populistisch!
Es entsteht der Eindruck, die bösen Politiker seien alles Schuld (an dieser Stelle sei nochmal darauf hingewiesen, dass es nach wie vor nicht bewiesen ist, ob der Klimawandel wirklich menschengemacht ist oder nicht) und die Klimaaktivisten seien die Guten, diejenigen, die immer alles richtig machen, immer alles wissen und denen folglich bedingungslos zu folgen ist. Wie gefährlich derartige Annahmen sind sehen wir nicht zuletzt am Agieren der AfD im deutschen Bundestag. Wenn man ehrlich ist liegt bei den "Fridays for Future" genau das gleiche Konzept vor: Feindbilder werden auserkoren, man selbst wird als Heilsbringer dargestellt, von konkreten Anliegen und Forderungen wird jedoch abgesehen. Derartiges Auftreten ist wenig demokratisch! Zynisch formuliert liegt tatsächlich eine Art "Führerkult" vor, der dazu führt, dass man selbst aufhört zu denken, die Verantwortung für sein eigenes Handeln von sich wegschiebt und nur noch blind und bedingungslos einer austauschbaren Autoritätsperson, in diesem Fall Greta Thunberg, folgt. Wir wissen alle, wohin solches Verhalten führen kann. Sicherlich liegt in diesem spezifischen Fall ein wirklich wichtiges Thema vor, doch das Prinzip ist entscheidend, unabhängig von konkreten Inhalten! Was wäre, wenn Greta Thunberg sich nicht nur auf den Klimawandel beschränke, sondern auch in andere Bereiche vordringen würde. Selbstverständlich würden ihre Anhänger ihr weiterhin folgen. Aus diesem Grund erachte ich auch politische Statements von eigentlich nicht politischen Prominenten wie beispielsweise Schauspielern als äußerst gefährlich. Dass ihre Fans ihnen zustimmen werden, ist Gewissheit! Menschen lassen sich leichter manipulieren, als man glauben mag, vor allem von sogenannten Stars und bei Greta Thunberg handelt es sich mittlerweile aufgrund ihrer Bekanntheit und medialen Präsenz eindeutig um einen Star!
Sich ständig über irgendetwas zu beschweren, ist nutzlos, so lange keine Verbesserungsmöglichkeiten in Aussicht gestellt, so lange keine Alternativen vorgeschlagen werden. Auf den Plakaten der Schüler heißt es beispielsweise: "There is no planet B."
Natürlich, wir haben nur diesen einen Planeten, diese Aussage ist eindeutig zutreffend. Doch wie wir ihn schützen können, geht daraus keineswegs hervor. Wir sehen nur ein unbegründetes Statement ohne jedweden weiteren Ansatz. Sich über das Handeln anderer zu beschweren, ist einfach, bleibt es jedoch nur bei dieser Kritik, ist Konstruktivität nicht vorhanden. Was sollen Politiker mit derartigen Aussagen anfangen können, sofern, wie in diesem Falle, keine konkreten Forderungen vorhanden sind. Eine solche wäre beispielsweise: "Wir müssen bis 2030 alle Atomkraftwerke abschaffen". Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass solche Forderungen bereits existieren, und zwar stammen sie aus der Politik und sind nicht das Result der thematisierten Aktionen! Die Politiker sind nicht blind! Sie sehen die Gefahren, die der Klimawandel mit sich bringt und sie gedenken diesem auch entgegenzuwirken! Sie als Sündenbock darzustellen, ist also höchst unseriös und schlichtweg unberechtigt, vor allem, wenn man selber maximal wenig konstruktives in dieser Debatte beizutragen hat! Ich wiederhole mich, wenn ich feststelle, dass dieses Verhalten absolut populistisch ist!
Meiner Meinung nach, hat nur der das Recht, kritisch sich eines bestimmten Standpunktes gegenüber zu äußern, der selbst einen besseren Lebensstil vorlebt. Es ist absolut nichts gegen diejenigen einzuwenden, die die Politiker bezüglich ihres Handelns zur Problematik des Klimawandels kritisieren, und dabei selbst anhand ihres Handelns, die Alternativen unmissverständlich aufzeigen. Doch wie viele Personen sind davon tatsächlich betroffen? Nur sehr wenige!
Ist es nicht höchst ironisch, dass Schüler zum "Friday for Future" mit dem eigenen Kraftfahrzeug, so wie es in außerordentlich vielen Fällen zutrifft, anreisen und somit ihren Beitrag zur Erderwärmung leisten, obwohl sie gegen selbigen "anzukämpfen" gedenken? Wie viele dieser demonstrierenden Schüler fahren nie mit dem Auto und ziehen es vor, aus Gründen des Umweltschutzes zu Fuß zu gehen? Wie viele dieser demonstrierenden Schüler verwenden nie Plastiktüten oder haben noch nie ihren Müll irgendwo liegen lassen? Wie viele dieser demonstrierenden Schüler sind Vegetarier? Nur sehr wenige!
Ich persönlich bin der Ansicht, dass wenn jemand sich für etwas einsetzt, er auch vollkommen dahinter stehen muss, indem er den propagierten Lebensstil selber ausübt! So lange man nicht selber als gutes Beispiel voran gehen kann, ist es höchst unverschämt, andere, gar Experten auf diesem Gebiet, für ihr Verhalten zu kritisieren, zumal man selber keine konkreten Forderungen einzubringen in der Lage ist! Somit ist der "Friday for Future" ein, leider, sehr repräsentatives Spiegelbild einer überaus negativen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Verantwortung wird anderen zugeschoben, man selbst hält sich aus allem heraus, es wird in extremem Maße von Populismus Gebrauch gemacht und sich auf eine Führungsperson berufen, anstatt dem eigenen Gewissen zu folgen!
Die Konsequenzen der Aktion an sich, mögen noch so wertvoll, gewinnbringend und moralisch sein, doch umso verwerflicher sind die solchen Handlungen zugrunde liegenden Intentionen. Von tatächlicher Faulheit selbst zu denken und somit Kants berühmter Forderung: "Sapere Aude" ("Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen"), zuwiderhandelnd, bis hin zur unsachlichen und somit nicht konstruktiven Hetze, ist alles vertreten, was bedenklich genug ist!
Keineswegs ist politisches Engagement zu verteufeln. Ganz im Gegenteil, die Jungen sind es, die unsere gemeinsame Zukunft gestalten. Hierbei erweist sich der "Friday for Future" allerding aus bereits ausführlich thematisierten Gründen als äußerst kontraproduktiv. Es wird sich ausgeruhen auf den Ansichten eines Einzelnen, wenig zielführende Absichten werden bevorzugt, der konstruktive Austausch gemieden und überdies die Sinnhaftigkeit unserer Politiker, unserer gewählten Volksvertreter in Frage gestellt, was absolut unberechtigt ist. Es gibt weitaus mehr Möglichkeiten, politischen Einfluss zu bewirken, als an der Aktion des "Friday for Future" teilzunehmen (viel glaubwürdiger und authentischer im Übrigen)! Eine dieser Möglichkeiten ist es, beispielsweise, anstatt die Schule zu schwänzen, am Unterricht teilzunehmen, da eine bessere Bildung, mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, in der Zukunft etwas zu sagen zu haben, einhergeht. Ist es daher nicht sinnvoller, schulische Pflichten ernster zu nehmen, als irgendeinen pseudo-politischen Akt, da man dadurch im späteren Leben tatsächlich über die Möglichkeit verfügt, in Bezug auf diese Thematik wirklich etwas zum Besseren zu wenden? Politisches Engagement ist definitiv erstrebenswert, doch der "Friday for Future" trägt vielmehr zur Ausbreitung gesellschaftlicher Missstände bei, als dass er selbige aus der Welt schafft. Somit sind durchaus bessere Wege auf sich aufmerksam zu machen existent, als diese überaus fragwürdige Aktion!

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suedehead Am 16.03.2019 um 16:53 Uhr
Das mit dem Formatieren von Texten lernst du wohl auch nicht mehr...

Ein paar Worte:
1. Ich lehne es ab, weiterhin die Intelligenz und Integrität von aufgeklärten Menschen zu beleidigen, indem ich solchen Nasen wie dir zum eine Millionsten Mal vorkaue, warum es ein FAKT ist, dass der Klimawandel menschengemacht ist, dass kein seriöser Wissenschaftler das in Frage stellt und dass Skeptizismus, wie du ihn hier vorbringst lediglich als Ausrede für konservative Bequemlichkeit ist. Und das ist eine faschistoide Einstellung. Ich lehne es ab, solchem Gelaber von wegen "Nichts genaues weiß man nicht, also erstmal so weiter machen wie bisher" noch irgendeine Antwort entgegen zu halten, die diese Position am Ende noch als legitime Gegenmeinung erscheinen lässt. Klimaskepsis ist keine Meinung, es ist der Glaube an eine Lüge.

2. Dein Misstrauen gegen Schüler, die vielleicht gar nicht so wirklich demonstrieren wollen, sondern einfach nur gerne einen freien Schultag haben wollen, ist unfair. Einem streikenden Arbeiter wird nicht unterstellt, dass er einfach nur Urlaub auf Kosten der Gewerkschaft macht. Wieso den Kids hier einen bösen Willen unterstellen, wenn auf der ganzen Welt hunderttausende von ihnen teilweise bei Sturm und Regen unter der Androhung von Repressalien und den Einschüchterungsversuchen von Politikern auf die Straße gehen, statt gemütlich in einem Klassenzimmer zu sitzen und sich vom Unterricht beschallen zu lassen? Übrigens: Wo sind die Leute, die gegen Unterrichtsausfall durch Lehrermangel auf die Straße gehen? Wie weit her ist es mit der Sorge um die Ausbildung von Kindern, wenn es darum geht, Schulen mal zu renovieren oder modern auszustatten? Wie kommt es, dass sich niemand Sorgen gemacht hat, als den Kindern auf dem Gymnasium ein ganzes Schuljahr gestrichen wurde? Da hieß es dann: G8 sorgt dafür, dass junge Leute schneller auf den Arbeitsmarkt kommen. Das Gegenteil ist der Fall. Abiturienten sind teilweise noch Minderjährig und völlig orientierungslos. Studien werden angefangen und abgebrochen, Orientierungsjahre eingeschoben... Aber wenn an ein paar Freitagen in ein paar Städten die Schüler auf die Straße gehen, weil sie selbst gemerkt haben, dass ihre Zukunft auf der Kippe steht, da macht ihr euch alle ins Hemd? Ihr müsst sehr große Angst haben, wenn ihr so um euch beißt! Und auch das - das in Frage stellen einer echten Überzeugung und das Herbeireden von möglicher Faulheit ist... du ahnst es... faschistoid.

3. Greta Thunberg ist also der neue Hitler, weil sie eine Idee hatte, die andere begeistert? Dein Ernst? Du verkennst hier einen wichtigen Unterschied zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement und Faschismus. Der Faschist, versucht eine Hierarchie aufzubauen und sich selbst und seine Gruppe an die Spitze zu stellen. Er herrscht mit Terror gegen jene, die unter ihm stehen. Greta und ihre Bewegung kommen von unten und konfrontieren die Leute an der Spitze mit ihren Forderungen. Es ist das Gegenteil von Faschismus!
Was du kritisierst ist das Führerprinzip und den "charismatic Leader", vor dem man sich in der Politik tunlichst in Acht nehmen sollte. Nur: Greta ist eben keine Politikerin. Sie hat keine Macht. Sie darf ja noch nicht einmal wählen. Ihr Streik ist ein Akt des Ungehorsams, nicht ein Akt der Unterdrückung.
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